„ER wird dir den Kopf zertreten“ (Gen 3,15): Zur Frauenbewegung in Kirche und Welt         

Von Lucia Tentrop

Was mir an feministischen Frauenbewegungen immer wieder aufstößt, sind ihre anmaßenden Grenzüberschreitungen.

Obwohl sie von einer Gemeinschaft getragen wird, benutzt sie diese Basis rücksichtslos für ihre eigenen Ziele.

Sie bemächtigt sich demonstrativ unserer geistig-seelischen Werte und missbraucht das religiöse Kraftzentrum unserer Geisteswelt, das Heiligtum der Liebe, für ihr banales Status- und Karrieredenken.

Wenn ein Sprayer seine politische Werbung auf eine öffentliche Hauswand, einen Kindergarten oder Bus sprüht, macht er sich strafbar.

Aber wenn sich ein Gruppen-Ego  –  nur weil es sich im Recht fühlt – als Besitzer unseres kulturellen Allgemeinguts aufführt, die Regeln unseres Kulturguts Sprache eigenmächtig verformt, die schriftliche Lektüre und Kommunikation durch ihre politischen „Werbe-Spots“ irritiert, um uns vom Wesentlichen abzulenken – und sogar unsere heiligen Schriften politisch „korrigiert“, um in ego-zentrischem Machtstreben unser Jahrtausende altes Kulturgut politisch zu besetzen, wird das hingenommen.

Die Verletzung unseres religiösen Empfindens und unseres kulturellen Identitäts-Gefühls wird in Orgien banalen Machtstrebens lieblos überrollt, weil man nicht mehr weiß, was das ist. Genießen Personen, die sich zu Unrecht benachteiligt fühlen, demokratie-übergreifende Sonderrechte ehemaligen Herrschertums? Wenn ja, warum? 

Egozentrische Ermächtigung, die sich über eine Gemeinschaft erhebt und sie rücksichtslos für eigene Interessen ausbeutet, ist diktatorisch. Die Machtinteressen männlicher Diktatoren haben Kriege ausgelöst, Völker unterdrückt und sich ein sexuelles Besitzrecht über weibliche Untertanen angemaßt.

Der zur Gewalt neigende Typ des Diktators ist aber erkennbar, egal ob in Familie, Beruf, am Stammtisch oder als Chef, der seine Sekretärin oder Ehefrau (ohne vorherige Absprache) als Mülltonne für seine Fehler benutzt, um selber gut dazustehen. 

Dieser Machttyp überzieht die Instinkt-Grundlage des „starken Mannes“. Weil er immer „oben“ sein muss, ist er auch immer „im Recht“, wenn nicht, macht er den Zweifler um einen Kopf kürzer.. 

Sein weibliches Pendant, das sich erst in unserer Zeit als „Macht von unten“ zeigt  und immer noch die Maske der Verdrängung trägt, ist schwerer zu erkennen:

Die ehemals unterdrückte Frau hat den Egoismus des männlichen Machttyps verinnerlicht  (Vampirismus des Bösen). Sie lebt ihn unbewusst bzw. spiegelbildlich  auf der Instinkt-Grundlage der „schwachen Frau“ und im Schutz einer Massen-Mentalität, für die ein Unrecht durch häufige Wiederholung und steigende Teilnahme zum Recht wird. Unermüdlich erinnert sie an die Opfer männlicher Gewaltsysteme und erhebt  pauschal Anklage gegen den Mann.

Auf der Mitleidsschiene unseres sozialen Denkens vereinnahmt sie das reale Leiden vieler Frauen, um sich durch den Erwerb männlicher Vorteile stellvertretend für sie zu entschädigen.

Wie passt es zum Vorwurf ihrer beruflichen „Herabsetzung“ in unserer männlich dominierten Kirche, dass sie sich dem islamischen Mann in unterwerfungslustiger Beflissenheit als ehrenamtliches Kindermädchen anbietet, damit dieser – obwohl er als arbeitsloser Flüchtling selber Zeit dafür hätte – es seiner Frau erlaubt, vorübergehend dreimal wöchentlich für drei Stunden an einem staatlich finanzierten Deutschkurs teilzunehmen? (Im Islam ist Bildung Männer- und Kinderbetreuung Frauensache.).

Warum sorgte sie zur Zeit der Kurse für eine aufwändige Trennung der Geschlechter nach islamischen Bedingungen, statt mit den Flüchtlingen von Anfang an die in unserem Staat geltende Gleichberechtigung von Mann und Frau einzuüben?

Wie kann eine freie christliche Frau sich der Überheblichkeit eines Mannes andienen, dem man nicht mal die kurze Beaufsichtigung seiner eigenen Kinder zumuten kann, weil ihm dabei ein Zacken aus seiner Potenzkrone fallen könnte? 

Warum hilft sie nicht seiner in ihren Grundrechten benachteiligten Frau und steht  – wie ihre gepriesenen Vorbilder Judith, Rahel und Maria – auf der Seite unseres eigenen Volkes, dessen Grundgesetz der Familie das Leben rettet und ihr die Möglichkeit gibt, gleichberechtigt in unserm Land zu leben?

Diese unbewusste Ambivalenz ist die „falsche Schlange“, die man seit Jahrtausenden bevorzugt der Frau anhängt (Eva), obwohl der aus Angst unterdrückte Lebenstrieb auch als kriecherische, aber latent aggressive und lieblose Männlichkeit auftreten kann (Adam in Genesis 3,12).

Während die aufgerichtete Schlange für Aufrichtigkeit und Leben steht (z.B. als innerer Lebensbaum, Kundalini, Moses- und Äskulap-Stab), ist sie in einem zusammengefallenem oder kriechendem Zustand eine seelische Gestalt der Angst, Bedrohung und des Todes.

In der Mann-Frau-Beziehung zerstört sie das Vertrauen in die ursprüngliche Liebe, einer  göttlichen Mitgift, die  die Beziehung übersteigt, trägt und erhält, solange sie als höhere Macht geglaubt wird.                                                 

Mit der rebellierenden Projektion des verinnerlichten männlichen Machttyps auf die Außenwelt – bei gleichzeitig innerer Unterwerfung – ruft sie aber langfristig eben diesen Typ Mann aus ihrem Innern wieder in die reale Gegenwart:

Insistierende Provokation und eine Vorwurfshaltung, die unter klagendem Hinweis auf vergangenes Unrecht und leidvolle Benachteiligung das Selbstgefühl des Mannes zum eigenen Vorteil durch Schuldgefühle zu schwächen sucht, sind gefährlich:

Die latent aggressive „Opfer-Mentalität“ einer äußerlich grundlos lamentierenden Frau kann die Instinkte des friedlichsten Mannes irritieren, aus der Reserve locken und zur Gewalt verführen. Er spürt die Lüge, kann sie aber nicht greifen und greift die Frau an…. Damit beginnt der Kreislauf des Unbewussten wieder von vorn (s.o.).

Die beste Gestaltung dieses zeitlosen Typs unbewusster weiblicher Ambivalenz ist für mich die Kundry in Richard Wagners Oper PARSIFAL.

In jeder Inszenierung begleitet sie ihren Aufstieg aus der Unterwelt mit einem „grässlichen Schrei“ und „lässt ein Klagegeheul, von größter Heftigkeit bis zu bangem Wimmern sich abstufend, vernehmen“ (Libretto).

In diesem Werk geht es – wie in der aktuellen Frauenbewegung – um die Vereinnahmung des religiösen Zentrums unserer europäischen Kultur durch  hinterhältiges Machtstreben: Äußerlich dient Kundry dem „Gral“, aber innerlich ist sie ihrem Klingsor hörig, einem zeitlos männlichen Machttyp, der ihre Weiblichkeit zur sexuellen Verführung der zölibatären Ritter einsetzt, um ihnen ihre besondere Kraft und damit den „Gral“ zu rauben: „Hüt´ ich mir selbst den Gral!“

Offiziell ist die Frau in unserm sozialen Staat unabhängig. Aber statt sich nun partnerschaftlich kreativ mit etwas Eigenem in die Kirche einzubringen, macht sie sich von Neuem abhängig, indem sie nach dem Prinzip „Kuckuck“ bequem in seine männlichen Schuhe steigen will.

Das Priesteramt ist entsprechend der männlichen Natur geschaffen. Was hindert die heutige Frau daran, aus ihrem eigenen Wesen heraus neben diese Position etwas Neues zu stellen, das diese zu einem größeren Ganzen ergänzt?   

1. Christus und das Patriarchat

Eine männlich geleitete Gruppe muss ebenso wenig schlecht sein, wie eine matriarchalische Gruppe unbedingt gut sein muss. Beides kann funktionieren. Entscheidend ist eine natürliche Autorität, deren Macht nicht ego-zentrisch, sondern gemeinschafts-orientiert eingesetzt wird und sich einer sie übersteigenden Macht verantwortlich fühlt, denn ein sich selbst vergöttlichende Herrscher wird zum Diktator.

Die Gesellschaft zur Zeit Jesu war eine patriarchalische Diktatur. Im AT werden Frauen und Vieh problemlos zusammengefasst.

Christus hat aber nicht seinen männlichen Vorteil in diesem System gesucht und sich der Gesellschaft angepasst, sondern die Frau gegen die lieblosen Regeln seiner Zeitgenossen in Schutz genommen. Er wusste sich als Mann, setzte die Liebe über die Macht und folgte mutig seinem männlichen Schutzinstinkt. So entsprach er der ursprünglichen Ordnung der Schöpfung.

Darüber hinaus führte er ausführliche Lehrgespräche mit Frauen, obwohl bereits das bloße Gespräch mit einer Frau als sittenwidrig galt. Das war revolutionär, der Beginn ein neues Gesellschafts-Systems.

Dass er trotz seiner paradiesischen Mentalität keine Frauen als Apostel einsetzte, hatte neben historischen Aspekten einen natürlichen Grund: Jesus war Naturmensch. Als Wanderprediger hatte er nicht einmal eine eigene Wohnung. Sein Bezug zur Natur ist mit unserer Urlaubsmentalität nicht zu vergleichen. Es gab keine festen Straßen, das normale Last- und Verkehrsmittel war ein Esel, die medizinische Forschung war antik.

Die Menschen lebten mit Familie und Verwandten sowie Knechten, Mägden und Tieren zusammen in selbsterrichteten Häusern und Hütten, hatten oft nur ein Kleidungsstück und aßen ihr eigenes Brot, Fleisch, Obst und Gemüse.

Die Theologie bzw. die Gleichnisse Jesu entstammen der Lebenswelt einer überwiegend ländlich lebenden  und naturhaft denkenden Menschheit. Welcher heutige Theologe könnte es sich leisten, sein Auditorium als „Herde“ anzusprechen, einen abwesenden Assistenten als verlorenes „Schaf“ zu bezeichnen, seinen Studenten zu empfehlen, „von den Vögeln des Himmels“ zu lernen und sich für die Missio canonica mit einem Angel-Schein zu begnügen?

Jesus selbst hat sich nicht geniert, sich mit einem Viehhüter zu vergleichen, obwohl die Hirten damals im gesellschaftlichen Abseits lebten und verachtet waren. Welcher renommierte Vertreter unseres Bildungssystems hätte dieses öffentliche Selbstbewusstsein?

Im Tierreich wird im allgemeinen  – damals wie heute – die Herde oder Familie von einem männlichen Mitglied geleitet, denn das stärkste Tier ist in der Regel männlich.

Wenn zwei Leittiere zusammenkommen, entsteht männliche Rivalität bzw. Kampf . Das kennt jeder, der mit seinem Hund spazieren geht. Hündinnen rivalisieren nicht.

Wenn ich die Vögel auf dem Hinterhof unseres Hauses füttere und ein bisschen spät dran bin, höre ich regelmäßig eine besonders kräftige Taube mit dickem Hals in dunkel grollendem Ton gurren, manchmal randaliert sie sogar vor meinem Küchenfenster  –   für alle! Denn die andern Vögel sind still. Die Tauben warten auf einem Mauer-Vorsprung des Hauses, die kleinen Vögel im Gebüsch; niemand zwitschert oder gurrt. Halten Sie dieses Kraft-Tier für weiblich? Ich tippe auf männlich.

