Die EHE soll von allen in Ehren gehalten werden und das Ehebett bleibe unbefleckt

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Hebr 13,1-8:

Die Bruderliebe soll bleiben. Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt.
Denkt an die Gefangenen, als wäret ihr mitgefangen; denkt an die Misshandelten, denn auch ihr lebt noch in eurem irdischen Leib.
Die Ehe soll von allen in Ehren gehalten werden, und das Ehebett bleibe unbefleckt; denn Unzüchtige und Ehebrecher wird Gott richten.
Euer Leben sei frei von Habgier; seid zufrieden mit dem, was ihr habt; denn Gott hat versprochen: Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht.
Darum dürfen wir zuversichtlich sagen: Der HERR ist mein Helfer, ich fürchte mich nicht. Was können Menschen mir antun?
Denkt an eure Vorsteher, die euch das Wort Gottes verkündet haben; schaut auf das Ende ihres Lebens, und ahmt ihren Glauben nach!
Jesus Christus ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit.

Ökumenische Pilgerreise mit Bischof Damian zur Koptischen Kirche in Ägypten

Von Christian Hohmann

„Einfachheit und Schönheit gehen gut zusammen“, betont Bischof Anba Thomas, als er uns durch das Anaphora-Zentrum der Koptischen Kirche führt. Es liegt an der Autobahn, die von Kairo nach Alexandrien führt und in unmittelbarer Nähe zum Wadi Natrun mit seinen berühmten Wüstenklöstern liegt.

Anaphora besticht durch seine Einfachheit und Schönheit. Eine blühende Oase und ein Tagungszentrum mitten in der Wüste. Neben einem Bibeldorf und einem Zentrum für traumatisierte Mädchen und junge Frauen  gibt es hier ein berufsbildendes Ausbildungszentrum und Öko-Landwirtschaft. Freiwillige aus der ganzen Welt arbeiten hier mit Menschen zusammen, die aus der ärmsten Region Ägyptens, aus Oberägypten, stammen.

Dort liegt das Bistum von Bischof Thomas. Es sind vor allem junge Frauen und einige Männer, die hier eine Ausbildung absolvieren, um dadurch ihren Familien helfen zu können.

„Hinter jedem Mädchen steht eine Geschichte“, sagt Bischof Thomas leise und fährt fort: „In jedem Menschen sollten wir Gottes Schönheit entdecken und mit diesem Bewusstsein andere Menschen aufrichten. Wir bilden auch Führungskräfte aus, um unsere Gesellschaft zu verändern.“

Ägypten leidet unter Armut, Analphabetismus und unter einer hohen Arbeitslosigkeit, wozu auch der deutliche Einbruch des Tourismus beigetragen hat. Die zahlreichen und großzügig angelegten Ferienanlagen am Golf von Suez, die wir auf dem Weg zum St. Pauluskloster sehen, stehen weithin leer. Trotzdem wird eifrig weitergebaut in der Hoffnung, demnächst Touristen aus China und aus Russland zu gewinnen.

Das St. Paulus-Kloster am Roten Meer gilt als das älteste christliche Kloster überhaupt und geht zurück auf Paulus von Theben, der als erster Wüsten-Eremit im 4. Jahrhundert hier 90 Jahre lang gelebt hat und im Pauluskloster auch begraben ist.

Hier feiern wir – eine ökumenische Pilgergruppe – zusammen mit Bischof Anba Damian einen koptischen Gottesdienst in einer der vier alten Kirchen des Klosters. Sehr herzlich werden wir vom Abt des Klosters, Bischof Anba Daniel, zu einem einfachen Mittagessen in ein Pilgerhaus auf dem Klostergelände eingeladen.

Zur Zeit ist Fastenzeit. Daher ist es eine große Ausnahme, dass wir als Pilgergruppe im Kloster nicht nur begrüßt, sondern auch bewirtet werden. Bischof Daniel beherbergt in diesem Pilgerzentrum vor allem ältere Menschen und Menschen mit wenig Einkommen, um ihnen eine Möglichkeit zu bieten, Erholung und seelische Stärkung zu finden.

„Unsere Klöster sind die Lunge der koptischen Kirche“, betont Bischof Damian. Sie sind geistliche Zentren, die nicht nur von Pilgergruppen regelmäßig aufgesucht werden, sondern in den letzten Jahren einen enormen Zulauf zu verzeichnen haben.

In den vier Klöstern im Wadi Natrun gibt es jeweils mehr als 100 Mönche. In der Regel müssen die Mönche, bevor sie überhaupt ins Kloster eintreten können, einen Beruf erlernt oder ein Studium abgeschlossen haben.

