USA: Gilt jetzt die alte „Obama-Care“ wieder?

Von Felizitas Küble

Wie bereits mehrfach im CF berichtet, treiben der neue Präsident Biden und seine feministische Vizepräsidentin Harris die Abtreibungs- und Gender-Agenda in den USA energisch voran, teils durch Ernennungen (Transperson Levine als künftige Staatssekretärin), teils durch Verordnungen und Dekrete: https://charismatismus.wordpress.com/2021/01/25/usa-biden-startet-mit-transgender-agenda/

Während der Präsidentschaft Obamas haben sich die katholischen Bischöfe energisch gegen dessen sogenannte Gesundheitsreformen gewandt, die „Affordable Care Act“, ein neues Krankenversicherungssystem.

Dazu gehörte nämlich die Verpflichtung der Arbeitgeber (auch der kirchlichen), die Verhütungsmittel für ihre Angestellten zu bezahlen, wozu auch die frühabtreibende „Pille danach“ zählte.

Nachdem Donald Trump neuer US-Präsident wurde, hat er bei dieser sogenannten „Obama-Care“ eigens eine Ausnahmeregelung für kirchliche und alle religiösen Einrichtungen geschaffen, die von dieser Verpflichtung auf Wunsch befreit waren. Dies wurde vor allem mit dem Ideal der Religions- und Gewissensfreiheit begründet.

Diese Zeiten dürften nun vorbei sein, denn mit Neera Tanden hat Biden eine Frau ernannt, die christliche Arbeitgeber stets dazu zwingen wollte, Kosten für „Verhütungsmittel“ ihrer Mitabeiter zu übernehmen.

Der neue US-Präsident hat jetzt die linksfeministische Tanden (50) für den Direktorenposten des „Office of Management and Budget“ (OMB) nominiert. Als Präsidentin von „Center for American Progress“ war sie wesentlich an der „Obama-Care“ beteiligt. Damals wandte sie sich bereits gegen alle christlichen Gruppen, die eine Ausnahmeregelung im Namen der Religionsfreiheit forderten.

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FAZ zur „Pille danach“: Nicht nur „Notfallverhütung“ – auch Abtreibung!

Unter dem Titel „Zweifelhaftes Verhütungsmittel  –  Was tut die „Pille danach“?“ veröffentlichte FAZ-online am 21. März 2014 einen bemerkenswerten Artikel von Martina Lenzen-Schulte.

Dabei geht es vor allem um die Wirkungsweise von Ulipristal, jener jüngeren Variante der Pille-danach, von der in der öffentlichen Debatte gerne behauptet wird, sie beinhalte angeblich keine nidationshemmenden (frühabtreibenden) Wirkstoffe, verhindere also nicht die Einnistung des Embryos in die Gebärmutter, sondern allein die Befruchtung. Daher handle es sich um ein „Verhütungsmittel“.baby

Einleitend heißt es zu dieser Streifrage in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Der Wirkstoff steht im Verdacht, einen Abtreibungsmodus auszulösen.“

Sodann wird aktuell berichtet: „Die Gruppe um Bruno Mozzanega von der Universität in Padua meldet erhebliche Zweifel an, dass Ulipristal tatsächlich ein Mittel zur Notfallverhütung ist. Sie behauptet vielmehr, dass es eher in die Kategorie „Abtreibungspille gehört („Reproductive Sciences“).

Der Unterschied ist keineswegs trivial. In dem einen Fall verhindert das Mittel, dass ein Embryo entsteht, im anderen Fall, dass der bereits vorhandene Embryo weiterleben kann.“

Außerdem schreibt die FAZ-Autorin, daß Ulipristal über einen weiteren biochemischen Mechanismus „wie eine Abtreibungspille“ wirke:

„Das zeigt der Vergleich mit der bekannten „Pille danach“, dem Gestagen-Hormon Levonorgestrel. Levonorgestrel muss spätestens 72 Stunden nach dem Verkehr eingenommen werden. Dies funktioniert umso schlechter, je näher die Frau am Eisprung ist, weil dann der Eisprung umso weniger zuverlässig verhindert werden kann.“

Quelle und Fortsetzung des aufschlußreichen FAZ-Beitrags HIER: http://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin/verhuetungsmittel-was-tut-die-pille-danach-12851458.html

HINWEIS: Damit bestätigt der FAZ-Bericht, was unser CHRISTLICHES FORUM in mehreren dutzend Artikeln bereits erläutert hat: https://charismatismus.wordpress.com/category/causa-meisner-pille-danach/


„Pille danach“ bleibt verschreibungspflichtig

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) lehnt eine Freigabe der „Pille danach“ ab. Sie solle verschreibungspflichtig bleiben, sagte der Politiker in einem Interview mit der „Welt am Sonntag“.

Ein Sachverständigenausschuss hatte die Aufhebung der Rezeptpflicht empfohlen. Das fordert auch der Koalitionspartner SPD. Gröhe kann in dieser Frage aber allein entscheiden.

Nach seinen Worten handelt es sich bei der „Pille danach“ um einen Wirkstoff, der in Einzelfällen auch schwere Nebenwirkungen habe. Die Verschreibung ermögliche ein Beratungsgespräch, das in der vertraulichen Atmosphäre einer Praxis erfolge und der Schweigepflicht unterliege.

Am 13. Februar wird sich der Deutsche Bundestag mit dem Thema befassen. Es eignet sich Gröhe zufolge nicht für eine „Debatte mit Schaum vor dem Mund“. 

Gröhe lobte die Sexualaufklärung in Deutschland: „Bei uns sind die Schwangerschaftsabbrüche von Teenagern rapide gesunken, während sie in anderen Ländern mit rezeptfreier ‚Pille danach‘ sogar angestiegen sind.“

Quelle: http://www.idea.de

HINWEIS: Zur Debatte um die Pille-danach (auch hinsichtlich ihrer potentiell frühabtreibenden Wirkung) haben wir bereits 25 Artikel veröffentlicht: https://charismatismus.wordpress.com/category/causa-meisner-pille-danach/


Genforschung: Wissenschafts-Kontroverse um Gen-Food und zur Wirkung der „Pille danach“

Von Dr. med. Edith Breburda

Wird Wissenschaft zunehmend abhängig von ihren Geldgebern?  – Man denke an Dr. Arpad Pusztai, eine Weltberühmtheit in Sachen Lebensmittel-Sicherheit. Er arbeitete im Rowett-Institut in England  –  die erste Adresse für Food-Safety.

Dr. Edith Breburda

Dr. E. Breburda

Er warnte vor dem Verzehr von genetisch manipulierten Lebensmitteln, sie seien zu wenig getestet. Pusztai behauptete immer, er berufe sich nur auf seine Wissenschaft, er  betreibe keine Reklame gegen diese Lebensmittel. Ideologische Gründe für die Ablehnung von GMO-Food seien nicht ausschlaggebend für seine Haltung.

Er finde es unfair, seine Mitmenschen als Versuchstiere zu benutzen. Er würde niemals genetisch manipulierte Lebensmittel essen, wenn er die Möglichkeit zu wählen hätte. Dr. Pusztai sagt, es sei seine Pflicht, vor diesen Lebensmitteln zu warnen. Es handle sich um eine irreversible Technologie.

Es würde auch nichts nützen, in 50 Jahren zu sagen: „Wir hätten das wissen sollen. Wir haben diese Methoden doch noch gar nicht getestet. Mit der Zeit werden auch die langsam wirkenden Schadstoffe ans Tageslicht kommen.“

Dr. Pusztai arbeitete mit Lezithin-Kartoffeln. Ratten, die mit diesen Kartoffeln gefüttert wurden, zeigten ein defektes Immunsystem. Auch das Wachstum der Tiere hörte auf.

