So habe ich Fronleichnam in Haus Assen erlebt

Von Dominik Terhorst

Nachdem im letzten Jahr in meiner Gemeinde keine Fronleichnamsprozession angeboten worden war, hatte ich doch wenigstens in diesem Jahr wegen sinkender Coronazahlen darauf gehofft.

Doch beim Durchblättern unserer Kirchenzeitung, die zumindest noch einen Überblick über die angebotenen Gottesdienste in der Umgebung gibt, wurde ich leider eines Besseren belehrt.

Weit und breit keine Fronleichnamsprozession vorgesehen.

Manche Gemeinden veranstalteten noch nicht einmal (OpenAir)-Gottesdienste als Ersatz, sondern „verlegten“ die Feier auf das darauffolgende Wochenende, wo eh schon Eucharistiefeiern stattfinden.

Eine Nachbargemeinde ersetzte aus Angst vor Schlechtwetter einen Tag vorher den OpenAir-Gottesdienst gegen einen Gottesdienst in der Kirche, wo die Gläubigen nicht singen durften.

Wo ist denn da das Gottvertrauen?

In meiner Gemeinde wurde die Fronleichnamsprozession gegen sogenannte Sternmärsche ersetzt, d.h. die Gläubigen trafen sich an verschiedenen Stellen im Ort und zogen von dort zum OpenAir-Gottesdienst.

Sicherlich ein nettes Beisammensein, aber wo waren dabei die Priester, die das Allerheiligste ehrfurchtsvolldurch den Ort tragen?

Man schien fast vergessen zu haben, weswegen man eigentlich Fronleichnam feiert.

Weil in den letzten Jahren in meiner Gemeinde nur modernere Lieder gesungen wurden, gegen die ich grundsätzlich nichts habe, die aber nicht die Fronleichnamsklassiker „Kommt her ihr Kreaturen all'“ und „Deinem Heiland, deinem Lehrer“ verdrängen dürfen, habe ich mich zusammen mit meiner Mutter nach Haus Assen bei Lippetal begeben.

Von dieser Feier bin ich nicht enttäuscht worden.

Nach der feierlichen Messe im alten Ritus folgte die Prozession, selbstverständlich mit dem Allerheiligsten, und mit vier Stationsaltären, die feierlich mit Blumenteppichen geschmückt waren. Blumenmädchen verschönerten zudem den Weg mit den Blüten der vielfältigsten Pflanzen.

BILD: Blumengeschmückter Stationsaltar an Haus Assen (Foto: D. Terhorst)

Bei dieser Prozession waren sehr viele junge Menschen dabei, wie der Priester auch am Ende betont hat. Es besteht also noch Hoffnung, dass es junge Menschen gibt, die der wahren Lehre der katholischen Kirche weiterhin folgen und das nicht den Älteren oder Alten überlassen.

U.a. sang ein Chor, bestehend aus jungen Damen aus dem Kreis der Gläubigen, das Lied „Wo in feierlicher Stille“, das meine Mutter das letzte Mal vor über 60 Jahren bei ihrer Erstkommunion gehört hat.

Kleine Kinder, die verhältnismäßig still waren, Jugendliche und junge Erwachsene, die sich ehrfurchtsvoll verhalten haben, kein Geklatsche nach den Dankesworten durch den Priester etc., habe ich als früher Dreißiger noch nie so erlebt.

Es war sehr empfehlenswert und ich plane zukünftig häufiger an Gottesdiensten des Hauses Assens teilzunehmen.

Wahrhaft eine Oase des Glaubens, wo man einmal erfreulicherweise nichts von den kirchenkritischen und sakrilegen Themen, die in letzter Zeit die Medien und Predigten vieler Gemeindepfarrer bestimmen, gehört hat.

