Regensburg: Taufe in der Osternacht – Bischof Voderholzer: „Mit Zwölfen fing es an!“

In der Feier der Osternacht im Regensburger Dom hat Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am Samstagabend zwölf Personen getauft. Die Gläubigen, die sich in den vergangenen Monaten intensiv auf ihre Aufnahme in die Kirche vorbereitet hatten, kommen aus Pfarreien in der ganzen Diözese Regensburg.

Die Kathedrale war stark gefüllt mit zahlreichen Gläubigen, die Osterspeisen zur Segnung mitgebracht hatten.

Dass gerade zwölf Gläubige getauft werden, erinnert an den Ursprung des Christseins und der Kirche. „Mit Zwölfen fing es an“, erklärte der Bischof und bezog sich dabei auf die zwölf Apostel als die Stammväter des neuen Israel. Ihnen war der auferstandene HERR mehrfach erschienen und sie bezeugten ihn mit ihrer Verkündigung und Hingabe.

Von Beginn der Kirche an waren ganze Hauswesen als Familien zum Glauben gekommen. „Das zeigt, dass der Glaube durch die Familie weitergegeben wird.“

Das zeige aber auch, sagte Bischof Voderholzer weiter, dass die Neugetauften in die eine neue große Familie der Kirche aufgenommen werden. 

Die erwachsenen Neugetauften erhielten außerdem die Sakramente der Firmung sowie die heilige Kommunion aus der Hand von Bischof Voderholzer.

Der Regensburger Bischof erklärte, die Wirkung der Taufe lässt sich nicht an den Äußerlichkeiten des menschlichen Körpers sehen. Vielmehr wird dem Herzen das Siegel Christi eingeprägt.  

Der Bischof dankte den neuaufgenommenen Gliedern der Kirche für ihre Bereitschaft, die Taufe in der Öffentlichkeit von Regensburg zu empfangen.

Im Anschluss an die Feier der Osternacht gab Bischof Dr. Voderholzer im Restaurant Bischofshof einen Empfang für die Neugetauften, ihre Paten und Patinnen sowie für zahlreiche Angehörige. Die Freude stand den Versammelten ins Gesicht geschrieben.

Auch in zahlreichen weiteren Pfarreien der Diözese Regensburg wurden Erwachsene und Kleinkinder durch die Taufe in die Kirche aufgenommen.


Lippstadt: Firmung im traditionellen Ritus

Von Felizitas Küble

Am Samstag, dem 21. April, haben fünfzehn Katholiken – darunter Kinder, Jugendliche und Erwachsene  – im westfälischen Lippstadt das Sakrament der Firmung im früheren Ritus empfangen (siehe Fotos). 

Um halb elf Uhr begann der feierliche Firmgottesdienst in der Kapelle „Zum guten Hirten“ mit einer Predigt von Bischof Alfonso de Galarreta (er ist einer der vier Weihbischöfe der traditionsorientierten Priesterbruderschaft St. Pius X.),  die von einem Priester auf deutsch übersetzt wurde.

Er erläuterte, wie Christus seine Apostel mit dem Heiligen Geistes ausgestattet hat und wie sein Beistand zu Pfingsten auch den Gläubigen in Jerusalem zuteil wurden.

Die Firmung verleihe dem Katholiken drei wichtige Gaben, die zugleich seine Aufgaben seien:

1. Er soll ein Zeuge des Glaubens sein. – 2. Er ist als „Soldat Christi“ berufen und erwählt, für die Heilswahrheiten einzutreten und für Christi Reich zu kämpfen. – 3. Er ist ein Apostel der Kirche und soll sich zum Glauben bekennen und ihn verbreiten.

Als Beter und Kämpfer für den katholischen Glauben lebe der Gefirmte aus der Kraft der übernatürlichen Tugenden (Glaube, Hoffnung, Liebe), die Gott uns durch seine Gnade schenke. Berufen zur Heiligkeit, soll sich der Gläubige für das Königtum Christi einsetzen, obwohl – so der Bischof wörtlich – sich „Mutter Kirche in einer furchtbaren Krise“ befinde.

Der heutige Relativismus vertrete die Gleichheit der Religionen und die Irrlehre, wonach jeder seine „eigene Wahrheit“ finden könne. Verhängnisvoll sei auch die Ehrfurchtslosigkeit gegenüber dem Altarsakrament: Heute gehe bald jeder zur hl. Kommunion, ob er sich im „Stand der Gnade“ befinde oder nicht.

