London: Uralte Fotos aus dem Heiligen Land zum Rekordpreis versteigert

Bei einer Auktion in London hat eine Sammlung von mehr als 1000 historischen Fotos aus dem Heiligen Land eine Rekordsumme von einer Million Pfund (etwa 1,28 Millionen Euro) eingebracht.

Die frühesten der Fotografien, die etwa den Zionsberg, die Al-Aksa-Moschee und den jüdischen Friedhof auf dem Ölberg zeigen, stammen aus den 1840er Jahren und gehören damit zu den ältesten Aufnahmen aus Jerusalem überhaupt. Darüber hinaus gibt es auch Aufnahmen vom See Genezareth und aus Tiberias.

BILD: Gebet an der Klagemauer vor langer Zeit (Foto: Bonfils)

Auf den Bildern sind Juden und Araber zu sehen, u. a. beim Gebet an der Klagemauer oder in Moscheen.

Der anonyme Sammler hatte die Aufnahmen in über 25 Jahren zusammengetragen, das Anfangsgebot hatte bei weniger als der Hälfte des Endpreises gelegen.

Quellen: Ynet, israelische Botschaft in Berlin


Gottes Klage über sein Volk: „Sie zeigen mir ihren Rücken und nicht das Gesicht“

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Jer 7,23-28:

So spricht der HERR: Ich gab meinem Volk folgendes Gebot: Hört auf meine Stimme, dann will ich euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein. Geht in allem den Weg, den ich euch befehle, damit es euch gut geht. Tagesimpuls

Sie aber hörten nicht und neigten mir ihr Ohr nicht zu, sondern folgten den Eingebungen und Trieben ihres bösen Herzens. Sie zeigten mir ihren Rücken und nicht das Gesicht.

Von dem Tag an, als eure Väter aus Ägypten auszogen, bis auf den heutigen Tag sandte ich zu euch immer wieder alle meine Knechte, die Propheten. Aber man hörte nicht auf mich und neigte mir nicht das Ohr zu, vielmehr blieben sie hartnäckig und trieben es noch schlimmer als ihre Väter.

Auch wenn du ihnen alle diese Worte sagst, werden sie nicht auf dich hören. Wenn du sie rufst, werden sie dir nicht antworten. Sag ihnen also: Dies ist das Volk, das nicht auf die Stimme des HERRN, seines Gottes, hörte und sich nicht erziehen ließ. Die Treue ist dahin, aus ihrem Munde verschwunden.

 


Ein Gotteshaus ist keine passende Stätte für Gastmähler und weltliche Aktivitäten

Von Felizitas Küble

Immer öfter liest oder hört man von merkwürdigen Veranstaltungen in Pfarrgemeinden (z.B. aktuell jetzt in der Erpho-Kirche in Münster), bei denen ausgerechnet Kirchenräume für Gastmähler benutzt werden  –  und dies bisweilen zudem für einen hohen Eintrittspreis.

Ist es wirklich „christlich“, nämlich dem Vorbild Christi entsprechend, das Gotteshaus für eine Essensveranstaltung zu vereinnahmen und diesen heiligen Ort für weltliche Aktivitäten zu verfremden? – Hat man vergessen, daß Jesus einst die Geldwechsler aus dem Tempel trieb und ihre Tische umwarf?! flyerstralsund2

Hat man zudem erfolgreich verdrängt, daß Christus im Tabernakel der Kirche sakramental gegenwärtig ist? Wo bleibt hier ein Mindestmaß an Ehrfurcht vor dem Allerhöchsten?!

Wie sollen Ungläubige und Agnostiker uns Christen noch ernst nehmen, wenn Gotteshäuser den Eindruck von Wirtshäusern erwecken?  – Wie mag es wohl auf Kirchenferne wirken, wenn sie erleben, wie wenig Respekt heute selbst Geistliche vor einem geweihten Kirchenraum haben?

