TROST bedeutet: Gottes Gegenwart im Leid

Von Peter Hahne

Die „Bild am Sonntag“ berichtet über einen katholischen Pfarrer im deutschen Flutkatastrophengebiet, der nicht mehr beten kann und mit Gott nicht mehr redet. Nicht nur die Leser sind erstaunt.

Viele Menschen fragen sich heute: Wo bleiben eigentlich die Bischöfe in solch einem Fall? Ja, wo sind sie überhaupt in dieser Katastrophe? Das Flutkatastrophen-Gebiet sei doch eine Hochburg des Katholizismus.

Und selbst Margot Käßmann, sonst dem Zeitgeist wohl zugetan, ist erstaunt: Ob es denn dem Herrn Kollegen noch nichtmal zum Psalm 23 gereicht hätte – so berichtet die Bild am Sonntag. Die Zeitung hatte das Ganze überhaupt erst ins Rollen gebracht mit einer Balkenüberschrift auf der Titelseite: „Pfarrer: ich rede nicht mehr mit Gott.“

Eine Woche lang habe ich überlegt, ob man das thematisieren soll. Ich fasse es einfach nicht, wie jemand so denken, ja vor allem so reden kann.

Natürlich gibt es Momente, wo man mit Jesus Christus schreien möchte: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?!“. Doch als Christ weiß man doch aus der Heiligen Schrift, was danach kam, die letzten Worte Jesu am Kreuz, Worte der Gewißheit in allem Zweifel und der Zuflucht im größten Elend: „Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist“.

Ihm kann ich mein Leben, mein Schicksal, ja sogar meinen Unglauben bringen. Weiß das alles der Herr Pfarrer nicht, Seelsorger in dem meist betroffenen Ort des Katastrophengebietes.

„Beten Sie?“ fragt die Reporterin. Antwort: „Nein, ich rede im Moment gar nicht mit Gott…. Die Worte, die ich sonst gebraucht habe, passen nicht.“ – Ich wäre hier der Letzte, der einen Stab über diesem armen Mann brechen würde. Nein, wir alle können in eine solche Lage kommen.

Doch genauso wenig wie ein Kanzlerkandidat, wenn er jemals als Autorität ernst genommen werden will, mitten in den Trümmern des Elends lachen darf, so darf um alles in der Welt ein Pfarrer so etwas öffentlich nicht sagen.

Denn der Zeitung ging es ja darum, die Menschen zu trösten. Deshalb der Anruf beim Pfarrer. Er habe am Telefon geweint, hieß es. Ja, das verstehe ich. Aber ich kenne auch das Lied von Julie Hausmann, das aus tiefster Not geboren ist:


„Wenn ich auch gleich nichts fühle
von deiner Macht,
du führst mich doch zum Ziele,
auch bei der Nacht.
So nimm denn meine Hände….“

Karl Carstens, einer der großen unter den Bundespräsidenten, erzählte mir als blutjungem Reporter einst, wie er durch das Zeugnis seiner Frau Veronika zum lebendigen Glauben an Jesus Christus gekommen ist. Sie war eine angesehene Ärztin. Und dann sein Rat an den Jungspund: „Christen müssen immer identifizierbar bleiben, egal ob Schüler oder Lehrer, ob Ärztin oder Hausfrau.“

Und es würde die Zeit kommen, dass das Evangelium nicht mehr von Kanzeln und Funktionären zu den Leuten gelangt: „Es ist der normale Mensch in seinem Alltag, der Jesus bezeugen wird und die Menschen zum Glauben ruft. Wie es die Bibel sagt: Wenn der Klerus verstummt, schreien die Steine.“ Und wie die schreien!

