Dürrewelle: Bewässerungssysteme wie in Israel endlich auch hierzulande einführen

Von Klaus Moshe Pülz

Es verwundert sehr, wenn man die Berichte und Kommentare über die Dürrewelle und deren Auswirkung auf die Landwirtschaft liest.

Bislang dachten die deutschen Bauern, daß der „Segen von oben“ in Form des Regens kommt.

Im Jahre 1967 war ich verantwortlich für die Bewässerung der Äcker im israelischen Kibbuz Gal Ed (ewen Itzchak) hinter dem Carmel-Gebirge. Wir mußten die Felder mit Bewässerungsleitungen so auslegen, daß die Feldfrüchte ausreichend Wasser erhalten.

Die Rohrleitung hatte eine Länge von ca. drei Metern, die man in die Anschlußleitung einklinken konnte und die mit einer Sprinkler-Anlage versehen war. Dies ist zwar aufwendig, aber immer noch billiger und lohnender als ein Ernteausfall.

BILD: Israelisches System der wassersparenden Tröpfchenbewässerung in der Landwirtschaft

Meine Enkeltochter ist verheiratet mit dem Sohn eines Großgrundbesitzers in Alabama (USA). Stolz zeigte man mir dort die landwirtschaftliche Ausstattung an Gerätschaften und Traktoren, die sogar vollklimatisiert sind. Dazu gehören selbstverständlich auch Rohrleitungen zur Bewässerung der Felder in den heißen Sommermonaten.

Es ist geradezu sträflich, daß die deutschen Bauern die Bewässerung ihrer Felder dem „lieben Gott“ überlassen, anstatt sich in heißen Ländern umzusehen, wie diese ihre Landwirtschaft auf ihre Klimaverhältnisse einstellen.

http://www.zelem.de


Israelisches Startup vertreibt Schädlinge auf Feldern mit natürlichen Mitteln

Initiative will zudem weiteres Bienensterben eindämmen

Bauern stehen heutzutage vor einem scheinbar ausweglosen Problem: Zum einen sollen die Felder möglichst frei von Insekten sein, die die Ernte fressen und zerstören können. Zum anderen verursachen Pestizide, die am effektivsten gegen diese Insekten sind, große Umweltprobleme und töten nicht nur die Schädlinge, sondern auch hilfreiche Insekten wie Bienen.1403634115528

Mehrere Studien vermuten einen Zusammenhang zwischen dem Bienensterben und dem übermäßigen Einsatz von Pestiziden. Wissenschaftler glauben, dass bis zu ein Drittel der Nahrung, die wir zu uns nehmen, durch Bienenbestäubung entstanden ist. Weniger Bienen bedeutet weniger Nahrung. Aber ohne den Einsatz von Pestiziden würde die Zahl der Schädlinge ansteigen, die die Bestände zerstören.

Ein israelisches Startup, EdenShield, hat dazu den goldenen Mittelweg gefunden und vertreibt die Schädlinge mit natürlichen Mitteln:

Yaniv Kitron, Geschäftsführer von EdenShield, ist vor einigen Jahren aufgefallen, dass Schädlinge bestimmte Pflanzen und Sträucher meiden, auch wenn diese nicht mit Pestiziden besprüht wurden. Er stellte fest, dass die Schädlinge eine natürliche Abneigung gegen die Sekrete der Pflanzen hatten.

EdenShield zieht aus diesen Pflanzen die Essenz, die wiederum auf die zu schützenden Bestände gesprüht werden können bzw. in die Eingangsbereiche der Gewächshäuser. Alle Pflanzen, deren Sekret von den Schädlingen gemieden wird, sind in der israelischen Wüste heimisch.

Die Ablehnung der Schädlinge gegen den Geruch der Pflanzen ist tief in deren DNA verankert. Sie kommen daher gar nicht erst in die Nähe der Pflanzen mit diesem Geruch und können so nicht „lernen“, damit umzugehen. Darin liegt eine weiterer Vorteil im Vergleich zu Pestiziden, denen gegenüber Schädlinge eine gewisse Toleranz entwickeln können.

In Israel wird das Mittel vielfach eingesetzt, aber auch in Italien und Spanien gibt es bereits Testreihen. Der Schädlingsbefall konnte zu fast 100 Prozent gestoppt werden und der Einsatz von Pestiziden hat sich um über 80 Prozent verringert.

Quellen: Times of Israel / Israelische Botschaft in Berlin