Insa-Umfrage: Mit steigendem Alter nimmt die Bereitschaft zum Fasten ab

Das Erfurter INSA-Institut erstellte eine repräsentative Umfrage über die Fastenzeit und gelangte zu folgenden Ergebnissen: media-374158-2

Jeder fünfte Deutsche fastet in den kommenden Wochen. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Ost und West und den unterschiedlichen Altersgruppen:

Im Osten (13 %) wird seltener gefastet als im Westen (23 %). In Westdeutschland wird im Vergleich zu Ostdeutschland häufiger auf Süßes (8 % West, 3 % Ost), Alkohol (7 % West, 3 % Ost) und Fleisch (4 % West, 1 % Ost) verzichtet.

Jüngere Befragten fasten häufiger als ältere. Am wenigsten fasten die Deutschen zwischen 55 und 64 Jahren (15 %), während bei den 18- bis 24-Jährigen jeder Dritte fastet (29 %).

Jene Befragten, die fasten, verzichten am häufigsten auf Süßigkeiten (35 %) und Alkohol (31 %). Jeder Dritte (32 %) nutzt die Fastenzeit außerdem zum Abnehmen und jeder Fünfte (23 %) möchte geistig und seelisch zur Ruhe kommen.

Hier geht es zum erwähnten INSA-Institut: www.insa-consulere.de

 


„Tischgebet ist Tischkultur“: Aktion der Pallottiner in der Fastenzeit

Auch in diesem Jahr haben die Pallottiner ihre Aktion „TischGebet ist TischKultur“ wieder aufgenommen.  Tischgebete

Das Tischgebet bietet einen Moment des Innehaltens, des Dankes – nicht nur für Speis`und Trank – und ist ein wertvolles gemeinsames Ritual, das besonders Kindern in hektischen Zeiten Stabilität bieten kann. Zudem ist es ein Teil der Tischkultur für alle.

Wer mitmachen möchte, erhält per E-Mail oder auf Facebook https://de-de.facebook.com/Tischgebet seit dem Aschermittwoch (18. Februar) bis Karsamstag (4. April) pünktlich zur Mittagszeit zwei Tischgebete.

Zudem findet man neben mehr als 100 Tischgebeten auf der Internetseite http://www.tischgebete.de Interessantes und Anregendes rund um die  Tischkultur.   

Wer mitmacht und Tischgebete einsendet, kann etwas gewinnen; denn jede Woche wird unter allen Einsendungen ein Familienkochbuch verlost.


Neues PLAKAT für die Fastenzeit 2015

Poster des ECCLESIA-Plakatdienstes aus dem KOMM-MIT-Verlag:

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Was not tut: Klarheit und Wahrheit des Glaubens statt Anbiederung an die Welt

Von Benno Lauscher

„Katholiken in Deutschland für Abschaffung der Fastenzeit“  –   So könnte das Ergebnis einer Meinungsumfrage lauten, die von den Deutschen Bischöfen in einigen Jahren vielleicht in Auftrag gegeben wird.

Ein übler Scherz?  –  Immerhin wurden in den letzten Monaten im Auftrag des Heiligen Vaters weltweit Katholiken befragt, wie sie es mit der kirchlichen Ehe- und Sexualmoral halten.  imageCATKHONR

In einer 20-seitigen Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz vom 3. Februar 2014 wurden die Ergebnisse der auch in Deutschland erfolgten Umfrage publiziert. Darin heißt es:

„Die Lehre der Kirche wird dort, wo sie bekannt ist, meist nur selektiv angenommen … Die kirchlichen Aussagen zu vorehelichem Geschlechtsverkehr, zur Homosexualität, zu wiederverheirateten Geschiedenen und zur Geburtenregelung finden … kaum Akzeptanz oder werden überwiegend explizit abgelehnt.“

Ob die besagte Umfrage wirklich repräsentativ ist, wird von Fachleuten bezweifelt. Aber auch wenn das katastrophale Ergebnis der Umfrage die Wirklichkeit nur verzerrt widerspiegelt, ist die Diskrepanz zwischen Lehre und Leben, zwischen dem Willen Gottes und dem Verhalten seiner Geschöpfe schlimm genug.

Reaktion der deutschen Bischöfe

Schlimmer ist freilich die offizielle Reaktion der Deutschen Bischofskonferenz auf das Resultat der Umfrage, das sie nicht etwa mit angemessenem Bedauern und Entsetzen publiziert  –  sondern mit kaum unterdrückter Genugtuung!

