Ein großer Held der Kirche – der albanische Pfarrer Ernest Simoni – ist Kardinal geworden

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Am 19. November 2016 hat Papst Franziskus 17 neue Kardinäle ernannt. Diese Kardinäle spiegeln, noch mehr als schon bisher, den Charakter der katholischen Weltkirche wider. gindert

Das kann man an den Personen der neuen Kardinäle aus Malaysia, Lesotho/Afrika, Bangui, Mauritius, Papua-Neuguinea und Bangladesch ablesen. Auch ein Brennpunkt des „Dritten Weltkrieges“, nämlich Syrien bekam einen Kardinal.

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“

Es war schon bisher so, dass bei Kardinalsernennungen neben Bischöfen auch verdiente Männer  –  wie Theologen oder Kirchenhistoriker, z.B. Walter Brandmüller  –  die Kardinalswürde bekamen.

Dieses Mal wurde ein einfacher Priester, der 88-jährige albanische Pfarrer Ernest Simoni, zum Kardinal ernannt. Ihm war Papst Franziskus bei seinem Albanien-Besuch am 21. September 2014 begegnet.

Ernest Simoni ist ein Märtyrer der kommunistischen Unterdrückung, ein leuchtendes Vorbild und ein wahrer Held, auf den die Katholiken der Weltkirche stolz sein können! Warum?

Glaubensstärke auch in schwerster Zeit

Glaubenszeugen wie Simoni stellen so existentielle Fragen wie diese: Woher nimmt ein Mensch die Kraft, brutale Unterdrückung, die Verweigerung aller Menschenrechte und selbst Folter zu ertragen, ohne einzuknicken – jahrzehntelang?

Wir bewundern zu Recht die Bezwinger des Nangaparbat. Eine solche Expedition kann Wochen dauern. Wir bewundern die Ironmänner- und -frauen, die in 6 – 8 Stunden Wettkämpfe absolvieren, die vier Kilometer schwimmen, die den Teilnahmern eine Marathonstrecke von 42 km und noch 200 km Radfahren abfordern.

Foto: Evita GründlerErnest Simoni hat von 1948 bis 1990 die brutale Unterdrückung des ersten atheistischen Staates der Welt ertragen, den der kommunistische Diktator von Albanien Enver Hodscha ausgerufen hat. Übrigens ein Hinweis dafür, was die Menschen in einem gottlosen Staat erwartet. Doch darüber reden die Gutmenschen von heute nicht.

Ernest Simoni wurde am 18. Oktober 1928 in Troshani/Albanien geboren. Mit zehn Jahren trat er in ein Franziskanerkolleg ein und nahm seine Studien auf. Er wollte Priester werden.

Aus dem Kloster wurde ein Folterzentrum

1948 wurde das Franziskanerkloster von den Kommunisten geplündert. Die Franziskaner wurden erschossen. Die Novizen wurden vertrieben. Das Kloster wurde in ein Folterzentrum für Gefangene umgewandelt.

Simoni wurde vom Regime in ein verlassenes Nest in den Bergen geschickt. Er sollte dort Schulunterricht geben. Er nutzte aber die Möglichkeit, um die Menschen dort religiös zu unterweisen. Nach seiner Militärzeit (1953 – 1955) schloss er im Untergrund seine theologischen Studien ab und wurde zum Priester geweiht.

Am Weihnachtstag 1963 wurde er verhaftet und eingekerkert. Zuerst zum Tode verurteilt, wurde die Strafe in 25 Jahre Zwangsarbeit umgewandelt. In der Kerkerhaft wurde Simoni zum geistlichen Vater und zum Bezugspunkt der Mitgefangenen.

Am 27. Mai 1973 wurde Simoni als „Anstifter einer Revolte“ erneut zum Tode verurteilt. Wegen des Zeugnisses seiner Mitgefangenen für ihn wurde aber das Urteil nicht vollstreckt. Kerkeraufenthalt und Zwangsarbeit dauerten insgesamt 18 Jahre. 12 Jahre davon musste er im Bergbau arbeiten.

