Regensburger Bischof zum Frauenpriestertum und den Aufgaben des Kirchenvolkes

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer stellt aus aktuellem Anlaß zum Thema Priesterweihe für Frauen fest:

„Es führt uns keinen Millimeter weiter, wenn wir uns die Geschichte der Kirche zurechtbasteln, um uns dann am Ende etwa ein Frauenpriestertum zu genehmigen.

Christus hat sehr bewusst mit Blick auf die innere Logik des priesterlichen Dienstes einen Kreis von Männern ausgewählt und ihnen die apostolischen Vollmachten übertragen.

Das war keine Rücksicht auf seine Zeit. Im Gegenteil. Er entschied im Gegensatz zu fast allen Kulturen seiner Zeit, die weibliches Priestertum in den unterschiedlichsten Formen kannten.

Die Kirche hat kein Recht, von dieser Vorgabe abzuweichen. Das gilt heute und das galt zu allen Zeiten. Die Diakonissen erfüllten eben keinen apostolischen Dienst. Sie trugen kein Weiheamt. Das ist umfangreich erforscht und belegt und Papst Franziskus bezog sich mehrfach auf diese Forschungsergebnisse. Im Übrigen haben Gemeinde- und Pastoralreferentinnen heute weit mehr Kompetenzen als die altkirchlichen Diakonissen.“

Außerdem erklärt der Oberhirte von Regensburg (siehe Foto) Folgendes zur Berufung der Laien und zum Begriff des Weltchristen:

„Die Weltchristen sind berufen, sich als Christen prägend und gestaltend einzubringen in die Politik, die Wissenschaft, die Wirtschaft, die Medienwelt oder die Kunst. Als getaufte und gefirmte Christen sind sie befähigt, diesen Dienst in eigener Verantwortung auszuüben.

Das sind die Elemente weltchristlicher Berufung und sie zu leben, schenkt den Christen und der Kirche Ausstrahlung und missionarische Kraft.

Es war das Zweite Vatikanische Konzil, das sowohl die Christen im Weiheamt als auch die Laien in ihrer jeweils spezifischen Berufung gestärkt hat. Als Ort der spezifischen Berufung der Laien wurde der ‚Weltdienst‘ formuliert. Deshalb spreche ich auch lieber von Weltchristen als von Laien. Der Begriff des Laien ist in unserem Sprachgebrauch negativ besetzt. Man denkt an Menschen mit geringer Kompetenz. Das führt auf eine völlig falsche Fährte.

Ich warne erneut vor einer Klerikalisierung der Laien und einer Laisierung der Kleriker.“

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.bistum-regensburg.de/news/es-geht-um-heiligkeit-bischof-rudolf-voderholzer-zur-lage-der-kirche-und-zur-berufung-der-weltchristen-6725/


Das „Forum Deutscher Katholiken“ über seine Erfahrungen mit ZDF und RTL

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Am 9.5.2019 hat das „Forum Deutscher Katholiken“ eine Erklärung gegen den Aufruf des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) zum Boykott der Gottesdienste durch Frauen vom 11. bis 18. Mai veröffentlicht. 

Das „Forum“ wandte sich dagegen, die sexuellen Missbrauchsfälle für die Durchsetzung des Frauenpriestertums zu instrumentalisieren. Daraufhin wurde das „Forum Deutscher Katholiken“ vom ZDF am 10.5. um ein Interview gebeten.

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“

Obwohl dem ZDF deutlich gemacht wurde, dass unsere Position gegen den Boykottaufruf der KDFB ausreichend dargestellt sei, drang das ZDF (Frau Andrea Budke) eindringlich darauf, dass sich das „Forum Deutscher Katholiken“ in vier Fragen näher erklären würde, um die Gegenposition bringen zu können.

Das Interview fand am 10.5. statt. Es wurden folgende vier Fragen gestellt und beantwortet:

  • Wie sehen sie die Aktion Maria 2.0?
  • Welche Strategie der Frauen vermuten Sie dahinter?
  • Welche Argumente halten sie dem Streben der Frauen nach geweihten Ämtern entgegen?
  • Was schlagen Sie alternativ vor gegen den sexuellen Missbrauch?

