Pakistan: Bürgerrechtler kritisieren Zwangs-Konversionen zum Islam

Der Katholik Peter Jacob, Vorsitzender des Zentrums für Soziale Gerechtigkeit (CSJ) in Pakistan, kommentiert gegenüber dem Fidesdienst die jüngsten Gewaltakte und Misshandlungen an jungen christlichen Frauen und anderen Mitgliedern der Minderheitsgruppen:

„Die bürgerliche Gesellschaft darf nicht übersehen, dass die Regierenden allen Bürgern gleichberechtigten Zugang zu allen Freiheiten und zur Justiz garantieren müssen. Heute ist es unerlässlich, dass ein ad hoc-Gesetz zum Schutz der religiösen Minderheiten in Pakistan eingeführt wird, insbesondere um dem Phänomen der Zwangskonversion zum Islam entgegen zu treten“

Die Familie von Saima Sardar, einer christlichen Krankenschwester aus Fasisalabad, die sich vor einigen Tage geweigert hatte, zum Islam zu übertreten und den Muslim Muhammad Idrees zu heiraten, der sie dann getötet hat, steht noch unter Schock.

Nach Angaben von Fides-Quellen in Pakistan trifft das Phänomen der Zwangskonversion jedes Jahr mehr als tausend Mädchen – Hindi und Christen, wobei nur die angezeigten Fälle ans Licht kommen.

Während die Empörung im Volk über die Zwangsübertritte ansteigt, hat das Parlament der Provinz des Sindh am 16.Juli einstimmig eine Resolution verabschiedet, in der „die Beendigung dieser Praxis“ gefordert wird und entsprechende Maßnahmen unternommen werden.

Der Rechtsanwalt Ali Palh, ein bekannter Verteidiger der Menschenrechte, erklärt gegenüber dem Fidesdienst seine Besorgnis über den unkontrollierten Anstieg von Zwangsübertritten:

„Es ist an der Zeit, dass die Regierung konkrete gesetzliche Garantien bietet, damit manipulierte oder zwangshafte Heiraten oder Glaubensübertritte verhindert werden.“ – Er wünscht ein wachsameres Vorgehen der Gerichte.

Kalpana Devi, eine hinduistische Aktivistin, gibt ihm recht; sie fordert „eine interministerielle Koordination sowie Untersuchung und Bestrafung des Phänomens der Zwangskonversionen zur Vermeidung von Gewalt.“

Chaman Lal, eine andere hinduistische Aktivistin, die über das Phänomen forscht, erklärt

„Die Zwangskonversionen von Frauen aus den Minderheitsgruppen gehen oft Hand in Hand mit anderen Verbrechen, z.B. wirtschaftliche Ungerechtigkeiten, Gewalttaten und Verbrechen gegen die Religionsfreiheit. Einige einflussreiche Personen erleichtern bzw. fördern dieses Phänomen, indem sie ungestraft gesetzliche Prozeduren manipulieren.“

Meldung: Fidesdienst – Gemälde: Evita Gründler


Syrien: Orthodoxe Marienkirche in Qamischli verwüstet – zehn verletzte Christen

Ein Terrorakt verwüstete am späten Nachmittag des 11. Juli eine der Jungfrau Maria geweihte syrisch-orthodoxe Kirche in der Stadt Qamischli im Nordosten Syriens.

Bei dem Anschlag wurden mehr als 10 Menschen verletzt, davon mindestens drei schwer. Nach ersten Berichten sollen die Attentäter eine Autobombe gezündet haben.

Ein Bekennerschreiben des IS wurde bislang nicht offiziell bestätigt.

Die Stadt Qamischli, die derzeit von kurdischen Milizen kontrolliert wird, war in den letzten Jahren Schauplatz verschiedener terroristischer Handlungen gegen christliche Gemeinschaften.

Am 19. Juni 2016 überlebte der syrisch-orthodoxe Patriarch Ignatios Aphrem II. einen Mordanschlag in Qamischli. Bei dieser Gelegenheit hatte sich ein Selbstmord-Attentäter unter die  Teilnehmer einer Gedenkstunde an den Völkermord der Türkei gegen christliche Assyrer von 1915 gemischt. Der Attentäter war jedoch am Eingang des Veranstaltungsortes aufgehalten worden, an dem der Patriarch die Feier leitete, und sprengte sich dort in die Luft, wobei drei Menschen starben.

Quelle: Fidesdienst


Niger: Evangelische Kirche angezündet

In der Nacht vom 15. auf den 16. Juni setzten muslimischer Demonstranten, die in Maradi gegen die Festnahme eines wichtigen lokalen Imams protestierten, eine protestantische Kirche in Brand.

