Der HERR segne und behüte dich…

Heutige liturgische Festtags-Lesung der kath. Kirche: Num 6,22-27: 

Der HERR sprach zu Moses: Sag zu Aaron und seinen Söhnen: So sollt ihr die Israeliten segnen; sprecht zu ihnen:

Der HERR segne dich und behüte dich. ER lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig. Der HERR  wende dir sein Angesicht zu und schenke dir sein Heil.

So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen  –  und ich werde sie segnen.

HINWEIS: Dieser „Aaronitische Segen“ (auch „Priestersegen“ genannt) wird bisweilen dem Ordensgründer Franz von Assisi zugeschrieben; in Wirklichkeit stammt er aus dem Alten Testament (Buch Numeri) – Franziskus hat ihn lediglich von dort übernommen.

 


Kloster Bonlanden bietet eine einzigartige Krippenlandschaft das ganze Jahr hinduch

Der barrierefreie Krippenweg im oberschwäbischen Frauenkloster Bonlanden zieht seit vier Jahren zahlreiche Besucher nicht nur in der Advents- und Weicropped-bonlanden_07_01hnachtszeit an, sondern das ganze Jahr hindurch.

Mit bis zu 250 Jahre alten Figuren wird auf 160 Quadratmetern auf barocke Weise die biblische Geschichte der Menschwerdung Christi anschaulich in 16 Szenen dargestellt – beginnend mit den Prophezeiungen aus dem Alten Bund (Ankündigung des messianischen Reiches durch den Propheten Jesaja).

Für die kleinen Besucher steht eine lebensgroße Spielkrippe und ein Maltisch bereit.bonlanden_0231-150x150

Das Konzept ist eingebettet in zwei ergänzende Ausstellungsbereiche bzw. Erzählbühnen  –   über den hl. Franziskus und das Wirken des Franziskanerordens in aller Welt.

Auf Franz von Assisi wird die Tradition der Krippe zurückgeführt – er soll damals 1223 im Wald von Greccio die Weihnachtsbotschaft mit echten Tieren (Ochs und Esel) in Szene gesetzt und gleichsam inszeniert haben. Hierauf wird die Krippentradition zurückgeführt.

Von Advent bis Februar werden verschiedene Krippenführungen angeboten (musikalische Variante, Führung mit Kindern oder als Gang mit der Taschenlampe etc).

Weitere Infos und Fotos hier: http://www.kloster-bonlanden.de/krippenmuseum/der-weg/


Aktuelle Spekulationen über eine „Papst-Prophetie“ des hl. Franziskus von Assisi

Von Felizitas Küble

„DrMartinBachmaier“ hat eine alte Prophetie, welche Franz von Assisi zugeschrieben wird, ausgegraben und auf dem Portal Gloria-TV verdeutscht. Mit Hilfe dieser angeblichen Weissagung wird die Gültigkeit der Franz-Papstwahl infrage gestellt.

Unabhängig von dieser Spezialfrage enthält die Prophezeiung sowieso einige Irrtümer, so daß man sie wohl kaum als Himmelsbotschaft ernst nehmen kann. Radio Vatikan

Hier zunächst die wesentlichen Passagen (Linien zur Hervorhebung von uns):

„Die Macht der Dämonen wird mehr als gewöhnlich losgelassen werden, die unbefleckte Reinheit unseres und der übrigen Orden wird so sehr entstellt werden, dass nur ganz wenige unter den Christen dem wahren Papst und der römischen Kirche mit aufrichtigem Herzen und vollkommener Liebe gehorchen werden:

Jemand, der nicht kanonisch gewählt, (aber) auf dem Höhepunkt jener Drangsal zum Papsttum erhoben worden sein wird, wird sich bemühen, mit Scharfsinn vielen den Tod seines Irrtums einzuflößen.