Das ZDF scheute für dieses Interview weder Zeit noch Kosten für die Anfahrt des Aufnahmeteams (Hin- u. Rückfahrt ca. 130 km).

Das Interview wurde am 11.5. um 23:15 Uhr ausgestrahlt. Dabei räumte das ZDF den Demonstranten ausreichend Zeit für die Begründung des Boykottaufrufs in Wort und Bild ein. Die Gegenposition der vier abgefragten komplexen Themen bestand aus einem Satz.

Wofür das ZDF in dieser Auseinandersetzung steht, wurde offenkundig. Es ging offensichtlich nur darum, nach außen sagen zu können: Wir haben auch die andere Seite gehört und zu Wort gebracht.

Nun ist das ZDF eine öffentlich-rechtliche Anstalt, die mit Zwangsgebühren aller Bürger finanziert wird und deswegen auch zu objektiver und ausgewogener Berichterstattung verpflichtet ist. Das geschah in keiner Weise.

Am 11. Mai wurde das „Forum Deutscher Katholiken“ von RTL um ein Interview in der gleichen Sache gebeten. Es wurden drei Fragen gestellt und beantwortet. Das Interview wurde am 12. Mai um 18:45 Uhr ausgestrahlt. Die Darstellung der Gegenposition bestand wieder aus einem Satz.

Fairerweise möchte ich anmerken, dass RTL keine öffentlich-rechtliche Sendeanstalt ist.

Meine Empfehlung nach diesen Erfahrungen: Man sollte Fernsehsendern, bei denen die Darstellung der eigenen Position nicht gesichert ist, kein Interview geben, sondern die Kanäle nutzen, die uns heute zur Verfügung stehen, um unsere Botschaft zu streuen.

Sendeanstalten, die ihre eigene Politik betreiben, missbrauchen die Interviews für ihre Zwecke.


„Kopten ohne Grenzen“ zur Boykottaktion von Maria 2.0: „Lasches Christentum“

Von Felizitas Küble

Die Internetseite „Kopten ohne Grenzen“ hat sich am 11. Mai 2019 kritisch zur feministisch-katholischen Initiative „Maria 2.0“ geäußert und in diesem Zusammenhang von einem „laschen Christentum“ gesprochen, das sich nicht mehr an den Geboten Gottes orientiert:  https://koptisch.wordpress.com/2019/05/11/der-kirchenboykott-rueckt-naeher/

Der Autor des Kommentars erklärt, die „Kernforderungen“ der Initiative würden einen „Boykott gegen Jesus Christus selbst“ darstellen – vor allem, weil die Gläubigenwegen weltlicher Forderungen, die den Initiatorinnen offensichtlich wichtiger sind als GOTTES Gebote, von den Sakramenten der hl. Messe abgehalten“ würden, womit die „Vereinigung zwischen JESUS selbst und dem Kommunizierenden“ boykottiert werde.

BILD: Koptischer Gottesdienst in Münster mit Bischof Anbe Damian

Zudem heißt es in dem Artikel:

„Ob bei der gesamten Aktion der HEILIGE GEIST oder eher sein bösartiger Gegenspieler seine Hand im Spiel hat, mag jeder für sich entscheiden. Papst Johannes Paul II. hat ein für allemal verboten, Frauen zu Priesterberufen zuzulassen. Damit ist das Thema im Grunde durch.“

Hinsichtlich der Forderung nach Abschaffung des Pflichtzölibats schreibt die Koptenseite:

„Der Zölibat ist im übrigen nicht verantwortlich für die Missbrauchsfälle in der Kath. Kirche, eher die Homosexualität in Verbindung mit Pädophilie sind hier im wahrsten Sinne die Triebfeder für diesen Missbrauch, da in der Regel Jungen und abhängige Männer Opfer waren.“

Aus Sicht des Verfassers ist der „alles entscheidende Punkt 3“ des Forderungskatalogs von Maria 2.0 entscheidend:

„Die Ausrichtung der Sexualmoral der Kirche an der Lebenswirklichkeit der Menschen? Homosexualität, Pädophilie, Mehrehe, Ehe für alle, Genderideologie soll offensichtlich sündenfrei gestellt werden. Das aber verbietet das Wort GOTTES.

