Werden die Deutscher immer grüner?

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

„Die Deutschen werden immer grüner“ ist ein Artikel in der Augsburger Allgemeinen Zeitung (AZ, 29./30.5.19) überschrieben.

Weiter heißt es:
„Die Wahlerfolge der Grünen stehen auf einem soliden gesellschaftlichen Fundament. Denn den Deutschen wird Klima- und Umweltschutz immer wichtiger… die Bewahrung der Natur und der Kampf gegen die Erderwärmung ist für die Deutschen die derzeit drittwichtigste Aufgabe… nur 14% meinen, dass die Große Koalition genug tut“.

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“

Das Wahlergebnis zum EU-Parlament hat bei SPD und Union Panik ausgelöst mit hektischen Überlegungen, wie von der „Ökopartei“ wieder Stimmen zurückgewonnen werden können.

Die AZ schreibt am 3. Juni:
„Statt sich auf ihre Stärken zu besinnen, laufen die Christdemokraten dem Mainstream hinterher und vergessen dabei: Wer den Klimaschutz für so existenziell hält, dass er allein davon seine Wahlentscheidung abhängig macht, wählt im Zweifel das grüne Original und nicht die konservative Kopie“.

Eine nüchterne Analyse, was bisher bereits für Klima- und Umweltschutz getan wurde und mit welchem Erfolg, fehlt. Fragen, welche Probleme von Menschen verursacht sind und wieder in Ordnung gebracht werden müssen und was andere Ursachen hat, gehen in der Hektik unter. Dazu gehören auch Probleme, die nur länderübergreifend zu lösen sind.

Berechtigte Feststellungen wie die von Holger Steltzner führen nicht zum Nachdenken, sondern dazu, dass Frager aus der Redaktion geschasst werden. Steltzner wurde am 18. März bei der FAZ als Mitherausgeber entlassen.

Er hat folgendes geschrieben:
„Die Rettung des Weltklimas hat für große Teile der deutschen Gesellschaft mittlerweile den Rang einer Ersatzreligion. Darf man noch fragen, welchen Beitrag die extreme Subventionierung von erneuerbarer Energie für das Klima der Erde geleistet hat, angesichts der Tatsache, dass der Ausstoß von Kohlendioxid in Deutschland kaum gesunken ist? Oder ist ein Ketzer, wer fragt, ob die eine Billion Euro, mit der hierzulande Steuerzahler und Stromverbraucher Wind-, Solar-, Biogasanlagen und Netze fördern müssen, klug investiert wird?“

Sind wir Umwelt-Heuchler?

Klima- und Umweltschutz ist eine weltweite Herausforderung. Alle sind gefragt. Sind die Deutschen aber bereit, ihren Anteil beizutragen?

Das Wahlverhalten spricht scheinbar dafür. Das tatsächliche Verhalten sieht aber anders aus:

„50% der Menschen erklären, dass der Verkehrssektor ökologischer werden müsste, gleichzeitig betonen 40%, dass alle ihre Wege im Alltag bequem und kostengünstig zurücklegen können sollen. Der Stopp von Braunkohleabbau, das Bauen von Windrädern und die Biolandwirtschaft erfahren hohe Zustimmung, aber keiner zahlt gerne mehr für den Strom. Gegen neue Windräder wird zunehmend geklagt. Der Anteil von Biofleisch beträgt 2%. Von den Neuwagen kamen Elektroautos 2018 auf 1%. In den Kurzurlaub geht es immer häufiger mit dem Flieger“ (AZ 29./30.5.19).

Die Erzeugung von Lebensmittel verbraucht natürliche Ressourcen, u. a. Wasser und Energie, z.B. 70 Liter Wasser für einen verzehrfertigen Apfel und 5000 Liter für ein Kilo Käse.

Sorgfältiger Umgang und Lagerung könnten viel zur Schonung der Umwelt beitragen. Aber „jeder wirft 85 kg Lebensmittel in den Müll“ (AZ 31.5.19), das sind deutschlandweit „13 Millionen Tonnen“. Über die Hälfte stammt aus den Haushalten, der Rest von Herstellern, Landwirtschaft, Handel und Gastronomie“. Sind wir „Umweltheuchler“?

