Präsident des Lehrerverbands gegen „Verstaatlichung“ der Erziehung

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, warnt vor einer Verstaatlichung der Erziehung.

Der Ausbau von Ganztagsschulen darf nicht dazu führen, dass Eltern bei jeglichen Erziehungs- und Betreuungsaufgaben denken: Dafür haben wir ja den Staat“, sagte Kraus der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS.).

Wer seine Kinder abends „ohne Konflikte, ohne Hausaufgaben, nur noch zum Kuscheln“ abholen wolle, mache es sich zu bequem.

Es sei auch nicht erwiesen, dass die Ganztagsschulen den Halbtagsschulen überlegen seien. „Dafür gibt es keinen einzigen Pisa-Beweis“, so der Verbandschef.

Quelle: dts-Nachrichtenagentur


Schul-Mahlzeiten: Ernährungswissenschaftlerin beanstandet Qualitätsmängel, die im System liegen

Die Hamburger Ernährungswissenschaftlerin Ulrike Arens-Azevêdo warnt vor Qualitätsmängeln bei der Verpflegung von Ganztags-Schülern, wobei das Problem nicht  etwa nur vereinzelt auftritt, sondern weitgehend symstem-immanent ist:

Angesichts der geringen Ausgaben mancher Länder für die Schulmensen könnten die Caterer ihre Personalkosten nur reduzieren, indem sie Niedriglöhne bezahlen und beim Lebensmitteleinkauf sparen.

„Beides passiert  –  und beides geht tendenziell zulasten der Qualität. Den Unternehmen kann man angesichts der Ausschreibungen kaum einen Vorwurf machen – sie kommen auch so nur auf eine Gewinnmarge von vielleicht zwei Prozent“, sagte Prof. Arens-Azevêdo der Welt am Sonntag.

Im Auftrag des Berliner Senats hatte die Professorin eine Studie zu den ökonomischen Zwängen der Schulverpflegung im Land Berlin erstellt, die fast zeitgleich mit der bekanntgewordenen Erkrankung mehrerer tausend Schulkinder vorgelegt wurde.

Die Erkrankungsfälle hätten sie überrascht, sagte Arens-Azevêdo der Zeitung: „Es gibt Vorschriften, die sicherstellen sollen, dass das Schulessen zumindest nicht gesundheitsgefährdend ist. Was leider nicht heißt, dass es auch gesund ist.“

Ihre Studie war mit Hilfe von Modellrechnungen zu dem Ergebnis gekommen, daß die Preise für Mahlzeiten in Berliner Ganztagsschulen die Kosten der Caterer nicht decken: „Es ist verständlich, dass sich Caterer in Berlin zuletzt weigerten, zu diesen Konditionen zu arbeiten„, erklärte die Professorin.

Quelle: Fulda-Info, Welt am Sonntag


Prost Mahlzeit: In Ganztagsschulen, G-Kindergärten und Kitas derzeit größter Ausbruch von Lebensmittelerkrankungen

Am gestrigen 1. Oktober berichtete die Internetausgabe der Tageszeitung DIE WELT unter dem Titel „Das Rätsel um 8000 kranke Schüler“  über die sich häufenden Fälle von Lebensmittelerkrankungen in Kindergärten und Ganztagsschulen, wobei dies vor allem die neuen Bundesländer betrifft.

Das gilt auch für die jetzt bekannt gewordenen Magen-Darm-Erkrankungen bei Schülern in Deutschland. Das Robert-Koch-Institut sprach am Wochenende von mindestens 8365 Fällen.

Dies sei „der mit Abstand größte bekannte lebensmittelbedingte Ausbruch in Deutschland„.

Betroffen sind 342 Einrichtungen in fünf Bundesländern  –  vor allem in Sachsen, in Brandenburg, Berlin und Thüringen sind Kindergartenkinder, Schüler und einige Pädagogen erkrankt.

Die Ursachen werden noch erforscht; die WELT schreibt dazu:

„Als relativ sicher gilt nach Angaben der Behörden jedoch eine Infektion über verseuchtes Essen. Alle betroffenen Einrichtungen wurden demnach von demselben Essenslieferanten versorgt: dem Caterer Sodexo aus Rüsselsheim. Das Unternehmen beliefert täglich mehr als 2000 Schulen und Kindertagesstätten.“

Gleichwohl will das Unternehmen Sodexo aus Frankreich ab sofort wieder seine Massenmahlzeiten liefern. In dem Bericht heißt es zudem:

„Dennoch warnt die Berliner Senatsverwaltung für Bildung auch weiterhin vor dem Verzehr des Essens, das Sodexo an rund 400 Einrichtungen in Berlin und Brandenburg ausliefert. In den anderen Bundesländern dürfe das Unternehmen jedoch wieder Schulen und Kitas mit Mahlzeiten beliefern, so der Sodexo-Sprecher.

Allein in Berlin betreibt Sodexo 14 Küchen. Auf Veranlassung der Aufsichtsämter in den Bezirken sind derzeit zwei dieser Küchen geschlossen: Die Großküche in der Sewanstraße in Lichtenberg und der Nimrodstraße in Reinickendorf.“

Quelle: http://www.welt.de/print/welt_kompakt/article109558099/Das-Raetsel-um-8000-kranke-Kinder.html