In der evangelischen Kirche ist alles Erwünschte vorhanden: Frauenpriestertum, kein Pflichtzölibat, freiere Sexualmoral und kein Amtsverständnis betreffend das Priesteramt und vielfach nur noch symbolhafte Wandlung, nicht wie in der orthodoxen und katholischen Kirche die verkündete Realpräsenz JESU in Brot und Wein nach der Wandlung in das Fleisch und Blut CHRISTI.

Wiederverheiratung kein Problem entgegen der verschärften Forderung Jesu zum Thema „Ehebruch“. War die damalige sexuelle Lebenswirklichkeit in Sodom und Gomorrha nicht auch Lebenswirklichkeit dort?  Wie hat GOTT auf diese Lebenswirklichkeit reagiert?

Dieses lasche Christentum, welches sich nicht mehr nach GOTTES Geboten ausrichtet, sondern nach dem Willen der Menschen, welcher absolut gesetzt werden darf und soll, bietet den breiten Weg an, der eben nicht in den Himmel führt“.

 


Inkonsequenter „Kirchenstreik“ der KFD-Frauen: Warum werden sie nicht evangelisch?

Von Rainer Kochinke

Es mag sein , dass sich manche Frauen besonders mutig vorkommen, wenn sie in einer spektakulären medienwirksamen Aktion ihre Kirche „bestreiken“. Aber gehört zu wirklichem Mut nicht auch konsequentes Handeln?

Wenn die streikenden KFD-Frauen ohnehin nicht mehr an die-   von Papst Joh. Paul II bekräftigte  –  definitive Lehrentscheidung glauben, dass die Kirche unter keinen Umständen ermächtigt ist, Frauen zu Priesterinnen zu weihen und dass eine solche Weihe von vornherein ungültig wäre, wenn sie also das kirchliche Lehramt eindeutig ablehnen, müsste ihnen eigentlich klar sein, dass sie sich damit selbst außerhalb der Glaubensgemeinschaft der Kirche stellen und nur noch Namens-Katholikinnen sind. 

Tatsächlich erheben sie ja in diesem Zusammenhang die gleichen Forderungen wie Martin Luther vor 500 Jahren, mit dem Unterschied, dass die evangelischen Pastorinnen erst verspätet kamen, aber zeitgeistig unproblematisch, weil es eine Priesterweihe auch für ihre männlichen Kollegen nicht gibt.

Konsequent wäre es nun, wenn die nicht mehr katholisch glaubenden KFD-Frauen diese „unzeitgemäße“ katholische Kirche verlassen und sich in protestantischen Gemeinschaften z.B. als Pastorinnen engagieren würden, wo sie ihre Forderungen bereits verwirklicht finden und auch – angesichts des dramatischen Mitgliederschwunds – mit offenen Armen aufgenommen werden würden. 

Papst em. Benedikt XVI. hat unlängst die wirkliche Ursache der Kirchenkrise angesprochen, den Verlust des Glaubens.

Denn wer Jesus Christus nicht mehr als den Sohn Gottes bekennt und das Evangelium nicht als die verbindliche Weisung Gottes an die Menschen guten Willens, der hat sich innerlich auch von dem Rest des christlichen Glaubens verabschiede

Einen selektiven Glauben, der sich aus dem Angebot ein paar Rosinen herauspickt, kann es nicht geben. Das gilt für Laien und Geweihte, für Männer und für Frauen gleichermaßen.