Hinweis der Redaktion: Haus Assen ist ein imposantes Wasserschloß in Lippetal, das in der Trägerschaft des SJM-Ordens (Diener/Servi Jesu und Mariens) steht. Näheres hier: https://www.haus-assen.de/home.html     


Fronleichnam im Freien mit Blumenteppichen und kleinen Prozessionen

Von Felizitas Küble

Leider sind diesmal am Hochfest Fronleichnam die meisten Prozessionen in den katholischen Gemeinden ausgefallen – wie es scheint, hat sich der Trend vom Vorjahr damit noch verstärkt.

Interessanterweise läuft es in den USA genau anders herum: Dort nehmen die Prozessionen an „Corpus Christi“ (der dortige Fest-Name) zu. Näheres hier: https://charismatismus.wordpress.com/2021/06/03/fronleichnams-prozessionen-in-deutschland-ade-aber-in-den-usa-fangt-es-richtig-an/

Vielfach gab es hierzulande nicht einmal eine Festmesse unter freiem Himmel, obwohl das gerade in Coronazeiten weitaus sinnvoller wäre als in einem geschlossenen Kirchengebäude.

Noch verwunderlicher ist die vielfache Verringerung der hl. Messen ausgerechnet an diesem Feiertag.

Freilich haben wir auch von erfreulichen Ausnahmen erfahren.

So wurden z.B. in Hanau in der Pfarrei St. Elisabeth drei Festgottesdienste zelebriert.

Zudem gab es wenigstens eine Mini-Prozession mit Priester und Meßdiener durch einige Straßen der Gemeinde, wie unser Gast-Autor, der kath. Familienvater Hans-Michael Müller berichtet, der auch diese beiden Fotos beisteuerte.

Das erste Bild zeigt den erwähnten Umgang, das zweite die hl. Messe im Freien mit einem schönen Blumenteppich vor dem Altar.

In einer Vorort-Landgemeinde in Münster feierte der Priester das Fronleichnamsfest mit seiner Gemeinde im eigenen großen Pfarrgarten auf dem Rasen (siehe Foto).

Immerhin hatten etwa 60 Leute bei gutem Abstandhalten Platz gefunden. Leider fehlte auf dem Altar ein sichtbares Kreuz.

Unsere langjährige Autorin und Familienmutter Cordula Mohr begab sich am Donnerstag wieder nach Haus Assen in Ostwestfalen.

Das imposante Schloß im Lippetal liegt idyllisch in wunderbarer Landschaft und ist zugleich ein Exerzitienzentrum mit vielseitigen Angeboten, das die Geistlichen der SJM (Servi Jesu und Mariens) betreuen.

Hier wird die hl. Messe sowohl im alten wie auch im neuen Ritus jeweils sehr würdig gefeiert – und häufig wie hier auf dem weitläufigen Schloßplatz.

Wer uns von seinen eigenen Fronleichnams-Erfahrungen und Eindrücken berichten möchte, ist herzlich zu Leserkommentaren eingeladen – oder kann sich gerne direkt an mich wenden, vor allem mit Fronleichnams-Fotos: felizitas.kueble@web.de


Fronleichnams-Prozessionen in Deutschland ade? – Aber in den USA fängt es richtig an!

Von Felizitas Küble

Wir haben uns bereits vor Tagen in einem Artikel bitter darüber beschwert, daß fast überall in den deutschen Bistümern die Fronleichnams-Prozession ausgefallen ist, obwohl dazu – gerade coronamäßig betrachtet – nicht der geringste Anlaß bestand, denn im Freien ist die Virusgefahr verschwindend gering, wie Aerosolforscher unlängst noch einmal betont haben.

Dieses Hochfest der katholischen Kirche wäre eine großartige Chance gewesen, als Kirche Präsenz zu zeigen nach der Devise: Es gibt uns noch – und wir tragen den eucharistischen Christus bekenntnisfroh durch die Städte und Dörfer.

Leider war genau das Gegenteil der Fall.

