Münster: Dritter und letzter Teil unserer FOTO-Reportage über die Kreuze-Aktion

Von Felizitas Küble

Der 15. Gebetszug für das Leben, den Euro-Pro-Life am 18. März 2017 in Münster veranstaltete, war wie üblich von linksradikalen und queerfeministischen Protesten „begleitet“. Vor Übergriffen und Handgreiflichkeiten schützte uns jedoch ein starkes Polizeiaufgebot, wie das erste Foto aufzeigt.

Die Beamten schirmten unseren Gebetszug links und rechts bzw. allseitig ab, ebenso einige größere Seitenstraßen, um Chaoten zu blockieren, die unser Demonstrationsrecht verletzen wollten.

2. BILD: Unsere Prozession mit einem großen Marienbild und Lebensrechts-Plakaten startete vom Ägidii-Kirchplatz aus und führte durch die großen Straßen an etlichen Innenstadt-Kirchen vorbei. Vorne auf dem Foto sehen wir einen jungen Priester.

3. BILD: Hinter der Überwasserkirche fließt die Aa: Dort an der Brücke haben wir hundert Rosen in das Flüßchen geworfen, wobei stets bei jeder Blume eine Glocke erklang und ein Name verlesen wurde, der ein abgetriebenes ungeborenes Kind symbolisierte.

4. BILD: Unser Gebetszug für die Ungeborenen endete am Kardinal-von-Galen-Denkmal auf dem Domplatz. Direkt neben der Statue war ein großes Transparent des mutigen Kämpfers gegen die NS-Diktatur zu sehen. 

5. BILD: Wolfgang Hering aus München, Leiter von Euro-Pro-Life und Organisator unserer Kreuze-Aktion, hielt eine Ansprache und würdigte die friedliche und disziplinierte Haltung der Teilnehmer angesichts der Randalierer und Störer. Zudem dankte er der Polizei für ihren Schutz. Allerdings konnten wir seine Worte kaum verstehen, da die Gegenseite auf dem Domplatz – nicht weit von uns entfernt  –  ihren ohrenbetäubenden Lärm veranstaltete. Im Hintergrund sieht man die Lamberti-Kirche.

6. BILD: Das Kardinal-von-Galen-Denkmal auf dem Domplatz erinnert an diesen tapferen Streiter für die Gültigkeit der Gebote Gottes, das Lebensrecht und die Menschenwürde.

7. BILD und zugleich eine RÄTSELFRAGE an alle Teilnehmer: Unsere Prozession führte an einem großen Gebäude vorbei, auf dem ganz oben dieses Marienbild zu sehen war. Leider vergaß ich, um welches Haus es sich hier handelt. Wenn sich jemand erinnert, möge er sich bitte melden – danke!


Bistum Essen: Was dem „Zukunftsforum“ zum Thema Schuld und Beichte einfällt

Von Felizitas Küble

Im Bistum Essen – bekanntlich umfaßt es das dicht bevölkerte Ruhrgebiet  – wurde von Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck ein „Zukunftsforum“ einberufen, wozu mehrere Veranstaltungen gehörten und auch für das nächste Jahr weiter geplant sind.  
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Die bisherigen Ergebnisse dieses „Dialogprozesses“ wurden in einer offiziellen kirchlichen Broschüre zusammengefaßt: https://zukunftsbild.bistum-essen.de/fileadmin/medien/bistumsfest/Bistum_Essen_Zukunftsforum_2015_klein.pdf
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Wie heutzutage nicht anders zu erwarten, findet der Leser neben sinnvollen Vorschlägen eine Reihe fraglicher oder problematischer Ideen. Das Sakrament der Buße  –  also die Beichte  –  wird dort im Grunde gleich „entsorgt“.
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Auf S. 86 heißt es unter der Rubrik „Rituale zu Schuld, Vergebung und Versöhnung“ kurzerhand:
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„Dennoch werden wir als Kirche hier kaum noch wahrgenommen, weil unsere überkommenen Rituale (Beichte, Bußgottesdienste …) selbst unter geübten Katholiken nur noch wenige Menschen ansprechen.“
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Die „Projektidee“  lautet also: „Im Bistum werden Rituale, Symbole, liturgische Feiern entwickelt, die sich mit den Fragen von Schuld, Vergebung und Versöhnung befassen….Eine Arbeitsgruppe entwickelt neue Angebote, die Menschen helfen, Schuld und Scheitern anzunehmen und zu verarbeiten – und diesen Prozess auch in eine liturgische Feier münden zu lassen.“
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Merke: Nicht einmal die bisherige kirchliche Bußandacht (die ohnehin im Falle schwerer Sünden keine Einzelbeiche ersetzt, sondern darauf vorbereiten soll) findet Gnade in den Augen dieses „Zukunftsforums“.
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Was freilich an die Stelle von Beichte und Bußandacht treten soll, bleibt letztlich offen. Schuld wird nicht mehr im Bekenntnis bereut und von Christus durch den Priester vergeben, sondern „angenommen und verarbeitet“ – was immer das heißen mag.
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Wie wäre es mit dem Gang zur Couch des Psychologen?  – Aber für diesen „heißen“ Tip benötigt kein Mensch eine katholische Dokumentation!