Unser Gast-Autor Rainer Kochinke ist Religionslehrer i. R. und wohnt in Rheine (nördliches Münsterland)


Das „Forum Deutscher Katholiken“ kritisiert den Kirchenstreik des KDFB

Die Vor­sit­zende des „Ka­tho­li­schen Deut­schen Frau­en­bun­des“ (KDFB) der Di­ö­ze­se Rot­ten­burg-Stutt­gart, Ka­rin Wal­ter, ruft die Ka­tho­li­kin­nen vom 11. bis 18. Mai zum „Kir­chen­streik“ auf. Die Frau­en sol­len ge­gen se­xu­el­len Miss­brauch durch Geist­li­che und ge­gen den Aus­schluss von Frau­en zum Pries­ter­amt pro­tes­tie­ren, in­dem sie sich statt zu den Got­tes­diens­ten vor den Kir­chen­tü­ren ver­sam­meln (vgl. Ka­tho­li­sches Sonn­tags­blatt, 31.3.2019). 

Hier wird in durch­sich­ti­ger Wei­se der se­xu­el­le Miss­brauch in­stru­men­ta­li­siert, um das Frau­en­pries­ter­tum durch­zu­set­zen. Ein Auf­ruf zum Boy­kott von Got­tes­diens­ten be­deu­tet ei­ne neue Qua­li­tät in der Aus­ein­an­der­set­zung in­ner­kirch­li­cher Kräf­te ge­gen die Leh­re der ka­tho­li­schen Kir­che.

BILD: Prof. Gindert leitet das Forum Deutscher Katholiken

Da nicht be­kannt ist, dass die Bun­des­lei­tung des KDFB ge­gen die Ini­tia­ti­ve des Di­ö­ze­san­ver­ban­des von Rot­ten­burg-Stutt­gart kor­ri­gie­rend ein­ge­grif­fen hat, ru­fen wir die Mit­glie­der des KDFB, die sich der Leh­re der ka­tho­li­schen Kir­che ver­bun­den füh­len, auf, aus dem „Ka­tho­li­schen Deut­schen Frau­en­bund“ aus­zu­tre­ten und ei­ne neue glau­bens­treue Or­ga­ni­sa­tion für Frauen zu grün­den.

Prof. Dr. Hubert Gindert, Spre­cher des Forums Deut­scher Ka­tho­li­ken


Ist der „synodale Weg“ der DBK eine Lösung?

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Nach der Frühjahrsversammlung kündigte Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) eine „Zäsur“, gewissermaßen eine neue Epoche an:

„Einstimmig haben wir beschlossen, einen verbindlichen synodalen Weg als Kirche in Deutschland zu gehen, der eine strukturierte Debatte ermöglicht… und zwar mit dem Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) mit dem Ziel, konkrete Beschlüsse zu beraten…

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken und den Kongreß „Freude am Glauben“

Wir dürfen auch die Themen Zölibat und Zugang der Frauen zu kirchlichen Ämtern nicht aussparen…Eine konstruktive Aneignung human-wissenschaftlicher Einsichten (sei) noch nicht gelungen…Die Kirche braucht ein synodales Voranschreiten… Wir fangen nicht am Nullpunkt an“ (Mitteilungen der DBK, 14. März 2019). Das klingt nach Entschlossenheit.

Die Worte „synodales Voranschreiten“, „synodaler Weg“, „synodale Perspektive“ haben in bestimmten Kirchenkreisen und auch in Medien Beifall gefunden, denn „wir haben viel Zeit verloren… schlagartig wird einem bewusst, wieviel Zeit die katholische Kirche verloren hat um die Verkündigung des Evangeliums und das kirchliche Leben auf der Höhe der Zeit aufzustellen“ (Konradsblatt, Nr. 12/2019, S. 2)

Bei so viel Euphorie ist es angebracht, auf das „synodale Voranschreiten“ mit den angekündigten Beschlüssen den nüchternen Blick des Kirchenrechts zu werfen. Auf die Frage, was ein „synodaler Weg“ kirchenrechtlich sei (Tagespost, 21.3.19), antwortete der Kirchenrechtler Winfried Aymans: „Synodaler Weg ist kein kirchenrechtlicher Begriff“.