Und dies, obwohl amtlich feststeht, daß Prozessionen unter einer Inzidenz von 200 erlaubt sind (und somit fast überall hierzulande) das schreibt sogar das bischöfliche Ordinariat in Rottenburg-Stuttgart ausdrücklich in seinem Portal: https://www.drs.de/dossiers/corona.html#c5004

Interessanterweise läuft die Entwicklung in den USA genau umgekehrt, wie unsere Gast-Autorin Dr. Edith Breburda mir heute in einem Infobrief bestätigt hat: In Amerika gibt es zunehmend m e h r Prozessionen an diesem Fest.

Fronleichnam heißt dort „Corpus Christi“ (Leib Christi) und wird am kommenden Sonntag gefeiert.

Der (inzwischen verstorbene) Bischof Robert Morlino von Madison hatte bereits Prozessionen in seinem Bistum eingeführt. Zuvor war dies ein Brauchtum, das vor allem die eingewanderten Spanier und Mexikaner gepflegt haben.

Nun hat auch Bischof Thomas Olmsted (siehe Foto) auf der Webpräsenz seiner Diözese angekündigt, daß er am 6. Juni eine Prozession durch die Straßen der Stadt Phoenix anführen möchte. Er hatte dazu neulich ein Schreiben verfaßt: https://www.catholicsun.org/2021/05/26/eucharistic-procession-of-fathers-families-planned-through-downtown-phoenix/


Evangelikale feierten an Fronleichnam einen Christustag in Bayern und Baden-Württemberg

Kirchenkrise ist eine Chance zur Erneuerung

Der ABC-Vorsitzende Dekan Till Roth hat davor gewarnt, angesichts sinkender Mitgliederzahlen die Botschaft der Kirche zu verwässern. (ABC = Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern.)

In seiner Predigt beim Christustag im unterfränkischen Lohr erinnerte er daran, dass auch Jesus keine Kompromisse gemacht habe, um seine Botschaft scheinbar eingängiger zu machen.

In der heutigen Kirchenkrise komme es zunächst nicht auf kirchliche Strategien an, sondern vielmehr darauf, sich immer wieder neu an Jesus zu orien­tieren, so Roth:

„Jesu Worte sind Geist und Leben – größere Mittel zur Überwindung von Glaubens- und Kirchenkrisen gibt es nicht.“ 

Ebenfalls in Lohr am Main rief der ehem. Vorsitzende der Deutschen Evange­lischen Allianz, Prof. Rolf Hille, dazu auf, in der Kirchenkrise eine Chance zur Erneuerung zu sehen: „Es muss ein Ruck durch die Volkskirche gehen.“

Eine flächendeckende Versorgung der Kirchenmitglieder lasse sich nicht mehr durchhalten, die Kirchen sollten sich vielmehr auf den Wandel hin zu Freiwillig­keitskirchen ein­stellen: „Wir müssen vom Beamtendenken und der Versorgungs­mentalität weg kommen hin zu einer vom Pioniergeist erfüllten Kirche“, so Hille.

Pfarrer Dirk Acksteiner rief beim Christustag im oberfränkischen Lichtenfels dazu auf, sich nicht durch den Blick auf kirchliche Statistiken deprimieren zu lassen. Auch wenige Christen könnten viel bewirken.

Zu den Erfahrungen der Corona-Zeit gehöre, dass Kirche nicht als systemrelevant empfunden werde, stellte der Rektor der Stiftung Hensoltshöhe, Pfarrer Dr. Wolfgang Becker, beim Christustag im mittelfrän­kischen Unterschwaningen fest.

Während frühere Not- und Seuchenzeiten oft zu einer intensiveren Frömmigkeit geführt hätten, sei davon heute weit und breit nichts zu sehen: „Gott kommt im öffentlichen Diskurs kaum vor“. Zugleich habe Corona gezeigt, „dass wir unser Leben nicht wirklich im Griff haben“, so Becker. 

