Ludwig M. Grignion von Montfort und Marthe Robin: gemeinsame Endzeitschwärmereien

Von Felizitas Küble

Die 33-Tage-Andacht mit dem Ziel einer Marienweihe („Vollkommene Weihe an Jesus durch Maria“) ist in marianischen und zumal in erscheinungsbewegten Kreisen seit langem bekannt und beliebt.

Auch wenn vieles in dieser speziellen Art des Marienkultes, die auf den hl. Grignion von Montfort zurückkehrt, durchaus richtig sein mag, so beruht sie doch zugleich auf Endzeitschwärmereien, die weder mit der biblischen noch mit der kirchlichen Lehre vereinbar sind (vgl. lehramtliche Stellungnahmen gegen den sog. Chiliasmus und Postmillenarismus).

Dieser Beitrag soll aber keine theologische Abhandlung werden, sondern einige typische spirituelle Fehlentwicklungen aufzeigen, wie sie im Kontext dieser Andachtsform weitverbreitet sind.

Zunächst fällt auf, daß die erwähnte 33-Tage-Weihe besonders oft von pseudomystischen Seher/innen propagiert wird, z.B. bei der Visionärin Bärbel von Marienfried (als Erscheinung kirchlich nicht anerkannt). Zudem wird diese Spezialandacht in der Medjugorje-Bewegung stark hochgehalten – von der „Seligpreisungs“-Gemeinschaft sowieso, aber auch von „Totus Tuus“ (eine charismatisch-marianische Jugendgruppe: http://www.totus-tuus.de/site/totus-tuus/spiritualitat/marianisch/)

Die unlängst als betrügerisch entlarvten „Botschaften“ der Stigmatisierten Marthe Robin gründen ebenfalls fundamental auf den Endzeitschwärmereien des französischen Priesters Ludwig Maria Grignion von Montfort, inbesondere ihre Ankündigung eines „neuen Pfingsten“ für die Kirche.

Kurz gesagt beinhaltet diese „prophetische“ Sichtweise, daß am Ende der Zeit zwar zunächst Krisen und Heimsuchungen für die Kirche möglich seien, aber dies werde alles überwunden durch die „Apostel der letzten Zeiten“, die als begeisterte Marienverehrer gleichsam die Welt umkrempeln und eine Art spirituelles Gottesreich auf Erden errichten.

Von dieser Grundhaltung war auch die französische „Seherin“ Marthe Robin geprägt, weshalb sie jahrzehntelang bis zuletzt vom kommenden „Pfingsten der Liebe“ sprach, das vor allem durch die „geistlichen Gemeinschaften“ ausbrechen werde, wobei einige charismatische Bewegungen sogar von ihr selber angestoßen und ermutigt wurden (darunter die bereits erwähnte „Gemeinschaft der Seligspreisungen“ bzw. „Arche“ und „Emmanuel“).

In der euphorischen Biographie „Martha“ von Bruder Ephraim, dem Gründer jener Seligpreisungs-Kommunität, zieht sich diese Endzeiteuphorie wie ein roter Faden durch das Buch. Er betont mehrfach die einzigartige Bedeutung der 33-Tage-Andacht für das Frömmigkeitsleben und die „Prophetie“ von Marthe Robin, vor allem ab S. 74 ff.

In den von ihr gegründeten Charites wurde in Exerzitien diese Grignionsche Marienweihe gelehrt, die Marthe selbst auch für sich selber mmer wieder erneuert hat.

Aus der entsprechenden „Abhandlung über die wahre Verehrung Mariens“ wird in Ephraims Martha-Buch ausführlich zitiert (vgl. ab S. 74), darunter folgende überschwängliche Zukunftsprognosen über die „Apostel der letzten Zeiten“ (S. 73) bzw. die „Diener Mariens“, die im Grignionschen Original übrigens „Sklaven“ Mariens heißen:

„Sie werden die Fülle des Erbarmen Mariens erfahren und erkennen, wie sehr sie ihre Hilfe brauchen.“ (In Wirklichkeit spricht die Kirche in ihrer Liturgie und Verkündigung hinsichtlich Mariens von einer Fürsprache, wogegen sich das Erbarmen auf Christus als Erlöser beziehen.)

Zudem wirkt die ganze Beschreibung dieser „Endzeittruppe“ dramatisierend, fanatisch und schwärmerisch, denn diese „Diener Mariens“ seien – so heißt es – „ein verzehrendes Feuer….scharfe Pfeile in der Hand der mächtigen Jungfrau, mit denen sie ihre Feinde durchbohrt.“ – Für die Armen seien diese neuen Heiligen ein „Wohlgeruch Christi“, aber für die „reichen und hochfahrenden Weltleute ein Geruch des Todes“.

Und weiter: Sie werden Donnerwolken sein, die beim leistesten Hauch des Heiligen Geistes die Lüfte durchsegeln…Donnern werden sie gegen die Sünde, grollen gegen die Welt und ihre Blitze schleudern gegen den Teufel und seine Anhänger. Mit dem zweischneidigen Schwert des Gotteswortes werden sie alle treffen und durchbohren, zu welchen der Höchste sie sendet, sei es zum Leben, sei es zum Tode. Sie werden die wahren Apostel der Endzeit sein, denen der Herr der Heerscharen Wort und Gewalt verleiht….

Kein Sterblicher, wie mächtig er auch sein mag, wird sie beeinflussen können, keinen werden sie verschonen, keinen fürchten….Das sind die Männer, die da kommen werden, doch Maria wird sie auf Befehl des Höchsten heranbilden, um sein Reich auszubreiten über die Ungläubigen und Gottlosen.“

So geht das im militärisch-rabiaten Stil munter weiter, so daß man sich fragt, ob hier jemandes heißblütige Fantasie durchgebrannt ist.

