Henry Kissinger über seine deutsche Heimat

Der frühere amerikanische Außenminister Henry Kissinger, der – in Franken geboren – einst während der nationalsozialistischen Judenverfolgung in die USA auswanderte, fühlt sich nach wie vor mit seiner früheren Heimat verbunden, obwohl viele seiner Familienmitglieder und Verwandten während der NS-Diktatur ermordet wurden.

In einem ausführlichen Interview mit der „WELT am Sonntag“ vom heutigen 25. April, das sich vor allem mit außen- und geopolitischen Themen befaßt, wird Kissinger von Mathias Döpfner abschließend nach seiner „tiefen emotionalen Zuneigung zu Deutschland“ befragt. Er antwortet u.a.:

„Trotz des Verlustes von nahen Verwandten und Freunden bewahrte sich mein Vater immer ein nostalgisches Gefühl gegenüber Deutschland.

1965 erhielt ich eine Auszeichnung der Stadt Fürth und mein Vater begleitete mich. Zu meinem Erstaunen hielt er freiwillig eine äußerst versöhnliche Rede auf Deutsch, in der er die positiven Dinge betonte, an die er sich erinnerte.“

Kissinger erklärt sodann, jede kollektive Verurteilung sei abzulehnen, das gelte für Juden und für Deutsche ebenso. Dies sei ihm am Ende des Krieges 1945 sehr bewußt geworden:

„Wenn es falsch war, Juden aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit ungleich zu behandeln, dann war es auch falsch, dasselbe mit den Deutschen zu tun.“

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Bayern: Neue Universität in Nürnberg mit Englisch als Unterrichtssprache

Rund 1,2 Milliarden Euro sind für die zehnte staatliche bayerische Universität im Investitionsbudget festgehalten. Doch Söders Leuchtturmprojekt – die Technische Universität Nürnberg (TUN) – zieht auch Kritik auf sich...

Zwischen 200 und 240 Professoren sollen einmal mit 1800 bis 2000 Mitarbeitern die TUN-Flagge in Bayern, Deutschland und im Ausland hochhalten. Mit 5000 bis 6000 Studierenden ergibt sich ein für heutige Verhältnisse traumhaftes Betreuungsverhältnis von einer/einem Professor/in zu 25 Studierenden.

Der noch zu bauende Campus im Süden Nürnbergs soll einen internationalen Lehrkörper beheimaten: Ein Drittel der Professoren soll aus dem Ausland kommen; im Bundesdurchschnitt sind es 6 %. Unter den Studierenden ist ein Ausländeranteil von 40 %vorgesehen statt der sonst in Deutschland üblichen 10 %. Die Unterrichtssprache ist Englisch.

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/hoersaal/neue-uni-in-nuernberg-exzellenz-auf-fraenkisch-17108104.html


Die hl. Ida und der Hirsch: Friedensstifterin zwischen Franken und Sachsen

Von Felizitas Küble

Etwa 30 Gläubige der altrituellen St.-Aegidii-Gemeinde in Münster pilgerten am vergangenen Samstag (22.6.) nach Herzfeld zur heiligen Ida, die als „Mutter der Armen“ seit 1200 Jahren vom Kirchenvolk verehrt wird. (Näheres über diese Wallfahrt mit Ida-Infos HIER.)

Nun wollen wir hier über den tieferen Sinn einer Legende berichten, die seit eh und je mit Sankt Ida verbunden ist:

Die Herzogin soll einen jungen Hirsch an einer Waldlichtung unter ihrem Mantel geborgen haben, der sich zu ihr flüchtete, als er von Jägern und Hunden verfolgt wurde. Die Jäger sahen Ida mit dem Hirsch und kehrten um.

Das zutrauliche Tier lagerte sich zu Idas Füßen und war so dankbar für seine Rettung, daß es nicht mehr von ihrer Näche wich und dauerhaft bei der Familienmutter – sie hat fünf Kindern das Leben geschenkt – geblieben ist. 

Aber nicht nur das: Der Hirsch soll auf seinem Rücken schwere behauene Steine über die Lippe zum anderen Ufer nach Herzfeld getragen haben – in Begleitung von Herzogin Ida, die dort ein Gotteshaus erbauen ließ und selber bei der Errichtung mithalf: Es handelt sich dabei um die älteste christliche Kirche Westfalens!

Als das karolingische Gotteshaus gebaut war, entstand im Laufe der Zeit ein Dorf um das Kirchlein und den dortigen Friedhof („Gottesacker“).