„Die Kirche im Stadtviertel Zaria und das Auto des Pastors wurden von Unbekannten in Brand gesteckt. Die Gendarmerie ermittelt vor Ort“, so ein Sprecher der Gemeinde. Erst vor kurzem war die 200 km von Niamey entfernte Pfarrei Dolbel mehrfach, zuletzt am 13. Mai, angegriffen worden.

Laut lokalen Berichten errichteten jugendliche Demonstranten am Samstagabend Straßenbarrikaden, um gegen die Verhaftung des Imams, Scheich Rayadoune, zu protestieren, der einen Gesetzesentwurf der Regierung als „anti-islamisch“ kritisiert hatte. Rayadoune wurde am Sonntagnachmittag wieder freigelassen, nachdem er sein Fehlverhalten zugegeben hatte.

„Meine Anhänger müssen aufhören, Unruhen in der Stadt zu verursachen, der Islam will das nicht“, erklärte der Imam.

Niger ist ein Land mit einer überwiegend muslimischen Bevölkerung, in dem Christen eine kleine Minderheit unter einer Bevölkerung von über 20 Millionen Einwohnern sind.

In der Vergangenheit gab es immer wieder Probleme mit radikalen Muslimen. Im Jahr 2015 gab es in Niamey antichristliche Aufstände, bei denen zahlreiche Kirchen in der Hauptstadt und in der zweitgrößten Stadt des Landes, in Zinder, verwüstet wurden.

Quelle: Vatikanischer Fidesdienst


Zentralafrika: Bewaffnete muslimische Peuls-Nomaden hinterlassen eine Blutspur

„Die örtlichen Bandenführer begünstigen die Verbreitung der Hirten und Nomaden aus dem Stamm der Peuls in unserer Region und sorgen für Unruhe in der Bevölkerung“, erklärt Bischof Juan Muños im Gespräch mit dem Fidesdienst. Er fährt fort:

„In der gesamten Sahelzone destabilisiert die Wanderung der Peuls oder der Fulani mit Millionen von Rindern ganze Regionen in Nigeria, Niger, Burkina Faso, Kamerun, dem Tschad und jetzt der Zentralafrikanischen Republik, aufgrund der Konflikte, bei denen sich diese Nomadenvölker mit sesshaften Bauern konfrontieren.“

„Die Ursache dieser Wanderbewegung ist die Wüstenbildung, welche die Peuls zwingt, woanders nach neuen Weiden und Wasserquellen zu suchen“, so der Bischof weiter:

„Leider hinterlassen die gut bewaffneten Peuls auf ihrer Wanderung eine Blutspur, die von Tag zu Tag länger wird. In Zentralafrika sie bereits zu Tausenden angekommen. Sie haben einen Korridor geschaffen, der vom Tschad in die zentralafrikanische Region N’Délé führt. Von hier wandern sie durch die Missionen Zémio, Boqui und Obo nach Bangassou im Südosten des Landes weiter. Es gibt Tausende von Männern, Frauen und Kindern, deren Herden durch unsere Region ziehen.“

Bischof Aguirre verbirgt seine Besorgnis nicht, denn „wenn die Ströme innerhalb weniger Jahre im Südosten Zentralafrikas so weiterverlaufen würden, könnten bis zu zwei Millionen Peuls unterwegs sein. Die Menschen vor Ort sind besorgt über ihre Zukunft. Sicher ist, dass alles getan wird, um Korridore zu öffnen, durch die die Peuls auf der Suche nach Wasser und Weiden gehen. Die Bandenführer wollen einen Teil der Mission Obo in einen Naturpark umwandeln, um die Bauern zu vertreiben und die Ansiedlung der Peuls mit Millionen von Rindern zu ermöglichen“. 

Der katholische Oberhirte beherbergt seit zwei Jahren zweitausend Muslime in der Kathedrale von Bangassou, weil ihnen der Tod durch lokale Anti-Balaka-Banden droht. Er erläutert weiter:

„Wir verstehen das Drama der Puels, die Opfer der Wüstenbildung sind, aber niemand hat die zentralafrikanische Bevölkerung um Erlaubnis gebeten, die bereits unter sehr harten Bedingungen lebt. Darüber hinaus sind die Peuls Muslime und die lokale Bevölkerung Christen, was die bereits in Zentralafrika bestehenden interreligiösen Spannungen noch verstärkt“.

Quelle: Fidesdienst


Papst Franziskus anerkennt das Martyrium von Pater Alfredo Cremonesi

Am 19. März genehmigte Papst Franziskus die Anerkennung des Martyriums von Pater Alfredo Cremonesi. Der Geistliche wurde am 16. Mai 1902 in Ripalta Guerina (Italien) geboren. Am 7. Februar 1953 wurde er in Myanmar, wo er 28 Jahre als Missionar tätig war, ermordet.

