Erzbischof Robert Zollitsch stichelt weiter gegen Kardinal Gerhard L. Müller

Von Felizitas Küble

Seit Monaten betreibt der emeritierte Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, zugleich scheidender Vorsitzender der Dt. Bischofskonferenz, einen geradezu verbissenen Machtkampf gegen den kürzlich vom Papst zum Kardinal ernannten Glaubenspräfekten Gerhard Ludwig Müller (siehe Foto), dem früheren Oberhirten von Regensburg. AL-0005

Dabei kommen Zollitschs Seitenhiebe nicht von ungefähr; sie sind keine spontanen Ausrutscher, sondern vielmehr Teil einer medienpolitisch orientierten Strategie mit dem Ziel, die theologisch klaren Stellungnahmen Müllers in ihrer öffentlichen Wirksamkeit zu torpedieren.

In einem Interview mit dem „Mannheimer Morgen“ vom heutigen Donnerstag, dem 6.3.2014, erklärte der (Noch-)Vorsitzende der Dt. Bischofskonferenz ironisch zur Limburger Causa und im Hinblick auf Glaubenspräfekt Müller, der Bischof Tebartz-van Elst gegen Anfeindungen in Schutz nahm:

„Es wundert mich, dass der alte Satz von Wittgenstein: ‚Wovon man nicht sprechen kann, darüber soll man schweigen‘ nicht beachtet wird.“

Es wundert uns noch mehr, daß Erzbischof Zollitsch diese Aussage des Philosophen Wittgenstein (die sich ohnehin konkret auf Sprachlogik bezog und nicht als allgemeines Sprichwort zu verstehen ist) gegen den Präfekten der Glaubenskongregation ins Feld führt, statt sich endlich selber daran zu halten.

Der Beginn der österlichen Bußzeit wäre für den Freiburger Kirchenmann doch ein passender Start für sein eigenes überfälliges „Sprachfasten“.????????????????????????????????????????????

Damit nicht genug, hat sich Erzbischof Zollitsch jetzt erneut gegen die theologisch fundierte Erklärung von Kardinal Müller gestellt, wonach geschieden-Wiederverheiratete nicht zum Tisch des HERRN eingeladen sind. (Siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2013/11/11/vatikan-glaubensprafekt-muller-fordert-rucknahme-der-freiburger-handreichung/)

Der Freiburger Altbischof verteidigt erneut die umstrittene „Handreichung“ seines Ordinariats, die nicht „nur“ die hl. Kommunion für jenen Personenkreis vorsieht, sondern sogar kirchliche Segensfeiern im Fall einer Zivilehe nach Scheidung vorschlägt, ein geradezu unfaßbares Unterfangen.

Zollitsch äußert hierzu wörtlich: „Die Handreichung unseres Seelsorgeamtes versucht, die Praxis in den meisten deutschen Diözesen, in Österreich und im Elsass zu umschreiben. Dabei geht es auch darum, wie wir im Einzelfall danach suchen, wie wir die volle Gemeinschaft anbieten können.“

Abgesehen davon, daß eine kirchenrechtswidrige Praxis nicht dadurch besser wird, daß man sie auf geduldigem Papier „umschreibt“ und schönredet, sind solche Segensfeiern, wie in jener „Handreichung“ vorgeschlagen, nicht einmal im Deutschland, Österreich und dem Elsaß bekannt  –  und das will etwas heißen!

Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster

1. Foto: Bistum Regensburg  – 2. Foto: Evita Gründler


Bistum Rottenburg: Auch Bischof Gebhard Fürst legt sich mit dem Vatikan an

Wie Radio Vatikan am gestrigen Samstag meldete, wollen die deutschen Bischöfe in der Seelsorge für geschieden-Wiederverheiratete eine „Reform“ durchführen:

„Das kündigt der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, an. In Bonn sagte er am Samstag, die Bischöfe würden im Frühjahr Änderungsvorschläge präsentieren.“  1529 - Kopie (2)

Dergleichen Töne lassen nichts Gutes erahnen, denn eine „Änderung“ bisheriger kirchlicher Positionen läuft auf eine Verwässerung und Verwilderung hinaus   –  und genau diese Befürchtung bestätigt der Fortgang dieser Nachricht aus Rom:

„Fürst äußerte sich zur vielfach geforderten Zulassung wiederverheiratet Geschiedener zu Kommunion und Beichte. Die deutschen Bischöfe hätten sich seit 2010 intensiv mit dieser Frage auseinander gesetzt und wollten bei ihrer Frühjahrsvollversammlung im März in Münster eine Erklärung dazu verabschieden. Nach dem bereits vorliegenden Entwurf sollten wiederverheiratet Geschiedene im begründeten Einzelfall zu den Sakramenten zugelassen werden. Voraussetzung seien eine persönlich verantwortete Gewissensentscheidung und ein Gespräch mit dem Seelsorger.“

Man reibt sich die Äuglein, denn diese Äußerungen decken sich mit jener umstrittenen „Freiburger Handreichung“, die unlängst von der Glaubenskongregation unter Erzbischof Gerhard L. Müller (siehe Foto) in zwei entscheidenden Punkten abgelehnt wurde  – und zwar unter ausdrücklicher Berufung auf Papst Franziskus.

Der oberste Glaubenswächter der katholischen Weltkirche hatte daher von Erzbischof Zollitsch offiziell die Rücknahme dieser Desorientierung verlangt, doch der Angesprochene gab bereits zu verstehen, daß er keinerlei Änderungsbedarf erkenne.

Die gemeinsame Wellenlänge zwischen der Fürst-Äußerung und der Freiburger Handreichung deutet auch Radio Vatikan an: Damit würden sich die deutschen Bischöfe an die Anfang Oktober vorgelegte Handreichung aus dem Erzbistum Freiburg anlehnen. „0012

Der schwäbische „Fürst“ nennt für sein Abweichen vom katholisch-kirchlichen Kurs genau dasselbe „Argument“, das bereits der Trierer Oberhirte Ackermann in die Debatte einbrachte: 

Man wolle die „Unauflöslichkeit der Ehe“ zwar grundsätzlich nicht antasten,„es gehe aber darum, die konkrete Wirklichkeit von vielen Paaren und Familien intensiver zu berücksichtigen.“

Auch gehöre es, so Bischof Fürst, „zum Selbstverständnis der Kirche, Menschen, die in verschiedenen Situationen scheitern, zu helfen.“

Dazu ist aus meiner Sicht festzuhalten:

1. Die „konkrete Wirklichkeit vieler Paare und Familien“ entspricht seit Beginn der Menschheitsgeschichte häufig nicht den göttlichen Geboten. Diese Situation ist also nichts Neues unter der Sonne. Folglich besteht auch kein Änderungsbedarf an bewährten kirchlichen Maßstäben.

2. Die Kirche hilft Menschen, die „in verschiedenen Situationen scheitern“, sicherlich nicht durch theologisch unverantwortliche Täuschungsmanöver, indem sie ihnen nämlich durch Zulassung zum Tisch des HERRN vorgauckelt, eine Umkehr sei nicht nötig. Mit einer derart verhängnisvollen Bestätigung eines sündhaften Lebenswandels hilft sie den Betroffenen sicherlich  n i c h t  auf dem Weg zur Buße, zur Besserung und damit zum Heil. Zwischen Himmel und Hölle gibt es keinen Kompromiß und auch keine „friedliche Koexistenz“.