Warnungen von Dr. Arpad Pusztai

Doch es hieß, der Wissenschaftler hätte sich mit seiner Warnung viel zu weit aus dem Fenster gelehnt. Seine Aussagen würden den teuren Werbekampagnen der Biotechnologie-Konzerne eminenten Schaden zufügen.

Nachdem der Forscher davon abriet, GMO-Techniken einseitig anzuwenden, wurde er sofort entlassen. Weiterhin wurde ihm im Augst 1998 verboten, mit den Medien zu sprechen, um sich zu verteidigen.

Das Rowett-Institut verkündete, Pusztai sei ein alter, seniler Mann. Damals war er 68 Jahre alt. 24 Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern bestätigten unabhängig voneinander Pusztai’s Aussagen. Ein Ärzte-Komitee bescheinigte, dass Pusztai keinerlei Demenz-Symptome oder sonst etwas dergleichen aufweise.

Mit diesem Urteil war der Biotechnologische Konzerne nicht zufrieden. Die Königliche Gesellschaft in England wurde beauftragt, ein zweites Untersuchungskomitee einzuberufen. Die Forschungsergebnisse von Pusztai’s wurden von diesem Komitee als nicht beweiskräftig und fehlerhaft eingestuft.

Lancet, eines der weltweit bekanntesten wissenschaftlichen Magazine, war empört über ein derartiges unverschämtes Urteil.

Das Rowett Research Institut in Aberdeen, Schottland, war früher einmal gemeinnützig und unabhängig. Margaret Thatcher und ihre Regierung kürzten die Mittel  – und so wurde die Forschungseinrichtung von der Industrie abhängig.

Diffamierung eines kritischen Wissenschaftlers

Nachdem Pusztai rausgeflogen war, hörte man Gerüchte, dass ein führendes Saatgutunternehmen dem Institut enorm viele US-Forschungsgelder bewilligt hatte. Deshalb zog man die Aussagen von Pusztai ins Lächerliche.

Weltweit wurde berichtet, der Wissenschaftler sei nicht mehr Herr seiner Sinne und seine Erklärungen über die Schädlichkeit von gentechnisch manipulierten Organismen seien nichts anderes als ein Hirngespinst. Sie würden jeglicher wissenschaftlicher Grundlage entbehren.

Man fürchtet, ein Multimilliarden-Projekt zu verlieren  – und so musste man den „Whistleblower“ vernichten. Es wäre eher ungewöhnlich, wenn man gegen Pusztai nicht mit maximaler Schärfe vorgegangen wäre, erklärte die Gesellschaft der Ärzte und Wissenschaftler für Verantwortungsbewußte Forschung und Technologie im Jahr 2000. Man nennt sie „Physicians and Scientists for responsible application of science and technology“, abgekürzt PRSAST[1].

Kritischer Genforscher Prof. Gilles-Eric Séralini

2013 machte Professor Gilles-Eric Séralini Schlagzeilen. Der umstrittene französische Genforscher hatte 2012 in einem angesehenen wissenschaftlichen Journal Rattentumorfotos mit der dazugehörigen Schockstudie „Genmais verursacht Krebs“ publiziert.

Die Aussagen seiner Studie wurden von einigen Fachwissenschaftlern aufgrund „ungeeigneter Designs, unzureichender Auswertung, lückenhafter Darstellung der Ergebnisse und fehlender aussagekräftiger statistischer Tests“ angezweifelt.

Dieter Janey nahm die Publikation total auseinander. Alles sei falsch, die Qualität der Daten, die zu geringe Zahl der Versuchstiere, die Verwendung von Tieren, die ohnehin leicht Krebs bekommen, der Inhalt, Studiendesign und die Interpretation der Daten. Das Einzige, was er nicht anfechten konnte, war die Fülle der Daten, die Séralini in seiner Langzeitstudie gesammelt hatte.

Prof. Séralini wurde empfohlen, seine Forschungsergebnisse zu widerrufen. Er weigerte sich. Die Fachzeitschrift „Food and Chemical Toxicology“ hat daraufhin im November 2013 den Artikel zurückgezogen. Dabei gibt es keinerlei Belege für ein wissenschaftliches Fehlverhalten von Prof. Séralini.

Wissenschaftler, welche die Korrektheit der Studie bestätigten, wurden mundtot gemacht. Man argumentierte, Amerikaner konsumieren GMO-Produkte und es haben sich noch keine Hinweise auf gesundheitliche Wirkungen ergeben. GMO- Lebensmittel sind jedoch nicht in den USA ausgezeichnet. Die krankheitserregende Wirkung von gentechnisch veränderten Nahrungsmittelen kann somit lange Zeit unbemerkt bleiben.

Gesundheits-Sendung „Dr. OZ“ klärte auf

Die meistgesehenen Fernsehsendungen in den USA sind Talk-Shows über gesunde Ernährung, wie die Sendung von „Dr. OZ“. Sie berichtete über Séralini’s Ratten-Versuche. Die Studie wurde als bemerkenswert und ungemein wichtig bezeichnet.

Gleich zu Beginn erfuhr der Zuschauer über die Spargue-Dawley-Ratten und ihre spontane, mehr altersbedingte Krebsrate von 15-20%. Bei den Langzeit-Fütterungsversuchen mit GMO-Nahrungsmitteln erkrankten jedoch 80% der Tiere.  – Dr. OZ fragte seinen Gast Dr. Bernhoft, warum unter solchen Umständen derartige Versuche unter den Tisch gekehrt werden.

Dr. Bernhoft ist ehem. Präsident der Amerikanischen Akademie für Umweltmedizin. Bernhoft verbindet das Auftreten von Allergien, Asthma, Autoimmunkrankheiten, gastrointestinalen Erkrankungen, Diabetes vom Typ-2, einen hohen Cholesterinspiegel und vieles mehr mit dem Verzehr von genetisch modifizierten Nahrungsmitteln.

Es ist unter solchen Umständen unverständlich, dass nicht bereits vor 20 Jahren Sicherheitsstudien über genmanipulierte Lebensmittel begonnen haben. Aber wie war es damals?

Mitarbeiter der Amerikanischen „Food and Drug Administration“ bedrängten ihre Vorgesetzten, Langzeitstudien durchzuführen. Sie vermuteten, genmanipulierte Nahrungsmittel seien gefährlich, weil sie zu Vergiftungen und zum Ausbruch von neuen unbekannten Krankheiten führen könnten. Die FDA, so meinte Dr. Bernhoft, spielte die Befürchtungen herunter.

Die Warnungen der Wissenschaftler wurden ignoriert. Man bezeichnet in den USA Kurzzeitstudien, die die Leute beruhigen sollen, als Tabakwissenschaften [2].

Debatte um die „Pille danach“ in Deutschland

Derartige Kontroversen kann man auch auf anderen Gebieten beobachten. Weltweites Aufsehen erregte im Dezember 2012 eine Auseinandersetzung bezüglich der Abgabe der ‚Pille danach’ (PD) in Köln. Ein katholisches Krankenhaus erlaubte schließlich die Freigabe der Pille danach im Fall einer Vergewaltigung.

Kardinal Meisner wurde von Frauenärzten über ein neues verfügbares Präparat zur Notfallkontrazeption in Kenntnis gesetzt. Es handelt sich um die angeblich ausschließlich ovulationshemmende Pille ellaOne®, die Ulipristalacetat (UPA) als Wirkstoff enthält.