Dann werden sich die Ärgernisse vervielfachen, unser Orden wird gespalten werden, viele der übrigen (Orden) werden völlig zerbrechen, weil sie dem Irrtum nicht RadioVatikanwidersprechen, sondern zustimmen werden.“

Hierzu stellen wir fest:

  1. Es gab noch nie ein Geschöpf (außer Maria), folglich erst recht noch nie einen Orden, welcher von „unbefleckter Reinheit“ war oder ist, weder die Franziskaner noch andere Ordensgemeinschaften. Somit ist schon der erste Satz unsinnig.
  2. Dasselbe gilt bezüglich eines Gehorsams mit „vollkommener Liebe“, zumal ein uneingeschränkter, gleichsam absoluter Gehorsam ohnehin allein GOTT gegenüber angebracht ist, nicht jedoch gegenüber der Person des Papstes oder sonstiger kirchlicher Würdenträger.
  3. Man kann ohne weiteres der Ansicht sein, daß der gegenwärtige Pontifex neben richtigen auch irrtümliche Aussagen tätigt –  aber tut er dies wirklich „mit Scharfsinn“? (Zudem ist der Satz vom „Tod seines Irrtums“ unlogisch, doch dies mag an der Übersetzung liegen.)
  4. Der Franziskanerorden spaltete sich bereits zu Lebzeiten von Franziskus  – und danach noch weitere unzählige Male, wobei auch sektiererische Ableger entstanden, welche von der Kirche nicht erlaubt wurden (zB. radikale Strömungen der endzeitschwärmerischen „Spiritualen“).  –  Überdies wird nicht erwähnt, worin denn der „Irrtum“ besteht, dem die vielen Orden zustimmen werden.

Wie man sieht, sind nicht nur neuere „Botschaften“ reihenweise mit Fragezeichen zu versehen, sondern auch angeblich alte Prophetien…..

Quelle für die Zitate: https://www.gloria.tv/article/XouvK3Jfo91z1mUunAiLJA64p

Fotos: Radio Vatikan


Prophetien zum „Gegenpapst“ Franziskus?

Auf dem katholischen Internetseite „Tradition und Glauben“ wird über die Frage gemutmaßt, ob Franziskus überhaupt ein gültig gewählter Papst sei  – und nicht vielmehr ein Gegenpapst   –  und folglich Benedikt noch rechtmäßig im Amte. Foto Michaela Koller

Nun kann man über alles Mögliche bis Unmögliche diskutieren, selbstverständlich kann man auch Sachkritik an Äußerungen von Franziskus üben (wozu aus meiner Sicht ohnehin reichlich Anlaß besteht), doch die Voraussetzungen, unter denen man eine bestimmte steile These aufstellt, sollten schon Hand und Fuß haben.

Im Artikel „Die Stimme des Gegenpapstes“ vom 17. August 2016 wird die erwähnte Behauptung mit „Prophetien“ eingeleitet, welche u. a. die eigene Begründung untermauern sollen. 

Zunächst heißt es, daß Gott uns „Prophetien“ schenke, um uns in „außergewöhnlichen Zeiten um Umständen zu helfen“. Freilich fragt man sich, ob nicht fast jede Phase der Geschichte sich gleichsam als „außergewöhnlich“ empfunden hat  – aber sei es drum.

La Salette und Fatima unzutreffend zitiert

Weiter heißt es, Gott habe sogar „seine eigene Mutter“ gesandt, um uns vor gegenwärtigen Ereignissen zu warnen. Zitiert wird u.a. folgende „Botschaft“ aus La Salette:

Rom wird den Glauben verlieren und der Sitz des Antichrist werden.”

Was allerdings unerwähnt bleibt: Es handelt sich bei dieser Aussage nicht um den kirchlich approbierten (genehmigten, gebilligten), also den ersten und „eigentlichen“ Teil der La-Salette-Botschaft, sondern um ein Zitat aus späteren Visions-Anmerkungen der Seherin Melanie, welche von der Kirche ausdrücklich abgelehnt wurden.

Zur Sache selbst sei zugleich angemerkt, daß jener Satz auch in sich selber unlogisch ist: Radio Vatikan

Was heißt hier „Rom“? Die Haupstadt Italiens? Was spielt es gesamtkirchlich für eine Rolle, ob diese Stadt vom Glauben abfällt oder nicht?

