Wie gehen Jugendliche mit sich selbst um, wenn es ihnen schlecht ergeht?

Universitätsmedizin Mainz sucht Studienteilnehmer

Jeder Jugendliche erlebt im Alltag belastende Gefühle wie Angst, Traurigkeit, Scham oder Wut auf sich selbst. Was die jungen Menschen jedoch unterscheidet: wie sie in diesen schwierigen Situationen mit sich selbst umgehen.

Doch wovon hängt es ab, ob Jugendliche mehr oder weniger mitfühlend mit sich selbst sind? Das ist die zentrale Forschungsfrage der sogenannten „Be kind 2 yourself?“-Studie der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz.

Die angestrebten Erkenntnisse sind relevant, weil Jugendliche, die Mitgefühl für sich selbst entwickeln können, das eigene Selbstwertgefühl steigern und somit fürsorglich mit ihrer eigenen seelischen Gesundheit umgehen. Dadurch sinkt für sie die Gefahr, psychisch zu erkranken. Dass dieses Risiko nicht zu unterschätzen ist, verdeutlichen beispielsweise folgende Zahlen des Statistischen Bundesamtes:

Während es im Jahr 2000 in der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen rund 5.200 wegen einer Depression vollstationär behandelte Patient/innen gab, war die Zahl im Jahr 2015 mit rund 34 300 fast siebenmal so hoch.

Das Studienteam sucht noch Probanden im Alter von 14 bis 18 Jahren, denen es in leidvollen Momenten entweder schwer oder leicht fällt, mitfühlend mit sich selbst umzugehen.

Interessenten können direkt auf der Homepage der Klinik unter www.unimedizin-mainz.de/kinderpsychiatrie an der Fragebogenerhebung teilnehmen.

Wer an der anonymisierten, ca. 20-minütigen Fragebogenerhebung teilnehmen möchte und zwischen 14 bis 18 Jahre alt ist, kann sich bei der Studienleiterin Dipl.-Psych. Hanna Preuss melden (Tel. 06131 17-3282, E-Mail: hannamaren.preuss@unimedizin-mainz.de).

Der Link zur Studie findet sich auf der Homepage der Klinik unter www.unimedizin-mainz.de/kinderpsychiatrie. Ebenso ist eine direkte Studienteilnahme unter https://redcap.unimedizin-mainz.de/redcap/surveys/?s=KY374EM7XW möglich.

Quelle: Pressemitteilung der Universitätsmedizin Mainz

 


Glaubenspräfekt Müller bezieht Stellung zu aktuellen Fragen und Themen des Glaubens

Radio Vatikan interviewt Kardinal Gerhard Ludwig Müller

RADIO VATIKAN: Herr Kardinal, der Papst will eine Debatte. Er will sie in zwei Synoden hineinführen zu Ehe und Familie. Wie sehen Sie die Rolle der Glaubenskongregation in dieser anstehenden Debatte?

KARDINAL MÜLLER: Die Glaubenskongregation vertritt in diesem Punkt, aber natürlich in allen Fragen der katholischen Lehre eben die Glaubenswahrheit.

Es ist  –  glaube ich  – wichtig für die öffentliche Wahrnehmung, die Engführung auf nur ein Thema zu überwinden, als ob das jetzt die Lösung von allem wäre.

Es geht wesentlich darum, die kirchliche Lehre von Ehe und Familie wieder ganz zentral ins katholische Glaubensbewusstsein hineinzuführen, denn nur wenn wir vom Gelingen der Ehe und Familie sprechen und uns dafür auch einsetzen, können wir etwas Positives bewirken.

RADIO VATIKAN: In der öffentlichen Meinung werden Sie ja häufig wahrgenommen oder dargestellt als der Bremser oder der Neinsager, wenn es um die Initiativen des Papstes geht. Trifft Sie das persönlich?

„Der Papst wird für bestimmte Ziele vereinnahmt“

KARDINAL MÜLLER: Natürlich ist das jetzt eine Propaganda, die ganz gezielt gemacht wird, mir einen Gegensatz zu konstruieren, was der Präfekt der Glaubenskongregation oder der Kongregation insgesamt  –  er ist nur der Primas inter pares  –  zu tun hat. Das ist ganz klar auch durch die Statuten festgelegt.

Allerdings gehört auch dazu, dass wir dafür Sorge tragen, dass der Papst nicht vereinnahmt wird für bestimmte Ziele. Es ist ja gerade interessant, dass sich zur Zeit so viele Gruppierungen auf den Papst berufen, die vorher das Papsttum ja fast abgelehnt haben. Insofern geht es bei uns jedenfalls darum, dass wir dem Papst und der Kirche dienen und uns nicht des Papstes bedienen.AL-0004

RADIO VATIKAN: Die von mir eben angesprochene Debatte, die der Papst ja angestoßen hat, daran beteiligen Sie sich ja auch. Es gibt Kreise vor allem in italienischen Medien, „Il Foglio“, eine Zeitung, fährt geradezu eine Kampagne gegen Kardinal Kasper seit einigen Tagen. Was ist ihre Beteiligung an der Debatte? Was fordern Sie in der anstehenden Debatte, die ja weit über die Kongregationen im Vatikan hinausgeht?

„Die Glaubenskongregration hat unmittelbaren Anteil am Lehramt des Papstes“

KARDINAL MÜLLER: Ich bin daran nicht beteiligt als Privattheologe, sondern eben in dieser Funktion; die Glaubenskongregation ist die einzige der römischen Kongregationen, die am Lehramt des Papstes unmittelbar Anteil hat, während andere, die sich hier melden, auch wenn sie im Kardinalsrang sind, einfach nur für sich selber persönlich sprechen und nicht eine offizielle Aussage treffen können. 

