Debatte zum Synodalen Weg: Zustimmung zur Initiative von Bischof Rudolf Voderholzer

Erklärung des Forums Deutscher Katholiken:

Jeder nachdenkliche katholische Christ weiß, dass nicht allein wegen der Aufdeckung des sexuellen Missbrauchs durch Priester eine Umkehr und Erneuerung unserer Kirche dringend erforderlich ist.

Dieser Aufgabe wollte sich der Synodale Weg annehmen, aber an seinen Methoden, Zielen und Inhalten gibt es zunehmend Kritik.

Vor Beginn der 2. Vollversammlung vom 30. September bis 2. Oktober hat Bischof Dr. Voderholzer eine eigene Homepage eingerichtet, um zu den Foren und Themen des Synodalen Weges alternative Textvorschläge einzubringen. Sie stammen von Mitgliedern der jeweiligen Foren sowie von verschiedenen Instanzen des päpstlichen Lehramtes.

Er hat bekanntlich mit wenigen anderen Bischöfen als Mitglied des Synodalen Weges von Anfang an versucht,
sowohl Bestimmungen der Satzung und Geschäftsordnung als auch die thematischen Inhalte der einzelnen Foren zu verändern – ohne Erfolg!
Sein zentrales Thema war die Neuevangelisierung, die auch im Mittelpunkt des Briefes von Papst Franziskus “an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland” stand.


Besonders ärgerlich ist die erste Reaktion auf solche Alternativ-Texte, die von Mitgliedern des Synodalen Weges pauschal ohne Befassung mit den Inhalten zurückgewiesen werden. Das ist kein Zeichen einer guten Dialogkultur!

Als Forum deutscher Katholiken fordern wir:
Liebe synodale Schwestern und Brüder, bewahrt die Macht in der Kirche als sakrale Macht, damit sie sich nicht zu einer ideologisch verabsolutierten Macht verselbständigt, sondern ihren ultimativen Bezugspunkt immer im erlösenden Geschehen von Kreuz und Auferstehung Jesu Christi behält.

Der Erzbischof von Paris, Mgr. Michel Aupetit, hat in seiner Predigt bei einer Hl. Messe an einer Gedenkstätte in Frankreich Ende August angemahnt: “Wir müssen die Brüderlichkeit wieder neu aufbauen”.

Deshalb sollte sich kein Verfasser von alternativen Stellungnahmen, auch wenn er angegriffen und marginalisiert wird, entmutigen lassen und seine Bemühungen einstellen.

Das “Forum Deutscher Katholiken” versteht die begrüßenswerte Initiative von Bischof Voderholzer nicht als „zugleich eine Hoffnung und eine Illusion” (Peter Winnemöller).

Wir stimmen der Auffassung von Bischof Voderholzer zu, dass ein synodaler Weg “gut und zielführend” nur dann sein kann, wenn er “mit und in der ganzen Kirche gegangen wird.”

Prof. Dr. Hubert Gindert, Vorsitzener des Forums Deutscher Katholiken     
Prof. Dr. Werner Münch, Schirmherr der Kongresse „Freude am Glauben“

Foto: Bistum Regensburg


Kritik an der Ideologisierung des Sports

Pressemitteilung des FORUM DEUTSCHER KATHOLIKEN:

In München fand am 23. Juni im Rahmen der Fußball-Europameisterschaft das Spiel Deutschland gegen Ungarn statt. Der OB der Stadt forderte die Beleuchtung des Stadions in den Regenbogenfarben. Ein klares Signal für sexuelle Willkür gegen Ehe und Familie!

In freiheitlichen Gesellschaften wird der Sport von Aktionen politischer Ideologie freigehalten. Die Ideologisierung des Sports für ihre Zwecke praktizieren totalitäre Systeme.

