Nicht Friedhöfe, sondern Kirchplätze sollten als Spielwiese für Kinder dienen

Von Felizitas Küble

Wie die evangelische Nachrichtenagentur IDEA am 22. Oktober berichtet, sollen Friedhöfe Orte der Begegnung werden, wenn es nach dem Theologe Oliver Wirthmann geht, der auch als Geschäftsführer des Kuratoriums Deutsche Bestattungskultur fungiert.

Die Grabfelder könnten – so Wirthmann  –  z.B. durch die Einrichtung von Spielplätzen und Cafés attraktiver gestaltet werden. Gerade für Kinder sei es wichtig, dass das Thema Tod nicht tabuisiert werde.

Aus Sicht der Evangelischen Kirche von Westfalen sei die Einrichtung von Spielplätzen nicht ausgeschlossen, erklärte Landeskirchenrat Martin Bock auf Anfrage von IDEA.

Bei aller Anerkennung des Bemühens, den Tod nicht verdrängen zu wollen, erscheint uns dieser Vorschlag doch reichlich an den Haaren herbeigezogen.

Viel naheliegender wäre es, die Anregung des katholischen Jugendschriftstellers Günter Stiff aufzugreifen, die oft recht weiträumigen Rasen- oder Kiesplätze um die Kirchen als Spielplätze zu nutzen und den Kindern zur Verfügung zu stellen. Der 2002 verstorbene Gründer und Leiter des KOMM-MIT-Verlags hat diese Idee in seinem jährlichen KOMM-MIT-Kalender bereits in den 80er Jahren vorgeschlagen.

Erfreulicherweise gibt es auch Pfarrgemeinden, die diese Anregung in die Tat umgesetzt haben, z.B. die Joseph-Kirche in Münster an der Hammerstraße.

Wie unsere Fotos zeigen, wird dort auf dem Rasenplatz um die Kirche fröhlich gespielt  – meist sind es so wie hier ein halbes Dutzend Jungen und Mädchen.

Zudem weist eine Info-Tafel eigens darauf hin, daß es sich um eine „Spielwiese für Kinder“ handelt – und Hundebesitzer darauf Rücksicht nehmen sollen.

Wenn wir diesen Vorschlag vorbrachten, kam mitunter der Einwand, das Kindergeschrei könne die Gottesdienstbesucher stören. Aber abgesehen davon, daß es die Schüler wohl nicht ausgerechnet am Sonntagvormittag zum Spielen treibt (wo sie sowieso kaum aus den Betten kommen), hält sich der Lärm eines üblichen Hand- oder Fußballspiels doch meist  in Grenzen.

Mit solchen Spiel- und Sportplätzen nutzt die Kirche den Rasen sinnvoll zugunsten der Jugend  – das ist Kinderfreundlichkeit in der Praxis!


Münsterland: Erneuter Vandalismus gegen Heiligenfiguren und Bildstöcke

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Gemeinsame Pressemitteilung der Polizei Coesfeld und Münster:
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Unbekannte griffen mit spitzen Werkzeugen in der Zeit zwischen Mittwoch, dem 11.1., und Mittwoch, dem 14.2.2017 Heiligenfiguren, Grabsteine und Bildstöcke in Senden und Lüdinghausen an.  nepomuk
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Die Täter schlugen jeweils mit einem spitzen Gegenstand die Nasen der Bildnisse ab. Dabei handelt es sich um zwei Statuen privater Grabstätten des Friedhofs am Spitalweg in Senden.
In Lüdinghausen beschädigten die Täter den heiligen Nepomuk an der Klosterstraße (siehe Foto), den heiligen Johannes an der Steverstraße und einen privaten Bildstock am Erbdrostenweg Ecke Hinterm Hagen.
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Wie auch bei den vorangegangenen Taten, fiel es den Besitzern der Heiligenfiguren schwer, den genauen Zeitraum der Beschädigung einzugrenzen. Viele Defekte wurden erst Wochen oder Monate nach den Taten festgestellt.
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Die Polizei bittet nun alle Besitzer und Besucher von bislang unbeschädigten Heiligenbildnissen im Kreis Coesfeld täglich auf Ihre Statuen, Figuren und Bildstöcke zu achten um die Tatzeiten neuer Angriffe genau eingrenzen zu können.
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Hinweise auf die Täter nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 0251 275-0 entgegen.
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Quelle (Text/Foto): http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/11187/3561549
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Seit vielen Monaten gibt es in Münsterland/Westfalen eine Zerstörungsserie gegen christliche Bildnisse und Statuen: https://charismatismus.wordpress.com/2016/12/14/muensterland-zerstoerung-von-bildstoecken-fortgesetzt-polizei-ermittelte-gegen-muslime/