Der Mikrobiologe Prof. Siegfried Scherer sagte beim Christustag in München, ihm bereite die medizinische Krise weniger Sorge als die geistliche Krise, die mit der Corona-Pandemie verbunden sei:

Corona führe zu Spaltungen nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch in christlichen Gemeinden. Dabei komme es gerade jetzt darauf an, die Einheit im Glauben an Jesus Christus in den Mittelpunkt zu stellen.

Majorin Dr. Constanze Pfund von der Heilsarmee wies in ihrer Predigt darauf hin, dass auch Christen von Krisen nicht verschont blieben. Doch sie dürften wissen, dass Jesus mit ihnen geht – gerade in Krisen.

Dabei helfe das Vertrauen in Gottes Wort und die Gewissheit, dass letztlich auch Krisen zur Ehre Gottes dienen.

Bei den Veranstaltungen in Bayreuth und Neudrossenfeld stand das digitale Angebot des Christustags im Mittelpunkt. Insgesamt kamen zu den sechs Veranstaltungen in Bayern rund 400 Besucher, die meisten mit rund 110 in Unterschwaningen.

Erstmals fand der Christustag zeitgleich in Bayern, Württemberg und Baden statt. Dank zahl­reicher digitaler Angebote sowie der Übertragung im Radiosender ERF Plus und auf Bibel TV konnten zahlreiche Menschen den Christustag, der unter dem Motto „Mit Jesus durch die Krise“ stand, trotz Corona mitfeiern.


Thomas von Aquin: Fronleichnams-Sequenz

Was beim Mahl durch IHN geschehen,
das hieß Christus uns begehen
zum Gedächtnis seines Tods.
Treu befolgend heil’ge Lehren,
weihen, unser Heil zu mehren,
wir als Opfer Wein und Brot


Wie des Christen Glaube lehret,
Brot in Christi Fleisch sich kehret,
und in Christi Blut der Wein.
Sehen kannst du’s nicht noch fassen;
starker Glaube wird’s nicht lassen
trotz Natur und Augenschein.


Unter beiderlei Gestalten,
die als Zeichen nur hier walten,
birgt sich göttliche Substanz.
Blut als Trank und Fleisch als Speise:
Christus ist auf beide Weise
bei uns ungeteilt und ganz.


Sieh, das Brot, der Engel Gabe,
wird den Pilgern hier zur Labe,
wahrhaft ist’s der Kinder Habe,
nicht den Hunden werft es hin.
Längst im Bild war’s vorbereitet:
Isaak, der zum Opfer schreitet,
Osterlamm, zum Mahl bereitet,
Manna nach der Väter Sinn.


Guter Hirt, Du wahre Speise,
Dich barmherzig uns erweise;
Nähre uns auf unsrer Reise;
Deine Güter, Jesu, weise
uns im wahren Lebensland.
Du, der alles weiß und leitet,
hier im Todestal uns weidet:
Dort, wo hell dein Reich sich breitet,
sei uns Los und Tisch bereitet
In der Heiligen Verband.

Amen. Alleluja.

Hl. Thomas von Aquin
(aus dem Schott von 1962)


Evang. Kirche: Verzicht auf Kelchempfang, denn auch im Brot ist die „Fülle des Heils“

Von Felizitas Küble

Bekanntlich wird in den protestantischen Konfessionen bei der Abendmahlsfeier seit jeher sowohl Brot wie auch Wein an die Gläubigen ausgeteilt. Doch der Kelchempfang ist in Corona-Zeiten bei der EKD (Evangelischen Kirche in Deutschland) zum Problemfall geworden.

Katholischerseits gibt es eine Kelchkommunion nur in Einzelfällen – und die Oberhirten haben wegen der Infektionsgefahr bereits davon abgeraten.