Haben die deutschen Bischöfe (wie auch die Priester und Laienfunktionäre) in ihrer Mehrzahl die gesunde Lehre aufgegeben (vgl. 2. Timotheusbrief 4,3)?bild-jesus-oben

Deshalb scheint es ihnen deutlich Vergnügen zu bereiten, alle Welt darüber ins Bild zu setzen, wie wenig sich die deutschen Katholiken um die Ehe- und Sexualmoral kümmern. Wobei „alle Welt“ buchstäblich zu nehmen ist. Denn die deutschen Bischöfe sandten das Umfrageergebnis nicht nur diskret nach Rom, sondern veröffentlichen es, entgegen den Absichten des Vatikans, im Internet: in deutscher, englischer und italienscher Sprache!

Wozu?  –  Offensichtlich als Ventil, „um politischen Druck in Richtung Rom zu leiten und Spielräume für pressure groups auszuloten“ (Die Tagespost vom 6.2.2014).

Statt die gesunde Lehre zu verkünden…

Aufgabe der Hirten wäre es doch, darüber nachzusinnen, weshalb die meisten Katholiken sich nicht an der kirchlichen Lehre ausrichten. Ist ihnen diese nicht deshalb unbekannt, „weil niemand sich die Mühe macht, ihnen die Orientierungshilfen der katholischen Kirche und ihrer Lehre angemessen zu vermitteln“? DSC05476 - Kopie (2)

Die Bischöfe müssen einräumen: „Die kirchliche Lehre über Ehe und Familie … spielt in der Jugendarbeit eine nur geringe Rolle. Nur vereinzelt wird in Predigten auf das katholische Familienbild Bezug genommen.“

Angesichts dieses peinlichen Befunds ist der Hinweis heuchlerisch, die Misere liege an der unverständlichen Sprache, in der die kirchlichen Dokumente abgefasst seien. Heuchlerisch, weil diese Dokumente gar nicht für den „Endverbraucher“ bestimmt sind, sondernd für die Bischöfe, Priester und die übrigen Katecheten.

An diesen liegt es  –  läge es  –  die Lehre der Kirche dem jeweiligen Publikum verständlich darzulegen. Dazu kommt es eben in den meisten Fällen gar nicht, weil die Lehrenden selber nicht hinter der Lehre stehen: „Als glaubwürdige Multiplikatoren fallen sie aus.“

…fordert man die Änderung der Lehre

Weil den Hirten die Lehre der Kirche über Ehe und Familie lästig fällt, ist das besagte Umfrageergebnis für sie nicht Anlass zur Selbstkritik und zum Entschluss, in Katechese, Jugendarbeit und Ehepastoral für eine authentische Verkündigung zu sorgen  –  sondern Anlass dazu, die „An-passung“ der Lehre an die Unmoral der Gläubigen zu fordern.

Dem Bischof von Trier, Stephan Ackermann, kommt das zweifelhafte „Verdienst“ zu, als erster in aller Deutlichkeit diese Ungeheuerlichkeit auszusprechen: Die Katholiken halten sich nicht an die Moral, also ist die Moral zu ändern!

Am 6. Februar 2014 veröffentlichte die Allgemeine Zeitung in Mainz die Ansichten des Bischofs: „Wir können die katholische Lehre nicht völlig verändern“  (die Betonung liegt auf „völlig“!), aber es seien Kriterien zu erarbeiten, anhand derer dann im Einzelfall das, was bisher Sünde war, inskünftig in Ordnung sei: zum Beispiel vorehelicher Geschlechtsverkehr und Ehebruch.

Die Quelle der Moral

Die simple Logik des Bischofs lautet also: Weil die Mehrzahl der Katholiken die Lehre der Kirche nicht mehr akzeptiert, muss man diese den Menschen anpassen?

Seit wann ist das Evangelium an die (heidnischen) Lebensgewohnheiten der Menschen anzupassen, die heute so und morgen anders sind? Müssen nicht vielmehr, wie ein Amtskollege dem Bischof von Trier entgegenhielt, die Getauften sich am Evangelium messen? Seit wann macht die Mehrheit die Wahrheit?

„Die Wahrheit hat nichts zu tun mit der Zahl der Leute, die von ihr überzeugt sind“ (Paul Claudel).

Aber vermutlich gibt es nach Ansicht von Bischof Ackermann gar keine allgemeingültige Wahrheit?  – So sieht es der Liberalismus, der sich seit dem 18. Jahrhundert außerhalb und seit dem II. Vaticanum innerhalb der Kirche in den Köpfen festgesetzt hat.

Nach dieser durchaus gottlosen Auffassung ist nicht das ewige Gesetz Gottes (lex aeterna) die Quelle der Moral, sondern der autonome Mensch. Daher gibt es keine objektiv, immer und überall geltenden Normen.

Was gut und böse ist, legt der Mensch in seinem freien Gewissensentscheid fest (Situationsethik). Bischof Ackermann scheint diese Auffassung zu vertreten, die seit dem II. Vaticanum von den meisten „katholischen“ Moraltheologen in der einen oder anderen Spielart verbreitet wird.