Das Gotteshaus selbst ist durch die Kirchweihe jeder unpassenden Nutzung entzogen und allein für Gebet, Liturgie, Sakramente und Gottesdienst bestimmt.

Daher erwähnt das Kirchenrecht bzw. der CIC in Can. 1210, daß an einem geweihten Ort nur zugelassen werden darf, was dem Kult, der Frömmigkeit und der Ausübung und Förderung der Gottesverehrung dient  –  und daß auch bei einer Einzelfall-Sonderregelung durch den Bischof klar sein sollte, daß von einem Gotteshaus „ferngehalten wird, was mit der Heiligkeit des Ortes unvereinbar ist“, wofür „alle, die es angeht“, zu sorgen haben, wie das Kirchenrecht klarstellt.

Laut can. 1211 CIC steht grundsätzlich fest, daß heilige Orte –  also auch Kirchen – durch „schwer verletzende, mit Ärgernis für die Gläubigen verbundene Handlungen“ geschändet werden. Erkennt der Ortsordinarius (Bischof) eine solche Schändung, darf dort laut Can 1211 erst wieder Gottesdienst gehalten werden, wenn das Sakrileg durch einen Bußritus behoben ist. (Etwas Anderes wäre es nur dann, wenn es sich um eine profanierte, durch den Bischof „außer Dienst gestellte“ Kirche handeln würde.)

 


Predigt von P. Bernward Deneke zum Tod des katholischen Philosophen Walter Hoeres

Beim Requiem (Totenmesse) für Prof. Dr. Walter Hoeres (siehe Foto) am Dienstag, den 26. Januar 2016, hielt Pater Bernward Deneke von der Priesterbruderschaft St. Petrus eine gehaltvolle Predigt in der Deutschordenskirche in Frankfurt-Sachsenhausen, die wir hier mit seiner freundlichen Erlaubnis dokumentieren:

Liebe Frau Hoeres, liebe Kinder und Enkelkinder unseres Verstorbenen, liebe hochwürdige Mitbrüder, liebe Verwandte, Freunde und Bekannte, liebe Trauergemeinde! 2
 
Unvergesslich ist mir ein Tag im Jahr 1984. Damals hörte ich eine Kassette, die mir, einem Gymnasiasten mit aufkeimendem Interesse an allem, was Glaube, was katholisches und kirchliches Leben betrifft, eine freundliche Dame aus der Pfarrei gegeben hatte – gewiss nicht ohne Hintergedanken gegeben hatte.
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Auf dem Tonband war der Vortrag eines mir bis dato völlig unbekannten Autors zu hören: „Abschied von Plato“. Eine ruhige, sonore Stimme erklärte, wie das große Erbe der antiken Philosophie, namentlich des Plato und des Aristoteles, mit der göttlichen Offenbarung eine Symbiose gebildet und das christliche Abendland geformt und geprägt habe.
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Die Gesamtschau war überzeugend und herrlich. Nur hatte sie mit dem, was ein junger, praktizierender Katholik in den Kirchen erlebte, herzlich wenig zu tun. Daher war das, was auf der Kassette über die Zerstörung dieser Synthese gesagt und beklagt wurde, für mich evident richtig. Zum ersten Mal vernahm ich da etwas über die nachkonziliare Krise der Kirche, über progressistische Theologie, über die Leugnung der Seele und den verdiesseitigten Gottesdienst.
Ich hörte die Kassette immer wieder an, mit immer größerer Zustimmung. Und es entstand auch der Wunsch, jenen „Prof. Dr. Walter Hoeres“, der als Verfasser angegeben war, kennenzulernen.
 