Nicht nur das Herumreichen des Kelches im Gottesdienst ist riskant, auch das Eintauchen der Hostie bzw. der Abendmahlsoblate in den Kelch ist hier keine Lösung.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern rät in einer Pressemeldung von beidem ab, vom Kelchempfang und dem Eintauchen (Intinktion bzw. „Intinctio“). Es heißt zur Erklärung ausdrücklich: „Ein vollständiger Abendmahlsempfang sei auch möglich, wenn nur das Brot gegessen werde.“ (Quelle: https://www.bayern-evangelisch.de/wir-ueber-uns/pressemitteilung-1-06-03-2020.php)

Noch deutlicher formuliert es eine amtliche Erklärung der EKD:

„Die EKD gibt mehrere Ratschläge für Menschen, die sich wegen einer Ansteckungsgefahr sorgen. So gebe es grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten, das Abendmahl zu feiern: „Es ist möglich, bei der Austeilung des Abendmahls vorübergehend Einzelkelche zu verwenden. Da wir darauf vertrauen, dass wir auch im Brot die ganze Fülle des Heils empfangen, kann in Zeiten großer Ansteckungsgefahr auch nur das Brot zu sich genommen werden.“

(Quelle. https://www.evangelisch.de/inhalte/166436/26-02-2020/coronavirus-tipps-fuer-ansteckungsfreies-abendmahl)

Interessanterweise wird in beiden Stellungnahmen darauf hingewiesen, daß der Empfang des Abendmahl-Brotes allein für sich schon „vollständig“ sei bzw. dabei „die ganze Fülle des Heils“ empfangen werde.

Eben dies ist seit jeher die Begründung der katholischen Kirche dafür, daß die Kelchkommunion für die Gläubigen zwar ausnahmsweise möglich, aber nicht allgemein nötig sei:

In der hl. Hostie ist Christus voll und ganz sakramentgal gegenwärtig – also ER ist so zugegen, wie er heute im Himmel lebt: mit Gottheit und Menschsein, mit seinem (verherrlichten, verklärten) Leib und seiner Seele.

Angesichts der aktuellen  Virus-Situation besinnt sich offenbar die EKD jetzt auf diesen Standpunkt zurück, den traditionelle Lutheraner, aber auch die sog. evang. „Hochkirchlichen“ sowie die theologisch konservative SELK (Selbständig evang.-luth. Kirche) seit jeher vertreten. (Anders sieht es in den freikirchlichen Gemeinschaften aus.)

Der im Jahre 2014 leider verstorbene, hochkirchliche Pfarrer und Autor Jürgen Diestelmann aus Braunschweig – mit dem unser Christoferuswerk in guter Verbindung stand   –  plädierte sogar dafür, evangelischerseits das Fronleichnamsfest zu würdigen und mitzufeiern – siehe hierzu unser Artikel von 2012:

https://charismatismus.wordpress.com/2012/04/24/lutherischer-pfarrer-fronleichnamsfest-ist-auch-etwas-fur-evangelische-christen/

Wenngleich das altlutherische Verständnis der „Realpräsenz“ (wirklichen Gegenwart Christi) nicht dem katholischen Glauben gleichkommt, so steht es ihm mit seiner Konsubstantiationslehre doch deutlich näher als der insoweit liberalere Standpunkt der Reformierten (Calvinisten, Zwinglianer) und protestantischen Freikirchler.

Erstes Gemälde: Evita Gründler

 

 


CHRISTUS ist unser göttlicher „Kumpane“

Von Felizitas Küble

Es würde wenig ehrfürchtig klingen, wenn wir sagen, Christus sei unser „Kumpel“, obgleich ER seine Jünger als „Freunde“ bezeichnet hat. Aber „Kumpel“ klingt für den Sohn des lebendigen Gottes wirklich zu flapsig und oberflächlich!

Schaut man sich aber die sprachliche Herkunft dieses Wortes an, sieht die Sachlage anders aus, denn der Begriff kommt vom lateinischen „Cumpane“. 

Dieser Ausdruck leitet sich ab von „Cum Pane“  (Pane = Brot, cum = mit)  –  es ist also jemand, der das Brot mit uns teilt. (Daraus ergeben sich dann auch bekannte Begriffe wie Kompanie und Companion.)

