„Kopten ohne Grenzen“ zur Boykottaktion von Maria 2.0: „Lasches Christentum“

Von Felizitas Küble

Die Internetseite „Kopten ohne Grenzen“ hat sich am 11. Mai 2019 kritisch zur feministisch-katholischen Initiative „Maria 2.0“ geäußert und in diesem Zusammenhang von einem „laschen Christentum“ gesprochen, das sich nicht mehr an den Geboten Gottes orientiert:  https://koptisch.wordpress.com/2019/05/11/der-kirchenboykott-rueckt-naeher/

Der Autor des Kommentars erklärt, die „Kernforderungen“ der Initiative würden einen „Boykott gegen Jesus Christus selbst“ darstellen – vor allem, weil die Gläubigenwegen weltlicher Forderungen, die den Initiatorinnen offensichtlich wichtiger sind als GOTTES Gebote, von den Sakramenten der hl. Messe abgehalten“ würden, womit die „Vereinigung zwischen JESUS selbst und dem Kommunizierenden“ boykottiert werde.

BILD: Koptischer Gottesdienst in Münster mit Bischof Anbe Damian

Zudem heißt es in dem Artikel:

„Ob bei der gesamten Aktion der HEILIGE GEIST oder eher sein bösartiger Gegenspieler seine Hand im Spiel hat, mag jeder für sich entscheiden. Papst Johannes Paul II. hat ein für allemal verboten, Frauen zu Priesterberufen zuzulassen. Damit ist das Thema im Grunde durch.“

Hinsichtlich der Forderung nach Abschaffung des Pflichtzölibats schreibt die Koptenseite:

„Der Zölibat ist im übrigen nicht verantwortlich für die Missbrauchsfälle in der Kath. Kirche, eher die Homosexualität in Verbindung mit Pädophilie sind hier im wahrsten Sinne die Triebfeder für diesen Missbrauch, da in der Regel Jungen und abhängige Männer Opfer waren.“

Aus Sicht des Verfassers ist der „alles entscheidende Punkt 3“ des Forderungskatalogs von Maria 2.0 entscheidend:

„Die Ausrichtung der Sexualmoral der Kirche an der Lebenswirklichkeit der Menschen? Homosexualität, Pädophilie, Mehrehe, Ehe für alle, Genderideologie soll offensichtlich sündenfrei gestellt werden. Das aber verbietet das Wort GOTTES.

In der evangelischen Kirche ist alles Erwünschte vorhanden: Frauenpriestertum, kein Pflichtzölibat, freiere Sexualmoral und kein Amtsverständnis betreffend das Priesteramt und vielfach nur noch symbolhafte Wandlung, nicht wie in der orthodoxen und katholischen Kirche die verkündete Realpräsenz JESU in Brot und Wein nach der Wandlung in das Fleisch und Blut CHRISTI.

Wiederverheiratung kein Problem entgegen der verschärften Forderung Jesu zum Thema „Ehebruch“. War die damalige sexuelle Lebenswirklichkeit in Sodom und Gomorrha nicht auch Lebenswirklichkeit dort?  Wie hat GOTT auf diese Lebenswirklichkeit reagiert?

Dieses lasche Christentum, welches sich nicht mehr nach GOTTES Geboten ausrichtet, sondern nach dem Willen der Menschen, welcher absolut gesetzt werden darf und soll, bietet den breiten Weg an, der eben nicht in den Himmel führt“.

 


Berliner Kreis begrüßt Asyl-Forderungen aus dem „Werkstattgespräch Migration“

Der Berliner Kreis in der Union begrüßt die Ergebnisse und den Verlauf des „Werkstattgesprächs Migration“, mit der die Aufarbeitung der Folgen der Flüchtlingspolitik der vergangenen drei Jahre begonnen hat.

„Nun werden die Fehlentwicklungen in der Flüchtlingspolitik in unserer Partei endlich klar benannt, die vielen Bürgern seit langem große Sorgen bereiten“, sagt der Parlamentarier Klaus-Peter Willsch, Sprecher des Berliner Kreises.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel (siehe Foto), ebenfalls Sprecherin des Berliner Kreises, erklärt:

„Es ist für die Union von Anfang an ein ehrliches Anliegen gewesen, Menschen in Not zu helfen. Deshalb ist unser Asylrecht sehr großzügig geregelt, was aber eine klare Einhaltung unseres Rechts und unserer Regeln voraussetzt. Aber vieles ist schief gelaufen, denn Deutschland war auf einen Ansturm von Hunderttausenden Menschen aus fremden Kulturen nicht vorbereitet gewesen.