Es gelte, sich unter den Schutzmantel Mariens zu stellen und ihr Unbeflecktes Herz als Zuflucht vertrauensvoll zu verehren, erklärte der Bischof weiter. Die Gottesmutter führe sicher zu Christus, der wiederum unser Heilsweg zum himmlischen Vater sei. Maria könne für uns bei ihrem göttlichen Sohn die Gnade der Beharrlichkeit und Glaubenstreue erbitten, die in dieser verwirrenden Zeit so entscheidend sei.

Nach der Predigt erfolgte die Spendung der hl. Firmung nach dem überlieferten Ritus (wie er vor der Liturgiereform gespendet wurde). Der Bischof legte den Firmlingen die Hände auf und salbte sie mit Chrisamöl. 

Nach der Firmung, die ca. 45 Minuten dauerte, begann die hl. Messe bzw. das levitierte Amt mit dem Bischof und zwei Priestern. Neben den Ministranten war zudem eine gregorianische Männerschola zugegen; die Kapelle war mit Gläubigen aus nah und fern voll besetzt.

Nach den Feierlichkeiten gab es auf dem Platz vor der Kapelle noch viele anregende Gespräche zwischen Priestern und Kirchenbesuchern, zwischen Firmlingen, ihren Angehörigen und Gratulanten.

Erstveröffentlichung dieses Artikels hier: http://fsspx.de/de/news-events/news/firmung-lippstadt-mit-bischof-alfonso-de-galarreta-37125


Das charismatische Umkehrungsprinzip stellt die bewährte Ordnung auf den Kopf

Von Felizitas Küble

Ein typisches  – allerdings eher verborgenes  –   Merkmal irrgeistiger Erscheinungen und Visionen ist das Verdrängungs-Prinzip: Diese „Botschaften“ aus dem Jenseits werben für fromme Anmutungen, Sonder-Andachten, Extra-Rosenkränze, wobei letzten Endes das Bewährte (z.B. der klassische Rosenkranz, wie er überliefert ist) verdrängt wird. 

Zumindest gerät das wirklich Wichtige durch etwas weniger Wichtiges oder gar Fragwürdiges in den Hintergrund, etwa auch dann, wenn durch bestimmte Gebetsanrufungen oder sehr fromm klingende Verehrungsforme(l)n mehr oder weniger der Eindruck entsteht, die Beichte bzw. das Bußsakrament sei in diesem Falle (wo doch angeblich der „Himmel“ selber spricht) nicht mehr nötig.

Während dieser Verdrängungsvorgang ein unterschwelliges, aber weitverbreitetes Kennzeichen der Falschmystik ist, steht in der charismatischen Bewegung das Umkehrungs-Prinzip im Hintergrund  – auch hier ist es oft erst auf den zweiten Blick erkennbar.

Nehmen wir als Beispiel einige Segnungs-Praktiken in schwarmgeistigen Kreisen.

Im neutestamentlichen Brief an die Hebräer heißt es, daß der Höhergestellte jener ist, der den Segen erteilt (vgl. Hebr 7,7)  –  was ja auch logisch ist. Zuvor wird erläutert, wie der geheimnisvoll-erhabene Priester-König Melchisedech einst Abraham segnete.

Es mag Ausnahmen geben, doch dies beinhaltet zunächst die gute Ordnung, gilt als grundsätzliche Regel. Bei allgemeinen Segenwünschen ist es etwas anderes; es geht hier um rituelle Segenshandlungen.

Daher segnen  Eltern ihre Kinder, Priester die Gläubigen, Bischöfe wiederum segnen ihre Priester. Natürlich „überkreuzen“ sich zuweilen die Ebenen, etwa wenn ein Bischof den  – besonders geschätzten – Primiz-Segen eines neugeweihten Priesters erhält  – oder wenn Eltern ihren priesterlichen Sohn segnen. Natürlich ist es letztlich Christus selber, der den Segen erteilt.

Doch in der charismatischen Szene wird das biblische Prinzip, dass der Höhergestellte den Segen erteilt, unmerklich zur Seite gerückt und umgedreht: Der Höhere spendet dann nicht den Segen, sondern er empfängt ihn.