Vatikan: Kirche bekräftigt Bevorzugung der Erdbestattung gegenüber der Einäscherung

Instruktion der Glaubenskongregation „Ad resurgendum cum Christo“ über die Beerdigung der Verstorbenen und die Aufbewahrung der Asche im Fall der Feuerbestattung

Wir dokumentieren hier den vollständigen Wortlaut der Instruktion (die Zwischentitel stammen von uns):

1. Um mit Christus aufzuerstehen, muss man mit Christus sterben; dazu ist es notwendig, „aus dem Leib auszuwandern und daheim beim Herrn zu Müllersein“ (2 Kor 5,8).

Mit der Instruktion Piam et constantem vom 5. Juli 1963 bestimmte das ehemalige Heilige Offizium, dafür Sorge zu tragen, dass „die Gewohnheit, den Leichnam der verstorbenen Gläubigen zu beerdigen, heilig gehalten werde“.

Es fügte aber hinzu, dass die Feuerbestattung der christlichen Religion nicht „an sich“ widerspricht und jenen, die sich dafür entschieden haben, die Sakramente und das Begräbnis nicht mehr verweigert werden dürfen. Voraussetzung dafür ist, dass sie die Einäscherung nicht „aus Ablehnung der christlichen Dogmen, aus sektiererischer Gesinnung oder aus Hass gegen die katholische Religion und Kirche“ gewählt haben. 

Diese Änderung der kirchlichen Ordnung wurde später in den Kodex des kanonischen Rechtes (1983) und in den Kodex der Kanones der katholischen Ostkirchen (1990) aufgenommen.

Mittlerweile hat sich die Feuerbestattung in nicht wenigen Ländern stark ausgebreitet. Aber zugleich haben sich auch neue Ideen verbreitet, die dem Glauben der Kirche widersprechen.

Kirche bevorzugt die Erdbestattung

Nach Anhören der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte und zahlreicher Bischofskonferenzen und Bischofssynoden der katholischen Ostkirchen hat die Kongregation für die Glaubenslehre es für angebracht gehalten, eine neue Instruktion zu veröffentlichen, um die lehrmäßigen und pastoralen Gründe für die Bevorzugung der Beerdigung der Verstorbenen darzulegen und Normen für die Aufbewahrung der Asche im Fall der Feuerbestattung zu erlassen.P1020947

2. Die Auferstehung Jesu, in der die christliche Glaubenswahrheit ihren Höhepunkt findet, wurde von den Anfängen des Christentums an als wesentlicher Teil des Pascha-Mysteriums verkündet: „Vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift, und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift, und erschien dem Kephas, dann den Zwölf“ (1 Kor 15,3-5).

Durch seinen Tod und seine Auferstehung hat uns Christus von der Sünde befreit und den Zugang zu einem neuen Leben eröffnet: “Wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir als neue Menschen leben” (Röm 6,4).

Darüber hinaus ist der auferstandene Christus Ursache und Urgrund unserer künftigen Auferstehung: „Christus ist von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen… Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden“ (1 Kor 15,20-22).