Dabei bestehen eindeutige Äußerungen der ellaOne® vertreibenden Firmen Watson- und HRA-Pharma, wonach Ulipristalacetat auch eine nidationshemmende (frühabtreibende) Wirkung aufweist. Nur wenige Wissenschaftler erwähnen diesen Zusammenhang.

Nachweis frühabtreibender Wirkung

Prof. Dr. Rudolf Ehmann hat  im November 2013 in einer langen Abhandlung mit dem Titel „Kontroverse um Wirkungsmechanismen von Postkoitalpillen“ die nidationshemmende Wirkung des UPA eindeutig bestätigt.

Es handelt sich um einen selektiven Progesteron-Rezeptor-Modulator (SPRM), der die Progesteronwirkung im inneren Genitale der Frau außer Kraft setzt, wodurch insbesondere die Tubenfunktion und das Endometrium so verändert werden, dass eine Einnistung des Embryos nicht erfolgen kann. Die agonistische Wirkung auf die Progesteronrezeptoren im Ovar bewirkt eine negative Rückkopplung. Damit wird die LH-Ausschüttung reduziert. bzw. der LH-Peak verhindert (Hypothalamus-Hypophysen-Achse).

Die Ovulationshemmung ist in diesem Fall der Hauptwirkmechanismus, jedoch nicht der alleinige Wirkmechanismus. Wird UPA während des LH-Anstiegs verabreicht, findet in 79% kein Eisprung statt. Damit hätte man in 21% „Durchbruchsovulationen“, bei denen dann ein nidationshemmender Effekt zum Tragen kommt, beschreibt Prof. Ehmann.

Angriff auf menschliches Leben

Die Wirkungsdauer von ellaOne® bis 120 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr beruht demnach nicht nur auf der Ovulationshemmung. Die angegebene hohe Sicherheit des UPA deutet auf eine Nidationshemmung hin. Diese übernimmt jetzt die Rolle der Hauptwirkung. Somit hat das Ulipristalacetat eine lebensvernichtende Wirkung aufgrund der Nidationshemmung«. Es handelt sich um einen indirekten Angriff auf entstandenes Leben, indem ihm die nötigen Voraussetzungen zu seinem Weiterleben entzogen werden.

EllaOne® beschleunigt des weiteren die Tubenpassage der Eizelle  –  und das Endometrium wird nicht auf eine Einnistung vorbereitet.

Aus der Tierzucht weiß man, dass Embryos, die am 3. Tag in den Uterus eingebracht werden, schlechtere Überlebenschancen haben, weil sie sich in einem zu frühen  Entwicklungsstadium befinden [3]. Bei Menschen und Primaten findet die Einnistung zwischen dem 7-9 Tag im Blastozystenstadium statt [4].

Die Schlussfolgerung zu der Prof. Ehmann in seiner Studie kommt ist, dass ellaOne® dem  medikamentösen Schwangerschaftsabbruchs-Präparat Mifepriston (RU 486, Mifegyne®) ähnelt. Aus katholischer Sicht sollte somit auch ellaOne® abgelehnt werden.

Führenden Wissenschaftlern wie Dr. James Trussell, Direktor des Princeton’s Office of Population Research sowie Dr. Elizabeth G. Raymond bestätigen diese Ergebnisse.

Ganz klar heißt es in ihrem Statement vom Februar 2013: „Die Morning After Pill  (Pille danach) verhindert nicht immer den Eisprung – und der Embryo wird somit an einer Einnistung gehindert. Frauen, die solche Präparate einnehmen, müssen darauf hingewiesen werden, damit sie eine fundierte Entscheidung treffen können.“ [5]

HIER unser INFO zu Dr. Breburdas jüngstem Buch: https://charismatismus.wordpress.com/2013/12/01/unser-buch-tip-globale-chemisierung/


[1] Edith Breburda, Promises of New Biotechnologies, Scivias Veralg, September 2011, ISBN-10: 0615548288, ISBN-13: 978-0615548289
[2] Edith Breburda, Globale Chemisierung,vernichten wir uns selbst. Kindle E-book, Scivias Veralg, Nov. 2013
[3] Edith Breburda, Verheissungen der neuesten Biotechnologien, Christiana Verlag 2010
[4] Breburda EE, Dambaeva SV, Golos TG. Selective: Distribution and Pregnancy-Specific Expression of DC-SIGN at the Maternal-Fetal Interface in the Rhesus Macaque: DC-SIGN is a Putative Marker of the Recognition of Pregnancy. Placenta 2006, 27, 11-21
[5] Craine P. B.: World’s top authority on morning after pill says women must be told it may cause abortions. 22. Feb. 2013

Lebensrechtler und Ärzte gegen rezeptfrei erhältliche „Pille danach“

Auf Kritik von Lebensrechtlern stößt die Forderung des Bundesrates, dass die „Pille danach“ in Apotheken rezeptfrei erhältlich sein soll. Am 5. Juli war die Ländervertretung einem Antrag von Baden-Württemberg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Bremen gefolgt, auf die Freigabe des Medikaments mit dem Wirkstoff Levonorgestrel zu dringen. nodstartbild_program_13_14

Wenn es spätestens 72 Stunden nach einem Geschlechtsverkehr eingenommen werde, könne es eine Schwangerschaft verhindern, hieß es. Die derzeitige Pflicht, dass ein Arzt das Medikament verschreiben müsse, könne dazu führen, dass insbesondere an Wochenenden zu viel Zeit verstreiche. Die notwendige Beratung sei auch durch den Apotheker möglich.

Außerdem plädiert der Bundesrat dafür, dass Frauen unter 21 Jahren das Präparat wie bisher kostenfrei erhalten. Damit der Beschluss wirksam wird, muss das Bundesgesundheitsministerium die Arzneimittelverschreibungsverordnung ändern. Eine Verpflichtung bestehe dazu nicht, teilte ein Ministeriumssprecher auf Anfrage der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA mit.

Ärztevertreter gegen Freigabe

Unter Fachleuten ist die Freigabe von Levonorgestrel umstritten. Bei einer Anhörung des Gesundheitsausschusses des Bundestags im April befürworteten Mitarbeiter von Pharmaunternehmen und der Organisation „pro familia“ die Freigabe. Hingegen sprachen sich Ärztevertreter gegen die Freigabe aus. Nur Mediziner könnten eine kompetente Beratung gewährleisten.

Bei einem Forum des Treffens Christlicher Lebensrechts-Gruppen (TCLG) ebenfalls im April setzten sich Organisationen wie „Ärzte für das Leben“, der Bund Katholischer Ärzte, die deutsche Sektion der Europäischen Pro-Life-Ärzte sowie der Verein der „Christen im Gesundheitswesen“ für den Beibehalt der Rezeptpflicht ein.

Am 15. Mai hatte der Bundestag mit den Stimmen von CDU/CSU und FDP zwei Anträge auf Freigabe des Medikaments abgelehnt, die die SPD und die Links-Partei eingebracht hatten.

Steeb: Forderung „völlig inakzeptabel“

Der Vorsitzende des Treffens Christlicher Lebensrechts-Gruppen, Hartmut Steeb (Stuttgart), nannte die Forderung des Bundesrates „völlig inakzeptabel“. Durch die Freigabe des Medikamentes würden Frauen verstärkt dem Druck ihrer Freunde ausgesetzt, „das Kind wegmachen zu lassen“, sagte Steeb gegenüber IDEA.