Hierzu drei Beispiele:

  1. Die irische Nonne Briege McKenna reist weltweit durch die Lande und gibt Exerzitien, vor allem für Pfarrer. Auf Großversammlungen nimmt sie über Tausende von Priestern eine Art charismatische „Geistausgießung“ vor; so geschah dies mehrfach bei jährlichen „Priestertagen“ in Ars. (Nähere Infos zu ihrem Wirken hier: https://charismatismus.wordpress.com/2011/06/09/%e2%80%9evisionen%e2%80%9c-der-charismatischen-nonne-briege-mc-kenna/)
  2. Die aus Indien stammende Ordensfrau Sr. Margaritha Valappila erteilte bei ihren Gebetstagen und Exerzitien im „Haus Raphael“ mehrfach ihrem Hausgeistlichen (erst Ekkehard Edel, heute Manfred Huber) öffentlich ihren speziellen Einzelsegen per Handauflegung. (Daß diese Priester dabei sogar in Trance nach hinten umkippen, läßt den Vorgang noch problematischer erscheinen.)
  3. Ein Ruhestands-Pfarrer berichtete mir vor einigen Jahren, wie er von der „Gemeinschaft Emmanuel“ zu einer Pilgerfahrt nach Paray le Monial in Frankreich eingeladen wurde. Als die Gruppe dort eintraf, kamen einige Jugendliche auf ihn zu, die ihm  –  dem Priester  –  durch ihre Segensgesten eine charismatische „Geistausgießung“ vermitteln wollten. Der erstaunte Pfarrer lehnte dies ab und suchte das Weite.

Die fixe Idee mit der „Geistausgießung“ zum Empfang von außergewöhnlichen „Geistesgaben“ ist ohnehin theologisch unsinnig.

Katholiken wissen, daß sie den Hl. Geist bereits mit der Taufe empfangen  – und dann durch das Sakrament der Firmung die (in der Hl. Schrift erwähnten) Sieben Gaben des Hl. Geistes erhalten: den Geist der Weisheit, des Verstandes, des Rates, der Stärke, der Wissenschaft, der Frömmigkeit und der Gottesfurcht.  –  Darauf kommt es an, nicht auf aufsehenerregende Phänomene, die zwar der Wundersucht entgegenkommen, nicht jedoch dem Gottesreich dienen.

 


Ruhen im Geist? – Phänomen jenseits des Verstandes wirkt wie „elektrischer Strom“

Slain in the Spirit = Erschlagen „im Geist“

Seit über hundert Jahren hat sich weltweit, aber auch in Deutschland, das sogenannte „Ruhen im Geist“ ausgebreitet (vereinzelt gab es diesen Vorgang auch bereits vorher in enthusiastischen Strömungen, „Erweckungsbewegungen“ etc.).  

Dieses Phänomen, wonach Menschen wie in einer Art Trance –  fast wie ohnmächtig – plötzlich umfallen (meist auf ihren Rücken), zeigte sich zunächst vermehrt in der protestantisch-freikirchlichen Pfingstbewegung, fand dann aber seit 1967 (damals begann die kath. „Charismatische Erneuerung“) auch Eingang in die katholische Christenheit.

BILD: Flachliegende Personen beim „Ruhen im Geist“ nach dem „Segen“ eines Heilungspredigers auf den Philippinen

Von schwarmgeistiger Seite wird dieses  –  auf neutrale Beobachter meist befremdlich wirkende  –  Geschehen als „Geisttaufe“ angesehen, mindestens aber als besondere „Glaubenserfahrung“ oder gar als ein sanftes „Hineinfallen in den Schoß Jesu“ (so z.B. Sr. Margaritha Valappila in ihren Ansprachen).

Meist kommt es zu diesem plötzlichen Umkippen, wenn „geistbegabte“ Charismatiker bzw. euphorische Starprediger den herbeiströmenden Christen die Hände auflegen und einen Einzelsegen verteilen.

Dieser „Hammersegen“ wird im englischsprachigen Raum treffend als „Slain in the Spirit“, als Erschlagen(werden) im Geist bezeichnet.

Viele Verteidiger dieses Phänomens machen durchaus kein Geheimnis daraus, daß der Vorgang den menschlichen Verstand bzw. das Wachbewußtsein gleichsam ausschaltet, lahmlegt, zeitweilig außer Kraft setzt.

Nun wirkt der wirkliche Heilige Geist aber nicht gegen die menschliche Vernunft (auch nicht ohne sie); vielmehr baut die Gnade auf der Vernunft auf und vollendet sie.

Zudem gehört der Verstand nicht nur zur natürlichen Schöpfungsordnung Gottes (er ist also gleichsam ein Geschenk des Himmels), sondern sogar zur Erlösungsordnung; immerhin lehrt die katholische Kirche, daß durch das Sakrament der Firmung die Sieben Gaben des Hl. Geistes vermittelt werden – und eine dieser sieben Gaben ist der Verstand (eine weitere Gabe ist übrigens die Wissenschaft bzw. Erkenntnis).