Das Ende der Moral

Was folgt aus dem dezidiert liberalistischen Ansatz, den der Trierer Bischof zu vertreten scheint? Das Ende der christlichen Moral!

„Wir müssen das Verantwortungsbewusstsein der Menschen stärken“, führt der Bischof aus (niemand wird das bestreiten), um dann anzufügen: „…ihre Gewissenentscheidung dann aber auch respektieren.“  slider3-640x360

Müssen wir das? Und wenn jemand dazu gelangt, seinem Nachbarn die Frau wegzunehmen oder ein Kind im Mutterschoß zu töten – ohne dass ihm sein Gewissen Vorwürfe macht? Müssen wir diesen Gewissensentscheid dann auch respektieren? Der Liberalismus lässt die Sitten der Menschen, wie man tagtäglich sehen kann, ins Bodenlose absinken.

Vor wenigen Tagen hat das belgische Parlament beschlossen, die aktive Euthanasie an Kindern zu legalisieren  –  zurück in die Barbarei! Vielleicht wird zu Lebzeiten von Bischof Ackermann, so ist zu hoffen, keine Mehrheit der Katholiken eine derartige Abscheulichkeit gutheißen.

Doch was wird er sagen, wenn sich die meisten Katholiken an das „Menschenrecht“ der Abtreibung gewöhnt haben (dank von der deutschen Kirche unterstützten Einrichtungen)? Oder wenn die Katholiken nichts mehr einzuwenden haben gegen das „Recht“ auf aktive Euthanasie von schwerkranken alten Menschen?

Ist dann die kirchliche Lehre wieder an die Mehrheit anzupassen? Mit welcher Begründung will der Liberale sich gegen solche Auffassungen wenden, wenn das autonome Gewissen des Menschen die oberste Instanz in moralischen Fragen ist?

Folgen der bischöflichen Äußerungen

Die Ausführungen Bischof Ackermanns sind aus dem Mund eines katholischen Bischofs  –  salva reverentia  –  eine Ungeheuerlichkeit.

Der eine oder andere Amtsbruder hat ihm widersprochen, am deutlichsten Kardinal Walter Brandmüller: Wer eine Änderung der katholischen Sittenlehre verlange, „begibt sich in Widerspruch zum Wort Gottes“.

Der Kardinal scheint dem Bischof indirekt den Rücktritt nahezulegen: „Wenn ein mit der Verkündigung im Namen der Kirche Bevollmächtigter zu der Überzeugung kommen sollte, die Lehre der Kirche nicht authentisch vertreten zu können, verlangt es die intellektuelle Redlichkeit, die Konsequenzen zu ziehen.“

Für Modernisten ein „Fressen“  –  für alle ein Skandal

Auch wenn es Widerspruch gibt, sind die Aussagen des Bischofs ein Skandal im biblischen Sinn: Sie verwirren die Geister und verführen zur Sünde. pic_526a50cce0863

Die Liberalen innerhalb und außerhalb der Kirche haben sich freilich mit Wohlgefallen auf die Äußerungen Bischof Ackermanns gestürzt und sie in Windeseile weltweit verbreitet. „Endlich reißt ein Bischof die Dämme ein und wirft die veraltete Lehre der Kirche über Bord!“

Schon wagen sich weitere Kleriker aus der Deckung und geben bekannt, dass sie die Lehre der Kirche für überholt halten, von den Laienfunktionären ganz zu schweigen.

Aber was sollen die Gläubigen denken und all jene, die nach der Wahrheit suchen? Wer sich nach den Geboten Gottes zu richten bemüht, sich insbesondere der standesgemäßen Keuschheit verpflichtet weiß und eine christliche Ehe und Familie führt, steht in einer hedonistisch-relativistischen Zeit ohnehin als Exot da. Satt diese kleine Herde zu ermutigen, fallen ihr gewisse Bischöfe in den Rücken.

Wenn die Hirten schweigen, blöken die Schafe…

Es sind übrigens gerade junge Menschen, die in ergreifender Weise Bischof Ackermann widersprechen. Eine Studentin aus Wien schreibt in einem offenen Brief:

„Ihr Statement «Wir müssen das Verantwortungsbewusstsein der Menschen starken, ihre Gewissensentscheidung dann aber auch respektieren» verwirrt mich zutiefst: Gilt das auch für Pädophile? Ich hingegen glaube, dass man Pädophilen schon sagen muss, dass sie zwar sexuelle Wünsche in sich haben, aber die damit prinzipiell noch nicht gut sind, sondern sie zum Schlechten verleiten. Kreuzkuppel

Die Kirche stellt objektive Normen in eine haltlose Gesellschaft, die nicht jedem schmecken, aber allen gut tun, dem Einzelnen und der Gesellschaft.