Herzfeld  – der ursprüngliche Name der Ortschaft lautet „Hirschfelder“ –  ist somit die älteste Pfarrgemeinde im Münsterland, gegründet von einer glaubensstarken Fürstin; sie und ihr Mann waren befreundet mit einem Priester Bertgerus, der als geistlicher Begleiter mit ihnen durchs Land zog und diesen Kirchenbau einsatzfreudig unterstützte

BILD: Die 1. Zeichnung zeigt, wie Ida den Hirsch vor Jägern und Hunden rettet – die 2. Zeichnung zeigt die Herzogin mit ihrem Hirsch im Gefolge auf dem Weg zu ihrem Kirchenbau (gemalt nach der Dachplatte des Ida-Schreins).

Bei der alten Sage vom geretteten Hirsch dürfte es sich um mehr als nur eine Anekdote handeln; vielmehr vor allem um eine tiefsinnige Symbolgeschichte, immerhin findet man den Hirsch sogar im Wappen des heutigen Städtchens Herzfeld:

Es geht bei der Legende letztlich um die Rolle Idas als Friedensstifterin zwischen Franken und Sachsen:

Damals herrschte ein 30jähriger Krieg zwischen den beiden verfeindeten Germanensstämmen. Die meisten Sachsen widersetzten sich hartnäckig der Christianisierung und hielten an ihren heidnischen Vorstellungen und Kulten fest.

Karl der Große versuchte teils auch mit Gewalt, die Sachsen zu bekehren. Zugleich kümmerte er sich aber auch um eine friedliche Missionierung dieses Volkes im östlichen Münsterland. Ida war seine Nichte und als sie ihm ihre Heiratsabsicht mit dem christlichen Sachsen Ekbert mitteilte, war der König (und spätere Kaisere) darüber höchst erfreut.

Allein schon durch die Ehe der fränkischen Grafentochter Ida mit Herzog Ekbert wurde ein Zeichen der Verständigung gesetzt, ein persönliches Signal der Versöhnung zwischen Franken und Sachsen gerade in der Kampfzeit beider Germanenstämme.

BILD: Unterhalb der heutigen Basilika in Herzfeld wurden 1975 Grundmauern der uralten Kirche ausgegraben, die einst von der hl. Ida errichtet wurde.

Ida zog von der Kölner Gegend, in welcher sie das Licht der Welt erblickt hatte, im Jahre 786 nach der Hochzeit zu Ekbert in die Lippe-Gegend auf seine Burg unweit von Osnabrück. Von dort aus beschützte das Ehepaar verfolgte Sachsen, wenngleich es oftmals „Heiden“ waren; sie kümmerten sich um Verwundete und Kranke.

Regelmäßig eilte Ida von ihrem Adelssitz zu den Armen in Herzfeld, ging dort mit ihrer Familie zur heiligen Messe und nahm sich der Bedrängten an.

Als ihr Mann im Jahre 811 starb, wurde er neben der von seiner Frau erbauten Kirche begraben. Ida ließ darüber einen Vorbau errichten und lebte dort als Witwe mit Gebet und guten Werken, sie versorgte Kranke und gab den Armen aus ihrem restlichen Vermögen, über das sie verfügen konnte, zu essen. 

BILD: Rechts die Herzfelder Kirche, ganz links ein hohes Storchennest, dazwischen die Lippe-Aue, an deren Bäumen sich heute ein Kreuzweg befindet. Den „grünen Weg“ ging der Legende nach auch St. Ida mit ihrem Hirsch zum Bau der Kirche.

Der Symbolgehalt der Hirsch-Legende liegt damit auf der Hand:

Der Hirsch versinnbildlicht die bedrängten Sachsen, die von „Jägern“  – den fränkischen Kriegern  – verfolgt wurden. Ida nimmt sie in Schutz – und so wächst ihr Vertrauen zu der katholischen Herzogin. Sie finden zum Christentum und helfen sogar mit, die Kirche in Herzfeld zu erbauen, indem sie über das Wasser „Steine schleppen“ hinüber zum anderen Ufer. 

Das Wasser gilt zugleich seit jeher ein Symbol für innere Reinigung, Taufe und Umkehr.

Über dem Eingang zum Grab der hl. Ida direkt an der von ihr gestifteten Kirche wurde ein Denkmal mit einem geschnitzten Bild errichtet, das die Herzogin mit dem Hirsch zeigt, der sich treuherzig zu ihren Füßen lagert – als wolle er gleichsam auch nach ihrem Tod am 4.9.825 nicht von seiner Beschützerin trennen.  