Warum die „Erscheinungen“ von Amsterdam auch formal einen Sonderfall darstellen

Von Felizitas Küble

Auf der kath. Webseite Gloria-TV übernehmen User bisweilen Artikel aus unserem CHRISTLICHEN FORUM oder verweisen darauf, wobei es sich häufig um Beiträge über sog. Privatoffenbarungen handelt.  Scannen0004

Jetzt schrieb dort eine „Gerti Harzl“ unter dem ironischen Titel „Was täten wir, wenn wir den Küble-Blog nicht hätten“ in der ihr eigenen Weise bzw. Weisheit über einen unserer Anti-Medjugorje-Berichtesiehe hier: https://gloria.tv/article/snpe4mpmzsXV6Sz4B7QpgBMYU

Das ist nicht weiter bemerkenswert, gäbe es dort unter dem Artikel nicht einen Kommentar eines mir unbekannten „Winfried“, der folgendes zu berichten weiß:

„Frau Küble ist bekannt dafür, dass sie sich bevorzugt gegen nicht-anerkannte Marienerscheinungen wendet, wie z.B. Medjugorje, welches von dem zuständigen Bischof, bzw. der jugoslawischen Bischofkonferenz abgelehnt wurde. Daraufhin fragte ich sie, was es denn mit der bischöflichen Anerkennung von Amsterdam auf sich hätte. Dies sei etwas anderes, sagte sie. Auch ein Bischof [eine Bischofskonferenz] könne irren.“

Dieser Leser wirbelt einige Zusammenhänge durcheinander, vielleicht fehlt es ihm auch an der nötigen Information.

Diese wollen wir für ihn und seinesgleichen gerne nachliefern:Radio Vatikan

Die „Marienerscheinungen“ von Amsterdam (dort präsentierte sich die „Madonna“ in den 40er und 50er Jahren als „Frau aller Völker“) wurden jahrzehntelang von den zuständigen Ortsbischöfen des niederländischen Bistums Haarlem abgelehnt, außerdem mehrfach von der vatikanischen Glaubenskongregation, so etwa 1974: https://charismatismus.wordpress.com/2015/01/19/vatikan-glaubenskongregation-hat-amsterdamer-erscheinungen-1974-abgelehnt/

Diese Notifikation wurde von Kardinal Joseph Ratzinger am 2.4.1987 erneut bestätigt, indem er die Botschaften der „Frau aller Völker“ ablehnte und ihre Verehrung untersagte.

Bischof Josef Maria Punt gefiel es dann aber im Jahre 2002, sich über den Standpunkt Roms und die kritische Haltung von Vorgänger-Bischöfen hinwegzusetzen und die Erscheinungen der „Frau aller Völker“ zu billigen.

Der Vatikan hat dies gleichsam „geschluckt“, aber immerhin noch die Notbremse gezogen und die von den Amsterdamer Fans propagierte Anrufung der „Frau aller Völker, die einst Maria war untersagt. Es muß laut römischer Verordnung heißen: „…möge die selige Jungfrau Maria…“.

Wer also gerne darauf herumreiten will, daß der gegenwärtige Oberhirte von Amsterdam die Erscheinungen „anerkannt“ habe, sollte nicht verschweigen, daß sowohl die Glaubenskongregation wie auch Amtsvorgänger Punts hierüber ganz anders geurteilt haben.

