Starke Familien schützen Kinder vor Psychoproblemen wg. schwerkranker Eltern

Schwere Krankheiten belasten Angehörige, doch enger Zusammenhalt hilft: Eine neue Studie aus Münster weist darauf hin, daß gut funktionierende Familienbande Kinder von Krebspatienten vor seelischen Problemen und Verhaltensauffälligkeiten schützen können. Scannen0001 (22)

Bei der jetzt in der Fachzeitschrift „Cancer“ publizierten Studie füllten Mitglieder von 235 Familien in Deutschland, in denen mindestens ein Elternteil an Krebs erkrankt ist, Fragebögen zu emotionaler Gesundheit und psychischen Auffälligkeiten aus.
Je schlechter Eltern und Kinder die familiären Beziehungen einstuften, desto häufiger litten die Kinder unter Problemen, erläutert Studienleiterin Dr. Birgit Möller von der Münsterschen Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychotherapie. „Selbst krankheitsbezogene Faktoren wie die Krebsform und die spezifische Behandlung haben keinen so großen Einfluss“, erklärt sie.

Die Fachfrau empfiehlt daher, in solchen Familien parallel zur Krebsbehandlung auf Defizite bei den Familienstrukturen, auf psychische Probleme bei Kindern und auf Depressionen bei Elternteilen zu achten. Risikofamilien könne dadurch gezielt Hilfe angeboten werden.

Rund 21 Prozent aller Krebspatienten sind bei der Diagnose zwischen 25 und 54 Jahren alt, viele haben in ihrem Haushalt Kinder und Jugendliche. Verglichen mit dem Bevölkerungsdurchschnitt gibt es bei Kindern von Krebspatienten häufiger seelischen Streß und Verhaltensauffälligkeiten.

Quellen: Aponet / Kultur und Medien online

Bild: Evita Gründler