Hochverehrter Herr Bischof: Seien Sie uns doch ein guter Hirte, nicht ein Mietling, der die Herde verlässt aus lauter Angst vor den Medien! Ich wünsche mir väterliche Priester, denen etwas an den Schafen liegt, die ganz eins sind mit der Kirche und mutig ihre Lehre ohne Abstriche predigen und erklären. Nur dann ist sie stimmig und wird auch von Kirchenfernen verstanden.

Priester sollen nach meinen Vorstellungen keine schwächlichen Kumpeltypen ohne Ecken und Kanten sein, sondern Väter, die unbeeindruckt vom Zeitgeist die heilsbringende Lehre der Kirche verkünden.“

Aufruf des hl. Paulus an alle Verkünder des Evangeliums

Zum Glück gibt es noch gute Hirten. Auf sie wird hören, wer die Wahrheit liebt. Man erkennt die guten Hirten daran, dass sie die gesunde Lehre verkünden – gelegen oder ungelegen –, wie es der hl. Paulus von ihnen verlangt:

„Ich beschwöre dich vor Gott und Jesus Christus, dem künftigen Richter der Lebenden und Toten, bei Seiner Wiederkunft und bei Seinem Reich: Verkünde das Wort, tritt auf, sei es gelegen oder ungelegen. Rüge, mahne, weise zurecht in aller Geduld und Lehrweisheit.

Denn es kommen Zeiten, da man die gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich zum Ohrenkitzel nach eigenen Gelüsten Lehrer beschafft. Von der Wahrheit aber wird man das Ohr abwenden und sich Fabeleien zuwenden.

Du aber sei wachsam, ertrage alle Mühsal, vollbringe das Werk eines Künders des Evangeliums, tu deinen Dienst voll und ganz, sei nüchtern.
Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt. Im übrigen harrt meiner die Krone der Gerechtigkeit, die mir der HERR, der gerechte Richter, an jenem Tage geben wird. Aber nicht bloß mir, sondern allen, die Seine Wiederkunft lieben.“
(2 Timotheusbrief 4,1-8)

 


Regensburg: Pontifikalamt am Aschermittwoch mit Bischof Voderholzer

Am Aschermittwoch beginnt im Kirchenjahr die 40-tägige Fastenzeit bis zu Ostern, dem Fest der Auferstehung des HERRN.

Als Symbol für die Vergänglichkeit des Menschen zeichnet der Priester mit den Worten „Bedenke Mensch, dass Du Staub bist und zum Staub zurückkehrst“ den Gläubigen ein Aschekreuz auf die Stirn. Auflegung Aschenkreuz

Aus diesem Anlass feiert Bischof Rudolf Voderholzer mit den Regensburgern am Aschermittwoch, 5. März, um 18.30 Uhr ein Pontifikalamt in der Niedermünsterkirche. Alle Gläubigen sind zur Mitfeier herzlich eingeladen.

Neben dem Karfreitag ist der Aschermittwoch in christlicher Tradition ein strenger Fastentag, bei dem sich nur einmal am Tag satt gegessen und dabei auf Fleisch verzichtet werden soll. Damit stellt er auch den Beginn der Bußzeit dar.

Nicht nur für die Katechumenen, die sich in dieser Zeit in besonders intensiver Weise auf ihren Weg zur Taufe in der Osternacht begeben, ist es der Beginn einer Vorbereitungszeit, einer Phase der Buße, des Fastens, aber vor allem der Erneuerung des eigenen Lebens und des Glaubens.

Wie das Matthäusevangelium berichtet, fastete auch Jesus, der vom Hl. Geist in die Wüste hinausgeführt wurde, um dort den Versuchungen des Teufels zu widerstehen, vierzig Tage lang.

Christi Worte „Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt“ (Mt 4,4) zeigen die Ausrichtung der Fastenzeit auf: Ein Sich-Besinnen auf Gott, auf die wirklich wichtigen Dinge, die in unserem Leben oft von Nebensächlichkeiten, alten Gewohnheiten und Lasten überprägt werden.

Die christliche Bußgesinnung drückt auch das Segensgebet über der Asche aus: „Verzeih uns unsere Sünden und erneuere uns nach dem Bild deines Sohnes.“

Quelle: Bistum Regensburg, Dr. Veit Neumann


FASTENZEIT: Schreiben der päpstlichen Kleruskongregation vom 13.2.2013 an die Priester der katholischen Kirche

 Vollständiges Dokument:

Aschermittwochs-Brief an die PRIESTER zum Beginn der Fastenzeit 

Liebe Priester,

die heilige Fastenzeit ist eine Zeit der Gnade, in der die Kirche ihre Kinder aufruft, sich vorzubereiten, um die Bedeutung und die Früchte des Mysteriums von Passion, Tod und Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus besser verstehen und empfangen zu können: foto 31.5.2010a - Kopie

«Der Geist Gottes, des HERRN, ruht auf mir; denn der HERR hat mich gesalbt. ER hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe und alle heile, deren Herz zerbrochen ist, damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Gefesselten die Befreiung, damit ich ein Gnadenjahr des HERRN ausrufe» (Jes 61, 1-2).  