Bei Ausschreitungen zwischen Regierungssoldaten und Rebellen steckten Soldaten das Wohnhaus des Missionars und das Kloster im Dorf Donoku in Brand, wobei Pater Alfredo schließlich erschossen wurde.

Zuvor war er aufgefordert worden, den Ort zu verlassen, aber er wollte bei seinen Gläubigen bleiben. Er hatte sein Leben in den Dienst der Ärmsten und Verlassensten gestellt und das Evangelium unter den einheimischen Stämmen verkündet.

Bischof Daniele Gianotti von Crema bekräftigte im Zusammenhang mit der Anerkennung des Martyriums:

„So Gott will, können wir die feierliche Seligsprechungs-Liturgie von Pater Alfredo schon im nächsten Oktober in Crema feiern. Das Zeugnis von P. Alfredo wird uns helfen, das Feuer der Mission in uns lebendig zu halten, den Wunsch, die Botschaft Christi zu allen zu bringen“.

Quelle: Fidesdienst

 


Menschenhandel: Die Kehrseite der Migration

Schwester Neusa de Fatima Mariano, die Generaloberin der Scalabrini-Missionsschwestern erklärte anlässlich des Weltgebetstages gegen Menschenhandel am 8. Februar, Einwanderungen könnten zwar grundsätzlich auch der Völkerverständigung dienen:  

„Aber heute verbirgt sich dahinter ein negatives und monströses Element, nämlich der Menschenhandel. Hier verbergen sich die internationale Mafia, Gewalt, Ausbeutung und neue Formen der Sklaverei.“

In diesem Jahr feiere „Talitha Kum“, ein 2009 von der Internationalen Vereinigung der Generaloberinnen (UISG) gegründetes internationales Netzwerk das zehnjährige Jubiläum im Kampf gegen den Menschenhandel auf fünf Kontinenten.

Das Netzwerk ist heute in 77 Ländern auf 5 Kontinenten in den Bereichen Prävention, Bewusstseinsbildung, Schutz, partnerschaftliche Zusammenarbeit und Gebet tätig (13 in Afrika, 13 in Asien, 17 in Amerika, 31 in Europa, 2 in Ozeanien).

In den 34 Ländern, in denen es keine nationalen Netzwerke gibt, verfügen die regionalen oder kontinentalen Büros über Referenzgruppen oder Kontaktpersonen. In dieser Zeit wurden 34 Kurse für den Aufbau von Netzwerke sowie ein Pilotkurs für die Schulung von 22 Verantwortungsträgern bei „Talitha Kum“ für gemeinsame Aktionen gegen den Menschenhandel durchgeführt.

Mehr als 1.000 ausgebildete Ordensschwestern, die in 65 Ländern tätig sind und über 2.000 Teilnehmer wirken in den von den Ordensfrauen geführten Netzwerken auf verschiedenen Ebenen am Kampf gegen den Menschenhandel mit.

Weltweit verfügt „Talitha Kum“ über 150 operative Gruppen. Zu den nationalen Gruppen kommen Untergruppen, die durch 17 nationalen Netzwerke verbunden sind.

Quelle: Vatikanischer Nachrichtendienst Fides


Im Jahr 2018 wurden weltweit 40 katholische Priester bzw. kirchl. Mitarbeiter ermordet

Im Jahr 2018 wurden weltweit insgesamt 35 katholische Priester und 5 kirchliche Laien-Mitarbeiter/innen ermordet  – damit fast doppelt so viele wie im vergangenen Jahr (23 Tote).

Nachdem acht Jahre lang Amerika an erster Stelle stand, was die Zahl der ermordeten Kirchenvertreter anbelangt, war es im Jahr 2018 Afrika.

In Afrika wurden 19 Priester, 1 Seminarist und eine kirchliche Mitarbeiterin im Laienstand ermordeten. In Amerika waren es 12 Priester und 3 Laien; in Asien kamen drei Priester gewaltsam ums Leben; und in Europa wurde ebenfalls ein Priester ermordet.

Viele dieser Opfer kamen bei versuchten Raubüberfällen ums Leben. Auf allen Breitengranden teilen Priester, Ordensleute und Laien den Alltag mit einfachen Menschen und helfen ihnen an Leib und Seele.

Dabei sind die Ermordeten nur die Spitze des Eisbergs, da die Liste der unbekannten Pastoralmitarbeiter, die angegriffen, misshandelt, ausgeraubt und bedroht werden, lang ist. Dies gilt auch für katholische Einrichtungen, die sich in den Dienst der Bevölkerung stellen und Zielscheibe von Anschlägen und Plünderungen sind, weil sie ihrem Auftrag treu bleiben.

Quelle: Fidesdienst