Es paßt aber alles in die typisch schwärmerisch-fanatische Mentalität (Denkweise) mancher charismatischer Kreise, die sich für besonders erleuchtet halten, zumal sie ja wohl der geistige Vortrupp dieser „Apostel der letzten Tage“ sind.

Abgesehen davon wird das „Reich Gottes“ in Wirklichkeit ohnehin nicht über die „Ungläubigen und Gottlosen“ ausgebreitet, weil das geistig und praktisch gar nicht möglich ist – es sei denn mit Zwang und Gewalt – aber hierauf beruht das wahre Gottesreich gerade n i c h t .

Die Heilige Schrift hat uns für die Endzeit außerdem einen zunehmenden Glaubensabfall angekündigt – und nicht das Gegenteil, die Errichtung eines „Gottesreiches“ durch selbsternannte Apostel und Propheten, die wie verspätete Kreuzzügler und durchgeknallte Phantasten wirken.

Aber solche enthusiastischen, un-nüchternen „Endzeitvisionen“ passen in die Weltanschauung besonders „begnadeter Seelen“ wie Marthe Robin, die sich ohnehin reichlich aus der pseudomystischen Literatur früherer Zeiten bedient hat und dies dann als ihre eigenen Neuoffenbarungen von „oben“ ausgab.

Weitere Artikel zu Marthe Robin: https://charismatismus.wordpress.com/category/visionen-und-charismatik-kritik/robin-marthe-mystikerin/


Meine Beobachtungen in Medjugorje

„Ich erlebte eine gigantische Geldmaschinerie“

Dieser Brief stammt von einer langjährigen Leserin aus Süddeutschland, deren Name und Anschrift mir bekannt ist.

Aus meiner Erfahrung mit „Aussteigern“ – sei es aus der Esoterik, Charismatik oder Falschmystik  –  weiß ich, wie allergisch bis fanatisch ihr bisheriges Umfeld oftmals reagiert, wenn deutlich wird, daß sie auf einen nüchternen Glauben „umgestiegen“ sind, der keiner „Erscheinungen“ und sonstiger „wundersamer“ Ereignisse bedarf. 

Auch die Verfasserin dieses Schreibens kennt diese Problematik. Hier folgt ihr anschaulicher Bericht:

Sie sprechen mir vollkommen aus der Seele mit Ihren kritischen Beiträgen, Ihrer Aufklärung über „Botschaften“, Seher usw. Die Medjugorje-Hysterie ist auch eine Wundersucht.

Mir wurde schon oft gesagt, dass eine Wallfahrt dorthin alles im Leben zum Guten ändern würde, so daß wir Probleme überwinden, die uns zu schaffen machen.

Ich war 2009 im September eine Woche dort und habe vieles mitbekommen: Die hl. Messen, Rosenkranz und eucharistische Anbetungen sind soweit in Ordnung.

Aber ich erlebte eine gigantische Geldmaschinerie – und das hat mich abgestoßen. Jeden Tag werden die Pilgergruppen, die einen Pilgerführer zwangsweise mitnehmen müssen, mindestens zweimal zur „Tränke“ geführt. Das heißt, sie besuchen eine klösterliche Gemeinschaft, ein Kinderdorf, ein Zentrum für Drogensüchtige etc. Überall gibt es zuerst einen Vortrag und dann werden Spenden eingesammelt.

Mich stören die vielen Geschäfte hingegen nicht. Da kann man reingehen oder auch nicht.

Sodann gibt es in Medjugorje Veranstaltungen in einer größeren Halle, wobei die Seher anwesend sind und zu den Leuten sprechen. Alles wird in verschiedene Sprachen übersetzt. Ich mußte außerhalb der Halle im Freien mit meiner Gruppe zuhören. Aber ich war nicht aufmerksam, weil ich diese „Marienbotschaften“ überhaupt nicht als wahr ansehen kann. Diese banalen Aussagen sind sicher nicht  himmlischen Ursprungs. Davor muß man die Madonna in Schutz nehmen. Aber das darf man bei Medjugorje-Gläubigen nie erwähnen. Sie verhalten sich oft sofort aggressiv und feindselig. Darin erkenne ich dann eine Spur der „anderen Firma“…

Besonders empfindlich reagieren Medjugorje-Pilger, wenn man den Lebenswandel der Seher/innen anspricht. Die hl. Katharina Labouré, Bernadette von Lourdes und die Kinder von Fatima lebten zurückgezogen, hatten es teilweise sehr schwer im Leben, wurden keine bejubelten Stars und gingen ins Kloster. 

Besonnene Gläubige unter den Pilgern antworten mir dann immer, dass das spezielle Apostolat der Medjugorje-Seher eben die Familie wäre und sie darum geheiratet hätten. Andere reagieren richtig wütend, weil sie diesen Punkt als Zeichen einer Infragestellung erkennen.

Es soll dort angeblich Heilungen geben, aber warum werden diese nicht wie in Lourdes ärztlich genau untersucht? Diese „Wunder“ werden erzählt, ohne daß eine kirchliche Anerkennung erfolgte. 

An einem Nachmittag unter freiem Himmel konnte man in Medjugorje Kondensstreifen von Flugzeugen am Himmel sehen, die sich kreuzten. Diese Kreuze wurden dann wie wild fotografiert und ich wurde auch darauf aufmerksam gemacht. Dabei gewann ich den Eindruck, dass man wirklich fieberhaft nach Zeichen und „Wundern“ sucht.