Weitere Artikel von uns über die Amsterdamer Botschaften: https://charismatismus.wordpress.com/category/irrgeistige-erscheinungen/amsterdam-frau-aller-volker/


Von Pius XII. bis Benedikt XVI.: Faire jüdische Stimmen für Papst und Kirche

Von Felizitas Küble

Die kontroverse Debatte um eine mögliche Seligsprechung  von Papst Pius XII. reißt nicht ab. Einwände gegen diesen Pontifex gibt es von verschiedenen Seiten, häufig von ‪„Reformkatholiken‪“, bisweilen melden sich auch kritische jüdische Stimmen zu Wort. pabst-pius-xii-

Für etliche progressive Theologen scheint es schon zu genügen, daß Pius XII. ein ‪„‪vorkonziliarer Papst“ war, um starke Skepsis auszulösen. Auch von bürgerlicher Seite hört man manchmal den Einwand, Pius XII. sei zu sehr ‪„entrückt‪“, vom Typ her sehr aristokratisch, insgesamt zu wenig volkstümlich gewesen.

Von einer Reihe jüdischer Vertreter wird seit langem Kritik am Pacelli-Papst geübt, weil er  – so wird behauptet  –  zur Judenvernichtung der Nationalsozialisten geschwiegen und insofern versagt habe.

Dieser Aspekt wird allerdings nicht von allen jüdischen Persönlichkeiten und Vereinigungen so rigide beurteilt. Der bekannte Physiker Albert Einstein schrieb am 23. Dezember 1940  im „Time Magazin‪“ über die katholische Kirche: „Nur die Kirche blieb aufrecht stehen, um den Kampagnen Hitlers zur Unterdrückung der Wahrheit den Weg zu versperren.‪“

Foto: KOMM-MiT-VerlagEinstein bekennt in seiner Stellungnahme, daß er nie ein besonderes Interesse für die katholische Kirche hegte, jetzt aber „große Zuneigung und Bewunderung‪“ empfinde, da „allein die Kirche den Mut und die Hartnäckigkeit gehabt hat,  auf der geistigen Wahrheit und moralischen Freiheit zu bestehen.‪“    – Der jüdische Nobelpreisträger fügte hinzu: „Ich muß sagen, daß ich das, was ich einst verachtete, jetzt bedingungslos lobe.‪“

Nach dem Tod von Pius XII. veröffentlichte Golda Meir, die israelische Außenministerin und spätere Ministerpräsidentin, einen positiven Nachruf, in welchem sie den verstorbenen Papst als einen „großen Diener des Friedens‪‪“ bezeichnete; er habe ‪„während der zehn Jahre des Nazi-Terrors, als unser Volk furchtbare Qualen erlitt, seine Stimme für die Opfer erhoben und die Henker verurteilt.‪‪“ –  Auch die Rabbiner von Rom, Jerusalem, London und Frankreich sowie der Großteil der jüdischen Vereinigungen schloß sich der Würdigung Meirs an.

„Pave the Way‪“ bemüht sich um Differenzierung

Um ein faires Geschichtsbild hinsichtlich Pius XII. kümmert sich seit Jahren die jüdische Stiftung „Pave the Way‪“. Anläßlich seines 50. Todestages veranstaltete diese amerikanische Vereinigung vom 15. bis 17. September 2009 eine Studientagung im Vatikan, wobei vor allem die positive Rolle untersucht wurde, die Pius XII. bei der Rettung tausender von Juden gespielt hat. Papst Benedikt XVI

„Pave the Way‪“ ging bereits Anfang Februar 2009 einen eigenständigen Weg jenseits des üblichen Medien-Mainstreams, als sich diese jüdische Vereinigung schützend vor Papst Benedikt XVI. stellte und die Schlammschlacht gegen ihn verurteilte, die wegen der Aufhebung der Exkommunikation hinsichtlich der Priesterbruderschaft St. Pius X. und absurder Äußerungen von Weihbischof Williamson erfolgte.

Am 18. September 2009 hielt Papst Benedikt eine Ansprache an die Teilnehmer einer Pave-the-Way-Tagung in Castel Gandolfo. Dabei erklärte er über den Ablauf dieses Symposiums:

„Ich weiß, daß viele herausragende Gelehrte sich an den Überlegungen beteiligt haben, deren Gegenstand das vielfältige Wirken meines geschätzten Vorgängers  – des Dieners Gottes Pius XII. –  in der schwierigen Zeit um den Zweiten Weltkrieg war…Sie haben unvoreingenommen die geschichtlichen Fakten analysiert und sich allein mit der Suche nach der Wahrheit befaßt.