Daher ist seit zweitausend Jahren noch nie beobachtet worden, daß bei einer Taufe (Einwohnung Gottes, somit auch des Hl. Geistes, in der menschlichen Seele), einer Firmung, einer Priester- oder Bischofsweihe jemals ein „Ruhen im Geist“ stattgefunden hätte. Dabei steht laut katholischem Glauben fest, daß der Geist Gottes in diesen von Christus selbst gestifteten Sakramenten heilsmächtig wirksam ist.

Zu den begeisterten Anhängern der Charismatischen Bewegung gehört auch der Vatikanprediger Pater R. Cantalamessa. In seinem Buch „Komm, Schöpfer Geist“ heißt es über den Hammersegen:

„Die vom Geist ‚berührte‘ Person fällt zu Boden, aber weich, als ob jemand sie auf dem Fußboden ausstrecken würde; jede geistige Aktivität hört auf, und wenn die betroffene Person danach anderen beschreiben will, was sie in jenen Momenten erlebt hat, findet sie dafür nur ein Wort: Frieden, Frieden, soviel Frieden.“

Wohlgemerkt: „Jede geistige Aktivität hört auf.“

Eine eifrige Aktivistin des Flachlegens von Gläubigen ist beispielsweise Sr. Margaritha Valappila vom „Haus Raphael“ in Bad Soden-Salmünster (es handelt sich dabei um ein kirchlich nicht anerkanntes „Evangelisationszentrum“).

Die charismatische Nonne erklärte in einer Ansprache vom 15.2.2008 mehrfach: Um die Gaben des Hl. Geistes zu erhalten, müsse man die „Intelligenz abschalten“. Daher sei es für „studierte Leute“ schwerer, die Geistesgaben zu erhalten.

Schon kleine Kinder kippen bei ihr nach hinten um: In ihrem Buch „Unterwegs mit Jesus“ sieht man auf  S. 94 das Foto eines Mädchens im Grundschulalter: Jene Miriam erlebte das sogenannte „Weinen im Geist“ und „Lachen im Geist“:  Nach dem Einzelsegen von Sr. Valappila lag sie sofort flach, mußte jedesmal bis zu einer Viertelstunde weinen; im September 2009 habe sie – so heißt es dort  –  „fröhlich gelacht, als ob Gott mich kitzeln würde“.

Ein solch gleichsam zwanghaftes und quasi-ohnmächtiges Weinen und Lachen „im Geist“ stammt aber nicht vom Geist des HERRN, der die menschliche Freiheit (die ER selbst erschaffen hat), grundsätzlich nicht vergewaltigt und erst den Verstand nicht „flachlegt“.

Auf  S. 182 ist die  Rede von einem dreijährigen (!), zudem behinderten (!) Knaben, der nach nach ihrer Handauflegung über eine Stunde flachlag, das nächste Mal sogar zwei Stunden. (Das scheint noch lange nicht die Obergrenze zu sein: Der bekannte charism. Starprediger John Wimber schreibt in seinem Buch „Powerhealing“ dazu: „Gelegentlich kann dieser Zustand 12 bis 48 Stunden anhalten.“)

BILD: Buchtitel von Sr. Valappila: „Jesus lebt heute“

Man fragt sich als nüchterner Christ überdies, was denn der himmlische Gott mit dem elektrischen Strom zu tun hat – oder ist ein gefühlter „Stromschlag“ neuerdings ein Gnadenmittel von oben?

In ihrem Buch  „Jesus lebt heute“ schreibt die schwarmgeistige Ordensfrau auf S. 38, sie habe in Indien an einem charismatischen Großtreffen teilgenommen; als sie dort im Geist ruhte,  gewann sie  –  eigenen Angaben zufolge  –  „den Eindruck, als würde elektrischer Strom durch meinen Körper fließen“  –  In ihrem Buch „Unterwegs mit Jesus“ heißt es S. 11 hierüber: „Ich durfte das Wirken des Hl. Geistes erfahren, den ich spürte, als würde elektrischer Strom durch mich fließen.“

Dieses „elektrische“ Durchströmen des Körpers erlebte bereits der britische Erweckungsprediger John Wesley (Gründer der methodistischen Freikirche) im 18. Jahrhundert als Empfang einer „Geisttaufe“.

