Irak: Der IS zerstörte ca 100 Kirchen bzw. jesidische Tempel in Mossul & Ninive

Mindestens 100 Kultstätten wurden im Stadtgebiet von Mossul und in der Provinz Ninive seit dem Vormarsch des Islamischen Staates (IS) im Juni 2014 geschändet oder demoliert.

Orientalische Ikone

Dies teilt der Sprecher des Ministeriums für Religiöse Angelegenheiten der Autonomen Provinz Kurdistan, Mariwan Naqshbandi, mit. Er nannte damit vorab einige Details aus einem Bericht über die Verbrechen des IS in diesen Regionen.

Der Bericht, so der Sprecher der kurdischen Regierung, weist darauf hin, dass es sich bei einem Großteil der verwüsteten Kultstätten um christliche Kirchen und jesidische Tempel oder Kultstätten anderer religiöser Minderheiten handelt.

Die Kommission, die den Bericht über die Verbrechen des IS untersucht, sammle Informationen mithilfe der kurdischen Peschmerga-Einheiten, die an der Befreiung der Gebiete vom IS beteiligt sind. Die Kommission sammle auch Daten zur Gewalt gegen Frauen, insbesondere Jesidinnen, während der Besetzung.

Quelle: Fidesdienst


Pakistan: Evangelischer Familienvater wegen „Islamkritik“ festgenommen

Der evangelische Christ Babu Shahbaz aus Kamahan in der Nähe von Lahore wurde wegen angeblicher Blasphemie (= Islamkritik) von der pakistanischen Polizei festgenommen. csm_igfm_poster_art-09_6946dac2d0

Am 30. Dezember 2016 wurde gegen Shahbaz auf der Grundlage des sog. Blasphemieparagraphen 295b Anzeige erstattet. Der Muslim Haji Nadeem beschuldigt den Christen, Seiten aus dem Koran ausgerissen und auf die Straße geschmissen zu haben.

Der 41-jährige Shahbaz ist verheiratet und hat drei Kinder. Während der vergangenen 15 Jahre lud er immer wieder zu Gebetstreffen in seinem Haus ein. Viele Christen und Muslime nehmen an den Veranstaltungen teil und bitten um einen besonderen Segen.

Die wachsende Beliebtheit von Babu Shahbaz war jedoch vielen Muslimen ein Dorn im Auge.

Quelle: Vatikanischer Fidesdienst  – Foto: HMK


Afghanistan: Eltern schützen ihre Mädchen durch Männerkleidung vor Zwangsheirat

Um ihre minderjährigen Töchter vor einer Zwangsheirat zu schützen müssen sie verhindern, dass man ihr Geschlecht erkennt. Diese Familien lassen sich auch nicht von finanziellen Angeboten und Gütern verleiten, die erwachsene Männer im Alter zwischen 40 und 70 anbieten, und kleiden die Mädchen deshalb in Männerkleidung. IGFM_Scharia

Diese Mädchen, die oft in ländlichen Gebieten leben, tragen einen kurzen Haarschnitt und ändern den Namen und so gelingt es ihnen in einer Gesellschaft, die sie als Ware betrachtet, unbeobachtet zu bleiben.

Vor kurzem führte das Institute of War and Peace Reporting (IWPR) eine Untersuchung unter Eltern und Ältestenräten in den Gemeinden der Provinzen Balkh, Faryab und Jawzan durch, aus denen hervorging, dass dort die meisten Mädchen im Alter zwischen 9 und 14 Jahren verheiratet werden, obwohl eine Heirat in Afghanistan erst am 16 Jahren erlaubt ist.

Wie der Vertreter der Unabhängigen Menschenrechtskommission in Afghanistan, betont, “nehmen Zangsverheiratungen von Minderjährigen im Norden des Landes sogar zu”. In diesem Zusammenhang beklagt IWPR, dass “es den lokalen Behörden nach eigenen Angaben nicht gelingt, das Phänomen zu verhindern”.