In der Nähe des Paulus-Klosters befindet sich das Antonius-Kloster, das älteste dauerhaft bewohnte christlichen Kloster – ebenfalls aus dem 4. Jahrhundert. Dort zeigt uns Bischof Anba Youstos, der als Abt dem Antoniuskloster vorsteht, eine große Solaranlage außerhalb der Klostermauern. Damit können sie zwei Drittel des Energiebedarfes im Kloster decken. Eine Wasserquelle innerhalb der Klosteranlage trägt dazu bei, dass die Mönche ihren täglichen Bedarf an Trinkwasser zur Verfügung haben und nur wenig Wasser zusätzlich mit Hilfe von Tankwagen für die Bewässerung im Bereich der klostereigenen Landwirtschaft heranholen müssen.

Ohne Sicherheitsbegleitung ist eine solche Pilgerreise zur Koptisch-Orthodoxen Kirche in Ägypten zur Zeit noch nicht möglich. Auf dem Weg zurück nach Kairo werden wir von zwei Sicherheitsfahrzeugen begleitet.

Im koptischen Viertel von Kairo (Alt-Kairo) empfangen uns die Schwestern des St. Georgs-Klosters mit Obst und Gebäck. Jede Woche versorgen sie Menschen, die unter Armut leiden, mit Kleidung, Essen und medizinischer Hilfe. Ihr Kloster untersteht direkt der Aufsicht des koptischen Patriarchen, Papst Tawadros II., der seinen Sitz gegenüber der St. Markus-Kathedrale in Kairo hat.

Ein besonderer Moment ist die Audienz bei Papst Tawadros. Das Gruppenbild für die Pressestelle des Patriarchats arrangiert der Papst selber. Unserer Gruppe gegenüber betont er das ökumenische Miteinander der Christen heute. Dass während unseres Aufenthalts koptische Christen, darunter auch ein Priester und Kinder auf der Sinaihalbinsel von IS-Terroristen ermordet worden sind, erwähnt er nicht.

Wie bedroht koptische Christen in Ägypten sind, sehen wir in der Kirche St. Peter und Paul, die sich direkt neben der St. Markus-Kathedrale befindet. Die heftigen Auswirkungen des Anschlags vom 11. Dezember 2016 sind noch zu sehen. Neue Holztüren wurden inzwischen eingesetzt, auch das Dach, das durch die Druckwelle nach oben weg geflogen war, ist erneuert worden. Damals starben 29 Menschen durch die Tat dieses Selbstmordattentäters.

Wir erfahren, dass er sich einen Tag zuvor erkundigt hatte, wann in der St. Georgs-Kirche Gottesdienst gefeiert wird mit dem Hinweis darauf, dass er am Christentum interessiert sei. Gemeinsam beten wir für die Opfer und ihre Angehörigen und für die große Zahl der verletzten Menschen. Doch die sich derzeit vollziehende Flucht koptischer Christen aus dem Sinai zeigt, dass die Lage für die Christen in Ägypten sehr  besorgniserregend ist und sie immer wieder bedroht werden.

Christian Hohmann ist Regionalpfarrer des Amtes für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung (MÖWe

Foto: C. Hohmann  –  Gemälde: Evita Gründler


Engerl sucht Herberg: Privatquartiersuche zum Katholikentag gestartet

Gastfreundschaft  –  dieses Thema wird in den kommenden Wochen eine zentrale Rolle in Regensburg spielen. Denn der 99. Deutsche Katholikentag ist auf die oberpfälzische Gastlichkeit dringend angewiesen: 4000 Menschen möchten die Organisatoren während der fünf Tage vom 28. Mai bis 1. Juni privat unterbringen, in Stadt und Landkreis von Regensburg. Sponsor Albert Wimber, Unterstützerin Tanja Schweiger, Schirmherr Armin Wolf, Vorsitzender RT Theo Zellner

Jetzt startete die Privatquartierkampagne unter dem Titel „Engerl sucht Herberg“. Schirmherr Armin Wolf stellte sie gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Rechtsträgers, Theo Zellner, in der Regensburger Altstadt vor.

„Regensburg ist eine gastfreundliche Stadt, und das wird auch der Kampagne zugutekommen“, ist Zellner überzeugt.

Er appellierte an die Regensburger in Stadt und Landkreis, ihre Türen zu öffnen, um die „heimatliche Atmosphäre der Oberpfalz“ in alle Welt zu tragen. Schließlich sei nicht einmal ein Gästezimmer nötig  –  ein einfaches Bett und ein kleines Frühstück genüge, um ein wichtiges Zeichen der Gastfreundschaft zu setzen.