Das Publikum ist sonst nicht primitiv, ungebildet oder unkritisch. Aber bei Medjugorje sind sie verblendet. Ich kenne viele fromme Katholiken, denen die verschiedenen „Privatoffenbarungen“ wichtiger sind als das Wort Gottes.

In den vergangenen Tagen habe ich mich gefragt, hätte die „Gospa“ – wie man die Medjugorje-Madonna nennt –  nicht konkret diese Corona-Seuche vorhersagen müssen ? Man hörte nichts über eine weltumfassende Epidemie, die überall große wirtschaftliche Not verursacht. Das ist doch erstaunlich. Keine dieser „Botschaften“ warnte die Menschen. Das wäre doch die Gelegenheit gewesen, vom Himmel her die schon längst fällige Echtheits-Bestätigung zu liefern.

Solche Erscheinungen kommen aber auch ohne Medjugorje-Seher überall vor. Ich kenne allein drei Frauen, die mir berichteten, dass sie unsichtbare Stigmen tragen, also die Wundmale Jesu. Sie erwarteten dann von mir wohl eine ehrfürchtige Reaktion, weil sie mich in ihr „Geheimnis“ eingeweiht haben. Ich habe sie alle enttäuscht.

Viele „träumen“ auch Erscheinungen und fühlen sich dann auch aus der normalen Masse der Sterblichen etwas herausgehoben. Allen diese „Erwählten“ konnte ich einen gewissen Stolz nicht absprechen.

Ich habe vor ein paar Jahren in Schramberg den „preisgekrönten“ Film Mary‘s Land gesehen. Hinter mir waren hysterische  – oder wie Sie zu schreiben pflegen: schwarmgeistige – Damen, die den langweiligen Film immer wieder mit ihren Jubelausbrüchen garnierten, während ich vor Langeweile eingenickt bin. Jetzt wurde wieder so ein Film gedreht, zu dem ich trotz vieler Einladungen nicht gegangen bin. Zu Hause schläft es sich besser.

Das Problem Medjugorje ist groß. Millionen gehen jährlich dorthin. Der Vatikan und die Bischöfe getrauen sich nicht, ein Machtwort zu sprechen. Würde ein solches erfolgen und dem Spuk ein Ende bereiten, so würde eine riesige Geldmaschine trockengelegt werden.

An unserem letzten Tag sprach noch eine Seherin der sogenannten „zweiten Generation“ im Hotel. Sie erhalte, so hieß es, innere Einsprechungen von oben. Es ging dabei eigentlich wieder ums Spenden. Das ist der allgegenwärtige Mechanismus dort.

Mein Beichtvater empfiehlt mir immer, wie Sie richtig schreiben, dem Willen Gottes zu gehorchen. Aber Kreuztragen wollen viele nicht mehr; sie sehen das als Strafe Gottes an.
Ohne Kreuztragen gäbe es keine Heiligen, das sage ich immer. Dadurch geschehen wirkliche Wunder in der Seele.


Kritik an Valtortas Visionen ist „Teufelswerk“…

Von Felizitas Küble

Auf einem christlichen Partnersuche-Forum postete ein Leser mit Nicknamen „Honesty12“ einen langen Text aus dem umfangreichen Werk der italienischen „Mystikerin“ Maria Valtorta“: https://www.christ-sucht-christ.de/weblog/Honesty12/59351/

Es handelt sich um einen Auszug aus ihrem 12. Band „Der Gottmensch“, in dem auch die Himmelfahrt Christi aufgrund ihrer Visionen geschildert wird. Valtortas „himmlische“ Einsprechungen wirken unerträglich sentimental, schwülstig, selbstverliebt (sie schreibt seitenlang über sich selbst und ihre frommen Befindlichkeiten als „Veilchen am Kreuz“ etc), sie sind zudem teils antijüdisch und theologisch unsinnig.

Als ein anderer Leser im Diskussionteil auf einen kritischen Artikel des CHRISTLICHEN FORUM (CF) über Maria Valtorta verlinkt, schreibt jener Blogger „Honesty12“ über das „Christliche Forum“, diese Homepage sei „total gegen die Katholiken“ und derjenige (es müßte eigentlich heißen „diejenige“), der sie betreibe, sei „ein Lügner“. Die Begründung des aufgebrachten Valtorta-Fans lautet:

„PATER IVO PAVIC WIRD AUF DIESER SEITE ZERSTÖRT…..SR. MARGARITHA VALAPPILA (HAUS RAPHAEL) WIRD ZERSTÖRT….MEDJUGORJ WIRD ALS LÜGE BEZEICHNET UND ZERSTÖRET…..ICH KENNE DIESE LÜGNERISCHE HOMEPAGE SCHON LANGE …..SO ARBEITET DER TEUFEL !!!“

Diese Art der „Argumentation“ ist typisch für fanatische, schwarmgeistige und erscheinungsfixierte Kreise  – ich kenne dieses „Muster“ seit Jahrzehnten:

Skeptische Artikel gegenüber bestimmten Sehern, Privatoffenbarungen, Erscheinungen usw. werden kurzerhand als „lügnisch“ diffamiert, ohne sich inhaltlich mit der Sachkritik auseinanderzusetzen, von einer Widerlegung ganz zu schweigen.

Stattdessen wird der Teufel an die Wand gemalt bzw. dem Kritiker dessen Ungeist unterstellt.

Bezeichnend für dieses Umfeld ist auch die übertriebene Hysterie: „Pater Pavic wird zerstört…..Sr. Margaritha Valappila wird zerstört….Medjugorje wird zerstört“ usw.