Wir Menschen gehören – tierisch gesehen – zu den Primaten. Das männliche Tier dominiert. Es ist kräftiger als das weibliche und hat einen höheren Rang in der Herde. Auch die Gruppe des Urmenschen war männlich geleitet. Der Mann sorgte normalerweise für den Lebensraum, die Frau für die Innenwelt. Beide profitierten von ihren unterschiedlichen Aufgaben.

Die Ergänzung Mann-Frau mit äußerer Dominanz des Mannes ist eine auf genetischer Anlage erworbene Programmierung, mit der wir Jahrtausende lang gelebt und überlebt haben. Auch die heute verpönte Bevorzugung männlicher Führungskräfte ist instinktbedingt.

Die Nivellierung der polaren Mann-Frau-Beziehung (als Leitbild) erinnert mich an das Schmelzen der Pole unserer Erde. Dennoch erlauben uns Bildung und Technisierung, sehr weit von unserer natürlichen Basis abzuweichen, denn sonst hätten wir keine weiblichen Theologen, Chrirurgen, Politikerinnen und Fußballspielerinnen…

Aber wenn wir unsere Instinktbasis total vergessen und übergehen, degenerieren wir. Wir sind ja ein Teil der Natur.  Ihre Missachtung fällt auf  uns selbst zurück.

2. Zur Ordnung der Schöpfung

Von der Schöpfung her gesehen ist die starke Position des Mannes keine Wertung. Sein Rang hat dienende Funktion. Er erhält die Ordnung und dient dem Schutz und Wohlergehen der Herde. Würde sich im Tierreich ein Leittier auf Kosten seiner Herde dauerhaft zum ich-süchtigen Diktator entwickeln, wäre das krankhaft.

Ebenso krank wäre eine rebellierende weibliche Gruppe, die ohne existenzielle Not und auf  Kosten der Gemeinschaft dem Mann seine führende Rolle neidet und die Macht anstrebt. Das gesunde Tier, egal ob weiblich oder männlich, folgt in Demut dem ihm innewohnenden Gesetz seiner Gattung. Eine Tierart, die ihren Herden-Instinkt verliert, würde sich selbst vernichten.

Nur der Mensch kann auch große Irrtümer korrigieren. Unkritische Ab- oder Aufwertung einer anderen Person aufgrund ihrer Vorteile ist Mangel an Liebe zum eigenen Wesen. Der heute gesellschaftsfähig gewordene Neid der Frau auf natürliche oder erworbene Vorteile des Mannes irritiert seine Instinkte und schadet ihr selbst, dies stellt den Mann erst recht auf den Sockel unfreiwilliger Anbetung und zerstört im eigenen Innern die Basis  der Schöpfung: eine paradiesische Grundstimmung. Das von Jesus gegebene männliche Leitbild des Guten Hirten entspricht diesem naturhaft-harmonischen Zustand der Seele.

Warum also sollte die katholische Kirche angesichts unseres immer schneller und größer werdenden Fortschritts von der Natur nicht die Bewahrerin unseres Urwissens sein, zumal  seit Jahrhunderten jeder Christ täglich am Ende fast jeden Gebets an den Ursprung der Schöpfung erinnert: „Wie es war im Anfang…“ usw. 

Wer sonst könnte also angesichts der von den Schattenseiten des Fortschritts bedrohten Erde diese bewahrende Aufgabe erfüllen, wenn alles nur nach wirtschaftlichem Wachstum strebt, die Würde und das  Leben des Menschen zunehmend von Status, Besitz und formal bescheinigter Intelligenz abhängt, unsere Kinder computer- und cola-orientiert denken, die wissenschaftlich gewordene Pädagogik die gemüthaft-musische Vitalität unserer menschlichen Natur ver-fallen lässt (der kulturfähige solistische Sängernachwuchs in Deutschland ist ab ca. 1970 nahezu ausgestorben) und die Ausbeutung der Erde uns zu vernichten droht, weil eine wilde GIER den Instinkt für Sättigung ersetzt?

Ein Bewusstsein unserer eigenen Natur ist mindestens ebenso wichtig wie ein Geschichts-Bewusstsein; es dient der Erhaltung der Gattung Mensch.  

3. Apophis: der Neid

Dass ein Mensch, der unter dem Druck von Sklaverei und Gewalt steht, einen mörderischen Hass in sich hegt, ist verständlich. Wenn es ihm nicht gelingt, ihn auf einer ideellen Ebene, z.B. im Glauben an eine (religiöse) Gestalt der Liebe, zu übersteigen (Beispiel: Negro-Spirituals), geht er daran zugrunde.

Dass aber Frauen unserer freien und sozial abgesicherten Gesellschaft immer noch den historischen Neid auf  männliche Vorteile in sich horten, empfinde ich als Mangel an Selbsterkenntnis. Wenn ich habe, was ich für mein Leben brauche, kann es mir ziemlich egal sein, dass ein Anderer mehr hat.

Nur wenn ich an diesem äußeren Mehrwert meinen Selbstwert messe, fühle ich mich herabgesetzt. Für diese Denkweise (die dem  christlichen Menschenbild widerspricht), bin ich aber selbst verantwortlich und kann sie Anderen nicht anlasten.

Im übrigen kann ich als Frau vom Vorteil des Mannes profitieren. Auch das schützt vor Neid.

Neid ist allgemein menschlich. Er ist eine angstbesetzte Konfliktgestalt, die unkontrolliert zu tödlichem Hass werden kann (vgl. Kain und Abel).

Bedauerlicherweise wird er so gut wie immer versteckt und verdrängt, denn seine Annahme und Bearbeitung im Licht des Bewusstseins könnte diese lebensfeindliche Energie in positive Kräfte wandeln, z.B. in Dankbarkeit und innere Erfüllung, und die dem Neid innewohnende Abhängigkeit durch ein Bewusstsein der eigenen Identität ersetzen.

Im Zustand der Unterdrückung aber verversinkt er mitsamt seinem Schatz an wandelbarer Lebensenergie in die tiefste Finsternis des Unbewussten.

Unbemerkt nagt er wie ein Wurm an der Wurzel des Lebensbaumes und wird langfristig zum Drachen, der diesen Schatz  in seiner dunklen Neidhöhle hortet und ihn nicht mal sich selber gönnt.

Schon die uralte ägyptische Sonnen-Religion erkannte im Neid den Gegner der Gottheit bzw. des Lebensprinzips: 

Jeden Abend versinkt der Sonnengott im blutroten Nil, um bei seinem Kreislauf um die Erde die Unterwelt zu durchschreiten. In dunkler Tiefe erwartet ihn dort die abgründige Schlange Apophis, der Finsternis List und Neid. Sie neidet dem Licht seinen Glanz und will es verschlingen, um selber zu glänzen. Weil sie aber blind ist, fehlt ihr das Licht der Erkenntnis. 

In blindwütigem Streben erkennt sie nicht, dass sie mit der Einverleibung des Lichtes eine totale Sonnenfinsternis auslösen und auf der Erde das Licht auslöschen würde. Deshalb muss das Licht zur Erhaltung des Lebens auf der Erde und zum Erweis seiner unverminderten Göttlichkeit jede Nacht diese Schlange besiegen.

Gelingt ihm der Drachenkampf (drakon = Schlange und Drache), steigt es am Morgen wieder auf, um aus dem Wasser des Nil und der jungfräulichen Mutter Erde als strahlender Sonnengott  von neuem geboren zu werden. Ein Sieg der Finsternis aber wäre das Ende der Welt.

Hat dieser uralte Mythos denn nicht recht?

Der Neid ist bei uns – u.a. durch die Frauenbewegung – gesellschaftsfähig geworden. Er lebt nicht von ursprünglicher Lebensfreude, sondern vom Vergleich.

Weil der Neider sich nicht an sich selbst, sondern am Andern orientiert und ohne Not „mithalten“ zu müssen glaubt, also händeringend haben muss, was er nicht braucht, fühlt er sich minderwertig.

Die aus Neid und unkontrollierten Minderwertigkeitsgefühlen entstehende Anspruchshaltung ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, nämlich ein Fass ohne Boden. Sie verschlingt die Güter unserer Erde – wie die Apophis-Schlange das Licht zu verschlingen droht.

Die situierte Frau, die dem Mann (im übertragenen Sinne Sigmund Freuds) seinen „Vor-teil“ nicht gönnt, setzt sich selbst als Frau herab, indem sie die Abwertung eines frauenverachtenden männlichen Typs glaubt, statt ihn in weiblichem Selbstbewusstsein abzuschütteln.

Wenn die in Freiheit lebende westliche Frau sich ihre masochistischen Zöpfe nicht endlich abschneidet und, statt sich in vorwurfsvollen Minderwertigkeitsgefühlen zu suhlen, diese als Antrieb für den ehrlicheren Weg der Selbsterkenntnis nutzt, verbreitet sie die gierige Mentalität des Neides über die Erde und wir können unseren Globus einpacken.

Der Drache (oder die Schlange) ist von der Bibel bis zur Oper eine der beliebtesten Gestalten unserer Kunst,  als Eva, Kundry, Klingsor, Lindwurm, Beckmesser, Mephisto, Jago, Python, Königin der Nacht u.v.a.

Die mythologische „Tötung“  des Drachen ist auf der realen Ebene ein Akt der Erkenntnis, das Schwert des Drachentöters ein geistiges Prinzip.  Der christliche Parsifal vernichtet Klingsors  Reich, indem er dem Gegner – ohne zu kämpfen oder ihn zu berühren – mit dem „heiligen Speer“ das Zeichen des Kreuzes re-flektiert. (Szenisch: Statt den Speer auf Klingsor zurückzuwerfen, wirft er ihm damit das Zeichen des Kreuzes zurück.

4. Neid ist ein anti-religiöser Antrieb

„Die Schlange (= der Neid) hat mich verführt“, sagt Eva, und wer auf die Strategien des Neides hereinfällt, verfällt der falschen Schlange. Das ist Urwissen unserer Seele.

Wenn einer ein Haus baut und sein neidischer Nachbar es ihm nicht verzeihen kann, dass er nur eine Wohnung hat, darf dieser dann aus sozial-rechtlichen Gründen bei dem Besitzer einziehen? Statt fremde Tapeten zu ändern, sollte er seine Denkweise ändern und entweder die Vorteile seiner kleineren Wohnverhältnisse erkennen  –  oder sich selber ein Haus bauen.       

Das männliche Priesteramt setzt niemanden herab. Wenn die heutige Frau das geistliche Amt des Mannes als Herabsetzung empfindet und ihm das Seine nicht gönnt, ist das ein Problem ihres Selbstbewusstseins. Nicht alle Frauen denken so wie sie.

Die mit ihrer Position unzufriedene Frau sollte sich – wie ehemals der Mann – aus ihrer eigenen Natur heraus etwas Eigenes schaffen, was die Gemeinschaft noch nicht hat, aber braucht, und den männlichen Priester dadurch ergänzen.

Angesichts der gegenwärtigen Situation der Kirche und unserer von Neid und Gier bedrohten Erde gibt es viele Möglichkeiten für ein Priestertum der Frau.

Ein faires Angebot an die  Kirchenführung hätte mehr Liebe als die destruktive Vorwurfshaltung innerlich abhängiger und unaufrichtiger Frauen, die die Verantwortung für ihr Wohlergehen dem Mann anlasten und ihre Probleme auf alle Frauen ausdehnen.

Es wäre der Auftakt zu einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit und der Beginn einer Aufrichtung der Schlange zu positivem Leben.

Kein vernünftiger Unternehmer würde einem Mitarbeiter, der sich ständig über die Bedingungen des Unternehmens beklagt und ihn damit sogar öffentlich kompromittiert, aus sozialen Gründen eine leitende Stellung geben, um ihn zu besänftigen. 

Das Klagelied sich selbst frustrierender Frauen über ihre Herabsetzung und Benachteiligung übertönt die Tatsache,dass es in unserer Kirche seit eh und je herausragende Frauen gab, die höchste Anerkennung genossen, weil sie die christliche Gemeinschaft mit eigenständigen Leistungen und bedeutenden Erkenntnissen  bereichert haben. Auch die Heiligsprechung in unserer Kirche ist unabhängig von Rang und Geschlecht.