Von den 68ern zu den Grünen

Was macht die Grünen so attraktiv, dass sie bei den Wahlen zum EU-Parlament ihre Stimmen verdoppeln konnten? Die Jüngeren und die Erstwähler stellen bei den Grünen die Mehrheit.

Die Grünen sind eine heterogene Partei. Sie bestehen aus Realos und Utopisten. Ihre Entstehung lässt sich auf die 68er Kulturrevolution zurückführen.

Die 68er versprachen Freiheit von allen Bindungen und Zwängen, von Ehe und Familie, von der Sexualmoral und von staatlicher Bevormundung: Freiheit ohne Verantwortung. Dieser Traum war offensichtlich attraktiv, insbesondere bei der studentischen Jugend.

Die Grünen haben den Umweltschutz nicht erfunden. Vorkämpfer dafür gab es schon vorher in den anderen demokratischen Parteien. Die kulturrevolutionäre und die gesellschaftsverändernde Ideologie der Grünen war aber so mächtig, dass der Kölner Kardinal Joseph Höffner die Grünen seinerzeit als eine „für Katholiken nicht wählbare Partei“ bezeichnete.  

Es ist den Realos zu verdanken, dass ihnen der Zugang zur politischen Macht in Länderregierungen gelang. Die Medien waren die wichtigsten Helfer auf dem Weg zur Macht. Mit ihrer Hilfe konnten sie ihre Ideologie von einer heilen Welt und einem irdischen Paradies ausbreiten.

Es ist die letzte Ideologie, die in einer säkularen entchristlichten Welt noch ein Leuchten auf den Gesichtern hervorruft, insbesondere bei den Jugendlichen.

Grüne Kampagnen werden von Medien gestützt

Aus den von den Medien unterstützten Kampagnen zu den EU-Wahlen zogen die Grünen einen erstaunlichen Erfolg.

Dieter Stein – Chefredakteur der Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT  –  meint dazu:

„Mit Hilfe der absurden ‚Schülerstreiks‘ läuft Freitags seit Wochen eine gigantische Kampagne, mit der eine um ihre Pfründe besorgte links-grün dominierte politisch-mediale Klasse hofft, eine andere Agenda zu setzen: Die hysterisch geführte Klimadebatte mit der schwedischen Schülerin Greta Thunberg an der Spitze soll Themen an den Rand drängen, die den Bürgern unter den Nägeln brennen und ‚populistische‘ Parteien bislang groß gemacht haben: Massenmigration, Innere Sicherheit, Euro- und Schuldenkrise“.

Die 16jährige Greta Thunberg will sich  – so die AZ am 3. Juni  –  „ganz auf ihren Kampf gegen die Klimakrise konzentrieren… im September wolle sie am Klimagipfel der Vereinten Nationen in New York teilnehmen, im Dezember dann an der Weltklimakonferenz in Santiago de Chile… um ihre Schulzeit mache sie sich keine Sorgen“.

Werden den Grünen die Bäume in den politischen Himmel wachsen? Nein! Ihrer Ideologie fehlt eine wesentliche Dimension.

In ihrem Programm kommt dem Menschen der Platz nicht zu, der ihm gebührt. Im Programm der Grünen spielt Artenschutz für Bienen, Lurche, Pandabären und Küken eine große Rolle, aber nicht der Mensch. Man sei „noch weit davon entfernt“, den Zusammenhang zwischen der „Zerstörung der natürlichen Umwelt“ und jener der „menschlichen Umwelt die notwendige Beachtung zu schenken“, schrieb Johannes Paul II. im Jahr 1991.

Den Grünen fehlt die „Ökologie des Menschen“

In unserer Zeit ist der Mensch in seiner Würde und Integrität gefährdet. Im Vordergrund der aktuellen Debatte – bis in kirchliche Kreise hinein – hat die Bewahrung der Schöpfung einen großen Stellenwert.

Was zu kurz kommt, ist die Ökologie des Menschen.

Benedikt XVI. erinnert daran, dass „die Welt nicht analysiert werden kann, wenn nur ein Aspekt isoliert betrachtet wird, weil das Buch der Natur unteilbar sei und die Umwelt das Leben, die Sexualität, die Familie und die sozialen Verhältnisse beeinflusse.

Die Zerstörung der Umwelt sei eng verbunden mit der Natur, die das gesamte menschliche Zusammenleben formt.

