Peru: Drei ermordete Missionare werden demnächst in Chimbote seliggesprochen

Der Präfekt der Kongregation für die Heiligsprechungen, Kardinal Angelo Amato, zelebriert am kommenden 5. Dezember in Chimbote die Messe anläßlich der Seligsprechung der beiden am 9. und 25.9.1991 ermordeten polnischen Franziskanermissionare Michael Tomaszek und Zbigniew Strzalkowski sowie des italienischen Priesters Alessandro Dordi. P1020947 - Kopie

Die drei Geistlichen wurden von der kommunistisch-maoistischen Untergrund-Rebellengruppe „Sendero Luminoso“ (leuchtender Pfad) ermordet, die vor allem in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts tausende von Morden und Gewalttaten in Peru ausgeübt haben.

Wie die Diözese Chimbote mitteilt, findet der Seligsprechungsgottesdienst im Stadion von Chimbote statt, während am Vorabend um 19 Uhr in der Kathedrale eine Gebetsvigil beginnt, zu der Delegationen aus dem ganzen Land eingeladen sind.

Am Sonntag, den 6. Dezember, stehen die Eröffnung einer Ausstellung über das Leben des seligen Alessandro Dordi, eine Danksagungsmesse und eine kulturelle Veranstaltung auf dem Programm. Um 16.30 Uhr ist eine Wallfahrt zum Ort des Martyriums von Pfarrer Dordi vorgesehen  –  und um 17 Uhr findet die Grundsteinlegung für die Kappelle des seligen Alessandro Dordi statt.
Bei den neuen Seligen handelt es sich um die ersten seliggesprochenen Märtyrer in Peru.

Quelle: Fidesdienst


Israel: Franziskaner-Kustos ruft Christen zu Pilgerfahrten ins Heilige Land auf

Pater P. Pizzaballa ist seit 2004 Kustos des Heiligen Landes. Damit steht er der Kustodie, der Ordensorganisation der Franziskaner im Heiligen Land, vor.

Auf der Weblog TerraSanta.net wandte er sich vor kurzem an Christen in aller Welt. Er rief sie auf, das Heilige Land auch in schweren Zeiten zu unterstützen.

Die Israelische Botschaft in Berlin hat diesen Appell auf ihrer Webseite veröffentlicht:

„Seit einiger Zeit nimmt die Zahl der Pilgerreisen ins Heilige Land dramatisch ab. Dies liegt vor allem an der Angst, die die Kriege im Nahen Osten und die Angriffe von fundamentalistischen Gruppen, die auch in westlichen Ländern Massaker verübt haben, hervorrufen.

Man schätzt, dass allein die Pilgerreisen aus Italien im letzten Jahr um mehr als 40% zurückgegangen sind. Trotz einiger Anzeichen für eine zaghafte Besserung haben viele weiterhin große Angst davor, in dieses gesegnete Land zu reisen.

In dem Wissen, dass ich die Stimmen der verschiedenen christlichen Gemeinden in Israel und den palästinensischen Gebieten wiedergebe, möchte ich Euch sagen: Lasst das Heilige Land nicht im Stich!

„Wir brauchen die Präsenz christlicher Pilger“

Es gibt keinen vernünftigen Grund dafür, wieso man nicht eine Pilgerreise ins Heilige Land organisieren sollte. An den Heiligen Stätten und den Orten, wohin Touristen gehen, ist die Sicherheit garantiert. Und mehr als je zuvor brauchen wir, die Christen im Heiligen Land, die Präsenz und die Unterstützung von Pilgern, die aus der ganzen Welt hierhin kommen, um zu beten. ab_brenkhausen_kopten_innen_frankgrawe

Die römische Kirche hier besteht vor allem aus drei Gruppen: aus der Gemeinschaft der hiesigen arabischen Christen, der seit Langem etablierten Gruppe der Palästinenser, die die traditionelle christliche Präsenz an diesen Orten darstellen; außerdem aus der hebräischsprachigen Kehila, einer neuen Kirche, die Elemente gemeinsam hat mit den Evangelikalen, den messianischen Juden und den Katholiken und die Liturgie auf Hebräisch feiert.

Schließlich gibt es noch die internationale Gemeinde, der viele ausländische Arbeitskräfte angehören. Dazu gehören vor allem Menschen aus den Philippinen, aus Südamerika und Indien, die dauerhaft im Heiligen Land leben. Daneben gehören der dritten Gemeinschaft auch andere Gruppen mit verschiedenen Hintergründen an, die aus vielfältigen Gründen längere Zeit hier leben.

Neben Mitgliedern der römischen Kirche leben und arbeiten hier auch Mitglieder anderer wichtiger christlicher Kirchen. Dies sind ersterer Linie die griechisch-orthodoxe Kirche, die armenische Kirche und die koptische Kirche. Innerhalb der katholischen Welt gibt es ebenfalls Gruppen, die andere Riten befolgen als die römischen.“

Quelle und Fortsetzung hier: http://www.botschaftisrael.de/2015/08/06/kustos-des-heiligen-landes-appelliert-an-christen-lasst-das-heilige-land-nicht-im-stich/


Am 1. Advent 2014 beginnt das „Jahr des gottgeweihten Lebens“

Mit einer Kampagne zur Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen und einer Reihe von Initiativen in den Bereichen der Pastoral und der Evangelisierung wollen die rund 50.000 Ordensleute aus 165 indischen Provinzen zum Jahr des gottgeweihten Lebens beitragen, das von Papst Franziskus ausgerufen wurde und am 30. November 2014 beginnt. media-390606-2 - Kopie

Wie der Verband der Ordensfamilie der Franziskaner in Indien (AFFI) mitteilt, wollen die Franziskaner dabei auf ihre Präsenz in Indien aufmerksam machen und zu diesem Zweck auch Studienseminare und Fortbildungsveranstaltungen für Erzieher und Sozialarbeiter auf allen Ebenen veranstalten.

Quelle: Fidesdienst


Syrien: Franziskaner-Chef befürchtet noch mehr Gewalt nach einem Sturz Assads

Vor einer religiösen Diktatur in Syrien warnt der oberste Franziskaner im Land, Pater Halim Noujeim:

„Die Gefahr bei einem Sturz der Regierung wäre, dass es zu noch mehr Gewalt und zur Diktatur kommt“, sagte Noujeim im Interview mit KNA im libanesischen Harissa.

Schon in anderen arabischen Ländern habe man gesehen, daß eine politische Diktatur durch eine religiöse Diktatur ersetzt worden sei.

„Und es gibt keine schlimmere Form der Diktatur als eine religiöse, insbesondere für eine christliche Minderheit, die in einer mehrheitlich muslimischen Gesellschaft lebt“, so der führende Ordensmann. Für die Gewalt im Land macht Noujeim beide Konfliktparteien verantwortlich.

Quelle: Radio Vatikan

 


Medjugorje und der Franziskaner-Konflikt

 “The Catholic Herald” über kirchenpolitische Hintergründe

Die britische katholische Wochenzeitung “The Catholic Herald” veröffentlichte vor 9 Jahren einen kritischen Hintergrund-Bericht über Medjugorje,  der sich vor allem mit dem Grundkonflikt zwischen dem Bischof von Mostar (Weltklerus) und den Franziskanern in der Region Herzegowina beschäftigt. Diese jahrhundertealten Entwicklungen spielen in der Medjugorje-Causa eine gewichtige Rolle.

Der österreichische kath. Nachrichtendienst „kathpress“ publizierte am 28.7.2002 eine Übersetzung der Analyse von „The Catholic Herald“; hieraus folgen nun die wichtigsten Auszüge:

„Es stimmt, dass viele positive geistige „Früchte“ mit den behaupteten Erscheinungen in Medjugorje in Zusammenhang stehen. Fast jeder Katholik kennt jemanden, der erklärt, sein Leben hätte sich seit dem Besuch des Heiligtums grundlegend geändert.

Manche Pilger kehren heim mit Geschichten über rotierende Sonnen und Rosenkränze, die zu Gold werden, andere wiederum werden wahrhaftig und für immer bekehrt. Einige werden auch zu leidenschaftlichen Verehrern „Unserer Lieben Frau, Königin des Friedens“ (ihren Anhängern als „Gospa“ bekannt) und ihrer Mission, durch Versöhnung und Gebet den Weltfrieden herbeizuführen.

So ist es eine Ironie, dass gerade Medjugorje heute eine der größten Bedrohungen für die Einheit der katholischen Kirche darstellt. Denn viele fromme Medjugorje-Pilger nehmen vielleicht nicht zur Kenntnis, dass die Kirche gar nicht will, dass sie dorthin pilgern.

Die Glaubenskongregation hat schon 1995 alle öffentlichen Pilgerfahrten zum Heiligtum verboten. Bischof Ratko Peric von Mostar, der als Orts-Ordinarius der einzige kirchliche Autorität ist, über die Echtheit der Erscheinungen zu urteilen, ist überzeugt davon, dass es sich um Betrug handelt.

Derselben Meinung waren auch sein Vorgänger, Bischof Pavao Zanic, und die eins-tige Bischofskonferenz von Jugoslawien sowie die Mitglieder der drei offiziellen Kommissionen – jede von ihnen entschied negativ -, der ganze Diözesanklerus von Mostar und sogar die meisten Franziskaner dort zu Lande.

Es wird eine letzte, abschließende Untersuchung geben, die von Rom ausgeht und erst beendet wird, wenn entweder die Berichte über die Erscheinungen enden oder der letzte Seher gestorben ist. Die Normen der Kirche warnen davor, dass Fehler auftauchen könnten, wenn nur die „Früchte“ und nicht auch die „Ereignisse“ untersucht werden. Aber eine baldige, definitive Entscheidung ist eher unwahrscheinlich, da drei der ursprünglich sechs Seher erklären, dass ihnen die „Gospa“ lebenslang Erscheinungen versprochen habe – und eine zweite Generation von Sehern gibt es auch schon.

Seher haben finanziell profitiert

Günstig ist es für die Seher allemal, da sie durch ihren Status als Seher finanziell profitieren. Sie sind berühmt geworden und einige fuhren mit der „Gospa“, die sie auf Wunsch sofort herbeirufen können, durch die Welt. Sie hat eine offensichtliche Flexibilität, die sogar einige ihrer überzeugtesten Anhänger erstaunt hat.

Auf einer England-Tour soll der Seher Ivan Dragicevic sogar eine angekündigte „Erscheinung“ verschoben haben, damit er stattdessen ein Fußballspiel sehen konnte – mit dem Versprechen, dass die Gottesmutter auch nach dem letzten Anpfiff erscheinen würde. Ivan, der übrigens

mit der ehemaligen Schönheitskönigin und „Miss Massachusetts“, Loreen Murphy, verheiratet ist, wurde einmal von einem amerikanischen Reiseveranstalter als eine Persönlichkeit dargestellt, die für nur 500 US-Dollar eine persönliche Bekanntschaft mit der Madonna vermitteln könne. Er besitzt einen BMW und einen Mercedes sowie eine Villa im „deutschen Stil“ im lokalen Nobelviertel.

Sein Anwesen liegt dem Haus der Seherin Mirjana Dragicevic gegenüber, die einen Teil ihres Hauses in ein Gästehaus für Pilger umgewandelt hat – Erscheinungen sind hier im Arrangement miteinbegriffen. Alle Seher und Seherinnen sind verheiratet und bis auf einen besitzen alle Hotels in Medjugorje – im Unterschied zu Lucia Dos Santos und St. Bernadette Soubirous, die ein wesentlich weniger weltliches Leben führten, nachdem ihnen in Fatima bzw. Lourdes Marienerscheinungen zuteil geworden waren.

Der ehemalige Bischofs Zanic vermutete, dass die ganze Sache als Spaß begonnen habe, denn auf den ersten Blick erscheint sie auch als solcher. Die Kinder hatten nicht aufhören können, hysterisch zu lachen, z.B. als Jakov Colo während einer frühen Erscheinung der „Gospa“ fragte, ob sein Fußballteam „Dynamo“-Zagreb gewinnen werde. Nach einer ersten Woche von Erscheinungen, sagten die Kinder, die „Gospa“ würde „nur noch drei Tage“ erscheinen und die Visionen würden somit am 4. Juli 1981 enden.

Aber seitdem hat sie bei mehr als 30.000 Gelegenheiten gesprochen, hat jedem Seher 10 Geheimnisse anvertraut, große Zeichen vom Himmel versprochen, die sich aber nie ereigneten und – entgegen der seit zwei Jahrtausenden bestehenden Lehre der Kirche – erklärt, dass „alle Religionen vor Gott gleich sind“. Sie wurde zur ersten Apologetin einer Gruppe aufmüpfiger Franziskaner aus der Herzegovina erst, als P. Jozo Zovko, Pfarrer der Jakobskirche in Medjugorje, sich als „geistlicher Ratgeber“ der Kinder etablierte.

Madonna in „Herzegovina-Frage“ parteiisch

Was die örtlichen Bischöfe deutlich gegen die „Gospa“ einnahm, war ihre ausgesprochen parteiische Stellungnahme zur „Herzegovina-Frage“. Das ist der vatikanische Ausdruck für ein De-facto-Schisma, in das eine breite Minderheit von franziskanischen Mönchen aus der Herzegovina involviert ist, die nicht nur ihrem Bischof den Gehorsam verweigern, sondern sich auch dem Ordensgeneral und Rom selbst widersetzen.

In den achtziger Jahren wurden zwei dieser Mönche, P. Ivica Vego und P. Ivan Prusina, wegen Ungehorsam aus ihrem Orden ausgeschlossen – von einem vatikanischen Tribunal, das sich mit Bischof Zanic und dem Ordensgeneral beraten hatte. Die beiden Patres feierten aber weiterhin die Sakramente. 13 Mal teilte die „Gospa“ der Seherin Vicka Ivankovic mit, dass der Bischof falsch liege und ihre „Heiligen“ schuldlos seien, wobei dem Bischof die „Gerechtigkeit“ Gottes angedroht wurde, es sei denn, er widerrufe den Ausschluss (P. Vego zeigte bald, wie heilig er war und schwängerte eine Franziskanerin).

Als Bischof Zanic dann die Erscheinungen untersuchte, hätte er mit einer Kooperation seitens der Franziskaner gerechnet. Stattdessen beschimpften sie ihn öffentlich als einen „Wolf“, „Satan“ und einen „Heuchler“. Es war kaum eine Überraschung, dass Bischof Zanic bald zu dem Schluss kam, dass die sechs Kinder lügen  –  und daß er öffentlich P. Zovko und dessen Mitbruder P. Tomislav Vlasic beschuldigte, sie hätten der „Gospa“ Worte in den Mund gelegt. (…)

1985 schrieb er an den Theologen Rene Laurentin, der für die Echtheit der Erscheinungen eintritt, und klagte, dass „eine stolze Raserei viele der früher guten Gläubigen ergriffen hat… Man kann sich auf einen religiösen Krieg hier einstellen.“(…)

Der tiefste Grund des Grolls vieler Franziskaner gegen Rom war ihm bewußt: Während der 400-jährigen Geschichte waren die Franziskaner autonom gewesen; jetzt aber mussten sie auf Weisung der Kirche ihre Gemeinden abgeben – in einer Säuberungsaktion, die im Zweiten Weltkrieg begonnen hatte, als sie  –  den Anordnungen des Vatikans zum Trotz  –  die Ustascha, die kroatischen Faschisten, unterstützten, deren Grausamkeit sogar die SS schockierte.

In alle Ustascha-Gräueltaten, die mit der Kirche in Zusammenhang gebracht werden konnten, waren fanatisch-nationalistische Franziskaner aus der Herzegovina involviert. (…) Papst Pius XII. ging zuerst gegen die Mönche vor, indem er es 1942 vorzog, statt einem örtlichen franziskanischen Bischof einen Bischof aus dem Weltklerus für Mostar zu ernennen.

Die Rebellion, die darauf folgte, erreichte 1975 ihren Höhepunkt, als Papst Paul VI. ein Dekret herausgab, das den Mönchen die Frist von einem Jahr setzte, die umkämpften Gemeinden zu räumen.

Wie vorauszusehen, weigerten sie sich. Die Verteidiger von Medjugorje bestehen darauf, dass die Hercegovina-Frage und die Erscheinungen in keinem Zusammenhang stehen Die Diözese Mostar betont, dass hier sehr wohl ein sehr enger Konnex besteht.

Bischof Zanic sagte, dass die „Gospa“ benützt würde, den Ungehorsam der Mönche zu rechtfertigen. Don Ante Luburic, Ordinariatskanzler der Diözese, ging 1997 sogar so weit, Medjugorje als einen Ort „religiöser Unordnung, des Ungehorsam und antikirchlicher Aktivität“ zu beschreiben.

Traurigerweise hat sich die Lage dadurch verschärft, dass „Millionen von Leuten aus allen fünf Kontinenten“ die Mönche vertrauensvoll unterstützen. Die Kirche hat in der Herzegovina-Frage seit 1941 nur sehr kleine Fortschritte gemacht.

Während des Bosnien-Krieges, als kroatische Flaggen von der Jakobskirche in Medjugorje flatterten und Rosenkränze neben Nazisymbolen verkauft wurde, wurden unter der Fahne der „Königin des Friedens“ geschätzte 10 Millionen Pfund (umgerechnet 15.873.000 Euro) im Westen für Kriegs-Waisen gesammelt. Aber alles, was für dieses Geld hergezeigt werden kann, ist in Medjugorje eine Krippe für 40 Kinder, deren Mütter arbeiten müssen.

Wenige, vor allem der Bischof von Mostar, haben eine Ahnung, wo der Rest des Geldes verblieben ist; einige Quellen vermuten, dass etwa 70 Prozent in den Händen von „Warlords“ und organisierten Kriminellen gelandet sind. Das ist nicht Fantasterei: Mitte der neunziger Jahre fror die britische Charity Commission die Gelder des britischen „Medjugorje Appeal“ ein, als sich herausstellte, es sollten davon Handschellen für die Miliz der kroatischen HVO in der Hercegovina gekauft werden.

Papst Johannes Paul II. bleibt zurückhaltend

Die Bischöfe aus Ex-Jugoslawien – einhellig in ihrer Ablehnung der „Gospa“ – erinnerten im Beisein des Papstes bei der letztjährigen Bischofssynode in Rom an die Herzegovina-Frage, als Kardinal Vinko Puljic aus Sarajevo vor der ernsten Bedrohung der Einheit der gesamten katholischen Kirche durch die ungehorsamen Mönche warnte, die „in Medjugorje arbeiten und ihre Meinungen mit Hilfe von Pseudocharismen anderen aufdrängen“.

Der Papst seinerseits hat sich aus der Causa Medjugorje herausgehalten, indem er die Sache der Unterscheidungsgabe der lokalen Bischöfe überließ. Nachdem es weltweit ständig rund 300 Fälle behaupteter Erscheinungen gibt, könnte er sich um nichts anderes mehr kümmern, würde er sich mit jeder dieser Angelegenheiten persönlich auseinander setzen.

Wie auch immer, die Promotoren von Medjugorje bestehen darauf, der Papst habe in privater Form seine Zustimmung zu den Erscheinungen signalisiert. Sie zählen Bemerkungen auf, die er angeblich zu ihren Gunsten getan hat, vielleicht die bekannteste: „Lasst die Menschen nach Medjugorje pilgern, wenn sie sich bekehren, beten, beichten und Buße tun“.

Ein amerikanischer Katholik fragte einmal Erzbischof Pio Laghi, damals päpstlicher Nuntius in den Vereinigten Staaten, ob die Bemerkungen wahr seien und erhielt darauf folgende Antwort: „Obwohl dem Heiligen Vater und Amtsträgern des Heiligen Stuhls Bemerkungen über Medjugorje zugeschrieben werden, wurde keine einzige als authentisch anerkannt.“

Vielleicht das bedeutungsvollste Zeichen setzte der Papst im April 1997 bei seinem Besuch in Bosnien, als er nicht nur den Besuch Medjugorjes ablehnte, sondern auch nicht ein einziges Mal die umstrittene heilige Stätte erwähnte.

Kurz gesagt, all die Argumente sprechen gegen die Wahrscheinlichkeit, dass die Erscheinungen von Medjugorje authentisch sind. Als das zwingendste Argument bleiben nur die sogenannten geistigen „Früchte“ – die Bekehrungen, die Mehrung von Frömmigkeit und Anbetung, das Wiederfinden schon verlorenen Glaubens und vieles andere.

Auch zu diesem Argument vertritt Bischof Peric eine Meinung:

„Die geistigen Früchte, von denen hier sooft die Rede ist, beweisen nicht, dass sie aus Erscheinungen oder übernatürlichen Offenbarungen der Mutter Gottes resultieren. In dem Maß, in dem sie wahrhaft christlich sind, können sie als ein Werk des normalen Wirkens der göttlichen Gnade, des Glaubens an Gott, der Fürsprache der Jungfrau Maria und der Sakramente der katholischen Kirche interpretiert werden.  Damit ist noch kein Wort über die negativen Früchte gesagt“.

Entsprechend der kirchlichen Lehre kommen Früchte von authentischen übernatürlichen Phänomenen zuerst in jenen zum Tragen, die sie unmittelbar empfangen.

Doch scheinen die zwei Männer, die den Seherkindern von Anfang an am nächsten waren, nicht im eigentlichen Sinn bekehrt worden zu sein:

P. Vlasic, der in den siebziger Jahren in einem „gemischten“ Konvent in Zagreb mit einer Nonne ein Kind in die Welt gesetzt hatte, lebt nun in Italien, wo er – ironischerweise – zum zweiten Mal versucht, eine „gemischte“ Kommunität ins Leben zu rufen

P. Zovko wiederum ist einer jener 16 Mönchen aus der Hercegovina, die entweder durch Bischof Peric suspendiert oder überhaupt durch den Ordensgeneral P. Giacomo Bini aus dem Franziskanerorden ausgeschlossen wurden. Bini hatte während der letzten acht Jahre sogar damit gedroht, die ganze herzegovinische Provinz zu suspendieren.

Wie seine rebellischen Mitbrüder ignoriert Zovko die Zensuren des Bischofs – nicht nur dadurch, dass er weiter die Messe zelebriert und die Beichte abnimmt, obwohl er dazu keine Erlaubnis hat. Außerdem errichtete er – ohne bischöfliche Genehmigung – einen großen Konvent in Siroki Brijeg, in der Nähe von Mostar.

Die Finanzquellen bleiben ein Mysterium. Letztes Jahr schrieb der Bischof jedem einzelnen der 120 Franziskaner in der Hercegovina, um an ihren Gehorsam zu appellieren, aber ein Drittel widersetzte sich seinem Wunsch.

Davor hatten die Rebellen einen angeblichen „Erzbischof“ eingeladen – Srecko Franjo Novak, einen Ex- Seminaristen, der 700 Jugendliche in drei Kirchen firmte. Die Firmungen waren natürlich ungültig und verursachten beim lokalen Klerus und beim Bischof große Sorge.

Für viele steht Medjugorje nicht für die Erscheinungen der Jungfrau Maria, sondern vielmehr für den Ungehorsam gegenüber der legitimen kirchlichen Autorität: Ordensleute widersetzen sich ihren Vorgesetzten  –  und Katholiken aus aller Welt ignorieren die kirchliche Weisung, nicht nach Medjugorje zu pilgern.

Und noch viel ernster: Es verstärkt sich diese Haltung des Ungehorsams noch durch die Kardinäle und Bischöfe, die dort ebenfalls hinpilgern; durch dieses bewusste Ignorieren der Einschätzung des Ortsordinarius verstoßen sie gegen das Prinzip der Kollegialität, wie es in Abschnitt 23 der Konzilserklärung „Lumen Gentium“ definiert ist.

Sie helfen, das weiterzuführen, was einer der subversivsten Streiche in der Geschichte der katholischen Kirche sein könnte.“

Internetpräsenz von kathpress: http://www.kathpress.at/


29 Kritikpunkte zu Medjugorje von Bischof Pavao Zanic aus Mostar

[Auszug aus dem inzwischen vergriffenen Buch von Kevin Orlin Johnson, 20 Fragen zu Medjugorje. Was Rom wirklich gesagt hat. Verax-Verlag, 1999; ISBN 3-909065-23-6]

Von Pavao Zanic, Oberhirte von Mostar (1980 bis 1993)

Wer war Bischof Pavao Zanic?

Msgr. Zanic (siehe Bild) leitete die Diözese Mostar von 1980 bis 1993, davor war er bereits neun  Jahre Koadjutor in dieser Diözese. Am 14. Januar 2000 starb er in Split 81-jährig. Zanic

Während des Bosnien-Krieges hatte er sich für ein Ende der schweren Kämpfe zwischen Kroaten und Muslimen in der Herzegowina eingesetzt und versucht,  humanitäre Hilfe für alle Zivilisten zu sichern. Bekannt geworden war Msgr. Zanic insbesondere durch seine kritische Einstellung zu den angeblichen Marienerscheinungen in Medjugorje.

Als zuständiger Ortsbischof hatte Msgr. Zanic den ‚Sehern‘ und ebenso den Franziskanern im Wallfahrtsort Lüge, Betrug, religiösen Fanatismus, Ungehorsam gegen kirchliche Autoritäten und gewinnorientierte religiöse Propaganda vorgeworfen.

Anhand von Niederschriften in Gesprächen mit den „Sehern“ versuchte der Bischof, Widersprüchlichkeiten in deren  Aussagen zu belegen. Auch manchen ausländischen Bischöfen und Priestern warf er vor, die ‚Wahrheit‘ über Medjugorje nicht zur Kenntnis nehmen zu wollen.

Anhänger der Erscheinungen setzten ihn – wie er 1991 berichtete – unter starken psychischen Druck und führten dabei sogar die „Madonna von Medjugorje“ als Zeugin gegen ihn an.

In dem Streit um Medjugorje spielten auch die historisch bedingten Spannungen zwischen dem Bischof von Mostar und den seit der Türkenzeit in der Pfarrseelsorge stark engagierten Franziskanern hinein. 1975 lehnten die Franziskaner, die bis dahin noch 80% der Gläubigen in der Diözese betreut hatten, ein Dekret des Vatikans ab, laut dem sie einen Teil ihrer Pfarren an den Diözesanklerus zur Seelsorge abtreten sollten.

Erst 1998 erzielten Zanics Nachfolger, Bischof Ratko Peric, und der Generalvikar des Franziskanerordens, P. Stephan Ottenbreit (Rom), ein Übereinkommen, das den Konflikt um die Pfarrgemeinden beilegen soll.

1990 verfaßte Bischof Zanic eine Ausarbeitung zu den Geschehnissen in Medjugorje, um vor diesen zu warnen und aufzuzeigen, daß sie keinen übernatürlichen Charakter besitzen können.

Hier folgt seine Stellungnahme „Die Wahrheit über Medjugorje“ in deutscher Übersetzung:


1.

Eine Kommission der Jugoslawischen Bischofskonferenz ist dabei, die Wahrheit über Medjugorje zu untersuchen. Hiermit möchte ich dieser Kommission helfen, möglichst bald zu einem endgültigen Ergebnis zu kommen. Die Propaganda für Medjugorje ist in Eile, die Kirche und die Welt vor eine vollendete Tatsache zu stellen. Deswegen habe ich mich, ermutigt durch viele Zuschriften aus aller Welt, in denen die Rede davon ist, daß die Wahrheit mißachtet wird, meiner Verpflichtung und meinem Gewissen gemäß entschlossen, darüber zu schreiben, um der Kommission zu helfen. Schon nur für eine kurze Beschreibung der Irrtümer über Medjugorje müßte man wenigstens dreihundert Seiten aufschreiben. Für mich aber ist dies nicht zu bewältigen.

2.

Charakteristischer Anhaltspunkt. Eine Touristenführerin brachte mir im August 1989 einen Priester und eine Journalistin aus Panama. Die Touristenführerin stellte sich als Konvertitin von Medjugorje vor. Der Priester aus Panama wollte wissen, warum ich nicht an die Muttergottes-Erscheinungen in Medjugorje glaube. Ich habe ihm geantwortet, daß es wenigstens zwanzig Gründe gebe, von denen schon einer genügen würde, warum jeder ehrliche und gut informierte Mensch zum Ergebnis kommen müßte, daß die Erscheinungen nicht übernatürlich seien. Er bat mich, ihm nur einen Grund ausführlich zu erläutern. Ganz kurz erzählte ich ihm den Fall des ehemaligen Franziskaners in Medjugorje, Ivica Vego. Aufgrund des Ungehorsams wurde er – durch eine Entscheidung des Heiligen Vaters – von der Generalordensverwaltung in  Rom aus dem Orden entlassen und von den Gelübden dispensiert (a divinis suspensus). Er wollte aber nicht gehorchen, sondern blieb im Kloster und zelebrierte weiter, teilte die Kommunion aus und hatte ein festes Liebesverhältnis. Nach dem Bericht aus dem Tagebuch von Vicka, wie auch nach der Aussage von allen ‚Sehern‘, hatte die  Madonna dreizehnmal von ihm gesagt, er sei unschuldig und der Bischof sei schuldig. Als seine Geliebte, die Ordensschwester Leopolda, schwanger wurde, haben beide Medjugorje und den Orden endlich verlassen. Jetzt leben sie zusammen in der Nähe von Medjugorje und haben zwei Kinder. Das von Ivica Vego redigierte Gebetbuch wird in Medjugorje immer noch zu Tausenden von Exemplaren verkauft. Als ich die Dolmetscherin Marina bat, dies ins Englische zu übersetzen, empörte sie sich und sagte: „Ach, sollen wir auch diese schmutzigen Sachen enthüllen?!“ Ich  erwiderte: „Wären diese schmutzigen Sachen nicht verdeckt worden, hätten diese Gäste aus Panama über Medjugorje richtige Informationen und wären nicht umsonst hierher gekommen. Es ist nicht recht, es ist sogar eine Sünde, diese Wahrheit zu verdecken, auch wenn sie unangenehm ist. Man muß sie offen sagen!“ Frau Marina ist  nicht schuld, da sie in der Umgebung lebt, in der die Wahrheit notorisch verdeckt wird.


3.

So ähnlich benimmt sich auch Abbe Laurentin. Er kam zu mir in den Weihnachtstagen 1983. Als ich ihn zum Abendessen eingeladen hatte, fragte er mich, warum ich nicht an die Erscheinungen glaube. Ich antwortete ihm, daß die sogenannte Madonna in Medjugorje – dem Tagebuch von Vicka und der Aussage anderer ‚Seher‘ gemäß – gegen den Bischof spreche. Er aber unterbrach mich ganz schnell: „Publizieren Sie das nicht, weil dorthin viele Pilger und Konvertiten kommen!“ – Diese Meinung des berühmten Mariologen war für mich ein Ärgernis. Leider ist das bis heute Laurentins Grundeinstellung: Wahrheit verdecken – Unwahrheit verteidigen. Er hat etwa zehn Bücher, kleinere und größere, über Medjugorje geschrieben. In allen nahm er immer den Bischof Zanic aufs Korn und verteidigte Unwahrheiten. (2 Tim 4,4. – Man wird der Wahrheit nicht mehr Gehör schenken, sondern sich Fabeleien zuwenden.) Die ‚Seher‘ und Kämpfer von Medjugorje, zusammen mit Abbe Laurentin an der Spitze, haben von Anfang an gespürt, daß der heutige gläubige Mensch in einem kommunistischen Staat allzu leicht an alles sogenannte ‚Wunderbare‘, an angebliche wunderbare Genesungen und Mitteilungen der Madonna glaubt.

4.

Danach schlossen sich dem Abbe Laurentin Frater Rupcic OFM, Frater Franic, Pater Amorth sowie einige Franziskaner und Charismatiker aus der ganzen Welt an. In kurzer Zeit wurden viele Bücher, Artikel und Broschüren über Medjugorje gedruckt; dazu mehrere Filme gedreht und eine Menge Souvenirs hergestellt. Bald tauchten Touristenagenturen und Pilger auf, dann Gebetbücher, die von zwei aus dem Orden entlassenen Franziskanern, Frater Vego und Frater Prusina, herausgegeben wurden, und zwar in der Auflage von sechshunderttausend Exemplaren in mehreren Sprachen. Dann entstanden viele Gebetsgruppen, die durch angebliche Mitteilungen der Madonna in Begeisterung versetzt wurden. Dahinter steckt der große Faktor Geld – und nochmals Geld. Bischöfliche Mahnungen waren umsonst, weil die ‚Maschinerie‘ läuft und alles blockieren würde. Es wurde von über fünfzig wunderbaren Heilungen erzählt, dann begann die Zahl zu steigen: hundertfünfzig, zweihundert, dreihundert usw. Abbe Laurentin hat sechsundfünfzig Dossiers ausgewählt und an das „Bureau  medicai“ in Lourdes gesandt. Dr. Mangiapan antwortete ihm im April 1984, daß diese Dossiers praktisch wertlos seien und man sie weder brauchen noch als echten Beweis für die Erscheinungen von Medjugorje nehmen könne. Es wurde speziell über die Genesung von Frau Diane Basile geschrieben. Ich habe ihnen das Dossier nach Lourdes gesandt. Dr. Mangiapan hat diesen Fall untersucht und Stellung genommen: opinion plus que reservee. Es handelt sich um „Sklerosis multiplex“.

5.

Glaubwürdigkeit der ‚Seher‘ – Mirjana Dragicevic. Einen Monat nach den ersten Erscheinungen ging ich nach Medjugorje, um die ‚Seher‘ zu verhören. Ich habe sie alle vor dem Kreuz einen Eid ablegen lassen, damit sie mir die Wahrheit sagen müssen. Die erste war Mirjana. Sie sagte: „Wir gingen die Schafe suchen … und auf einmal…“ (Der Kaplan der Pfarrei machte mich darauf aufmerksam, daß sie hinausgegangen waren, um zu rauchen, weil sie es vor den Eltern verstecken wollten!) „Warte mal, Mirjana“, sagte ich, „du bist ja unter Eid! Seid ihr wirklich hinausgegangen, um die Schafe zu suchen?“ Sie legte ihre Hand auf den Mund und sagte: „Entschuldigen Sie, wir sind hinausgegangen, um zu rauchen.“ Sie zeigte mir die Uhr, an der ein ‚Wunder‘ vollbracht worden sein soll. Die Zeiger sind nämlich durcheinander gebracht worden. Ich habe diese Uhr mitgenommen und bin zum Uhrmacher gegangen. Er sagte, daß sie heruntergefallen und dadurch beschädigt worden sei. Als ich die Uhr Mirjana zurückgab, ermahnte ich sie, daß sie niemandem erzählen dürfe, es sei ein Wunder geschehen. Aus den Kassetten, die sie
danach aufgenommen hat, konnte ich erfahren, daß sie trotzdem erzählte, es sei ein Wunder gewesen. Genauso hat sie weiterhin erzählt, daß sie hinausgegangen waren, um die Schafe zu suchen. Später erwähnte sie, daß die Madonna gesagt hätte, alle Religionen seien gleich. – Wie viel darf man Mirjana glauben?

6.

Vicka Ivankovic. Sie ist die ‚Hauptseherin‘ aus den ersten Jahren, und über sie hat Frater Tomislav Vlasic, der ‚Schöpfer von Medjugorje‘, den größten Teil an Unwahrheiten in Medjugorje lanciert. Er hat sieh im Brief vom 13.4.1984 dem Papst
vorgestellt: ,,Io sono Padre Tomislav, il quale secondo la divina providenza guida i veggenti di Medjugorje“. Vicka hat viel geschrieben und gesprochen und dadurch viele widersprüchliche Aussagen gemacht. Ein Mitglied der ersten Kommission für Medjugorje, Prof. Nikola Bulat, hat sie speziell verhört und darüber eine Studie von sechzig Seiten geschrieben. Er hat alle unlogischen Angaben und Unwahrheiten des Tagebuches aufgezählt. Hier erwähne ieh nur das blutige Tuch: Es wurde damals erzählt, daß ein Taxifahrer einem völlig mit Blut befleckten Mann begegnet sei. Dieser gab ihm ein blutiges Taschentuch und sagte: „Wirf dies in den Fluß!“ Er ging hin und begegnete danach einer Frau in Trauerkleidung. Sie hielt ihn auf und sagte, daß er ihr das Taschentuch übergeben solle. Er gab ihr das seine, aber sie erwiderte: „Nicht dieses,
sondern jenes blutige!“ Er gab es ihr und sie sprach: „Hättest du es in den Fluß hineingeworfen, so wäre das sofort das Ende der Welt gewesen.“ – „Wir haben“, so schrieb Vicka, „die Madonna gefragt, ob das wahr sei, und sie hat geantwortet, daß das wahr sei, und gesagt: ‚Jener mit Blut befleckte Mann  war mein Sohn Jesus und die Frau in Trauerkleidung war ich, die Muttergottes.'“ Was für eine Theologie soll das sein? Jesus will die Welt vernichten, wenn ein blutiges Taschentuch ins Wasser hineingeworfen wird, und die Muttergottes rettet die Welt vor ihm!


7.

Am 14.1.1982 kamen Vicka, Maria und der kleine Jakov zu mir. Vicka war ganz aufgeregt, weil sie eine Unwahrheit gesagt hatte. Sie sagte: „Die Madonna hat uns beauftragt, Ihnen zu sagen, daß Sie den Franziskanern gegenüber unüberlegt gehandelt haben … “ – „Wie denn?“ – „Das wissen wir nicht!“ – Die Kapläne von Mostar, Frater Vego und Frater Prusina, für die der Bischof eine Versetzung aus Mostar angeordnet hatte wegen Ungehorsam und Unruhe, die sie unter den Gläubigen der neugeschaffenen Dompfarrgemeinde verursachten, haben vor ihren Obern abgelehnt, Mostar zu verlassen, weil sie von der Madonna über Vicka Bescheid bekommen hätten, in Mostar bleiben zu dürfen. Dies hat mir ein Mitglied des Definitoriums gesagt. Deswegen habe ich Vicka gefragt: „Hat die Madonna euch auch etwas über die Kapläne gesagt, nämlich über Frater Vego und Frater Prusina?“ – „Nein, wir kennen sie nicht“, bestätigten alle drei. Das Gespräch dauerte eine halbe Stunde, und ich habe alles auf Tonband aufnehmen lassen. Zu wiederholten Malen fragte ich sie über Frater Vego und Frater Prusina, aber ich bekam immer die Antwort, daß sie diese nicht kennen. Später konnte ich aus Vickas Tagebuch erfahren, daß sie sie ganz gut gekannt hatten. Schon damals wurde mir deutlich, daß sie logen, aber ich wollte es
nicht sagen, um ihr Vertrauen für weitere Gespräche nicht zu verlieren.

8.

Am 3.4.1982 kamen Vicka und Jakov zu mir, angeblich von der Madonna gesandt. Die Kapläne Vego und Prusina wurden von dem Generalobern OFM in Rom Ende Januar aus dem Orden entlassen. Für sie haben Verteidiger von Medjugorje und die ‚Madonna‘ gerungen. Vicka war sehr aufgeregt und sagte: „Als wir voriges Mal bei Ihnen waren, haben wir Ihnen nicht gesagt, was uns die Madonna aufgetragen hat, Ihnen zu sagen. Deswegen hat sie uns ermahnt. Wir haben Ihnen zwar einiges erzählt und doch etwas vergessen.“ – „Was habt ihr vergessen?“ – „Die Madonna hat uns aufgetragen, Ihnen zu sagen, daß die Kapläne Vega und Prusina Priester sind und zelebrieren dürfen wie andere Priester auch.“ – „Wartet, wartet mal! Hat euch die Madonna das gesagt vor unserem letzten Treffen?“ – ,,Ja, deswegen hat sie uns zu Ihnen geschickt, aber ich
habe zuviel anderes erzählt und das vergessen.“ – „Ach so!“ Und ich habe sie dann mehrmals direkt gefragt, ob die Madonna ihnen etwas über die Kapläne gesagt hätte … Es wurde mir klar, daß sie log, und das war ein deutlicher Beweis dafür, daß ich ihr überhaupt nichts glauben dürfe. An dieser Lüge waren auch Maria und der kleine Jakov beteiligt.

9.

Ende Januar 1983 kam Pater Grafenauer SJ zu mir in der Absicht, das Phänomen von Medjugorje zu untersuchen. Er hat ungefähr zwanzig Kassetten angehört und hernach gesagt, daß er nicht nach Medjugorje gehen wolle, weil es dort keine Madonna gebe. Auf meine Anregung ging er aber doch hin, und nach einigen Tagen kam


er als ‚Konvertit‘ des Frater Vlasic zurück. Er brachte einige Seiten eines Textes mit, warf sie auf den Tisch und sagte: „Da hast Du, was dir die Madonna sagen läßt.“ Sofort habe ich verstanden, daß es um eine geplante Aktion geht: Mit Hilfe der Madonna will man den Bischof zu Fall bringen. Die Texte sind eine Mischung aus Vickas Tagebuch, der Pfarreichronik und aus anderen Texten. Deswegen ist es sehr schwer festzustellen, woher die einzelnen Abschnitte dieses Textes ursprünglich kommen. Vicka und die Verteidiger von Medjugorje haben das über ein Jahr lang vor dem Bischof geheimgehalten. Hier einige Ausschnitte:

19.12.1981: … Die Madonna sagte, daß an diesen Verwirrungen in der Herzegowina Bischof Zanic der Hauptschuldige sei. Von Frater I. Vego sagte sie, er sei unschuldig, aber der Bischof habe eben alle Macht. Sie sagte auch, daß er unbedingt in Mostar bleiben und nicht weggehen solle.

3.1.1982: Alle ‚Seher‘ haben zusammen nach Ivica Vego gefragt. Die Madonna erwiderte: ,,lvica ist unschuldig. Wenn er aus der Franziskanergemeinde entlassen wird, soll er tapfer sein … Ivica ist nicht schuldig.“ Das wiederholte sie dreimal.

11.1.1982: Wir haben wieder einmal nach den zwei Kaplänen von Mostar gefragt, und die Madonna hat zweimal wiederholt, was sie schon früher gesagt hatte.

(14.1.1982: Vicka war beim Bischof und bestätigte, daß sie Vego nicht kennt!)

20.1.1982: Die Kinder fragten: „Was werden Frater Vego und Frater Prusina jetzt tun, nachdem sie aus dem Orden entlassen wurden? Die Madonna antwortete: „Sie sind nicht schuldig. Der Bischof hat bei seiner Entscheidung unüberlegt gehandelt. Sie sollen dableiben.“

15.4.1982: Vicka hat die Madonna gefragt: „Sag mir alles über Ivica Vego und Ivan Prusinal“ Zuerst lachte die Madonna, dann begann sie zu sprechen: „Sie sind nicht schuldig.“ Das wiederholte sie zweimal. „Der Bischof hat sich in dieser Sache geirrt. Sie sollen nicht von Mostar weggehen … Die Messen dürfen sie ab und zu zelebrieren, aber sie sollen nicht von sich reden machen, bis diese Situation bereinigt ist. Bei  ihnen gibt es keine Fehler. „

16.4.1982: Als wir gestern bei der Madonna waren, fragten wir sie, ob wir einmal das Vaterunser für die zwei Kapläne beten dürfen. Gleich erwiderte sie: „Jawohl!“ und begann zu beten. Als wir es beendet hatten, lachte sie und sagte zu mir: „Du hast nichts anderes im Kopf als diese beiden. “ Ich erwiderte: „Ja, nichts anderes!“

26.4.1982: Die Madonna: „Der Bischof hat gar keine echte Gottesliebe in sich. Ivica und Ivan sollen wegen des Bischofs ruhig bleiben. Was der Bischof tut, steht nicht mit Gottes Willen im Einklang. Deswegen mag er machen, was er will. Aber eines Tages wird die Gerechtigkeit sichtbar werden, die sie seit langem nicht gesehen
haben.“


10.

Vicka hat nie verneint, daß die Madonna ihr das alles gesagt oder sie das so aufgeschrieben habe. Sicherheit und Authentizität der oben zitierten Texte bestätigen am besten Kassetten, die P. Grafenauer mit Vicka und Maria aufgenommen hat. Je eine Kopie hat er der Pfarrei von Medjugorje, dem Bischof und der Bischofskonferenz in Zagreb zur Verfügung gestellt. Man muß sie nur anhören: P. Grafenauer: Der Bischof ist zuständig, ein Urteil zu fällen, ob die Madonna da ist oder nicht.  –  Vicka: Er kann urteilen, aber ich weiß, daß die Madonna da ist.  –  P. Grafenauer: Die Kirche sagt, daß diejenigen, die ihrer selbst sicher sind, eben damit bestätigen, daß die Madonna nicht da ist.  – Vicka: Wenn das jemandem etwas verdächtig ist, mag es ihm so sein, mir ist es nicht
verdächtig.  – P. Grafenauer: Das ist kein gutes Zeichen … Du hast einmal zum Bischof gesagt, daß er der Madonna mehr als dem Papst gehorchen sollte. – Vicka: Genau, genau. – P. Grafenauer: Das bedeutet, daß der Bischof dir mehr als dem Papst gehorchen sollte. – Vicka: Nicht mir.

P. Grafenauer: Aber der Bischof weiß nicht, um was es geht, und vielleicht ist da doch keine Madonna. –  Vicka: Madonna, Madonna. – P. Grafenauer: Du hast dem Bischof gesagt, daß er schuldig sei und daß diese beiden (Vego und Prusina) unschuldig seien und priesterliche Dienste leisten dürften. – Vicka: Jawohl.  – P. Grafenauer: Dürfen sie auch Beichte hören, hat das die Madonna gesagt? – Vicka: Jawohl. – P. Grafenauer: Wenn das die Madonna gesagt hat und der Papst sagt, daß sie das nicht dürfen … – Vicka: Lassen wir den Papst sprechen, aber ich sage alles, so wie es ist.

P. Grafenauer: Eben deshalb muß man zum Ergebnis kommen: Es handelt sich nicht um die Madonna … Wenn der Papst sagt, daß sie nicht zelebrieren dürfen, daß sie nicht Beichte hören dürfen, und die Madonna sagt, daß sie Beichte hören und zelebrieren sollen, ist das doch ein Widerspruch.  –  Vicka: Ich weiß, was recht ist (wie die Madonna gesagt hat). – P. Grafenauer: Sieh, wenn die Madonna so spricht, dann wäre ich bereit, meine Hand ins Feuer zu legen, daß die Madonna nicht da ist… Je mehr Gaben ein Mensch erhält, um so mehr läuft er Gefahr, daß Satan im Spiel ist.


11.

Erscheinung in Cerno. Cerno ist ein Dorf in der Nähe von Medjugorje. Am achten Tag seit Beginn der Erscheinungen kam es zu einer Erscheinung in der Nähe von Cerno. Was geschehen ist, erzählten die ‚Seher‘ am Abend dem Pfarrer Frater Jozo Zovko. Sie sagten, daß die Madonna vier- bis fünfmal wiederholte, daß sie noch drei Tage, und zwar am 1., 2. und 3. Juli erscheinen werde. Das wurde auf eine Kassette aufgenommen und von Frater Ivo Sivric publiziert. Die Kassette wurde auch vervielfältigt. Einige Jahre nachher hat Frater Janko Bubalo das Buch „Tausend Begegnungen mit der Madonna“ drucken lassen. Das Buch bringt Gespräche mit Vicka. Sie erwähnt dieses Versprechen nicht. Deswegen hat Frater Janko sie gefragt, ob die Madonna „noch drei Tage“ gesagt hat? Sie erwiderte, daß sie sich nicht erinnere! Da die Erscheinungen  weiter dauerten, suchten die Verteidiger von Medjugorje verschiedene Ausreden, warum die ‚Seher‘ gesagt hätten: „noch drei Tage“. Das Ordinariat besitzt das Protokoll der Zeugen der Erscheinung vom 3. Juli. An diesem Tag sagte ein Franziskaner zu den Gläubigen: „Ihr werdet große Schuldner vor Gott sein, wenn diese Erscheinungen unterbrochen werden.“ Es ist klar, daß Vicka die Unwahrheit sagte und die Madonna nicht sagen konnte, was Vicka erzählt. Vicka erfindet. Darf das der Öffentlichkeit verdeckt bleiben? Man darf nichts Böses tun (z.B. die Unwahrheit über die Madonna erzählen), um das Gute zu erreichen (Pilgerfahrten, Gebete, etc.).

12.

Die ‚Seherin‘ Maria Pavlovic. Hier bringen wir die Übertragung der Tonbandaufnahme des Gesprächs, das P. Grafenauer mit ihr geführt hat.

P. Grafenauer: Hat die Madonna gesagt, daß der Bischof schuldig ist? – Maria: Jawohl. – P. Grafenauer: Hat sie gesagt, daß Vego und Prusina unschuldig sind? – Maria: Jawohl.

P. Grafenauer: Sobald die Madonna sagt, daß der Bischof schuldig sei, zweifelt man sofort, daß die Madonna wirklich gesagt haben kann, was die ‚Seher‘ herumreden, daß wahrlich der Bischof schuldig sei … – Maria: Das aber hat die Madonna zu uns gesagt.

P. Grafenauer: Das stiftet Unruhe in der Herzegowina und das sind keine guten Früchte. Die Leute werden sich über den Bischof ärgern und ihn verleumden. Wie kann sich die Madonna so etwas leisten? … Die Kirche weiß, daß die Madonna edel ist. Sie würde so etwas nicht tun.  –  Maria: Die Madonna hat es uns aber so gesagt.

All das wissen Erzbischof Dr. F. Franic, wie auch Abbe Laurentin und viele andere, und trotzdem schweigen sie darüber. Was ist das für eine Theologie, wenn sie duldet, daß die Madonna den Kindern und durch sie der ganzen Welt verkündet, daß der Bischof keine Gottesliebe in sich habe, ihn also zum öffentlichen Sünder erklärt, ihn zur Bekehrung ruft und in diesem Sinne in Medjugorje beten läßt. Es wurden auch Behauptungen vorgebracht, daß sogar Jesus für ihn beten wolle, damit er endlich Vertrauen fasse und sich entschiedener für die Ereignisse in Medjugorje einsetze. Zu
sagen, daß der Bischof auf Madonnas Gericht warte, ist doch ein Unsinn, eine Beleidigung für die Madonna, Mutter der Kirche. Ich bin nicht ohne Schuld und die Madonna kann mich mit Recht tadeln. Gott ist der einzige Richter. Aber wegen meines bischöflichen Amtes wurde ich bisher nie vom Hl. Stuhl getadelt.

13.

Der‘ Schöpfer von Medjugorje‘ – Frater Tomislav Vlasic. Er hat u.a. „Ein Ruf im Marianischen Jahr“ drucken und verbreiten lassen (Milano 25.3.1988). Das war die Gründung und Einladung zur Gebetsgemeinschaft der Männer und Frauen (aus Medjugorje) im gemeinsamen Leben (Parma, Italien). Das ist in der Kirchengeschichte einzigartig. Sie sollten die Welt retten. Die Eingebung dazu und die Begeisterung dafür hat ihm und Agnes Heupel (eine Deutsche, die angeblich in Medjugorje gesund geworden ist) die Madonna selbst gegeben.

Frau Heupel und Frater Tomislav Vlasic leiten die Gemeinde zusammen, wie der hl. Franziskus und die hl. Klara, meint Frater Vlasic. Um dem Unternehmen Erfolg zu versichern, hat die ‚Seherin‘ Maria im Auftrag von Frater Vlasic dem Text noch drei Seiten zugefügt. Sie ist auch Mitglied der Gemeinschaft. Am 21.4.1988 schreibt sie:

„Wie Sie ersehen, gab die Madonna der Gemeinschaft «Königin des Friedens» das Programm, und sie führt durch Frater Vlasic und Agnes Heupel diese Gemeinschaft. Sie vermitteln auch Anweisungen für die Gemeinschaft. In der Gemeinschaft bin ich anderthalb Monate. Ich allein habe Erscheinungen, und die Madonna führt mich in das Mysterium des Leidens ein. Das ist die Grundlage dieser Gemeinschaft. Ich muß alles aufschreiben und veröffentlichen, wenn es mir von der Madonna gesagt wird. Ich verstand Gottes Plan, der durch Maria in der Pfarrei von Medjugorje begonnen hat.“

Die Verteidiger von Medjugorje haben schnell begriffen, daß die Gemeinschaft der Männer und Frauen in demselben Haus – Leben, Gebet, Arbeit, Schlafen – sich selbst und Medjugorje zerstören werde. Um eine Lösung zu finden, haben sie ihren Provinzial Frater Jozo Vasilj nach Parma (Italien) geschickt. Zusammen mit dem Bischof von Parma, Msgr. B. Cochi, und Frater Vlasic ging er zur Kongregation nach Rom. Dort wurde ihnen gesagt, daß die Kirche ihr Unternehmen nicht bestätigen könne, und Frater Vlasic mußte die Gemeinschaft auflösen und nach der Herzegowina zurückkehren. Er gehorchte zwar nicht sofort, aber etwas später ging er doch nach der Herzegowina zurück. – So hat mir Frater J. Vasilj diese Sache geschildert.


14.

Die oben genannte Maria Pavlovic machte am 11.7.1988 die zweite Äußerung für die Öffentlichkeit. Diese füllt eine Seite aus und wurde vervielfältigt wie die erste. Sie schreibt:

„Ich fühle mich vor Gott moralisch verpflichtet, Maria und der Kirche Jesu Christi zu sagen: Aus dem Text »Ein Ruf« geht hervor, daß ich auf die Frage von Frater Vlasic die Antwort der Madonna gegeben habe. Jetzt erkläre ich, daß ich von der Madonna eine Bestätigung für das Werk des Frater Vlasic und der Frau Agnes Heupel nie gesucht habe … Mein erstes Zeugnis … entspricht nicht der Wahrheit. Frater Vlasic hat mir einige Male geraten (sic!), daß ich als Seherin ein Zeugnis aufschriebe, das die Welt erwartet … Alles, was ich gesagt habe, entspricht nicht der Wahrheit. Dies
unterschreibe ich vor dem allerheiligsten Sakrament.“ – Maria Pavlovic.

15.

Maria Pavlovic sagt nicht, daß sie die erste Äußerung nicht abgegeben hat. Frater Vlasic hat von ihr mehrmals eine Äußerung verlangt. Es ist klar, daß sie ein Spielzeug in den Händen von Frater Vlasic ist. Nicht nur jetzt, sondern von Anfang an war mir das klar, aber bis zu diesem Vorfall hatte ich keinen solch klaren Beweis. Auf diese Weise hat Frater Vlasic alle manipuliert. So hat Maria Pavlovic die Madonna weinen sehen, als jemand in der Gebetsgruppe den Bischof erwähnte. „Aus Madonnas Augen floß eine große Träne. Sie floß über ihr Gesicht und verschwand unter ihren Füßen … Die Madonna begann zu weinen und stieg weinend in den Himmel empor.“ (22.8.1984) Warum erwähnen die Verteidiger von Medjugorje diese zwei Äußerungen von Maria Pavlovic nicht? Ist es nötig, solche Sachen vor den Leuten zu verdecken, weil in Medjugorje viele ‚Konversionen‘ geschehen? Abbe Laurentin schreibt in einem seiner Bücher „Dernieres Nouvelles“ (3, S. 27), daß ein Monsigneur Maria Pavlovic bat, sie möge die Madonna um eine Botschaft für seine Priester bitten. Maria Pavlovic antwortete: „Die Madonna sagte, daß sie Laurentins Buch über Medjugorje lesen und verbreiten sollen“ (sic!).

16.

Der ‚Seher‘ Ivan Dragicevic. Von einem großen Zeichen schreibt Vicka in den  Tagebüchern dreizehnmal, in der Pfarrchronik vierzehnmal, auf Kassetten ist davon zweiundfünfzigmal die Rede und in Gesprächen mit dem Bischof wurde das unzählige Male erwähnt. Im Frühling 1982 verlangte ich, daß die ‚Seher‘ mir alles über das große Zeichen notieren sollen, und zwar so, daß ‚das Geheimnis‘ nicht angegeben wird. Sie sollten das in zwei Exemplaren aufschreiben, in einen Briefumschlag stecken und zukleben, dann den einen für sich behalten und den anderen zugeklebten dem Bischof übergeben. Wenn das Zeichen geschehen wäre, würden wir die Umschläge öffnen und erfahren, ob es das angekündigte sei. Der damalige Pfarrer, Frater Vlasic, sagte zu den ‚Sehern‘, sie sollten sagen, die Madonna habe ihnen gesagt, daß sie nichts und für niemanden etwas aufschreiben dürften. Und sie haben es nicht aufgeschrieben. Ivan Dragicevic war im Priesterseminar OFM in Visoko (Bosnien) und wurde darüber nicht informiert. Zwei Mitglieder der Kommission gingen zu ihm, Dr. M. Zovkic und Dr. Z. Puljic (der jetzige Bischof von Dubrovnik). Sie gaben ihm ein hellgrünes Papier mit Fragen, die mit Schreibmaschine geschrieben waren. Ivan notierte, ohne ein Wort zu sagen und ohne Angst, den Inhalt des Zeichens mit Datum und Unterschrift. Einige Jahre später schreibt Abbe Laurentin, daß Ivan ihm gesagt habe, er hätte nichts notiert und habe die Mitglieder der Kommission hintergangen. Am 7.3.1985 gingen dann drei Mitglieder der Kommission zu ihm, um ihn zu fragen, ob es wahr sei, was Laurentin behauptet. Er versicherte, daß es wahr sei und daß sie ohne weiteres den
Umschlag, der im Ordinariat aufbewahrt wird, öffnen könnten – darin sei nur ein weißes Papier. Sie gingen zurück und vor der Kommission, die zur Beratung in Mostar zusammengekommen war, machten sie den Brief auf. In ihm war auf dem hellgrünen Papier geschrieben:

„Die Madonna sagte, daß sie ein Zeichen hinterlassen werde; dieses Zeichen teile ich Ihnen mit und vertraue es Ihnen an. Das Zeichen ist: Ein großes Heiligtum wird in Medjugorje zur Ehre meiner Erscheinung sein, und zwar das Heiligtum meiner Gestalt. Wann? Das Zeichen wird im 6. Monat geschehen. Datum der Aussage: 9.5.1982 Seher: Ivan Dragicevic.“

Die Mitglieder der Kommission waren angesichts solcher Lügen bereit, jede weitere Untersuchung einzustellen. Trotzdem aber haben sie ihre Arbeit weitergeführt.Frater Slavko Barbaric hat einige Tage später die ‚Seher‘ irgendwo untergebracht
und sie angewiesen, daß sie alle, auch Ivan, eine Erklärung unterschreiben sollten, daß Ivan das Zeichen nicht bekannt gemacht habe. Ivan hat Botschaften, die die Madonna brachte, dem Bischof weitergegeben. So sagte die Madonna am 24.4.1984 über den Bischof:

„Mein Sohn betet für ihn, damit er Vertrauen faßt und sich entschiedener
für die Ereignisse in Medjugorje verwendet.“

Sie sagte weiter. „Wie hätte er reagiert, wäre mein Sohn auf die Erde herabgekommen? Würde er dann glauben?“

Die Madonna sagte über die Kommission nur soviel: „Beten Sie, beten Sie, beten Sie! Überlegen Sie und erleben Sie meine Botschaften, die ich mitgeteilt habe, und Sie
werden sehen, warum ich gekommen bin.“

17.

„«Sag dem Vater Bischof, daß ich von ihm sofort eine Bekehrung zu den Ereignissen in Medjugorje verlange, sonst ist es einmal zu spät. Er möge sich diesen Ereignissen mit viel Verständnis, Liebe und großer Verantwortung nähern. Ich möchte, daß er keine Spannungen zwischen Priestern schafft und daß er ihre Schwächen nicht hervorhebt. Der Heilige Vater hat allen Bischöfen für ihre Diözesen Aufgaben anvertraut, z.B. auch, Probleme und Streitigkeiten zu schlichten. Der Vater Bischof ist der Hauptvater für alle Pfarreien in der Herzegowina. Deswegen verlange ich von ihm die Bekehrung zu diesen Ereignissen. Ich sende ihm damit die vorletzte Ermahnung. Wenn er nicht das ausführt, was ich ihm mitteile, wartet auf ihn mein Gericht und das Gericht meines Sohnes. Das bedeutet, daß er den Weg meines Sohnes Jesus nicht gefunden hat.» Die Madonna befahl mir, diese Botschaft Ihnen auszurichten. Ich grüße Sie sehr. Bijakovici, 21.6.1983“ Das hat mir Frater Vlasic gebracht. Höchstwahrscheinlich hat er das im Zustand der Exaltation verfaßt.

18.

Ivan hat ein paar Jahre lang sein Tagebuch der Erscheinungen geschrieben. Es wurde nicht veröffentlicht, wie auch Vickas Tagebücher und die aller anderen. Sie sind Originalquellen: voller Naivität mit klaren Unwahrheiten und Unsinn, ein untrüglicher Beweis, daß die ‚Seher‘ weder die Madonna sehen noch von ihr Mitteilungen bekommen. Die Mitteilungen hat jemand anderer verfaßt und Ivan gegeben, damit er sie unterschreibe. Als mir P. Grafenauer Ausschnitte aus Vickas Tagebuch mitgebracht hatte, verlangte ich von ihr, daß sie mir das Tagebuch zur Verfügung stelle. Sie antwortete mir am 7.5.1983: „Ich habe erfahren, daß Ausschnitte aus meinem Tagebuch verbreitet werden …“ Diese Erkenntnis, daß Vicka ein Tagebuch geschrieben hat oder es als das ihre betrachte, war sehr wichtig. Das wurde zu einem Argument in den Händen der Kommission: Frater Vlasic wurde das klar, und im Laufe des Jahres 1984 bestätigte er vor mir und der Kommission, daß Vicka diesen Brief nicht geschrieben habe, sondern ein Franziskaner (wahrscheinlich er selbst), der ihn ihr zur Unterschrift vorgelegt habe (sic!). Es gibt noch viele ähnliche Manipulationen, nur gibt es für sie keine solch klaren Beweise.

19.

Geheimnis und Geheimniskrämerei. Seit den ersten Tagen der ‚Erscheinungen‘ sprachen die ‚Seher‘ (gut unterrichtet, um eine Kontrolle unmöglich zu machen), daß zu jedem einzelnen von ihnen die Madonna anders spricht. Wenn die Geheimnisse erdacht sind (jeder hat eigene – es gab sechzig Geheimnisse), darf man sieb niemandem offenbaren. Mirjana und Ivanka erhielten von der Madonna einen speziellen Brief, den niemand lesen darf. Am Anfang gab es weder Ekstasen noch Trennung von der Umgebung. Man konnte zu ihnen sprechen und sie haben auch öffentlich gesprochen. Sie flohen vor der Kommission, weil sie, wie sie selbst gesagt haben, so unterrichtet worden seien. Die Madonna fragten sie, ob das große Zeichen notiert werden dürfte. Sie erlaubte es ihnen nicht. Ivan hat es dennoch aufgeschrieben und später bestätigt (das wurde aufgenommen), daß die Madonna ihn deswegen nicht ermahnt habe. Die Geheimnisse wurden einem Priester (Franziskaner) anvertraut. Warum nicht der Kommission, dem Bischof oder dem Heiligen Vater? In den ersten Monaten haben sie mehrere Male gesagt: „Bis zum großen Zeichen dauert es noch ein wenig, bald, schnell…“ Als ein Jahr vorbei war, haben sie ihre Art zu reden verändert. – Vicka schreibt seit
anderthalb Jahren über ‚Madonnas Leben‘. Der Inhalt bleibt ein großes Geheimnis und wird veröffentlicht, wenn es die Madonna erlaubt. Auf die Frage, ob es möglich sei, daß die Kommission dieses Tagebuch sehen könne, ohne es aufzumachen, kam die Antwort: „Es ist unmöglich.“ Es ist ein gut geplantes Unternehmen, naive Leute aus der ganzen Welt an der Nase herumzuführen. Sie werden auf Geheimnisse und große Zeichen bis zum Ende der Welt warten. Ich habe schon früher gesagt und wiederhole es jetzt: „Wenn die Madonna das Zeichen, von dem die ‚Seher‘ sprechen, hinterläßt, will ich von Mostar aus auf den Knien bis nach Medjugorje (30 km) gehen und die ‚Seher‘ und Franziskaner um Verzeihung bitten.“

20.

Verleumdungen gegen den Bischof. Es wird gesagt: „Am Anfang hat der Bischof geglaubt.“ Das stimmt nicht! Als die Kommunisten die Franziskaner, die ‚Seher‘ und die Pilger verfolgten, verteidigte ich sie alle. Meine Meinung darüber habe ich nicht geändert, „nur weil mir von der Landeskommission für religiöse Fragen gedroht wurde und weil es die Weltgeistlichen von mir verlangten.“ Das sind erdachte Verleumdungen einige von vielen. Bis ich die verhafteten Franziskaner öffentlich verteidigte, sagte Frater Jozo Zovko im Laufe der Untersuchung, daß der Bischof ein Wolf und
Heuchler sei. Das steht in seiner Anklageschrift. Sein Rechtsanwalt, Herr Vukovic, fragte mich durch einen Kollegen, was für einen Konflikt ich mit Frater Zovko gehabt hätte, da er mich so schwer beschuldigt. Frater Vlasic ließ die ‚Seher‘ oft sagen, daß der Satan (d.h. der Bischof) ihren Plan zerstören wolle. Er hat darüber noch deutlicher an seine Freunde im Vatikan geschrieben. Ich habe ihm vor dem P. Provinzial vorgeworfen, daß er den Bischof Satan nenne. Er bestritt dies nicht, sondern rechtfertigte sich, daß er das im Affekt geschrieben habe (sic!). Es ist möglich, daß im Affekt etwas gesagt wird, nicht aber, daß im Affekt etwas geschrieben und in fremde Sprachen übersetzt wird.

21.

An den Früchten … Das häufigste Argument der Verteidigung von Medjugorje ist: „An den Früchten wird deutlich, daß die Madonna erscheint.“ Wer aber mehr weiß, als die Pilger sehen, wenn sie nach Medjugorje kommen, sagt: „An den Früchten der am meisten verantwortlichen Verteidiger von Medjugorje wird ersichtlich, daß sie selber nicht an die Erscheinungen glauben.“ Wenn es möglich wäre, all jene „schmutzigen Sachen“ an den Tag zu bringen, würde allen alles klar werden – aber es wäre ein negatives Argument. Doch Abbe Laurentin, Frater Rupcic, Frater Barbaric u.a. verdecken die Wahrheit sorgfältig. Der Großteil des frommen Volkes scheitert naiv an der starken Propaganda. Es fällt ihnen nicht ein, daß die Wahrheit verborgen und die Unwahrheit grob aufgezwungen wird. Sie wissen nicht, daß kein Heilungswunder geschehen ist, das von den zuständigen Fachleuten und Institutionen, wie dem „Bureau medical de Lourdes“, untersucht und anerkannt wurde. Wieder gesund Gewordene in Herzegowina sind völlig unbekannt. Der kleine Daniel, der alte Jozo Vasilj, Venka Brajcic u.a., die in den ersten Büchern erwähnt wurden, sind nicht gesund geworden. Das wissen hier alle.

22.

Die Verheißungen der Heilungen sind besonders charakteristisch. Wenn sie nicht realisiert werden, werden sie verneint, weil sie nicht auf Tonband beweiskräftig aufgenommen oder schriftlich abgegeben wurden. Es gibt aber viele Verheißungen, die ein tragisches Ende nahmen. Der tragische Ausgang von Markus Blazevic, wie ihn Msgr. Turk, Erzbischof von Belgrad (jetzt im Ruhestand), beschrieben hat, spricht Bände. Er schreibt, daß er am 22.5.1984 in der kardiologischen Abteilung der Klinik in Belgrad als Patient eingeliefert wurde. Er bekam das Bett, das M. Blazevic eben verließ, weil er auf die Operation wartete. Dem Erzbischof wiederholte er, was er früher vielen Patienten, dem Personal und den Ärzten erzählt hatte, daß nämlich die Madonna durch die ‚Seher‘ ihm versprochen hatte, er werde die Operation mit Erfolg überstehen. Die Ordensschwester, die bei der Operation assistierte, schrieb mir, daß ihr dies die Frau und Tochter von Markus mit fanatischem Glauben an ‚Madonnas Verheißungen‘ erzählt haben. Ein Arzt hat sich aufgrund dieser Verheißungen überreden lassen. Der Patient erwachte nach der Operation nicht mehr. Während der Operation betete eine Gruppe von Patienten vor der Tür inständig, alle redeten viel darüber, und am Ende kam die schwere Enttäuschung und dazu die Schande vor Andersgläubigen und Atheisten. Frater Vlasic verdeckt auf seine Art die Wahrheit. Es ist ihm gelungen, die Tochter des verstorbenen Markus Blazevic zu überreden, zum Bischof zu gehen,
um ihm zu sagen, daß die Madonna ihnen nur gesagt hätte, sie sollten beten, nicht aber, daß die Operation gelingen werde! Ich habe ihr erwidert, daß sie weder ihren verstorbenen Vater noch jene, denen er selbst das erzählt hat, der Lüge beschuldigen dürfe.

23.