‪In den vergangenen fünf Jahrzehnten ist sehr viel über ihn geschrieben und gesagt worden, und nicht alle wirklichen Aspekte seines Wirkens wurden im rechten Licht untersucht. Die Absicht Ihres Symposiums bestand darin, einige dieser Lücken zu schließen durch eine sorgfältige Untersuchung vieler seiner Stellungnahmen und Interventionen, besonders zugunsten der Juden, die in jenen Jahren in ganz Europa zur Zielscheibe wurden, dem kriminellen Plan derer entsprechend, die sie von der Erdoberfläche tilgen wollten.  Radio Vatikan

‪Nähert man sich diesem edlen Papst ohne ideologische Vorurteile, wird man nicht nur von seinem erhabenen geistlichen und menschlichen Charakter ergriffen, sondern darüber hinaus auch von der Vorbildlichkeit seines Lebens und dem außerordentlichen Reichtum seiner Lehre. So wird man auch die menschliche Weisheit und die tiefe Hirtensorge schätzen, die ihn in den langen Jahren seines Amtes geleitet haben und insbesondere bei der Organisation der Hilfe für das jüdische Volk.‪‪“

Der Papst bedanke sich sodann bei der Stiftung „Pave the Way‪“ für ihre Forschungsarbeit und ihre „beständigen Aktivitäten‪‪“ zugunsten des Friedens und der Verständigung.  Er beendete seine Ansprache mit den Worten: „Mit diesen Gedanken rufe ich auf Sie und die Arbeiten Ihres Symposiums die Fülle des göttlichen Segens herab.‪“

Auch in Yad Vashem änderte sich die frühere Sicht

Aber auch in Israel findet inzwischen ein gewisses Umdenken statt. Avner Shalev, der Leiter der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, erklärte im Mai 2009, sein Dokumentations-Center habe neue Unterlagen aus den vatikanischen Archiven erhalten, die das in den Medien verbreitete Bild von Pius XII. ‪„‪zutiefst verändern“ könnten.

Demnach erteilte dieser Papst während des Zweiten Weltkrieges persönlich die Anweisung, verfolgte Juden in einem Kloster bei Rom zu verstecken. Aus Dankbarkeit dafür ließ sich der römische Großrabbiner Israel Zolli nach dem 2. Weltkrieg auf den Vornamen Eugenio taufen, als er in die katholische Kirche übertrat. (Der bürgerliche Name von Papst Pius XII. lautete Eugenio Pacelli.) RadioVatikan

Am 25. Januar  2010 veröffentlichte der bedeutende französische Philosoph Bernard-Henri Levy ein deutliches Plädoyer für Pius XII. in ‪„‪The Huffington Post“, worin er zugleich den damals vielfach attackierten Papst Benedikt verteidigt. Dieser jüdische Schriftsteller, in Frankreich unter dem Kürzel ‪„‪BHL“ bekannt, wurde von der linken ‪„‪ taz“ ‪am 13.4.2007 in einem ansonsten kritischen Text als ‪„‪der Popstar unter Frankreichs Intellektuellen“ bezeichnet.

BHLs Artikel vom 25.1.2010 beginnt mit den Worten: ‪„Es ist Zeit, der Unaufrichtigkeit ein Ende zu setzen‪‪“ –  und er kritisiert, daß ein Papst aus der Sicht der meisten Medien heute alles sein dürfe, ‪„‪nur nicht konservativ‪“.

Würdigung der Enzyklika „Mit brennender Sorge“ von 1937

Der Philosoph wendet sich gegen den ‪„‪Chor der Falsch-Informierer‪“ und verweist auf die päpstliche Enzyklika ‪„Mit brennender Sorge‪“, die er als ‪„‪eines der stärksten und aussagekräftigsten Anti-Nazi-Manifeste“ würdigt. Der spätere Papst Pius XII. und damalige päpstliche Nuntius in Deutschland, Kardinal Pacelli, sei ‪„‪Mit-Autor“ dieses eindrucksvollen Dokumentes gewesen, das unter Papst Pius XI. erschien und 1937 von den kath. Kanzeln in Deutschland verlesen wurde.