Nach der Haftentlassung 1981 wurde er als erklärter „Feind des Volkes“ in den Kanalisationsarbeiten von Skutari bis zum Untergang des kommunistischen Regimes eingesetzt. Nach der Befreiung forderte er nicht die Bestrafung der Unterdrücker, sondern setzte sich in ganz Albanien für die Aussöhnung seiner Landsleute ein.


Kommunistisches Kuba: Bürgerrechtler Hernández Leiva 40 Tage lang gefoltert

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, dass der kubanische Bürgerrechtler Mario Alberto Hernández Leiva seit 40 Tagen im Provinzgefängnis von Villa Clara („El Pre“) gefoltert wird. IGFM-menschenrechtede-8174_01_dd53c02859

Hernández Leiva ist Vizepräsident der „Oppositionellen Bewegung für eine neue Republik“. Unter anderem musste er stundenlang stehen und durfte seine Notdurft nicht verrichten. Er ist rund um die Uhr mit Handschellen gefesselt und kann inzwischen nicht mehr gehen.

Die IGFM weist darauf hin, dass Hernández Leiva nicht das einzige Folteropfer in Kuba ist, sondern die gesamte Demokratie- und Bürgerrechtsbewegung in Kuba verfolgt wird. Alle Menschenrechtsorganisationen und staatsunabhängigen Gewerkschaften seien verboten. Ebenso alle Parteien – mit Ausnahme der regierenden Kommunistischen Partei Kubas.

Mario Alberto Hernández Leiva war einer der 53 politischen Gefangenen, die nach dem Abkommen zwischen Raúl Castro und Barack Obama Anfang 2015 aus dem Gefängnis entlassen wurden. Er war zuvor sieben Monate ohne offizielle Anklage in Haft. Seither wurde er mehrmals kurzzeitig festgenommen und von Polizei und Staatssicherheit mit einer langjährigen Gefängnisstrafe bedroht, wenn er nicht bereit sei, seinen regimekritischen Aktivismus aufzugeben.

Leiva setzte sich aber weiterhin für Demokratie und Menschenrechte auf Kuba ein und nahm an Protestmärschen der Bürgerrechtsorganisation „Damen in Weiß“ teil.

Am 1. November 2015 wurde der Bürgerrechtler während einer Protestkundgebung in Havanna gewaltsam festgenommen und schließlich wegen angeblichen „Widerstands“ zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt. Zunächst trat er seine Haftstrafe in Havannas Hochsicherheitsgefängnis „Combinado del Este“ an, nach einigen Wochen wurde er ohne Angabe von Gründen in das Provinzgefängnis von Villa Clara „El Pre“ überstellt.

IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin fordert die sofortige und bedingungslose Freilassung Leivas: „Folter und unmenschliche Haftbedingungen sind in kubanischen Gefängnissen an der Tagesordnung. Die internationale Gemeinschaft darf dieses Vorgehen gegen unliebsame Regimekritiker, die nur friedlich ihr fundamentales Menschenrecht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit einfordern, nicht länger tolerieren“, so Lessenthin.

Weitere Infos zu Kuba: www.menschenrechte.de/kuba


IGFM trauert um einen bedeutenden Bürgerrechtler aus China: Harry Wu

Brutales Schicksal unter den Roten Garden erlebt

Einer der bedeutendsten Menschenrechtler Chinas ist tot. Harry Wu, verstarb am 26. April auf einer Urlaubsreise mit Freunden in Honduras im Alter von 79 Jahren.

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), dessen Kuratoriumsmitglied Wu seit 1996 war, nannte Harry Wu „einen Helden der Menschenrechte, dessen Vermächtnis verpflichtet.“   csm_Harry-Wu-IGFM_f53b8a1258

Trotz aller Einschüchterungsversuche aus Peking hat der Deutsche Bundestag 2007 das Laogai-System in der Volksrepublik China durch eine fraktionsübergreifende Resolution verurteilt, der sich nur die Linken verweigerten. Eine Sensation und eine Anerkennung der unermüdlichen Aufklärungsarbeit von Harry Wu, so Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM.