Bei charismatischen Heilungspatres ist diese Erfahrung ohnehin gang und gäbe, z.B. bei Dr. Joseph Vadakkal, der sein besonderes Geisterlebnis wie folgt schildert: „Ich hatte das Gefühl, als ob mein ganzer Körper unter Strom stand. Ich spürte Stromschläge, die durch meinen Körper fuhren.“ (Aus seinem Buch: „Jesus wischt deine Tränen ab“, S. 21)

Auch von Betroffenen, die aus der Schwärmerszene aussteigen, wurde mir dieses Phänomen („als würde mich elektrischer Strom durchrieseln“) mehrfach berichtet; manchmal begann dieses Gefühl sogar schon vor dem Umkippen bzw. hat es eingeleitet.

Diesen Hammersegen beschreibt Sr. Valappila, die Ordensfrau aus Kerala (Südindien), die seit Jahrzehnten im hessischen Bad Soden-Salmünster wirkt, als echtes Superwunder des Hl. Geistes.

In ihrer Publikation „Unterwegs mit Jesus“ rühmt sie auf S. 150, sie habe „nie so viele Wunder erlebt wie in Japan“, als sie dort mit ihrem Team „evangelisiert“ habe. Dabei habe sie und ihre Mitarbeiter erlebt, „daß Lahme wieder gehen, Blinde wieder sehen, Tauben hören und vieles mehr.“ 

Wirklich „erstaunlich“, aber jetzt kommts: „Das größte Wunder war, daß bei der Handauflegung fast alle im Hl. Geist ruhten, obwohl die meisten das erste Mal an Exerzitien teilnahmen und die Gnadengabe des Ruhens im Geist nicht kannten.“

Interessanterweise beschreibt sie in all ihrer euphorischen „Naivität“ in ihrem Buch „Jesus lebt heute“ auf S. 28, wie eine ungetaufte (!) junge Frau aus bloßer Neugier zu ihren Exerzitien kam: „Bei der Handauflegung bekam sie die Gnade, im Heiligen Geist zu ruhen.“

Folglich gibt Sr. Valappila damit selber zu, daß dieses ohnehin bedenkliche Phänomen auch außerhalb der Christenheit wirksam ist.

Tatsächlich kennt man Trance-Erlebnisse oder ekstatische Begleiterscheinungen auch in anderen Religionen, vor allem in der fernöstlichen Yoga-Meditation (worauf diese enthusiastische Nonne doch sonst so allergisch reagiert).

Dort wird der Hammersegen als „Shakti pat“ bezeichnet: meist geschieht dies, wenn Hindu-Gläubige einem Guru ihre Verehrung erweisen, sich z.B. vor einem erfahrenen Yogi verneigen bzw. wenn dieser seine „Energie-Kraft“ per Handauflegung an Schüler weitervermittelt.

Hierüber berichtet z.B. Rabindranath R. Maharaj  –  er ist Nachkomme einer langen Linie hochrangiger Brahmanen  –  in seinem aufschlußreichen Buch „Der Tod eines Guru“ (siehe Foto).

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den Jugendverlag KOMM-MIT und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Foto (Nr. 1): Pattayablatt


Spiritueller MISSBRAUCH durch Alan Ames und seinen „Hammersegen“

Von Felizitas Küble

Seit Jahrzehnten reist der australische Starprediger Alan Ames durch die Lande, auch durch die deutschen  –  und er „spendet“ bei seinen Veranstaltungen, die leider sogar öfter in katholischen Kirchen stattfinden, fleißig den „Hammersegen“  –  gemeint ist damit ein ohnmächtiges Rückwärtskippen in einer Art Trance, von Charismatikern als „Ruhen im Geist“ verherrlicht. (In den USA spricht man dabei passender von „Slain in the spirit“ = Erschlagenwerden im Geist.)

Im Laufe der letzten zwanzig Jahre haben sich bei mir reihenweise  Geschädigte gemeldet, die von Alan Ames, der indisch-deutschen Nonne Sr. Margarita Valappila (Haus St. Raphael in Bad Soden-Salmünster) oder anderen Schwarmgeistern „flachgelegt“ wurden  –  seien sie katholisch-charismatisch oder evangelisch-pfingstlerisch. Die belastenden Folgen für die Betroffenen halten teilweise jahrelang an.

BILD: In diesem Buch propagiert Ames den Hammersegen

Noch heute erhielt ich den Anruf einer Dame, die vor einigen Jahren diesen charismatischen Hammersegen bei einem Auftritt von Ames in Heroldsbach erhielt. Als sie dann wieder aufstand, fühlte sie sich wie „beschwipst“, das war aber noch das wenigste: Danach machten sich bei ihr nämlich keine wunderbaren „Geistesgaben“ bemerkbar, sondern zahlreiche seelische und sprituelle Probleme.