Von der Zeit dieser ersten Begegnung trennen uns nun über 30 Jahre. Heute wird der Leichnam des Mannes zu Grabe getragen, der unentwegt von der menschlichen Geistseele und ihrer Bestimmung sprach und schrieb – zuletzt in seinem Buch „Die Sehnsucht nach der Anschauung Gottes“.
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Dabei hat gerade er niemals unterschlagen, dass wir sündigen Menschen das himmlische Ziel nicht automatisch erreichen. Sein Artikel „Wiederkehr des Pelagianismus“ über die falsche Heilsgewissheit, der kurz nach seinem Tod in der „Kirchlichen Umschau“ erschien, kritisiert deutlich die praesumptio, diese  –  so Hoeres wörtlich  –  „Untugend der Vermessenheit“ und „dreiste Vorwegnahme des Heils“, die in der „bewußte(n) Leugnung der heiligen und unter Umständen auch strafenden Gerechtigkeit“ Gottes liegt.
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Wir täten dem Verstorbenen also keinen Dienst, wollten wir diese ernste Wahrheit ausklammern. Und doch sind wir, liebe Trauergemeinde, von der christlichen Hoffnung erfüllt, dass seine Seele, die Seele eines treu- und tiefgläubigen Katholiken, eines liebenden Ehemannes, Vaters und Großvaters, eines guten Freundes vieler, die Seele eines Kämpfers für Gott, für seine Wahrheit und sein Reich, zu der ersehnten beseligenden Anschauung des dreifaltigen Gottes gelangen wird. Darum beten wir. Und dafür bringen wir jetzt dem himmlischen Vater das Opfer seines menschgewordenen Sohnes Jesus Christus dar.
 
Dabei geht unser Blick zurück in die Vergangenheit, in die mit dem Verstorbenen verbrachte Zeit. Erlauben Sie mir noch einige Erinnerungen. Am 22. September 1985 begegnete ich ihm zum ersten Mal persönlich am Rande einer katholischen Glaubenskundgebung in Mainz. 027_24
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Ich war zunächst erstaunt, aus seinem Mund eine ganz andere Stimme zu vernehmen als die, die mir von der Kassette her so vertraut und die in Wahrheit die eines Rundfunksprechers war. Was ich nun hörte, hatte einen unverkennbar hessischen Klang. Da ich gerade an einem Schriftenstand jenes Buch erworben hatte, aus dem der Radiovortrag „Abschied von Plato“ stammte  –  „Der Aufstand gegen die Ewigkeit. Die Kirche zwischen Tradition und Selbstzerstörung“ lautet sein Titel  – , konnte ich den Autor um ein Autogramm bitten.
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Er schrieb neben sein Bild und über seinen Namen die lateinischen Worte: In perpetuam rei memoriam, „zum steten Gedenken an die Sache“. Was mit „der Sache“ gemeint war und weiterhin gemeint ist, steht außer Zweifel. Es ist das große Anliegen seines Lebens, seines Leidens, seines Kämpfens: die Errettung der Kirche aus einer Situation, die er als Selbstzerstörung kennzeichnete.
 
Walter Hoeres sprach diese „Sache“ immer wieder an, widmete ihr ungezählte Seiten in Büchern, Artikeln, Leserbriefen, schilderte sie in großen geistesgeschichtlichen Zusammenhängen ebenso wie an aktuellen Beispielen, nannte Ross und Reiter beim Namen. Schonungslos realistisch war seine Analyse. Daher erfüllte ihn eine tiefe Abneigung gegenüber allen Versuchen, den Ernst der Lage mit wohlfeilen Floskeln abzuwiegeln: „Es wird schon wieder werden“, „Gott lässt seine Kirche doch nicht im Stich“, „Die Kirche hat sich bisher aus allen Krisen erholt“ und „Es gibt ja auch so viel Gutes“.
Treffend kennzeichnete er die Kirchenvertreter, die so reden, als „Beschwichtigungshofräte“. Es war unserem lieben Verstorbenen wichtig, dass ein derartiger Optimismus nicht mit der wahren Hoffnung verwechselt werde. Diese kann und muss unter gegebenen Umständen die Gestalt einer spes contra spem, einer „Hoffnung gegen jede (menschliche) Hoffnung“, annehmen. Sie ist überdies nicht ein Betäubungsmittel, sondern eine wahrhaft kämpferische Tugend. P1020947
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Prof. Hoeres hat  –  bei allem scheinbaren Pessimismus  –  in dieser Hoffnung gelebt. Sie erklärt uns nicht zuletzt, weshalb ihm die beklagenswerten Zustände niemals seinen einzigartigen Humor rauben konnten; einen Humor, der diejenige in Erstaunen versetzte, die ihn nur von seinen Schriften her gekannt hatten und dann persönlich trafen.
Bei den Studenten des Priesterseminars in Wigratzbad, wo der Professor noch bis vor zwei Jahren einen großen Teil der Philosophievorlesungen stemmte, ist denn auch, neben der meisterhaften Fähigkeit plastisch-anschaulichen Erklärens abstrakter und hochkomplexer Sachverhalte, dieser Humor mit seinen hintergründigen, ironischen und schelmischen Facetten weiterhin legendär.