Harry Wu und seine Familie hatten unter der Herrschaft Mao Zedongs und der Roten Garden ein brutales Schicksal zu erdulden. Harrys Vater war Bank-Direktor, gehörte zur Bourgeoisie; er verlor Stellung und Vermögen und starb nach mehreren Jahren im Gefängnis. Harrys jüngerer Bruder wurde von den Roten Garden erschlagen. Die Mutter beging Selbstmord.

Harry Wu studierte 1956 zur Zeit des Ungarn-Aufstandes in Peking Geologie. An den chinesischen Universitäten entstand erhebliche Unruhe ob der brutalen Niederschlagung des Aufstandes durch die Sowjetunion. Auf Veranstaltungen versuchte die Partei dem zu begegnen. Jeder Student und jeder Dozent musste Stellungnahmen abgeben.

Harry Wu befand das Vorgehen der Partei gegen das ungarische Volk als nicht verträglich mit den Zielen der kommunistischen Partei. Von da an galt Harry Wu als Rechtsabweichler und wurde schließlich 1960 im Alter von 23 Jahren ohne jede Anhörung und ohne jedes Gerichtsverfahren in einem LAOGAI-Zwangsarbeits-Lager inhaftiert. Erst im Lager erfuhr er: „Lebenslänglich“.

19 lange Jahre wurde er in verschiedenen Lagern gequält, gefoltert, erniedrigt. Dieses LAOGAI-Zwangsarbeits-Lager-System existiert, jetzt unter mehreren anderen Namen, bis heute. Für die Kommunistische Partei ist es das wirksamste – weil grausamste – Werkzeug zur Machterhaltung.

12 – 14 Stunden tägliche Arbeit plus zwei Stunden Polit-Unterricht, keinerlei medizinische Betreuung oder Kontakt mit der Außenwelt, hohe Strafen, Einzelhaft, Wasserentzug, Prügel, Folter, Kameraden-Schinderei. Harry Wu hat mit ansehen müssen, wie sich Mit-Häftlinge in den Kohlenschacht oder vom Baugerüst stürzten.RTEmagicC_logo_Homepage_quad.gif

Während einer politischen Tauwetter-Periode wurde Harry Wu 1979 formlos entlassen und an seinen alten Arbeitsplatz an der Universität Peking zurückversetzt. 1985 ging er in die USA und bekam die amerikanische Staatsbürgerschaft. Seitdem prangerte Harry Wu das LAOGAI-System in aller Welt an. 1995 reiste er inkognito in China, wurde erkannt und zu 15 Jahren Haft verurteilt. Nach Demarchen vieler demokratischer Staaten, an denen sich die Bundesrepublik Deutschland leider nicht beteiligte, wurde Harry Wu freigelassen.

Auf einer weiteren Reise deckte Harry Wu das damals wie heute in China illegale Geschäft mit Organen-Transplantationen auf, schlimmer noch, er bewies, dass in der kommunistischen Diktatur serienweise Häftlinge ermordet wurden, um deren Organe transplantieren zu können, in einigen Fällen sogar Organentnahme vor der Hinrichtung. Diese Aufklärungsarbeit hat Harry Wu bis zuletzt fortgesetzt.

Noch am 18. Februar 2016 informierte Harry Wu die Mitglieder des Menschenrechtsausschuss des Deutschen Bundestages über das Leiden der chinesischen Zwangsarbeiter und die aktuelle Menschenrechtslage in der Volksrepublik China.