Der Protest wurde auch von öffentlich-rechtlichen Medien mit dem Vorwurf von Homophobie mitgetragen. Er richtet sich gegen ein Gesetz der ungarischen Regierung, das ein Verbot von Büchern und Filmen in der schulischen Aufklärung  vorsieht, in denen alle Formen von Sexualität als gleichwertig dargestellt werden.

Die Aufklärung heranwachsender Kinder und Jugendlicher gehöre ins Elternhaus, sagt Orban: „Wir schützen die Aufgabe der Eltern“. Die ungarische Regierung kann sich auf eine klare demokratische Mehrheit im Parlament stützen.

In der Münchner Regenbogeninitiative zeigt sich, dass der Relativismus, der keine verbindlichen Werte anerkennt, in einen neuen Dogmatismus umschlägt, der die Grundordnung der Gesellschaft deformieren will. Er wird von Medien mitgesteuert und er versucht in einer Art von Pseudo-Aufklärung, „alle dem Überdogma des Relativismus zu unterwerfen“ (Joseph Ratzinger).

Wenn das Institut für Demoskopie Allensbach geäußert hat, „etwas weniger als die Hälfte  der Deutschen glauben, man könne seine politische Meinung noch frei äußern … auffallend viele Bürger (klagen) über eine starke soziale Kontrolle und haben den Eindruck, dass versucht werde,  ihnen bis ins Detail vorzuschreiben, wie sie sich zu verhalten hätten“, dann sehen wir, wieweit wir schon entmündigt sind. „Der Druck geht nicht von der Mehrheit, sondern von der Minderheit aus„. – Wehren wir uns gegen diese Form der Diktatur!

Prof. Dr. Hubert Gindert, Vorsitzender des Forums Deutscher Katholiken


Das „Forum Deutscher Katholiken“ zum Rücktrittsangebot von Kardinal Marx

Für den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“ erklärt Prof. Dr. Hubert Gindert:

Das Rücktrittsangebot von Kardinal Reinhard wird instrumentalisiert!

Die Augsburger Allgemeine Zeitung (AZ) greift das Rücktrittsangebot von Kardinal Marx an Papst Franziskus am 5. Juni in vier (!) Beiträgen auf: „Kardinal Marx erschüttert die Kirche“, „Kirchenbeben“, „Woelki hat ein Problem“, „Die Kirche braucht jetzt eine echte Umkehr“.

Die in den Beiträgen genannten Personen (wie Schüller von „Wir sind Kirche“ etc.) sind jene, die sich gegen Kardinal Woelki kritisch, aber für die bekannten Forderungen des „Synodalen Weges“ positiv äußern.

Damit wird klar, dass das Rücktrittsangebot von Marx für den „Synodalen Prozess“ instrumentalisiert wird. Das wird bestätigt dadurch, dass neben Woelki Bischof Voderholzer als „schärfster Kritiker“ des „Synodalen Weges“ genannt wird.

Mit der Krisenbeschreibung „Zerreißprobe“, „Toter Punkt“ der katholischen Kirche wird ein „Wendepunkt“ beschworen. Und tatsächlich braucht die Kirche in Deutschland – besser: brauchen die Katholiken  – eine „echte Umkehr“ und eine Wende hin zum Wort Gottes und zur Lehre der Kirche.

Kardinal Rainer Maria Woelki und Bischof Rudolf Voderholzer sehen das. Diese Reform unterstützen wir!

Foto: Laura Mohr

        


Erklärung des „Forum Deutscher Katholiken“ zur Segnung homosexueller Paare

Am 9. Mai 2021 fanden Segnungsgottesdienste für homosexuelle Paare in Deutschland statt. „Über 100 katholische Gemeinden im gesamten Bundesgebiet haben ihr Mitwirken angekündigt“. (Vgl. Augsburger Allgemeine Zeitung, 10.5.2021, S. 4)

Die von den Initiatoren angekündigten Segnungsfeiern für homosexuelle Paare stellen den Protest gegen das Schreiben der Glaubenskongregation („Responsum ad dubium“) vom 22. Februar 2021 dar. Der zentrale Inhalt des Dokuments: Die Kirche hat nicht die Vollmacht, Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts (mit sexueller Konnotation) zu segnen.