Solche Schwarz-Weiß-Malereien kennzeichnen ein sektiererisches Denken, das mit einem gediegenen, nüchternen katholischen Glauben nicht vereinbar ist.

Übrigens handelt es sich bei keinem der vom Autor so massiv verteidigten Phänomene (Maria Valtorta, Ivo Pavic, Sr. Valappila, Medjugorje) um kirchlich anerkannte Visionäre oder Erscheinungen.

Aber auch diese kirchliche Vorsicht und Distanz ist vielen Anhängern von Sonderoffenbarungen und „Himmelsbotschaften“ gleichgültig, weil sie sich ihren Glauben bzw. Aberglauben letzlich selber basteln, wenngleich sie sich gerne als „superkatholisch“ präsentieren.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 


Wenn Askese den Hochmut begünstigt: Man kann auch „nach unten“ fasten

Fastendünkel bei Pharisäern, Sekten und Erscheinungen

In der überlieferten, traditionellen Messe wurde am heutigen Sonntag das Evangelium vom selbstverliebten Pharisäer und dem reumütigen Zöllner im Tempel vorgelesen.

Der von sich selbst überzeugte Gesetzeslehrer listet beim Gebet seine religiösen Leistungen und Werke auf und dankt dem Allmächtigen, daß er nicht so sei wie „die anderen“. Zu den guten Taten des Pharisäers gehörte es auch, „zweimal pro Woche zu fasten“, wie das Lukasevangelium erzählt.

Das war im damaligen Volk Israel durchaus eine „stramme Leistung“, eine besondere Askese (Verzichtsübung, „Abtötung“), denn die Juden sind nur verpflichtet, anläßlich einiger hoher Festtage zu fasten, vor allem am Versöhnungstag, dem höchsten Feiertag.

Folglich haben die Pharisäer weitaus mehr gefastet, als es „das Gesetz verlangt“ – und genau dies erfüllte den frommen Schriftgelehrten im Tempel mit Stolz.

Dieses Beispiel hat Christus seinen damaligen Zuhörern nicht ohne Grund warnend vor Augen gestellt.

Dabei geht es gewiß nicht um eine grundsätzliche Kritik an einem freiwilligen Fasten, das über die „geforderte Norm“ hinausgeht. Vielmehr werden wir ermahnt, uns nicht in einen religiösen Leistungswahn zu versteigen, der zu einer unterschwelligen Verbitterung führen kann – und dazu, daß unsere asketischen Bemühungen im Hochmut enden.

Damit würde man letztlich nicht „nach oben“ fasten, sondern gleichsam „nach unten“…

Die katholische Kirche hat durch ihre gemäßigte Haltung zum Fasten stets jedem Fanatismus und aller Verstiegenheit vorbeugen wollen. Es gibt nur zwei „gebotene“ (verpflichtende) Fasttage im ganzen Jahr, nämlich Aschermittwoch und Karfreitag (aber nicht bei „Wasser und Brot“).

Das kirchliche Freitagsgebot (lediglich kein Fleisch essen bzw. sonst ein Opfer bringen) ist kein eigentliches Fasten im strengen Sinn.

Es fällt auf, daß verschiedene häretische Gruppen und Sekten sowie Schwarmgeister im Laufe der Kirchengeschichte häufig besonders striktes Fasten und sonstige asketische Übungen verlangten, man denke z.B. an die Montanisten, Donatisten, Katharer, Geißler, „Inspirierte“, Skopzen (in Rußland) etc.

Wichtiger als eine ausgeprägte Askese sind aber gute Werke, Einhaltung der göttlichen Gebote, Taten der Barmherzigkeit und Nächstenliebe, wie der Prophet Jesaja im Alten Testament betont: „Das ist ein Fasten, wie ich es liebe: die Fesseln des Unrechts lösen, die Stricke des Jochs entfernen, die Versklavten freilassen, jedes Joch zerbrechen.“ (Jes. 58,6)

MEDJUGORJE und das Fasten bei Wasser und Brot

Einen seltsam asketischen Schwerpunkt setzen auch manche Erscheinungen wie etwa Medjugorje. Dort wurde von Anfang an eine merkwürdige Überbetonung des Fastens proklamiert.

Hierbei fordert die „Marienerscheinung“ am Mittwoch und Freitag zu einem „strengen Fasten“ bei Wasser und Brot auf (vgl. z.B. die „Botschaft“ vom 14.8.1984) – also auch zweimal pro Woche (wie einst die Pharisäer).

Dieser Punkt gehört zu den „fünf Steinen“ bzw. Hauptbotschaften von Medjugorje. So heißt es z.B. bei „Totus tuus“ (einer Medjugorje-Jugendbewegung) wörtlich unter dem Titel „Die Botschaften“:

In ihren Botschaften ruft sie uns auf,…mittwochs und freitags bei Brot und Wasser zu fasten. (Quelle: http://www.totus-tuus.de/site/medjugorje/die-botschaften-von-medjugorje/)

Einer Medjugorje-Seherin der „2. Generation“ namens Helena sagte die vermeintliche Madonna: „Ich will, daß ihr zweimal in der Woche bei Wasser und Brot fastet.“  (Quelle: Pater Vlasic in „Téqui“, S. 25).

Selbst eingefleischte Fans bringt diese Anforderung bisweilen um ihre Arbeitsfähigkeit und gute Laune.