So sehr Walter Hoeres ein Streiter in des Wortes bestem Sinne war, so wenig war er doch ein Mann der hässlichen, rechthaberischen, kleinkarierten Gefechte, hinter deren scheinbarem Einsatz für die Wahrheit sich doch nur Ressentiment und menschlich-allzu-menschliche Befindlichkeiten verbergen.

Ein Buch wie „Der Aufstand gegen die Ewigkeit“ bietet keine chronique scandaleuse der nachkonziliaren Wirren, sondern spricht über die „Welt als Spiegel und Gleichnis“ und als „Widerschein göttlicher Herrlichkeit“, über die „Angleichung an Gott“, über „Erkenntnis als liebende Teilnahme“ und „Wahrheit als Heil“, auch über „Liturgie als Schauspiel“, als „vollkommene Anbetung“ und als „Kontemplation“ (um nur einige Stichworte zu nennen). image001

Allein auf dem Hintergrund dieser katholischen Gesamtschau wird der  –  allerdings entschiedene und kompromisslose  –  Kampf des Verstorbenen verständlich, dieser Kampf für die philosophische Tradition, für die Glaubens- und Sittenlehre, für die überlieferungstreue Liturgie, für die sozialen und politischen Implikationen und Folgerungen des Glaubens – und daher notwendigerweise auch gegen diverse Modephilosophien, gegen die Uminterpretation des Glaubens, gegen die Abschwächung der sittlichen Anforderungen, gegen die Horizontalisierung und Verschandelung des Kultes, gegen Anpassung und Anschluss der Kirche an gesellschaftliche Entwicklungen, die ihrer Sendung diametral entgegengesetzt sind.

Das allzu vordergründige Bild des wortgewaltigen Kritikers darf uns auf keinen Fall den tief- und feinsinnigen Philosophen, den Freund der Weisheit verdecken, der sich auf ausgedehnten, einsamen Wanderungen zugleich auf den „Weg der Anschauung“ (so ein Buchtitel) begab und über „Landschaft zwischen Ästhetik und Metaphysik“ (so der dazugehörige Untertitel) nachdachte.
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Nicht in Vergessenheit geraten soll sein Bemühen, gegenüber neuzeitlichen, subjektivistisch einengenden Erkenntnistheorien die grenzenlose Offenheit der menschlichen Seele für die Wirklichkeit selbst herauszustellen. Und entgleiten darf uns nicht das Bild des homo religiosus, der nicht nur eindringlich über die Heiligkeit Gottes sprach, sondern ihm auch beständig nahte in Gebet und Betrachtung, in der heiligen Messe und in der Verehrung der Heiligen, allen voran der Gottesmutter; sie rief er vor den Vorlesungen stets mit Anrufungen der (von ihm in lateinischer Sprache auswendig gekonnten) Lauretanischen Litanei an. media-390606-2 - Kopie
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Von dem kurzen Rückblick kehren wir zurück in diese Stunde. Den Verlust eines großen Menschen erfahren wir umso schmerzlicher, je mehr und inniger wir mit ihm verbunden waren. Vor allem seine Frau, von der er immer mit so viel Liebe sprach, seine Kinder und Enkelkinder werden das erfahren und bedürfen des Trostes, den Gott durch seine Gnade und auch durch andere Menschen geben will und wird.
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Mit der Familie verbinden wir alle uns im Gebet für die Seele des Verstorbenen, dass sich für ihn nun die Sehnsucht nach letzter Erfüllung, nach der Anschauung Gottes in liebender Erkenntnis und erkennender Liebe von Angesicht zu Angesicht erfülle. Denn „was kein Auge gesehen, was kein Ohr vernommen und was in keines Menschen Herz gedrungen ist, das hat Gott denen bereitet, die ihn lieben.“
 
HERR, gib der Seele Deines treuen Dieners Walter Hoeres die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihm. HERR, lasse ihn ruhen in Frieden. Amen.
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Siehe hierzu auch unseren NACHRUF auf Prof. Hoeres: https://charismatismus.wordpress.com/2016/01/15/wir-trauern-um-einen-freund-und-mitstreiter-prof-dr-walter-hoeres/
Eine seiner letzten öffentlichen Stellungnahmen: https://charismatismus.wordpress.com/2015/10/26/naechstenliebe-kommt-vor-fernstenliebe-zuerst-den-verfolgten-christen-helfen/
 Hoeres-Foto: http://www.spes-unica.de/

Mein Echo auf erneute Morddrohungen

Von Dr. Josef Bordat

Ich danke allen, die mir über die unterschiedlichsten Kanäle ihre Solidarität aussprechen! Es ist bereits jetzt absehbar, dass ich nicht dazu kommen werde, jeder und jedem Einzelnen zurückzuschreiben – jedenfalls nicht in der mir noch verbleibenden Zeit. Zugleich ergeben sich offenbar Fragen, die ich hier in allgemeiner Weise beantworten möchte. Kreuzkuppel

Sie sind kürzlich schon bedroht worden. Nun die neuerliche Bedrohung. Gibt es dafür einen konkreten Anlass?
Wenn ich das wüsste! Den Nobelpreis für Psychologie gibt’s zwar nicht, aber ich glaube, den bekäme ich dann trotzdem. Ich weiß nicht, was genau diese Eskalation (denn es ist ja offenbar eine solche) ausgelöst hat, war es die Rezension eines Erzählbandes, mein Ständchen für Herrn Kempa oder der Hinweis auf die Papst-Reise nach Afrika? Ich weiß es nicht. Ich stehe vor einem Rätsel.

Warum ignorieren Sie die Sache nicht einfach statt sie öffentlich zu machen?
Die Öffentlichkeit darf ruhig erfahren, was los ist. Wenn jemand wie ich, dessen Texte von ein paar Duzend Menschen gelesen werden, Morddrohungen erhält, möchte ich nicht wissen, wie es bei Autoren von Bedeutung aussieht. Hier liegt was schief. Grundsätzlich. Die Bedrohung eines Publizisten ist immer auch eine res publica, eine öffentliche Angelegenheit.

Und die Polizei – muss das denn sein?
Ja, ich denke schon, dass es richtig war, die Polizei zu informieren und auf dem Laufenden zu halten. Eine Bedrohung ist kein Streich, sondern eine Straftat, die mit bis zu einem Jahr Haft geahndet werden kann. Es gibt ein überragendes Interesse der Allgemeinheit, von Bedrohungen verschont zu bleiben und daher liegt es ebenso in ihrem Interesse, Bedroher zur Rechenschaft zu ziehen. Ich will mir außerdem nicht vorwerfen lassen, ich täte nicht alles, was in meiner Macht steht, um die Gefahr zu minimieren.

Was wünschen Sie sich?
Drei Dinge. Erstens: Dass irgendwann mal Schluss ist mit anonymen Bedrohungen, welcher Art und gegen wen auch immer. Zweitens: Dass die/der Täter/in gefasst und nach den Regeln des Rechtsstaats zur Rechenschaft gezogen wird/werden. Ich bin einfach neugierig, wer mich umbringen will. Und warum (s. oben). Drittens: Endlich wieder ganz normal arbeiten zu können. Das Leibniz-Jahr 2016 steht vor der Tür und ich habe in dem Zusammenhang – so ich denn überlebe – noch eine ganze Menge zu tun.

Was können Ihre Leser jetzt tun?
Weiter lesen. Und, wenn sie mögen und können: beten. Die Katholiken können heute auf die Fürsprache der Heiligen Katharina von Alexandrien um Gottes Segen bitten. Katharina ist ja u.a. Schutzpatronin der Philosophen. Passt.

Quelle und vollständige Stellungnahme von Dr. Bordat hier: https://jobo72.wordpress.com/2015/11/25/stellungnahme-zur-morddrohung/

Foto: Petrusbruderschaft


Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in Bedrängnis, beharrlich im Gebet!

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Röm 12,5-16a:

Brüder! Wir, die vielen, sind ein Leib in Christus, als Einzelne aber sind wir Glieder, die zueinander gehören. media-390606-2

Wir haben unterschiedliche Gaben, je nach der uns verliehenen Gnade. Hat einer die Gabe prophetischer Rede, dann rede er in Übereinstimmung mit dem Glauben; hat einer die Gabe des Dienens, dann diene er. Wer zum Lehren berufen ist, der lehre; wer zum Trösten und Ermahnen berufen ist, der tröste und ermahne. Wer gibt, gebe ohne Hintergedanken; wer Vorsteher ist, setze sich eifrig ein; wer Barmherzigkeit übt, der tue es freudig.

Eure Liebe sei ohne Heuchelei. Verabscheut das Böse, haltet fest am Guten! Seid einander in brüderlicher Liebe zugetan, übertrefft euch in gegenseitiger Achtung! Lasst nicht nach in eurem Eifer, lasst euch vom Geist entflammen und dient dem HERRN!

Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet!

Helft den Heiligen, wenn sie in Not sind; gewährt jederzeit Gastfreundschaft! Segnet eure Verfolger; segnet sie, verflucht sie nicht! Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden! Seid untereinander eines Sinnes; strebt nicht hoch hinaus, sondern bleibt demütig!

 


Laos: Medizinische Behandlung verweigert – verfolgter Christ stirbt im Gefängnis

Infolge einer schweren Diabetes-Erkrankung starb der Christ Tiang aus dem Dorf Huey (Distrikt Atsaphangthong) im sozialistisch beherrschten Laos im Gefängnis. Tiang war von einem Gericht in Savannakhet zu neun Monaten Haft verurteilt worden. 027_24

Wie “Human Rights Watch for Lao Religious Freedom” (HRWLRF) berichtet, hätte Tiang wegen der diabetesbedingten Komplikationen einer besonderen Behandlung bedurft, die er im Gefängnis nicht erhielt. Tiang hatte um eine Behandlung im Krankenhaus gebeten, die ihm jedoch verweigert worden war. Tiang hinterlässt eine Frau und sechs Kinder.

Tiang wurde zusammen mit vier weiteren Christen verurteilt, weil er gegen das Gesetz über medizinische Hilfeleistung verstoßen habe: die Anklage lautete “Missbrauch des Arztberufs”. Die Gläubigen hatten eine schwerkranke Frau besucht und gemeinsam mit ihr um Genesung gebetet. Nach dem Ableben der sterbenskranken Frau wurden die Christen für deren Tod verantwortlich gemacht. Gegen das Urteil hatten die Christen Berufung eingelegt.

Quelle: Fidesdienst


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