Den Initiatoren dieser Segnungsfeiern ist klar, dass es sich hier um einen Akt der Auflehnung gegen das Lehramt der Kirche handelt.

Die Schöpfungstheologie spricht eindeutig davon, dass Gott Mann und Frau erschuf. Nur diese können Gottes Auftrag „Macht euch die Erde untertan“ und „Wachset und mehret euch“ erfüllen. Das können keine homosexuellen Paare, weder männliche noch weibliche.

Somit anerkennen gleichgeschlechtliche Paare weder den Auftrag unseres Schöpfers noch werden sie ihrer Verantwortung gegenüber dem Gemeinwohl gerecht. Die Aussagen in unserem Katechismus (KKK) und in der christlichen Soziallehre dazu sind zweifelsfrei.

Insofern kann man solche Partnerschaften nicht mit der heterogenen Ehe gleichsetzen, die als Sakrament – zurecht – eine herausragende Bedeutung hat. Die kirchliche Segnung eines Homosexuellen in einer persönlichen Angelegenheit ist jederzeit möglich, aber nicht die einer solchen Partnerschaft, die mit einer heterogenen Ehe gleichgesetzt werden will.

Wenn die Bischöfe der deutschen Ortskirche diese Segnungsgottesdienste für homosexuelle Paare tatenlos hinnehmen, wird unter den Gläubigen die Meinung aufkommen, dass Schreiben der Glaubenskongregation nicht zu beachten sind und sich jeder von der Morallehre der Kirche das aneignen kann, was ihm entspricht.

Forum Deutscher Katholiken                                                              
Prof. Dr. Hubert Gindert, Vorsitzender


Zu den Vorwürfen gegen Benedikt XVI.

Stellungnahme des „Forum Deutscher Katholiken“:

Die Angriffe gegen die katholische Kirche richten sich gegen herausragende Repräsentanten. Sie werden moralisch abqualifiziert und instrumentalisiert, mit dem Ziel eine „andere Kirche“ zu schaffen.

Diese Attacken zeigen nicht das Niveau einer geistigen Auseinandersetzung. Dies geschieht in Medien und Büchern, z.B. in dem von Doris Reisinger und dem Filmregisseur Christoph Röhl verfassten Neuerscheinung: „Nur die Wahrheit rettet. Der Missbrauch in der katholischen Kirche und das System Ratzinger“.

Dort heißt es: „Welche Rolle spielte dieser Mann, der über ein viertel Jahrhundert die katholische Kirche entscheidend prägte, in ihrem Versagen in der Missbrauchskrise“ – “Wer sich mit Ratzingers Rolle befasst, muss die Behauptung von seinem Einsatz gegen Missbrauch wider alle Widerstände fallen lassen. Es bleibt davon nichts übrig.“

Die Autoren Reisinger/Röhl werfen ihm vor, dass er sich „nachweislich jahrelang nicht ernsthaft“ um die Missbrauchskrise gekümmert habe, „auch dann nicht, wenn Fälle direkt auf seinem Schreibtisch landeten“ (Augsburger Allgemeine Zeitung 2.3.2021, S. 12).

Dazu erklärt Professor Markus Graulich, Untersekretär des päpstlichen Rates für Glaubenstexte:

„Joseph Ratzinger (war) eine Schlüsselfigur bei der innerkirchlichen Verfolgung und Bestrafung sexuellen Missbrauchs. Heutige Errungenschaften auf diesem Gebiet verdanken sich wesentlich der Vorarbeit des Kurienkardinals und späteren Papstes Benedikt XVI.“