Leider ist sie nicht das einzige Opfer dieser irrgeistigen Praktik; allein in diesem Jahr haben sich wieder mehrere Betroffene bei mir gemeldet.

„Wundervolle Dinge: Die Leute fallen um…“

Daß Alan Ames die Gläubigen, die von ihm einen „Einzelsegen“ erhalten, reihenweise flachlegt, wurde in vielen Zeitungsberichten vermerkt, manchmal mit Erstaunen, selten in Sorge, oft leider sogar in naiver Zustimmung.

Ein Beispiel hierfür ist dieser Artikel aus der „erneuerungsbewegten“ kath. Szene: http://www.goodnews-wien.at/2014/09/hoppala-ist-denn-da-los-heilungsgebet-mit-alan-ames/

Darin heißt es über einen Auftritt von Alan Ames:

„Ein Abend voller wundervoller Dinge, die Leute fallen um, als sie von Alan Ames gesegnet wurden. Was ist da los?

Außenseiter mögen sich das fragen. Insider erfahren es. Gottes Geist ist lebendig, unberechenbar und wirkt auch heute. Und das mitten in der konservativen Katholischen Kirche.

Tja, da ist was los! Übrigens, die da am Boden liegen, ruhen im Geiste.

Niemand ist verletzt, im Gegenteil, all jene stehen erfrischt und oft geheilt bald wieder auf ihren Beinen.“

So wird den Gläubigen dieses irrgeistige Vorgehen schmackhaft gemacht und wie eine wertvolle Perle serviert, statt vor dieser Sumpfblüte, diesem Zerrbild des Glaubens zu warnen.

Wirkt der Heilige Geist etwa ohne oder gar gegen den Verstand und das menschliche Bewußtsein? Erleuchtet Gottes Geist nicht vielmehr unsere Erkenntnis und unsere Vernunft mit dem Licht des Glaubens?

GOTT ist ein Freund der menschlichen Freiheit

Die Gnade baut auf der Natur auf –  und Gott überwältigt sie nicht, er „wirft sie nicht um“, denn Gott ist ein Freund der menschlichen Freiheit, die ER selber uns verliehen hat.

Als Katholiken sind wir überzeugt, daß uns durch das Sakrament der Firmung die Sieben Gaben des Heiligen Geistes geschenkt werden, wobei wir diese Gnadengaben in unserem Leben fruchtbar machen sollen.

Zu den „7 Gaben“ gehören interessanterweise auch die Gabe des Verstandes und der Wissenschaft (Erkenntnis) sowie der Stärke und Weisheit.

BILD: Durch den Hammersegen flachgelegte Teilnehmer eines Charismatiker-Seminars auf den Philippinen

Soll man wirklich davon ausgehen, beim quasi-ohnmächtigem Umkippen seien Verstand, Weisheit, Stärke und Wissenschaft wirksam?

Es ist in zweitausend Jahren in keinem einzigen Fall bezeugt worden, daß bei einem Sakrament, das speziell den Heiligen Geist bzw. seine Gaben vermittelt (Taufe, Firmung, Priesterweihe) jemals ein Mensch „im Geist geruht“ hat.

Nun wissen wir aber im Glauben, daß bei der sakramentalen Begegnung mit Gott tatsächlich auch seine wirksame Gnaden verliehen werden. Freilich kommt es hierbei keineswegs zu charismatischen Manifestationen wie dem Toronto-Segen, „Heiligem Lachen“, „Heiligem Weinen“, Zungenreden, „Prophetengabe“ usw.

Unser Glaube beruht nicht in erster Linie auf dem Gefühl, schon gar nicht auf ekstatischen, außer Kontrolle geratenen Emotionen oder Trance-Erfahrungen ähnlich wie bei Zen oder Yoga, also gerade jenen fernöstlichen Praktiken, welche doch von Charismatikerseite so eifrig bekämpft werden (dabei sind die strukturellen und mentalen Ähnlichkeiten unübersehbar).

Auch und gerade der Heilige Geist ist ein Gott der Ordnung, Besonnenheit und Nüchternheit, der Apostel Paulus die damaligen Gemeinden in seinen Briefen häufig ermahnt.