Die “Zeit der Gnade” ist jene Zeit, in der Gottvater in seiner unendlichen Barmherzigkeit und durch den Heiligen Geist über alle Menschen, die guten Willens sind, all jene geistlichen und materiellen Gaben ausgießt, die erforderlich sind zum Voranschreiten auf dem Weg der christlichen Vollkommenheit, der das Streben nach einer vollkommenen Ebenbildlichkeit mit dem Sohn ist:

«Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt, bei denen, die nach seinem ewigen Plan berufen sind; denn alle, die er im voraus erkannt hat, hat er auch im voraus dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben, damit dieser der Erstgeborene von vielen Brüdern sei» (Röm 8, 28-29).

Damit dies möglich ist, will ER selbst Teil unseres Lebens werden, und ER wünscht darüber hinaus ein Aufleuchten unserer Person, damit der, der uns sieht, in unserem Denken und Handeln die Züge Christi zu erkennen vermag:

«Ich aber bin durch das Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich für Gott lebe. Ich bin mit Christus gekreuzigt worden; nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir. Soweit ich aber jetzt noch in dieser Welt lebe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat. Ich missachte die Gnade Gottes in keiner Weise» (Gal 2, 19-21). 

Die Episode der Taufe im Jordan (Mt 3, 13-17; Mk 1, 9-11; Lk 3, 21-22; Joh 1, 29-32), auf die die Erfahrung der vierzig Tage in der Wüste folgt, «damit er vom Teufel versucht werde» (Mt 4, 1), fordert uns zur Erkenntnis auf, dass wir, um den Weg der Heiligkeit sicher beschreiten und um die Gnadengaben des Heiligen Geistes erhalten zu können, eine Aufnahmefähigkeit und Fülle erlangen müssen, die uns nicht selbstverständlich gegeben ist.

Der Weg zur Heiligkeit muss Tag für Tag erobert werden  0018

Vielmehr wird sie ständig durch die Sünde bedroht und muss Tag für Tag erobert werden. Die Übung der Busse macht uns daher nicht von sich aus der Errettung teilhaftig. Sie ist aber auf jeden Fall unverzichtbare Bedingung für das Heil:

«Du bedarfst nicht unseres Lobes, es ist ein Geschenk deiner Gnade, dass wir Dir danken. Unser Lobpreis kann Deine Größe nicht mehren, doch uns bringt er Segen und Heil durch unseren Herrn Jesus Christus» (Römisches Messbuch, Präfation für Wochentage IV).

Durch die Last des menschlichen Lebens (die er seinem geliebten Sohn bewusst nicht vorenthalten hat), trägt Gott zur notwendigen Läuterung unseres Denkens, Wollens und Handelns bei. Er tut dies um unseres größeren Wohles willen:

«Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt» (Joh 15, 1).

All dies sollte für einen Diener Gottes von größter Bedeutung sein. Nicht nur weil der Priester einfach „das gute Beispiel“ zu geben hat   –   «Darum laufe ich nicht wie einer, der ziellos läuft, und kämpfe mit der Faust nicht wie einer, der in die Luft schlägt; vielmehr züchtige und unterwerfe ich meinen Leib, damit ich nicht anderen predige und selbst verworfen werde» (1 Kor 9, 26-27)  –   sondern auch aus einem sehr viel tieferen theologischen und übernatürlichen Grund heraus.

Der Priester ist nicht nur ein „Beamter des Heiligen“

Der Priester ist nämlich aufgerufen, nicht einfach nur die göttliche Gnade zu verwalten und Christi Sendung  –  in Erwartung seiner Wiederkehr  – durch die Zeitenläufe hindurch weiterzutragen. Er ist nicht einfach nur ein Beamter des Heiligen. Wie aus der berühmten und zitierten Passage des Galaterbriefes hervorgeht, ist der Priester vielmehr aufgerufen, trotz eigener Schwächen in seinem Sein, in seinem Fleische und in seinem Blute, das Sein Christi, der sich zum geopferten Lamm, zum Liebesopfer gemacht hat, lebendig werden zu lassen.

Für einige mag es eine falsche Einschränkung sein zu sagen, dass das, was den Priester vor allem ausmacht, die Feier der heiligen Messe ist. Sicherlich ist dies nicht seine einzige Aktivität, doch können wir sagen, dass es die einzige ist, durch die das Geheimnis des Priesters als alter Christus, der zugleich opfert und sich darbringt, aufleuchtet und sich in höchster und wirksamster Weise erfüllt.

Bild: Evita Gründler

Bild: Evita Gründler

Die Kraft des Sakramentes der Eucharistie verwandelt die Kirche zum Ebenbild ihres Bräutigams,  –  und verwandelt vor allem jene, die Sinnbild und Mysterium, Zeichen und Realität dieses Bräutigams sind.