„Seit Mitte der 1980er Jahre“ hat sich Ratzinger „als Präfekt mit dem Missbrauch in der Kirche befasst … Schon damals habe er das Ziel verfolgt, das … kirchliche Strafrecht weiter zu entwickeln. So habe Ratzinger darauf gedrängt, kirchliche Straftäter auch ohne Prozess aus dem Klerikerstand entfernen zu können … Auch habe er dafür gesorgt, dass die innerkirchliche Verfolgung solcher Straftaten der Glaubenskongregation übertragen worden sei bis hin zur Anklage von Kardinälen und Bischöfen wegen Missbrauchsfällen.“ (Die Tagespost vom 18.2.2021)

Das Ziel dieser Kampagne gegen Kardinal Ratzinger/Benedikt XVI. ist sehr durchsichtig. Das „Forum Deutscher Katholiken“ spricht Benedikt XVI. sein ungeteiltes Vertrauen aus und dankt ihm für sein Bemühen, die sexuellen Missbrauchsfälle aufzudecken.


„Forum Deutscher Katholiken“ bekundet Solidarität mit Kardinal Woelki

Der ehemalige Bundesrichter Thomas Fischer hat die Berichterstattung über den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche als „Hysterisierung“ bezeichnet. Er spricht von einer „Generalabrechnung“  mit der Kirche.

Besonders fällt Fischer die „Zeit-Taktung“ der Empörung und Skandalisierung auf. So hat beispielsweise ein Blatt, die Augsburger Allgemeine Zeitung (AZ), allein vom 30.Januar bis 25. Februar neunmal (!) negativ über Kardinal Woelki berichtet (30.1.,2.2.,4.2.,5.2.,9.2., 22.2.,23.2.,24.,25.2.).

Der Tenor dieser Berichterstattung ist immer der Gleiche: Woelki halte ein Gutachten unter Verschluss – obwohl jeder weiß, dass ein neues umfangreicheres und unabhängiges Gutachten am 18. März veröffentlich wird.

Die Titelüberschriften der AZ-Artikel sind bezeichnend: „Krise im Erzbistum Köln spitzt sich weiter zu“, „Woelki sollte seinen Stuhl räumen“, „Am Ende“. Es wird von einem „massenhaften Austritt aus der Kirche in Köln“ gesprochen. Man hütet sich aber, konkrete Vergleichszahlen anzugeben.

Inzwischen pfeifen es die Spatzen vom Dach: Kardinal Woelki ist einer der Kritiker des „Synodalen Weges“, der den Durchmarsch für eine „andere Kirche“ behindert. Deshalb soll er abtreten.

Die Geschichte kennt andere Fälle aus der NS- und der DDR-Zeit,  in der Repräsentanten der Kirche moralisch abqualifiziert wurden, um die Kirche zu treffen.

Das „Forum Deutscher Katholiken“ spricht Kardinal Woelki seine Solidarität aus und dankt ihm für seine Standfestigkeit!

Prof. Dr. Hubert Gindert, Vorsitzender (hubert.gindert@forum-deutscher-katholiken.de)


Erklärung des „Forum Deutscher Katholiken“ zu Papstaussagen über Homosexualität

Medienberichte verunsichern lehramtstreue Katholiken. Sie sehen darin den Versuch, unter den Gläubigen Verwirrung zu schaffen.

So schrieb die „Augsburger Allgemeine Zeitung (AZ) vom 23.10.2020 auf der Titelseite unter der Überschrift „Papst bestärkt Homosexuelle“ und zitiert Papst Franziskus aus einem Dokumentarfilm: „Homosexuelle haben das Recht, in einer Familie zu sein. Sie sind Kinder Gottes, sie haben das Recht auf eine Familie.“
Weiter: „Wir müssen ein Gesetz für zivile Partnerschaften schaffen.
Sie haben das Recht, rechtlich abgesichert zu sein.“

In der gleichen Ausgabe der AZ (S. 5) wird Franziskus unter der Überschrift „Papst unterstützt homosexuelle Paare“ mit einer früheren Aussage zitiert:
„Wenn eine Person homosexuell ist, Gott sucht und guten Willen hat, wer bin ich, über sie zu urteilen.“