Infos zur Lage der Menschenrechte im China: www.igfm.de/china/


Rußland duldet nordkoreanische Geheimgefängnisse mit Foltermethoden

Die kommunistische Diktatur darf nicht unterstützt werden

In Rußland werden zehntausende Nordkoreaner als Arbeitssklaven ausgebeutet. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, daß die nordkoreanische Staatssicherheit darüber hinaus mit Duldung der russischen Behörden Geheimgefängnisse unterhält, in denen nordkoreanische Arbeiter gefoltert werden. RTEmagicC_logo_Homepage_quad.gif

Auch in Rot-China, in Katar und anderen Ländern würden nordkoreanische Arbeiter in großem Maßstab ausgebeutet. Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM, fordert, daß Rußland und die anderen Profiteure dieser staatlichen Sklavenarbeit umgehend den Schutz und eine angemessene Bezahlung der Arbeiter sicherstellen.

Bei einer Pressekonferenz der IGFM in Frankfurt berichtete am vorigen Mittwoch der geflohene Nordkoreaner Kim Young-Il über die systematische Ausbeutung seiner Landsleute. Viele würden sich aktiv um Arbeit im Ausland bewerben, um Geld für ihre Familien zu verdienen. Doch die Nutznießer der billigen Arbeitskräfte würden ausschließlich staatliche nordkoreanische Stellen bezahlen, so die IGFM. Den Arbeitern selbst würde ihr Lohn weitgehend oder sogar vollständig vorenthalten.

Russische Behörden begünstigen Folter im eigenen Land

Die Arbeiter beherrschen in der Regel nicht die Sprache des Landes, in dem sie arbeiten. Ihre Papiere werden ihnen abgenommen, damit sie sich nicht selbständig bewegen können. Ein System erzwungener wechselseitiger Bespitzelung sorgt zusätzlich für völlige Hilflosigkeit und Ausgeliefertsein. Vor allem aber werden die Ehefrauen und Kinder der Arbeiter in Nordkorea als Geiseln missbraucht. Bei Fluchtversuchen würden diese Angehörigen drakonisch bestraft, so die IGFM. RTEmagicC__christenverfolgung_01.jpg

Versuchen Sklavenarbeiter dennoch zu fliehen, hätten sich russische Behörden an der Suche beteiligt und sie an die nordkoreanische Staatssicherheit ausgeliefert. Wie ehem. Arbeitssklaven berichten, werden in Geheimgefängnissen in Rußland solche wieder eingefangenen Arbeiter gefoltert, vor allem indem ihnen Arme und Beine gebrochen würden, bevor sie schließlich nach Nordkorea zurückgebracht würden.

Nordkoreaner müssen im Ausland sieben Tage pro Woche arbeiten und bekommen  –  wenn überhaupt  –  zwei freie Tage im Monat. Die reguläre Arbeitszeit beträgt 12 Stunden am Tag. Da viele Arbeiter die Hoffnung haben, daß ihre Arbeit letztendlich doch bezahlt werde, und zwar auf Stundenbasis, arbeiten viele von ihnen deutlich länger. Sicherheitsausrüstungen und angemessene Kleidung für den sibirischen Winter fehlen. Unfälle und Erfrierungen sind entsprechend häufig.

Die IGFM kritisiert auf das schärfste, daß sich verschiedene Staaten und Firmen an der Ausbeutung von nordkoreanischen Sklavenarbeitern beteiligen. Die Nutznießer des Menschenhandels müssten ebenso zu Rechenschaft gezogen werden, wie die nordkoreanische Regierung selbst.

Die IGFM fordert die „Gastländer“ auf, umgehend menschenwürdige Arbeitsbedingungen und Unterbringung der nordkoreanischen Arbeiter sicherzustellen. Internationale Mindeststandards für Arbeitnehmer müssten auch für Nordkoreaner gelten. Außerdem müssten Einrichtungen der nordkoreanischen Staatssicherheit geschlossen werden.