Christus wird uns am Letzten Tag auferwecken; andererseits sind wir aber schon in gewisser Weise mit Christus auferstanden. Denn durch die Taufe sind wir in den Tod und die Auferstehung Christi eingetaucht und sakramental ihm gleichgestaltet worden: „Mit Christus wurdet ihr in der Taufe begraben, mit ihm auch auferweckt, durch DSC06228den Glauben an die Kraft Gottes, der ihn von den Toten auferweckt hat“ (Kol 2,12).

Durch die Taufe sind wir mit Christus vereint und haben deshalb schon jetzt wirklich Anteil am Leben Christi (vgl. Eph 2,6).

Durch Christus hat der christliche Tod einen positiven Sinn. Die Liturgie der Kirche betet: „Deinen Gläubigen, o Herr, wird das Leben gewandelt, nicht genommen. Und wenn die Herberge der irdischen Pilgerschaft zerfällt, ist uns im Himmel eine ewige Wohnung bereitet“. 

Durch den Tod wird die Seele vom Leib getrennt; in der Auferstehung aber wird Gott unserem verwandelten Leib das unvergängliche Leben geben, indem er ihn wieder mit unserer Seele vereint. Auch in unseren Tagen ist die Kirche gerufen, den Glauben an die Auferstehung zu verkünden: „Die Auferstehung der Toten ist die Zuversicht der Christen; im Glauben an sie existieren wir“.

Beerdigung „gemäß ältester christlicher Tradition“ wird nachdrücklich empfohlen

3. Gemäß ältester christlicher Tradition empfiehlt die Kirche nachdrücklich, den Leichnam der Verstorbenen auf dem Friedhof oder an einem anderen heiligen Ort zu beerdigen. Radio Vatikan

Im Gedenken an den Tod, das Begräbnis und die Auferstehung des Herrn  –  ein Geheimnis des Lichtes, in dem der christliche Sinn des Sterbens offenbar wird   –  ist die Beerdigung die angemessenste Form, um den Glauben und die Hoffnung auf die leibliche Auferstehung zum Ausdruck zu bringen.

Die Kirche, die den Christen während seiner Pilgerschaft auf Erden als Mutter begleitet hat, bietet in Christus dem Vater das Kind seiner Gnade an und senkt voll Hoffnung auf die Auferstehung in Herrlichkeit dessen sterbliche Überreste in die Erde.

Hohe Würde des menschlichen Leibes respektieren

Indem die Kirche den Leichnam der Verstorbenen beerdigt, bekräftigt sie den Glauben an die Auferstehung des Fleisches. Zugleich möchte sie so die hohe Würde des menschlichen Leibes als wesentlicher Teil der Person, dessen Geschichte der Leib teilt, ins Licht stellen. imm016_17

Sie kann deshalb nicht Haltungen oder Riten erlauben, die falsche Auffassungen über den Tod beinhalten, etwa wenn er als endgültige Vernichtung der Person, als Moment ihrer Verschmelzung mit der Mutter Natur oder dem Universum, als Etappe im Prozess der Reinkarnation oder als endgültige Befreiung aus dem „Gefängnis“ des Leibes verstanden wird.

Zudem entspricht die Beerdigung auf dem Friedhof oder an einem anderen heiligen Ort in angemessener Weise der Ehrfurcht und Achtung, die den Leibern der Verstorbenen gebührt, welche durch die Taufe Tempel des Heiligen Geistes geworden sind und derer sich „der Geist wie eines Werkzeuges oder einer Vase bedient hat, um viele gute Werke zu vollbringen“.

Beerdigung ist ein Werk der leiblichen Barmherzigkeit

Der gerechte Tobit wird wegen seiner Verdienste gelobt, die er sich vor Gott aufgrund der Beerdigung der Toten erworben hat. Die Kirche sieht in der Bestattung der Verstorbenen ein Werk der leiblichen Barmherzigkeit.