Alle Übel ließen sich auf die Vorstellung zurückführen, dass es keine endgültigen Wahrheiten gebe, die unser Leben bestimmen, weil für den postmodernen Menschen die menschliche Freiheit keine Grenzen habe“ (Quelle „Laudato Si“, Ziff 6, S.10, deutsche Übersetzung).

Es ist schon erstaunlich, dass auch die Politiker mit dem „C“ in ihrem Parteinamen diese Argumente in ihrer Gegenstrategie nicht heranziehen. Oder doch nicht? Weil die C-Politiker ihren Wertekompass verlegt haben.


Kongress „Freude am Glauben“ vom 14. bis 16. Juni 2019 in Ingolstadt

Leitwort der Vorträge: „Ohne Gott keine Zukunft!“

Das „Forum Deutscher Katholiken“ hält seinen nächsten Kongress „Freude am Glauben“ vom 14. bis 16. Juni 2019 in Ingolstadt ab.

Einer Atmosphäre von Resignation, in der viele sagen: „Es geht ja doch alles den Bach hinunter“ stellen wir das Wort entgegen: „Mit Gott Zukunft gestalten!“

Der Kongress will das geben, was eine Zeitung titelt „Orientierung in einer Welt, die zerfällt“ (Augsburger Allgemeine Zeitung, 21.9.2018).

Wenn manche die Verwirrung instrumentalisieren wollen, um ihre Ideologien in Politik, Gesellschaft und Kirche zu verwirklichen, haben wir den Willen, die Zukunft mit Gott aufzubauen. Dieser Wille kommt in Vorträgen und Podiumsgesprächen zum Ausdruck.

BILD: Prof. Dr. Hubert Gindert leitet den Kongreß „Freude am Glauben“

Wer eine andere Kirche will, setzt am Zentrum an und stiftet Verwirrung in Fragen der Eucharistie, mit der alle übrigen Sakramente zusammenhängen, und des Priestertums.  Dem setzen wir das Thema „Eucharistie und Priestertum – Ein unersetzbares Geschenk des Herrn an seine Kirche“ (Redner: Dr. Christoph Ohly) entgegen.

Wer die Gesellschaft grundlegend ändern will, versucht Ehe und Familie und die von Gott in die Natur des Menschen gelegte Ordnung von Arbeit und Ruhe zu zerstören. Das Referat „Geht die ‚letzte Schlacht‘ um Ehe und Familie?“ (Jürgen Liminski) und das von Regina Einig geleitete Podium „Mensch bleiben in der Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts“ werden unseren Blick für diese Existenzfrage unserer Gesellschaft schärfen.

Und weil mit beiden Themen die Frage zusammenhängt, wie kann das notwendige Miteinander in Gesellschaft und Kirche gestärkt werden, fragt eine von Rudolf Gehrig (EWTN) geleitete Gesprächsrunde „Wie kann der Zusammenhalt in der Gesellschaft gestärkt werden?“.

BILD: Unsere CF-Autorin Cordula Mohr vor unserer Plakatwand beim Glaubenskongreß in Fulda

Manche glauben mit mehr Information und Wissen könnten alle unsere Probleme gelöst werden. Die Menschen bräuchten nur den Zugang zu allen Informationsquellen. Aber: Noch nie konnten sich die Menschen so schnell und umfassend über das weltweite Geschehen informieren wie heute. Die digitale Welt hat die zwischenmenschliche Kommunikation revolutioniert. Können wir aber noch zwischen Information und Desinformation unterscheiden und bessere, ausgewogenere Urteile fällen?

Zwei Vorträge gehen diesen Fragen nach: „Fluch oder Segen? Was die Neuen Medien mit den Menschen und der Kirche machen“ (Dr. Stefan Meetschen) und „Wie objektiv werden wir informiert? Die Verantwortung der Medien in der digitalen Welt“. (Josef Kraus).