Folgendes sagt der Katechismus der katholischen Kirche, der die Lehre der Kirche (KKK) zur Homosexualität wiedergibt:

Ziffer 2357: „Gestützt  auf die Heilige Schrift, die sie als schlimme Abirrung bezeichnet, hat die kirchliche Überlieferung stets erklärt, dass homosexuelle Handlungen in sich nicht in Ordnung sind.
Sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz,
denn die Weitergabe des Lebens bleibt beim Geschlechtsakt ausgeschlossen.
Sie entspringen nicht einer wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit. Sie sind in keinem Fall zu billigen.“

Und in Ziff. 2358 heißt es: „Ihnen (den Homosexuellen) ist mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen.“

Die Lehre der Kirche unterscheidet also deutlich zwischen „homosexuellen Handlungen“ und homosexuell veranlagten Menschen.

Die Aussagen von Papst Franziskus beinhalten keine Rechtfertigung der Homosexualität. Sie beziehen sich auf die Behandlung Homosexueller als Menschen  und Glieder der Zivilgesellschaft.

Prof. Dr. Hubert Gindert, Vorsitzender des Forums Deutscher Katholiken


Palottinerpater Pfennig fordert Frauen als Priesterinnen in der Kirche

 Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Im Jahr 356 vor Chr. steckte Herostratus den Artemistempel in Ephesus in Brand. Sein Motto: Er wollte dadurch bekannt werden. Heute würde man sagen, er wollte in die Medien kommen. Denn erwähnenswerte Taten hatte er nicht vorzuweisen.

Es gibt auch heute Herostrati, die einmal in die Zeitung gelangen möchten. Diese kleinen Herostrati zünden keinen Artemistempel an. Sie sind aber bereit, ihr Credo und ihre Grundsätze zu verraten, wenn sie damit bekannt werden. Und es gibt auch die Medien, die solchen Leuten einen Platz einräumen, weil sie die eigene Linie unterstützen, selbst wenn die Botschaft weder neu noch gewichtig ist, denn Medienleute wissen: „Steter Tropfen höhlt den Stein“.

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“

Die Augsburger Zeitung (AZ) vom 15.7.2020 brachte auf der Titelseite den Text „Pater fordert Priesterinnen“ und in der gleichen Ausgabe ein längeres Interview mit dem Pallottinerpater Michael Pfennig in der gleichen Sache.

Dort gab der Pallottiner von sich: „Mir geht die Diskussion über den Priestermangel und Frauen in der Kirche… noch nicht weit genug… solange nicht über die Zulassung von Frauen zu Diakoninnen und Priesterweihe ernsthaft nachgedacht wird… Es muss sich etwas ändern, man muss das Priesteramt für Frauen öffnen. Das ist schon eine Frage der Gleichberechtigung“.

Auf die Frage „Was ärgert sie so?“ sagt Pfennig: „Man mogelt sich um die Zeichen der Zeit herum! Gott will mit seiner Kirche einen neuen Weg gehen. Jede getaufte Frau und jeder getaufte Mann ist zum Dienst in der Kirche berufen“.

Das Argument des Interviewers: „Aber die zwölf Apostel seien doch Männer gewesen“ …und Johannes Paul II. erklärte „dass die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden. Alle Gläubigen hätten sich daran zu halten“, wischt Pfennig weg mit …“sich einseitig auf Tradition zu berufen, ist mir auch theologisch nicht stichhaltig… ich glaube auch nicht, dass ein Papst diese Frage endgültig entscheiden kann… erste Zeugin der Auferstehung war beispielsweise eine Frau“.

Und weiter: “Das zölibatäre Priestertum ist für mich nur eine Form des Priesterseins. Es ist höchste Zeit, das Priesteramt zu öffnen – nicht nur für Frauen, sondern auch für bewährte, verheiratete Männer… jede Gemeinde könnte aus ihrer Mitte bewährte Frauen und Männer wählen, die entsprechend ausgebildet dann zum priesterlichen Dienst gesendet werden – quasi im Nebenamt“.