Schließlich fördert die Beerdigung der heimgerufenen Gläubigen auf dem Friedhof oder an einem anderen heiligen Ort das Andenken und das Gebet für die Verstorbenen durch die Angehörigen und die ganze christliche Gemeinschaft, wie auch die Verehrung der Märtyrer und der Heiligen.

Durch die Beerdigung des Leichnams auf Friedhöfen, in Kirchen oder in der Nähe der Kirchen hat die christliche Tradition die Gemeinschaft zwischen den Lebenden und den Toten bewahrt und sich der Tendenz entgegengestellt, das Sterben und dessen Bedeutung für die Christen zu verschleiern oder zu privatisieren.

Erdbestattung zeigt „größere Wertschätzung für den Verstorbenen“

4. Wo Gründe hygienischer, ökonomischer oder sozialer Natur dazu führen, sich für die Feuerbestattung zu entscheiden – eine Wahl, die nicht dem ausdrücklichen oder vernünftigerweise angenommenen Willen des verstorbenen Gläubigen entgegenstehen darf –, sieht die Kirche keine lehrmäßigen Gründe, um diese Praxis zu verbieten. Denn die Einäscherung des Leichnams berührt nicht die Seele und hindert die Allmacht Gottes nicht daran, den Leib aufzuerwecken. Sie beinhaltet deshalb an sich nicht die Leugnung der christlichen Lehre über die Unsterblichkeit der Seele und die Auferstehung des Leibes. 1548

Die Kirche bevorzugt weiterhin die Beerdigung des Leichnams, die eine größere Wertschätzung für die Verstorbenen zeigt. Aber die Feuerbestattung ist nicht verboten, „es sei denn, sie ist aus Gründen gewählt worden, die der christlichen Glaubenslehre widersprechen“.

Wenn keine Gründe vorliegen, die der christlichen Glaubenslehre widersprechen, begleitet die Kirche – nach der Begräbnisfeier – die Wahl der Feuerbestattung durch entsprechende liturgische und pastorale Hinweise und sorgt sich besonders auch darum, jede Form des Ärgernisses oder der religiösen Gleichgültigkeit zu vermeiden.

5. Wenn aus legitimen Gründen die Wahl der Feuerbestattung getroffen wird, ist die Asche des Verstorbenen in der Regel an einem heiligen Ort aufzubewahren, also auf einem Friedhof oder, wenn es angebracht ist, in einer Kirche oder an einem für diesen Zweck von der zuständigen kirchlichen Autorität bestimmten Ort.

Gebet und Gedenken für die Verstorbenen

Von Anfang an haben die Christen danach verlangt, dass die christliche Gemeinschaft für ihre Verstorbenen betet und ihrer gedenkt. Ihre Gräber wurden Orte des Gebetes, des Andenkens und der Besinnung. Die verstorbenen Gläubigen gehören zur Kirche; denn sie glaubt an die Gemeinschaft „derer, die hier auf Erden pilgern; derer, die nach Abschluss des Erdenlebens geläutert werden; und derer, die die himmlische Seligkeit genießen; sie alle bilden zusammen die eine Kirche“.

Die Aufbewahrung der Asche an einem heiligen Ort kann dazu beitragen, dass die Gefahr verringert wird, die Verstorbenen dem Gebet und dem Gedenken der Verwandten und der christlichen Gemeinschaft zu entziehen. Auf diese Weise wird auch vermieden, dass man sie möglicherweise vergisst oder es an Ehrfurcht fehlen lässt, vor allem, wenn die erste Generation nicht mehr lebt, oder dass es zu unangemessenen oder abergläubischen Praktiken kommt.