3. Gerade in einer Zeit, in der sich die eheliche Treue und die Sittlichkeit in unserer Gesellschaft immer stärker auf dem absteigenden Ast befindet, muß die Kirche Christi erst recht ein „Zeichen des Widerspruchs“ darstellen und an die zeitlosen Gebote Gottes erinnern, die immer schon quer zum Weltgeist standen, die menschlichen Wünschen zuweilen entgegenstehen, aber auf Dauer zum gelingenden Leben verhelfen  – oft bereits im Diesseits, in jedem Fall aber in Gottes ewiger Herrlichkeit.

Felizitas Küble, Leiterin des KOMM-MIT-Verlags und des Christoferuswerks in Münster

2. Foto: Bischöfliches Presseamt Regensburg


Freiburg: „Romkritische“ Priester-Initiative ruft Bischöfe zum Ungehorsam auf

Von Andreas Gehrmann

Wie aus vertraulicher Quelle erfahren, ist kürzlich eine Erklärung zur sog. „Freiburger Handreichung“ fertiggestellt worden. In diesem Schreiben begrüßen die Initiatoren ‚Memorandum-Priester- und Diakone Erzdiözese Freiburg‘ diese  –   gegen die Lehre der römisch-katholischen Kirche verstoßende  –  Handreichung ausdrücklich.  

Foto: Dr. Bernd F. PelzGedankt wird in diesem Schreiben zudem „unserem Bischof R. Zollitsch“: „Viele Betroffene sowie Seelsorgerinnen und Seelsorger“ hätten die Handreichung als ein „ermutigendes Zeichen mit Erleichterung aufgenommen“.

All jene Erz-/Bischöfe, Priester, Diakone und Laien, welche in Treue zur Kirche stehen und denen selbstverständlich eine gute pastorale Seelsorge der Betroffenen im kirchlichen Sinne am Herzen liegt, lässt man an dieser Stelle eiskalt unter den Tisch fallen.

So drückt man den Äußerungen des Präfekten der Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, vom 13. November im L’Osservatore Romano auch noch sein Bedauern aus, da sie nicht „einem dialogischen und communialen Verständnis von Kirche in der Welt von heute“ entsprächen.

Zum krönenden Abschluss der Erklärung werden „alle deutschen Bischöfe“ zum Ungehorsam aufgerufen: Es bestünde kein Grund, „hinter die … Perspektiven dieser Handreichung zurückzugehen“. 

Man solle „mit Entschiedenheit dem Anliegen weiterhin Rechnung tragen, das Papst Benedikt XVI. beim VII. Weltfamilientreffen in Mailand äußerte, als er den Geschiedenen in seiner Predigt zurief: Ich ermutige euch, mit euren Gemeinden verbunden zu bleiben, und wünsche mir zugleich, dass die Diözesen geeignete Initiativen ergreifen, um euch aufzunehmen und Nähe zu vermitteln.“

Liebe Freiburger Initiatoren, die Worte Benedikts XVI. gelten heute gewiss genauso wie gestern, aber die Sakramente der Kirche sind und bleiben unverhandelbar. Benedikt XVI. hätte niemals eine Initiative gewünscht, welche im Gegensatz zur Lehre der römisch-katholischen Kirche steht  –  allein der Gedanke daran ist absurd  – schließlich sprach er von „geeigneten“ Initiativen und nicht von Rebellion gegen Rom.

Quelle: http://www.kathnews.de/folgt-nun-offene-rebellion-gegen-rom-freiburger-initiative-ruft-deutsche-bischoefe-zum-ungehorsam-auf

Foto: Dr. Bernd F. Pelz


Causa Freiburg: Trierer Bischof widerspricht Glaubenspräfekt Gerhard L. Müller

Von Felizitas Küble

Am gestrigen Mittwoch, den 20. November 2013, veröffentlichte der „Trierische Volksfreund“ online einen Artikel von Rolf Seydewitz unter dem Titel „Trierer Bischof widerspricht Rom: Ackermann fordert Akzeptanz für Lebenswirklichkeit von Paaren und Familien“.