In dem Werkstattgespräch wurde die Sicherung der europäischen Außengrenzen, das Dublin-Abkommen, aber auch die Durchsetzung des Rechtsstaates gegenüber abgelehnten Asylbewerbern gefordert. Es muss noch an vielen Stellen deutlich nachgesteuert werden.“

Quelle: http://berliner-kreis.info/berliner-kreis-die-aufarbeitung-der-fehler-in-der-fluechtlingspolitik-hat-erst-begonnen#more-969

Foto: Felizitas Küble

 


Münster: Ist Bischof Genn ein „Ladenhüter“?

Von Felizitas Küble

Wieder einmal will sich der Oberhirte von Münster, Dr. Felix Genn, auf Kosten seiner Kirche profilieren und beim linksliberalen Mainstream einschmeicheln.

Wie das amtliche Bistumsblatt „Kirche und Leben“ am 24.1.2019 online berichtet, kann Bischof Genn es nachvollziehen, „wenn Katholiken wegen des Missbrauchsskandals aus der Kirche austreten wollen“.

Aber nicht nur das, er sagte sogar gegenüber dem WDR-Fernsehen: „Ich kann die Leute völlig verstehen, die sagen: Jetzt ist Schluss mit diesem Laden. – Dennoch wünsche er, daß die Katholiken in der Kirche verbleiben.

Das sagte der Herr Bischof nicht am Stammtisch nach dem dritten Glas Bier, sondern in der Öffentlichkeit als Würdenträger der Kirche.

BILD: Bischof Genn im Gespräch mit Besuchern eines Kirchenfestes

Wenn er schon seine eigene Kirche flapsig als „Laden“ herabsetzt, sollte er konsequent sein und sich selbst als „Ladenhüter“ bezeichnen, denn er ist als Bischof zum Hirten und damit zum Hüter seiner Gläubigen bestellt, einmal abgesehen davon, daß das Wort Bischof von „Episcopus“ kommt, was „Aufseher“ heißt.

Erschwerend kommt hinzu, daß Dr. Genns Laden-Bemerkung nicht einmal originell ist, sondern vermutlich abgekupfert von dem diözesanen Hof-Historiker Dr. Hubert Wolf.

Der kath. Priester und Geschichtsprofessor aus Münster hielt in Amelsbüren einen Vortrag, worüber die „Westfälischen Nachrichten“ am 21.9.2018 berichteten. Dabei kamen die üblichen Forderungen Wolfs nach Abschaffung des Zölibats und einer Einführung von Diakoninnen etc. zur Sprache.

Laut WN-Artikel hat Kirchenhistoriker Wolf angesichts einer angeblich „existenzbedrohenden Krise“ erklärt: „Entweder es gibt jetzt eine Reform oder es ist vorbei.“  – Damit nicht genug, behauptete der Geistliche, es sei keinem Katholiken weiterhin zuzumuten, in einem so unglaubwürdigen Laden zu bleiben“.

Gerade wenn sich die Kirche in einer ernsten Krise befindet, wie von Genn und Wolf festgestellt, sind solch saloppe Sprüche erst recht unangemessen!


Deutliche Kritik an Theologen-Forderungen

Erklärung des „Forums Deutscher Katholiken“ zu Forderungen von Theologen nach reformerischen Konsequenzen aus den Missbrauchsfällen:

„Prominente“ Katholiken  –  u.a. die Jesuiten Wucherpfennig und Mertes –  wenden sich mit Forderungen vor der Bischofssynode in Rom an Kardinal Reinhard Marx.

Diese Forderungen sind seit langem bekannt: „Reform“ des Zölibats,des Priesterbilds, der hierarchischen Verfassung der Kirche, Priesterweihe für Frauen, Sexualmoral inkl. Neubewertung der Homosexualität. Es ist der Versuch, die Missbrauchsfälle für eigene Ziele zu instrumentalisieren.

Dieses Vorhaben reizt dazu, das Wort von Leon Bloy „Die Bürger schlucken alles außer Gott“ in „Theologen schlucken alles außer das Wort Jesu“ umzuwandeln.