Sollte aber mit Rom der Vatikan gemeint sein, so träfe diese Prophetie auf die These von Franziskus als einem Gegenpapst durchaus nicht zu, denn der Vatikan besteht beileibe nicht nur aus dem Papst, sondern aus zahlreichen Kurienkardinälen, Würdenträgern, Bischöfen, Prälaten usw.  – Haben diese etwa alle „den Glauben verloren“?  – Zudem: Damit Rom der Sitz des Antichristen werden kann, muß dieser erst einmal existent sein bzw. öffentlich aufgetreten sein, wovon  –  jedenfalls derzeit  –  keine Rede sein kann.

Noch kurioser ist die Behauptung, daß „Unsere Liebe Frau von Fatima“ angeblich folgende Ansage verkündigt haben soll: 

Satan regiert sogar an den höchsten  Stellen und bestimmt die Richtung der Dinge. Er wird es schaffen, sich seinen Weg sogar in die höchsten Gipfel der Kirche zu schlängeln…”

Dieser Satz findet sich jedoch nirgendwo in den Botschaften von Fatima – und auch nicht in den sonstigen Äußerungen der Hauptseherin Lucia. Es handelt sich dabei lediglich um eine willkürliche Spekulation über das „3 Geheimnis von Fatima“, wobei die diesbezügliche Gerüchteküche vor der Veröffentlichung im Jahre 2000 ohnehin ins Kraut schoß.

Franz von Assisi und seine angeblich „prophetische“ Botschaft

Damit nicht genug, wird auch noch auf eine angebliche Privatoffenbarung des Ordensgründers Franz von Assisi zurückgegriffen. Darin heißt es über spätere Zeiten: Herz-Jesu_01

„Die Teufel werden ungewöhnliche Macht haben, die unbefleckte Reinheit unseres Ordens, und die anderer Orden, wird so sehr verdunkelt, dass es sehr wenige Christen geben wird, die dem wahren Papst und der Römischen Kirche mit treuem Herzen und in perfekter Liebe folgen werden. Zur Zeit dieser Drangsal wird ein Mann, der nicht kanonisch gewählt wurde, zum Papst erhoben werden, der durch seine Raffinesse sich nach Kräften bemühen wird, viele in Irrtum und Tod zu stürzen.

Die Skandale werden sich vervielfachen, unser Orden wird geteilt werden, und viele andere Orden  werden vollkommen zerstört werden, weil sie dem Irrtum beipflichten, statt ihn zu bekämpfen.“

Abgesehen davon, daß sich dieser Orden bereits zu Lebzeiten des hl. Franziskus geteilt hat und später zahlreiche weitere Abspaltungen erlebte, wird man wohl dem derzeitigen Papst kaum „Raffinesse“ unterstellen bzw. (je nach Standpunkt) „zugutehalten“ wollen, vielmehr äußert er sich bisweilen eher in die banale bis plumpe Richtung, die keine oder jedenfalls wenig Raffinesse aufweist.

Am Ende dieser Prognosen-Auflistung heißt es, bei diesen und anderen Botschaften sei das übereinstimmende Thema ein „massenhafter Abfall vom Glauben – von oben nach unten“.

Spielt die biblische Prophetie keine Rolle?

Interessanterweise bleibt aber völlig unerwähnt, daß man für die Vorstellung von einem endzeitlichen Glaubensabfall keiner einzigen „Privatoffenbarung“ bedarf, sondern daß diese „Zukunftsmusik“ sich vielmehr aus mehreren Stellen der Heiligen Schrift klar ergibt  –  aber die Bibel rückt bei manchen angeblich „traditionstreuen“ Katholiken wohl gleich gar nicht ins Blickfeld? 0018

Dabei schreibt schon Petrus, der erste Papst, den Christen folgendes zum Thema biblische Prophetie ins Stammbuch:

„Und so besitzen wir umso zuverlässiger das prophetische Wort  – und ihr tut gut daran, daß ihr darauf achtet wie auf ein Licht, das aufstrahlt an dunkler Stätte, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen“ (2 Petr 1,19).