Wie aus einem Bericht von Human Rights Watch hervorgeht, gibt es bei Minderjährigen oft große Risiken während der Schwangerschaft und bei der Entbindung. Die Weltgesundheitsorganisation dokumentiert, dass 460 von 100.000 Frauen in Afghanistan wegen Komplikationen bei der Geburt sterben.

Quelle: Vatikanischer Fidesdienst


Südkorea: Sektennetzwerk um die Präsidentin Katholische Bischöfe fordern ihren Rücktritt

Die Spannungen haben sich in Südkorea angesichts einer politischen Krise, die das Land an seinen Grundfesten erschüttert, zugespitzt.

Seit über einem Monat kommt es zu Großdemonstrationen in Seoul und in anderen Städten des Landes, bei denen der sofortige Rücktritt von Präsidentin Park Geun-hye gefordert wird. bischof

Die im Jahr 2012 gewählte Präsidentin steht im Mittelpunkt eines Skandals um ihre Beziehung zu Choi Soon-sil, Tochter eines Sektenführers. In den vergangenen Jahren soll die Schamanenpriesterin die südkoreanische Politik beeinflusst haben.

Die Präsidentin selbst soll unter dem Einfluss ihrer Jugendfreundin Choi Soon-sil gestanden haben, die diese Verbindung ausnutzte, um Staatgeschäfte zu kontrollieren (indem sie sich Zugang zu geheimen Dokumenten verschaffte) und sich gleichzeitig selbst bereicherte, indem sie Spenden großer Unternehmen in die von ihr geleiteten Stiftungen umleitete.

Choi Soon-sil wurde inzwischen wegen Betrugs und Machtmissbrauch festgenommen.

Das südkoreanische Parlament wird am kommenden 9. Dezember mit einem Misstrauensvotum über dem Verbleib der Präsidentin in ihrem Amt abstimmen. Wie aus Umfragen hervorgeht, soll die Präsidentin nur derzeit noch 4% der Wähler hinter sich haben.

Angesichts der aktuellen Lage erklärte sich Park bereit, bereits im April 2017 vom Amt zurückzutreten, während Präsidentschaftswahlen erst für Dezember 2017 geplant waren.

„Die Präsidentin hat sich als ungeeignet und unfähig für das Amt erwiesen”, erklärt Bischof Peter Kang von Cheju: „Sie war nicht in der Lage, dem Land eine Richtung zu geben. Die Forderungen nach dem Rücktritt sind verständlich, denn es geht um das Wohl des Landes”. 

In den vergangenen Tagen hatte der Weihbischof von Gwangju, Simon Ok Hyun-jin, die Katholiken zur Teilnahme an friedlichen Kundgebungen aufgefordert. Bischof Vincent Ri Pyung-ho verlangte bei einem Gottesdienst in der Diözese Jeonju die „Wiederherstellung der Demokratie“ und erinnerte daran, dass „die Bürger aller sozialer Schichten einen Rücktritt fordern“.

Quelle: Fidesdienst


Israel: Christlicher Friedhof mit Beleidigungen in arabischer Sprache geschändet

Das Lateinische Patriarchat Jerusalem und alle christlichen Kirchen im Heiligen Land verurteilen die Schändung des christlichen Friedhofs in Kfar Yassif in Galiläa rund 11 Kilometer nordöstlich von Acri, wo am 1. Dezember auf der Umgebungsmauer des Friedhofs und auf mehreren Grabsteinen blasphemische und obszöne Schriftzüge in arabischer Sprache und Graffitis zu sehen waren. israeltag2

In einer offiziellen Verlautbarung bekundet das Patriarchat die Verbundenheit mit den Familien der Verstorbenen, die auf dem geschändeten Friedhof begraben sind und fordert, Ermittlungen im Zusammenhang mit den vandalischen Aktionen.