Bischof Voderholzer (siehe Foto) hat in seiner Silvesterpredigt den Weg aus der Krise mit den Worten aufgezeigt: Die Geschichte zeige, dass „wahre Erneuerung immer aus einem tieferen Gehorsam gegenüber der Botschaft des Evangeliums…, aus einer verstärkten Bemühung um Katechese und Verkündigung, sowie aus einer radikalen Christusnachfolge erwachsen sind“.

Das „Forum Deutscher Katholiken“ begrüßt die Klarstellung von Bischof Voderholzer.

Prof. Dr. Hubert Gindert

 


Der Regensburger Bischof wünscht sich vom Katholikentag „klare Signale“

Der Bischof von Regensburg, Dr. Rudolf Voderholzer (siehe Foto), erwartet vom Katholikentag in Münster klare politische Signale, „etwa beim Lebensschutz, in der Familienpolitik, beim Verständnis von Ehe als Verbindung von Mann und Frau, beim Einsatz für soziale Gerechtigkeit und vieles mehr.“

Das sagte er in seiner Predigt anlässlich der Regensburger Bittprozession am Vorabend von Christi Himmelfahrt im Regensburger Dom.

Gleichzeitig weist er jeden Versuch zurück, den Katholikentag zu nutzen, um Druck aufzubauen in der aktuellen Debatte um den Kommunionempfang für evangelische Ehepartner in konfessionsverschiedenen Ehen. Laute Forderungen zu erheben in Fragen der Sakramentenlehre zähle nicht zu den Aufgaben des Katholikentages.

Papst Franziskus hatte die deutschen Bischöfe am 3. Mai informiert, dass die umstrittene Handreichung der Deutschen Bischofskonferenz zur Zulassung protestantischer Ehepartner zur Kommunion überarbeitet werden solle. Er beauftragte sie, „im Geist kirchlicher Gemeinschaft eine möglichst einmütige Regelung zu finden.“

Bischof Voderholzer erklärte: „Diese Aufgabe wird nicht leicht zu erfüllen sein, weil die kirchliche Gemeinschaft die Grenzen der Kirche Deutschlands überschreitet. Es kann die möglichst einmütige Regelung nur geben in Gemeinschaft mit dem gesamten Weltepiskopat, mit der gesamten Weltkirche, mit der Bischofskonferenz von Canada genauso wie mit der von Indonesien.“

Bei dieser Aufgabe sei öffentlicher Druck, der den Tiefgang der Debatte gar nicht wahrnehme, wenig hilfreich.

Der Bischof würdigt Ministerpräsident Söder  

In der gleichen Predigt unterstützte der Regensburger Oberhirte den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder und den Erlass der bayerischen Staatsregierung, dass in staatlichen Behörden öffentlich ein Kreuz angebracht werden solle.

Der Bischof sagte dazu:

„Der Ministerpräsident hat sich in einem guten Sinne weltchristlich verhalten (…). Da ist es nicht gut, wenn ihm ausgerechnet von kirchlicher Seite auch noch Kritik widerfährt. Dass ein Politiker immer auch auf die nächsten Wahlen schielen muss, darf man ihm nicht ankreiden. Aufgabe der Kirche muss in diesem Fall sein, eine Argumentation gegebenenfalls noch zu vertiefen. Das haben wir versucht.“

Bereits am 2. Mai hatte Bischof Voderholzer zusammen mit dem evangelisch-lutherischen Regensburger Regionalbischof, Dr. Hans-Martin Weiss, eine ökumenische Erklärung zur Kreuzdebatte in Bayern veröffentlicht.

Der Regensburger Bischof wird am Freitag auf dem Katholikentag in Münster unter anderem an dem Forum teilnehmen, das dem im KZ Dachau geweihten Münsteraner Priester Karl Leisner gewidmet ist.

Die Predigt anlässlich der Regensburger Bittprozession lesen Sie hier im Wortlaut:

Liebe Mitbrüder im Bischofs-, Priester- und Diakonenamt,
liebe Schwestern und Brüder im Herrn!

Zur Stunde wird in Münster der 101. Katholikentag eröffnet. Bis zum Sonntag werden 50.000 Dauergäste erwartet und darüber hinaus viele Interessierte aus ganz Deutschland und darüber hinaus.