Die Menschen bei uns treibt die Frage um, können sich die Moslems, wenn sie ihren Glauben ernst nehmen, in eine Gesellschaft, für welche die freiheitlich-demokratische Verfassung und das Rechtssystem der Bundesrepublik gelten, integrieren? Dr. Hans-Peter Raddatz fragt „Gehört der Islam zur Zivilisation Europas?“

Zu den Fragen, die sich die Menschen in dieser Gesellschaft stellen, zählt zweifellos, wie kann sich die freiheitlich-demokratische Staatsform, die wir mit dem Grundgesetz haben, durchhalten? Mit diesen Überlegungen befasst sich das Referat „Demokratie lebt vor allem von Rechtsstaatlichkeit und Meinungsfreiheit“ (Prof. Dr. Werner Münch).

Wer ohne ideologische Brille die Entwicklung der letzten Jahrzehnte in Gesellschaft, Politik und Kirche betrachtet, dem fällt die religiöse Entleerung, die alle Bereiche umfasst, auf. Wenn wir Fundamente für die Zukunft legen wollen, brauchen wir einen missionarischen Aufbruch, aber nicht irgendeinen.

Wir brauchen eine katholische Mission. Diese Existenzfrage wird Pfarrer Erich Maria Fink mit seinem Thema ansprechen.


Das „Forum Deutscher Katholiken“ über seine Erfahrungen mit ZDF und RTL

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Am 9.5.2019 hat das „Forum Deutscher Katholiken“ eine Erklärung gegen den Aufruf des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) zum Boykott der Gottesdienste durch Frauen vom 11. bis 18. Mai veröffentlicht. 

Das „Forum“ wandte sich dagegen, die sexuellen Missbrauchsfälle für die Durchsetzung des Frauenpriestertums zu instrumentalisieren. Daraufhin wurde das „Forum Deutscher Katholiken“ vom ZDF am 10.5. um ein Interview gebeten.

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“

Obwohl dem ZDF deutlich gemacht wurde, dass unsere Position gegen den Boykottaufruf der KDFB ausreichend dargestellt sei, drang das ZDF (Frau Andrea Budke) eindringlich darauf, dass sich das „Forum Deutscher Katholiken“ in vier Fragen näher erklären würde, um die Gegenposition bringen zu können.

Das Interview fand am 10.5. statt. Es wurden folgende vier Fragen gestellt und beantwortet:

  • Wie sehen sie die Aktion Maria 2.0?
  • Welche Strategie der Frauen vermuten Sie dahinter?
  • Welche Argumente halten sie dem Streben der Frauen nach geweihten Ämtern entgegen?
  • Was schlagen Sie alternativ vor gegen den sexuellen Missbrauch?

Das ZDF scheute für dieses Interview weder Zeit noch Kosten für die Anfahrt des Aufnahmeteams (Hin- u. Rückfahrt ca. 130 km).

Das Interview wurde am 11.5. um 23:15 Uhr ausgestrahlt. Dabei räumte das ZDF den Demonstranten ausreichend Zeit für die Begründung des Boykottaufrufs in Wort und Bild ein. Die Gegenposition der vier abgefragten komplexen Themen bestand aus einem Satz.

Wofür das ZDF in dieser Auseinandersetzung steht, wurde offenkundig. Es ging offensichtlich nur darum, nach außen sagen zu können: Wir haben auch die andere Seite gehört und zu Wort gebracht.

Nun ist das ZDF eine öffentlich-rechtliche Anstalt, die mit Zwangsgebühren aller Bürger finanziert wird und deswegen auch zu objektiver und ausgewogener Berichterstattung verpflichtet ist. Das geschah in keiner Weise.

Am 11. Mai wurde das „Forum Deutscher Katholiken“ von RTL um ein Interview in der gleichen Sache gebeten. Es wurden drei Fragen gestellt und beantwortet. Das Interview wurde am 12. Mai um 18:45 Uhr ausgestrahlt. Die Darstellung der Gegenposition bestand wieder aus einem Satz.

Fairerweise möchte ich anmerken, dass RTL keine öffentlich-rechtliche Sendeanstalt ist.

Meine Empfehlung nach diesen Erfahrungen: Man sollte Fernsehsendern, bei denen die Darstellung der eigenen Position nicht gesichert ist, kein Interview geben, sondern die Kanäle nutzen, die uns heute zur Verfügung stehen, um unsere Botschaft zu streuen.

Sendeanstalten, die ihre eigene Politik betreiben, missbrauchen die Interviews für ihre Zwecke.