Tatsächlich ist auch diese Deutung zeichenhaft, denn das gläubig gewordene Sachsenvolk verehrte seine geliebte Herzogin, die heilige Ida, als Vorbild und Fürsprecherin, so daß ihre Grabstätte sich im Frühmittelalter zum ersten Wallfahrtsort Westfalens entwickelte.

Die Kirche würdigte und bestätigte dieses fromme Vertrauen der Gläubigen 155 Jahre später mit der Heiligsprechungs Idas durch Bischof Dodo von Münster am 26. November 980.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Pilgerfahrt von Münster nach Herzfeld zum ältesten Wallfahrtsort Westfalens

Von Felizitas Küble

Herzfeld liegt im östlichen Münsterland und ist der älteste Wallfahrsort Wesfalens. Dort gab es zugleich die älteste Kirche des Bistums Münster, deren Grundmauern z.T. heute noch erhalten sind bzw. im Jahre 1975 unter der St.-Ida-Basilika ausgegraben wurden.

Die älteste Pfarrgemeinde Westfalens und zugleich das erste Gotteshaus weit und breit wurde von einer adeligen Ehefrau und Mutter erbaut, der heiligen Ida von Herzfeld, einem Städtchen, das ursprünglich als sächsisches Dorf „Hirschfelder“ (Hirutfeldun) hieß.

BILD: Idas Steinkirche im ländlichen Lippetal begründete die erste christliche Gemeinde Westfalens

Ida, diese frühmittelalterliche „Mutter der Armen“ – wie sie verehrt wird – war die Nichte von Kaiser Karl dem Großen und zugleich die Ehefrau des Sachsenherzogs Ekbert; er war einer der ersten bekehrten Gläubigen aus dem heidnischen Stamme der Sachsen, die sich lange der Christianisierung widersetzt hatten.

Doch während Kaiser Karl die „Sachsenkriege“ führte, gab es gottlob auch friedliche Wege, die zur allmählichen Evangelisierung dieses hartnäckigen Germanenstammes führten.

BILD: Darstellung der hl. Ida und der von ihr gestifteten Kirche im Altarraum der Herzfelder Basilika

Eine ganz herausragende Rolle spielt dabei die heilige Ida von Herzfeld, denn sie war volksverbunden, tiefgläubig und zugleich von tätiger Nächstenliebe erfüllt.

Dabei war zwar ihr Mann ein Sachse, sie selber jedoch eine fränkische Grafentochter, im Jahre 765 im Raum Köln geboren; sie gehörte als Verwandte von Kaiser Karl zum Stamm der Franken, der als erster den katholischen Glauben angenommen hat. Es gab zwar schon vorher christianisierte Germanen wie die Westgoten oder Vandalen, doch diese waren arianisch geprägt (die Arianer verehrten zwar Christus als höheres Wesen, leugneten jedoch seine Gottheit).

Herzfeld ist der älteste Wallfahrtsort in Westfalen. Bereits seit 825 pilgern Gläubige von nah und fern zum Grab der hl. Ida. Am 15. Oktober 2011 wurde die Pfarrkirche sogar zur päpstlichen Basilika erhoben.

Dieses Gotteshaus ist der dritte Kirchbau an dieser Stelle: erst gab es das frühmittelalterliche Kirchlein, das von der Herzogin Ida gestiftet wurde, danach einen romanischen Bau im Hochmittelalter  – und zuletzt im Jahre 1903 eine neugotische Kirche aus hellem Stein, weshalb sie auch als „weißer Dom an der Lippe“ bezeichnet wird.

Die alt-rituelle Gottesdienstgemeinschaft St. Aegidii in Münster pilgerte am Samstag, den 22. Juni, mit rund 30 Teilnehmern zur hl. Ida von Herzfeld. Pater Dr. Chrysostomus Ripplinger feierte in der Basilika die heilige Messe im überlieferten Ritus (siehe Foto).

Der Benediktiner aus der Abtei Gerleve organisiert seit Jahren Pilgerreisen mit seinen Gläubigen zu altehrwürdigen und bewährten Wallfahrtsstätten im Münsterland.

Nach der hl. Messe erklärte ein freundlicher Ehrenamtlicher aus der Gemeinde der Gruppe aus Münster die Krypta der Kirche, denn unterhalb der Basilika liegen die Gebeine der Herzogin Ida in einem wertvollen Schrein hinter Glas (siehe Foto).

Unter dem Sarkophag befinden sich der Original-Sarg der Heiligen, die am 4. September 825 starb. Die Wallfahrer dürfen den fast 1200 Jahre alten Steinsarg mit der Hand berühren.