Auch ich werde am Freitag nach Münster fahren und an einem Forum teilnehmen, wo es um den im KZ Dachau geweihten Priester Karl Leisner gehen wird. Karl Leisner ist ein Münsteraner Priester und strahlender Zeuge des Glaubens im Kontext der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

Der Katholikentag, Sie erinnern sich an meine steten Aussagen von vier Jahren, ist das Treffen der katholischen Laien, der Verbände und Vereine, die sich bei diesem Treffen ihrer Grundlagen vergewissern und sich stärken für das gesellschaftspolitische Engagement in den verschiedenen Ebenen von Politik, Wissenschaft, Kunst und Kultur.

Sie wissen auch, dass ich in diesem Zusammenhang Vorbehalte habe gegenüber dem Begriff des „Laien“, der mir diskriminierend erscheint, weil er ein abgrenzender Begriff ist. Der Alternativbegriff „Weltchrist“ scheint mir immerhin positiv formuliert zu sein und die Aufgabe auf den Punkt zu bringen, nämlich durch Taufe und Firmung berufen und bestellt zu sein, in der Welt für das Reich Gottes zu wirken und das Evangelium im Alltagsgeschäft zu bezeugen.

Ein solches „weltchristliches“ Engagement hat vor ein paar Tagen der neue, übrigens evangelisch-lutherische, Bayerische Ministerpräsident an den Tag gelegt, wenn er mit der Bayerischen Staatsregierung den Erlass herausgegeben hat, dass in den staatlichen Behörden öffentlich ein Kreuz angebracht werden soll. Ich sehe darin den Auftrag an alle Christinnen und Christen verwirklicht, unsere Gesellschaft positiv aus dem Geist des Evangeliums mitzugestalten.

Es ist für mich eine große Freude, dass ich in ökumenischer Verbundenheit zusammen mit dem evangelisch-lutherischen Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss erklären konnte:

„Wir begrüßen und unterstützen, wenn das Kreuz im öffentlichen Raum präsent ist – auch und erst recht dort, wo politische und/oder administrative Verantwortung für unser Gemeinwesen wahrgenommen wird.“

Und unsere Begründung lautete unter anderem:

„Die Väter und Mütter der Bayerischen Verfassung haben nach der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs und unter dem Eindruck der Selbstvergötzung des Staates mit den bekannten verheerenden Folgen für Europa und die ganze Welt dem Verfassungstext eine ‚Invocatio Dei‘ (Anrufung Gottes) vorangestellt und darüber hinaus die Ehrfurcht vor Gott als Bildungsziel formuliert. Dies geschah in der Überzeugung, dass eine freiheitlich-demokratische Gesellschaft von Voraussetzungen lebt und auf Fundamenten aufbaut, die sie selbst nicht garantieren kann, um es mit Ernst-Wolfgang Böckenförde zu formulieren.

Historisch und sachlich betrachtet ist in unserer bayerischen Heimat die christliche Religion das Fundament der staatsbildenden Grundwerte. Das im christlichen Glauben gründende Wertesystem prägt und formt unsere Gesellschaft positiv, und zwar auch dort, wo ihr dies längst nicht mehr bewusst ist.

An die Botschaft des Kreuzes erinnert zu werden ist nicht nur zumutbar, sondern auch hilfreich, auch für jene, die diesen Glauben nicht teilen.

Das Kreuz steht stellvertretend und symbolisch für das vor-staatliche Fundament der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

Das Kreuz bewahrt den Staat vor der Versuchung, sich totalitär des Menschen zu bemächtigen.“

Soweit die wichtigsten Passagen aus der gemeinsamen ökumenischen Stellungnahme. Der Ministerpräsident hat sich in einem guten Sinne weltchristlich verhalten und in eigener Verantwortung aus der in der Taufe gründenden Berufung gehandelt. Da ist es nicht gut, wenn ihm ausgerechnet von kirchlicher Seite auch noch Kritik widerfährt. Dass ein Politiker immer auch auf die nächsten Wahlen schielen muss, darf man ihm nicht ankreiden. Aufgabe der Kirche muss in diesem Fall sein, eine Argumentation gegebenenfalls noch zu vertiefen. Das haben wir versucht.