Das „Forum Deutscher Katholiken“ kritisiert den Kirchenstreik des KDFB

Die Vor­sit­zende des „Ka­tho­li­schen Deut­schen Frau­en­bun­des“ (KDFB) der Di­ö­ze­se Rot­ten­burg-Stutt­gart, Ka­rin Wal­ter, ruft die Ka­tho­li­kin­nen vom 11. bis 18. Mai zum „Kir­chen­streik“ auf. Die Frau­en sol­len ge­gen se­xu­el­len Miss­brauch durch Geist­li­che und ge­gen den Aus­schluss von Frau­en zum Pries­ter­amt pro­tes­tie­ren, in­dem sie sich statt zu den Got­tes­diens­ten vor den Kir­chen­tü­ren ver­sam­meln (vgl. Ka­tho­li­sches Sonn­tags­blatt, 31.3.2019). 

Hier wird in durch­sich­ti­ger Wei­se der se­xu­el­le Miss­brauch in­stru­men­ta­li­siert, um das Frau­en­pries­ter­tum durch­zu­set­zen. Ein Auf­ruf zum Boy­kott von Got­tes­diens­ten be­deu­tet ei­ne neue Qua­li­tät in der Aus­ein­an­der­set­zung in­ner­kirch­li­cher Kräf­te ge­gen die Leh­re der ka­tho­li­schen Kir­che.

BILD: Prof. Gindert leitet das Forum Deutscher Katholiken

Da nicht be­kannt ist, dass die Bun­des­lei­tung des KDFB ge­gen die Ini­tia­ti­ve des Di­ö­ze­san­ver­ban­des von Rot­ten­burg-Stutt­gart kor­ri­gie­rend ein­ge­grif­fen hat, ru­fen wir die Mit­glie­der des KDFB, die sich der Leh­re der ka­tho­li­schen Kir­che ver­bun­den füh­len, auf, aus dem „Ka­tho­li­schen Deut­schen Frau­en­bund“ aus­zu­tre­ten und ei­ne neue glau­bens­treue Or­ga­ni­sa­tion für Frauen zu grün­den.

Prof. Dr. Hubert Gindert, Spre­cher des Forums Deut­scher Ka­tho­li­ken


Das „Forum Deutscher Katholiken“ zur Kassenfinanzierung des Trisomie-Bluttests

Als am 11. April die­ses Jah­res im Bun­des­tag dis­ku­tiert wur­de, ob der Blut­test zur vor­ge­burt­li­chen Fest­stel­lung der Tri­so­mie in den Ka­ta­log der Kas­sen­leis­tun­gen auf­ge­nom­men wer­den sol­le, sa­ßen auf der Zu­schau­er­tri­bü­ne ei­ni­ge Kin­der und Ju­gend­li­che mit Tri­so­mie 21. Es war al­so schon des­halb für die Ab­ge­ord­ne­ten nicht ganz leicht, über die Fi­nan­zie­rung des­sen zu spre­chen, was bei ei­nem ent­spre­chen­den Be­fund sehr oft zur Tö­tung des un­ge­bo­re­nen Men­schen führt.

Sie spra­chen über das Recht auf Nicht­wis­sen, über die Lie­bens­wür­dig­keit der Men­schen mit Tri­so­mie 21, über ih­re Freu­de am Le­ben, ih­re vie­len Fä­hig­kei­ten, na­tür­lich auch – wie im­mer – über das Recht der Frauen auf Selbst­be­stim­mung über ih­ren Kör­per. Vor al­lem aber dis­ku­tier­ten sie in Wahr­heit da­rü­ber, ob ein Em­bryo mit dem Chro­mo­som „zu viel“ ein Recht auf Le­ben hat.

Vor­der­grün­dig spricht die Lo­gik da­für, den Blut­test zur Kas­sen­leis­tung zu ma­chen, weil die Frucht­was­ser­un­ter­su­chung – die nicht un­ge­fähr­lich ist und zu Fehl­ge­bur­ten füh­ren kann – von der Kas­se be­zahlt wird. Und wa­rum sol­len Frau­en 130 bis 500 Eu­ro für ihn zah­len, wenn die pro­ble­ma­ti­sche­re Un­ter­su­chung kos­ten­los ist?