Keine Aufbewahrung der Asche zuhause  – keine Seebestattung

6. Aus den oben angeführten Gründen ist die Aufbewahrung der Asche im Wohnraum nicht gestattet. Nur im Fall von schwerwiegenden und außergewöhnlichen Umständen, die von kulturellen Bedingungen lokaler Natur abhängen, kann der Ordinarius im Einvernehmen mit der Bischofskonferenz oder der Bischofssynode der katholischen Ostkirchen die Erlaubnis für die Aufbewahrung der Asche im Wohnraum gewähren. Die Asche darf aber nicht unter verschiedenen Familien aufgeteilt werden, und in jedem Fall müssen Ehrfurcht und angemessene Bedingungen der Aufbewahrung gewährleistet sein.  ???????

7. Um jegliche Zweideutigkeit pantheistischer, naturalistischer oder nihilistischer Färbung zu vermeiden, ist es nicht gestattet, die Asche in der Luft, auf dem Land oder im Wasser oder auf andere Weise auszustreuen oder sie in Erinnerungsgegenständen, Schmuckstücken oder anderen Objekten aufzubewahren. Denn für diese Vorgangsweisen können nicht die hygienischen, sozialen oder ökonomischen Gründe angeführt werden, die der Wahl der Feuerbestattung zugrunde liegen können.

8. Falls sich der Verstorbene offenkundig aus Gründen, die der christlichen Glaubenslehre widersprechen, für die Feuerbestattung und das Ausstreuen der Asche in der Natur entschieden hat, ist das kirchliche Begräbnis nach Maßgabe des Rechts zu verweigern.

Papst Franziskus hat in der dem unterzeichneten Kardinalpräfekt am 18. März 2016 gewährten Audienz die vorliegende Instruktion, die in der Ordentlichen Versammlung dieser Kongregation am 2. März 2016 beschlossen worden war, approbiert und ihre Veröffentlichung angeordnet.

Rom, am Sitz der Kongregation für die Glaubenslehre, am 15. August 2016, Hochfest der Aufnahme Marias in den Himmel.

Gerhard Kardinal Müller, Präfekt
Erzbischof Luis F. Ladaria, S.J, Sekretär

Quelle: rv 25.10.2016 mg

HINWEIS: In der vergangenen Woche haben wir diesen Artikel pro Erdbestattung veröffentlicht: https://charismatismus.wordpress.com/2016/10/21/evangelisches-plaedoyer-fuer-die-erdbestattung-und-die-wuerde-unseres-leibes/


Ibbenbüren: Ein Flüchtling aus Eritrea vergewaltigt 79-jährige Frau auf dem Friedhof

Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Münster und der Kreispolizeibehörde Steinfurt vom 25.7.2016:

Die Polizei hat am frühen Sonntagmorgen (24.7.2016) in Ibbenbüren einen 40 Jahre alten Mann aus Eritrea festgenommen. Der seit 2013 in Deutschland lebende Mann wurde nach einem Zeugenhinweis von Polizeibeamten bei einer Vergewaltigung angetroffen und vorläufig festgenommen. 038_35

Ein aufmerksamer Ibbenbürener hörte um kurz nach 6 Uhr von einem Friedhofsgelände Hilferufe einer Frau und verständigte sofort die Polizei. Der 40-jährige Beschuldigte leistete bei seiner Festnahme keinen Widerstand.

Das 79-jährige Opfer wurde sofort betreut und in ärztliche Behandlung übergeben. Das Fachkommissariat für Sexualdelikte der Kreispolizeibehörde und die Staatsanwaltschaft Münster übernahmen unmittelbar die Ermittlungen.

Der 40-jährige Beschuldigte wurde noch am Sonntag auf Antrag der Staatsanwaltschaft wegen Vergewaltigung dem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ einen Untersuchungshaftbefehl gegen den anerkannten Flüchtling aus Eritrea. Er wurde noch am Sonntag in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.

Weitere Presseauskünfte erteilt OStA Lechtape, Staatsanwaltschaft Münster, Telefon 0251/4942415

Quelle: http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/43526/3387170


Israel: Antiker Friedhof von Beit Sche‘arim zum Weltkulturerbe ernannt

Am Sonntag (5.7.2015) ernannte die UNESCO die Nekropole (den Friedhof) von Beit Sche‘arim zu Israels neunter Weltkulturerbe-Stätte.