Jeder Mann und jede  Frau kann in der Kirche das höchste Ziel erreichen, aber das ist in einer Religionsgemeinschaft ein anderes als in einem Beamten- oder Wirtschaftssystem. Da geht es ja nicht um seelische Werte.

Die kirchliche Hierarchie ist ein Ordnungssystem, kein Gradmesser der Heiligkeit. Die glanzvollen Gewänder der Geistlichen werden im liturgischen Bereich der Darstellung des Heiligen getragen. Sie dienen der feierlichen Erhebung der ganzen Gemeinde zum Höchsten. Wer sie als persönliche Ehrung versteht, missbraucht sein Amt. Und wer pauschal jedem Geistlichen diesen Missbrauch unterstellt, der lügt.

Darüber hinaus spricht die 2000 Jahre alte Bedeutung und die weltweite Popularität der christlichen Maria für eine hohe kirchliche Anerkennung der Frau.

Ich weiß zwar nicht, welche Aufgabe man Maria heute geben, welchen Status man ihr zuerkennen und in welche Gehaltsstufe man sie einordnen würde. Wahrscheinlich ganz unten, denn sie war ein einfacher Mensch, hatte nicht studiert und konnte nicht schreiben…

Würde sie sich deshalb minderwertig fühlen und als Billig-Ausgabe in Münster gegen ihre ungerechte Behandlung demonstrieren?       

„Den heil´gen Speer – ich bring ihn Euch zurück!“ (PARSIFAL / Erlösungsakt)

Unsere Autorin Lucia Tentrop ist Theologin, Pädagogin, Malerin und Musikerin; sie lebt in Berlin  –  hier ihre Homepage: www.lucia-tentrop.de

 


Der Streit um die Frauenpriesterweihe wird zum Katalysator der Kirche

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Die Frauenfrage (Priesterweihe für Frauen) wird in der katholischen Kirche zum Katalysator: Entweder kehrt sie zurück zur Botschaft Jesu und zur Lehre der Kirche oder sie geht weiter auf dem Weg zur Spaltung.

Dies wurde auf der Tagung der Katholischen Akademie in München über die „Sakramentalität der deutschen Kirche“ deutlich. An ihr nahmen rund 140 Seelsorger aus dem In- und Ausland teil (vgl. Konradsblatt Nr. 15.2019, S. 4).

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“ und die Monatszeitschrift DER FELS

Einige Stimmen dazu: Der Fuldaer Pastoraltheologe Richard Hartmann: Die Zeit „fauler Kompromisse“ sei vorbei. Vielleicht „musste erst eine Generation kommen, die nicht wusste, dass es unmöglich ist“.

Im Mai 1994 hatte Johannes Paul II. definiert: Die Priesterweihe für Frauen sei ausgeschlossen.

Dieser Standpunkt, an den sich die Kirche von Anfang an gehalten hat, wurde von seinen Nachfolgern bekräftigt.

Auf der Münchner Tagung wurde die Position der Kirche relativiert und unterlaufen.

„Der Bochumer Bibelwissenschaftler Thomas Söding sagte: ‚Im neuen Testament fänden sich Belege dafür, wie erst zu Beginn des zweiten Jahrhunderts konservative Reformer Frauen aus Ämtern und Diensten der alten Kirche gedrängt hätten.‘“

Abgesehen davon, dass die neutestamentlichen Schriften vor dem zweiten Jahrhundert abgefasst wurden, geben die neutestamentlichen Berichte keine Fundstellen für Södings Behauptung. Söding sprach sich für eine Internationalisierung der Debatte aus, welche die Erfahrungen von Ordensfrauen in Gemeinden Afrikas, Asiens und Lateinamerikas einbezieht.

Die Münsteraner Dogmatikerin Dorothea Sattler meinte, entscheidend sei, „dass Menschen im Handeln von Männern und Frauen Jesus Christus wieder erkennen könnten“.

Der Luzerner Kirchenrechtler Adrian Loretan nannte den „Ausschluss von Frauen aus allen höheren Ämtern der katholischen Kirche als Diskriminierung, die dem Willen Gottes widerspricht“. Sie zu beseitigen, sei eine „Frage der Gerechtigkeit“:

Katholische Theologen und Kirchenjuristen seien es zudem gewesen, „die mit ihrem Denken erst die Grundlagen für Völkerrecht, Rechtsstaatsdenken und Menschenrechte geschaffen hätten“.

„Zukunftsweisend sei der Beschluss der deutschen Bischofskonfernz, jede dritte Leitungsfunktion in den Bistümern künftig mit Frauen zu besetzen“.

Loretan vermengt Weiheämter mit anderen Funktionen, die grundsätzlich von jeder geeigneten Person ausgefüllt werden können. Dass in seiner Argumentation die Machtfrage im Hintergrund steht, wird deutlich. In der Kirche geht es aber nicht um Macht, sondern um Dienst.

Der anwesende Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode: „Wir kommen an der Frauenfrage nicht vorbei“. Bode erkannte in dieser Sache durchaus die Gefahr der Spaltung. Der Bischof sah die Spaltung auch für das „Volk Gottes, wenn nichts geschieht“.

Frauenfrage führt zur Scheidung der Geister

In den Demos protestierender Frauen mit dem Schlagwort „Maria 2.0“ zeigt sich, dass selbst die Gottesmutter instrumentalisiert und ihre wahre Haltung „Siehe, ich bin eine Magd des HERRN“ auf den Kopf gestellt wird. Bekannte Katholiken spielen die Steigbügelhalter in diesem Spiel.

Der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse meint, das Anliegen „Maria 2.0“ „müsse man sehr unterstützen. Es seien dies nämlich heftige Anliegen aller, die ihre katholische Kirche lieben“ (vgl. Kath.net 11. Juli 2019).

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn unterstützt auch die Initiative „Maria 2.0“: Jesus habe „seine Botschaft allen Menschen gleichermaßen verkündet, unabhängig von Geschlecht und unabhängig davon, wer wen liebe“.

Der Benediktinermönch Anselm Grün erklärt: „Eine Theologie, die sich darauf beruft, dass Jesus Mann war und daher nur Männer Priester sein könnten, möchte nur den Status quo hochhalten. Doch diese Theologie sei unhaltbar“.

Pater Anselm Grün hat viele Priester in seiner früheren Zeit beraten. Wie das geschah und wie konform mit der Lehre der Kirche beraten wurde, wäre wissenswert.

Der frühere SPD-Vorsitzende Hans-Jochen Vogel sieht die Kirche auch wegen der „anhaltenden Ungleichbehandlung der Frau“ in einer Krise. Vogel hat auch früher wegen persönlicher Probleme die Kirche heftig kritisiert.

Diese vier – außer Spahn – ehemals gewichtigen selbsternannten Kirchenlehrer haben erkannt, dass die sogenannte „Frauenfrage“ eine Gelegenheit bietet, sich wieder in Erinnerung zu bringen. Jene, die das Frauenpriestertum fordern, werden diese Unterstützung dankbar annehmen.

Die Kirche steht tatsächlich in einer Krise, auch deswegen, weil die meisten Nachfolger der Apostel nicht den Mut haben, für das Wort und Handeln Jesu und die Lehre der Kirche einzustehen.


EKD-Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider übt scharfe Kritik an Birgit Kelle

Kelle: „Es war richtig, katholisch zu werden“

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, hat der Publizistin Birgit Kelle „populistische Anbiederei“ an „veränderungsunwillige konservative Kreise“ vorgeworfen.
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Anlaß ist Kelles Kritik an der Gender-Mainstreaming-Theorie. In einem Interview hatte sie diese als „wirre Ideologie“ bezeichnet.
„Solche polemische Kritik und die Zustimmung zu ihr lassen darauf schließen, daß mit ‚Gender‘ Gefühle und Ängste bei Menschen angesprochen werden“, sagte Schneider am gestrigen Montag bei der Eröffnung des evangelischen „Studienzentrums für Genderfragen in Kirche und Theologie“ in Hannover nach einem Bericht der evangelikalen Medienmagazins PRO. Birgit Kelle neu
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Birgit Kelle (siehe Foto) wies die Vorwürfe Schneiders zurück. Gegenüber der Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT erklärte sie:
„Es ist traurig, daß solche Vorgänge immer nach demselben Schema ablaufen. Es wird nicht sachlich widerlegt, sondern man arbeitet sich an den Kritikern ab.“
Sie verstehe auch nicht, warum sich die EKD überhaupt des ganzen Gender-Themas annehme. Die evangelische Kirche habe wahrlich dringendere Probleme.„Es ist nicht die Aufgabe der EKD, die Gender-Theorie zu verbreiten. Hauptaufgabe ist immer noch die Verkündigung des Evangeliums. Insofern war es eine richtige Entscheidung, vor zwei Jahren zum Katholizismus zu konvertieren“, sagte Kelle.

Das Studienzentrum für Genderfragen will sich laut Angaben der Verantwortlichen auch mit der sog. „Queer-Theologie“ beschäftigen. Diese richtet sich gegen die christliche Sittenlehre, welche praktizierte Homosexualität als Sünde betrachtet. Für das Zentrum stellt die EKD ein jährliches Budget von 218.000 Euro bereit.

Bei der Veranstaltung am Montag betonte Schneider laut Medienmagazin PRO, er habe vieles an der feministischen Theologie zunächst für Unsinn gehalten. Seine Frau habe ihn dann aber davon überzeugt.

„Vieles ist in unserer Kirche schon geschehen“, freute sich der Ratsvorsitzende. „Verkrustungen einer jahrtausendealten Männertheologie und Männerkirche wurden  –  Gott sei Dank!  –  in den letzten 40 Jahren von Frauen schon aufgebrochen.“

Quelle: http://jungefreiheit.de/allgemein/2014/ekd-ratsvorsitzender-schneider-greift-journalistin-kelle-an/


Weiblicher Zwischenruf zur Sexismus-Debatte: „Ich bin es leid, als Opfer betrachtet zu werden“

Von Birgit Kelle (Leiterin von „Frau 2000plus“)   Birgit Kelle neu

Es scheint, als lebten wir alle in einem Land voller männlichen Lüstlinge. Seit einer Woche gibt es kein anderes Thema mehr als die Frage, wer sich noch als Opfer von Sexismus fühlt.

Ich wollte ursprünglich nicht zu der Brüderle-Geschichte schreiben. Zu durchschaubar war die Strategie des STERN, dass man hier offensichtlich ein Jahr nach den Ereignissen einen Skandal aus dem Hut zaubert. Bezeichnend auch, dass die Journalistin, die dort ihre Erfahrung niedergeschrieben hat, seither öffentlich untergetaucht ist.

Nun fühlen sich über 60.000 Frauen bei Twitter als Opfer sexistischer Übergriffe und hinter jedem falsch verstandenen Kompoliment lauert ein neuer Sexismus-Fall. Es wird inflationär. Wir Frauen sind nun angeblich alle Opfer.

Wie in einer Gruppentherapie saß da am Sonntag abend eine Runde bei Günther Jauch zusammen und ließ sich von Frau Schwarzer erklären, dass sie schon immer Recht hatte.

Ich bin es nun also leid, als Opfer betrachtet zu werden. Echte Sexismus-Opfer gehen gerade unter in einem Meer an Banalitäten.

Und vor allem geht niemand der Frage nach, wieso es eigentlich erlaubt ist, dass Frau ihren Körper und ihr Aussehen als Instrument einsetzt, es aber nicht erlaubt ist, dass Mann darauf reagiert? 

Wir können doch als Frauen nicht ernsthaft verlangen, in die Vorstandsetagen vorgelassen zu werden, wenn wir angeblich nicht einmal in der Lage sind, einem blöden Spruch nachts an der Bar mit passender Antwort zu begegnen.

Grund genug also für eine Kolumne „Dann mach doch die Bluse zu“  – daraus ein Ausschnitt:

„Es wird als Befreiung der Frau gefeiert, dass wir Sexualität heute frei ausleben können. Dass wir uns nehmen, was wir wollen und wen wir wollen. Ja, es ist sexy: eine Frau, die weiß, was sie will. Wir fordern die Männer heraus, kokettieren mit unserer Sexualität. Aber natürlich nur, wenn wir wollen.