Nach allen Erkenntnissen der Medizin sei eine frühabtreibende Wirkung des Medikaments nicht auszuschließen. Es trüge damit zur Vernichtung menschlichen Lebens bei. Steeb ist hauptberuflich Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz und ehrenamtliches Vorstandsmitglied des BVL (Bundesverbandes Lebensrecht).  

Quelle: http://www.idea.de


Erzbischof Zimowski widerspricht Kardinal Meisner: „Es ist bekannt, daß die „Pille danach“ abtreibend wirkt.“

Kurien-Erzbischof Zygmunt Zimowski, der Präsident des Päpstlichen Rates für die Kranken-Pastoral, kritisierte bei der 66. Weltgesundheitsversammlung in Genf eine Resolution über „lebenserhaltende“ Maßnahmen.

Seine Ansprache vom 22. Mai 2013 wurde von der Nachrichtenseite lifesitenews.com veröffentlicht. Der Vatikanvertreter erklärte: „Es ist bekannt, dass die Pille danach abtreibend wirkt.images

Erzbischof Zimowski betonte, daß die „Pille danach“ wohl kaum unter dem Begriff der „lebensrettenden“ Produkte geführt werden könne: „Wenn eine Befruchtung bereits stattgefunden hat, dann verursachen gewisse Substanzen in der ‚Pille danach‘ eine abtreibende Wirkung.“

„Direkte Attacke gegen das Leben eines Kindes“

Es sei für seine Delegation völlig inakzeptabel  –  so der Erzbischof  –  ein medizinisches Mittel, das eine „direkte Attacke gegen das Leben eines Kindes im Mutterleib“ darstellt, als „lebensrettend“ zu bezeichnen oder gar zur Verbreitung solch tödlicher Substanzen in allen Teilen der Welt zu ermutigen.

Fast zeitgleich mit Erzbischof Zimowski leugnete Kardinal Joachim Meisner erneut hartnäckig die frühabtreibende Wirkweise der Pille danach:

Am 20. Mai 2013 erklärte der Kölner Erzbischof gegenüber der „Stuttgarter Zeitung“, es sei „klar“, daß es „mittlerweile eine Pille danach ohne abtreibende Wirkung“ gäbe.

„Alle Bischöfe wussten bis zum Januar nicht, dass es so eine Pille gibt“, fuhr der Kardinal fort. Meisner sah sich jedoch außerstande, den Namen der angeblichen „Pille-danach ohne abtreibende Wirkung“ zu nennen.

Quellen: Lifesitenews, Stuttg. Zeitung


„Pille danach“ im Deutschen Bundestag: potentielle Frühabtreibung bald rezeptfrei?

Anläßlich der Anhörung im Gesundheitsausschuß des Deutschen Bundestages am 24. April 2013 zu den Anträgen von SPD und Die LINKE pro rezeptfreie Abgabe der „Pille danach“ erklärt Susanne Bajog, die Pressesprecherin der Christdemokraten für das Leben (CDL):

 „SPD und Linke fordern in ihren Anträgen ein Ende der Verschreibungspflicht für die „Pille danach“ auf Basis des Wirkstoffes Levonorgestrel. Beide Fraktionen begründen ihre Anträge u.a. damit, daß bei einer rechtzeitigen Einnahme der „Pille danach“ eine Schwangerschaft verhindert werden könne. Baby (2)

Fakt ist jedoch, daß der Einnahmezeitpunkt durch die möglicherweise Schwangere völlig unkontrollierbar ist, und die Wirksamkeit dieser „Pille danach“ laut Hersteller mindestens bis zu 72 Stunden nach der Befruchtung nachgewiesen ist.

In diesem Zeitraum ist daher in vielen Fällen bereits ein lebensfähiger Embryo  gezeugt  – und es kommt damit zu einer offensichtlich erwünschten Frühabtreibung.

Eine starke Lobby der Befürworter behauptet zwar, daß die „Pille danach“ die Einnistung eines Embryos in die Gebärmutter nicht verhindere, sondern ausschließlich die Befruchtung unmöglich mache.

„Zur Pille danach kann es keine Zustimmung geben“

Beweise für diese Aussage sind allerdings bisher nicht erbracht worden. Im Gegenteil: Bislang haben selbst die Hersteller auf die zusätzliche Möglichkeit der Verhinderung der Einnistung hingewiesen.  Schon allein deshalb kann es keine Zustimmung zur „Pille danach“ geben.

Zusätzlich bestehen hinsichtlich der differenzierten Wirkmechanismen dieses erst seit wenigen Jahren am Markt befindlichen hochdosierten Pharmazeutikums  etliche Unklarheiten und Risiken, wie die internationale, wissenschaftliche und politische Debatte darüber zeigt.

Darüber hinaus muß auf die erheblichen gesundheitlichen Risiken auch für die Frauen hingewiesen werden, die mit der Einnahme der „Pille danach“ verbunden sind.  Mögliche gefährliche Nebenwirkungen auch für sie  werden derzeitig kaum thematisiert. Immerhin entspricht die Einzeldosis Levonorgestrel von 1,5 mg in etwa der Hormondosis einer ganzen Monatspackung normaler Verhütungspillen.

Gerade in der letzten Zeit sind beispielsweise in Frankreich (gerade von Bayer „Diane 35“) und den USA schon niedrigdosierte, gängige „Anti-Babypillen“ von den Aufsichtsbehörden vom Markt genommen worden, da es u.a. zu Thrombosen mit Todesfolgen gekommen ist. 

Ferner gibt es Gegenanzeigen, bei denen ohnehin die  „Pille danach“ nicht eingenommen werden darf. Bei rezeptfreier Abgabe entfällt eine ärztliche Abklärung der Risiken,  die Rezeptfreiheit ermöglicht den Pharmaunternehmen lebhaftes Marketing für ihre Produkte und  Minderjährige ohne Altersbeschränkung hätten jederzeit freien Zugang.

Auch mit Rezeptpflicht wurde die „Pille danach“ allein in 2011 bereits über 367.427 Mal verschrieben. Auch wenn sogar Produzenten vor einem zu häufigen Einsatz warnen, steht zu befürchten, daß diese Präparate, da sie günstiger (im Internet schon für unter 15 € angeboten) und gezielter einsetzbar sind, bald von vielen Frauen als gängiges Mittel eingenommen werden. Sichere Verhütung und „sichere“ Frühabtreibung kommen so in einem Produkt  wirksam und preiswert zusammen.