Doch damit wird das Tor weit ge­öff­net für die im­mer in­ten­si­ve­re Su­che nach An­zei­chen für das Down-Syn­drom. Der Test auf Tri­so­mie 13, 18 und 21 er­öff­net aber kei­ne Chan­cen auf vor­ge­burt­li­che Be­hand­lung. Er dient ein­zig und al­lein da­zu, El­tern vor die schreck­li­che Ent­schei­dung zu stel­len, ihr Kind ab­zu­trei­ben oder Le­ben zu las­sen. Über Le­ben und Tod des Men­schen zu ver­fü­gen, kommt die­sem al­ler­dings nicht zu.

Da­mit nicht ge­nug. Der Test öff­net das Tor auch für im­mer wei­ter­ge­hen­de vor­ge­burt­li­che Fahn­dun­gen nach even­tu­el­len zu­künf­ti­gen Krank­hei­ten: zum Bei­spiel Krebs­nei­gung, Herz­schwä­che oder Di­a­be­tes. Ir­gend­wann wird man nach nicht er­wünsch­ten Ei­gen­schaf­ten – et­wa „fal­sches“ Ge­schlecht oder man­geln­de In­tel­li­genz – su­chen.

Auch keine Finanzierung der Fruchtwasseruntersuchung

Lo­gik und Ethik ver­lan­gen da­her nicht nach der Kas­sen­fi­nan­zie­rung des Blut­tests, son­dern da­nach, erst recht die Frucht­was­ser­un­ter­su­chung nicht mehr zu fi­nan­zie­ren. Für be­han­del­ba­re Krank­hei­ten gibt es an­de­re Di­a­gno­se­ver­fah­ren.

Ei­ne jun­ge Frau mit dem Down-Syn­drom äu­ßer­te sich an­ge­sichts der Dis­kus­sion in ei­ner aus­ge­zeich­ne­ten Spra­che, die man manch an­de­ren nur wün­schen kann. Und die Mut­ter ei­nes klei­nen Jun­gen brach­te es auf den Punkt: Bis jetzt ha­be man sie nicht auf ih­ren Sohn an­ge­spro­chen. Nun ge­be es un­ter­schwel­li­ge Be­mer­kun­gen und auch die Äu­ße­rung, dass „so et­was“ heu­te doch nicht mehr nö­tig sei.

El­tern mit ei­nem so be­son­de­ren Kind sind oft sehr be­las­tet und be­nö­ti­gen be­son­ders viel Un­ter­stüt­zung durch den Staat und je­den Ein­zel­nen. Da­rauf und auf die Fi­nan­zie­rung je­der Hil­fe ha­ben sie An­spruch!

Die Fra­ge nach dem Le­bens­recht ei­nes sol­chen Kin­des, ja je­des be­hin­der­ten, kran­ken, al­ten oder hilf­losen Men­schen, darf – ge­ra­de in Deutsch­land – nie mehr ge­stellt wer­den!


Steyler Zeitschrift sorgt für Verwirrung beim Thema Interkommunion

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Das Magazin der Steyler Missionare („stadt gottes“) bringt in der Ausgabe Nr. 2/Februar 2019 auf Seite drei und vier unter „Leserforum“ – „Hier kommen Sie zur Wort – Fragen, Meinungen, Anregungen“ den Artikel „Evangelisch – und bei der Erstkommunion dabei?“

Zu Wort kommt Pater Fabian Conrad SVD. Er wird als „Experte für Seelsorge“ und als „Bibelwissenschaftler, Seelsorger, Schulrektor des Arnold-Janssen-Gymnasiums in St. Wendel“ vorgestellt.

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“

Pater Conrad stellt zunächst das katholische Eucharistieverständnis korrekt dar:

„Es gibt derzeit offiziell von katholischer Seite keine Mahl- und Opfergemeinschaft zwischen der katholischen und evangelischen Kirche… Fakt ist jedoch, dass das Eucharistieverständnis beider Kirchen sich unterscheidet. Der Hauptunterschied ist: Die katholische Kirche glaubt an eine bleibende Wandlung des Brotes in den Leib des Herrn. Einmal konsekriert bleibt das Brot, die Hostie, der Leib des Herrn.

