Verfolgter katholischer Priester Lu Danhua aus China ist „Gefangener des Monats“

Zum „Gefangenen des Monats Oktober“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die evangelische Nachrichtenagentur IDEA den katholischen Priester Lu Danhua (siehe Foto) in China benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den Pfarrer einzusetzen und für ihn zu beten.

Am 29. Dezember 2018 hatten ihn Mitarbeiter des kommunistischen „Büros für religiöse Angelegenheiten“ in der Stadt Lishui (Provinz Zhejiang) aus einem Wohnheim, in dem er lebte, zu einem „kurzen Gespräch“ abgeholt, wie es hieß. Von der Unterredung kehrte er bislang nicht zurück.

Die Behörden teilten später mit, er sei ins nahegelegene Wenzhou gebracht worden, um sich mit neuen Rechtsvorschriften zur Religion auseinanderzusetzen und sich als Seelsorger offiziell registrieren zu lassen.

Die IGFM geht davon aus, dass er gegen seinen Willen festgehalten wird, möglicherweise in einem Umerziehungslager. Er ist der einzige Pfarrer seiner Diözese Lishui. Sie wird von der Diözese Wenzhou mitverwaltet. Dort amtiert der staatlich nicht anerkannte katholische Untergrund-Bischof Peter Shao Zhumin. Er war seit seinem Amtsantritt vor zwei Jahren bereits viermal inhaftiert.

Die IGFM und IDEA rufen dazu auf, sich in Briefen an den chinesischen Präsidenten Xi Jinping zu wenden. Er solle Auskunft geben, wo der Geistliche festgehalten wird und sich für dessen Freilassung einsetzen.

In China haben staatliche Stellen den Druck auf Christen in den vergangenen Monaten verstärkt. So wurden in manchen Provinzen auf Anordnung von Behörden Kreuze gewaltsam entfernt, Kirchen geschlossen oder abgerissen. Gemeinden werden gedrängt, sich registrieren zu lassen, um sie unter die Kontrolle des kommunistischen Staates zu bringen.

Trotz Diskriminierung und Verfolgung wächst in China  – das Land hat rund 1,4 Milliarden Einwohner – die Zahl der Christen. Sie liegt nach Schätzungen bei bis zu 130 Millionen. Ein großer Teil trifft sich in staatlich nichtregistrierten Gemeinden. Demnach gäbe es mehr Christen als die Kommunistische Partei Mitglieder zählt: 83 Millionen.

Quelle: IDEA-Bericht


Junger pakistanischer Christ ist „Gefangener des Monats“

Als „Gefangenen des Monats August“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die evangelische Nachrichtenagentur IDEA den pakistanischen Christen Sajjad Masih Gill (siehe Foto) benannt und zur Unterstützung für ihn aufgerufen. gill_masih_sajjad_gdm_pr13_a683fe4e11

Ein Gericht im islamisch-pakistanischen Gojra (Provinz Punjab) hatte den 28-Jährigen am 13. Juli wegen angeblicher „Blasphemie“ zu lebenslanger Haft verurteilt. Er gehört zur evangelischen Freikirche der Adventisten.

Mehrere islamische Religionsvertreter beschuldigen ihn, „blasphemische“ Inhalte per SMS von seinem Mobiltelefon verschickt zu haben.

Die IGFM bezeichnet Anklage und Urteil gegen den jungen Christen als höchst fragwürdig. Es gebe keine Beweise dafür, dass von dem beschlagnahmten Mobiltelefon lästerliche Botschaften versandt wurden. Sajjid Masih beteuert seine Unschuld.

Nach Angaben von Menschenrechtlern werden die Blasphemie-Gesetze in Pakistan  –  sie richten sich gegen die Beleidigung des Islam und seines Propheten Mohammed – immer wieder dazu mißbraucht, um gegen religiöse Minderheiten wie die Christen vorzugehen.

Die IGFM und IDEA rufen dazu auf, beim neuen pakistanischen Staatspräsidenten Mamnoon Hussain gegen das offenkundig haltlose Urteil zu protestieren. 

Quelle: http://www.idea.de


Ägypten: Freiheit für eine kinderreiche christliche Familie hinter Gittern gefordert!

Als „Gefangene des Monats Februar“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die evangelische Nachrichtenagentur IDEA eine achtköpfige Familie in Ägypten benannt und zu ihrer Unterstützung aufgerufen.

Nadia Mohammed Ali aus dem oberägyptischen Biba und ihre sieben Kinder waren am 13. Januar zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Die Mutter war nach Informationen der IGFM ursprünglich Christin und trat vor 23 Jahren zum Islam über, als sie einen Muslim heiratete.  IGFM_Logo_blau_R32 G90 B165

Nachdem ihr Ehemann 1991 verstorben war, entschloß sich die Frau, zum Christentum zurückzukehren. Dies taten auch ihre Kinder. Sieben Beamte halfen der Familie 2004, Namen und Religionszugehörigkeit in den Dokumenten zu ändern.

Nach Angaben des arabischen Nachrichtenportals „moheet“ wurden die Beamten zu jeweils fünf Jahren Haft verurteilt.

Die IGFM kritisiert das Urteil gegen die christliche Familie als „eklatanten Bruch völkerrechtlich bindender Menschenrechtsverträge“ und fordert die Bundesregierung auf, vom ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi nachdrücklich die Freilassung der Familie zu fordern.

Der Menschenrechtsverband und IDEA rufen dazu auf, Mursi in Briefen zu bitten, sich für die Annullierung des Urteils und die Freilassung der Familie einzusetzen.

Ägypten hat den Internationalen Pakt für bürgerliche und politische Rechte ratifiziert. Er umfaßt auch das Recht auf uneingeschränkten Religionswechsel.