Wir reklamieren nur für uns als Frauen das Recht, dass nicht etwa gilt, was der Mann gemeint hat, sondern das gilt, wie es bei uns ankommt. Was ist, wenn die Männer sich mal auf den gleichen Standpunkt stellen?

Die amerikanische Schauspielerin Megan Fox ziert gerade in Unterwäsche das aktuelle Cover des „Esquire“, gibt aber gleichzeitig von sich, sie wolle von ihrem sexy Image weg. „Dann mach doch die Bluse zu“, möchte man ihr da zurufen: „Vielleicht schaut dir dann auch mal einer in die Augen!“

Wir verpacken schon kleine Mädchen in Lolita-Klamotten und zerreden die Intimität von Sexualität als Prüderie. Wir laufen in Slutwalks durch die Straßen und proklamieren das Recht, wie Schlampen herumlaufen zu dürfen. Gleichzeitig wollen wir aber nicht als Schlampe bezeichnet oder gar behandelt werden.

Wir punkten mit unserem Aussehen, gelten als das schöne Geschlecht, schnüren uns die Brüste hoch beim Oktoberfest, aber nein, wir wollen damit keine Aufmerksamkeit, wir wollen damit nur unsere inneren Werte betonen.

Gerade prostituieren sich bei RTL wieder junge Damen mit ihrem Aussehen in der x-ten Staffel des „Bachelor“. In einer Folge Bachelor lernt man mehr über Frauen als durch 100 feministische Bücher. Frauen ziehen sich aus für den „Playboy“ und haben für das Recht gekämpft, ihren Körper verkaufen zu dürfen. An Männer. Keine Frage, die weibliche Anatomie taugt sehr gut als Waffe.“

Den ganzen Artikel finden Sie hier  –  wie immer mit der Möglichkeit zu kommentieren:

http://www.theeuropean.de/birgit-kelle/5805-bruederle-debatte-und-sexismus

Kontakt:
Mail: birgit.kelle@frau2000plus.net
Web: www.frau2000plus.net

Was in unserer Zeit endlich angesagt ist: Mütter-Politik statt „Opfer-Abo“

Von Birgit Kelle (Leiterin von Frau 2000plus)

Wir haben mal wieder ein Unwort des Jahres gekürt: diesmal ist es das „Opfer-Abo“. Ins Spiel brachte den Begriff Jörg Kachelmann, der bemängelte, dass Frauen von der Justiz immer grundsätzlich als Opfer betrachtet werden, auch wenn sie die Täterinnen sein könnten. Schieben wir „Jörg“ mal beiseite aus der Thematik, am Opfer-Abo ist jedenfalls etwas dran in Sachen Frauenpolitik.   

Birgit Kelle

Birgit Kelle

Ständig wird betont, wo Frauen immer noch Opfer sind und man endlich etwas tun muss. Dabei geht es sehr zahlreichen Frauen in sehr vielen Bereichen heute exzellent, das wird gerne verschwiegen oder klein geredet, um den Opfer-Status, der Geld, Förderprogramme und Aufmerksamkeit bringt, nicht zu gefährden.   

Kontraproduktiv wird dies Beharren auf den Opferstatus, wenn keine Differenzierung unter den Frauen stattfindet . Denn Frau ist nicht gleich Frau – und schon gar nicht ist Frau gleich Mutter.

Grund für eine neue Kolumne mit dem Titel „Mütter-Politik statt Opfer-Abo“.  Hieraus ein Ausschnitt:

„Während die Vorbereitungen für den nächsten Equal Pay Day im März sicherlich schon auf Hochtouren laufen, überrascht das Kölner Institut der dt. Wirtschaft mit der Zahl 2: Nur noch zwei Prozent Lohnunterschied machen die Wirtschaftsexperten aus zwischen Männern und Frauen, wenn man es mal realistisch berechnet und nicht wie üblich die dreifache Mutter in Teilzeit gegen die 70-Stunden-Woche des Managers im DAX-Unternehmen gegenrechnet.

Ich bin wirklich gespannt, wie sich die engagierten Damen im fortschreitenden Geschlechterkampf diesen Fortschritt wieder schlechtrechnen werden. Sicher ist nur: sie werden es auf jeden Fall tun.

Weil es schlecht ist für das Geschäft und die Fördergelder und ja  –  das „Opfer-Abo“ der Frau im Allgemeinen. Je häufiger ich das neue Unwort des Jahres höre, umso besser gefällt es mir…

Innerhalb der Gruppe der Frauen zu unterscheiden, kommt bei Geschlechtsgenossinnen, vor allem bei den kinderlosen, nämlich nicht gut an, wie ich schon mehrfach feststellen musste.

Wer das Frauenkollektiv infrage stellt, muss mit Gegenwind rechnen. Kollektive Schnappatmung im Publikum hatte ich mit der hypothetischen Idee einer Mütter-Quote vergangenen Oktober bei den Medientagen in München ausgelöst.

Frauenquote in den Medien sollte diskutiert werden. Im Publikum nur Frauen, zwei Quotenmänner  –  allein ist daran schon sichtbar, was für eine Relevanz das Thema offensichtlich in den Redaktionsstuben hat.

Wir sollten doch jetzt nicht anfangen, Frauen gegeneinander auszuspielen, kam prompt die Aufforderung an mich, es mache schließlich keinen Unterschied in der Frauenfrage, ob man Kinder habe oder nicht. Doch, meine Damen, das macht es, und zwar sehr eindeutig und schwerwiegend.“

Den ganzen Beitrag finden Sie hier: http://www.theeuropean.de/birgit-kelle/5743-foerderung-von-frauen-am-arbeitsmarkt


Die römische Glaubenskongregation am 31.5.2004 über „Die Zusammenarbeit von Mann und Frau“

SCHREIBEN AN DIE BISCHÖFE DER KATHOLISCHEN KIRCHE
ÜBER DIE ZUSAMMENARBEIT VON MANN UND FRAU
IN DER KIRCHE UND IN DER WELT

EINLEITUNG

1. Erfahren in der Menschlichkeit, ist die Kirche immer an den Belangen von Mann und Frau interessiert. In der letzten Zeit wurde viel über die Würde der Frau, über ihre Rechte und Pflichten in den verschiedenen Bereichen der bürgerlichen und der kirchlichen Gemeinschaft nachgedacht.

Die Kirche, die besonders durch die Lehre von Johannes Paul II. zur Vertiefung dieses grundlegenden Themas beigetragen hat,1 wird heute von einigen Denkströmungen herausgefordert, deren Ideen oft nicht mit den genuinen Zielsetzungen der Förderung der Frau übereinstimmen.

Nach einer kurzen Darlegung und kritischen Bewertung verschiedener gegenwärtiger anthropologischer Auffassungen möchte das vorliegende Dokument Überlegungen über einige Voraussetzungen für ein rechtes Verständnis der aktiven Zusammenarbeit von Mann und Frau in der Kirche und in der Welt — bei ausdrücklicher Anerkennung ihrer Verschiedenheit — bieten.

Diese Überlegungen sind inspiriert von den Lehraussagen der biblischen Anthropologie, die unerlässlich sind, um die Identität der menschlichen Person zu wahren. Sie wollen überdies Ausgangspunkt für einen Weg der Vertiefung innerhalb der Kirche und für den Aufbau eines Dialogs mit allen Männern und Frauen guten Willens sein, in der aufrichtigen Suche nach der Wahrheit und im gemeinsamen Bemühen um die Förderung von immer authentischeren Beziehungen.

I. DAS PROBLEM

2. In den letzten Jahren haben sich in der Auseinandersetzung mit der Frauenfrage neue Tendenzen abgezeichnet. Eine erste Tendenz unterstreicht stark den Zustand der Unterordnung der Frau, um eine Haltung des Protestes hervorzurufen. So macht sich die Frau, um wirklich Frau zu sein, zum Gegner des Mannes. Auf die Missbräuche der Macht antwortet sie mit einer Strategie des Strebens nach Macht.

Dieser Prozess führt zu einer Rivalität der Geschlechter, bei der die Identität und die Rolle des einen zum Nachteil des anderen gereichen. Die Folge davon ist eine Verwirrung in der Anthropologie, die Schaden bringt und ihre unmittelbarste und unheilvollste Auswirkung in der Struktur der Familie hat. TochterZion

Im Sog dieser ersten Tendenz ergibt sich eine zweite. Um jegliche Überlegenheit des einen oder des anderen Geschlechts zu vermeiden, neigt man dazu, ihre Unterschiede zu beseitigen und als bloße Auswirkungen einer historisch-kulturellen Gegebenheit zu betrachten. Bei dieser Einebnung wird die leibliche Verschiedenheit, Geschlecht genannt, auf ein Minimum reduziert, während die streng kulturelle Dimension, Gender genannt, in höchstem Maß herausgestrichen und für vorrangig gehalten wird.

Die Verschleierung der Verschiedenheit oder Dualität der Geschlechter bringt gewaltige Auswirkungen auf verschiedenen Ebenen mit sich. Diese Anthropologie, die Perspektiven für eine Gleichberechtigung der Frau fördern und sie von jedem biologischen Determinismus befreien wollte, inspiriert in Wirklichkeit Ideologien, die zum Beispiel die Infragestellung der Familie, zu der naturgemäß Eltern, also Vater und Mutter, gehören, die Gleichstellung der Homosexualität mit der Heterosexualität sowie ein neues Modell polymorpher Sexualität fördern.

3. Die unmittelbare Wurzel der genannten Tendenz findet sich im Kontext der Frauenfrage. Ihre tiefste Begründung muss aber im Versuch der menschlichen Person nach Befreiung von den eigenen biologischen Gegebenheiten gesucht werden.2

Gemäß dieser anthropologischen Perspektive hätte die menschliche Natur keine Merkmale an sich, die sich ihr in absoluter Weise auferlegen: Jede Person könnte und müsste sich nach eigenem Gutdünken formen, weil sie von jeder Vorausbestimmung auf Grund ihrer Wesenskonstitution frei wäre.

Diese Perspektive hat vielfältige Auswirkungen. Zum einen wird dadurch die Meinung bekräftigt, die Befreiung der Frau bringe eine Kritik an der Heiligen Schrift mit sich, die ein patriarchalisches Verständnis von Gott überliefere, das von einer wesentlich männlichen Kultur genährt sei.

Zum anderen ist es gemäß dieser Tendenz unwichtig und bedeutungslos, dass der Sohn Gottes die menschliche Natur als Mann angenommen hat.

4. Angesichts dieser Denkströmungen spricht die Kirche hingegen, erleuchtet vom Glauben an Jesus Christus, von aktiver Zusammenarbeit von Mann und Frau bei ausdrücklicher Anerkennung ihrer Verschiedenheit.

Um die Grundlage, den Sinn und die Auswirkungen dieser Antwort besser zu verstehen, ist es angebracht, wenigstens kurz auf die Heilige Schrift zurückzugreifen, die auch reich ist an menschlicher Weisheit. In ihr wurde diese Antwort Schritt für Schritt dank des Eingreifens Gottes zum Wohl des Menschen offenbart.3

II. DIE GRUNDAUSSAGEN DER BIBLISCHEN ANTHROPOLOGIE

5. Eine erste Reihe biblischer Texte, die es zu untersuchen gilt, sind die ersten drei Kapitel der Genesis. Sie führen uns »in den Bereich jenes biblischen ”Anfangs“, wo die über den Menschen als ”Abbild und Gleichnis Gottes“ offenbarte Wahrheit die unveränderliche Grundlage der gesamten christlichen Anthropologie darstellt«.4

Der erste Text (Gen 1,1-2,4) beschreibt die Schöpfermacht des Wortes Gottes, die bewirkt, dass im ursprünglichen Chaos das eine vom anderen geschieden wird. So erscheinen Licht und Finsternis, Meer und Land, Tag und Nacht, Pflanzen und Bäume, Fische und Vögel, alle »nach ihrer Art«. Ausgehend von Verschiedenheiten, die zugleich neue Beziehungen verheißen, entsteht eine geordnete Welt. Dies ist der allgemeine Rahmen, in den die Erschaffung des Menschen eingeordnet ist.