Franziskaner und Diözesanpriester „Petrovci“ (Weltgeistlicher). Das Verhältnis zwischen den Franziskanern und dem Diözesanklerus wurde gemäß dem Vorschlag der Franziskaner wie auch des Bischofs, des Franziskaners Frater Pascal Buconjic, durch einen Entscheid des Hl. Stuhls aus dem Jahre 1899 geregelt. Die Gläubigen sollten zu 50% den Franziskaner- und zu 50% den Diözesan-Pfarreien angehören. Diözesanpriester aber gab es nicht genug. Deshalb wurden ihre Pfarreien im Jahre 1923 an Franziskaner ad nutum S. Sedis übergeben. Im Jahre 1948 wurde Bischof Cule zu elf Jahren Haft verurteilt und blieb acht Jahre im Gefängnis. Nach seiner Freilassung bekam der Diözesanklerus mehr Nachwuchs. Im Jahre 1968 gab der Hl. Stuhl den Franziskanern den Auftrag, fünf Pfarreien dem Diözesanklerus zu übergeben. Sie haben nur zwei übergeben. Nach Verhandlungen, die über ein Jahr dauerten, wurde 1975 das Dekret des HI. Stuhls über die Verteilung der Pfarreien endlich herausgegeben. Die Franziskaner haben aber dieses Dekret öffentlich und kollektiv abgelehnt, obwohl sie in der Diözese Mostar über 80% der Gläubigen in den Pfarreien hatten, die sie betreuen. Im Jahre 1976 wurde die ganze Verwaltung der Provinz, zusammen mit dem Provinzial R.P. Silic, wegen Ungehorsams abgesetzt. So hat die Provinz ihre Selbständigkeit verloren. Seitdem wird sie vom General durch ein Gremium ad instar verwaltet. Im Jahre 1979 wurde der Provinz die Strafe auferlegt, nicht zum Generalkapitel nach Rom, das den neuen General wählen sollte, zu gehen. Punkt 1 im ersten Brief des neuen Generals lautet: Gehorsam und Mitarbeit in Verbundenheit mit dem Bischof der Herzegowina herstellen! Der Ungehorsam aber dauert immer noch an, und die Madonna verteidigte die ungehorsamen Franziskaner von Anfang an. So schreibt Vicka in ihrem Tagebuch, daß die Madonna gesagt habe, daß der Bischof an aller Unordnung schuldig sei. Das wurde mehrmals wiederholt. Die Franziskaner sind sieh uneinig. Der Opposition, die Medjugorje verteidigt, ist es gelungen, die Verwaltung ad instar der Provinz, die sich dem Bischof genähert hatte, zu stürzen und eine Gruppe, die Medjugorje verteidigt, der Provinz aufzudrängen. Dem neuen Provinzial ad instar, Frater Jozo Vasilic, gelang es nicht, Ordnung und Frieden in der Provinz herzustellen. Das konnte er nicht verkraften und floh in die Mission nach Zaire. (Das sind die Früchte!) Seine Stelle vertritt jetzt sein Vikar. Der General ermahnte daraufhin nochmals zum Gehorsam und drohte sogar mit der Abschaffung der Provinz: „Es ist Zeit, daß jeder seine eigene Verantwortung wahrnimmt, bevor juristische Sanktionen oder sogar die Abschaffung der Provinz verhängt werden.“ Der Provinz wird keine eigene Verwaltung gegeben, solange sie das Dekret nicht realisiert hat.

24.

Das ist ein kleiner Teil der ‚guten Früchte‘. Die Pilger hören nur eins: Der Bischof haßt die Franziskaner. Es gibt aber Franziskaner, die mit dem Bischof gut zusammenarbeiten und nicht an die Erscheinungen glauben. Einige sind bewußt noch nie nach Medjugorje gekommen. Einige Franziskaner baten und beschworen mich, ich solle schreiben, daß sie gegen die Lügen von Medjugorje sich aussprechen. Von hundert Diözesanpriestern der Herzegowina glaubt kein einziger an die Erscheinungen; von zweiundvierzig Bischöfen in Jugoslawien (Ordinarien, Weihbischöfe, Bischöfe i.R) erklärt nur einer öffentlich, daß er an diese Erscheinungen glaubt und dafür kämpft; von fünfzehn Mitgliedern der ersten Kommission, die vom Bischof aus Mostar mit Hilfe anderer Bischöfe und Provinzialen aus Jugoslawien zusammengesucht wurden, waren elf der Meinung, daß es nichts Übernatürliches in Medjugorje gebe; zwei Franziskaner sagten, daß sie echt seien; einer sagte, daß etwas in nucleo (am Anfang) gewesen sei, und einer hat sich von der Abstimmung distanziert. Der Hl. Stuhl hat ihre Dokumentation, an der sie drei Jahre lang gearbeitet haben, nie von mir verlangt oder sie gesehen (also das pure Gegenteil von dem, was die Verteidiger verbreiten!). Er hat weder eine Entscheidung getroffen, noch wurde die Meinung des Bischofs verworfen.

25.

Seit Anfang dieser Ereignisse ermahnte ich die Franziskaner, daß sie der Entscheidung der Kirche nicht vorgreifen, sondern daß wir zusammen die Wahrheit suchen wollen. Aber die Anführer wollten möglichst bald Volksmassen nach
Medjugorje bringen, viel Geld für die Propaganda sammeln und die Madonna im Kampf gegen den Bischof benützen. Sie haben sich Sonnenwunder ausgedacht. Viele Pilger erlitten Schäden an den Augen, weil sie in die Sonne geschaut hatten. Sie haben von fünfzig, hundertfünfzig, zweihundert und sogar dreihundert Heilungen gesprochen, als sie merkten, daß die Leute alles glauben, was ihnen gesagt wird. Ganz besonders ist es so, seit Bischof F. Franic und der Theologe Laurentin dahinter stehen …

26.

Die Italiener kennen die Geschichte gut von Gigliole Ebe Giorgini, Gründerin des falschen Ordens „Pia Opera di Gesu Misericordioso“. Diese Frau ist geschieden und hat wieder zivil geheiratet. Sie betrieb Pseudomedizin, sammelte Mädchen für ihren Orden, erhielt viel Geld und hatte mehrere Häuser. In ihrem Dienst waren auch zwei Priester. Sie selbst führte ein Doppelleben und trug falsche Stigmen, die sie sich selbst angebracht hatte. Ihre ‚Schwestern‘ folgten ihr fanatisch und nannten sie ‚Mamma Ebe‘. In ihrem Orden befanden sich auch männliche geistliche Berufe. Aber einige ‚Schwestern‘, die sie verlassen hatten, erzählten, daß sie ein unmoralisches Leben führe. Als ‚Ordensgründerin‘ hatte sie viel Schmuck, Geld, zwei Jachten, mehrere Pelzmäntel usw. In der Kirche klagten viele sie an; andere verteidigten sie fanatisch und beriefen sich auf gute Früchte. So erhielt sie Lob und Anerkennung von zwei Bischöfen. Zweimal war die Polizei nachts in ihr Zimmer im Mutterhaus eingedrungen und hatte sie mit einem ihrer Studenten der Theologie ‚in flagranti‘ ertappt. Es kam zum Skandal. Zweimal wurde sie zu mehreren Jahren Haft verurteilt, zusammen mit einem Franziskaner, der ihr Beichtvater war. Die Zeitungen belustigten sich jahrelang über ihre Skandale. Es wurde darüber ein schmutziger Film produziert. Trotzdem verteidigten sie ihre ‚Schwestern‘ fanatisch und blindlings. Das taten sie auch noch, nachdem der Orden zerstört war. Für sie war diese Frau eine Heilige, die Berufungen sammelte, und das war ein Argument für viele:
An ihren Früchten wird es offenbar, daß sie Gott dient?

27.

Diese Blindheit in Medjugorje schlägt sogar Priester und Bischöfe. Viele Priester aus Italien (Pater Amorth, Pater Restrelli u.a.) haben erfahren, warum der Bischof, die Kommission, die Bischöfein Jugoslawien, einige Franziskaner und die
Diözesanpriester nicht glauben. Aber viele wollten die Wahrheit nicht wissen, obwohl ich jedem ein Gespräch gewähre. Speziell die mangelnde Kollegialität einiger Bischöfe wundert mich. Niemand muß mein Urteil anerkennen, aber jeder sollte Medjugorje gut prüfen, bevor er Stellung dazu nimmt, besonders, wenn er einen hohen Posten wie das Bischofsamt in der Kirche einnimmt.

28.

In Medjugorje gibt es viel Gebet und Frömmigkeit. Man spricht davon, daß auch Bekehrungen vorkommen. Ich bedaure aber alle diese, die früher oder später Enttäuschungen erleben werden. Es gibt nämlich auch viel Fanatismus, Aberglauben
und Unwissenheit über die Ereignisse dort. Ich selbst habe Briefe mit groben Beleidigungen erhalten. Das alles wird ‚im Namen der Königin des Friedens‘ getan. Ein positiver Befund über Medjugorje kann nicht Unwahrheit und Lüge rechtfertigen, um die Welt für Gott zu gewinnen. Die Kirche könnte heute vielleicht große Volksmassen an sich ziehen, hätte sie das sechste Gebot annulliert, die Ehescheidung anerkannt, jedem die Freiheit eingeräumt, das zu glauben und zu tun, was er will. Doch Jesus ist um der Wahrheit willen ans Kreuz gegangen und die Märtyrer haben für die Wahrheit ihr Leben geopfert. Der hl. Paulus schreibt seinen Gläubigen: „Wer euch aber ein anderes Evangelium verkündet, als wir euch verkündet haben, der sei verflucht“ (Gal 1, 9). Heute werden in vielen Gebetsgruppen Gebete aus dem Gebetbuch von Frater Ivica Vego gebetet und über angebliche Madonnen-Botschaften meditiert, als wenn das wichtiger wäre als die Hl. Schrift und das kirchliche Lehramt.

29.

Wer Bücher über Medjugorje schrieb, hat sie gut verkauft und ist vielleicht reich geworden. Jenen aber, die sich damit kritisch auseinandergesetzt haben, ist es schlecht ergangen. Sie sind auf den organisierten Boykott gestoßen. Im Sinne dieser ‚anderen Seite der Medaille‘ sollte man die nachstehenden Bücher lesen:

Gramaglia, L‘ equivoco sul fenomeno di Medjugorje

– Dr. Frater Ivo Sivric (Franziskaner, lebt in St.-Louis, USA): La face cachee de Medjugorje (französische und englische Ausgaben), Tome I, S. 400, bei Editions Psilog, CP. 300, Saint-Francois-du-Lac, Quebec, Canada JOC 1 MO, Tel. +001514568-3036

– Michael E. Jones: The Untold Story II, S. 144, Fidelity Press, 206 Marquette Avenue, South Bend, 1ndiana 46617, USA, Fax +001219 289-1461