Münster: Gedenkmesse für den seligen Priester und Märtyrer Gerhard Hirschfelder

Von Felizitas Küble

Am heutigen Donnerstag, dem 2. August 2018, wurde in der barocken Clemens-Kirche in Münster eine Gedächtnismesse für Kaplan Gerhard Hirschfelder gefeiert, der am 19.9.2000 im Hohen Dom zu Münster seliggesprochen wurde.

Dieser Geistliche gehört zu den hunderten von katholischen Priestern, die im KZ Dachau als Opfer der NS-Diktatur und als Märtyrer für den Glauben und die christlichen Tugenden verstorben sind. 

BILD: Porträtfoto Hirschfelders bei der Gedenkmesse vor dem Altar

Großdechant Franz Jung widmet sich seit Jahrzehnten der Seelsorge für die Katholiken aus der schlesischen Grafschaft Glatz, seien es nun ob Vertriebene oder Aussiedler bzw. deren Nachkommen. Die Grafschaft Glatz war ein besonders katholisch geprägtes Gebiet innerhalb Schlesiens.

Prälat Jung erinnerte in seiner Predigt an den herausragenden Glaubensmut von Kaplan Hirschfelder, der sich hierbei am Völkerapostel Paulus und den 12 Aposteln orientiert habe. Er würdigte besonders den Einsatz junger Katholiken, die das Gedenken an diesen Märtyrer auch durch moderne Medien wach halten.

In der liturgischen Lesung hieß es eindringlich: „Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen!“ – Im Evangelium hörten wir die Christus-Worte: „Wer mich vor den Menschen bekennt, den will ich auch vor meinem Vater im Himmel bekennen!“

Beides paßte gut zum Lebensbild des schlesischen Blutzeugen Gerhard Hirschfelder, der seinen Einsatz für Gott, Jugend und Kirche 1942 mit dem Tod bezahlte.

BILD: Prälat Jung feierte die hl. Messe in der Clemens-Kirche

Wir haben bereits 2011 einen ausführlichen Beitrag über den seligen Märtyrer Gerhard veröffentlicht: https://charismatismus.wordpress.com/2011/08/06/ein-jugendbewegter-kaplan-als-martyrer-in-dachau/

Während der Gedenkmesse wurde ein gemeinsames Gebet zu Gott gesprochen, in dem es heißt: „Mit Begeisterung hat er die jungen Menschen die Liebe zu Christus und zur Kirche gelehrt und mutig den Glauben gegen seine Feinde verteidigt. Gib uns auf seine Fürbitte die Kraft, ihm in der Treue zu dir und im Ensatz für dein Reich nachzufolgen.“

Außerdem sangen die Gläubigen das Hirschfelder-Lied: „Wir ehrn zu dieser Stunde, dich, Schlesiens großen Sohn. Das Lob aus unserem Munde preist dich vor Gottes Thron….“

Bald haben die Glatzer wieder einen Grund zu feiern und zu beten: Am 24. und 25. August  – Freitag und Samstag – findet ihre traditionelle Jahres-Wallfahrt nach Telgte statt, der bekanntesten Pilgerstätte des Münsterlandes. Am Freitagabend gibt es eine eindrucksvolle Lichterprozession durch die Stadt, das Hauptprogramm läuft am Samstag mit der Festmesse um 10 Uhr.

Bei den Glatzern galt das Sprichwort: „Ein Jahr ohne Wallfahrt ist kein Jahr.“  – Wie man sieht, bleiben die Landsleute diesem Motto ihrer Vorfahren treu.

FOTO: Die Hirschfelder-Biographie, die der Priester und Professor Hugo Goeke schrieb, ist ebenso gehaltvoll wie eindrucksvoll und bewegend. Titel: „Gerhard Hirschfelder – Priester und Märtyrer“. Das fest gebundene Buch  mit 200 Seiten kostet 14,80 €. Interessierte können es beim Dialog-Verlag in Münster oder bei uns bestellen (wir liefern portofrei).