Beit Sche’arim liegt im Süden Galiläas rund 20 Kilometer von Haifa entfernt. Die Nekropole besteht aus 33 Katakomben, die aus dem 2. bis 4. Jahrhundert n. Chr. stammen.

Während dieses Zeitraums entwickelte sich Beit Sche’arim zum wichtigsten jüdischen Friedhof außerhalb Jerusalems. Zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten liegen dort begraben, allen voran Rabbi Jehuda Ha’Nasi. Er war der Redakteur einer der wichtigsten Sammlungen des rabbinischen Judentums, der Mischna.

Laut der UNESCO sind die Katakomben „ein Schatz von Kunstwerken und Inschriften auf Griechisch, Aramäisch und Hebräisch“. Außerdem markiere die Stätte einen Meilenstein der jüdischen Erneuerung, so die UNESCO.

Der Aufstieg von Beit Sche’arim begann Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr., als sich dort der Sanhedrin, die höchste religiöse Instanz der Juden, niederließ. Nach der Zerstörung Jerusalems und dem gescheiterten Bar-Kochba-Aufstand kam Beit Sche’arim große Bedeutung zu als ein Ort, an dem sich das Judentum regenerieren und erneuern konnte.

Die anderen israelischen Weltkulturerbestätten sind die Höhlen von Beit Guvrin, Masada, die Altstadt von Akko, die „Weiße Stadt“ in Tel Aviv, die Ruinen der biblischen Siedlungshügel in Meggido, Hatzor und Beer Sheva, die Weihrauchstraße im Negev, die Heiligen Stätten der Baha’i in Haifa und dem westlichen Galiläa und die Stätten der menschlichen Evolution im Karmelgebirge.

Quelle (Text/Foto): Israelische Botschaft in Berlin


IRAN: Revolutionsgarden zerstören historischen Friedhof der Bahá’í-Minderheit

Einheiten der „Armee der Wächter der Islamischen Revolution“ zerstören den historisch wichtigen Friedhof der Bahá’í-Minderheit in der iranischen Millionenstadt Schiraz.

Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, hätten die Revolutionsgarden bereits Anfang August damit begonnen, die sterblichen Überreste der dort beerdigten 950 Bahá’í zu exhumieren. IGFM_Logo_blau_R32 G90 B165

Knochen und Leichenteile würden in einem offenen Kanal „zwischengelagert“. Die Bahá’í sind die größte nichtmuslimische Minderheit des Iran.

In Anwesenheit verschiedener iranischer Medienvertreter haben die Revolutionsgarden die Entwicklung der „Arbeiten“ öffentlich gefeiert.

Mit einer flammenden Rede habe der Kommandant der Garden auf dem Grundstück gegen die Bahá’í gehetzt. Mitglieder der örtlichen Bahá’í-Gemeinde baten die lokalen Behörden um Schutz der Grabstätten. Anlass der Zerstörung soll der Plan sein, einen neuen Sportkomplex mit Moschee, Kindergarten und Restaurant in der Stadt zu errichten.

„Abriss des Friedhofs sofort stoppen!“

Hierzu erklärt Martin Lessenthin, Sprecher des IGFM-Vorstands:

„Die Zerstörung des historischen Friedhofs ist ein weiteres Zeichen, der religiösen Intoleranz der im Iran herrschenden Kräfte. Friedhöfe sind schützenswerte Orte. Der Umgang mit einem Ort der letzten Ruhe zeigt viel über die gesellschaftliche Entwicklung. Ein solcher Akt von Vandalismus darf durch die internationale Gemeinschaft nicht hingenommen werden!“.

Die iranischen Behörden hatten bereits früher versucht, den Friedhof einzuebnen. Aufgrund eines internationalen Aufschreis hatten sie die Arbeiten jedoch mehrere Monate lang unterbrochen.