Zurück zum Katholikentag. Ich erwarte mir von diesem Forum klare Signale in den Bereichen, in denen Katholiken Einfluss nehmen können auf das gesellschaftliche Leben, etwa beim Lebensschutz, in der Familienpolitik, beim Verständnis von Ehe als Verbindung von Mann und Frau, beim Einsatz für soziale Gerechtigkeit und vieles mehr.

Was nicht Aufgabe des Katholikentages ist, sind laute Forderungen in Glaubensfragen, insbesondere in Fragen der Sakramentenlehre und der sie begründenden Theologie.

Es wäre ein seltsames, ja ein falsches Signal, wenn vom Katholikentag aus nur oder vor allem die altbekannten kirchenpolitischen Forderungen in die Öffentlichkeit getragen würden.

Insbesondere warne ich davor, jetzt aus aktuellem Anlass Druck aufzubauen in der Debatte um den Kommunionempfang für evangelische Ehepartner in konfessionsverschiedenen Ehen.

Wie Sie wissen, gibt es in der Deutschen Bischofskonferenz einen Dissens.

Ich gehöre zu den sieben Bischöfen, die unter Führung des Erzbischofs von Köln, Kardinal Rainer Maria Woelki, einen Brief nach Rom geschrieben haben, worin wir um Klärung von ein paar Fragen gebeten haben.

Wir sind erstens davon überzeugt, dass es sich bei der zur Debatte stehenden Frage um ein Thema handelt, dass die Glaubenslehre betrifft. Eine pastorale Frage wäre, wann das richtige Alter für die Erstkommunion ist, mit 7, mit 14 oder, wie es jetzt die Regel ist, mit 9 Jahren. Eine pastorale Frage ist, wie der Beichtspiegel und die Beichtvorbereitung aussehen sollten. Eine pastorale Frage im Zusammenhang mit der Eucharistie ist die äußere Form beim Kommunionempfang: Handkommunion und/oder Mundkommunion, kniend oder stehend.

Wo es aber um die Glaubensüberzeugung und die Kirchenzugehörigkeit des Empfängers geht, steht mehr auf dem Spiel, nämlich das Verständnis von Kirche und Bekenntnis insgesamt. Eine so weit reichende Änderung der bisherigen Lehre kann, so unsere Anfrage, doch nicht auf der Ebene nur einer Bischofskonferenz vorgenommen werden. Was bei uns gilt, muss auch in Chicago, Shanghai und Johannesburg gelten.

Zur Klärung dieser strittigen Fragen war ich vorige Woche zusammen mit den Kardinälen Marx und Woelki und weiteren Bischöfen in Rom zum Gespräch eingeladen. Der Papst hat unsere Fragen dahingehend beantwortet, dass er uns den infrage stehenden Text zurückgegeben und uns mitteilen hat lassen, dass wir als deutsche Bischöfe, wörtlich, „im Geist kirchlicher Gemeinschaft eine möglichst einmütige Regelung zu finden“ hätten.

Diese Aufgabe wird nicht leicht zu erfüllen sein, weil die kirchliche Gemeinschaft die Grenzen der Kirche Deutschlands überschreitet. Es kann die möglichst einmütige Regelung nur geben in Gemeinschaft mit dem gesamten Weltepiskopat, mit der gesamten Weltkirche, mit der Bischofskonferenz von Canada genauso wie mit der von Indonesien. Es geht um ein wirkliches theologisches Ringen, um eine Frage, die uns im Gewissen bindet.

Dabei ist der Druck einer Öffentlichkeit, die den Tiefgang der Debatte um unser „Allerheiligstes“, und um das handelt es sich bei dieser Frage, gar nicht wahrnimmt und die die Thematik nur auf der Ebene bürgerlicher Anständigkeit, persönlicher Animositäten oder politischer Strategien ansiedelt, nicht hilfreich. Es handelt sich nicht um eine Frage der Höflichkeit oder Nettigkeit, sondern um die Bedingungen und Voraussetzungen der Begegnung mit dem Allerheiligsten.

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!

Wir feiern Christi Himmelfahrt. Der Herr kehrt nach Vollendung seines Heilswerkes heim zu seinem und unserem Vater, nicht um uns zu verlassen, sondern um auf neue Weise bei uns zu sein bis ans Ende der Tage.