Deshalb können wir sehr wohl sagen, dass die Größe des Priesters gerade hierin liegt. Und nicht in der Tragweite seines Wissens, nicht in der seelsorgerischen Fähigkeit, nicht im Geist des Erbarmens, obwohl dies alles notwendige Dinge sind, die eine Vorbereitung erfordern und einen Einsatz, der keinerlei Mittelmaß zulässt.

Doch nichts von alledem ist vergleichbar mit der geheimnisvollen Teilnahme am Opfer Christi. Diese Teilnahme lebt eher im Sein des Priesters als in seinem Handeln. Daraus ergibt sich, dass die Feier der heiligen Messe für einen Priester nicht einfach nur Lobpreisung, Danksagung, Fürbitte und Sühne sein kann, wie jeglicher andere Moment des Gebets oder irgendeiner Buße.

Die hl. Messe: Daseinsgrund des christlichen Priestertums

Sie ist, voll und ganz, Leben und Daseinsgrund des christlichen Priesteramtes, wahrer „Atem“ all jener, die durch das Sakrament der heiligen Weihe unlösbar und auf ewig mit Ihm verbunden sind, der bis zur Erschöpfung seiner Kräfte Gabe der Liebe geworden ist: «Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Spuren folgt» (1 Petr 2, 21).

Möge also diese Fastenzeit für jeden Priester eine Zeit der Buße und der Läuterung sein, der gegebenen und empfangenen Barmherzigkeit, doch mehr noch eine Chance, in der täglichen Zelebration den Wert der Eucharistie, die geheimnisvolle Anwesenheit des Gottes der Liebe, Quell des Lebens für den Priester und die Mitbrüder ist, und der eigenen Beziehung zu ihr wieder zu entdecken.

Maria, die eucharistische Frau  –   weil sie vollkommene Jüngerin jener Liebe ist, die Opfergabe wird  – möge uns helfen, die unermessliche, uns zuteil gewordene Gnade zu erfassen und sie, ihrem Beispiel folgend und ihrem Schutz anbefohlen, in Demut, Innigkeit und Treue zu leben.

Kardinal Mauro Piacenza, Präfekt der päpstlichen Kleruskongregation

Quelle: offizieller Newsletter der Kleruskongregation vom 16.2.2013


Papst Benedikt heute: „Ich habe die Kraft des Gebetes und die Liebe der Kirche gespürt.“

Benedikt XVI. hat am heutigen Aschermittwoch, den 13. Februar, seine vorletzte Generalaudienz geleitet. In der vollständig gefüllten Audienzhalle hatte sich ein buntes Meer an Pilgern und Besuchern versammelt, die sich vom Papst verabschieden wollten.

Foto: Radio VatikanOhne Stock trat das Oberhaupt von 1,2 Milliarden Katholiken vor das Kirchenvolk, das ihm zujubelte und jedes seiner Worte gespannt verfolgte. Neue Erklärungen zu seinem Amtsverzicht gab er bei der Generalaudienz nicht ab; er bekräftigte allerdings seine Worte vom vergangenen Montag:

Nachlassende Kräfte seien der Grund für die Rücktrittsentscheidung gewesen. Die Pilger würdigten seine Worte mit Applaus. „Danke für eure Zuneigung”, sagte dazu der Papst, der sichtlich gerührt war.  Er erklärte weiter:

„Ich habe dies in voller Freiheit zum Wohl der Kirche getan, nachdem ich lange gebetet und vor Gott mein Gewissen erforscht habe, im Bewusstsein um den Ernst dieses Aktes, aber zugleich bewusst darum, nicht mehr in der Lage dazu zu sein, das Petrusamt mit der Kraft auszuführen, die es erfordert.

Mich unterstützt und erleuchtet die Sicherheit, dass die Kirche die Kirche Christi ist, der ihr nie seine Führung und Sorge fehlen lassen wird. Ich danke allen für die Liebe und das Gebet, mit dem ihr mich begleitet habt.

Danke, ich habe fast physisch in diesen für mich nicht einfachen Tagen die Kraft des Gebetes und die Liebe der Kirche gespürt, euer Gebet trägt mich. Betet weiter für mich, für die Kirche, für den zukünftigen Papst, möge der HERR uns führen.” 

„Was zählt wirklich in unserem Leben?“, fragte der Papst danach in seiner Katechese bzw. Glaubensunterweisung, die ganz im Zeichen der Fastenzeit stand, die am heutigen Aschermittwoch beginnt.  Benedikt ging auf die Versuchung Christi in der Wüste ein:

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

„Zunächst redet er Jesus ein, er möge befehlen, dass aus Steinen Brot werde. Dann verspricht er Macht auf dieser Erde. Und schließlich schlägt er vor, der Herr solle sich von der Zinne des Tempels stürzen und dabei die Leute ins Staunen bringen.”   