»Dann sprach Gott: Lasst uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich… Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie« (Gen 1,26-27). Der Mensch wird hier als ein Wesen beschrieben, das sich von seinem ersten Anfang an in der Beziehung von Mann und Frau artikuliert. Dieser geschlechtlich differenzierte Mensch wird ausdrücklich »Abbild Gottes« genannt.

6. Der zweite Schöpfungsbericht (Gen 2,4-25) bekräftigt in unzweideutiger Weise die Wichtigkeit der geschlechtlichen Verschiedenheit. Einmal von Gott geformt und in den Garten gesetzt, um ihn zu bebauen, macht jener, der noch mit dem allgemeinen Ausdruck Mensch beschrieben wird, die Erfahrung einer Einsamkeit, die von den anwesenden Tieren nicht ausgefüllt werden kann.

Er braucht eine Hilfe, die ihm entspricht. Dieser Ausdruck bezeichnet hier nicht eine untergeordnete Rolle, sondern eine vitale Hilfe.5 Das Ziel besteht darin, es möglich zu machen, dass das Leben des Menschen nicht in einer fruchtlosen und am Ende tödlichen Beschäftigung nur mit sich selbst versinkt. Es ist notwendig, dass er mit einem anderen, auf seiner Ebene lebenden Wesen in Beziehung tritt.

Nur die Frau, die aus demselben «Fleisch» geschaffen und von demselben Mysterium umhüllt ist, gibt dem Leben des Mannes eine Zukunft. Die Erschaffung der Frau durch Gott charakterisiert den Menschen auf seinsmäßiger Ebene als Wesen in Beziehung.

In dieser Begegnung fällt auch das Wort, das den Mund des Mannes zum ersten Mal in einem Ausdruck des Staunens öffnet: »Das endlich ist Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch« (Gen 2,23).

Der Heilige Vater hat mit Bezug auf diesen Text der Genesis geschrieben: »Die Frau ist ein anderes ”Ich“ im gemeinsamen Menschsein. Von Anfang an erscheinen sie [Mann und Frau] als ”Einheit von zweien“, und das bedeutet die Überwindung der ursprünglichen Einsamkeit, in welcher der Mensch ”keine Hilfe fand, die ihm entsprach“ (Gen 2,20). Handelt es sich hier nur um die ”Hilfe“ bei der Arbeit, beim ”Unterwerfen der Erde“ (vgl. Gen 1,28)?

Mit Sicherheit handelt es sich um die Lebensgefährtin, mit der sich der Mann als mit seiner Frau verbinden kann, so dass er ”ein Fleisch“ mit ihr wird und deshalb ”Vater und Mutter verlässt“ (vgl. Gen 2,24)«.6

Die vitale Verschiedenheit ist auf die Gemeinschaft ausgerichtet und wird in friedlicher Weise gelebt, wie es im Thema des Nacktseins zum Ausdruck kommt. »Beide, Adam und Eva, waren nackt, aber sie schämten sich nicht voreinander« (Gen 2,25).

Der menschliche Leib, der vom Siegel der Männlichkeit bzw. der Weiblichkeit geprägt ist, »umfasst von ”Anfang“ an auch die Eigenschaft des ”Bräutlichen“, das heißt die Fähigkeit, der Liebe Ausdruck zu geben: jener Liebe, in welcher der Mensch als Person Geschenk wird und — durch dieses Geschenk — den eigentlichen Sinn seines Seins und seiner Existenz verwirklicht«.7

In der weiteren Auslegung dieser Verse der Genesis fährt der Heilige Vater fort: »In dieser seiner Besonderheit ist der Leib Ausdruck des Geistes und dazu gerufen, gerade im Mysterium der Schöpfung in der Gemeinschaft der Personen ”das Ebenbild Gottes“ zu sein«.8

In der gleichen bräutlichen Perspektive versteht man, in welchem Sinn der alte Bericht der Genesis erkennen lässt, wie die Frau in ihrem tiefsten und ursprünglichsten Sein »für den anderen« (vgl. 1 Kor 11,9) da ist. Diese Aussage will in keiner Weise eine Entfremdung heraufbeschwören. Sie bringt vielmehr einen grundlegenden Aspekt der Ähnlichkeit mit der heiligen Dreifaltigkeit zum Ausdruck, deren Personen sich durch das Kommen Christi als Gemeinschaft der gegenseitigen Liebe offenbaren.

»In der ”Einheit der zwei“ sind Mann und Frau von Anfang an gerufen, nicht nur ”nebeneinander“ oder ”miteinander“, sondern auch einer für den anderen zu leben… Der Text von Gen 2,18-25 weist darauf hin, dass die Ehe die erste und gewissermaßen grundlegende Dimension dieser Berufung ist. Allerdings nicht die einzige.

Die gesamte Geschichte des Menschen auf Erden vollzieht sich im Rahmen dieser Berufung. Aufgrund des Prinzips, dass in der interpersonalen ”Gemeinschaft“ einer ”für“ den anderen da ist, entwickelt sich in dieser Geschichte die Integration dessen, was ”männlich“ und was ”weiblich“ ist, in das von Gott gewollte Menschsein«.9

Die friedliche Schau am Ende des zweiten Schöpfungsberichts ist ein Echo jenes »sehr gut«, das im ersten Bericht die Erschaffung des ersten Menschenpaares abgeschlossen hat. Hier ist die Herzmitte des ursprünglichen Planes Gottes und der tiefsten Wahrheit über Mann und Frau, so wie Gott sie gewollt und geschaffen hat. Diese ursprünglichen Verfügungen des Schöpfers, wie sehr sie auch durch die Sünde entstellt und verdunkelt sind, können niemals zunichte gemacht werden.

7. Die Erbsünde verfälscht die Art, in welcher der Mann und die Frau das Wort Gottes aufnehmen und leben, sowie ihre Beziehung zum Schöpfer. Sofort nachdem Gott dem Menschen den Garten anvertraut hat, gibt er ihm ein positives (vgl. Gen 2,16) und dann ein negatives Gebot (vgl. Gen 2,17), in dem implizit die wesentliche Verschiedenheit zwischen Gott und Mensch ausgesagt wird.

Verführt durch die Schlange, wird diese Verschiedenheit vom Mann und von der Frau bestritten. Als Folge davon wird auch die Art verzerrt, in der sie ihre geschlechtliche Verschiedenheit leben. Der Bericht der Genesis stellt so eine Beziehung von Ursache und Wirkung zwischen den beiden Verschiedenheiten her: Wenn der Mensch Gott als seinen Feind betrachtet, wird auch die Beziehung von Mann und Frau verdorben. Andererseits droht der Zugang zum Antlitz Gottes gefährdet zu werden, wenn die Beziehung von Mann und Frau entstellt wird.

In den Worten, die Gott nach dem Sündenfall an die Frau richtet, kommt in knapper, aber erschütternder Weise zum Ausdruck, welches Gepräge die Beziehungen zwischen Mann und Frau nun haben werden: »Du hast Verlangen nach deinem Mann; er aber wird über dich herrschen« (Gen 3,16).

Häufig wird die Liebe durch die bloße Suche nach dem eigenen Ich entstellt, so dass eine Beziehung entsteht, in der die Liebe missachtet und getötet und durch das Joch der Herrschaft des einen Geschlechts über das andere ersetzt wird. Die Geschichte der Menschheit gibt diese Verhältnisse wieder, in denen sich offen die dreifache Begierde ausdrückt, an die der heilige Johannes erinnert, wenn er von der Begierde des Fleisches, der Begierde der Augen und der Hoffart der Welt spricht (vgl. 1 Joh 2,16).

In dieser tragischen Situation gehen jene Gleichheit, Achtung und Liebe verloren, die für die Beziehung von Mann und Frau nach dem ursprünglichen Plan Gottes erforderlich sind.

8. Eine Durchsicht dieser grundlegenden Texte macht es möglich, einige Kernaussagen der biblischen Anthropologie zu bekräftigen.

Vor allem muss der personale Charakter des Menschen unterstrichen werden. »Der Mensch ist eine Person: das gilt in gleichem Maße für den Mann und für die Frau; denn beide sind nach dem Bild und Gleichnis des personhaften Gottes geschaffen«.10

Die gleiche Würde der Personen verwirklicht sich als physische, psychologische und ontologische Komplementarität, die eine auf Beziehung angelegte harmonische »Einheit in der Zweiheit« schafft. Nur die Sünde und die in der Kultur eingeschriebenen »Strukturen der Sünde« haben aus dieser Beziehung eine potentielle Konfliktsituation gemacht.

Die biblische Anthropologie legt nahe, die Probleme im Zusammenhang mit der Verschiedenheit des Geschlechts auf öffentlicher und privater Ebene in einer Weise anzugehen, die von der gegenseitigen Beziehung und nicht von Konkurrenz oder Rache ausgeht.

Darüber hinaus ist zu unterstreichen, wie wichtig und sinnvoll die Verschiedenheit der Geschlechter als eine dem Mann und der Frau tief eingeschriebene Wirklichkeit ist. »Die Geschlechtlichkeit kennzeichnet Mann und Frau nicht nur auf der physischen, sondern auch auf der psychologischen und geistigen Ebene und prägt alle ihre Ausdrucksweisen«.11

Sie kann nicht auf einen unbedeutenden biologischen Aspekt reduziert werden, sondern »ist eine grundlegende Komponente der Persönlichkeit; sie ist eine ihrer Weisen zu sein, sich zu äußern, mit den anderen in Kontakt zu treten und die menschliche Liebe zu empfinden, auszudrücken und zu leben«.12 Diese Fähigkeit zu lieben, Abglanz und Bild Gottes, der die Liebe ist, äußert sich auch im bräutlichen Charakter des Leibes, in dem die Männlichkeit bzw. die Weiblichkeit der Person eingeschrieben ist.

Diese anthropologische Dimension der Geschlechtlichkeit kann nicht von der theologischen Dimension getrennt werden. Das menschliche Geschöpf in seiner Einheit von Seele und Leib ist von Anfang an durch die Beziehung zum anderen gekennzeichnet. Diese Beziehung ist immer gut und zugleich entstellt.

Sie ist gut, von einer ursprünglichen Güte, die Gott vom ersten Augenblick der Schöpfung an kundgetan hat. Sie ist aber auch entstellt durch die Disharmonie zwischen Gott und Mensch, die mit der Sünde gekommen ist. Diese Verfälschung entspricht jedoch weder dem anfänglichen Plan Gottes über Mann und Frau noch der Wahrheit der Beziehung zwischen den Geschlechtern. Daraus ergibt sich, dass diese gute, aber verwundete Beziehung der Heilung bedarf.

Welche Wege der Heilung kann es geben? Würden die Probleme im Zusammenhang mit der Beziehung zwischen den Geschlechtern nur ausgehend von der durch die Sünde geprägten Situation betrachtet und analysiert, fiele das Denken notwendigerweise in die oben erwähnten Irrtümer zurück. Man muss deshalb die Logik der Sünde durchbrechen und einen Weg suchen, der es möglich macht, diese Logik aus dem Herzen des sündigen Menschen zu beseitigen.

Einen klaren Hinweis in diesem Sinn enthält die göttliche Verheißung eines Retters, in welche die »Frau« und ihr »Nachwuchs« einbezogen sind (vgl. Gen 3,15). Diese Verheißung kennt vor ihrer Verwirklichung eine lange Vorbereitung in der Geschichte.

9. Ein erster Sieg über das Böse wird in der Geschichte des Noach geschildert, einem gerechten Mann, der von Gott geführt wird und mit seiner Familie und den verschiedenen Tierarten der Sintflut entkommt (vgl. Gen 6-9). Aber vor allem durch die göttliche Erwählung Abrahams und seiner Nachkommen (vgl. Gen 12,1ff.) wird die Hoffnung auf Heil bekräftigt. So beginnt Gott, sein Antlitz zu enthüllen, damit die Menschheit durch das auserwählte Volk den Weg der Ähnlichkeit mit ihm lerne: den Weg der Heiligkeit und damit der Verwandlung des Herzens.