Die Mahlzeit  – vor allem sein Brot – mit jemandem teilen, gilt seit jeher als Zeichen von Freundschaft und Verbundenheit.

Interessanterweise erkannten die Emmaus-Jünger unseren HERRN beim Brotbrechen (Lk 24,31).

Zwar brannte schon vorher ihr Herz, als ER ihnen die Heilige Schrift  –  die Prophetie des Alten Bundes – erschloß und auf sich als Messias bezog. Doch erst als ER mit ihnen zu Tisch saß und das Brot brach, wußten sie: ER ist es, der Heiland des jüdischen Volkes und Erlöser der Welt. Daher bezeichneten die ersten christlichen Gemeinden die heilige Eucharistie als „Brotbrechen“.

Diesen interessanten sprachgeschichtlichen Hinweis erzählte heute in Kurzform der Geistliche bei seiner Predigt vor der Marien-Kirche von Münster-Hiltrup bei der Fronleichnamsmesse. Danach folgte die Prozession (siehe Foto) mit dem Allerheiligsten unter dem Baldachin bzw. „Himmel“ durch die Straßen der Stadt, um Christus als höchsten HERRN zu ehren, der im Altarsakrament wahrhaft zugegen ist.

HIER gibt es übrigens einen Kanon (eignet sich vor allem als Tischgebet) mit dem Titel „KumPane –  der das Brot mit mir teilt: http://www.familiengebet.de/index.php?id=79

 


Unser neues Plakat zu FRONLEICHNAM

POSTER aus dem Ecclesia-Plakatdienst (KOMM-MIT-Verlag):

Dieses POSTER kann bei uns bestellt werden. Es ist im großen Din-A-2-Format erschienen (60 x 40 cm) und kostet 3 € inkl. Versandkosten, 4 Stück nur 6 € inkl. Porto. – Per Tel. 0251-616768 oder Mail: felizitas.kueble@web.de


Christus ist das Brot des ewigen Lebens!

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:  Joh 6,51-58:

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge:

Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot ißt, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch  –  ich gebe es hin für das Leben der Welt. 1521 - Kopie (2)

Da stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?

Jesus sprach zu ihnen:

Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht eßt und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch.

Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag.

Denn mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise, und mein Blut ist wahrhaft ein Trank. Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm.

Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich ißt, durch mich leben.

Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die Väter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber von diesem Brote ißt, wird leben in Ewigkeit.


P. Lothar Groppe über das Fronleichnamsfest: „Unsere Zeit braucht Bekenner“

Die konservative Wochenzeitung „Junge Freiheit“ ist dem Christentum grundsätzlich wohlgesonnen, vor allem der katholischen Kirche.

Allerdings gilt das weniger für den dort schreibenden Kolumnisten „Pankraz“, der insofern deutlich aus dem Rahmen fällt, auch mit seiner unqualifizierten Attacke auf das Fronleichnamsfest, in der JF veröffentlicht unter dem bezeichnenden Titel: „Pankraz, T. von Aquin und die frommen Kannibalen“ vom 31.5.2013.

P. Lothar Groppe

P. Lothar Groppe

Der bekannte Publizist Lothar Groppe SJ (siehe Foto) wandte sich per Leserbrief an die „Junge Freiheit“ und protestierte gegen die antikatholischen Verunglimpfungen des „Pankraz“; die Zuschrift wurde dort leicht gekürzt abgedruckt.

Wir veröffentlichen hier nun den vollständigen Text des Jesuitenpaters: 

„Welcher Teufel hat Pankraz geritten, gegen das Fronleichnamsfest zu polemisieren? Bei den „frommen Kannibalen“  hat er  – hoffentlich nur unbewußt  –  bei Herrn Hitler Anleihe bezogen, der in  seinen „Tischgesprächen“ gegen die grauenhafte christliche Religion wetterte,  „die ihren eigenen Gott auffrißt“.