Regensburg: Bischof Rudolf Voderholzer taufte 14 Gläubige in der Osternacht

14 Menschen hat Bischof Rudolf Voderholzer während der Feier der Osternacht im Hohen Dom St. Peter in Regensburg getauft. Seit den Uranfängen gehört die Taufe in die Osternacht.

Die Auferstehung Christi ist ein geschichtliches Ereignis, sie ereignet sich aber auch in der Gegenwart: in der Taufe. Und in der Osternacht selbst feiert die Kirche die Auferweckung Jesu von den Toten.

In der Osternacht ab 21 Uhr war der Dom vollbesetzt mit Gläubigen, die Kerzen und Osterspeisen mitgebracht hatten. Die Domspatzen gestalteten auf höchstem musikalischem Niveau die Feier des Höhepunkts der drei Heiligen Tage, des Triduums.

Bewegt dankte der Bischof den Neugetauften  –  13 Erwachsenen und einem Kind  –  für ihr Zeugnis, das sie durch das Bekenntnis zur Gemeinschaft der Kirche ablegen. „Sie machen uns allen hier im Dom viel Mut“, sagte der Oberhirte von Regensburg. Auch die bereits Christen seien, bedürften dieser Ermutigung und Stärkung auf dem Weg durch ihr Leben.

Dieser Ostersonntag, 16. April, ist der Geburtstag von Papst em. Benedikt XVI. Bereits während der Osternachtfeier wurde seiner gedacht, denn der Folgetag bricht mit seinem Vorabend an; so auch an diesem Abend.

Bischof Voderholzer, Gründungsdirektor des Institut Papst Benedikt XVI. in Regensburg, erinnerte an die Tatsache, dass der 16. April 1927 ein Karsamstag war, an dem Joseph Ratzinger in der Frühe in Marktl am Inn geboren wurde.

Mit den Täuflingen dieses Abends hat er gemeinsam, dass sie alle mit Osterwasser getauft wurden. In der Liturgie vor der Reform wurde die Auferstehungsfeier bereits am Samstagmorgen gefeiert. Joseph Ratzingers Eltern wollten ihm das „Ewige Leben gleichsam schon in die Wiege legen“, erläuterte der Bischof; deshalb erfolgte die Taufe gleich noch an diesem Tag – mit Osterwasser, das in der Auferstehungsfeier gesegnet worden war. Die anwesende Klosterschwester sprang als Taufpatin ein.

Die Taufe ist die Aufnahme in die große Familie der Kirche, sagte Dr. Voderholzer in der Predigt weiter. In der Taufe bekommt der Christ den dreieinigen Gott und die Kirche geschenkt, deren Abbild Maria, die Mutter des HERRN ist. Der Täufling wird beschenkt mit neuem, unzerstörbarem Leben. In der Kirche, so Bischof Rudolf, gibt es keine Ausländer.

Die Liturgie hatte vor dem Dom mit der Segnung des Osterfeuers begonnen. Der Bischof sprach die Gebete, die ins Innere des Doms übertragen wurden. Entzündet wurde die Osterkerze, Symbol für Christus, das Licht.

Anschließend zogen der Bischof, Weihbischof Reinhard Pappenberger, die Mitglieder des Domkapitels, die Mitglieder des Priesterseminars und die Domspatzen in den finsteren Dom ein. Dort verkündete der Diakon Christus als das Licht – und das Feuer der Kerze verbreitete sich im ganzen Gotteshaus unter den Gläubigen, bis der gesamte Innenraum erhellt war.  

Dann trug der Diakon den jubilierenden Hymnus auf die Besonderheit der Nacht vor, in der Christus von den Toten erstanden ist: „Frohlocket, ihr Chöre der Engel …“

Die erwachsenen Neugetauften erhielten die weiteren Sakramente der Firmung und der Eucharistie, der neun Jahre alten Sarina werden diese Sakramente zu gegebener Zeit in ihrer Heimatpfarrei gespendet.

Wie bereits am Gründonnerstag verwendete Bischof Voderholzer bei der Feier der Eucharistie in dieser Osternacht die Hostiendose, die ihm der evangelische Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss im Rahmen des Versöhnungsgottesdienstes im März überreicht hatte. Dies tat der Bischof als sichtbares Zeichen für den gemeinsamen Weg zur Einheit.

Auf der Hostiendose sind Vorausbilder für die Eucharistie dargestellt, darunter der Manna-Regen, die Brotgabe vom Himmel während der Wanderung des Volkes Israel durch die Wüste.