Unter den vielen Weisen, in denen sich Gott — gemäß einer langen und geduldigen Pädagogik — seinem Volk offenbart (vgl. Hebr 1,1), findet sich auch der regelmäßig wiederkehrende Hinweis auf das Thema des Bundes von Mann und Frau. Dies ist paradox, wenn man das Drama, an das die Genesis erinnert und das sich zur Zeit der Propheten auf sehr konkrete Weise wiederholt hat, sowie die Vermischung zwischen Sakralem und Sexualität in den Religionen rund um Israel in Betracht zieht.

Dieser Symbolismus scheint aber unerlässlich, um die Weise zu verstehen, in der Gott sein Volk liebt: Er gibt sich als Bräutigam zu erkennen, der Israel, seine Braut, liebt.

Wenn Gott in dieser Beziehung als »eifersüchtiger Gott« (vgl. Ex 20,5; Nah 1,2) beschrieben und Israel als »ehebrecherische« Frau oder als »Dirne« (vgl. Hos 2,4-15; Ez 16,15-34) angeklagt wird, hat dies seinen Grund gerade in der durch das Prophetenwort bekräftigten Hoffnung, das neue Jerusalem als die vollkommen gewordene Braut zu sehen: »Wie der junge Mann sich mit der Jungfrau vermählt, so vermählt sich mit dir dein Erbauer. Wie der Bräutigam sich freut über die Braut, so freut sich dein Gott über dich« (Jes 62,5).

Neu geschaffen in »Gerechtigkeit und Recht«, in »Liebe und Erbarmen« (Hos 2,21), wird jene, die sich abgewandt hat, um Leben und Glück bei falschen Göttern zu suchen, zu dem zurückkehren, der zu ihrem Herzen spricht. Sie wird singen »wie in den Tagen ihrer Jugend« (Hos 2,17), und sie wird hören, wie er verkündet: »Dein Schöpfer ist dein Gemahl« (Jes 54,5).

Hier kommt im Wesentlichen dasselbe zum Ausdruck wie an den Stellen, an denen das Buch Jesaja parallel zum Mysterium des Werkes, das Gott durch die männliche Gestalt des leidenden Knechts vollbringt, die weibliche Gestalt von Zion erwähnt, die geschmückt ist mit einer Transzendenz und Heiligkeit, die das Geschenk des für Israel bestimmten Heils ankündigen.

Im Gebrauch dieser Weise der Offenbarung ist das Hohelied zweifellos von herausragender Bedeutung. In den Worten einer ganz und gar menschlichen Liebe, welche die Schönheit der Leiber und das Glück der gegenseitigen Suche besingt, kommt auch die göttliche Liebe für sein Volk zum Ausdruck.

Die Kirche ist deshalb nicht in die Irre gegangen, wenn sie in der kühnen Verbindung des ganz und gar Menschlichen mit dem ganz und gar Göttlichen durch die Verwendung derselben Ausdrücke das Mysterium ihrer Beziehung zu Christus erkannt hat.

Das ganze Alte Testament hindurch nimmt eine Heilsgeschichte Gestalt an, bei der sowohl männliche als auch weibliche Gestalten mitwirken. Die Begriffe von Bräutigam und Braut oder auch von Bund, durch die sich die Dynamik des Heils auszeichnet, haben gewiss eine offenkundig bildliche Dimension, sind aber doch viel mehr als bloße Metaphern.

Das hochzeitliche Vokabular berührt nämlich das Wesen der Beziehung, die Gott mit seinem Volk aufbaut, auch wenn diese Beziehung über das hinausgeht, was mit der menschlichen Erfahrung der Hochzeit zum Ausdruck gebracht werden kann. Zugleich sind in der Art, in der etwa die Weissagungen des Jesaja männliche und weibliche Rollen bei der Ankündigung und Verheißung des Heilswerkes durch Gott miteinander verknüpfen, die konkreten Bedingungen der Erlösung im Spiel.

Dieses Heil weist den Leser sowohl auf die männliche Gestalt des leidenden Knechts als auch auf die weibliche Gestalt von Zion hin. In den Weissagungen des Jesaja wechseln die Gestalt von Zion und jene des Gottesknechts einander ab, bevor sie am Ende des Buches in der geheimnisvollen Schau der Stadt Jerusalem gipfeln, die ein Volk an einem einzigen Tag gebiert (vgl. Jes 66,7-14): Prophetie der großen Neuheit, die Gott dabei ist zu verwirklichen (vgl. Jes 48,6-8).

10. Im Neuen Testament gehen alle diese Verheißungen in Erfüllung. Auf der einen Seite umfasst und verwandelt Maria, die auserwählte Tochter Zions, als Frau das Brautsein des Volkes Israel, das auf den Tag seines Heils wartet.

Auf der anderen Seite kann man im Mannsein des Sohnes erkennen, wie Jesus in seiner Person all das aufnimmt, was der alttestamentliche Symbolismus auf die Liebe Gottes zu seinem Volk angewandt hatte, die als die Liebe eines Bräutigams zu seiner Braut beschrieben wird. Jesus und Maria, seine Mutter, sichern so nicht nur die Kontinuität des Alten Testaments mit dem Neuen, sondern ragen darüber hinaus, weil mit Jesus Christus »die ganze Neuheit«13 sichtbar wird, wie der heilige Irenäus sagt.

Dieser Aspekt wird besonders durch das Johannesevangelium herausgestrichen. Bei der Hochzeit in Kana zum Beispiel wird Jesus von seiner Mutter — die »Frau« genannt wird — gebeten, für das Zeichen des neuen Weines der zukünftigen Hochzeit mit der Menschheit zu sorgen (vgl. Joh 2,1-12).

Diese messianische Hochzeit verwirklicht sich unter dem Kreuz, wo  —  wieder in Gegenwart der Mutter, die als »Frau« angesprochen wird  —  aus dem geöffneten Herzen des Gekreuzigten das Blut/der Wein des Neuen Bundes strömt (vgl. Joh 19,25-27.34).14

Es ist deshalb nicht überraschend, dass Johannes der Täufer auf die Frage, wer er sei, sich »Freund des Bräutigams« nennt, der sich freut, wenn er die Stimme des Bräutigams hört, und der bei seinem Kommen zurücktreten muss: »Wer die Braut hat, ist der Bräutigam; der Freund des Bräutigams aber, der dabei steht und ihn hört, freut sich über die Stimme des Bräutigams. Diese Freude ist nun für mich Wirklichkeit geworden. Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden« (Joh 3,29-30).15

In seinem apostolischen Wirken entfaltet Paulus den ganzen hochzeitlichen Sinn der Erlösung, wenn er das christliche Leben als hochzeitliches Mysterium begreift. Er schreibt an die von ihm gegründete Kirche von Korinth: »Ich liebe euch mit der Eifersucht Gottes; ich habe euch einem einzigen Mann verlobt, um euch als reine Jungfrau zu Christus zu führen« (2 Kor 11,2).

Im Brief an die Epheser wird die bräutliche Beziehung zwischen Christus und der Kirche aufgegriffen und ausführlich vertieft. Im Neuen Bund ist die geliebte Braut die Kirche.

Im Brief an die Familien lehrt der Heilige Vater: »Diese Braut, von der der Epheserbrief spricht, vergegenwärtigt sich in jedem Getauften und ist wie eine Person, die vor dem Blick ihres Bräutigams erscheint: Er hat ”die Kirche geliebt und sich für sie hingegeben… So will er die Kirche herrlich vor sich erscheinen lassen, ohne Flecken, Falten oder andere Fehler; heilig soll sie sein und makellos“ (Eph 5,25-27)«.16

Bei der Betrachtung der Vereinigung von Mann und Frau, wie sie im Zusammenhang mit der Erschaffung der Welt beschrieben wird (vgl. Gen 2,24), ruft der Apostel aus: »Dies ist ein tiefes Geheimnis; ich beziehe es auf Christus und die Kirche« (Eph 5,32).

Die in der Kraft der Taufgnade gelebte Liebe von Mann und Frau wird nun zum Sakrament der Liebe Christi und der Kirche, zum Zeugnis für das Mysterium der Treue und der Einheit, aus dem die »neue Eva« geboren wird und von dem sie auf ihrem irdischen Pilgerweg lebt, während sie auf die Vollendung der ewigen Hochzeit wartet.

11. Die christlichen Eheleute, die in das Paschamysterium eingetaucht und zu lebendigen Zeichen der Liebe Christi und der Kirche gemacht wurden, sind in ihrem Herzen erneuert. Sie können die Beziehungen meiden, die von der Begierde und der Tendenz, den anderen zu beherrschen, geprägt sind, welche der Bruch mit Gott durch die Sünde im ersten Menschenpaar hinterlassen hatte.

Die Güte der Liebe, nach der sich das verwundete menschliche Herz immerfort gesehnt hatte, offenbart sich durch sie mit neuen Akzenten und Möglichkeiten. In diesem Licht kann Jesus im Zusammenhang mit der Frage nach der Scheidung (vgl. Mt 19,3-9) an die Forderungen des Bundes zwischen Mann und Frau erinnern, wie Gott sie am Anfang stellte, also vor dem Einbruch der Sünde, der die nachfolgenden Anordnungen des mosaischen Gesetzes gerechtfertigt hatte.

Dieses Wort Jesu will in keiner Weise eine starre, unbarmherzige Ordnung auferlegen, sondern ist in Wirklichkeit die Ankündigung einer »frohen Botschaft«, der Botschaft der Treue, die stärker ist als die Sünde. In der Kraft der Auferstehung ist der Sieg der Treue über die Schwächen, die erlittenen Verwundungen und die Sünden des Ehepaares möglich. In der Gnade Christi, der ihr Herz erneuert, werden Mann und Frau fähig, sich von der Sünde zu befreien und die Freude der gegenseitigen Hingabe zu erkennen.

12. »Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus als Gewand angelegt. Es gibt nicht mehr… Mann und Frau«, schreibt der heilige Paulus an die Galater (3,27-28). Der Apostel erklärt hier nicht, dass die Unterscheidung von Mann und Frau hinfällig ist, von der er an anderer Stelle sagt, dass sie zum Plan Gottes gehört. Er will vielmehr sagen, dass in Christus die Rivalität, die Feindschaft und die Gewalt, welche die Beziehung von Mann und Frau entstellt haben, überwunden werden können und überwunden wurden. In diesem Sinn wird die Unterscheidung von Mann und Frau mehr als je zuvor bekräftigt, welche die biblische Offenbarung übrigens bis zum Ende begleitet.

In der letzten Stunde der gegenwärtigen Geschichte erscheinen in der Offenbarung des Johannes «ein neuer Himmel« und »eine neue Erde« (Offb 21,1), und es taucht in der Vision die weibliche Gestalt der Stadt Jerusalem auf, »bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat« (Offb 21,2). Die Offenbarung schließt mit dem Wort des Geistes und der Braut, die um das Kommen des Bräutigams beten: »Komm, Herr Jesus!« (Offb 22,20).

Mannsein und Frausein sind so als ontologisch zur Schöpfung gehörend offenbart und deshalb dazu bestimmt, über die gegenwärtige Zeit hinaus Bestand zu haben, natürlich in einer verwandelten Form. Auf diese Weise charakterisieren sie die Liebe, die niemals aufhört (vgl. 1 Kor 13,8), wenngleich die zeitliche, irdische Ausdrucksweise der Geschlechtlichkeit in ihrer Hinordnung auf die durch Zeugung und Tod geprägten Lebensbedingungen vergänglich ist.

Für diese Form der zukünftigen Verwirklichung des Mann- und Frauseins will die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen ein prophetisches Zeichen sein. Jene, die zölibatär leben, nehmen eine Wirklichkeit des Daseins vorweg, die jene eines Mannes bzw. einer Frau bleibt, aber nicht mehr den gegenwärtigen Begrenzungen der ehelichen Beziehung unterworfen sein wird (vgl. Mt 22,30).

Für jene, die in der Ehe leben, ist dieser Stand zudem ein Hinweis und ein prophetisches Zeichen für die Vollendung, die ihre Beziehung in der Begegnung mit Gott von Angesicht zu Angesicht finden wird.

Mann und Frau sind von Beginn der Schöpfung an unterschieden und bleiben es in alle Ewigkeit. In das Paschamysterium Christi eingefügt, erfahren sie ihre Verschiedenheit nicht mehr als Ursache von Uneinigkeit, die durch Leugnung oder Einebnung überwunden werden müsste, sondern als Möglichkeit zur Zusammenarbeit, die in der gegenseitigen Achtung der Verschiedenheit zu verwirklichen ist.