Quelle: Vatikanischer Fidesdienst


Türkei: Die erste christliche Bürgermeisterin des Landes wurde gefeuert

In den politischen Institutionen und Organisationen der Türkei kommt es zu weiteren Säuberungsmaßnahmen der Regierung gegen Mitarbeiter und Beamte, die verdächtigt werden, mit der Gülen-Bewegung in Verbindung zu stehen. foto-dcubillas-www_freimages_com_

Der im Exil in den USA lebende türkische islamische Prediger wird von der Regierung in Ankara für den gescheiterten Putschversuch vom 15. Juli verantwortliche gemacht. Dasselbe gilt für Personen, die mit der kurdischen Arbeiterpartei PKK in Verbindung stehen.

Von den Säuberungsmaßnahmen ist auch Februniye Akyol Benno betroffen, die als erste syrische Christin in der Türkei in das Amt des zweiten Bürgermeisters der Stadt Merdin gewählt wurde. Sowohl sie als auch der kurdische Amtskollege Ahmet Turk wurden ihres gemeinsamen Amtes enthoben, das nun „kommissarisch“ von einem Beauftragten der Regierung geführt wird.

Bei der Wahl am 30. März 2014, bei der die Partei des damaligen Premierministers Erdogan bestätigt wurde, hatten in verschiedenen Städten auch Frauen für das Amt des Bürgermeisters kandidiert.

In der im Südosten der Türkei an der Grenze zu Syrien gelegenen Stadt Mardin hatte der bewährte Politiker Ahmet Türk die Wahl gewonnen. In das Amt des zweiten Bürgermeisters wurde die junge syrische Christin Februniye A. Benno gewählt, die damals erst 25 Jahre alt war, und als erste Christin ein solches Amt innehatte. Frau Benno machte damals ein Masterstudium für syrische Sprache und Kultur an der Universität Artuklu in Mardin.

In ihren Interviews hatte die junge Wissenschaftlerin erklärt, sie werde sich für eine Reduzierung der Umweltverschmutzung einsetzen und häusliche Gewalt gegen Frauen in der vom Patriarchat geprägten Region bekämpfen.

Bisher wurden insgesamt 30 Bürgermeister ihres Amtes enthoben, die durch “kommissarischen Beauftragten” (so genannten “Qayyum”) ersetzt werden. Betroffen sind besonders viele Städte im Südosten der Türkei.

Quelle: Fidesdienst


Türkei: Repressalien gegen evangelische Pastoren und Gemeinden

Die türkischen Behörden lassen den protestantischen Pastor Andrew Craig Brunson von der “Kirche der Auferstehung” (Izmir Diriliş Kilisesi) in Smirne ausweisen. Der Beschluss gilt auch für seine Ehefrau Lyn Norine. tuerkei-flagge-100_01

Beide Eheleute wurden vom Immigrationsbüro vorgeladen, das ihnen mitteilte, dass sie das Land verlassen müssen, da ihre Aktivitäten “die Staatssicherheit gefährden”. Die Gemeinde soll Gelder aus dem Ausland erhalten haben, um damit die eigene missionarische Tätigkeit zu finanzieren.

Wie die Union der protestantischen Kirchen in der Türkei mitteilt, wurde in der vergangenen Wochen auch die Yaşam Köprüsü-Kirche in Antakya geschlossen, weil dort nicht genehmigte Sprachkurse stattgefunden haben sollen. Außerdem sollen die Anträge ausländischer Protestanten auf eine Einreisegenehmigung oder Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis von den zuständigen Stellen abgelehnt worden sein.

Die von den Behörden auf den Weg gebrachten einschränkenden Maßnahmen geschehen vor dem Hintergrund der Säuberungskampagne und der Massenverhaftungen im Zusammenhang mit dem gescheiterten Putschversuch vom 15. Juli.

Quelle: Vatikanischer Fidesdienst