So weiß Pfarrer Dirk Grothues zu berichten: „Ich selber habe vor einigen Jahren versucht, mittwochs und freitags bei Brot und Wasser zu fasten. Es ist mir erbärmlich bekommen. Mir wurde schlecht und ich konnte meine Arbeit nicht mehr tun.“ (Aus dem Buch Der Himmel fängt schon an, Oros-Verlag, S. 104)

Ähnlich schreibt Pater Andreas Hönisch, Gründer der „Kath. Pfadfinderschaft Europas“ (er war erst Anhänger, später ein Kritiker von Medjugorje):

„Es war in dieser Anfangszeit von Medjugorje, dass ich auch begann, zweimal in der Woche bei Wasser und Brot zu fasten. Ich mußte diese Praxis nach einiger Zeit aufgeben, weil ich es gesundheitlich nicht mehr schaffte.“  (Quelle: https://charismatismus.wordpress.com/2011/07/07/medjugorje-mein-eigener-weg/)

In unserem Christoferuswerk hatten wir in den 90er Jahren eine Medjugorje-Neubekehrte als Praktikantin. Die fromme Frau klebte nicht nur gerne die neuesten „Botschaften des Himmels“ an alle möglichen Wände, Schränke und sonstigen Ecken unseres Hauses, sondern hielt sich auch strikt an ihr Fasten am Mittwoch und Freitag bei Wasser und Brot. Allerdings war ihre Stimmung an diesen Tagen verständlicherweise nicht die beste.

Mehrfach erlebte ich zudem am nächsten Tag, wie sie mir vormittags den halben Kühlschrank leergegessen hatte, so daß ich – als ich gerade mit dem Kochen beginnen wollte – erst einmal einkaufen mußte, weil die Fleischportionen „verschwunden“ waren.

Ob das wohl ein sinnvolles Fasten ist?

Wenigstens hat die Praktikantin aber die anderen Mitarbeiter mit ihrem Fasten-Spleen in Ruhe gelassen.

Das kann auch anders ausgehen, wie mir eine Leserin des CHRISTLICHEN FORUM vor einiger Zeit anschaulich geschildert hat:

Sie durfte bei einer Freundin eine an sich recht schöne Ferienzeit auf dem Lande verbringen – soweit prima. Allerdings handelte es sich bei der Gastgeberin um eine überzeugte Medjugorje-Anhängerin. Die Folge: Am Mittwoch und Freitag war Schmalhans Küchenmeister und unserer Leserin wurde der Urlaub dadurch schon ein bißchen versalzen.

Noch ganz anders wurde ihr zumute, als die Freundin an einem Fastentag ihre Autofahrt abrupt beenden und an den Straßenrand ausweichen mußte, weil sie vor Schwäche nicht mehr weiterkam.

Wer also mehr fastet, als die Kirche verlangt, kann dies gerne tun, doch sollte er andere Gläubige damit nicht behelligen oder ungebeten „mitfasten“ lassen. Zudem muß sich jeder Asket vor (un)geistlichem Hochmut hüten: er darf sich nicht einbilden, deshalb „besser“ zu sein als die anderen Katholiken.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


AfD-Neujahrsempfang in Münster informierte über Wiedertäufer und „Schwarmgeisterei“

Von Felizitas Küble

Auf dem Neujahrsempfang des AfD-Kreisverbands Münster im historischen Rathaus der westfälischen Metropole wurden ein halbes Dutzend Ansprachen von verschiedenen Parteivertretern gehalten.

Eine der Reden war ausgesprochen geschichtsphilosophisch geprägt und erhielt anhaltenden, teils stehenden Beifall der rund dreihundert Besuchern.

Den fundierten Vortrag hielt der NRW-Parteivorsitzende und Landtagsabgeordnete Helmut Seifen, der den Wissenschaftsausschuß im nordrhein-westf. Landtag leitet. Der Familienvater (siehe Foto) war jahrzehntelang als Schulleiter von Gymnasien in Münster und Gronau tätig.

In seiner Rede befaßte er sich eingehend mit dem Problem der politisch-religiösen „Schwarmgeisterei“. Dabei bezog er sich auch auf die zeitgleich stattfindenden und teils rechtswidrigen Proteste auf der Straße gegen diese AfD-Veranstaltung.

Viele dieser Demonstranten seien für Argumente und Sachdebatten kaum noch zugänglich, da sie sich ihrem ideologischen Enthusiasmus verschrieben hätten. Schwärmerei ersetze aber keine Vernunft  – und Leidenschaft bedürfe der Zügelung durch Verstand und Selbstdisziplin.

Der AfD-Politiker holte sodann weiter aus und ging 500 Jahre zurück in die bewegte Geschichte der Stadt Münster. Damals herrschten die endzeitschwärmerischen „Wiedertäufer“ über die Bürger und errichteten eine religiös begründete Diktatur, die sie als „Neues Jerusalem“ verherrlichten.

In der wissenschaftlichen Debatte wird heute allgemein von der „Täuferbewegung“ gesprochen, einer  – von Luther bekämpften – protestantischen Abspaltung, die allerdings weitgehend friedlich gestimmt war.

Ein Teil dieser Sondergruppe geriet jedoch in eine unheilvolle apokalyptische Schwarmgeisterei  – und dies trifft vor allem auf die sog. Wiedertäufer in Münster zu, die das Privateigentum der Einwohner „vergemeinschafteten“ und jeden Widerstand blutig niederschlugen.

BILD: Die Spitze des historischen Rathauses in Münster zeigt in der Mitte Christus als Weltenherrscher und darüber die Krönung Mariens

Im Jahre 2025 jährt sich die Entstehung der allgemeinen Täuferbewegung zum 500. Mal. 1525 fand die erste – amtlich bekannte  –  „Glaubenstaufe“ der Neuzeit in Zürich statt. Dabei wurden Christen, die bereits als Kind getauft wurden, als Erwachsene noch einmal getauft, weil diese reformierte Konfession die Kindertaufe grundsätzlich ablehnte.