Von hier aus eröffnen sich neue Perspektiven für ein tieferes Verständnis der Würde der Frau und ihrer Rolle in der menschlichen Gesellschaft und in der Kirche.

III. DIE AKTUALITÄT DER FRAULICHEN WERTE IM LEBEN DER GESELLSCHAFT

13. Unter den Grundwerten, die mit dem konkreten Leben der Frau verbunden sind, ist jener zu erwähnen, den man ihre »Fähigkeit für den anderen« genannt hat. Trotz der Tatsache, dass eine gewisse Strömung des Feminismus Ansprüche »für sie selber« einfordert, bewahrt die Frau doch die tiefgründige Intuition, dass das Beste ihres Lebens darin besteht, sich für das Wohl des anderen einzusetzen, für sein Wachstum, für seinen Schutz.

Diese Intuition ist mit ihrer physischen Fähigkeit verbunden, Leben zu schenken. Die gelebte oder potentielle Fähigkeit zur Mutterschaft ist eine Wirklichkeit, die die weibliche Persönlichkeit zutiefst prägt. Sie hilft ihr, sehr schnell Reife, Sinn für die Bedeutung des Lebens und die damit verbundene Verantwortung zu erlangen. Sie entfaltet in ihr den Sinn und die Ehrfurcht gegenüber dem Konkreten, das sich den Abstraktionen entgegenstellt, die für das Leben des Einzelnen und der Gesellschaft oft tödlich sind.

Schließlich besitzt die Frau auch in den aussichtslosesten Situationen — Vergangenheit und Gegenwart sind dafür Zeugen — eine einzigartige Fähigkeit, in den Widerwärtigkeiten standzuhalten, in extremen Umständen das Leben noch möglich zu machen, einen festen Sinn für die Zukunft zu bewahren und durch Tränen an den Preis jedes Menschenlebens zu erinnern.

Auch wenn die Mutterschaft eine zentrale Bedeutung für die weibliche Identität hat, ist es aber nicht richtig, die Frau nur unter dem Aspekt der biologischen Fortpflanzung zu sehen. In dieser Hinsicht kann es schwerwiegende Übertreibungen geben, welche die biologische Fruchtbarkeit mit vitalistischen Ausdrücken verherrlichen und oft mit einer gefährlichen Abwertung der Frau verbunden sind.

Die christliche Berufung zur Jungfräulichkeit, die gegenüber der alttestamentlichen Tradition und den Ansprüchen vieler menschlicher Gesellschaftssysteme eine echte Herausforderung ist, hat in dieser Hinsicht größte Bedeutung.17

Diese Berufung widerlegt radikal jeden Anspruch, die Frauen in ein bloß biologisches Schicksal einzuschließen. Wie die Jungfräulichkeit durch die leibliche Mutterschaft daran erinnert wird, dass zur christlichen Berufung immer die konkrete Selbsthingabe an den anderen gehört, so wird die leibliche Mutterschaft durch die Jungfräulichkeit an ihre wesentlich geistliche Dimension erinnert: Um dem anderen wirklich das Leben zu schenken, darf man sich nicht mit der physischen Zeugung begnügen. Dies bedeutet, dass es Formen der vollen Verwirklichung der Mutterschaft auch dort geben kann, wo keine physische Zeugung erfolgt.18

 In dieser Perspektive wird die unersetzliche Rolle der Frau in allen Bereichen des familiären und gesellschaftlichen Lebens verständlich, bei denen es um die menschlichen Beziehungen und die Sorge um den anderen geht.

Hier zeigt sich deutlich, was der Heilige Vater den Genius der Frau genannt hat.19 Dies beinhaltet vor allem, dass die Frauen aktiv und auch fest in der Familie, »der anfänglichen und in gewissem Sinn ”souveränen“ Gesellschaft«,20 gegenwärtig sein sollen. Besonders hier wird nämlich das Antlitz eines Volkes geformt, hier eignen sich seine Glieder die grundlegenden Kenntnisse an.

Sie lernen lieben, weil sie selber umsonst geliebt werden; sie lernen jede andere Person achten, weil sie selber geachtet werden; sie lernen das Antlitz Gottes kennen, weil sie dessen erste Offenbarung von einem Vater und einer Mutter erhalten, die ihnen ihre ganze Zuwendung schenken.

Jedes Mal, wenn diese Grunderfahrungen fehlen, wird der ganzen Gesellschaft Gewalt angetan und bringt die Gesellschaft dann ihrerseits vielfältige Formen der Gewalt hervor.

Dies beinhaltet darüber hinaus, dass die Frauen in der Welt der Arbeit und des gesellschaftlichen Lebens gegenwärtig sein und zu verantwortungsvollen Stellen Zugang haben sollen, die ihnen die Möglichkeit bieten, die Politik der Völker zu inspirieren und neue Lösungen für die wirtschaftlichen und sozialen Probleme anzuregen.

Man darf aber in diesem Zusammenhang nicht vergessen, dass die Überschneidung von zwei Tätigkeiten  —  Familie und Arbeit  —  bei der Frau andere Merkmale annimmt als beim Mann. Deshalb stellt sich die Aufgabe, die Gesetzgebung und die Organisation der Arbeit mit den Anforderungen der Sendung der Frau innerhalb der Familie zu harmonisieren.

Hier geht es nicht nur um eine rechtliche, wirtschaftliche und organisatorische Frage, sondern vor allem um eine Frage der Mentalität, der Kultur und der Achtung. Erforderlich ist eine gerechte Wertschätzung der Arbeit, welche die Frau in der Familie leistet. So könnten die Frauen, die es freiwillig wünschen, ihre ganze Zeit der häuslichen Arbeit widmen, ohne sozial gebrandmarkt und wirtschaftlich bestraft zu werden.

Jene hingegen, die auch andere Tätigkeiten verrichten möchten, könnten dies in einem angepassten Arbeitsrhythmus tun, ohne vor die Alternative gestellt zu werden, ihr Familienleben aufzugeben oder einer ständigen Stresssituation ausgesetzt zu sein, die weder dem persönlichen Gleichgewicht noch der Harmonie in der Familie förderlich ist.

Johannes Paul II. hat darüber geschrieben: »Es wird einer Gesellschaft zur Ehre gereichen, wenn sie es der Mutter ermöglicht, sich ohne Behinderung ihrer freien Entscheidung, ohne psychologische oder praktische Diskriminierung und ohne Benachteiligung gegenüber ihren Kolleginnen der Pflege und Erziehung ihrer Kinder je nach den verschiedenen Bedürfnissen ihres Alters zu widmen«.21

14. Es ist jedoch angebracht, daran zu erinnern, dass die eben erwähnten fraulichen Werte vor allem menschliche Werte sind: Die menschliche Verfassung, sowohl des Mannes als auch der Frau, die als Abbild Gottes erschaffen wurden, ist nämlich eine und unteilbar. Nur weil die Frauen spontaner mit den genannten Werten übereinstimmen, können sie ein Aufruf und ein bevorzugtes Zeichen für diese Werte sein.

Letztlich ist aber jeder Mensch, ob Mann oder Frau, dazu bestimmt, »für den anderen« da zu sein. In dieser Perspektive ist das, was man »Fraulichkeit« nennt, mehr als ein bloßes Attribut des weiblichen Geschlechts. Der Ausdruck beschreibt nämlich die grundlegende Fähigkeit des Menschen, für den anderen und dank des anderen zu leben.

Deshalb muss die Förderung der Frau innerhalb der Gesellschaft als eine Vermenschlichung verstanden und gewollt werden, welche durch die dank der Frauen neu entdeckten Werte Wirklichkeit wird. Jede Perspektive, die sich als Kampf der Geschlechter ausgeben möchte, ist nur Illusion und Gefahr: Sie würde in Situationen der Abkapselung und der Rivalität zwischen Männern und Frauen enden und eine Ichbezogenheit fördern, die von einem falschen Freiheitsverständnis genährt wird.

Unbeschadet der Bemühungen zur Förderung der Rechte, welche die Frauen in der Gesellschaft und in der Familie anstreben, wollen diese Anmerkungen eine Perspektive korrigieren, in der die Männer als Feinde betrachtet werden, die zu besiegen wären. Die Beziehung zwischen Mann und Frau kann ihre gerechte Ordnung nicht in einer Art misstrauischer, defensiver Gegnerschaft finden. Es ist notwendig, dass diese Beziehung im Frieden und im Glück der ungeteilten Liebe gelebt wird.

Auf einer mehr konkreten Ebene müssen die sozialpolitischen Maßnahmen — bezüglich der Erziehung, der Familie, der Arbeit, dem Zugang zu Dienstleistungen, der Mitwirkung am bürgerlichen Leben — auf der einen Seite jegliche ungerechte geschlechtliche Diskriminierung bekämpfen und auf der anderen Seite die Bestrebungen und Bedürfnisse eines jeden wahrzunehmen und zu erkennen wissen.

Die Verteidigung und die Förderung der gleichen Würde und der gemeinsamen persönlichen Werte müssen mit der sorgsamen Anerkennung der gegenseitigen Verschiedenheit harmonisiert werden, wo dies von der Verwirklichung des eigenen Mann- oder Frauseins gefordert wird.

IV. DIE AKTUALITÄT DER FRAULICHEN WERTE IM LEBEN DER KIRCHE

15. Was die Kirche betrifft, ist das Zeichen der Frau mehr denn je zentral und fruchtbar. Dies hängt mit der Identität zusammen, welche die Kirche von Gott erhalten und im Glauben angenommen hat. Diese »mystische«, grundlegende, seinshafte Identität muss man beim Nachdenken über die entsprechenden Rollen des Mannes und der Frau in der Kirche gegenwärtig halten.

Seit den ersten christlichen Generationen betrachtet sich die Kirche als Gemeinschaft, die von Christus gezeugt wurde und durch eine Beziehung der Liebe an ihn gebunden bleibt, deren vorzüglichster Ausdruck die hochzeitliche Erfahrung ist.

Daraus ergibt sich, dass die erste Aufgabe der Kirche darin besteht, in der Gegenwart dieses Mysteriums der Liebe Gottes zu bleiben, das in Jesus Christus offenbar wurde, es zu betrachten und zu feiern.

In dieser Hinsicht ist Maria in der Kirche der grundlegende Bezugspunkt. Man könnte mit einer Metapher sagen, dass Maria der Kirche den Spiegel reicht, in dem sie ihre eigene Identität erkennen soll, aber auch die Einstellungen des Herzens, die Haltungen und die Taten, die Gott von ihr erwartet.

Marias Dasein ist für die Kirche eine Einladung, ihr Sein im Hören und Aufnehmen des Wortes Gottes zu verankern. Der Glaube ist nämlich nicht so sehr die Suche des Menschen nach Gott, sondern vielmehr die Anerkennung des Menschen, dass Gott zu ihm kommt, ihn heimsucht und zu ihm spricht. Dieser Glaube, gemäß dem »für Gott nichts unmöglich ist« (vgl. Gen 18,14; Lk 1,37), lebt und wächst im demütigen, liebenden Gehorsam, mit dem die Kirche zum Vater sagen kann: »Mir geschehe, wie du es gesagt hast« (Lk 1,38).

Der Glaube weist immerfort auf Jesus hin: »Was er euch sagt, das tut!« (Joh 2,5). Der Glaube geht mit Jesus den Weg bis unter das Kreuz. In der Stunde der tiefsten Finsternis harrt Maria mutig und getreu aus, weil sie mit einzigartiger Gewissheit auf das Wort Gottes vertraut.

Von Maria lernt die Kirche die Vertrautheit mit Christus. Maria, die das kleine Kind von Betlehem in ihren Händen getragen hat, lehrt die unendliche Demut Gottes erkennen. Sie, die den gemarterten, vom Kreuz abgenommenen Leib Jesu in ihre Arme genommen hat, zeigt der Kirche, wie sie sich aller Menschen annehmen soll, die in dieser Welt durch Gewalt und Sünde entstellt sind.