Im evangelischen Verständnis ist es die Gemeinschaft, die die Präsenz des Herrn garantiert. Die versammelte Gemeinde macht den Herrn präsent im Brot. Hat sich die Gemeinschaft aufgelöst, ist das geweihte Brot nichts weiter als Brot. …

Spätestens seit den Trauerfeierlichkeiten für Papst Johannes Paul II. muss der ganzen Welt klar sein, dass auch ein gläubiger evangelischer Christ die katholische heilige Kommunion empfangen kann. Während dieser Feier sahen Millionen Menschen den späteren Papst Benedikt XVI. auf Frère Roger Schütz (Taizé) zugehen und ihm die Kommunion reichen… Diese Geste setzte er willentlich, als wollte er sagen: ‚Wer an unseren gemeinsamen Herrn glaubt…der gehört auch an den gemeinsamen Tisch‘“.

Die „große Selbstverständlichkeit und die Geste“, die der spätere Papst Benedikt XVI. „willentlich gesetzt“ haben soll, ist eine falsche Behauptung von Pater Fabian Conrad.

Dem Zeitbeobachter fällt dabei ein, dass in den kontroversen Debatten in Deutschland über den Kommunionempfang konfessionsverschiedener Ehepaare dieses „Argument“ nicht auftaucht. Das konnte auch nicht sein, wie der Fundamentaltheologe Prof. Dr. Dr. Anton Ziegenaus auf Anfrage verdeutlicht hat.

Dem damaligen Kardinal Ratzinger unterlief, als er Frère Roger Schütz die Kommunion reichte, ein Irrtum, den er auch danach aufgeklärt hat, nämlich, Frère Roger Schütz sei zur katholischen Kirche konvertiert.

Kardinal Ratzinger hat den gültigen Katechismus der katholischen Kirche (KKK) hauptverantwortlich im Auftrag von Papst Johannes Paul II. redigiert.

Dort heißt es in Ziff. 1400: „Die aus der Reformation hervorgegangenen, von der katholischen Kirche getrennten Gemeinschaften haben ‚vor allem wegen des Fehlens des Weihesakramentes die ursprüngliche und vollständige Wirklichkeit des eucharistischen Mysteriums nicht bewahrt‘ (UR 22). Aus diesem Grund ist für die katholische Kirche die eucharistische Interkommunion mit diesen Gemeinschaften nicht möglich…“.

Pater Fabian Conrad SVD sollte sich erkundigen, was Lehre der Kirche ist und was der damalige Präfekt der Glaubenskongregation Joseph Ratzinger in der Frage der Kommunion an Frère Roger Schütz klar gestellt hat, bevor er unnötige Verwirrung stiftet.


„System Eichstätt“: Forum Deutscher Katholiken kritisiert Medienkampagne

Pressemeldung des Forum Dt. Katholiken:

Was ist eine Medienkampagne? Wenn Meldungen über Vorgänge, die schon mehrmals gebracht wurden, immer wieder aufgewärmt werden, um eine Institution oder eine Person zu diskreditieren.

Gegenwärtig geht es um die katholische Kirche und um den Bischof von Eichstätt, Gregor Maria Hanke (siehe Foto).

Die Kampagne zeigt sich darin, dass mit einem Geschehen, wie mit Finanzen oder dem sexuellen Missbrauch alle Themen verbunden werden, die schon lange auf der Agenda des Zeitgeistes stehen: Priesterbild, hierarchische Verfassung der Kirche, Zölibat, Frauenpriestertum.

Um das „System aufzubrechen“, wird die katholische Kirche als „Männerbund“, denunziert und durch Begriffe wie „Macht-missbrauch“, „Klerikalismus“, „systemische Defizite“, Machtcliquen etc. charakterisiert.

Bischof Gregor Maria Hanke hat lange seinen Mitarbeitern in der Finanzverwaltung vertraut. Als sich der Verdacht des finanziellen Missbrauchs bestätigte, hat er von sich aus den gesamten Vorgang der Staatsanwaltschaft übergeben und eine Transparenzoffensive eingeleitet, um alles offenzulegen. Bischof Hanke ist nicht Täter, sondern Opfer des Finanzskandals, dessen gerichtliche Klärung im Gange ist..

Wenn der Bischof jetzt unter Druck gesetzt wird, zurückzutreten, dann wegen eines anderen „Makels“. Er gilt als ein profilierter Verteidiger des katholischen Glaubens.
Dafür sind ihm die lehramtstreuen Katholiken dankbar!