Der Friedhof stammt im Wesentlichen aus den 1920er Jahren. Auf diesem Friedhof sollen viele in den 1980ern hingerichtete Bahá’í beerdigt worden sein. Auch in der iranischen Öffentlichkeit formiert sich massiver Widerspruch gegen diesen Vandalismus.

Hintergrund zu den Bahá’í:
Die Bahá’í sind mit rund 300.000 Gläubigen die größte nichtmuslimische religiöse Minderheit im Iran. Die iranische Regierung und fundamentalistische muslimische Geistliche sprechen den Bahá’í sogar das Existenzrecht ab. Bahá’í sind im Iran Opfer vielfacher Verleumdung, Diskriminierung und Verfolgung. Die Religion der Bahá’í entstand im 19. Jahrhundert auf dem Gebiet des heutigen Iran. Sie versteht sich als Offenbarungsreligion in der Reihe der anderen Weltreligionen. Die Bahá’í lehnen Gewalt, die Scharia und ebenso die Polygamie ab. Die Frauen der Bahá’í haben die gleichen Rechte wie die Männer. Die Bahá’í sind im Iran de facto verboten.

Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
Martin Lessenthin, Borsigallee 9 in 60388 Frankfurt a. Main
Tel.: 069-420108-11, Fax: 069-420108-33, info@igfm.de, www.menschenrechte.de


Mons Vaticanus – antiker Friedhof der Christen und des hl. Petrus

Nicht nur der heilige Petrus fand seine letzte Ruhe am Mons Vaticanus, dem Vatikanhügel: Tausende von Männern und Frauen des Altertums sind auf dem antiken Friedhof beigesetzt, der heute unter dem Vatikanstaat liegt.

Rund ums Petrusgrab, also genau unter der Petersbasilika, stapeln sich  die Gräber fast übereinander –  schließlich wollten die frühen Christen möglichst in der Nähe des Apostels begraben sein.

Doch ein paar hundert Meter entfernt davon ruhen die sonstigen Bürger des alten Rom bis heute  fast ungestört.

Stefan Kempis von Radio Vatikan berichtet:

Oben: eine Tankstelle, ein Parkplatz, eine Mensa, ein Supermarkt, alles Teil des Vatikanstädtchens.  –  Untendrunter: eine andere Welt. Gräber aus der Zeit vor 2000 Jahren, wie kleine Häuschen längs einer Straße angelegt: die ältesten von 23 vor Christus, die „jüngsten“ aus dem Jahr 337.

„Die Ausgrabungsstätte Santa Rosa gehört zu einem viel größeren Bereich: Wir sind hier an der via triumphalis, die am Vatikanhügel entlangführte, und zu beiden Seiten gibt es Gräber. Teil einer Nekropole, die sehr wichtig ist, weil sie außerordentlich gut erhalten ist.“

Giandomenico Spínola ist Archäologe; in der Oberwelt leitet er die Antiken-Abteilung der Vatikanischen Museen. Aber sein Herz schlägt hier unten, in der Unterwelt des Vatikans.

„Schon in den dreißiger Jahren wurde hier gebuddelt“, erzählt er. Immer wieder gab es weitere Grabungen, 2004 setzte man dann den Spaten an, um  aus vielen verschiedenen archäologischen Zonen eine einzige zu machen. Wiedervereinigung unter Tage, auf fünfhundert Quadratmetern. Vierzig Grabhäuschen stehen hier, insgesamt zweihundert Grablegen zählten die Experten.