RADIO VATIKAN: Gehen wir noch einen Schritt weiter. Es sind ja nicht nur Kardinäle, die sich beteiligen, sondern es gibt ja noch einen Fragebogen, der hat sehr viele Erwartungshaltungen generiert. Jetzt einmal positiv gefragt: Was kann das denn in der internationalen Einbindung und Anregungen der Debatte, was kann das denn Positives beitragen?

KARDINAL MÜLLER: Ja, positiv kann das, glaube ich, sehr viel beitragen, dass die Katholiken sich wieder mit dem eigenen Glauben beschäftigen und nicht einfach punktuell dieses oder anderes ausnehmen aus der Liturgie, aus der Lehre der Kirche.

Wir müssen den Zusammenhang von Verkündigung und Seelsorge, der Lehre der Kirche, aber auch der Diakonia sehen. (…) Aber der Fragebogen als solcher ist ja kein Dogma, er ist so viel wert und bedeutet so viel, wie eben auch die Qualität der Fragen und die Zusammenhänge gegeben sind oder auch nicht.

„Nicht mit der öffentlichen Meinung kokettieren“

RADIO VATIKAN: Sie sind ein Mann der klaren Worte, das haben wir eben gehört. Ich denke, das geht auch in Ihrer Geschichte weit zurück. Ist das jetzt auch die Rolle der Glaubenskongregation, so zu sprechen  –  oder ist das eher Gerhard Ludwig Müller, der spricht?

KARDINAL MÜLLER Die Glaubenskongregation hat einen klaren Auftrag, den katholischen Glauben zu fördern, aber auch zu schützen. Aber das ist kein anderer Auftrag, als der Papst selbst empfangen hat von Jesus Christus und hier dürfen wir  –  glaube ich  –  nicht schweigen, uns in der Bequemlichkeit zurücklehnen und einfach mit der öffentlichen Meinung kokettieren.

Das ist ja schön, wenn man den Wind im Rücken hat und dann vielleicht groß aufgeblasen wird. Aber ich glaube, dieser Versuchung muss jeder Bischof und jeder Priester widerstehen, ob man sie hören will oder nicht.

„Es geht um Gerechtigkeit für die Opfer“

RADIO VATIKAN: Eine Frage, die ein anderes Thema betrifft, möchte ich noch stellen  –  und zwar ist die Glaubenskongregation u.a. auch zuständig für die Aufarbeitung, die juristische Aufarbeitung der Missbrauchsfälle. Im Selbstverständnis und im Arbeitsaufwand: was für eine Rolle spielt das hier im Haus bei ihnen?

Foto: E. Gründler

Foto: E. Gründler

KARDINAL MÜLLER: Ich glaube, wir sind nicht zuständig für die Gesamtaufarbeitung bzw. was die pastorale Betreuung der Opfer angeht, sondern hier geht es um ein kanonistisches Verfahren, auch nicht um ein bürgerliches Rechtsverfahren, wie das auf jeden Staatsbürger zutrifft, ob er Priester ist oder nicht, sondern es geht hier um die Frage in dem Falle, dass sich ein Kleriker, Priester oder Diakon oder Bischof eines solch schweren Verbrechens schuldig gemacht hat, wie weit er noch im pastoralen Dienst verwendbar ist.

Deshalb müssen wir bei entsprechend schweren Fällen auch eine schwere Strafen aussprechen um der Gerechtigkeit willen. Wer sich in schwerster Weise am Leib und Leben eines Jugendlichen schuldig gemacht hat, der kann nicht mehr im priesterlichen Dienst weiter wirken.

Und es ist auch unser Zeichen für die Opfer, dass die Kirche sich von dem schlimmen Treiben einiger ihrer Diener klar und unmissverständlich und ohne jede Zweideutigkeit distanziert. Das schulden wir einfach auch der Gerechtigkeit den Opfern gegenüber.

Quelle (Text  und 1. Foto): http://de.radiovaticana.va/news/2014/03/24/kardinal_m%C3%BCller:_%E2%8

2. Foto: Bistum Regensburg

 


GEWerkschaft distanziert sich von ihrem umstrittenen Hetero-Fragebogen

FDP: „Fragebogen in jeder Hinsicht unterirdisch“

Wie die Stuttgarter Zeitung aktuell berichtet, hat die CDU/FDP-Opposition im baden-württembergischen Landtag die GEW-Lehrergewerkschaft unmißverständlich aufgefordert, einen umstrittenen „Fragebogen“ aus ihrer Sammlung von Unterrichtsmaterialien zu streichen. 

Wir haben über diese GEW-Provokation bereits kritisch berichtet: https://charismatismus.wordpress.com/2014/02/12/gew-gewerkschaft-will-hetero-schuler-mit-suffisantem-fragebogen-konfrontieren/Fotolia_51332901_XS-300x198

FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke erklärte der Regionalzeitung: „Die GEW sollte das schnellstens zurück ziehen.“  – Der Fragebogen sei „in jeder Hinsicht unterirdisch“.

CDU-Fraktionschef Peter Hauk nannte den Fragebogen „unmöglich“. Es gehe gar nicht, dass ein solcher Text den Lehrern ohne weitere Erläuterungen an die Hand gegeben werde. Die GEW schaffe mit diesen Fragen keine Normalität, „sondern spaltet weiter“, sagte Hauk.

Vermutlich bedingt durch diesen politischen Druck aus CDU und FDP hat sich die GEW in Baden-Württemberg mittlerweile von den kritisierten Lehrmaterialien zum Thema „Lesbische und schwule Lebensweisen“ distanziert.

„Wir finden beide den Fragebogen auch nicht wirklich glücklich“,  gibt sich GEW-Landesgeschäftsführer Matthias Schneider neuerdings kleinlaut.

Foto: Online-Petition gegen den Bildungsplan 2015