Der Völkermissionar Paulus erläuterte den Thessalonichern hinsichtlich der Phase vor der Endzeit zudem Folgendes:

„Laßt euch von niemandem verwirren oder in Schrecken versetzen, weder durch eine vermeintliche Geistesoffenbarung noch durch einen Ausspruch oder einen angeblichen Brief von uns (…), als ob der „Tag des Herrn“ schon bevorstehe. Niemand soll euch in irgendeiner Weise irreführen!

Denn zuerst muß der Abfall kommen und der Mensch der Gesetzlosigkeit sich offenbaren, der Sohn des Verderbens (…) Sein Auftreten erfolgt in der Kraft Satans, mit aller Macht, mit scheinbaren Zeichen und Wundern und mit aller Verführung zur Ungerechtigkeit bei denen, die verlorengehen, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben“ (2 Thess. 2 ff).

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den katholischen KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 


Franziskus-Buch: Gelungener Schnellschuß mit Schönheitsfehlern

Rezension von Felizitas Küble

Buchdaten: Franziskus. Der Papst vom anderen Ende der Welt. Mario Galgano. Sankt-Ulrich-Verlag (Augsburg), 2013, 86 Seiten, gebunden, 9,95 €, ISBN 978-3-86744-245-9

Daß nach der Wahl des neuen Pontifex schon bald eine Reihe Bücher über den Überraschungs-Papst auf den Markt kommen, war zu erwarten. Im Augsburger Sankt-Ulrich-Verlag erschien Anfang April dieses Jahres der ansprechend aufgemachte und fotografisch eindrucksvolle Text-Bild-Band „Franziskus“ von Mario Galgano, Redakteur von Radio Vatikan und früherer Pressesprecher der Schweizer Bischofskonferenz. 41FA7ouEcaL__

Wie das Vorwort des Autors aufweist, war die redaktionelle Arbeit an diesem „Schnellschuß“ offenbar am 17. März abgeschlossen, also bereits vier Tage nach der Papstwahl vom 13.3.2013. Kein Wunder also, daß sich der schmale Bildband mit seinen 86 Seiten vorwiegend mit biographischen Informationen über Herkunft und Werdegang von Papst Franziskus befaßt, wobei die ersten Tage seines Pontifikats noch berücksichtigt werden.

In seinem Vorwort liefert der Verfasser eine originelle Anekdote, indem er berichtet, wie ihm sein Studio-Techniker am Tag der Papstwahl erklärt, wer der nächste Pontifex sein werde: „Il gesuita Bergoglio“.  – Galgano hierzu: „Wohl kaum der 76-jährige Bergoglio, denke ich mir. Der Techniker hat doch keine Zeitungen gelesen.“  – Wie man mittlerweile weiß, kann dies mitunter auch von Vorteil sein, befand sich der Kardinal „aus weiter Ferne“ doch in keiner der gängigen Papabile-Listen tonangebender Medien.

Dieses Papstbuch enthält interessante Details am Rande, die manche „überraschenden“ Vorgänge um Franziskus etwas erhellen. So wird z.B. erwähnt, daß er auch im Rahmen seiner damaligen Bischofsweihe um das Gebet des Kirchenvolkes bat und sich dabei verneigte; jene Geste bei seinem „ersten Auftritt“ als Papst folglich so „einzigartig“ für ihn nicht war (S. 21).

Daß der Pontifex mit der lateinamerikanisch beheimateten „Theologie der Befreiung“ von jeher nichts am Hut hat, ist bekannt; weniger freilich, daß er sich jener „Teologia del Pueblo“ (Theologie des Volkes) zugehörig fühlt, die von Lucio Gera und Rafael Tello entwickelt wurde. Sie werde zuweilen mit der Befreiungstheologie „vermischt“, so der Autor (er meint wohl eher „verwechselt“), wobei die Pueblo-Theologie keine marxistischen oder sonstigen politischen Ambitionen anstrebt, keine „Machtstrukturen ändern“, sondern die Armen in ihrem Alltag begleiten will, also ein urchristliches Anliegen im Blick hat (vgl. S. 22/23).

Natürlich erwähnt auch Galgano die bescheidene Lebensweise des neuen Pontifex in seiner Zeit als Erzbischof von Buenos Aires: „Anstatt eines Privatchauffeurs benützt er die öffentlichen Verkehrsmittel.“ (S. 26) 

Bei derlei Würdigungen wird oft der Hinweis versäumt, daß dies auch Kardinal Ratzinger vor seiner Papstwahl so gehalten hatte, daß er zudem einst als Professor zu Fuß oder mit dem Rad von seiner Wohnung zur Universität unterwegs und ebenfalls jedem luxuriösen Lebenswandel abhold war. Warum findet dessen schlichte Lebensart weitaus weniger Erwähnung in den Medien? Womöglich mag dies etwas mit altbekannten Vorurteilen gegenüber dem sog. „Panzerkardinal“ zu tun haben.

„Franziskus“ war einst ein Spitzname

Der Autor verweist sodann darauf, daß der neue Papst in Frankreich als „Francois“ bezeichnet wird, auch für „die anderen Sprachen“ gebe es „landesübliche Entsprechungen“ (S. 29). Warum also in Deutschland kein „Papst Franz“, stellt er fragend in den Raum.  – Vielleicht einfach deshalb, weil „Franziskus“ auf deutsch feierlicher klingt als „Franz“. Die Kurzform könnte zu flapsigen Sprüchen verleiten („Franz, der kanns“ etc). In Deutschland wird daher auch meist vom hl. Franziskus gesprochen  – und wenn vom hl. Franz die Rede ist, dann meist mit dem Zusatz „von Assisi“.

Galgano bemerkt sodann, daß der Name Franziskus überhaupt erst mit jenem Heiligen aus Umbrien entstanden ist; es ist weder sein Tauf- noch sein eigentlicher „Ordensname“, sondern sein in der Kindheit entstandener Spitzname, der „Französlein“ bedeutet (S. 29).

Seine Mutter stammte aus Frankreich, die wohlhabenden Eltern nannten ihren Knaben „Francesco“ wegen seiner Vorliebe für die französische Sprache und das „höfische Leben“, das er freilich später mit seinem Armutsideal tauschte.  Der Geburtsname des hl. Franziskus lautete Giovanni (Johannes).

Der Papst und seine „Verlobte“

In den Gazetten der Medien konnte man mitunter von einer „Verlobung“ lesen, die der junge Jose Mario Bergoglio gehabt haben soll. Auch der Verfasser behandelt diese Episode unter dem Titel „Die Verlobte“ (S. 30). Die Überschrift erscheint allerdings unpassend, stellt sich dies „Ereignis“ doch als naive Schwärmerei des knapp 12-jährigen Knaben heraus, der einer offenbar erstaunten Amalia einst einen kindlichen „Liebesbrief“ zukommen ließ  –  von einer ernsthaften  „Verlobung“ keine Spur.

Papst Franziskus war als Priester ein Spätstarter (Weihe mit 32 Jahren), gleichwohl legte er eine „Blitzkarriere“ im Jesuitenorden hin und wurde bereits mit 37 Jahren Provinzial in Argentinien. Während der Zeit von 1986 bis 1992 war Pater Bergoglio als Spiritual und Beichtvater an der Jesuitenkirche in Cordoba tätig.