Was Michael Pfennig verlangt, ist die Wiederholung von Forderungen, die wir seit Jahrzehnten kennen.

Manches geht bei Pfennig ein wenig durcheinander, z.B. das mit „Gleichberechtigung“. Hier verwechselt er die Kirche mit einer Institution der Zivilgesellschaft.

Dass Maria von Magdala die erste Zeugin der Auferstehung war, bestreitet niemand. Die Einsetzung des Priestertums geschah aber im Abendmahlsaal, als Christus den Aposteln auftrug: „Tut das zu meinem Gedächtnis!“

Es handelt sich also nicht um eine „Tradition“, sondern um ein Wort Christi.

Die AZ greift die Aussagen des Vize-Provinzials (Vorsteher) der ordensähnlichen Gemeinschaft, der Gesellschaft des „Katholischen Apostolats“ für Deutschland und Österreich gerne auf, weil sie ohnehin jede Gelegenheit wahrnimmt, der katholischen Kirche etwas ans Bein zu binden.

Und Vize-Provinzial Michael Pfennig reicht dazu seine Hand – und er kommt in die Zeitung!

Das wäre vermutlich nicht der Fall, wenn er das Ordensideal des Gründers seiner Gemeinschaft, des heiligen Vinzenz Pallotti zur Sprache bringen würde. In der Lebensbeschreibung von Vinzenz Pallotti heißt es: „Es dürfte niemand in Rom gegeben haben, der so klar wie Vinzenz Pallotti die Zeichen der Zeit deutete“. Für Michael Pfennig trifft das eher nicht zu.


Was Florin anprangert, will sie selber: Macht!

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Die Rekordhöhe der Kirchenaustritte zwingt uns, nach den Ursachen zu fragen. Die Antworten, die gegeben werden, z.B. Entfremdung, Desinteresse an der Kirche, fehlende innere Bindung, religiöse Unwissenheit etc. provozieren neue Fragen: Wieso kam es dazu?

Mögliche Antworten dazu sind: Jahrzehntelange Verkündigungsdefizite, Leben ohne Gebet, Gottesdienste, die keine Freude aufkommen lassen, fehlende Initiativen zur Mission und Neuevangelisierung.

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“

Es geht also zunächst um Selbstvergewisserung im Glauben, um Fragen wie: Was würde mir ohne Gott und Kirche abgehen? Hat mir die coronabedingt ausgefallene heilige Messe am Sontag gefehlt? Bin ich willens und in der Lage, Zeugnis von meinem Glauben zu geben?

Das sind Fragen, die auch Katholiken, die in katholischen Vereinen engagiert sind, betreffen.

Man möchte annehmen, dass Leute in katholischen Gemeinschaften eingeladen werden, die zu den Ursachen von Entfremdung und Desinteresse an der Kirche etwas zu sagen haben. Referenten sind gefragt, die Katholiken wieder aufrichten und ihnen Freude am Glauben vermitteln können.

Insofern verwundert, dass der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) Passau Christiane Florin zu sich eingeladen hat. Florin sagt von sich selber: Ich bin „zerrissen katholisch“. „Ich bin jetzt fremd in der Kirche“. „Ich weiß nicht, wie lange ich noch zahlendes Mitglied dieser Kirche bleibe“.

Jene, die sie eingeladen haben, haben sich wohl etwas dabei gedacht. Maren Maier, die ein Interview mit Christiane Florin für die Passauer Kirchenzeitung (Nr. 27, 5. Juli 2020) schrieb, stellt die Referentin als „eine der kenntnisreichsten und meinungsstärksten Beobachterinnen des kirchlichen Lebens in Deutschland vor“.