Wir haben uns „etwas Synodenähnliches vorzustellen…Es geht darum, die Bezeichnung Synode zu umgehen, um nicht die rechtlichen Vorgaben erfüllen zu müssen… und doch ähnliche Ziele zu erreichen“.

Auf die Frage: „Welche Verbindlichkeit kommt den Beschlüssen eines solchen Gremiums zu?“, antwortete Aymans: „Keine“.

Da der Vorsitzende der DBK auch von „Lehrentwicklungen“ spricht, ist jedem gebildeten Katholiken bewusst, dass es solche im Sinne eines vertieften Verständnisses der Lehre schon immer gegeben hat.

Aymans präzisiert: “Der überlieferte Glaube muss stets im Horizont der geschichtlichen Zeit verstanden und ausgedrückt werden. Die Interpretation kann aber nie zur überkommenen Lehre im Widerspruch stehen“ …“Lehraussagen der Bischofskonferenz müssen im Einklang mit der universalen Lehre stehen“:

Es muss sorgfältig vermieden werden „das lehramtliche Wirken der Bischöfe anderer Gebiete zu beeinträchtigen“. Und weil das ZdK mit seinen Gliederungen (BDKJ, Frauenbünde etc.) die bekannten Forderungen für die Beratungen des „synodalen Voranschreitens“ wie Frauenpriestertum, Zölibat, Änderung der kirchlichen Sexualmoral im Visier hat, fragte die Tagespost, ob es „realistisch (sei), mit regionalen Sonderwegen zu rechnen?“

Darauf Aymans: „Diese Fragen sind sämtlich universalkirchlicher Natur und zum Teil auch für unsere Zeit schon verbindlich entschieden“.

Das Kirchenrecht wirkt ernüchternd. Es bringt uns auf den Boden der Tatsachen zurück. Wer aber eine „andere Kirche“ will, berauscht sich dennoch am „partizipativen“ synodalen Weg, obwohl wir das schon alles hatten, in der „Würzburger Synode“, in „Diözesansynoden“, im vierjährigen „Gesprächsprozess“.

Im Zusammenhang mit der Befassung der sexuellen Missbrauchsfälle haben sich die Themen Zölibat, Frauenpriestertum, Homosexualität in den Vordergrund geschoben. Dabei wird die kirchliche Lehre als „überholt“ und „lebensfremd“ denunziert. Aber waren die Forderungen Jesu nicht zu allen Zeiten „lebensfremd“, „widersprüchlich“ zum Zeitgeist und „anachronistisch“?

Auffallend an den Debatten ist, dass die entscheidende Frage nach den Ursachen, die zum sexuellen Missbrauch geführt haben, kein Thema sind. Die Kardinäle Brandmüller und Burke haben den in Rom versammelten Bischöfen die Stichworte zugerufen. Sie wurden nicht aufgegriffen. Das war bei der Frühjahrskonferenz der DBK nicht anders.

Die Bischöfe beschäftigte auch nicht die Frage, was den kläglichen Zustand der Ortskirche herbeigeführt hat – mit der religiösen Unwissenheit nach neun Jahren Religionsunterricht, dem nahezu ausgestorbenen Bußsakrament, dem geringen Gottesdienstbesuch, dem Lebensstil der meisten Katholiken, der an das Wort von Johannes Paul II. erinnert „sie leben als ob es Gott nicht gäbe“, den Predigten und Katechesen, die jene Themen aussparen, die unangenehm berühren könnten. Umdenken und Umkehr waren keine Themen.

Die Gläubigen erfahren von ihren Hirten kaum etwas zu drängenden Zeitfragen: Zur Genderideologie, zur Ehe für Alle, zur Forderung homosexueller Partnerschaften auf „das Recht auf ein Kind“ mittels Ei und Samenspende und Leihmutterschaft, zur Tötung behinderter Kinder im Mutterleib durch die Präimplantationsdiagnostik (PID).