Ida wurde neben ihrem schon früher verstorbenen Mann Ekbert beigesetzt. Nach seinem Tod wohnte sie in einem Vorbau direkt an der von ihr gestifteten Kirche, kümmerte sich um die Armen und widmete sich dem Gebet und der weiteren Bekehrung des Volkes. Zugleich wirkte sie als Friedensstifterin zwischen Franken und Sachsen.

Das BILD zeigt einige Gläubige aus der Pilgergruppe; sie hören aufmerksam den Worten des Kirchenführers zu

Schon bald nach ihrem Tod setzte ein wachsender Pilgerstrom zu ihrem Grabe ein. Die Verehrung der hl. Ida begann aus der Mitte des Kirchenvolkes, so daß Bischof Dodo von Münster sie im Jahre 980 zur „Ehre der Altäre“ erhob. (Damals wurde eine Heiligsprechung noch nicht vom Papst vorgenommen, sondern vom jeweiligen Oberhirten des Bistums, indem die Gebeine der/des Heiligen in die Kirche  – meist in den Altar  –  übertragen wurden.)

Eindrucksvoll ist auch das uralte Kreuz in der Krypta, von dem überliefert wird, es enthalte einen Splitter vom Kreuz Christi (siehe Reliquien-Kästchen unter der Brust des Kruzifixes).

Nach der Kirchenführung stärkten sich die Pilger aus Münster in einem nahegelegenen Cafe, wo sie gemeinsam ihre Eindrücke austauschen konnten.

Danach wurde in der Lippe-Au unweit der Basilika gemeinsam der Kreuzweg gebetet. Allerdings waren die einzelnen Stationen, die sich als Holzdarstellungen in den Bäumen entlang der Allee befanden, meist derart stark von Efeu umrankt, daß zwei Männer jeweils vorausgingen, um den Kreuzweg mit Handarbeit überhaupt sichtbar zu machen.

BILD: Zwei Teilnehmer beim Freimachen einer Kreuzwegstation – hinter ihnen Pilgerleiter Pater Chrysostomus Ripplinger.  Das weitere Bild zeigt die Grablegung Jesu

Beim gemeinsamen Beten des Kreuzwegs wurde auch die hl. Ida als Fürsprecherin für die Anliegen von heute angerufen.

Sie ist eine zeitlose Heilige, weil sie als Ehefrau, Mutter und Witwe die Gottes- und Nächstenliebe beispielhaft lebte und zugleich mit Mut und Demut der Kirche diente. So hat sie einst diese Region im Zeichen des Kreuzes Christi wesentlich mitgeprägt.

Beim Gang zu den einzelnen Kreuzwegstationen fiel der Pilgerschar auf den umliegenden Wiesen ein großes, hochgelegenes Storchennest auf, in dem sich eine Storchenfamilie (in der Mitte sieht man den Abkömmling) aufhielt.


Das beliebteste Marienlied des Frankenlandes: „O himmlische Frau Königin“

 
O himmlische Frau Königin,
du aller Welten Herrscherin.
Du willst uns allen Mutter sein.
Wer dir vertraut, ist nie allein.
Wir geben dir in deine Hand                                         
Gemälde: Evita Gründler
Gemälde: Evita Gründler
die Heimat, unser Frankenland.
 
2.  Du breitest deinen Mantel aus,
behütest Land und Stadt und Haus.
Du sorgst für uns in jedem Leid
am Throne der Barmherzigkeit.
Du voll der Gnad‘ und Liebe bist.
Ave Maria, sei gegrüßt!
 
3.  Dem Gottesvolk du Mutter bist
durch unsern Heiland Jesus Christ.
Du nimmst dich unser aller an
und führst uns auf die rechte Bahn.
Du voll der Gnad‘ und Liebe bist.
Ave Maria, sei gegrüßt!
 
4.  Mit Jesus sehn wir dich im Leid,
mit ihm in seiner Herrlichkeit.
Dort trittst du bittend für uns hin,
du unsere Fürsprecherin.
Du voll der Gnad‘ und Liebe bist.
Ave Maria, sei gegrüßt!
 
5.  Es soll im weiten Erdenrund
dich seligpreisen jeder Mund!
Wer einst den HERRN will ewig sehn,
darf nicht an dir vorübergehn.
Wir geben dir in deine Hand
die Heimat, unser Frankenland.
 
Altes fränkisches Marienlied, Neufassung 1975 von Pater Paschalis Streidel OFM