„Kein richtiges Fest, sondern ein Unfest“?  – Nach Pankraz stiftet es “keinen Frieden, sondern eher Unfrieden und zwar völlig überflüssiger Weise. Seine Wurzeln sind dubios, seine Rituale verworren und aggressiv nach innen wie nach außen.“

Was er über das Fest zu berichten weiß, offenbart seine profunde theologische Unkenntnis. Wenn „kein Historiker weiß, was den Anstoß dazu gab“, widerspricht er sich selber im nächsten Satz, in dem er Thomas von Aquin und Papst Urban IV. zitiert, die sich für die Einführung des Fronleichnamsfestes einsetzten.

Pankraz nennt Thomas von Aquin einen „bequemen Herrn, der üppige Festmähler liebte.“  –  Ein Blick in eine Lexikon hätte ihn vor dieser peinlichen Charakterisierung bewahrt. Im Dominikanerorden galt vom Fest Kreuzerhöhung am 14. September bis einschließlich Karsamstag, ausgenommen Sonn- und Festtage, strenges Fasten.

Der „bequeme Herr“ starb bereits mit 49 Jahren, weil er in unermüdlicher Arbeit theologische und philosophische Werke geschaffen hat, welche die Jahrhunderte überdauerten. Im Lexikon für Theologie und Kirche werden ihm acht Druckseiten eingeräumt. Ein Hüne von Gestalt, scherzte er bisweilen über seine krankheitsbedingte Leibesfülle.

Fronleichnamsprozessionen sollen verdeutlichen, dass der Gottmensch Jesus Christus HERR der Welt ist, der das Leben seiner Jünger prägen soll. Es handelt sich nicht, wie Pankraz meint, um das „polemisch-trotzige öffentliche Herumzeigen intimster Glaubensgeheimnisse.“

Dem Autor fehlt offenbar der Sinn für das Göttliche. Paulus schreibt im 1. Korintherbrief: „Wir verkünden Christus als den Gekreuzigten, für Juden ein empörendes Ärgernis,  für Heiden eine Torheit,  für die Berufenen aber, Juden wie Griechen,  ist Christus Gottes Kraft und Gottes Weisheit“ (1, 23 f.).

Fronleichnamsprozessionen sind ein Glaubensbekenntnis der Katholiken, das die Gläubigen in der Gewißheit bestärkt, dass sie nicht allein sind. Im „Dritten Reich“ sangen wir am Jugendbekenntnissonntag ein Lied, das den überwiegenden Teil der katholischen Jugend im Glauben und Bekennermut bestärkte:

„Laßt die Banner wehen über unsern Reihen,
alle Welt soll sehen, daß wir neu uns weihen,
Kämpfer zu sein für Gott und sein Reich,
mutig und freudig den Heiligen gleich.
Wir sind bereit, rufen es weit,
Gott ist der HERR auch unsrer Zeit.“

1937 wurde meine Mutter von der Gestapo vorgeladen: „Sie waren in der vergangenen Woche bei der Fronleichnamsprozession. Sie wurden dabei fotografiert. Was haben Sie dazu zu sagen?“  –  Meine Mutter entgegnete: „Da haben Sie wenigstens mal eine schöne Frau fotografiert.“  – Nun wußte die Gestapo natürlich, dass meine Mutter die Frau des im Volk angesehenen „Schwarzen Generals“ war. Deshalb wurde sie nicht weiter behelligt.

In unserer weitestgehend entchristlichten Welt halten sich auch Christen häufig religiös lieber „bedeckt“. Albert Camus glaubt in „Der Fall“, den Grund zu kennen, weshalb sich so viele scheuen, öffentlich für ihre religiöse Überzeugung einzutreten: „Ihre Menschenfurcht ist übergroß. Aber unsere Zeit kann keine Duckmäuser brauchen; sie bedarf der Bekenner.“