Der Kern dieser drei Versuchungen sei die Vereinnahmung Gottes für die Interessen des Menschen, der sich letztlich selbst an die Stelle Gottes setzen wolle.

Jesus habe diese Versuchungen auf sich genommen, „um so das Böse zu besiegen und uns den Weg zu Gott hin zu öffnen“, sagte der Papst:

„Umkehr bedeutet, die rechte Ordnung anzuerkennen, Gott den richtigen, das heißt den ersten Platz zu geben. Dann kehren wir uns zu Gott hin, zu unserem Schöpfer und der Quelle aller Liebe. Diese innere Bekehrung, diese Hinkehr zu Gott, verlangt unsere ganze Entschiedenheit gerade in unserer Zeit, in der so vieles den Werten des Glaubens entgegensteht. Und erst in dieser Hinwendung zu Gott wird unser Leben recht und finden wir unseren Frieden.“

Im italienischen Redetext unterstrich der Papst, Christen stünden heute vor zahlreichen Herausforderungen; er zählte hier u.a. die Gefährdung der christlichen Ehe und des Lebensschutzes auf sowie die Aufweichung des Glaubens infolge der Verweltlichung.

Quelle: Radio Vatikan


Die Papst-Botschaft zur Fastenzeit betont Grundsätze kirchlicher Caritas: Glaube, Wahrheit und Liebe gehören zusammen!

Von Mathias von Gersdorff  

Foto: Radio Vatikan

 

In seiner diesjährigen Botschaft zur Fastenzeit erläutert Papst Benedikt die Beziehung zwischen Nächstenliebe und Glaube.

Aufgrund massiver Forderungen an katholische Krankenhäuser, die abtreibungswirksame „Pille danach“ zu verschreiben, ist es wichtig, diesen Zusammenhang nicht aus dem Blick zu verlieren, denn andernfalls können die Werke der Caritas ihren eigentlichen Sinn und Zwecke leicht verlieren.  Und es gibt keinen Glauben ohne Wahrheit.

Nach einer längeren theologischen Einführung resümiert Benedikt XVI.:

„Hieraus ergibt sich für alle Christen und insbesondere für die Mitarbeiter karitativer Dienste die Notwendigkeit des Glaubens, jener „Begegnung mit Gott in Christus […], die in ihnen die Liebe weckt und ihnen das Herz für den Nächsten öffnet, so daß Nächstenliebe für sie nicht mehr ein sozusagen von außen auferlegtes Gebot ist, sondern Folge ihres Glaubens, der in der Liebe wirksam wird“ (ebd., 31a).“

Doch Glaube existiert nicht ohne Wahrheit, so dass auch keine wahre Liebe ohne Wahrheit existiert:

„Liebe und Wahrheit sind zwei Namen derselben Wirklichkeit, zwei Namen Gottes“, so der Papst bei Angelusgebet am 3. Februar 2013.

In seiner Fastenbotschaft beschreibt er diesen Zusammenhang so: „Glaube heißt die Wahrheit erkennen und ihr zustimmen (vgl. 1 Tim 2,4); Nächstenliebe bedeutet, den Pfad der Wahrheit zu beschreiten (vgl. Eph 4,15).“

Wollen wir also Werke der Nächstenliebe vollbringen, so sind wir der Wahrheit verpflichtet. In einer Zeit, in welcher der Glaube permanent angegriffen wird, ist das nicht einfach. Aus diesen Grund gab es in der Geschichte der Kirche viele Märtyrer. Sie fühlten sich der Wahrheit verpflichtet und diese wollten die Menschen nicht akzeptieren.

Daher folgten sie dem Beispiel des Heilands, über den Papst Benedikt beim Angelus sagte:

„Jesus ist nicht gekommen, um die Zustimmung der Menschen zu suchen, sondern  –  wie er am Ende zu Pilatus sagen wird  –  um „für die Wahrheit Zeugnis abzulegen“ (vgl. Joh. 18, 37).

Der wahre Prophet gehorcht allein Gott und stellt sich in den Dienst der Wahrheit; er ist bereit, persönlich für sie einzustehen. Es ist richtig, dass Jesus der Prophet der Liebe ist, doch die Liebe besitzt ihre Wahrheit“.

Auch in unseren Tagen ist es nicht einfach, diesem Beispiel zu folgen. Man beachte allein den Druck auf katholische Krankenhäuser seitens vieler Medien, die „Pille danach“ zu verschreiben.