Es ist mehr als erstaunlich, wie sich jetzt ausgerechnet in einem so sensiblen, medizinischen Bereich gerade SPD und Die LINKE für völlige, unkontrollierte Marktliberalisierung von Pharmaprodukten  einsetzen, wo es doch immerhin um die Gesundheit und das Leben von Frauen und Kindern geht. Hoffentlich erteilt der Bundestag dieser Fehlentwicklung mit einer klaren Mehrheit eine deutliche Absage!“

Die Christdemokraten für das Leben (CDL) sind eine Initiative in der CDU/CSU mit 5000 Mitgliedern, darunter zahlreiche Bundestags-, Landtags- und Europa-Abgeordnete sowie Kommunalpolitiker.
CDL – Christdemokraten für das Leben
Schlesienstr. 20, D-48167 Münster
Tel.: 0251 / 6 28 51 60  / Fax: 0251 / 6 28 51 63
info@cdl-online.de
http://www.cdl-online.de

Fakten und Klarstellungen des BVL zur „Pille danach“

Pressemitteilung des Bundesverbandes Lebensrecht:

Nach dem Frühjahrsforum des Treffens Christlicher Lebensrecht-Gruppen (TCLG) mit dem Schwerpunkt „Pille danach  –  Fakten, Hintergründe, Konsequenzen“, an dem zahlreiche Vertreter von Beratungsstellen für Schwangere in Notlagen, Initiativen und Ärztevereinigungen zum Lebensrecht teilgenommen haben, erklärt der Vorsitzende des Bundesverbands Lebensrecht (BVL) , Martin Lohmann:

Forderung an Bundestag nach Ablehnung der rezeptfreien „Pille danach“

Der Bundesverband Lebensrecht appelliert an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, dem Gesetzesvorhaben von SPD und Linkspartei nicht zuzustimmen, die sog. „Pille danach“ in Deutschland verordnungsfrei zugänglich zu machen. (Anhörung im Gesundheitsausschuss am 24.4.2013)  embryofoto

Ärztliche Beratung im Hinblick auf hochdosierte Hormonpräparate mit unwägbaren Risiken für die Gesundheit von Frauen wäre praktisch abgeschafft, eine vervielfachte Anwendung, oftmals angstmotiviert und überflüssig, wäre die absehbare Folge. Allein im Jahr 2011 wurde die Pille danach mehr als 360.000 mal verschrieben und verkauft.

Kein Ausschluss frühabtreibender Wirkung möglich

Bis heute gibt es keine überzeugende oder sichere wissenschaftliche Evidenz, die eine ausschließlich befruchtungsverhindernde Wirkung belegen könnte.

Es ist im Gegenteil nach wie vor, auch nach Hersteller- und pharmakologisch-medizinischen Angaben, von einer auch zusätzlich frühabtreibenden Wirkung im Sinne einer Störung der Weiterentwicklung eines bereits gezeugten Embryos auszugehen.  images

Daher sprechen sich nicht nur die Mitgliedsverbände des Bundesverbandes Lebensrecht gemeinsam grundsätzlich gegen den Einsatz der aktuell am Markt befindlichen „Pillen danach“ aus.

Gewissensfreiheit für Ärzte und Apotheker sicherstellen

Zusätzlich ist angesichts der jetzigen Initiativen zur Forcierung des Einsatzes der „Pille danach“ als einem jederzeit verfügbaren pharmakologischen Präparat zur Verhinderung und Abbruch einer Schwangerschaft zu unterstreichen, dass Ärzte und Apotheker (nicht nur in kirchlichen Einrichtungen) uneingeschränkte Sicherheit haben und keine Nachteile befürchten müssen, wenn sie aus Gewissensgründen die Mitwirkung bei Verordnung oder Aushändigung der „Pille danach“ ablehnen.

Präzisierung von Aussagen der DBK und EKD erforderlich

Es ist dringend nötig, sowohl seitens der Kirchen als auch seitens der Ärzteverbände, kürzlich erfolgte relativierende Aussagen zu präzisieren. In diesem Sinne ist die am 10.4.13 eingesetzte gemeinsame Arbeitsgruppe von DBK, EKD und Bundesärztekammer zu begrüßen.

Der Bundesverband Lebensrecht fordert, am Markt erhältliche Präparate konkret zu benennen, die das Kriterium der ausschließlichen Befruchtungsverhinderung zweifelsfrei erfüllen würden, was international vor allem von Abtreibungsbefürwortern behauptet wird, die die Verhinderung einer Einnistung des Embryos in die Gebärmutter (Nidation) ohnehin nicht als Abtreibung definieren.

Angeführte Studien sind auf Herkunft, Finanzierung, Validität und Befangenheit sorgfältig zu untersuchen und öffentlich zu benennen.

Konsequente Neuausrichtung am Lebensrecht dringend geboten

Der Bundesverband Lebensrecht nimmt die aktuelle Diskussion zum Anlass, in Erinnerung zu rufen, dass die im § 218 (1) getroffene Festlegung, dass „Handlungen, deren Wirkung vor Abschluss der Einnistung des befruchteten Eies in der Gebärmutter eintritt, nicht als Schwangerschaftsabbruch im Sinne dieses Gesetzes gelten“, schon seit Jahrzehnten weder den biologischen Erkenntnissen über die Embryonalentwicklung (und damit dem Beginn des menschlichen Lebens) entspricht  –  auch nicht der jüngsten Gerichtssprechung des Europäischen Gerichtshofs. Demzufolge dürfen embryonale Stammzellen nicht patentiert werden. Da für die Gewinnung Embryonen zerstört werden, verstößt dies gegen den Schutz der Menschenwürde, die bereits jedem Embryo in seiner frühen Lebensphase zukommt.

Den weitreichenden Implikationen und rechtlichen und medizinethischen Folgerungen dieses Urteils versucht eine der ersten europäischen Bürgerinitiativen Geltung zu verschaffen, die der Bundesverband Lebensrecht daher nachdrücklich unterstützt: http://www.oneofus.eu / http://www.1-von-uns.de

 


Erklärung der „Europäischen Ärzte-Aktion“ und der Vereinigung kath. Ärzte der Schweiz zur „Pille danach“

GEMEINSAMES SCHREIBEN der beiden Dachverbände an Kardinäle, Erzbischöfe und Bischöfe der katholischen Kirche:

Mit grosser Besorgnis haben die beiden Ärzteverbände, die Europäische Ärzteaktion und die Vereinigung der katholischen Ärzte der Schweiz die Diskussionen um die „Pille danach“ verfolgt.

Die Erklärung von S.E. Kardinal Joachim Meisner und die Erläuterungen der Pressestelle des Erzbistums Köln zur „Pille danach“ haben zu grosser Verunsicherung und Unruhe innerhalb und ausserhalb der Kirche geführt.

Die wissenschaftliche Datenlage zur Wirkungsweise der „Pille danach“ ist nicht gesichert und wird in Wissenschaftskreisen kontrovers bewertet. Insbesondere eine ausschliessliche ovulationshemmende Wirkung darf als nicht bestätigt angenommen werden.

Die frühabtreibende Wirkung der „Pille danach“ kann weiterhin nicht ausgeschlossen werden. images (2)

Um mit Laun zu sprechen: »Auch die Möglichkeit einer solchen Wirkung führt bereits zu einem kategorischen Nein auf der Ebene der Moral«… »Wenn das [die Nidationshemmung] aber auch nur möglicherweise so ist, dann müsste jeder, der die Verhütung als Mittel im Kampf gegen die Abtreibung propagiert, mindestens mit gleicher Intensität gegen alle abortiven ›Verhütungs‹-Mittel auftreten«.

In der Literatur bestehen hinreichende Anhaltspunkte für die Wahrscheinlichkeit auch einer nidationshemmenden Wirkungsweise beider zur Zeit verfügbaren „Pillen danach“, allein schon aus pharmakokinetischer und -dynamischer Sicht.

PiDiNa®: Levonorgestrel 1,5 mg (LNG):

LNG muss bis spätestens 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden, je früher, desto besser. LNG kann die Ovulation hemmen, wenn es 3 Tage vor dem LH-Anstieg eingenommen wird. Vom LH-Anstieg bis zur Ovulation dauert es ca. 18 Stunden.