Er ist bei uns in seinem Wort; er ist bei uns in jedem Menschen, der uns und unsere Hilfe und Zuwendung braucht. Was ihr dem geringsten meiner Schwestern und Brüder getan habt, habt ihr mir getan.

Er ist bei uns im Zeichen des Kreuzes, das uns so lieb geworden ist und in dem unser ganzer Glaube in so wunderbar einfacher Weise zusammengefasst ist.

In der dichtesten Form freilich ist und bleibt der Herr bei uns in der Feier der Eucharistie. In der Eucharistie baut er immer wieder aufs Neue die Kirche auf als seinen Leib in den vielen Gliedern.

Vom gekreuzigt-auferstandenen Herrn, gegenwärtig in der Eucharistie, geht Segen aus, und diesen Segen erbitten wir heute und am Fronleichnamsfest, wenn wir unseren Kirchenraum verlassen und singend und beten durch die Straßen unserer Stadt ziehen.

Ja, Herr segne unsere Stadt, segne alle ihre Bewohner, und schenke ihr und der Kirche Deinen Frieden, Amen.

Quelle: http://www.bistum-regensburg.de/news/bischof-rudolf-voderholzer-kirchenpolitische-katholikentagsforderungen-waeren-ein-falsches-signal-6051/

Die ersten drei Fotos: Bistum Regensburg


„Uns gehört die Zukunft“: Marsch für das Leben in Berlin 2017

„Der Marsch für das Leben war erfolgreicher denn je“, erklärt die Vorsitzende des BVL (Bundesverband Lebensrecht), Alexandra Linder, gestern in Berlin.

Rund 7.500 Teilnehmer, gute Stimmung und hochkarätige Redner/innen aus dem In- und Ausland auf dem Podium:

Die Veranstaltung, die im Vorfeld mit Grußworten durch Politik, Verbände und Kirchen unterstützt worden war, sandte bei strahlendem Wetter vor dem Reichstag ein deutliches Signal an den neu zu wählenden Bundestag:

„Das Lebensrecht und die Würde des Menschen sind unveräußerlich“, so Robert Antretter, ehem. Bundestagesabgeordneter der SPD und Ehrenvorsitzender der Bundesvereinigung Lebenshilfe, in seiner Ansprache.

Ein bewegendes Zeugnis dafür, wie unverzichtbar der Einsatz der Lebensschützer ist, war der Auftritt von Lukas: Der 18-Jährige, der das Down-Syndrom hat, ist u. a. bei der freiwilligen Feuerwehr aktiv und beeindruckte die Marschteilnehmer durch seine Lebensfreude.

Bewegend war auch der Auftritt eines jungen Paares, das offen über seine Abtreibungserfahrung sprach.

Der Berliner Weihbischof Dr. Matthias Heinrich verlas das Grußwort von Erzbischof Dr. Heiner Koch, der selbst verhindert war. Darin brachte er sein Erstaunen darüber zum Ausdruck, dass der Marsch für das Leben nicht als das anerkannt werde, was er sei: ein friedliches Eintreten für das grundgesetzlich geschützte Recht auf Leben.

Auch Bischof Prof. Dr. Rudolf Voderholzer aus Regensburg (siehe Foto) bedankte sich in seiner Predigt während des Abschlussgottesdienstes für den Einsatz der Teilnehmer, darunter mehrere Weihbischöfe und Vertreter der evangelischen Kirche.

Außerdem traten bei der Kundgebung überwiegend junge Vertreter/innen ausländischer Lebensrechts-Organisationen sowie die Publizistin Birgit Kelle auf.

Die Versammlung verabschiedete neun konkrete Forderungen an den neuen Bundestag, der nächste Woche gewählt wird.

Dem umsichtigen und professionellen Einsatz der Polizei ist es zu verdanken, dass es trotz einiger versuchter Störaktionen von Lebensgegnern zu keinen schwerwiegenden Zwischenfällen kam.

