Die Herkunft von Osterei und Eier-Bemalung

Die übertriebene Rücksichtnahme auf den Islam und Fixierung auf Geschäftsinteressen geht in England inzwischen soweit, daß die Firma Cadbury ihre Ostereier nicht mehr so nennt, um sie auch an Anhänger anderer Religionen zu verkaufen. Kritik daran kommt von Kirchenvertretern und Politikern. (Näheres hier: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/eiersuche-bei-cadbury-nur-nicht-ostern-erwaehnen-14965158.html)

Wobei das Osterei erst im Laufe einer längeren Zeit zum christlichen Symbol geworden ist. Es galt zunächst in vielen Religionen  – zum Beispiel im alten Ägypten oder Phönizien  – als Zeichen für neues Leben oder Wiedergeburt, denn aus einem – wie es scheint – leblosen Gegenstand schlüpft ein Küken und erwacht somit neues Leben.  

FOTO: Eine Volkskünstlerin dekoriert Eier in Münster bei einem Osterbasar

Die Kirche übernahm diese altertümlichen Traditionen und gab ihnen zugleich eine neue Bedeutung. Der Sinngehalt „neues Leben“ paßte gut zu Ostern, zum Fest der Auferstehung Christi.

Auch für das Färben und Dekorieren der Eier gibt es eine christliche Legende aus der griechisch-orthodoxen Sagenwelt. Demnach habe Maria Magdalena nach Christi Auferstehung dem römischen Kaiser von diesem Wunder aller Wunder berichtet. Dieser widersprach und meinte, Jesus sei genauso wenig auferstanden wie diese frisch gelegten Eier vor seinen Augen eine rote Schale aufweisen würden. In diesem Moment färbten sich diese Eier rot, um Christi Auferstehung zu bezeugen.

 Foto: Felizitas Küble

 


Lehrreiche und kreative Feier in München: Zehn Jahre EU-Mitgliedschaft Polens

Von Susanne Habel

Die Münchner Deutsch-polnische Gesellschaft veranstaltete am Europatag, dem 9. Mai 2014, unter dem Motto „Deutsch-Polnische Begegnungen – zehn Jahre EU-Mitgliedschaft Polen“ im Sudetendeutschen Haus in München ein Fest mit einem bayrisch-polnischen folkloristischem Programm und einer Podiumsdiskussion. Podium_Habel

BILD: Diskussion auf dem Podium: Prof. Krzysztof Ruchniewicz (Breslau), Prof. Dieter Bingen (Darmstadt), Agnieszka Kowaluk, Prof. Klaus Ziemer (Warschau), Dr. Marek A. Cichocki (Warschau) und Tomasz Zapart (v.l.).

Gefeiert wurden auch weitere Jubiläen: 25 Jahre Runder Tisch in Polen, 15 Jahre Polen in der NATO und 40 Jahre Deutsch-Polnische Gesellschaft in München.

Bei der auf Deutsch geführten und sachkundig von Agnieszka Kowaluk moderierten Podiumsdiskussion diskutierten der Historiker Krzysztof Ruchniewicz von der Universität Breslau mit Dieter Bingen, dem Direktor des Deutschen Polen-Instituts in Darmstadt, dem Politikwissenschaftler Klaus Ziemer von der Universität Warschau, dem Warschauer Philosophen Marek A. Cichocki und dem Warschauer Journalisten Tomasz Zapart.

Einig war man sich auf dem Podium über die erfolgreiche Eingliederung Polens in die EU und seine großen wirtschaftlichen Fortschritte in den letzten zehn Jahren.  Bandoska_Habel_2188

BILD: Die Musikgruppe Bandoska aus Südost-Polen

Ruchniewicz sagte dazu, es sei eine Stabilität eingetreten und das Land habe eine schnellere Entwicklung genommen. Bingen stimmte zu: „Die Polen können zufrieden sein“.

Ziemer freute sich über den „Zivilisationsfortschritt“ durch den EU-Beitritt und meinte, Polen könne für die Ukraine ein Vorbild sein. Cichocki bedauerte die Abwanderung von arbeitslosen polnischen Jugendlichen und die schwierige geopolitische Lage, aufgrund derer viel Geld in den Verteidigungshaushalt ginge.

In Polen werde gemeinsam mit den benachbarten osteuropäischen Staaten, besonders der Ukraine, viel stärker die Bedrohung durch Wladimir Putins aggressive Machtpolitik empfunden, meinten alle. Ziemer sagte: „Die Angst vor russischen Repressionen ist groß.“   –  Daher könne auch mit einer Einführung des Euro in Polen gerechnet werden.

Putins Vorgehen in der Krim und der Ostukraine werde in Polen ganz anders und wohl auch realistischer wahrgenommen als in der westlichen Öffentlichkeit und Medienwelt, fügte Bingen zu.  Goasslschnalzen_Habel

BILD:  Die Hinterkirchner Gruppe aus Niederbayern beim Goasslschnalzen

Er kritisierte besonders die westlichen Medien und Talkshows mit ihrem vollkommenen Unverständnis der berechtigten Ängste in Polen und im Baltikum.

Die katholische Kirche übe weiter eine stabilisierende Wirkung aus, bestätigten die Diskutanten auf eine Frage aus dem Publikum hin, das der spannenden Diskussion fast zwei Stunden lang folgte.

Zur Unterhaltung gab es Tanz und Musik: Die Kindertanzgruppe Krakowiak aus München, der Trachtenverein Hinterskirchen aus Niederbayern und die Tanz- und Musikgruppe Bandoska aus Resche/Rzeszow im Karpatenvorland, lieferten im Festsaal ein großartiges Tanzprogramm.

Munter lieferten gleich zu Anfang die kleinen Tänzer von Krakowiak einige Tänze und Lieder. Werner Meier, der Vorsitzende der Deutsch-Polnischen Gesellschaft München warnte die polnischen Gäste vor der nächsten Nummer: „Bitte nicht erschrecken, wenn es knallt!“

Denn nun sprangen vier Burschen in Tracht in den Saal und ließen ihre langen Peitschen perfekt im Takt zur Musik knallen: Das berühmte „Goassl-Schnalzen“ des Trachtenvereins Hinterskirchen war pure Bayern-Folklore.

Der Maibaumtanz, bei dem die Hinterskirchener beim Tanzen weiß und blaue Bänder um eine Stange verflochten, erntete großen Applaus, wie auch die polnische Gruppe: Bandoska mit ihren kunstvollen Volkstänzen aus dem Karpatenland. Die Gruppe kam direkt vom Münchener Marienplatz, wo sie schon bei den Feiern zum Europatag vor dem Rathaus getanzt hatte.

Die polnisch-deftigen Buffethäppchen ließen die Gäste sich vor den Bildern der Künstler Daria Nadolska, Grazyna Guerrero und Wojciech Bielawski im Foyer schmecken.

Die Autorin Susanne Habel   –  von ihr stammen auch diese drei Fotos  – ist Journalistin und Redakteurin in München.