„Die Bedeutung dieser Ausgrabungen hat vor allem damit zu tun, dass in Rom die Monumentalgräber sehr gut erhalten sind: Das Mausoleum des Hadrian, das Grab der Cecilia Metella an der Via Appia. Das waren die Grablegen von römischen Kaisern oder von reichen Privatleuten. In unserer Nekropole hingegen findet man vor allem Verstorbene aus dem einfachen Volk. Und dazu gibt es in der Regel kaum schriftliche Quellen; hier lernen wir nun die Bestattungsgewohnheiten der mittleren und einfachen Bevölkerung kennen, der Sklaven und der Freigelassenen.“

Nicht nur in Rom  –  in ganz Mittelitalien gibt es keinen zweiten Friedhof dieser Zeit, auf dem sich Gräber von Menschen aus allen möglichen Schichten und Milieus finden.

In mehrfacher Hinsicht hatte die Nekropole von Santa Rosa Glück: Alles ausgräberische Interesse konzentrierte sich lange auf den prominenten Petrus, nicht auf die Unbekannten am Friedhofsrand.

Die von der Schweizergarde bewachten Vatikanmauern schreckten Grabräuber ab, wie sie anderswo in Rom und Latium bis heute gängig sind.

„Und dann hat auch noch ein Erdrutsch dafür gesorgt, dass diese Gräber ausgesprochen gut erhalten blieben: Wir haben wirklich alle Kultobjekte und alles, was die Römer damals für die Bestattungsriten verwendet haben, genau so gefunden, wie es vor zweitausend Jahren hiergelassen wurde!“

Wenn Giandomenico Spínola tun könnte, was er wollte, dann würde er überall graben: unter der ganzen Vatikanstadt. Er ist sich  sicher, daß er da fündig würde.

„Unter einem Großteil des heutigen Vatikans könnten wir mit dem Spaten in der Hand Spuren dieser Nekropole finden: Sie bedeckte ja praktisch den ganzen Teil des Hügels an der Seite des heutigen Stadtviertels Prati. Es ist also ein riesiges Gräberfeld. Das wissen wir, weil wir letztes Jahr eine Grabung mit den modernsten stratografischen Methoden durchführen konnten  –  dadurch haben wir viel substanziellere Daten über das archäologische Areal gewonnen.”

Stratografie ist die Untersuchung verschiedener Schichten. Wie eine Zwiebel läßt sich das unterirdische Rom heute noch schälen, immer ältere Schichten  treten dabei zutage.

Rom wurde nicht an einem Tag erbaut; wann immer es in Trümmer sank, wurde einfach oben auf den Trümmern neugebaut. Die Nekropole Santa Rosa unter dem Vatikan läßt sich besichtigen:

„Wir haben einen Besucherweg auf Laufstegen angelegt. Jeder, der kommt, kann die Nekropole von oben besuchen, man ist da außerordentlich nah dran.  Außerdem haben wir 11 Touchscreen aufgebaut; über sie kann der Besucher eine Rekonstruktion der Gräber sehen oder auch eine 3-D-Aufnahme, um sozusagen in die Gräber hineinzugehen und sich virtuell in ihnen umzusehen.“

Wer die Inschriften liest, dem treten Namen aus der Antike entgegen: Publius Cesilius Vittorinus zum Beispiel. Das war ein Römer aus dem 3. Jahrhundert, dessen Sarkophag ein Halbrelief ziert. Oder die Familie der Passiener, die in der Zeit des Nero und unter der Dynastie der Flavier lebte  –  zwei Altäre in ihrem Grabraum zeugen davon.

Einige Inschriften geben an, woher der Verstorbene kam, welchen Beruf er hatte. Einer war Briefträger, ein anderer kümmerte sich bei den Pferderennen im Zirkus um die Tiere, ein dritter war im Theater des Pompeius  –  das lag dort, wo heute der Campo de Fiori“ ist – für das Bühnenbild mitzuständig. Alcimus hieß dieser Mann, den ein etwas unbeholfenes Relief auf seiner Grabstele zeigt, Sklave des Nero und Zeitgenosse des Petrus: Zweitausend Jahre nach seinem Tod hat er für uns jetzt wieder ein Gesicht.

Quelle (Text/Foto): Radio Vatikan