Als Beispiel zwei Zitate zu Levonorgestrel, das in der LNG-haltigen „Pille danach“ in einer 50-fachen Dosis einer Minipille enthalten ist:

„Levonorgestrel … wirkt auf vielen Ebenen kontrazeptiv. […] Die kontrazeptive Wirkung von Levonorgestrel wird auch dadurch bestätigt, dass es eine Schwangerschaft durch Beeinflussung von Endometrium/Blastozysten unterbrechen kann.“

„Die fertilitätshemmenden Wirkungen von Levonorgestrel werden weiterhin durch seine Fähigkeit, durch Störung des Endometriums/der Blastozyste eine bestehende Schwangerschaft zu unterbrechen, bestätigt.“

Das sind Feststellungen, die durch neuere Studien noch widerlegt werden müssten!

Gemäss Rella spielen insbesondere Störungen der Eileitermotilität mit verzögertem Embryotransport in die Gebärmutterhöhle und eine „gestörte Zeitabstimmung zwischen der Keimes- und Endometriumsentwicklung“ eine wichtige Rolle, „die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Einnistung sind (fehlende Phasenkonkordanz)“.

Rella nimmt in mindestens 51% der Fälle eine frühabtreibende Wirkung an.

ellaOne®: Ulipristalacetat 30 mg (UPA):

UPA ist ein Progesteron-Rezeptor-Modulator, verwandt mit Mifepriston (Mifegyne® /RU 486), der Abtreibungspille. Man kann es bis 120 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr einnehmen. Es soll aber auch baldmöglichst nach erfolgtem Verkehr genommen werden.

UPA soll den Eisprung noch hemmen, wenn es kurz vor der Ovulation eingenommen wird. Dies ist aber nur noch zu 8% der Fall, wenn es nach dem LH-Gipfel eingenommen wird4. Bei Einnahme nach dem Eisprung hat es einen Einfluss auf das Endometrium im Sinne einer Abnahme der Schleimhautdicke und der progesteronabhängigen Entwicklung desselben, was einer nidationshemmenden Einwirkung entspricht.

Als Progesteron-Rezeptor-Modulator besetzt UPA die Progesteron-Rezeptoren, beispielsweise im Eierstock, den Eileitern und der Gebärmutterschleimhaut, sodass das natürliche Progesteron dort nicht mehr andocken kann. Dies kommt einem Entzug dieses für die Einnistung und den Schwangerschaftserhalt unerlässlichen Hormons gleich.

Somit kann auch für UPA eine nidationshemmende Wirkung absolut nicht ausgeschlossen werden.

Allein schon die Zeitachse der Wirksamkeit von UPA mit der ‚erfolgreichen’ Einnahme bis 120 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr kann nicht nur auf der Ovulationshemmung beruhen. Auch die noch höhere Sicherheit von UPA spricht dafür, da unter UPA nur 2,1% Schwangerschaften auftreten, ohne UPA wären es 5,5%.

Aufgrund der nur rudimentär geschilderten Wirkmechanismen von LNG und UPA darf nicht auf eine ausschliessliche Ovulationshemmung der beiden Substanzen geschlossen werden, sondern muss auch die Nidationshemmung ernsthaft in Betracht gezogen werden.

„Eine Inkaufnahme der Tötung ist ethisch nicht vertretbar“

Für christlich eingestellte Ärzte kann daher die Applikation dieser Pharmaka nicht in Frage kommen.

Die lehramtlichen Äusserungen der römisch-katholischen Glaubenskongregation sind demnach weiterhin gültig und massgebend.

Eine Abwägung zwischen den ovulationshemmenden und frühabtreibenden Wirkungen mit Inkaufnahme der Tötung des Fötus bzw. Embryos ist ethisch nicht vertretbar.

Die ACTIO CUM DUPLICI EFFECTU, also das Prinzip der doppelten Wirkung, wurde von Kardinal Meisner im Zusammenhang mit der Freigabe der „Pille danach“ ebenfalls angeführt.

Gemäss der katholischen Morallehre ist hierfür Voraussetzung, dass nichts in sich Schlechtes im Spiel ist, wie dies beispielsweise im ‚Bioethics Summer Course 2008’ von Prof. Joseph Tham, LC, in Rom, am Päpstlichen Athenaeum Regina Apostolorum, erläutert wurde.

Prof. Tham hat die Verabreichung der „Pille danach“ auch im Falle einer Vergewaltigung ausdrücklich abgelehnt, da die Nidationshemmung in sich schlecht sei!

Er sagt hierzu: „It is not permissible, however, to initiate or to recommend treatments that have as their purpose or direct effect the removal, destruction, or interference with the implantation of a fertilized ovum.”

Erlaubt hingegen seien Medikationen, welche die Ovulation, die Spermienkapazitation oder die Befruchtung verhindern. Da dies bei LNG und UPA nicht ausschließlich der Fall ist, sind sie nicht im Sinne der doppelten Wirkung anwendbar!

Man muss sich bewusst sein, dass jede „Pille danach“ vom Grundkonzept her so beschaffen ist, dass die Geburt eines Kindes verhindert werden soll. Somit wäre es illusorisch zu glauben, dass nur die Ovulationshemmung intendiert sei, zumal Vergewaltigungen  –  und natürlich auch sonstiger unvorhergesehener Geschlechtsverkehr   –   nicht nur vor der Ovulation stattfinden, sondern zu jedem Zeitpunkt im Verlaufe eines Zyklus.

Der Zeitraum nach erfolgter Ovulation mit allfälliger Befruchtungsmöglichkeit muss dementsprechend zwangsläufig ebenfalls ‚abgesichert’ sein! Und dies kann bis heute ‚zuverlässig’ praktisch nur durch die Nidationshemmung geschehen.

Die Zukunft der ‚emergency contraception’ sieht diesbezüglich nicht besser aus, wie folgender Ausblick zeigt: „Taken together, there is still a need to develop more effective EC methods. To ensure the highest efficacy and to cover the entire window of fertility, the ideal agents for EC also need to target the endometrium and should be possible to use on demand pre- or postcoitally.“

Hier wird das Endometrium explizit als Zielorgan der Forschung für prä- und postkonzeptionelle Methoden benannt, was wiederum auf die Nidationshemmung hinweist.

Wir bedauern sehr, dass sich durch die aus unserer Sicht übereilte Übernahme ungesicherter wissenschaftlicher Daten eine weitere Aufweichung moralischer Prinzipien und eine fortschreitende innerkirchliche Spaltung abzeichnet.

Die beiden unterzeichnenden Ärztevereinigungen bitten Sie, die unterschiedlichen ärztlichen Bewertungen und Sichtweisen zur „Pille danach“ in Ihre weiteren Erwägungen einzubeziehen.

Mit vorzüglicher Hochachtung und verbunden im Bemühen um eine wissenschaftlich fundierte Klärung der Faktenlage zu dieser Thematik

Dr. med. Rahel Gürber
Präsidentin der Vereinigung der
katholischen Ärzte d. Schweiz VKAS
____________________________
Dr. med. Bernhard Gappmaier
Erster Vorsitzender der
Europäischen Ärzteaktion e.V.


IMABE-Institut bestätigt frühabtreibende Wirkweise aller Präparate der „Pille danach“

Warum lobt IMABE dennoch die verwirrende „Pillen-Erklärung“ Kardinal Meisners?

IMABE, das Institut für medizinische Anthropologie und Bioethik in Wien, veröffentlichte am 13. Februar dieses Jahres eine Stellungnahme zur Wirkweise diverser „Pille danach“ angesichts der gegenwärtigen Debatte zu diesem „heißen Eisen“   –  und fügte in einem Anhang aktualisierte medizinische Erläuterungen hinzu.