Über dieses Präparat erklärte die Glaubenskongregation in ihrer Instruktion „Dignitas personae“:

„Deshalb zählt die Anwendung der interzeptiven und der kontragestiven Mittel zur Sünde der Abtreibung und ist in schwerwiegender Weise unsittlich.“

Das ist die Wahrheit, der wir uns hinsichtlich der „Pille danach“ verpflichtet fühlen müssen und nicht jener Unwahrheit, die viele Medien zur Zeit verbreiten.


„Reformstau“? – Die wahre Reform: Erneuerung in Christus!

Hirtenbrief von Bischof Müller zur Fastenzeit zeigt klares Profil

Bischof Gerhard Ludwig Müller von Regensburg ist ein Oberhirte, der klare Worte nicht scheut. Das zeigt auch sein neuer Hirtenbrief zur Fastenzeit, aus dem wir den zweiten Teil dokumentieren, der sich mit dem  angeblichen „Reformstau“ in der Kirche befaßt und alle dazu aufruft, den „Reformstau“ vor der Türe des eigenen Herzens zu überwinden:

Jesus-Christus-Kirche in Meinerzhagen

Image via Wikipedia

„Das ist die Botschaft dieser vorösterlichen Gnadenzeit: Wir sind gerufen zur Erneuerung in Jesus Christus. In weltlichen Institutionen ist immer wieder von notwendigen Reformen die Rede. Und manche übertragen unreflektiert das Schlagwort vom „Reformstau“ auf die Kirche.

Dabei merken sie nicht, dass sie dadurch den Tempel Gottes entweihen und die Kirche Jesu Christi verweltlichen. Die Kirche aber muss heilig werden, indem nicht die Welt, sondern Gott ihr Maß ist. Mit der Unterwerfung kirchlicher Einrichtungen und Lehren unter den Zeitgeist kann man keine neue Glaubwürdigkeit vor der Welt gewinnen.

Es gibt jedoch Reformbedarf; aber der liegt bei uns. Bauen wir den Reformstau vor der eigenen Haustür ab, indem wir die Gebote Gottes und die Weisungen der Kirche treu und freudig erfüllen. Sie wollen uns nicht ärgern oder gängeln, sondern dienen unserem Heil, auch wenn uns Bequemlichkeit und Unlust manchmal das Gegenteil vorgaukeln.

Neue Glaubenskraft und der Wagemut zur Neuevangelisierung werden wach, wenn wir den persönlichen Reformstau vor der Tür unseres Herzens abbauen, wenn wir Lauheit und Kälte in unserer Gottesliebe überwinden.

Werden wir stark im Glauben und sicherer in der Hoffnung! Übertreffen wir einander in der Liebe zu Gott und zum Nächsten. Hinweise für die Erneuerung des persönlichen Lebens

Die regelmäßige Mitfeier des Kreuzesopfers und der Auferstehung unseres Herrn in der hl. Messe, der Empfang des Leibes und Blutes Christi als Speise und Trank zum ewigen Leben in der hl. Kommunion helfen am meisten, den Reformstau abzubauen. Auf diese Weise öffnen wir dem Herrn die Tür zu unserem Innern.

Er sagt: „Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten,
und wir werden Mahl halten, ich mit ihm und er mit mir“ (Offb 3,20). So bleiben wir im geistlichen Leben jung und fit, aktiv und gesund.

Denken wir an die Sakramente der Buße und der Krankensalbung. Überhöre nicht, wenn er Dir in die Augen schaut, Seinen Ruf zum geistlichen Stand im Priesterdienst und Ordensleben. Schätzt die Heiligkeit der Ehe und bedenkt den herrlichen Tag Eurer Hochzeit. Als Braut und Bräutigam habt Ihr vor Gottes Angesicht für alle Tage Eures Lebens einander das große Jawort der Liebe versprochen – in Freude und Leid.

Richten wir unser moralisches Leben aus an den zehn Geboten und den Seligpreisungen der Bergpredigt, den Werken der leiblichen und geistigen Barmherzigkeit! Stellen wir das Wohl des Nächsten über das eigene. Fragen wir, was gut ist für meinen Mann, für meine Frau, für meine Kinder, für meine Eltern, für meine Schulfreunde, für meine Arbeitskollegen und für meine Verwandten und Freunde. Wie kann ich meine Talente einsetzen für das Gemeinwohl in Kirche und Gesellschaft?

Reformieren wir unseren persönlichen Tagesablauf: Beginnen wir den Tag mit einem Gebet und beschließen wir ihn mit Dank und einer Gewissenserforschung. Verschlingen wir unser tägliches Brot nicht gedankenlos, sondern danken wir im Tischgebet dem, der wie der gute Hausvater ohne Unterlass für seine Kinder sorgt.

Beschäftigen wir uns mit den Inhalten unseres Glaubens, sodass wir den Spöttern schlagfertig begegnen können. Wir müssen in der Lage sein, den Suchenden Sinn, Inhalt und Logik der Offenbarung Gottes, des Schöpfers und Erlösers, überzeugend darzulegen.“