Drei Sonderausstellungen in Aachen: Vor 1200 Jahren starb Kaiser Karl der Große

Vor 1200 Jahren  –  am 28. Januar 814  –  starb Kaiser Karl der Große in Aachen. Die Person Karls des Großen und sein Wirken stehen im Mittelpunkt der drei Sonderausstellungen im Karlsjahr 2014, die an drei Orten stattfinden werden.

Neben eigenen Sammlungsbeständen werden zahlreiche bedeutende Leihgaben aus internationalen Museen und Privatsammlungen die Ausstellungen bereichern.

Themen und Stätten der drei Ausstellungen:

„Orte der Macht“: Im Krönungssaal des Rathauses, der ehemaligen Königshalle der Pfalz, stehen die Pfalzen Karls des Großen im Mittelpunkt.

„Karls Kunst„: Im Centre Charlemagne, einem neuen Ausstellungshaus im Kernbereich der Pfalz, wird die kulturelle Blüte der Karolingerzeit anhand hochkarätiger Kunstwerke sichtbar.

„Verlorene Schätze“: In der Domschatzkammer nahe der karolingischen Marienkirche kehren Kostbarkeiten des Kirchenschatzes der Karolingerzeit und des Mittelalters noch einmal an ihren ursprünglichen Platz zurück.

Anlass der Ausstellungen ist der Tod Karls des Großen in seiner Aachener Pfalz „Aquispalatium“ am Samstag, den 28. Januar 814. head_carlomagno

Karl war zu diesem Zeitpunkt König der Franken, König der Langobarden und (west-)römischer Kaiser.

Seit 794 hatte er sich fast ununterbrochen in Aachen aufgehalten und die heißen Thermalquellen aus gesundheitlichen Gründen genutzt. Gleichzeitig ließ er die Pfalz zu einer monumentalen Palastanlage ausbauen.

Die politische Macht hatte sich dadurch  –  ganz im Gegensatz zum zeittypischen Reisekönigtum  –  an einem einzelnen Ort konzentriert. Dort befand sich zudem eine aus Vertretern vieler Völkern bestehende Hofgesellschaft, zu deren Kennzeichen die Anwesenheit von Gelehrten aus allen Teilen des karolingischen Reiches zählte.

Noch am Tag seines Todes wurde Karl in der von ihm neu errichteten und reich ausgestatteten Marienkirche, dem heutigen Dom, beigesetzt.

Otto III. ließ das Grab im Jahr 1000 öffnen und wieder verschließen. 1165 wurde der Leichnam bei der Feier der Heiligsprechung aus dem Grab erhoben und in ein vorläufiges Reliquiar, 1215 dann in den bis heute existierenden Karlsschrein überführt.

Karl wurde zum Ideal eines heiligen Herrschers nach mittelalterlichem Verständnis stilisiert. Sein Grab wurde zum Symbol- und Legitimationsort mittelalterlicher Herrschaft schlechthin. 

Doch bereits in der Generation der Enkel Karls zerbrach das Gebiet in Teilreiche und militärische Auseinandersetzungen. Der Tod Karls markiert insofern einen historischen Wendepunkt vom Bestreben einer Wiederherstellung des römischen Reiches hin zu einem Prozess, aus dem im Laufe der folgenden Jahrhunderte unter anderem Frankreich, Deutschland, die Benelux-Länder und Italien hervorgehen sollten.

1200 Jahre nach Karls Tod wird die Ausstellungstrilogie historische und aktuelle Dimensionen aufzeigen.

Quelle (Text/Fotos): http://www.karldergrosse2014.de/ausstellungen/