Mehr Infos zur Lage der Menschenrechte in Nordkorea: www.menschenrechte.de/nordkorea/


Syrien: IS-Terroristen foltern und kreuzigen erneut Christen (Männer, Frauen und Kinder)

In Syrien hat die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) elf Christen enthauptet bzw. gekreuzigt. Das meldet die Christian Aid Mission (Christliche Hilfsmission) mit Hauptsitz in Charlottesville (US-Bundesstaat Virginia). BILD0191

Ihr zufolge wurden die Mitarbeiter eines Hilfswerkes, dessen Name aus Sicherheitsgründen nicht genannt wurde, bereits im September ermordet. Die einheimischen Christen hätten es abgelehnt, ihrem Glauben abzuschwören. Das habe der Leiter des Hilfswerkes nach Gesprächen mit Angehörigen der Toten berichtet.

Nachdem die Islamisten die nordsyrische Stadt Aleppo in ihre Gewalt gebracht hatten, habe es der Leiter des christlichen Werks den Mitarbeitern freigestellt, in der Region zu bleiben oder sie zu verlassen: „Sie wollten bleiben, um den Überlebenden des Terrors Hilfe im Namen Christi zukommen zu lassen.“

Auch wiederholte Bitten, zumindest zeitweise fortzugehen, hätten sie mit dem Verweis darauf abgewehrt, dass Gott sie an dieser Stelle haben wolle, um die christliche Botschaft in Wort und Tat weiterzugeben.

Schließlich seien sie IS-Kämpfern in die Hände gefallen. Sie stellten die Christen vor die Wahl, entweder ihren Glauben zu verleugnen und sich zum Islam zu bekennen oder zu sterben. Als sie erklärten, sie würden Christus niemals verraten, hätten die IS-Kämpfer vier Mitarbeiter des Werkes – darunter einen 41-Jährigen und seinen zwölfjährigen Sohn – zunächst brutal misshandelt und anschließend gekreuzigt.

Zwei Tage habe man sie an den Kreuzen hängen lassen; niemandem sei es erlaubt gewesen, sie abzunehmen. An die Kreuze hätten die Terroristen zudem Schilder geheftet mit der Aufschrift „Ungläubige“.

Sieben weitere Mitarbeiter – darunter zwei Frauen – seien zunächst geköpft und anschließend an Kreuzen aufgehängt worden. Augenzeugenberichten zufolge sollen sie bis kurz vor ihrem Tod zu Jesus gebetet haben.

Der IS, der weite Teile Syriens und des Iraks kontrolliert, möchte dort einen islamischen Herrschaftsbereich (Kalifat) errichten, in dem das Religionsgesetz Scharia mit äußerster Brutalität durchgesetzt wird. Christen, die sich weigern, Muslime zu werden oder eine Kopfsteuer zu zahlen, werden getötet. Mädchen und Frauen werden auf Märkten als Sex-Sklavinnen an IS-Kämpfer verkauft.

Quelle: http://www.idea.de/menschenrechte/detail/syrien-is-koepft-und-kreuzigt-elf-einheimische-christen-92343.html

Foto: Evita Gründler


Gaza: Amnesty wirft der Hamas Folter und Mord an eigenen Landsleuten vor

Nachdem der Menschenrechtsverband Amnesty International (AI) sich in den letzten Jahrzehnten ständig einseitig gegen Israel positionierte, kann und will er jetzt offenbar an gewissen Fakten nicht mehr vorbeisehen, wie das Nachrichtenportal „Israel heute“ berichtet: media-govugWAzfG7-2

Laut eines jetzt veröffentlichten Amnesty-International-Berichts hat die Hamas während des Gaza-Krieges im Sommer 2014 dutzende Palästinenser gefoltert und hingerichtet.

AI wirft der herrschenden Hamas vor, den Konflikt mit Israel genutzt zu haben, um politische Gegner umzubringen. Mindestens 23 Palästinenser sollen durch die Hand von Hamas-Anhängern hingerichtet worden sein. Zahlreiche weitere Zivilisten sind verschleppt und gefoltert worden, heißt es in dem Bericht. Unter den Opfern sollen u. a. Mitglieder der Fatah-Bewegung gewesen sein.