Das Buch vermerkt auf S. 40 lapidar, er habe in dieser argentinischen Provinzhauptstadt gelebt, „um dort als Dozent zu wirken“. Möglicherweise ist der Autor unzureichend informiert, vielleicht soll damit aber auch der eigentliche  –  für die „Gesellschaft Jesu“ denkbar peinliche  –   Hintergrund verdeckt werden:

Es handelte sich nämlich um eine Art „Strafversetzung“, ein Kaltstellen von der Hauptstadt in die Provinz, denn die modernistisch geprägte Oberleitung des Jesuitenordens nahm es ihrem damaligen Provinzial sehr übel, daß dieser sich so entschieden gegen die „Theologie der Befreiung“ stellte, die damals sehr populär war, aber vom Vatikan  – vor allem von Kardinal Joseph Ratzinger  – mit Recht verurteilt wurde. Die Karriere des jungen Geistlichen bekam also gerade wegen seiner kirchenfreundlichen Haltung einen schweren „Knick“, was sich erst änderte, als er von Papst Johannes Paul II. im Jahre 1992 zum Weihbischof von Buenos Aires ernannt wurde.

Interessant sind die Hinweise des Buches über das Verhältnis von Papst-Emeritus Benedikt und Papst Franziskus. Zum „Rücktritt“ seines Vorgängers habe Kardinal Bergoglio erklärt: „Ich glaube, er hat diesen Beschluss im Gebet gefasst und  gezeigt, dass er sehr verantwortungsbewusst ist.“  – Der argentinische Erzbischof fügte hinzu, der Papst habe mit seinem Amtsverzicht „Fehler vermeiden“ und die „Gefahr von Manipulation verhindern“ wollen (S. 74); gemeint sind damit offenbar Manipulationen in der Kurie im Falle zunehmender gesundheitlicher Beeinträchtigung des Pontifex.

Erste Einladung kam aus Israel

Auf S. 57 informiert der Autor sodann darüber, daß es „aus dem Heiligen Land gleich mehrere Einladungen“ für den neugewählten Papst gegeben habe. Er erwähnt jene des Lateinischen Patriarchen Twal, des griechisch-katholischen Patriarchen Gregorius III, ausdrücklich auch jene des „palästinensischen Präsidenten“ Abbas, der Franziskus nach Bethlehem eingeladen habe. davidstern (2)

Weshalb fällt nun hierbei die Einladung des israelischen Staates unter den Tisch, zumal sie die erste war, die der Papst erhalten hat? Es ist denkbar unwahrscheinlich, daß ein Redakteur von Radio Vatikan von dieser Meldung nichts weiß.

Der israelische Staatspräsident Shimon Peres hatte dem neuen Papst schon am Morgen nach dessen Wahl bei einem Treffen mit Vertretern der polnischen kath. Kirche in seiner Residenz in Jerusalem gratuliert.  Der Friedensnobelpreisträger erklärte dabei:

„Der neugewählte Papst steht für Hingabe, die Liebe zu Gott, die Liebe zum Frieden, eine heilige Bescheidenheit und einen neuen Kontinent, der gerade erwacht. Möge der HERR den neuen Papst segnen.

Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um den neugewählten Papst einzuladen, so früh wie möglich das Heilige Land zu besuchen. Er wird ein willkommener Gast im Heiligen Land sein, als Mensch der Inspiration, der dabei helfen kann, Frieden in eine stürmische Region zu bringen. Alle Menschen hier werden ohne Unterschied in Religion und Nationalität den neugewählten Papst willkommen heißen.”

An die polnische Kirchen-Delegation gerichtet, sagte Peres: “Die Beziehungen zwischen dem Vatikan und dem jüdischen Volk sind so gut wie nie in den vergangenen 2000 Jahren  – und ich hoffe, sie werden an Inhalt und Tiefe noch zunehmen.“

Das israelische Staatsoberhaupt würdigte bei dieser Gelegenheit auch den vorigen Papst:

„Ich empfinde viel Respekt für den zurückgetretenen Papst Benedikt, ich habe in ihm einen lieben Freund unseres Volkes gefunden, einen tiefgründigen Denker   –   und er hat viel dazu beigetragen, historisch und auf anderem Wege die Beziehungen zwischen der katholischen Kirche und dem jüdischen Volk voranzubringen.“

Wären diese freundlichen, wohlwollenden und eindrucksvollen Aussagen von höchster israelischer Seite nicht doch wohl einer Erwähnung oder Zitierung wert gewesen?