Die gemäßigte, gewaltfreie Strömung unter den Täufern ging schon bald unter dem Namen „Mennoniten“ oder „Hutterer“ in die Geschichte ein; im weiteren Sinne gehören auch die Quäker, Amische und Baptisten dazu, die sich ebenfalls auf die Erwachsenentaufe beschränken.

Zurück zum Vortrag des Pädagogen und NRW-Sprechers Seifen über die Wiedertäufer in Münster, die in Geschichte und Literatur eingingen (auch in die Filmgeschichte):

Der Redner beleuchtete die Verführungskraft euphorischer Ideologen damals und heute. Als die Wiedertäufer ihre Herrschaft in Münster aufbauten, taten sie dies unter dem Vorzeichen höherer Erleuchtungen, großer Zukunftsverheißungen, göttlicher Sendung und emotionaler Bürgernähe.

Doch die führenden Personen steigerten sich immer stärker in ihre Endzeitschwärmereien hinein. Damit verbunden waren ein religiös-politischer Fanatismus und wachsender Machtrausch mit Verfolgung gemäßigter Bürger und Andersdenkender.

BILD: Lamberti-Kirche in Münster: auf dem dortigen Kirchplatz erwarteten die Wiedertäufer in ihrem „Neuen Zion“ die Wiederkunft Christi

Gläubige Katholiken und kritische Protestanten, die sich der „Wiedertaufe“ verweigerten, wurden bei Nacht und Nebel aus der Stadt vertrieben. Das Privateigentum der Münsteraner wurde in „Gemeineigentum“ umgenutzt  – und auf jedwege Verweigerung stand die Todesstrafe.

Nicht zuletzt aufgrund eines erheblichen Frauenüberschusses (das weibliche Geschlecht war damals anfälliger für diese Schwärmerbewegung) wurde sogar amtlich die Vielweiberei eingeführt und erzwungen.

Helmut Seifen sprach von einer irregeführten „Erlösungssehnsucht“, verbunden mit utopischen Vorstellungen. Es war der verstiegene und deshalb gescheiterte Versuch, existentielle Probleme „endgültig“ lösen zu wollen.

Ekstatische Bewegungen lassen sich, so der AfD-Parlamentarier, nicht durch Vernunftargumente eingrenzen. Aber wenn glühende Leidenschaft „durchbrenne“, wenn sie nicht durch Besonnenheit und Maß gezügelt und geordnet werde, ende sie immer in einer Katastrophe.

Das gelte es auch in heutiger Zeit zu beachten. Der Redner sah sowohl in der heutigen Europapolitik wie in der Migrations- und Bildungspolitik die Gefahr der Schwarmgeisterei.

Fanatische politische Ideologien – aus welcher Ecke auch immer  –  müßten früh genug erkannt und vor ihnen gewarnt werden. Utopische Politikmodelle und erlösungsbewegte Verheißungen dienten vielfach als Ersatzreligion für eine verweltlichte Gesellschaft auf der Suche nach Sinn und endgültigen Lösungen.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Prof. Jörg Meuthen warnt vor tödlicher „Schwarzer Apartheid“ in Südafrika

Enteignung und zunehmende Hetze gegen weiße Farmer 

In Südafrika droht den weißen Farmern die Massenenteignung. Dies hat das südafrikanische Parlament in dieser Woche mit deutlicher Mehrheit und den Stimmen auch der nach wie vor dominierenden Partei ANC beschlossen.

Vor allen Dingen Julius Malema, Vorsitzender der ebenfalls starken linksradikalen Partei „Economic Freedom Fighters“, hetzt mit immer krasseren Gewaltphantasien und bedroht die Farmer, die ein wichtiges wirtschaftliches Rückgrat Südafrikas bilden: ‚We are not calling for the slaughter of white people – at least for now‘  –  ‚Wir rufen nicht zum Schlachten von Weißen auf – bis jetzt jedenfalls nicht‘, erklärte Malema vor kurzem öffentlich.

Dazu äußert sich der AfD-Parteichef Prof. Dr. Jörg Meuthen (siehe Foto) folgendermaßen:

„Nelson Mandela hat die grausame Weiße Apartheid zum Wohle Südafrikas und seiner Menschen mit seiner enormen Beharrlichkeit und Klugheit in einem sehr schwierigen, glücklicherweise aber dennoch friedlichen und insgesamt ausgewogenen Transformationsprozess überwunden. Südafrika war seit 1994 auch keineswegs frei von Problemen, funktionierte unter den alles andere als leichten historischen Voraussetzungen insgesamt aber erstaunlich gut.

Was das südafrikanische Parlament nun beschlossen hat, läuft auf die entschädigungslose Enteignung und Verstaatlichung von fast drei Vierteln des südafrikanischen Farmlandes hinaus.Solche Maßnahmen würden Südafrika nicht nur ins ökonomische Chaos führen. Das Beispiel Zimbabwes zeigt die zu erwartenden Folgen deutlich auf. Sie drohen vor allem die südafrikanische Gesellschaft nun in eine Schwarze Apartheid zu führen, die nicht minder fürchterliche Konsequenzen wie die Weiße Apartheid früherer und Gott sei Dank überwundener Zeiten hätte.

Wenn ein Politiker wie Malema – nicht zum ersten Mal – darüber hinaus mit der Tötung von Weißen droht und man die Augen nicht vor den bereits seit einiger Zeit immer weiter um sich greifenden Tötungsdelikten an weißen Farmbesitzern verschließt, sind noch schlimmere Folgen als allein ökonomischer Niedergang durch Enteignungen zu befürchten.