Florin ist nicht nur „Beobachterin des kirchlichen Lebens“. Sie will etwas verändern, z.B. mit ihrem Buch „Der Weiberaufstand – Warum Frauen in der katholischen Kirche mehr Macht brauchen“.

Der „Bestseller“ trägt den Titel „Trotzdem“. Florin will damit „Widerspruchsgeist entwickeln“, „die Machtverhältnisse kritisieren“ und einen Appell an die Frauen richten, die „katholische Kirche nicht den Autoritären zu überlassen“.

Florin will die Kirche durch Widerspruchsgeist verändern – ohne dass „ich genau wüsste, wohin diese Veränderungen gehen würden“. Sie sagt von sich: „Ich bin für harte Konfrontation, ich habe Herz für Polemik, Spott und Ironie“. „Man muss immer wieder dasselbe sagen und dabei sachlich und argumentativ bleiben“. Sind dazu „Polemik, Spott und Ironie notwendig“?

Florin: „Frauen sind keine gleichberechtigten Mitglieder dieser Kirche“. Sie seien „strukturell diskriminiert“. Die lehramtliche Haltung der Kirche gegenüber Frauen sei, dass „Frauen wahnsinnig gefährliche Wesen“ seien, die man auch „nach 2000 Jahren Kirchengeschichte nicht so richtig kennt und diese dürfen keinesfalls frei gelassen werden“.

Machtmissbrauch anprangern ist nicht nur das Recht eines jeden Katholiken; es ist sogar gefordert.

Nur die „kenntnisreichste Beobachterin des kirchlichen Lebens“ müsste wissen, dass es in der Kirche nicht um Macht, sondern – nach den Worten Jesu –  um Dienst geht.

Wer Funktionen in der Kirche ausübt, braucht dazu die notwendige Kompetenz. Wer seine Befugnisse überschreitet, ist zu kritisieren.

Das gilt auch für die hohen Funktionen, die zunehmend Frauen in der Kirche ausüben z.B. als Theologieprofessorinnen, Caritas- und Finanzdirektorinnen, Ordinariatsrätinnen, kirchliche Richterinnen, Schulrektorinnen, Leiterinnen in katholischen Verbänden und als Pfarrgemeinderatsvorsitzende, etc.

Kennt Christiane Florin diese errungenen „Machtpositionen“ in der Kirche nicht?

Was die Kirche über die Frau und ihre Würde denkt, hat Frau Florin noch nicht zur Kenntnis genommen, bis hin zu den Schreiben der Päpste Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Franziskus.

Christiane Florin sagt: „Die Weihe habe ich ohnehin abgeschrieben“. Das zeigt, dass Florin die Kirche nicht als eine Stiftung Jesu ansieht, in der die Priester „in persona Christi“ handeln. Johannes Paul II. hat bekräftigt, dass die Kirche nicht berechtigt ist, Frauen die Priesterweihe zu spenden.

Ob die Frauen des KDFB-Passau, nachdem Frau Florin bei ihnen zu Gast war, aufgerichtet, in ihrem Wertgefühl gestärkt und von Liebe zur Kirche erfüllt nach Hause gefahren sind, wäre eine interessante Frage. Ob der KDFB-Passau damit den Frauen auf ihrem Weg in die Kirche weitergeholfen hat?


Augsburger Erklärung des „Forum Deutscher Katholiken“ zur Krise in der Kirche

Verabschiedet anlässlich der Mitgliederversammlung vom 7./8. März 2020:

Bei Begegnungen und Gesprächen mit Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und Berufe spürt man deutlich wachsende Unsicherheit und Orientierungslosigkeit in wichtigen Lebens- und Glaubensfragen. Viele suchen nach einem Ziel, aber sie haben keinen Kompass. Fragen, die sie an Priester oder Politiker richten, werden gar nicht oder nicht im katholischen Sinn beantwortet.

Und wie es auf der einen Seite passiert, dass sich die Menschen zurücklehnen, die Heilige Schrift beiseite legen, die Tradition unserer Kirche vergessen und/oder die Wahrheit ignorieren oder belächeln, verfallen viele auf der anderen Seite in eine pauschale Verurteilung der Priester, die sie unter Generalverdacht stellen.