Es geht dabei um die Endlos-Debatte über geschieden-Wiederverheiratete. Kurien-Erzbischof Gerhard Ludwig Müller (siehe Fotos) hat im Namen des Papstes und unter Berufung auf die bewährte kirchliche Lehre unlängst bekräftigt, daß die Betreffenden nicht zum Tisch des HERRN eingeladen sind.

Da die sog. „Freiburger Handreichung“ insoweit der kirchlichen Verkündigung widerspricht, wurde Erzbischof Zollitsch vom Präfekten der Glaubenskongregation aufgefordert, das für Verwirrung sorgende Dokument zu entsorgen bzw. zurückzunehmen. Zollitsch unternimmt allerdings keinerlei Anstalten in diese Richtung.

Der erwähnte Zeitungsbericht aus Trier beginnt mit den Worten: 

„Die Diskussion über den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen in der katholischen Kirche spitzt sich zu. Nach dem Münchner Kardinal Reinhard Marx hat jetzt auch der Trierer Bischof Stephan Ackermann den „Maulkorberlass“ aus dem Vatikan kritisiert.“

Außerdem heißt es weiter:

„Der ehemalige Regensburger Bischof hat jüngst einen entsprechenden Vorstoß der Erzdiözese Freiburg mit deutlichen Worten zurückgewiesen und den Initiatoren vorgeworfen, sie hätten für Verwirrung gesorgt.

Die Reaktionen in einigen deutschen Bistümern fallen allerdings anders aus als von Rom erwartet. Selbst Bischöfe wehren sich gegen die Aufforderung des obersten Glaubenswächters, etwa der Trierer Bischof Stephan Ackermann.

„Der Präfekt der Glaubenskongregation kann die Diskussion nicht einfach mit einer autoritativen Stellungnahme beenden“, sagte Ackermann unserer Zeitung.AL-0005

Weder der Münchner Kardinal Reinhard Marx noch er wollten das katholische Eheverständnis infrage stellen, „aber wir müssen intensiver und ehrlicher die konkrete Wirklichkeit von vielen Paaren und Familien berücksichtigen“, fordert der Trierer Bischof.“

Der Oberhirte von Trier möge es unterlassen, den Eindruck erwecken, als habe er oder sein Amts- und Gesinnungskollege Reinhard Marx  das Rad neu erfunden.

Die „konkrete Wirklichkeit von vielen Paaren und Familien“ kennt die katholische Kirche seit Jahrtausenden; immer schon scheiterten Menschen an den göttlichen Geboten und an dem bei der Heirat abgelegten Versprechen ehelicher Treue.

Als die katholische Kirche ihre Botschaft in den ersten Jahrhunderten im Römischen Reich und in der ebenso heidnischen griechischen Welt verkündete, stieß sie mit ihrer auch damals „zeitgeistwidrigen“ Ehe-Lehre auf vielfachen Widerstand.

Also nichts Neues unter der Sonne, die Situation ist seit eh und je im wesentlichen dieselbe. Was sich ebenfalls nicht ändert, ist das göttliche Gebot: „Du sollst nicht ehebrechen!“  –  Christus hat diese Wegweisung vom Sinai bekräftigt und die Ehe sogar als Sakrament in seiner Kirche grundgelegt, wie der hl. Paulus erläuterte.

Es geht also um die Heilighaltung von Gottes Gebot und Christi Sakrament  –  und da die Kirche des HERRN keine Willkürherrschaft errichten kann und darf, sondern an den Willen des Ewigen gebunden ist, gibt es hier keinen „Spielraum“, auch nicht für kirchliche Würdenträger, ob sie nun in München oder in Trier oder wo auch immer residieren.

HINWEIS: Kritischer Einspruch zu einer weiteren Ackermann-Äußerung siehe dort: http://beiboot-petri.blogspot.de/2013/11/der-klerikale-witz-des-tages.html

Fotos: Bischöfliches Presseamt Regensburg