Die Staatengemeinschaft darf nicht tatenlos zusehen, wie Südafrika in einen rassistischen und ökonomischen Abgrund gerät. UN, EU und auch die deutsche Bundesregierung müssen Südafrika eindringlich vor den Konsequenzen des geplanten Gesetzes warnen.

Black Apartheid wird genauso fürchterliche Schäden in der Gesellschaft verursachen wie einst die White Apartheid. Südafrika ist in sehr ernster Gefahr.“


Erscheinungsbewegte Taktik: Gehen die Argumente aus, beginnen die Drohungen

Von Felizitas Küble

Da ich mich seit Jahrzehnten kritisch sowohl über irrgeistige Erscheinungen wie auch über schwarmgeistige Bewegungen äußere, erlebe ich es immer wieder, daß mir von besonders eifriger Seite gleichsam der „Fluch der Madonna“ nachgeworfen oder diverse Strafen Gottes angekündigt werden, teils telefonisch, teils brieflich – oder auch gleich öffentlich.  

Rabiate Anhänger aus der Charismatiker-Szene arbeiten zum Teil ebenfalls mit Drohgebärden, nur in einem anderen Gewande: Dort wird immer wieder der Vorwurf laut, ich hätte durch bestimmte kritische Aussagen die „Sünde gegen den Heiligen Geist“ begangen, die „nicht vergeben werden kann“, wie gerne hinzugefügt wird.

Dabei scheint es keine Rolle zu spielen, daß die Kirche lehrt, mit jener im NT erwähnten Sünde gegen den Heiligen Geist sei die unbußfertige Verstocktheit gemeint, also das hartnäckige Verweigern jeder Umkehr bei Todsündern. – Mit einer kritischen Haltung zu diesem oder jenem Phänomen hat dies somit nichts zu tun.

Die Schnelligkeit und Heftigkeit, mit der manche „oberfrommen“ Zeitgenossen ihre Rundumschläge verteilen, läßt erahnen, daß es ihnen an  fundierten Argumenten mangelt – und daher der bequeme Griff zur Drohkeule erfolgt, der anscheinend psychologisch „entlastend“ wirkt nach der Devise: „Der haben wir es aber gezeigt.“

Allerdings geht der Schuß – nicht nur moralisch – nach hinten los. Tatsache ist nämlich, daß ich mich durch derart unfaire Entgegnungen keineswegs verunsichern oder zermürben lasse, sondern vielmehr in der Befürchtung bestätigt sehe, wie verhängnisvoll sich diese religiöse Geisterfahrerei auswirken kann. Das motiviert mich erst recht, vor solchen Irrwegen weiter entschieden zu warnen. 

Hierzu ein aktuelles Beispiel:

Auf dem traditionalistisch ausgerichteten Leser-Portal „Gloria-TV“ hat ein Leser kürzlich unseren skeptischen Artikel über die Arme-Seelen-Erscheinungen von Maria Simma übernommen: https://gloria.tv/link/wK28ZCnL74Rq6rVkG6xTwoNYK/postings/

Manche Kommentare stimmen zu, andere halten dagegen  – das wäre nicht weiter erwähnenswert. Ein User namens „Boettro“ schreibt freilich heute Folgendes: 
„Frau Felizitas Küble spielt sich als Richterin über Begnadete und Privatoffenbarungen auf. Irgendwann wird sie sich dafür verantworten müssen. Sie hat die Gabe der Unterscheidung der Geister nicht!“
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Offenbar ist dem Verfasser nicht bekannt, daß die „Botschaften“, welche Maria Simma angeblich von Verstorbenen erhielt, kirchlich nicht anerkannt sind. (Aber selbst im Falle einer kirchlichen Genehmigung sind Privatoffenbarungen für Katholiken nicht verpflichtend  – der Glaube daran ist dann lediglich gestattet.)
In Wirklichkeit spielen sich jene Leute als Richter über die Kirche auf, die an „Begnadete“ und an Erscheinungen glauben, welche die Kirche nicht akzeptiert – diese Personen wissen vermeintlich alles besser. Genau umgekehrt wird also ein Schuh draus!
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Gestern schrieb „Regina-Maria“:
„…wer aber den Heiligen Geist lästert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften. (Mk 3,29). Warum? Weil persönlicher Stolz und die Leugnung wahrer Mystiker und begnadeter Personen wie Maria Simma zahlreiche Seelen davon abhalten, sich durch katholische Mystik zu Gott zu bekehren. Der (Heilige) Geist (Gottes) wird durch Autoren wie Felizitas Küble ausgelöscht. Jemand, der keinen blassen Schimmer Ahnung von katholischer Tradition hat, sollte besser prüfen,schweigen und beten. Niemand muß an katholische Mystik glauben, aber kritisieren und verleumden – geht gar nicht.“
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Die Verfasserin verzichtet darauf, den Vorwurf der „Verleumdung“ zu belegen, sondern wirft mir stattdessen „Lästerung gegen den Hl. Geist“ vor, wie ich es schon oft bei Schwarmgeistigen erlebte. Die Krönung des Kuriosen ist zweifellos die Behauptung, durch Autoren wie mich würde der „Geist Gottes ausgelöscht“ – als ob das bei GOTT überhaupt möglich wäre.
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Jene Übereifrigen, die derart verbissen mit der Droh-Keule hantieren, glauben subjektiv sicherlich, sie seien im Recht, wähnen sich gar im Zustand besonderer Frömmigkeit. Aberglaube und Fanatismus, Anmaßung und Schwärmerei sind jedoch Zerrbilder des Glaubens.
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Für die Christenheit ist es gleichermaßen wichtig, weder links noch rechts in den Straßengraben zu fallen. Wundersucht ist genauso zu meiden wie Wunderflucht.
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Der Aberglaube ist in gewisser Hinsicht noch gefährlicher als der Unglaube, denn der Abergläubige hält sich oftmals für (recht)gläubig und täuscht sich damit selbst. Der Ungläubige hingegen steht in der Regel zu seinem Atheismus oder Agnostikertum  – das liegt in der Natur der Sache.
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Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

