Erstaunliche archäologische Entdeckungen in der Grabeskirche von Jerusalem

Pressebericht der israelischen Nachrichtenseite Ynet:

In der innersten Kammer der Stelle, die als das Grab Jesu gilt, ist eine Marmorabdeckung von einem Restauratorenteam zum ersten Mal seit hunderten von Jahren entfernt worden, um den ursprünglichen Stein zu erreichen, auf dem der Leib Jesu abgelegt worden sein soll.

Zahlreiche Historiker hatten bisher geglaubt, dass die echte Höhle, die erst einige Jahrhunderte nach Jesus‘ Tod als dessen Grab identifiert wurde, lange zerstört sei.

BILD: Die Grabeskirche mit Ädikula (Foto: VisitIsrael)

„Was man gefunden hat,“ sagte der beteiligte Archäologe des National Geographic, Frederick Hiebert, „ist erstaunlich“.

Die aktuelle Arbeit ist Teil eines historischen Rennovationsprojekts um die Ädikula, der Raum, der die Höhle umgibt, aus der Jesus von den Toten auferstand, zu verstärken und zu konservieren. Sie gilt als das Herzstück einer der ältesten christlichen Kirchen und somit eines derer wichtigsten Heiligtümer.

Unter dem Marmor entdeckte man zuerst eine Schicht Schutt. Nachdem diese entfernt wurde, kam etwas Unerwartetes zum Vorschein: eine weitere Marmorplatte.

Hiebert glaubt, diese zweite Platte, die grau und mit einem kleinen Kreuz versehen ist, stamme aus dem 12. Jahrhundert. Sie weist einen Riss in der Mitte auf. Unter ihr befindet sich eine weißgraue Ablagerung.

„Ich glaube nicht, dass dies der ursprüngliche Fels ist,“ so Hiebert: „Wir haben noch weitere Arbeiten vor uns“. 1403634115528

Die christliche Hauptgemeinde, die die Kirche verwaltet, gewährte der Arbeitsgruppe lediglich 60 Stunden Zeit, um das Innere des heiligen Ortes auszugraben. Experten arbeiten deshalb Tag und Nacht, um den Kern des Grabes zu erreichen und dieses zu analysieren.

„Nach der Dokumentation werden wir das Grab wieder verschließen,“ so Antonia Moropoulou, eine Architektin der Nationalen Technischen Universität von Athen, die die Rennovierungsarbeiten überwacht.

Das Restaurationsteam möchte den Kern des Grabes fest verschließen, bevor sie Teile des Heiligtums mit Mörtel befüllen, um es zu verstärken. Dabei darf das Material nicht zu tief einsickern, um nicht mit dem heiligen Felsen in Berührung zu kommen.

Ein Teil des Grabes wird dann offen bleiben. Experten hatten ein rechtwinkliges Fenster in eine der marmornen Wände der Ädikula geschnitten, damit zum ersten Mal in der Geschichte Pilger einen Blick auf den Kalkstein werfen können, von dem es heißt, er sei das Grab Jesu.

Quellen: Y-net, israelische Botschaft in Berlin