Erstveröffentlichung dieser Besprechung in der Zeitschrift „Theologisches“ (Ausgabe vom Mai-Juni 2013)


Katholischer Dachverband begrüßt Klarstellungen des Bischofs von Regensburg

Erklärung des Forums Deutscher Katholiken:

Franz von Assisi hat im 13. Jahrhundert die Kirche erneuert: durch persönliche Umkehr, Verzicht auf Wohlstand und Hinwendung zu den Armen. Nie hat er ein Amt angestrebt. Papst Franziskus geht im 21. Jahrhundert den gleichen Weg.

Er will eine Kirche, die entweltlicht ist und sich von allem befreit, was ihrer Aufgabe, den Menschen das Evangelium zu predigen, im Weg steht. Auch Papst Franziskus hat auf seinem Lebensweg keine Ämter und Würden gesucht.

Wer heute in der Ortskirche Reformen fordert, der muss sich fragen: Was heißt „arme Kirche“ und was bedeutet „Option für die Armen“ in Deutschland, nicht aber, „wie kommen wir zum Diakonat und zur Priesterweihe für Frauen“.

Das Forum Deutscher Katholiken begrüßt deswegen die Klarstellungen des Bischofs von Regensburg, Prof. Rudolf Voderholzer.

Forum Deutscher Katholiken, den 30. April 2013

Prof. Dr. Hubert Gindert


Wie Greccio durch den hl. Franziskus zum „neuen Bethlehem“ wurde

Die erste Krippe der Welt wurde im Hochmittelalter durch Franz von Assisi mitten im Wald errichtet

Der bekannte Biograph des Heiligen, Thomas von Celano (1190 – 1260), schildert in seiner ersten Lebensbeschreibung des hl. Franz (§ 84-86), wie der Ordensgründer einst eine „lebendige Krippe“ mitten im Wald errichtete:

„Etwa vierzehn Tage vor dem Fest der Geburt des HERRN sprach Franziskus:

„Ich möchte das Gedächtnis an jenes Kind begehen, das in Bethlehem geboren wurde  –  und ich möchte die bittere Not, die es schon als Kleinkind zu erleiden hatte, wie es in eine Krippe gelegt, an der Ochs und Esel standen, und wie es auf Heu gebettet wurde, so greifbar wie möglich mit leiblichen Augen schauen…“ media-372742-2

Es nahte der Tag der Freude. Aus mehreren Niederlassungen wurden die Brüder gerufen. Männer und Frauen jener Gegend bereiteten, so gut sie konnten, freudigen Herzens Kerzen und Fackeln, um damit jene Nacht zu erleuchten, die mit funkelndem Sterne alle Tage und Jahre erhellt hat.

Endlich kam der Heilige, fand alles vorbereitet, sah es und freute sich.

Nun wird eine Krippe zurechtgemacht, Heu herbeigebracht, Ochs und Esel herzugeführt.

Zu Ehren kommt da die Einfalt, die Armut wird erhöht, die Demut gepriesen  –  und aus Greccio wird gleichsam ein neues Bethlehem.

Hell wie der Tag wird die Nacht  –  und Menschen und Tieren wird sie zur Wonne.

Die Leute eilen herbei und werden bei dem göttlichen Geheimnis mit neuer Freude erfüllt.

Der Wald erschallt von den Stimmen, und die Felsen hallen wider von dem Jubel. Die Brüder singen und bringen dem Herrn das schuldige Lob dar  –  und die ganze Nacht jauchzt auf in hellem Jubel.

Der hl. Franziskus steht an der Krippe, er seufzt voll Wehmut,  er ist von heiliger Andacht durchschauert und von wunderbarer Freude überströmt. Über der Krippe wird ein Hochamt gefeiert  –  und ungeahnte Tröstung darf der Priester erfahren.

Da legt Franziskus die Levitengewänder an  –  denn er war Diakon  –  und singt mit wohlklingender Stimme das heilige Evangelium…

Danach predigt er dem umstehenden Volk von der Geburt des armen Königs und bricht in lieblichen Lobpreis über die kleine Stadt Bethlehem aus.“