Da drängt sich die Mahnung des heiligen Paulus zu apostolischem Eifer an Bischof Timotheus auf:

„Ich beschwöre dich vor Gott und vor Jesus Christus, der einst richten wird die Lebenden und die Toten… verkünde das Wort, tritt auf, sei es gelegen oder ungelegen… Es wird eine Zeit kommen, da man die gesunde Lehre nicht ertragen mag und sich seine Lehrer nach eigener Willkür zusammenstellen wird, weil man nach Ohrenkitzel verlangt; und so wird man das Ohr von der Wahrheit abwenden und sich den Fabeleien zukehren“. (2 Tim, 4, 1-9)

Wir haben schon viel Zeit verloren. Und es besteht die Gefahr, dass die Weichen erneut in die falsche Richtung gestellt werden und so noch mehr Zeit verloren wird. Eine Umkehr ist nicht chancenlos.

Wie Kath.net berichtet (21.3.19), haben die Bischöfe den synodalen Weg nicht einstimmig beschlossen: „Es gab einige Stimmenthaltungen“.

Es gibt auch bischöfliche Stimmen, die in die Zukunft weisen, so etwa folgende Stellungnahme des Regensburger Bischofs Dr. Rudolf Voderholzer (siehe Foto):

„Erneuerung der Kirche ist nicht von einer Anpassung an Zeitgeist diktierte Vorstellung oder durch Verbilligung der biblischen Botschaft zu erwarten. Die Geschichte zeigt, dass wahre Erneuerung immer aus einem tieferen Gehorsam gegenüber der Botschaft des Evangeliums… aus einer verstärkten Bemühung um Katechese und Verkündigung, sowie aus einer radikalen Christusnachfolge erwachsen sind“.

Oder die folgende Äußerung von Bischof Gregor Maria Hanke (Bistum Eichstätt):

„Mehr Zeugenschaft und Nachfolge Jesu, weniger Institution und Verfasstheit“ sind nötig. „Die notwendige geistliche Erneuerung der Kirche ist nicht zu erreichen, wenn wir an Kirche und Glaube herumschrauben, als ginge es um ein Parteiprogramm, das es mehrheitsfähig zu machen gilt. Die Kirchengeschichte zeige, dass durch die Homöopathisierung des Anspruchs des Evangeliums kein geistliches Wachstum entsteht“.


Deutliche Kritik an Theologen-Forderungen

Erklärung des „Forums Deutscher Katholiken“ zu Forderungen von Theologen nach reformerischen Konsequenzen aus den Missbrauchsfällen:

„Prominente“ Katholiken  –  u.a. die Jesuiten Wucherpfennig und Mertes –  wenden sich mit Forderungen vor der Bischofssynode in Rom an Kardinal Reinhard Marx.

Diese Forderungen sind seit langem bekannt: „Reform“ des Zölibats,des Priesterbilds, der hierarchischen Verfassung der Kirche, Priesterweihe für Frauen, Sexualmoral inkl. Neubewertung der Homosexualität. Es ist der Versuch, die Missbrauchsfälle für eigene Ziele zu instrumentalisieren.

Dieses Vorhaben reizt dazu, das Wort von Leon Bloy „Die Bürger schlucken alles außer Gott“ in „Theologen schlucken alles außer das Wort Jesu“ umzuwandeln.

Bischof Voderholzer (siehe Foto) hat in seiner Silvesterpredigt den Weg aus der Krise mit den Worten aufgezeigt: Die Geschichte zeige, dass „wahre Erneuerung immer aus einem tieferen Gehorsam gegenüber der Botschaft des Evangeliums…, aus einer verstärkten Bemühung um Katechese und Verkündigung, sowie aus einer radikalen Christusnachfolge erwachsen sind“.

Das „Forum Deutscher Katholiken“ begrüßt die Klarstellung von Bischof Voderholzer.

Prof. Dr. Hubert Gindert