Einschüchterung und Rache durch Hamas

In dem AI-Dokument heißt es, die Gewaltwelle sollte die Bewohner des Gazastreifen in Angst und Schrecken versetzen; zugleich wollte die Hamas Rache an Oppositionellen nehmen: Die radikal-islamische Partei habe „eine brutale Kampagne mit Entführungen, Folter und Verbrechen gegen Palästinenser“ geführt, denen Kollaboration mit Israel zur Last gelegt worden sei. 170814063037-b1-

Aus dem Bericht geht hervor, dass die Mehrheit der Opfer zu Unrecht beschuldigt wurde, mit Israel zusammenzuarbeiten. So hätten 16 der Getöteten bereits vor Beginn der Operation Schutzschild im Gefängnis gesessen. Ohne Prozess sollen sie aus ihren Zellen geführt, und hingerichtet worden sein.

Weitere sieben Männer sollen am gleichen Tag vor einer Moschee vor den Augen mehrerer hundert Männer erschossen worden sein, heißt es in dem Bericht. Auch seien mehrere Palästinenser im Shifa-Krankenhaus verhört und misshandelt worden, mindestens drei von ihnen starben dort durch die Hamas.

Laut dem Amnesty-Vorsitzenden für den Nahen Osten und Nordafrika, Philip Luther, habe die Hamas „die elementarsten Regeln der internationalen Menschenrechte missachtet“. Das Vorgehen der Hamas stufte er als Kriegsverbrechen gegen Zivilisten ein.

Quelle und weiterer Text hier: http://www.israelheute.com/Nachrichten/Artikel/tabid/179/nid/28631/Default.aspx


IRAN: Verfolgte Christen und Ex-Muslime von Todesstrafe bedroht

Junger Pastor Abedini leidet im Folter-Knast

Er ist das Gesicht der verfolgten Christen im Iran und ein Symbol für die Lage ehemaliger Muslime, die Christen wurden: Pastor Saeed Abedini (siehe Foto).

Der 35-jährige Ex-Muslim ist zur Zeit in einer mit 80 Häftlingen vollgestopften Zelle eingesperrt, die für 20 Personen ausgelegt ist. Die fensterlose und unterirdische Zelle ist voller Ratten, Schaben und Unrat.

Seine Frau Naghmeh appellierte am heutigen Dienstag bei einer Pressekonferenz der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt an die deutsche Bundesregierung: „Deutschland darf die Minderheiten im Iran nicht vergessen.“

Sie hofft in Berlin, offene Ohren zu finden, denn auch die Deutschen hätten durch ihre eigenen Regierungen so viel erdulden müssen, dass sie verstehen könnten, was die Iraner heute durchleiden.

Nach Überzeugung der IGFM hat Deutschland vor allen anderen Staaten die größten Möglichkeiten, positiv auf die iranische Regierung einzuwirken. Die in Frankfurt ansässige Menschenrechtsorganisation ruft daher die Bundesregierung dazu auf, diesen Einfluss auch zu nutzen. RTEmagicC_logo_Homepage_quad.gif

„Deutschland und die EU dürfen über ihr Engagement bei den Nuklearverhandlungen die systematische Entrechtung der Iraner durch ihre eigene Regierung nicht vergessen. Das Zeitfenster für Verbesserungen bei den Menschenrechten wird sich schließen, sobald die Tinte unter dem Nukleardeal getrocknet ist. Die Zeit jetzt ist so günstig wie lange nicht – und sie ist kurz und kostbar“, erklärt IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin.

Pastor Abedini ist für seine Arbeit als christlicher Pastor willkürlich verhaftet, misshandelt und gefoltert worden. Durch die Tritte bei „Verhören“ erlitt er innere Verletzungen, die nach wie vor in seinen Magen bluten.

Ärzte des Gefängnisses und eines Zivilkrankenhauses fordern seit über einem Jahr, dass er wegen der Misshandlungen durch die Wärter und Polizei operiert werden muss – doch die Behörden verweigern ihm die dringend notwendige HilfeRTEmagicC__christenverfolgung_01.jpg.