Nach der Osternachtsfeier gab der Bischof einen Sektempfang im „Domplatz 5“ für die neuen Christen und ihre Patinnen und Paten. Jedem Neugetaufte überreichte er die Heilige Schrift in der neuen Einheitsübersetzung.

Quelle (Text/Fotos): Bistum Regensburg


Warnung vor dem „Ruhen im Geist“: Warum der Hammersegen nicht von oben kommt

Von Felizitas Küble

Die Charismatische Bewegung  –  ob sie sich nun „katholisch“ kleidet oder protestantisch gebärdet – rühmt sich bekanntlich besonderer „Geistesgaben“, wozu das Zungenreden, die sog. „Gabe der Prophetie“, das Hellsehen („Wort der Erkenntnis“), die „Gabe der Befreiung“ (angeblicher Exorzismus), Krankenheilungen und vor allem die „Taufe im Geist“ gehören. Scannen0008
 
Diese „Taufe im Geist“, wie eingefleischte Pfingstler sie nennen, wird von gemäßigten Charismatikern, zumal aus dem „katholischen“ Bereich, etwas zurückhaltender als „zweiter Segen“ (der erste Segen ist demnach die Taufe) oder als „Geisterfüllung“ bezeichnet.
Diese vermeintliche „Erfahrung des Hl. Geistes“, die meist durch Handauflegung eines Charismatikers oder gar eines „Sehers“ erfolgt, bewirkt oft die „Sprachengabe“ (charismatisches Zungenreden) oder das sog. „Ruhen im Geist“, von Kritikern auch als Hammersegen bezeichnet.
 
Dieses von Charismatikern verherrlichte „Ruhen im Geist“ ist bereits eine verharmlosende Übersetzung aus dem Englischen, denn „Slain in the Spirit“ heißt nicht Ruhen, sondern „Erschlagenwerden im Geist“. Die Betreffenden, die stehend den „Segen“ bzw. die Handauflegung eines Charismatikers empfangen, fallen bei der dieser „Geisttaufe“ gleichsam wie ohnmächtig auf den Rücken und bleiben dort zuweilen wie im Schlaf länger liegen.
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Manche beginnen, nachdem sie einige Zeit auf dem Boden  lagen,  wie in Ekstase zu lachen oder zu weinen bzw. zeigen sonstige Verrenkungen oder Gefühlsäußerungen (Zuckungen, Trance, Schreien) oder geraten ins Zungenreden.
In gewisser Hinsicht trifft der Ausdruck vom „Ruhen“ im Geist durchaus zu, nämlich als Ruhen des Geistes, denn der Verstand bzw. das Wachbewußtsein „ruhen“, allerdings sorgt dafür sicherlich nicht der Heilige Geist, der als göttliche Geist nicht gegen, sondern mit dem Verstand wirkt.
Nun ist dieses Sonderphänomen nicht neu, es trat z.B. ab 1994 massenhaft in der protestantisch-pfingstlerischen Hochburg Toronto in Kanada massenhaft auf, wird daher zuweilen als „Toronto-Segen“ bezeichnet. Toronto gehört zu den Vineyard-Gemeinden, die von dem prominenten charismatischen Prediger John Wimber gegründet wurden.
 
Da sich dieser „Toronto-Segen“ leider nicht auf diese Stadt beschränkt und zudem viel älter ist, kann man auch passend vom „Hammersegen“ sprechen, denn die angeblich „Geisterfüllten“ kippen plötzlich nach hinten um, als ob man ihnen mit einem Gummihammer eins auf die Mütze gegeben hätte. Daß dieser Vorgang nicht vom Heiligen Geist herrühren kann, dürfte jedem klar sein, der theologisch bis drei oder gar bis fünf zählen kann.PAX
Schließlich gehört der Verstand zu den Sieben Gaben des Heiligen Geistes, die bei der Firmung verliehen werden. Warum sollte der Hl. Geist, die dritte göttliche Person der Dreieinigkeit, den Verstand und das Bewußtsein des Menschen lahm legen und denselben rücklings auf den Boden werfen? Der wahre Geist Gottes bringt Menschen zur Besinnung, statt sie ihnen zu rauben!
 
Derartiges kann nicht von oben, sondern nur von innen (aus der Psyche) oder im schlimmsten Falle „von unten“ kommen. Meist besteht in solchen Fällen eine bedauerliche Empfänglichkeit für suggestive Fremdeinflüsse (eine Art Hypnose durch den „segenspendenden“ Heiler)  –  oder es wirken sogar dämonische Kräfte, wobei sich beide Ebenen (von innen und von unten) auch vermischen können.