Von Maria lernt die Kirche die Bedeutung der Macht der Liebe, wie Gott sie im Leben seines vielgeliebten Sohnes zeigt und offenbart: »Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind… und erhöht die Niedrigen« (Lk 1,51-52).

Von Maria empfangen die Jünger Christi den Sinn und den Geschmack für den Lobpreis vor dem Werk der Hände Gottes: »Der Mächtige hat Großes an mir getan« (Lk1,49). Sie lernen, dass sie in der Welt sind, um das Andenken an diese »Großtaten« zu bewahren und den Tag des Herrn wachsam zu erwarten.

16. Auf Maria schauen und sie nachahmen, bedeutet aber nicht, die Kirche einer Passivität preiszugeben, die von einer überwundenen Auffassung der Weiblichkeit inspiriert ist, und sie einer Verwundbarkeit auszusetzen, die gefährlich ist in einer Welt, in der vor allem die Herrschaft und die Macht zählen. Der Weg Christi ist nämlich weder der Weg der Herrschaft (vgl. Phil 2,6) noch der Weg der Macht im weltlichen Sinn (vgl. Joh 18,36).

Vom Sohn Gottes kann man lernen, dass diese »Passivität« in Wirklichkeit der Weg der Liebe ist, dass sie eine königliche Macht darstellt, die jede Gewalt besiegt, dass sie »Passion« ist, welche die Welt von Sünde und Tod erlöst und die Menschheit neu schafft. Der Gekreuzigte, der den Apostel Johannes seiner Mutter anvertraut, lädt seine Kirche ein, von Maria das Geheimnis jener Liebe zu lernen, die triumphiert.

Der Hinweis auf Maria und ihre Haltungen des Hörens, des Aufnehmens, der Demut, der Treue, des Lobpreises und der Erwartung verleiht der Kirche in keiner Weise eine Identität, die in einem zufälligen Modell der Weiblichkeit gründet, sondern stellt sie in die Kontinuität mit der geistlichen Geschichte Israels. In Jesus und durch Jesus werden diese Haltungen zur Berufung eines jeden Getauften.

Unabhängig von den Verhältnissen, den Lebensständen, den verschiedenen Berufungen  —  mit oder ohne öffentliche Verantwortung  —  machen die genannten Haltungen einen wesentlichen Aspekt der Identität des christlichen Lebens aus. Auch wenn es sich dabei um Einstellungen handelt, die jeden Getauften prägen sollten, zeichnet sich die Frau dadurch aus, dass sie diese Haltungen mit besonderer Intensität und Natürlichkeit lebt.

So erfüllen die Frauen eine Rolle von größter Wichtigkeit im kirchlichen Leben. Sie rufen allen Getauften diese Haltungen in Erinnerung und tragen auf einzigartige Weise dazu bei, das wahre Antlitz der Kirche, der Braut Christi und der Mutter der Gläubigen, zu offenbaren.

In dieser Perspektive wird auch verständlich, wie die Tatsache, dass die Priesterweihe ausschließlich Männern vorbehalten ist,22 die Frauen in keiner Weise daran hindert, zur Herzmitte des christlichen Lebens zu gelangen. Die Frauen sind berufen, unersetzliche Vorbilder und Zeugen dafür zu sein, wie die Kirche als Braut mit Liebe auf die Liebe des Bräutigams antworten muss.

SCHLUSS

17. In Jesus Christus ist alles neu gemacht worden (vgl. Offb 21,5). Es gibt aber keine Erneuerung in der Gnade ohne die Bekehrung der Herzen. Im Blick auf Jesus und im Bekenntnis, dass er der Herr ist, geht es darum, den Weg der Liebe zu erkennen, der die Sünde besiegt und den er seinen Jüngern weist.

So wird die Beziehung des Mannes zur Frau umgestaltet und die dreifache Begierde, von der der erste Johannesbrief spricht (vgl. 1 Joh 2,16), hat nicht mehr die Oberhand. Man muss das Zeugnis annehmen, das vom Leben der Frauen ausgeht und Werte offenbart, ohne die sich die Menschheit in Selbstgenügsamkeit, in Machtträumen und im Drama der Gewalt einsperren würde.

Auch die Frau muss sich bekehren lassen und die einzigartigen, in der Liebe zum anderen so wirksamen Werte anerkennen, deren Trägerin sie als Frau ist. In beiden Fällen handelt es sich um die Bekehrung des Menschen zu Gott, so dass sowohl der Mann als auch die Frau Gott in Wahrheit anerkennen als ihre »Hilfe«, als Schöpfer, der voll Erbarmen ist, als Erlöser, der »die Welt so sehr geliebt hat, dass er seinen einzigen Sohn hingab« (Joh 3,16).

Eine solche Bekehrung kann es nicht ohne demütiges Gebet geben, um von Gott jenen klaren Blick zu erhalten, der sowohl die eigene Sünde als auch die heilende Gnade erkennt.

In besonderer Weise muss man die Jungfrau Maria anrufen, die Frau nach dem Herzen Gottes, »gesegnet mehr als alle anderen Frauen« (vgl. Lk 1,42) und dazu auserwählt, den Menschen, Männern und Frauen, den Weg der Liebe zu offenbaren. Nur so kann in jedem Mann und in jeder Frau, nach der je eigenen Gnade, das »Abbild Gottes« sichtbar werden, jenes heilige Bild, mit dem sie ausgezeichnet sind (vgl. Gen 1,27).

Nur so kann die Straße des Friedens und des Staunens wiedergefunden werden, welche die biblische Tradition in den Versen des Hohenliedes bezeugt, in denen die Leiber und die Herzen in denselben Jubel ausbrechen.

Die Kirche weiß um die Macht der Sünde, die in den Einzelnen und in den Gesellschaftssystemen am Werk ist und manchmal dazu führen könnte, die Hoffnung auf das Gutsein von Mann und Frau zu verlieren. Aber aufgrund ihres Glaubens an den gekreuzigten und auferstandenen Christus weiß sie noch mehr um die Kraft der Vergebung und der Hingabe trotz aller Wunden und Ungerechtigkeiten.

Der Friede und das Staunen, auf die sie die Männer und Frauen von heute mit Vertrauen hinweist, sind der Friede und das Staunen, die im Garten der Auferstehung unsere Welt und die ganze Geschichte erleuchtet haben mit der Offenbarung: »Gott ist die Liebe« (1 Joh 4,8.16).

Papst Johannes Paul II. hat das vorliegende Schreiben, das in der Ordentlichen Versammlung dieser Kongregation beschlossen worden war, in der dem unterzeichneten Kardinalpräfekten gewährten Audienz approbiert und seine Veröffentlichung angeordnet.

Rom, am Sitz der Kongregation für die Glaubenslehre, am 31. Mai 2004, dem Fest Mariä Heimsuchung.

+ Joseph Card. Ratzinger
Präfekt

+ Angelo Amato, SDB
Titularerzbischof von Sila
Sekretär


ANMERKUNGEN:

1Vgl. Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Familiaris consortio (22. November 1981): AAS 74 (1982) 81-191; Apostolisches Schreiben Mulieris dignitatem (15. August 1988): AAS 80 (1988) 1653-1729; Brief an die Familien (2. Februar 1994): AAS 86 (1994) 868-925; Brief an die Frauen (29. Juni 1995): AAS 87 (1995) 803-812; Katechesen über die menschliche Liebe (1979-1984): Insegnamenti II (1979) – VII (1984); Kongregation für das Katholische Bildungswesen, Orientierung zur Erziehung in der menschlichen Liebe. Hinweise zur geschlechtlichen Erziehung (1. November 1983): Ench. Vat. 9, 420-456; Päpstlicher Rat für die Familie, Menschliche Sexualität: Wahrheit und Bedeutung. Orientierungshilfen für die Erziehung in der Familie (8. Dezember 1995): Ench. Vat. 14, 2008-2077.

2Zur komplexen Frage des Gender vgl. auch Päpstlicher Rat für die Familie, Familie, Ehe und »de-facto« Lebensgemeinschaften (26. Juli 2000), 8: L’Osservatore Romano. Wochenausgabe in deutscher Sprache (22.Dezember 2000), 8.

3 Vgl. Johannes Paul II., Enzyklika Fides et ratio (14. September 1998), 21: AAS 91 (1999) 22: »Diese Öffnung für das Geheimnis, die ihm [dem biblischen Menschen] von der Offenbarung zukam, war schließlich für ihn die Quelle einer wahren Erkenntnis, die seiner Vernunft das Eintauchen in die Räume des Unendlichen erlaubte, wodurch er bis dahin unverhoffte Verständnismöglichkeiten erhielt«.

4Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Mulieris dignitatem (15. August 1988), 6: AAS 80 (1988) 1662; vgl. hl. Irenäus, Adversus haereses, 5, 6, 1; 5, 16, 2-3: SC 153, 72-81; 216-221; hl. Gregor von Nyssa, De hominis opificio, 16: PG 44, 180; In Canticum homilia, 2: PG 44, 805-808; hl. Augustinus, Enarratio in Psalmum, 4, 8: CCL 38,17.

5Das hebräische Wort ezer, das mit Hilfe übersetzt wird, bezeichnet eine Hilfeleistung, die nur eine Person einer anderen Person gewährt. Der Ausdruck hat in keiner Weise den Beigeschmack des Minderwertigen oder Zweckdienlichen, wenn man bedenkt, dass auch Gott in seinem Verhältnis zum Menschen manchmal ezer genannt wird (vgl. Ex 18,4; Ps 10,14).

6 Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Mulieris dignitatem (15. August 1988), 6: AAS 80 (1988) 1664.

7 Johannes Paul II., Katechese Der Mensch als Person wird Geschenk in der Freiheit der Liebe (16. Januar 1980), 1: Insegnamenti III, 1 (1980) 148.

8Johannes Paul II., Katechese Die Begehrlichkeit des Leibes entstellt die Beziehungen zwischen Mann und Frau (23. Juli 1980), 1: Insegnamenti III, 2 (1980) 288.

9 Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Mulieris dignitatem (15. August 1988), 7: AAS 80 (1988) 1666.

10Ebd., 6: a.a.O. 1663.11 Kongregation für das Katholische Bildungswesen, Orientierung zur Erziehung in der menschlichen Liebe. Hinweise zur geschlechtlichen Erziehung (1. November 1983), 4: Ench. Vat. 9, 423.

12Ebd.

13 Hl. Irenäus, Adversus haereses, 4, 34, 1: SC 100, 846: »Omnem novitatem attulit semetipsum afferens«.

14 Die alte exegetische Tradition sieht in Maria zu Kana die »figura Synagogae« und die »inchoatio Ecclesiae«.

15 Das vierte Evangelium vertieft hier ein Thema, das schon bei den Synoptikern zu finden ist (vgl. Mt 9,15 und Parallelstellen). Zum Thema Jesus, der Bräutigam, vgl. Johannes Paul II., Brief an die Familien (2. Februar 1994), 18: AAS 86 (1994) 906-910.

16Johannes Paul II., Brief an die Familien (2. Februar 1994), 19: AAS 86 (1994) 911; vgl. Apostolisches Schreiben Mulieris dignitatem (15. August 1988), 23-25: AAS 80 (1988) 1708-1715.

17Vgl. Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Familiaris consortio (22. November 1981), 16: AAS 74 (1982) 98-99.

18Ebd., 41: a.a.O. 132-133; Kongregation für die Glaubenslehre, Instruktion Donum vitae (22. Februar 1987), II, 8: AAS 80 (1988) 96-97.

19Vgl. Johannes Paul II., Brief an die Frauen (29. Juni 1995), 9-10: AAS 87 (1995) 809-810.

20Johannes Paul II., Brief an die Familien (2. Februar 1994), 17: AAS 86 (1994) 906.

21Enzyklika Laborem exercens (14. September 1981), 19: AAS 73 (1981) 627.

22Vgl. Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Ordinatio sacerdotalis (22. Mai 1994): AAS 86 (1994) 545-548; Kongregation für die Glaubenslehre, Antwort auf den Zweifel bezüglich der im Apostolischen Schreiben »Ordinatio sacerdotalis« vorgelegten Lehre (28. Oktober 1995): AAS 87 (1995) 1114.

Quelle: http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_20040731_collaboration_ge.html

Fotos: CDL, Mechthild Löhr / Felizitas Küble