Außerdem könne auch der Gastgeber etwas gewinnen: „Wer ein Bett gibt, gibt nicht nur ein Bett, sondern gewinnt vielleicht auch einen Freund“, stellte Zellner in Aussicht. Seine persönliche Erfahrung zeige, dass schon oft zwischen Gastgebern und Gästen bleibende Freundschaften entstanden seien.

Die ersten zwei Betten sind bereits sicher: Schirmherr Armin Wolf stellte in der Pressekonferenz sein Gästezimmer für den Katholikentag zu Verfügung.

Der Sportchef des Funkhaus Regensburg begründete sein Engagement mit dem Bibelzitat „Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt“, das der Kampagne zugrunde liegt.

Um die Bettenkampagne in den nächsten Wochen in der Region publik zu machen, drehte Wolf einen eigenen Werbespot, der unter anderem in Regensburger Kinos und bei großen Sportveranstaltungen laufen wird. Auch viele Regensburger Sportvereine werden Werbung für die Bettenkampagne machen, versprach Wolf: „Der regionale Sport steht hinter unserer Kampagne.“

Die Privatquartiere werden vor allem für ältere Menschen, Familien und Menschen mit Behinderung benötigt. 350 Ehrenamtliche aus über 90 katholischen Pfarreien machen sich ab sofort auf den Weg, um nach Gottesdiensten, auf dem Marktplatz oder durch Hausbesuche Privatquartiere zu finden.

Dabei ist die ökumenische Zusammenarbeit von großer Bedeutung. „Wir suchen nicht nur katholische Betten, Gastfreundschaft kennt keine Konfessionen“, erklärt Dr. Martin Stauch, Geschäftsführer des Katholikentags.

Die Organisatoren stellen dabei sicher, dass nur vertrauenswürdige Gäste die Privatquartiere nutzen: alle Gäste sind in der Geschäftsstelle des Katholikentags namentlich bekannt, registriert und versichert.

Wer eine Schlafgelegenheit zur Verfügung stellen möchte, kann sich melden unter der Telefonnummer 0941.584 390 290, per E-Mail an betten@katholikentag.de oder online unter http://www.katholikentag.de/betten.

Neben dem Schirmherrn unterstützen folgende Personen die Privatquartierkampagne:

Oberbürgermeister Hans Schaidinger, Olympiateilnehmerin Corinna Harrer, Dekan Eckhard Hermann (Evang.-Luth. Dekanat Regensburg), Regionaldekan Alois Möstl (Bistum Regensburg), Ilse Danziger (Vorsitzende Jüdische Gemeinde Regensburg) und die Landtagsabgeordneten Jürgen Mistol (B90/Grüne), Margit Wild (SPD) und Tanja Schweiger (Freie Wähler). Finanziell wird die Kampagne durch die Hypo Vereinsbank unterstützt, die der Direktor der Regensburger Niederlassung, Albert Wimber, heute vertrat.

Das Leitwort des Katholikentags vom 28. Mai bis 1. Juni lautet „Mit Christus Brücken bauen“. Mehrere Zehntausend Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet, den europäischen Nachbarn wie Tschechien und der ganzen Welt werden erwartet. Große und kleine Veranstaltungen, Gottesdienste, Feste und Konzerte genauso wie politische Diskussionen und große Podiumsveranstaltungen, Vorträge und Workshops – über 1.000 Einzelveranstaltungen sind an über 70 Schauplätzen geplant.

99. Dt. Katholikentag, Redaktion Silke Jäger
Presse- & Öffentlichkeitsarbeit
Tel. +49 941.584 390 152
Fax +49 941.584 390 155
silke.jaeger@katholikentag.de


Christus ist derselbe: gestern, heute und in Ewigkeit!

Aus der heutigen liturgischen Lesung der kath. Kirche: Brief an die Hebräer 13,1-8:

Die Bruderliebe soll bleiben.
Vergeßt die Gastfreundschaft nicht;
denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt.
Denkt an die Gefangenen, als wäret ihr mitgefangen;
denkt an die Mißhandelten, denn auch ihr lebt noch in eurem irdischen Leib.
 
Die Ehe soll von allen in Ehren gehalten werden
und das Ehebett bleibe unbefleckt;
denn Unzüchtige und Ehebrecher wird Gott richten.
Euer Leben sei frei von Habgier; seid zufrieden mit dem, was ihr habt;
denn Gott hat versprochen:
„Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht.“
 
Darum dürfen wir zuversichtlich sagen:
Der HERR ist mein Helfer, ich fürchte mich nicht.
Was können Menschen mir antun?
 
Denkt an eure Vorsteher, die euch das Wort Gottes verkündet haben;
schaut auf das Ende ihres Lebens und ahmt ihren Glauben nach!
Jesus Christus ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit.