GEBET für heute und alle Tage des Jahres

Nachdenk-Poster des Ecclesia-Plakatdienstes (Komm-mit-Verlag):

1570


GOTT hört auf das Gebet der Verlassenen

Psalm 102 (101),2-3.16-18.19-21.

HERR, höre mein Gebet!
Mein Schreien dringe zu dir.
Verbirg dein Antlitz nicht vor mir!
Wenn ich in Not bin, wende dein Ohr mir zu!
Wenn ich dich anrufe, erhöre mich bald!

Dann fürchten die Völker den Namen des HERRN
und alle Könige der Erde deine Herrlichkeit.
Denn der HERR baut Zion wieder auf
und erscheint in all seiner Herrlichkeit.

ER wendet sich dem Gebet der Verlassenen zu,
ihre Bitten verschmäht ER nicht.
Dies sei aufgeschrieben für das kommende Geschlecht,
damit das Volk, das noch erschaffen wird, den HERRN lobpreise.

Denn der HERR schaut herab aus heiliger Höhe,
vom Himmel blickt ER auf die Erde nieder;
ER will auf das Seufzen der Gefangenen hören
und alle befreien, die dem Tod geweiht sind.

 


“In meiner Not rief ich zum HERRN”

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:

Psalm 18 (17),2-7.20:

Ich will dich lieben, HERR, meine Stärke,
HERR, du mein Fels, meine Burg, mein Retter,
mein Gott, meine Feste, in der ich mich berge,
mein Schild und sicheres Heil, meine Zuflucht.

Ich rufe: Der HERR sei gepriesen!,
und werde vor meinen Feinden gerettet.
Mich umfingen die Fesseln des Todes,
mich erschreckten die Fluten des Verderbens.

Die Bande der Unterwelt umstrickten mich,
über mich fielen die Schlingen des Todes.
In meiner Not rief ich zum HERRN
und schrie zu meinem Gott.

Aus seinem Heiligtum hörte ER mein Rufen,
mein Hilfeschrei drang an sein Ohr.
ER führte mich hinaus ins Weite,
ER befreite mich, denn ER hatte an mir Gefallen.

 


Fromme Irrungen und Wirrungen in der Zeitschrift “Medjugorje”

Von Felizitas Küble

Schon seit über 33 Jahren erscheint die himmlische Madonna einer Schar von Sehern in Medjugorje  – glaubt man deren Angaben. 1_0_744292

Die katholische Kirche verweigert bislang eine Anerkennung des Phänomens; der zuständige Bischof Peric von Mostar ist klar dagegen, ebenso sein Vorgänger im Amte, Bischof Zanic.  

Natürlich sind die Befürworter der Medju-Visionen fromme Leute, sonst würden sie nicht an Marienerscheinungen glauben.

Wir wollen auch niemandem die subjektive Aufrichtigkeit und Redlichkeit absprechen. Darum geht es aber auch nicht bei der Frage, ob die dortigen Ereignisse objektiv himmlischen Ursprungs sind. Bekanntlich ist gut gemeint und fromm gedacht noch lange nicht gut gemacht.

Das gilt auch für die Zeitschrift “Medjugorje” aus der Schweiz. In der Ausgabe vom Juli/August 2014 entfaltet sich wieder einmal die theologische Naivität vieler Botschaftsgläubiger – angefangen vom Vorwort eines “Pater Klemens”, vermutlich der Schriftleiter des Heftes.

Er zitiert eingangs eine typische Medju-Botschaft, diesmal vom Februar 1984:

“Betet! Es mag euch seltsam vorkommen, daß ich immer wieder vom Gebet spreche. Trotzdem sage ich: Betet! (…) Begnügt euch damit zu beten. Ich, eure Mutter, kümmere mich um das Übrige.”

Von der Einhaltung der Gebote Gottes ist in den seit Jahrzehnten anhaltenden “Offenbarungen” fast nie die Rede, zudem relativ wenig von guten Werken.

Doch es vergeht kaum eine Botschaft ohne Gebets-Aufforderung. Das erscheint schon deshalb merkwürdig, weil diese “Himmelsoffenbarungen” ohnehin nur von frommen Seelen ernstgenommen werden, die logischerweise auch zur betenden Schar gehören.P1020947

Erinnern wir uns aber an die eindringlichen Worte Christi: “Nicht jeder, der HERR, HERR sagt, wird ins Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters erfüllt.” 

Beten allein macht also keineswegs selig. Aber laut Pater Klemens zumindest glücklich, denn er schreibt weiter in seinem Editorial: “Maria führt uns auf den Weg des Gebets, weil Beten glücklich macht.”  – Als ob irdisches Glück oder Glücksgefühle das entscheidende Ziel des Glaubens sei…

Dr. Raphael Bonelli von Medjugorje beeindruckt

Sodann darf man sich wundern, daß der in konservativ-katholischen Kreisen relativ bekannte Wiener Psychiater Dr. Raphael Bonelli sich als Medjugorje-Fan outet.

In bewegenden Worten schildert er seine Eindrücke von einer etwa zehnminütigen Marienerscheinung Mirjanas, die er in Medjugorje aus der Nähe mitverfolgen konnte. Für ihn steht fest: “Das ist echt!”

Freilich will er als frommer Katholik dem Urteil der Kirche gleichwohl “nicht vorgreifen”, allerdings irrt er sich in zwei Punkten:

1. Er schreibt, die Kirche könne sich noch nicht endgültig zur Frage der Echtheit äußern, “solange die Erscheinungen andauern”. – Diese Fehleinschätzung ist weit verbreitet, wird dadurch aber nicht richtiger. Bischöfe und Vatikan haben mehrfach Erscheinungen bereits abgelehnt, als die angeblichen Phänomene noch stattfanden, zB. in Heroldsbach, Montichiari oder San Damiano.media-390606-2

2. Dr. Bonelli schreibt sodann, daß die Seher unter “aggressiven Haltungen leiden”, die sie angeblich erleben. Er fährt fort: “Die Anfeindungen sind auch ein Zeichen der Glaubwürdigkeit. Letztlich ist es Jesus Christus genauso ergangen.”

Abgesehen davon, daß ein Vergleich zwischen umstrittenen Visionären und dem göttlichen Erlöser schlicht hanebüchen ist, hat der Autor seine “Logik” nicht zu Ende gedacht, denn dann wären auch Häretiker und Schismatiker gleichsam Nachfolger des Heilands gewesen, denn diese waren auch mit allerlei “Anfeindungen” seitens der Kirche konfrontiert. 

Nicht jeder bedrängte Mensch ist ein guter Mensch  –  einmal abgesehen davon, daß die Medju-Visionären sich seit 33 Jahren unter der Verehrung von Millionen Fans sonnen können.

Dr. Bonelli erwähnt selber in seinem Beitrag, daß sich zehntausend begeisterte Menschen bei jener Erscheinung Mirjanas einfanden, die er miterlebt hat. Niemand aus der frommen Pilgerschar hat auch nur ein Kieselsteinchen nach der Visionärin geworfen  – so fragt man sich doch, wo denn die beklagten “Anfeindungen” bleiben.

Wieder mal ein “Sonnenwunder”…

Sodann folgt das Zeugnis eines “C. Schmid” über seine Wallfahrt nach Medjugorje, wobei er auf der Rückreise ein “Sonnenwunder” gesehen haben will. Dieses Phänomen wird recht häufig berichtet. 131223-stern-von-bethlehem_b87bfae72c

Bezeichnenderweise werden die mirakelhaften Veränderungen an der Sonne oftmals nur von einem Teil der Pilger wahrgenommen. Auch in diesem Fall räumt der Autor ein, daß nicht alle Anwesenden das “Sonnenwunder” schauen konnten.

Dies bestätigt die Vermutung, daß es nicht objektiv stattfindet, sondern subjektiv bedingt ist.

Sodann schildert der Verfasser, daß ihm eine bis dahin unbekannte Frau “ein Tüchlein aus San Damiano” überreichte, was ihn offenbar sehr bewegt hat, denn sein verstorbener Bruder habe ebenfalls ein solches Damiano-Tüchlein von einer Bekannten erhalten, als er schwerkrank war. Er glaubte damals an eine Heilung mittels des Tüchleins.

Dies klappte zwar nicht, weil er verstarb, doch liegt das Problem ohnehin an einem anderen Punkt:

Die “Marienerscheinungen” von San Damiano, die an “Mamma Rosa” ergangen sind, wurden seitens des zuständigen Bischofs eindeutig abgelehnt. Doch das Urteil der Kirche scheint ohnehin kaum  jemanden aus der erscheinungsbewegten Szene zu interessieren.

Die Zeitschrift schließt mit einer Medju-Botschaft vom 2. Juli dieses Jahres. Dabei soll die vermeintliche Gottesmutter sich als “Mutter der ganzen Welt” bezeichnet haben, was aber kein kirchlicher Titel für Maria ist; sie wird vielmehr als “Mutter der Christgläubigen” (und der Kirche) verehrt, was theologisch einen erheblichen Unterschied darstellt.

Sodann heißt es dort: “Mein Sohn ist allmächtig. Er ist in allem.”  – Christus ist keineswegs “in allem”, er ist zB. nicht in der Hölle gegenwärtig.  – Reichlich verschwommen bis pantheistisch klingen die weiteren “Himmelsbotschaften”:

“Ich habe es erkannt, daß Gott in uns ist und wir in Gott. (…) Ich möchte euch alle mit mir in der Ewigkeit haben, denn ihr seid ein Teil von mir.”

Solche Töne sind im besten Falle überflüssig, wenn nicht sogar irreführend.


Mehr Ehrfurcht vor der Würde des Todes

Von Lucia Tentrop

Das öffentliche Verlangen nach Sterbehilfe ist mir unerträglich geworden. In dem Reden vom „menschenwürdigen“ Sterben spüre ich weder eine Demut vor dem, was uns übersteigt, noch eine Ehrfurcht vor der Würde des Todes. tentrop1

Eher kommt es mir vor wie der neueste „Hit“ im Geschäft mit der unreflektierten Angst.

In den letzten vier Jahren starben meine Mutter und drei meiner Freundinnen, letztere an Krebs. Dank medizinischer Hilfen hatten alle einen sanften Tod.

Während der häuslichen Pflege meiner Mutter im Münsterland hatte ich oft Angst, dass es soweit war. Aber als sie in den letzten zwei Jahren im Sendenhorster St. Elisabeth-Stift betreut wurde, konnte ich mit den dortigen Pflegerinnen  immer wieder offen über den Tod sprechen, hatte Einblick in den täglichen Ablauf ihrer Arbeit und durfte an fast allen Gegebenheiten der Station aktiv teilnehmen. Wenn ich in Sendenhorst mittags vor dem Pflegeheim aus dem Bus stieg, verwandelte sich meine bedrückte Stimmung in eine Liebe, die tiefer war als meine Angst, und an die ich mich heute wieder spürbar erinnere.

Als in unserem Berliner Mehrgenerationenhaus „Haus Helene Weber“ unsere Freundin Christel starb, haben wir im Freundeskreis um sie herum gesessen und gesungen. Ihr Bruder aus Wien hatte die Liederbücher der Familie mitgebracht.  Christel lag an Schläuchen. Sie konnte weder essen noch trinken. Aber sie konnte noch die 2. Stimme der ihr bekannten Volkslieder singen!

Als unsere Freundin und Journalistin Roswitha in ihrer Wohnung starb, war ihre Wohnung stets offen. Wir haben zu 5 – 7 Leuten an ihrem Bett gesessen und immer wieder gemeinsam den Rosenkranz gebetet –  und der Fotograf der Vatican-Redaktion ließ uns telefonisch mitteilen:  „Wir beten  hier in Rom mit!“

“Der Tod: ständiger Schatten unseres Lebens”

Als nachts der Geistliche aus dem St.Gertrauden-Krankenhaus mit den Sterbesakramenten ins Haus kam, war rief er betroffen aus:  „Wo gibt es denn das noch, dass ein Mensch so selbstverständlich im Kreis seiner Freunde sterben kann!“weisselberg_memoriam

Kürzlich starb unsere Freundin Ingrid. Sie war Krankenschwester. Als sie nach den Bestrahlungen wieder in ihre Wohnung zurückkam, kam ihre beste Freundin Resi aus Rosenheim nach Berlin, quartierte sich in Ingrids Wohnung ein und hat nachts bei ihr  geschlafen. Heute Nachmittag saßen wir mit bis zu 7 Mieterinnen gemeinsam an Ingrids Totenbett.

Was weiß die öffentliche Meinung von der Gemeinschaft stiftenden Kraft eines offenen Umgangs mit dem Tod?

Angesichts unserer medizinischen Möglichkeiten empfinde ich das Begehren nach erlaubter Tötung und seine Begründung mit „menschenwürdigem“ Sterben als Tarnung einer Angst, der man ausweicht. Hat denn der Tod nicht auch seine Würde? Warum geben wir einer Macht, die uns übersteigt, nicht die Anerkennung unseres Bewusstseins?

Ich finde es menschenunwürdig, das Sterben aus unserem gesellschaftlichen Leben zu verdrängen bzw. auf dem Niveau von Talk- und Boulevard-Politik zu diskutieren.

Der Tod ist der ständige Schatten unseres Lebens, sein notwendiger Gegenpol. Nicht erst aus der Psychologie wissen wir, dass die Annahme und Reflexion eines unliebsamen Schattens ein unschätzbarer Gewinn und das eigentliche Ja zum Leben ist.

Unsere Autorin ist Musikwissenschaftlerin und Religionspädagogin, geboren im Münsterland, heute in Berlin lebend
 
Kontakt-Daten: Wundtstraße 40-44, Haus Helene Weber, 14057 Berlin, Tel.: 030-325.46.11

Unser neues PLAKAT zum Nachdenken

POSTER des ECCLESIA-Plakatdienstes aus dem KOMM-MiT-Verlag in Münster:

1562


“Es ist ein heiliger und frommer Gedanke, für die Verstorbenen zu beten”

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: 2 Makk 12,43-45:

In jenen Tagen veranstaltete Judas, der Makkabäer, eine Sammlung, an der sich alle beteiligten, und schickte etwa zweitausend Silberdrachmen nach Jerusalem, damit man dort ein Sündopfer darbringe. media-374158-2

Damit handelte er sehr schön und edel; denn er dachte an die Auferstehung. Hätte er nicht erwartet, daß die Gefallenen auferstehen werden, wäre es überflüssig und sinnlos gewesen, für die Verstorbenen zu beten.

Auch hielt er sich den herrlichen Lohn vor Augen, der für die hinterlegt ist, die in Frömmigkeit sterben. Ein heiliger und frommer Gedanke! Darum ließ er für die Gefallenen das Sühnopfer darbringen, damit sie von ihrer Schuld befreit werden.

 


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 310 Followern an