Kardinal Müller: Kein Frauen-Diakonat wegen der Einheit des Weihesakramentes

Von Felizitas Küble

Derzeit ist die von Papst Franziskus angestoßene Frage nach weiblichen Diakonen wieder in aller Munde. Reformkatholische Frauenverbände, die seit Jahrzehnten mit Aktionen pro Diakoninnen zugange sind, fühlen sich   –  wenngleich vorschnell  – bereits in ihrem Anliegen bestätigt.bildma1

Immer wieder wird der Hinweis aufgeworfen, daß es in der frühkirchlichen Praxis ein weibliches Diakonat gegeben habe, einer erneuten Einführung also theologisch nichts im Wege stände.

Dabei wird aber geflissentlich übersehen, daß es nicht auf Begriffe, sondern auf deren Inhalt ankommt:

Die „Diakonissen“ der ersten Jahrhunderte hatten kein sakramentales Weihe-Amt inne, vielmehr handelte es sich um eine Segnung ähnlich der Witwen- oder Jungfrauenweihe, folglich um ein Sakramentale (nicht um ein Sakrament).

Zudem war das damalige Aufgabenfeld einer Diakonisse anders als das eines Diakons damals und heute; sie war vor allem für die Vorbereitung weiblicher Katechumenen – also Taufbewerberinnen – zuständig, durfte aber z.B. nicht in der hl. Messe predigen, wie es für einen Diakon erlaubt ist.

Hingegen besteht das Weihesakrament aus drei Stufen: Diakonat, Priesterweihe, Bischofsweihe. Wenngleich die Priesterweihe hierbei die zentrale Stelle einnimmt, gehört auch das Diakonat zum „Ordo“, zum kirchlichen Amt, das gleichsam eine theologische Einheit bildet und nicht „auseinanderdividiert“ werden kann.

Darauf hat der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Kurienkardinal Gerhard Müller, schon als Domatikprofessor und Bischof von Regensburg deutlich hingewiesen. Somit gilt die Lehraussage, wonach nur ein getaufter Mann die Priesterweihe empfangen kann, ähnlich auch für das Diakonat. 

Dabei wird Müllers Argumentation von  der Internationalen Theologen-Kommission des Vatikan gestützt; das Gremium äußerte sich bereits 2003 in einem Dokument über „Entwicklung und Perspektiven“ des Diakonats sehr skeptisch hinsichtlich einer möglichen Zulassung von Frauen.

Auch dort gab man zu bedenken, daß gerade das 2. Vatikanische Konzil die „Einheit der Weihen zum Diakon, Priester und Bischof“ stark betont habe. Außerdem könne man die Diakonissen der Frühkirche nicht mit dem heutigen Diakonenamt gleichsetzen.

Hier der Wortlaut des Dokuments: http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/cti_documents/rc_con_cfaith_pro_05072004_diaconate_ge.html

Selbst die Deutsche Bischofskonferenz hat eine Diakoninnen-Weihe bislang stets abgelehnt und dabei ähnlich wie Kardinal Müller argumentiert.


Satirischer Newsticker am Sonntag

Köln: Die Äußerungen Kardinal Meisners zur Förderung von Mutterschaft und Familie stoßen auf breite Kritik. Für den Verband unabhängiger Frauen (VUF) ist Meisners Denken nach wie vor zu sehr zurückgebliebenen Idealen verhaftet. Mutterschaft und Familie werden hier zusammengedacht. Das sei heute aber weder nötig noch förderlich. Mutter-Kind

Es sei für Frauen sogar wesentlich besser, zwar Mutter zu sein, aber keine Familie zu haben, da sie sich auf diese Weise ganz der Selbstverwirklichung widmen könnten. Deshalb plädiert der Verein für die Einrichtung von Permanent-Kitas, in denen die Kinder 24 Stunden versorgt werden und die Frauen nicht behindern. In einem solchem Modell sollten die Kinder spätestens zwei Wochen nach der Geburt diesen Einrichtungen übergeben werden können, um sie auf Wunsch hin und wieder einmal zu besuchen zu können. Setze sich dieses Konzept durch, werde man auch mehr Kinder haben, da diese nicht länger eine Belastung darstellen würden.

Berlin: In einer Pressekonferenz des Bundesvorstandes der Grünen erklärt Claudia Roth (Bundesheulboje) das Thema Kindersex bei den Grünen für aufgearbeitet. Die betreffenden Personen und der Parteivorstand hätten sich zwei Stunden zusammengesetzt und das Thema prägnant und ehrlich behandelt, so Roth. Dabei sei man zu der Erkenntnis gekommen, dass man es alles gar nicht so ernst gemeint habe und es bedaure, dass andere es so verstanden hätten. Daher sei für die Grünen das Thema nunmehr durch. Nunmehr liege der Ball bei den anderen, die „erklären müssen, welch krude pädo-faschistische Gedanken sie umtreiben, die vorsichtig-bedenklichen Worte unserer Parteimitglieder in derart kranker Weise zu verstehen.

Siena/Rom: Eine Gruppe von Forscherinnen um die Feminismus-Historikerin Maria Magdalena Repentaglio-Saputa fand im Archiv in Siena einen Brief der Hl. Katharina zum Thema Frauendiakonat. In besagtem Brief ruft die Heilige zur Durchsetzung des sakramentalen Weihediakonats auf, weil ihr die Hl. Diakonin Phoebe in einer Vision diesen Auftrag erteilt habe. Sie erklärt auch, notfalls müsse man sich gegen den Papst stellen und eine Gegenpäpstin namens Maria Magdalena ausrufen, um dieses heilsnotwendige Ziel zu erreichen.

Eine Gruppe von Forschern des Instituts für angewandte Demut (IAD) analysierte den Brief und fragte, warum ein Brief aus dem 14. Jh. aus chemisch geweißtem Papier bestehe, auf ein Kugelschreiber verwendet wurde. Das Forscherinnenteam erklärte, Katharina habe nach Lage der Dinge über eine Zeitmaschine verfügt.

Quelle: http://demut-jetzt.blogspot.de/


Katholischer Dachverband begrüßt Klarstellungen des Bischofs von Regensburg

Erklärung des Forums Deutscher Katholiken:

Franz von Assisi hat im 13. Jahrhundert die Kirche erneuert: durch persönliche Umkehr, Verzicht auf Wohlstand und Hinwendung zu den Armen. Nie hat er ein Amt angestrebt. Papst Franziskus geht im 21. Jahrhundert den gleichen Weg.

Er will eine Kirche, die entweltlicht ist und sich von allem befreit, was ihrer Aufgabe, den Menschen das Evangelium zu predigen, im Weg steht. Auch Papst Franziskus hat auf seinem Lebensweg keine Ämter und Würden gesucht.

Wer heute in der Ortskirche Reformen fordert, der muss sich fragen: Was heißt „arme Kirche“ und was bedeutet „Option für die Armen“ in Deutschland, nicht aber, „wie kommen wir zum Diakonat und zur Priesterweihe für Frauen“.

Das Forum Deutscher Katholiken begrüßt deswegen die Klarstellungen des Bischofs von Regensburg, Prof. Rudolf Voderholzer.

Forum Deutscher Katholiken, den 30. April 2013

Prof. Dr. Hubert Gindert