Einen Tag vor BHLs Pius-Verteidigung war ein ähnlicher Artikel in der bekannten israelischen Tageszeitung ‪„‪Haaretz“ zu lesen. Am 24. Januar 2010  wurde Papst Pius XII. in einem ausführlichen Bericht unter dem Titel ‪„Der vielgeschmähte Papst‪“ deutlich in Schutz genommen. Sayn-Abteikirche-DSC_0195-2

Auch ‪„Haaretz‪“ erwähnt seine Mitarbeit an der Enzyklika ‪„‪Mit brennender Sorge“, die den Nationalsozialismus wortgewaltig verurteilt habe: ‪„‪Die Enzyklika wurde nach Deutschland geschmuggelt und am 21. März 1937 von den katholischen Kanzeln verlesen.“ –  Die anspruchsvolle Zeitung zitiert aus einem Nazi-Dokument, wonach dieses päpstliche Rundschreiben ‪„‪eines der schwersten Angriffe auf die deutsche Regierung“ sei, zumal es ‪„die katholischen Bürger zum Aufstand gegen die Autorität des Staates‪“ auffordere.

Sodann verweist ‪„‪Haaretz“ auf diverse Dokumente, die für Pius XII. sprechen, auch darauf, daß die Nazis äußerst unzufrieden waren, als Kardinal Pacelli zum Papst gewählt wurde. Am 4.3.1939 schrieb Joseph Goebbels in sein Tagebuch: ‪„Mittags mit dem Führer. Es ist zu prüfen, ob wir das Konkordat mit Rom im Lichte der Wahl Pacelli als Papst kündigen sollten.‪“

Abschließend schreibt die bekannte israelische Tageszeitung, es sei wohl nur in einer ‪„rückständigen Welt‪“ wie der heutigen möglich, einen so ‪„‪einzigartigen Mann“, der so vielen Juden und Nazi-Opfern beigestanden habe, derart unfair zu schmähen.

Diese Aussagen verdeutlichen, daß es auch unter Juden durchaus unterschiedliche Ansichten über die Rolle der katholischen Kirche in der NS-Diktatur und über Pius XII. gibt. Das Plädoyer für eine faire und differenzierte Würdigung dieses Papstes schließt natürlich eine begründete Sachkritik nicht aus, lehnt aber Diffamierungen ab, wie sie in oberflächlichen Medien nicht selten zu lesen sind.

Erstveröffentlichung dieses Beitrags in der internationalen katholischen Nachrichtenagentur ZENIT: https://de.zenit.org/articles/faire-juedische-stellungnahmen-fuer-die-katholische-kirche-und-papst-pius-xii/


Warum die jährlichen Abtreibungszahlen von vornherein völlig falsch sind

Von Felizitas Küble

Zunächst vorweg eine Anmerkung:  Ich habe viele Artikel und Pressemeldungen aus Lebensrechtsgruppen deshalb bislang nicht im CHRISTLICHEN FORUM übernomembryomen oder stark gekürzt, weil dort wieder einmal  die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes über die jährlichen Abtreibungen kommentiert worden sind.

Rein inhaltlich waren die Erklärungen dieser Verbände natürlich in Ordnung, aber ich hielt es stets für falsch, wenn ausgerechnet Anti-Abtreibungs-Vereine sich auf diese völlig haltlosen Daten beziehen, zumal dadurch in der Bevölkerung der Eindruck entsteht, jene Zahlen seien richtig, wenn sie offenbar sogar von Lebensrechtsgruppen für voll genommen und regelmäßig kommentiert werden.

Stattdessen sollte von unserer Seite seit Jahrzehnten gefordert werden, daß Vater Staat endlich mit den tatsächlichen Abtreibungs-Daten herausrückt, was ganz einfach wäre  – nämlich genau so, wie es vor der Wiedervereinigung Deutschlands gang und gäbe war:

Es gelten nicht die Zahlen des Statistischen Bundesamtes, sondern die abgerechneten Abtreibungen der Krankenkassen.

In den 80er Jahren gab es allein in Westdeutschland pro Jahr rund 300.000 Abtreibungen, die durch die Krankenkassen bezahlt wurden. Gleichzeitig meldete damals das „Statistische Bundesamt“ (ähnlich wie heute!) meist zwischen 100.000 und 120.000 Abtreibungen. Der Widerspruch war offensichtlich.bundestag

Selbst die Abtreibungsbefürworter im Bundestag (SPD, FDP, Grüne) gingen in ihren Reden meist sehr wohl von den Krankenkassen-Daten aus, weil sie sich andernfalls lächerlich gemacht hätten. Das kann man den damaligen Bundestagsprotokollen entnehmen.

Reale Daten aufgrund der Kostenübernahme durch Kasse bzw. Staat

Kein Ernstzunehmender orientierte sich in den 80er Jahren am Statistischen Bundesamt, zumal klar war und ist, daß es sich hier lediglich um die gesammelten Daten von Ambulanzen und Kliniken handelt, die in ihre Fragebögen im Grunde hineinschreiben können, was sie wollen  –  und warum sollten sie sich ausgerechnet mit hohen Abtreibungszahlen irgendwie „anrüchig“ machen?! Die Daten können ohnehin nicht rückkontrolliert werden – und wer sollte dazu außerhalb jener Einrichtungen auch imstande sein?!   euros

Diese Problematik interessierte damals aber nicht weiter, weil man in der öffentlichen Debatte ohnehin von den Daten der Krankenkasse ausging, die Hand und Fuß hatten, weil sie auf den bezahlten Abtreibungen beruhten.

Wenngleich heute die meisten Abtreibungen (abgesehen von den vergleichsweise wenigen Indikations-Fällen) über eigens eingerichteten Fonds der Bundesländer finanziert werden, also ursprünglich nicht von der Krankenkasse, so nehmen sie dennoch ihren bürokratischen Weg über die Kassen, so daß ein Datenerfassen auf diesem Wege sehr wohl möglich wäre  –  zudem aufgrund der Rechenschaftspflicht des Staates über seine Geldausgaben auch direkt über jene Länder-Fonds.

Die bisherigen Falsch-Zahlen sind eine DUNKEL-Ziffer

Statt nun ständig die von vornherein unsinnigen Zahlen des Statistischen Bundesamts zu kommentieren und damit indirekt zu „bestätigen“ (selbst wenn dann bisweilen dann noch von einer nebulösen zusätzlichen „Dunkelziffer“ die Rede ist), sollten die Lebensrechtsverbände in Deutschland diese tatsächliche DUNKELZIFFER  – nämlich die Daten des Statistischen Bundesamtes – endlich links liegen lassen, denn sie sind erstens von vornherein auf einer haltlosen Grundlage (freiwillige Fragebögen) erstellt, zweitens dienen diese Zahlen natürlich der Gegenseite. A.L.Content_Was_wir_wollen

Warum?

Ganz einfach: Je weniger Abtreibungszahlen in Deutschland „gemeldet“ werden, desto geringer erscheint das Problem, desto weniger notwendig ist eine öffentliche Debatte über diese Massenvernichtung ungeborener Kinder, umso weniger Aufmerksamkeit erfahren die Lebensrechtsgruppen für ihre Arbeit, so daß sie sich mit jenen kuriosen Pressemeldungen auch noch ins eigene Fleisch schneiden.

Staat darf sich nicht aus der Pflicht stehlen

Dazu kommt als politisch entscheidender Faktor:

Das Bundesverfassungsgericht hat den Staat verpflichtet, darauf zu achten, ob das derzeitige liberale Abtreibungsgesetz (wonach die Abtreibung in den ersten 3 Monaten zwar rechtswidrig, aber zugleich straffrei ist), den „Schutz des ungeborenen Lebens“ gewährleistet oder nicht. Das heißt: Wenn die Zahlen steigen, wäre der Gesetzgeber aufgefordert, den § 218 stärker im Sinne des Lebensschutzes zu gestalten. imagesCAHIF86C

Diesem Auftrag geht man natürlich am leichtesten aus dem Wege, wenn man die Zahlen immer schön „niedrig“ hält, sie sogar sinken läßt, wie dies in den letzten Jahrzehnten tendentiell der Fall ist. Wie gut (für diesen Zweck), daß es das Statistische Bundesamt gibt!

Natürlich ist diese Einrichtung keine „Fälschwerkstatt“, darum geht es nicht, sondern   –  wie bereits erläutert  –   alleine darum, daß die dortigen Daten in bezug auf dies Thema gar nicht fundiert sein  k ö n n e n .

Endlich kommt nun etwas Bewegung in die totgelaufene Debatte, denn wie die evangelische Nachrichtenagentur IDEA meldet, hat ausgerechnet der österreichische Abtreibungsmediziner Christian Fiala erklärt, die Abtreibungszahlen in Deutschland seien „zwei bis dreimal so hoch“ wie die Daten des Statistischen Bundesamts. (In Wirklichkeit liegen sie noch höher, denn es wurden schon vor der Wiedervereinigung in Westdeutschland jährlich rund 300.000 Abtreibungen gemeldet, man muß also heute von einer deutlich gestiegenen Zahl ausgehen.)

Im IDEA-Bericht wird zur bisherigen „Statistik“ ebenfalls klargestellt:

„Die Zahlen beruhen allein auf den Angaben der Kliniken und Arztpraxen. Sie werden anonym übermittelt und sind nicht zurückzuverfolgen. So kann laut Fiala niemand kontrollieren, ob die Angaben vollständig sind. Abtreibungen korrekt zu melden, bedeute „zusätzliche Bürokratie“ und damit noch weniger Zeit für die Patientinnen. Außerdem hielten viele Ärzte die Statistik für sinnlos. Da schöben selbst gewissenhafte Mediziner die Meldung hinaus oder vergäßen sie ganz.“

Daher ist es überfällig, daß Lebensrechtsvereine vom Staat die ungeschönten, die tatsächlichen Abtreibungszahlen fordern, wie es das gute Recht nicht nur dieser Gruppen ist, sondern aller Bürger, die einen Anspruch darauf haben, bei diesem buchstäblich lebens-wichtigen Thema nicht hinters Daten-Licht geführt zu werden.

Wir brauchen keine Dunkelzahlen, sondern Faktenzahlen! Also Schluß mit diesen „Fake-News“!

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM  ehrenamtlich betreibt

HIER wurden die Infos aus unserem Artikel aufgegriffen und zitiert: Kultur und Medien


Web-Portal der Bischofskonferenz beklagt wachsende Schelte an Papst Franziskus

Von Felizitas Küble

„Katholisch.de“ ist die amtliche Webseite der Deutschen Bischofskonferenz. Mit theologisch konservativen Anwandlungen ist hier also nicht zu rechnen.

Am heutigen Dreikönigs-Fest fühlt sich das Portal zur mannhaften Verteidigung des Papstes aufgerufen  –  ein Vorgang, den man unter dem Pontifkat von Benedikt XVI. dort nicht gewohnt war, was erst recht für die linkskatholische Zeitschrift „Publik Forum“ gilt.

Foto: Radio VatikanUnter dem Titel „Soll der Reformpapst niedergemacht werden?“ schreibt Thomas Seiterich über die „Papstkritik von Konservativen“. Der Autor ist Redakteur von „Publik Forum“.

Der Verfasser beklagt Versuche, den „Reformpapst“ Franziskus „niederzumachen“, was hoffentlich nicht gelinge. Sogar die katholische Zeitung „Tagespost“ (DT) beteilige sich an dem kritischen Treiben, nachdem der Papst laut DT drei Mitarbeiter der Glaubenskongregation ohne Angabe von Gründen entlassen hat.

Der Autor ist sich nun sicher: „Eine so massive kirchliche Kritik am Pontifex gab es noch nie seit 1870, als sich die Kirche beim Ersten Vatikanischen Konzil neu aufstellte.“

Die Zeiten werden aus Seiterichs Sicht zunehmend trister: „Der Papst hat es immer schwerer. Denn nur wenige stehen ihm im Ringen um Öffnung und Barmherzigkeit der Kirche so klar bei wie Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz.“

Jörg Ascherl schreibt auf diesem Portal in seinem Leserkommentar u.a.:

„Es mag gut sein, dass es noch nie so eine massive Kritik an einem Papst seit 1870 gegeben hat. Völlig grundlos? Es geht bei der Kritik (…) um die Fundamente des Glaubens, um die Gebote Gottes.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche, der Garant der Einheit sein sollte, ist entweder nicht fähig oder willens, diese Kritik zu widerlegen. Ich persönlich habe den Eindruck, dass die Kirche unter Franziskus in einem nie dagewesen Tempo zerbröckelt. (…)

Ich kann diese ewigen, inzwischen inhaltsleeren Worthülsen von „Barmherzigkeit“ (Gleichgültigkeit?) und „jesuitischer Seelsorge“ langsam nicht mehr hören.
Hoffentlich hat Papst Franzikus noch bessere Verteidiger als Kardinal Marx an seiner Seite.“

Quelle für die Zitate: http://www.katholisch.de/aktuelles/standpunkt/soll-der-reformpapst-niedergemacht-werden

Foto: Radio Vatikan

 


Warum eine Abschaffung des Zölibats den „Priestermangel“ nicht lösen würde

Von Felizitas Küble

Das Zölibatsthema bleibt in Deutschland ein Dauerbrenner in Medien und Öffentlichkeit. Zahlreiche Stellungnahmen auch innerhalb der Kirche begründen ihre Ablehnung der priesterlichen Ehelosigkeit mit dem „Priestermangel“. Bernhard, Pastötter Handauflegung

Dabei sollte man zunächst bedenken, daß es schon längst einen massiven „Gläubigenmangel“ gibt. Das Defizit an Gläubigen und Priestern ist wiederum nicht zuletzt auf einen Kindermangel auch bei katholischen Eheleuten zurückzuführen. Früher waren unter den kirchentreuen Katholiken kinderreiche Familien an der Tagesordnung, in denen „geistliche Berufungen“ besonders gut wachsen konnten. Wenn Eltern aber lediglich ein oder zwei Kinder haben, wünschen sie wohl kaum, daß ihr Junge ein Priester oder ihre Tochter eine Ordensfrau wird.

Zudem handelt es sich ohnehin um eine Engführung der Diskussion, wenn der Priestermangel vorwiegend auf den Zölibat zurückgeführt wird. Würde diese Auffassung zutreffen, dann dürfte es auf evangelischer Seite kein Problem mit dem Pastoren-Nachwuchs geben.

BILD: Priesterweihe im Regensburger Dom durch Bischof Voderholzer

Genau das Gegenteil ist aber der Fall, denn auch im Protestantismus droht ein Pfarrermangel. Die Zahl der Theologiestudenten sinkt seit Jahrzehnten ganz massiv. Am 14.9.2010 ging bereits folgende Nachricht durch die Presse:

„Mangelerscheinung. In Rostock beginnt in der kommenden Woche der Deutsche Pfarrerinnen- und Pfarrertag. 400 Theologen werden erwartet. Schon im Vorfeld warnen die Organisatoren davor, dass die Zahl der Pfarrerinnen und Pfarrer stetig sinkt –  und genug Nachwuchs ist nicht in Sicht. 1992 hätten noch 8.500 junge Menschen für das evangelische Pfarramt studiert, derzeit seien es 2.300, sagte Verbandsvorsitzender Klaus Weber vor Beginn des Deutschen Pfarrerinnen- und Pfarrertages.“

In den evangelischen Konfessionen gibt es keinen Zölibat und außerdem fast überall Pastorinnen, sogar in vielen Freikirchen. Unter den landeskirchlich-evangelischen Pfarrern ist jede dritte weiblich. Folglich ist die Behauptung unsinnig, mit einer Abschaffung der Zölibatsverpflichtung und einer Einführung des Frauen-Priestertums könne die katholische Kirche ihre Nachwuchssorgen beheben.

Die Hauptursache für die sinkende Zahl von Pastoren in der evangelischen Kirche sei der demografische Wandel, erläuterte der Vorsitzende des Pfarrer-Verbandes, Andreas Kahnt, bereits im Jahre 2012; seinem Dachverband gehören rund 21.000 evangelische Pfarrer an.

Pfr. Kahnt erklärte unlängst laut evangelischer Nachrichtenagentur IDEA, daß es 1982 noch 26.000 Studenten der evangelischen Theologie gab; derzeit sind es nur noch etwa 2.400. Angesichts der bevorstehenden Pensionierungen geburtenstarker Jahrgänge von Pfarrern reiche diese Zahl nicht aus, so Pfr. Kahnt weiter.

FORTSETZUNG des Artikels hier bei der katholischen Nachrichtenagentur ZENIT: https://de.zenit.org/articles/pastorenmangel-auch-auf-evangelischer-seite/

Foto: Bistum Regensburg