BILD: Das Forum Deutscher Katholiken veranstaltet jährlich den von Prof. Dr. Hubert Gindert geleiteten Kongreß „Freude am Glauben“

Viele Gläubige verteidigen nicht mehr unsere Kirche, fühlen sich aus dem öffentlichen Diskurs ausgegrenzt und ziehen sich ganz in ihr Privatleben zurück.

Sie sind ratlos, können das Wort „Krise“ nicht mehr hören. Ihre Sehnsucht nach Klarheit wächst, bleibt aber leider häufig unerfüllt.

Für das Thema Gesellschaft seien beispielhaft erwähnt:

Die Ehe ist erweitert worden auf unterschiedliche Partnerschaften durch „Ehe für alle“. Diese Form hat alles Ungleiche gleich gestellt. Die Familie wird ökonomisiert, d. h. die Frau soll vermehrt dem Produktionsprozess zur Verfügung stehen, die Rolle des Mannes wird abgewertet und das Wohl des Kindes wird umgedeutet.

Die Gender-Ideologie propagiert ein neues Menschenbild, das aggressiv die Schöpfungstheologie bekämpft und gegen über Jahrhunderte anerkannte Traditionen gerichtet ist. Abtreibung wird als Menschenrecht für die Frau bezeichnet und dem ungeborenen Kind wird das Leben genommen.

Die Präimplantationsdiagnostik (PID) ermuntert zur Abtreibung jedes Kindes, das behindert zur Welt kommen könnte. Die in der Realität hohe Prozentzahl wird sich noch weiter steigern, wenn die pränatalen Bluttests zukünftig von den Kassen bezahlt werden sollten.

Vom jüngsten Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Suizid-Assistenz über das „selbstbestimmte Sterben“ geht beispielsweise nach dem Urteil von Bischof Voderholzer (siehe Foto) die „Gefahr aus, dass gesellschaftlich weit verbreitetes Pochen auf Selbstbestimmung umschlägt in eine totale Fremdbestimmung“. Wir schließen uns diesem Urteil an.

In der Kirche erleben wir einen seit Jahren gewachsenen Glaubensabfall.

Der Besuch der hl. Sonntagsmesse liegt unter 10%, und der Empfang der Sakramente nimmt kontinuierlich ab. Die Gründer von Maria 2.0 wollen die Gottesmutter neu definieren und konstruieren für sie ein „update“, fordern die Frauenordination, den Zugang zu allen Ämtern in der Kirche und eine neue kirchliche Sexualmoral, die sich an der sog. „Lebenswirklichkeit der Menschen“ zu orientieren hat.

Der Geist des „Synodalen Weges“ kommt darin zum Ausdruck, dass eine Mehrheit von 87% der Synodalen dafür war, dass über Beschlussvorlagen, die sich gegen die Lehre der Kirche richten, abgestimmt werden kann.

Das „Nachapostolische“ Schreiben „Querida Amazonia“ wäre eine Chance gewesen, dem Synodalen Prozess eine Wende zu geben und sich endlich der Glaubensvertiefung und der Neuevangelisierung zuzuwenden. Diese Chance hat auch der neugewählte Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz nicht aufgegriffen.

Dieses „Weiter so“ ist kein Zeichen der Stärke, sondern der Schwäche, weil es zum Ausdruck bringt, dass Mut und Kraft zu einem Neuanfang im Glauben fehlen. Einen deutschen Sonderweg, der von der Universalkirche wegführt, lehnen wir strikt ab.

Das „Forum Deutscher Katholiken“ bedankt sich bei allen Priestern und Bischöfen, die den Gläubigen eine Orientierung geben, die der Wahrheit folgt. Wir rufen alle katholischen Christen dazu auf, ihren Glauben mutig zu bekennen.