Bereits vor ca. drei Jahren hatte IMABE-Direktor Prof. Dr. Johannes Bonelli in einem Fachartikel dargelegt, daß die seit Jahrzehnten bekannten Präparate der „Pille danach“ mit dem Wirkstoff Levonorgestrel (LNG)  –  es handelt sich dabei um ein künstliches Gestagen-Hormon   –  dann eine frühabtreibende Wirkung entfalten,  wenn sie kurz vor, während oder relativ bald nach dem Eisprung eingenommen werden  –  und sofern eine Befruchtung stattfand.  images

In den jetzigen Erläuterungen des IMABE-Wissenschaftsinstituts wird auch der Wirkmechanismus einer neueren Variante der „Pille danach“ untersucht, die erst seit 2009 unter dem Handelsnamen EllaOne im Umlauf ist:

Dieses Präparat enthält kein Kunst-Gestagen wie die „klassische“ Pille-danach, sondern blockiert durch den Wirkstoff Ulipristalacetat die natürliche Funktion jenes Geschlechtshormons Progesteron, das z.B. den Eisprung der Frau ebenso reguliert wie den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. 

Wird nun das Progesteron in seiner eigentlichen Wirkweise durch Ulipristal blockiert, dann logischerweise in beiderlei Hinsicht, also nicht nur betreffs Eisprung, sondern auch hinsichtlich der Nidation bzw. Implantation, die gehemmt bzw verhindert wird.

Diese Nidationshemmung bedeutet aber, daß sich der Keimling bzw. Embryo  –  die kleinste Erscheinungsform des Menschen  –  nicht in die Gebärmutter einnisten kann, also innerhalb der ersten oder zweiten Woche seiner Existenz abstirbt.

Sowohl die herkömmliche „Pille danach“  (Levonorgestrel) wie auch die „jüngere“ Variante (Ulipristal) wirken potentiell frühabtreibend, wenn sie zu einem Zeitpunkt eingenommen werden, in dem eine Verhinderung des Eisprungs nicht mehr möglich ist.

Die Stellungnahme von IMABE bestätigt diese abortive Wirkung von Ulipristal mit ausführlichen Erläuterungen unter dem Zwischentitel „Nidationshemmende Wirkung von Ulipristal“.  –  Das Präparat wird als „Nachfolgepräparat der Abtreibungspille Mifepristone“ bezeichnet.

„Ulipristal hat auch abtreibende Wirkung“

Zudem heißt es: „Ulipristal hat ovulationshemmende, aber  –  dosisabhängig wie Mifepristone  –  auch abtreibende Wirkung.“  –  Dieser Befund wird mit Studien belegt.

Der Vergleich der herkömmlichen mit der jüngeren „Pille danach“ zeigt zwar methodisch unterschiedliche Wirkmechanismen, doch das Ergebnis bzw. der frühabtreibende Faktor ist grundsätzlich derselbe, wie IMABE klarstellt:

„Der Anteil der nidationshemmenden Wirkung ist bei beiden Präparaten praktisch gleich groß.“

Wir halten demnach fest, daß alle im Handel erhältlichen Sorten der „Pille danach“ potentiell frühabtreibend wirken, wenn die Präparate relativ kurz vor dem Eisprung, während dieser Phase oder im baldigen Zeitraum danach eingenommen werden.

Aber selbst dann, wenn die „Pille danach“ zu einem für die Verhütung passenden Zeitpunkt eingenommen wird, ist die Verhinderung der Befruchtung durchaus nicht hundertprozentig gewährleistet. Findet dennoch eine Empfängnis statt, dann tritt die frühabtreibende Wirkung in Kraft  –  sie ist gleichsam ein schlußendlicher „Sicherheitsfaktor“. baby

Das IMABE-Institut schreibt jedenfalls zu den „beiden Substanzen“ (Levonorgestrel, Ulipristal) Folgendes (Linie von uns):

„Gemeinsam ist ihnen, dass sie den Eisprung hemmen oder um einige Tage verzögern und dadurch eine Befruchtung nach Geschlechtsverkehr verhindern können, wenn die „Pille danach“ rechtzeitig vor dem zu erwartenden Eisprung eingenommen wird.“

Es heißt hier nicht, daß diese Substanzen Eisprung und Befruchtung „verhindern“, sondern verhindern „können“.

Dabei ist grundsätzlich zu bedenken: Auch bei der „empfängnisverhütenden“ Anti-Baby-Pille, die von Frauen dauerhaft eingenommen wird, kann es zu sog. Durchbruchs-Ovulationen kommen, so daß eine Empfängnis stattfindet, was zur Folge haben kann, daß das befruchtete Ei sich wegen des nidationshemmenden Pillenfaktors nicht in die Gebärmutter einnistet, der Keimling also stirbt.

Daher enthalten auch „normale“ Pillen einen potentiell frühabtreibenden Faktor (der je nach Hormonbestandteilen differiert), worauf die hohe Sicherheit der Pille beruht.  Diese abortive Wirkweise bestätigt auch IMABE   –  siehe hier.

Unabhängig von diesem speziellen Aspekt steht aber ohnehin fest, daß bislang keine „Pille danach“ ohne Nidationshemmung bekannt ist.

Dieser Befund  w i d e r s p r i c h t   jedoch jenen entscheidenden Aussagen von Kardinal Meisner, der am 31. Januar 2013 in seiner aufsehenerregenden Erkärung eingangs festgestellt hat:

„Aus gegebenem Anlass habe ich mich mit Fachleuten über die Frage der Verordnung der so genannten „Pille danach“ beraten. Dabei wurde deutlich, dass darunter unterschiedliche Präparate mit unterschiedli­chen Wirkprinzipien zu verstehen sind, deren Wirkungen und Nebenwirkungen sich in der wissenschaftlichen Diskussion immer weiter klären. Daraus ergeben sich ethische Konsequenzen.

Wenn nach einer Vergewaltigung ein Präparat, dessen Wirkprinzip die Verhinderung einer Zeugung ist, mit der Absicht eingesetzt wird, die Befruchtung zu verhindern, dann ist dies aus meiner Sicht vertretbar.“

In Meisners Text ist ausdrücklich vonunterschiedliche Präparate mit unterschiedli­chen Wirkprinzipiendie Rede, so daß unmittelbar der Eindruck entsteht, als gäbe es zwei verschiedene Varianten der „Pille danach“, nämlich einerseits jene, die empfängnisverhütend wirken  – und andererseits jene, die eine Nidation verhindern, die also im Falle einer Befruchtung abortiv (frühabtreibend) sind.

Eine „Pille danach“ ohne frühabtreibenden Faktor gibt es aber nicht, wie IMABE in seinem medizinischen „Anhang“ ebenfalls feststellt.

Meisners „Wunschpille“ gibt es nicht

Es handelt sich bei den Darlegungen des Kölner Erzbischofs  insofern um eine Art „Phantom-Pille“   –  man könnte auch von „Meisners Wunschpille“ sprechen.

Es ist aber gewiß keine „Kardinaltugend“   –  weder eine der Klugheit noch der Gerechtigkeit, geschweige der Tapferkeit  –  eine verwirrende öffentliche Debatte über die „Pille danach“ und ihre kirchliche Beurteilung anzustoßen, wobei hypothetische Was-wäre-wenn-Argumente wie ein klarer Sachverhalt präsentiert werden, obwohl dies von der wissenschaftlich nicht gedeckt ist.