„Das ist hier ein fröhliches Fest für das Leben“, rief die Studentin Emily Milne den Zuhörern zu. „Wir sind die Pro-Life-Generation. Uns gehört die Zukunft!“

Weitere Infos und Kontakt: http://www.marsch-fuer-das-leben.de http://www.facebook.com/Marsch-für-das-Leben-765400646967663

Foto: BVL, Axel Nickolaus


Neun konkrete Forderungen für einen vatikanischen Dialog mit den Muslimen

Von Dr. Udo Hildenbrand

Das ganze Dialog-Dilemma des Vatikans mit den Muslimen wird in der Tagespost vom 2.3.2017 auf S. 4 deutlich:

Im Artikel „Skepsis über die Zukunft der Christen im Irak“ ist von Hass auf die Christen sowie von  deren Flucht und Vertreibung die Rede. Der unmittelbar danebenstehe Artikel spricht  vom „zuversichtlichen Dialog“ des Vatikans  mit der muslimischen Al-Azhar-Universität in Kairo. 

Wie lange soll der jetzt wieder neu angesetzte, von den Muslimen „großmütig“ eingeräumte Dialog eigentlich noch ergebnislos verlaufen? Wann endlich werden als Dialogergebnisse konkrete Schritte aufgezeigt, die den vielfach bedrängten Christen in islamisch dominierten Ländern spürbare Hilfe, Erleichterung und ein menschenwürdiges Leben ermöglichen; Schritte, die zugleich  auch in unseren Breitengraden von entscheidender Bedeutung sind?

Zur Dialog-Agenda zwischen dem Vatikan und den Muslimen  müssten unabdingbar folgende ganz konkreten Forderungen bzw. islamischen Selbstverpflichtungen zählen, die Grundvoraussetzungen sind für ein menschenwürdiges Miteinander zwischen den Religionen und Kulturen:

  1. Alle Koransuren, die gegen Nichtmuslime, aber auch im Verhältnis von Mann und Frau Formen von Gewalt, von Ungleichheit und Unfreiheit fordern oder gestatten, sind ausschließlich unter historischen Bedingungen und Umständen zu betrachten. Sie werden als zeitbedingt und als geschichtlich überholt erklärt. Sie haben keinen Ewigkeitswert und damit heute und in Zukunft überall auf der Welt keinerlei Bedeutung mehr.
  2. Im Islam sind künftig verboten:
    a) alle Handlungen, die gegen das Leben und das Eigentum und Besitz von Muslimen und Nichtmuslimen gerichtet sind,
    b) die ideelle, finanzielle und organisatorische Unterstützung jeglicher Formen des Terrorismus,
    c) Selbstmordanschläge und die Verherrlichung der Schreckenstaten von sogenannten „Märtyrer“
    d) Angriffskriege, wobei das koranische Prinzip des militanten Dschihad (=Glaubenskrieg) nur noch als historisch zu qualifizieren ist,
    e.) Polygamie (zumindest in nichtmuslimischen Ländern) und Kinderehe.
  3. Alle Nichtmuslime haben auch in islamisch geprägten Ländern ganz selbstverständlich das Recht, im Rahmen der UN-Deklaration der Menschenrechte von 1948 in Freiheit nach ihrem Glauben bzw. nach ihrer Weltanschauung zu leben.
  4. Unmoralisch sind die Verhaltensformen von Doppelzüngigkeit sowie das Vertrauen zerstörende bewusste Täuschen und Verschleiern (takiyya).
  5. Unislamisch, unmoralisch und kriminell ist die Todesstrafe für Konvertiten.
  6. Keine Religion und kein Einzelner haben das Recht, aufgrund eines angeblich objektiven Absolutheitsanspruches gegen Andersglaubende/-denkende gerichtete Rechtsansprüche zu reklamieren.
  7. Da Staat und Religion voneinander getrennte, eigenständige, jedoch aufeinander bezogene Bereiche sind, ist die Dominanz der Religionen über den Staat und die Dominanz des Staates über die Religionen verboten.
  8. Menschen anderen Glaubens werden im Islam nicht mehr − auch menschlich degradierend und diffamierend − als „Ungläubige“ bezeichnet.
  9. Die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ (UN) von 1948 ist die für alle Völker und Nationen geltende Form der Menschenrechte, nicht jedoch die „Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam“ von 1990.

Sollte die Lösung dieser  fundamentalen ethischen Problemfelder zumindest schrittweise, jedoch überprüfbar,  nicht möglich sein, bleibt alles theologische Dialogisieren fruchtloses Gerede und verantwortungslose Geld-  und Zeitverschwendung.

Unser Autor Dr. Udo Hildenbrand aus Bühl in Baden ist katholischer Priester und Spiritual eines Klosters