 


Islam-Äußerungen des Papstes bilden bisherigen Tiefpunkt seines Pontifikats

Von Dr. David Berger

Es ist unter Katholiken kein Geheimnis, dass Papst Franziskus mit seiner Aufgabe intellektuell komplett überfordert ist. Dass er sich aber auch vermehrt zu gesellschaftspolitischen Fragen in einer Weise äußert, die alle Demokraten und überzeugte Vertreter einer offenen Gesellschaft zum Widerstand motivieren muss, ist ein besonders weitreichender Tiefpunkt dieses Pontifikates.  pressefotoberger11

Besonders bedenklich ist sein Verhältnis zu Gewalt und Aggression: So forderte er auf einem seiner Lateinamerikabesuche, die Prügelstrafe für Kinder doch insgesamt lockerer zu sehen. Ein „würdevolles Schlagen“ von Kindern sei völlig ok.

Dieses atavistische Verhältnis zur Gewalt gegenüber Schwächeren spielt auch in einer seiner jüngsten Äußerungen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Auf dem Rückflug vom Weltjugendtag in Polen, wo er bereits durch seine Einmischung in die polnische Politik unangenehm aufgefallen war, hat er sich nun für den gewalttätigen Islam stark gemacht, indem er diesen schön geredet hat.

Von den Journalisten gefragt, warum er  –  angesichts der Gräueltaten des Allahu-Akbar-Terrorismus   –  nie das Wort in den Mund nehme, mahnte er, man könne doch nicht den Islam „mit Gewalt gleichsetzen“.

Katholiken seien genauso gewalttätig wie Muslime. Im Islam gäbe es nicht mehr gewalttätige Fundamentalisten wie in der katholischen Kirche. Täglich lese er in der Zeitung, wie schlimm es in Italien zugehe: „Der eine tötet seine Freundin, der andere tötet seine Schwiegermutter, und das sind alles getaufte Christen.“

Dass er dabei die brutale Gewalt der Islamisten nach Art eines Sozialarbeiters entschuldigte, wird keinen mehr verwundern. Schließlich böten wir in Europa den Migranten zu wenig Perspektiven.Foto Michaela Koller

Der bekannte Stuttgarter Geistliche Jens-Uwe Schwab bemerkte dazu: „Das leugne ich überhaupt nicht. Die Frage ist: Die Christen, die heutzutage Leid und Unrecht verursachen, berufen die sich in ihren (Un-)Taten auf den christlichen Glauben? Und darin liegt meiner Meinung nach ein Unterschied zum islamistischen Terror bzw. zum islamistischen Fanatismus unserer Tage.“

Und er hat recht: Der Papst soll einfach mal bei seiner Zeitungslektüre genauer nachlesen, ob die Italiener, die ihre Schwiegermutter töteten, dabei „Laudetur Jesus Christus“ (Gelobt sei Jesus Christus) riefen.

Oder er soll sich einmal im Vatikan umschauen, ob man dort unter dem Absingen der Herz-Jesu-Litanei schwule Geistliche von den Dächern der Palazzi in den Tod stürzt, um nachher die Ministranten zu motivieren, sie restlich in den Tod zu steinigen.

Dass der Papst mit solch dümmlichen Äußerungen dem von Islamisten in Frankreich ermordeten Priester nachträglich in den Rücken fiel, störte ihn offensichtlich in keinster Weise. Warum auch? Mit solchen Äußerungen fällt er ja generell allen Katholiken, ja allen, denen die Würde des Menschen unveräußerlich ist, in den Rücken.

Erstveröffentlichung dieses Artikels von Dr. Berger hier: https://philosophia-perennis.com/2016/08/01/franziskus-islam-polen/

2. Foto: Ferdinand Seizmair


Uschi Glas über die 68er Bewegung: „Eine wahnsinnig undemokratische Zeit“

Die „Sonntagszeitung“  –  das evangelische Wochenblatt für Bayern  –  veröffentlichte in ihrer Ausgabe Nr. 2/2013 ein Interview mit der berühmten Schauspielerin Uschi Glas über „Gott und die Welt“, ihre Kindheit, ihr soziales Engagement und ihre religiösen Ansichten (sie ist evangelische Christin).

Der heute 68-jährige Star äußert sich in dem Gespräch kritisch über den politischen Fanatismus, die (un)geistige Gleichschaltung und den enormen Anpassungsdruck der 68er Bewegung, der bei ihr zu beruflichen Nachteilen führte, weil sie nicht „dazu“ gehörte.

Auf die Frage „Waren Sie denn überzeugte Gegnerin der 68er-Bewegung?“ antwortet die Schauspielerin:

„Viele haben mir geraten, nicht gegen den Strom zu schwimmen. Es war eine wahnsinnig undemokratische Zeit. Es gab viele Leute beim Film, die gesagt haben: „Die nehmen wir nicht, die hat nicht mitgemacht.“

Es gab übrigens dann in der jüngeren Zeit Menschen, die zu mir gesagt haben: „Uschi, wir waren solche Idioten.“  –  Die sich noch erinnern, was da für eine Ausgrenzung stattgefunden hat.“