Daß der Kölner Kardinal nicht etwa nur von diversen Medien, sondern auch von katholischen Fachleuten durchaus so verstanden wurde, als gäbe es rein empfängnisverhütende „Pillen danach“, erweist sich beispielhaft anhand eines Domradio-Gesprächs mit Dr. Manfred Lütz:

Am 31. Januar 2013 veröffentlichte Meisners Kirchenfunk dieses Interview mit dem Psychiater und Theologen, der die „Pillen-Erkärung“ des Kardinals vom selben Tag lobte und als “beeindruckende Reaktion” würdigte.

Bereits in seiner ersten Antwort bestreitet Dr. Lütz weitgehend eine frühabtreibende Wirkung der “Pille danach”:

“Bei den beiden derzeitig auf dem Markt befindlichen Pillen danach ist von Wissenschaftlern ganz offenbar, zumindest bei der einen Pille, möglicherweise aber auch bei der anderen, kein nidationshemmender Effekt feststellbar, wobei in der Wissenschaft wie immer unterschiedliche Beurteilungen existieren.”

Im nächsten Satz erklärt Dr. Lütz sogar ohne Wenn und Aber, das “Wirkprinzip Nidationshemmung” sei bei den beiden Präparaten nicht der Fall”.

Dies widerspricht  freilich seiner vorhergehenden Aussage, wonach diesbezüglich “in der Wissenschaft wie immer unterschiedliche Beurteilungen existieren” würden.

Sein Interview offenbart jenen Irrtum, den er aus Meisners Stellungnahme ableitet: Es gäbe Präparate der „Pille danach“ ohne frühabtreibende Wirkung   –   immerhin bezieht sich Dr. Lütz hierbei auf die Pillen-Erklärung des Kardinals.

Äußerst problematisch ist im Meisner-Text aber auch folgende Aussage zum angeblich wünschenswerten Verhalten kath. Krankenhäuser gegenüber vergewaltigungsbetroffenen Frauen:

“Darüber hinaus ist nichts dagegen einzuwenden, dass sie in diesem Fall auch über Methoden, die nach katholischer Auffassung nicht vertretbar sind, und über deren Zugänglichkeit aufklären, wenn sie dabei, ohne irgendwelchen Druck auszuüben, auf angemessene Weise auch die katholische Position mit Argumenten erläutern.”

Warum sollte eine kath. Klinik “Aufklärung” über frühabtreibende Mittel und deren “Zugänglichkeit“  (!) betreiben?   –  Kann es ernsthaft Aufgabe kirchlicher Einrichtungen sein, den “Zugang” zu Abtreibungsmitteln und damit zur vorgeburtlichen Kindstötung aufzuzeigen?!

Irreführende „Erläuterungen“ der Pressestelle

Ergänzend zum Meisner-Text wurde am 31. Januar zeitgleich eine Stellungnahme  mit “Erläuterungen” der Pressestelle des Kölner Erzbistums veröffentlicht, die mit den Worten beginnt:

“Die Erklärung des Erzbischofs von Köln berücksichtigt neuere Erkenntnisse bezüglich der so genannten „Pille danach”. Sie betrifft nicht die nach katholischer Auffassung nach wie vor abzulehnende Abtreibungspille Mifepriston (RU 486, „Mifegyne”).”

Hier wird nun   –   in diesem Zusammenhang völlig sachfremd  –   das Abtreibungsmittel RU 486 (Mifegyne) ins Spiel gebracht, das aber ohnehin keine Frühabtreibungspille ist, sondern vielmehr die Vernichtung des ungeborenen Kindes in den ersten neun Wochen bewirkt, also schlicht eine chemische Methode der Abtreibung darstellt.

Anscheinend möchte man mit diesem deplazierten Hinweis den Eindruck erwecken, als verträte man durchaus eine eindeutige Haltung gegen Frühabtreibung; dabei geht es bei RU 486 freilich gar nicht um jene Ebene der Nidationshemmung.

Unstrittig ist jedenfalls, daß Kardinal Meisner sowohl für seine eigene Erklärung wie auch für die „Erläuterungen“ seiner erzbischöflichen Pressestelle die Verantwortung trägt.  Somit ist er auch für die  –   durch beide Stellungnahmen entstandene – Verwirrung und Verirrung in der öffentlichen Wahrnehmung mitverantwortlich. 

Mit dieser irreführenden Debatte wurde der kirchlichen Glaubwürdigkeit in puncto glasklarer Lebensschutz ein enormer Schaden zugefügt.

Dennoch schreibt das IMABE-Institut, das der Katholik Dr. J. Bonelli leitet, in einem 13.2.2013 versandten Info-Newsletter wörtlich Folgendes:

„Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hatte aus gegebenem Anlass die ethischen Richtlinien für eine Abgabe der „Pille danach“ festgehalten hat. In einer Erklärung (online, 31.1.2013) stellte Meisner klar, dass die Einnahme bzw. die Verabreichung eines Medikaments, das frühabtreibend wirkt, moralisch unerlaubt ist, da es sich dabei um unerlaubte Tötung menschlichen Lebens handle. Wenn eine „Pille danach“ dagegen die Befruchtung der Eizelle verhindert, ist dies im Fall einer Vergewaltigung sittlich erlaubt.

IMABE begrüßt die klare und eindeutige Stellungnahme des Kölner Kardinals.“

Meisners Erklärung war aber weder klar noch eindeutig, sonst wäre wohl kaum allenthalben in den Medien von einem „sensationellen Kurswechsel“ und ähnlichen Schlagzeilen die Rede gewesen.

Außerdem erweckt seine Erklärung und erst recht jene seiner Pressestelle sehr wohl den unzutreffenden Eindruck, als gäbe es Präparate der „Pille danach“, die rein empfängnisverhütend wirken  – und eben dies trifft nicht zu, wie IMABE selber zweifelsfrei analysiert hat.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Ergänzender HINWEIS: Hier folgt eine diesbezügliche Stellungnahme von Professor M. Spieker:

Der Osnabrücker Professor für Christliche Gesellschaftslehre, Dr. Manfred Spieker, erlaubt uns die Veröffentlichung seines folgenden Briefes an IMABE:

Nach Lektüre der Stellungnahme von IMABE zur Diskussion über die Wirkungsweise der „Pille danach“ ist festzustellen, dass das Lob für die Erklärung von Kardinal Meisner durch die Ergebnisse der Untersuchung nicht gedeckt ist.
1. Die Untersuchung stellt fest, dass jedes Präparat der Pille danach ein Abortivum, also nicht nur ein Ovulationshemmer, sondern auch ein Nidationshemmer ist.
2. Die unterschiedliche Wirkung der Pille danach hängt lediglich davon ab, zu welchem Zeitpunkt des Zyklus der Frau die Pille eingenommen wird.
3. Damit hängt Punkt 1 der Unbedenklichkeitserklärung des Kardinals (Die Verordnung eines Antikonzeptivums nach einer Vergewaltigung ist moralisch unbedenklich) in der Luft. Die entscheidende Frage bleibt doch, ob es dieses Antikonzeptivum gibt. Die Untersuchung macht deutlich, dass es dieses unbedenkliche Präparat nicht gibt. Es gibt lediglich unbedenkliche Phasen im Zyklus der Frau.
4. Fern der Praxis, in der die Pille danach im Internet jederzeit erhältlich ist, fordert die Untersuchung dann eine Verfeinerung des diagnostischen Instrumentariums zur Feststellung der Eireifung und der Bestimmung des Zyklus der Frau. Ein solches Instrumentarium sowie entsprechende therapeutische und rechtliche Regelungen müssten doch geklärt und eingeführt sein, bevor man sich seitens der Kirche und der Moraltheologie zu den ethischen Konsequenzen äußert.

Prof. Dr. Manfred Spieker