Monatelang sah Abedini kein Sonnenlicht, weil mitgefangene sunnitische Islamisten ihn beim Hofgang umbringen wollten. In der Einzelhaft brannte das Kunstlicht in seiner winzigen Zelle Tag und Nacht. Eine Matratze und eine Decke hatte er nur kurz, als er nach einem „Verhör“ in ein Krankenhaus eingeliefert wurde.

Als die Wärter ihn wieder abholten, schlugen und demütigten sie ihn vor dem schockierten Krankenhauspersonal. Seine Peiniger machen ihm immer wieder deutlich, dass es nur einen einzigen Weg in die Freiheit gäbe, so die IGFM: Er muss wieder Muslim werden.

Verfolgung von Ex-Muslimen unter Präsident Ahmadinedschad

Pastor Abedini und seine Frau sind beide im Iran als Muslime geboren. Sie wurden Christen, ließen sich taufen und durften unter dem früheren Präsidenten Khatami sogar legal kirchlich heiraten und ihre zwei Kinder als Christen registrieren lassen.

Abedini achtete sehr darauf, dass seine gesamte Gemeindearbeit legal und in Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen stattfand. Religiöse Versammlungen in Privathäusern waren und sind im Iran legal und bei schiitischen Muslimen gang und gebe, betont die IGFM.

Doch unter Präsident Ahmadinedschad änderte die iranische Regierung ihre Minderheitenpolitik. Drohungen, Einschüchterungen und willkürliche Verhaftungen ehemaliger Muslime stiegen sprunghaft an.foto-dcubillas-www_freimages_com_

Die Abedinis wanderten in die USA aus, erhielten die US-Staatsbürgerschaft und engagierten sich im Iran nur noch karitativ. Bei einer von mehreren Reisen von Pastor Abedini für ein säkulares Waisenheim im Iran verhafteten ihn die Behörden. Seit rund drei Jahren dürfen seine Frau und seine inzwischen sieben und acht Jahre alten Kinder ihn nicht sehen. Auch Telefongespräche verbieten die Behörden.

Das Islamische Revolutionsgericht in Teheran verurteilte ihn am 27. Januar 2013 wegen angeblicher „Gefährdung der nationalen Sicherheit“ zu acht Jahren Haft. „Die Grundlage dafür sind allein die nach wie vor völlig legalen Versammlungen in Privathäusern“, unterstreicht IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin.

Rechtlosigkeit für Nicht-Muslime

Doch Rechte, die für Muslime selbstverständlich sind, werden Nicht-Muslimen und besonders Ex-Muslimen verweigert. Ehemalige Muslime müssen in ständiger Furcht leben, so die IGFM. In Furcht vor willkürlicher Gewalt durch islamische Revolutionswächter, vor Denunziation, vor dem Verlust von Arbeits-, Ausbildungs- oder Studienplatz. BILD0191

Das im Iran geltende Islamische Recht verstößt mit Amputationen, Auspeitschungen, Steinigung und sogar der Kreuzigung vielfach gegen internationale Menschenrechtsverträge. Doch formell stellt das iranische Strafrecht das Verlassen des Islam nicht unter Strafe. Doch nach der iranischen Verfassung ist das gar nicht nötig, erklärt die IGFM. Laut Art. 170 der Verfassung stehen im Konfliktfall die Regelungen des Islamischen Rechtes immer über denen des Staates.

Art. 167 schreibt sogar fest, dass ein Richter „nicht befugt [ist], die Eröffnung des Verfahrens oder den Urteilsspruch unter dem Vorwand fehlender, unzureichender, zu allgemein formulierter oder sich widersprechender gesetzlicher Regelungen zu verweigern.“ Über Pastor Abedini und allen anderen ehemaligen Muslimen hängt dadurch permanent das Damoklesschwert der Todesstrafe.

Weitere Infos zum Iran: www.menschenrechte.de/iran
Online in Teheran demonstrieren: www.unsilence.de/

  • Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
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