Da ist der Tiefbau-Unternehmer, der einen ganzen Landstrich vor dem Untergang bewahrte. Er zog unter Lebensgefahr den „Stöpsel“ einer Talsprerre: „Ich habe gebetet, ich habe mich segnen lassen. ich wußte: Gott hilft mir.“

Oder der Feuerwehrmann, der sich in reißender Flut an ein steinernes Grabkreuz klammerte, sechs lange Stunden: „Das Kreuz von Jesus hat mir das Leben gerettet.“

Ja, es ist die Stunde der „Laien“. Eine tief gläubige Frau aus Ahrweiler berichtet, wie einzig ihr Haus in der ganzen Straße von allem Schaden bewahrt blieb: „Wir leben mit Jesus. Und er läßt uns nicht im Stich.“

Glaube ist keine Leid-Verhinderungs-Versicherung. Das ist wahr. Und Gott macht das Leid vielleicht nicht erklärlicher. Aber auf jedenfall erträglicher. Trost heißt: Gegenwart Gottes im Leid.

BUCHTIP: Peter Hahne: Leid – Warum lässt Gott das zu?  – 160 Seiten

Wir danken dem ehem. ZDF-Moderator, evangelischen Theologen und Bestsellerautor Peter Hahne für die freundliche Abdruckserlaubnis. – Den vollständigen Text seines Artikes lesen Sie hier: https://www.kath.net/news/75904

Gemälde: Evita Gründler


Lorenz von der Auferstehung (1608-1691): Unser Leben in der Gegenwart Gottes

Von Pfarrer Felix Evers

„Es ist ein großer Irrtum zu glauben, die Zeit des Betens müsse sich von der übrigen Zeit unterscheiden. Nein! Es ist uns aufgegeben, bei Gott zu sein in der Zeit der Arbeit durch die Arbeit und zur Zeit des Gebets durch das Gebet. Beten ist nichts anderes, als in der Gegenwart Gottes zu leben.“ (Viertes Gespräch)            

So sagt es Lorenz von der Auferstehung. Im Dreißigjährigen Krieg wurde er verwundet. Nach seiner Genesung entschloss er sich, als Bruder bei den Karmeliten in Paris einzutreten. Den größten Teil seiner Ordensjahre verbrachte er in der Küche und in der Schusterwerkstatt. Seinen bürgerlichen Namen Nicolas Herman vertauschte er mit dem Namen Bruder Lorenz von der Auferstehung.

In seiner Lebensbeschreibung heißt es: „Die Ruhe und die Sammlung, die er ausstrahlte, beeindruckte viele. Bei der Arbeit war er weder hastig noch langsam, sondern suchte alles zu seiner Zeit ruhig zu verrichten. In der Unruhe und im Lärm der Küche, wenn mehrere Leute gleichzeitig Verschiedenes verrichten müssen, findet Bruder Lorenz Gott in derselben Ruhe wie im Anblick der heiligen Eucharistie.“

Wie oft begegnet mir das Problem, dass Menschen in der Hektik des Alltags keine Zeit für ein Gebet finden. Auch in Beichtgesprächen fehlt kaum einmal der Hinweis, die täglichen Gebete nicht verrichtet zu haben. Und wenn überhaupt gebetet wird, dann greift man auf vorformulierte Gebete wie das Vaterunser oder den Rosenkranz zurück.

Dabei ist das Sprechen mit Gott genauso wichtig wie die Kommunikation mit meiner Familie und mit meinen Freunden; denn ansonsten wird man sich fremd, und die Beziehungen gehen in die Brüche.

Von Bruder Lorenz habe ich gelernt, mir Gott zu vergegenwärtigen. Zu den verschiedensten Zeiten – im Straßenverkehr, in der Kirche, am Computer – denke ich ganz bewusst einige Augenblicke daran, dass Gott hier und jetzt da ist. Dann rede ich Gott an und frage ihn, wie es ihm jetzt geht. Erst danach berichte ich ihm aus meinem Leben, ungeschminkt und ehrlich. Diese Vergegenwärtigung Gottes zwischendurch tut mir sehr gut.

Ich lebe dadurch mein Leben mit Gott, ohne ein Gebetspensum absolvieren zu müssen. Stattdessen bete ich freiwillig und einfach so, zu allen möglichen und unmöglichen Zeiten. Einfach weil mir bewusst ist, dass Gott immer bei mir ist. Wie ein guter Freund. Und ER freut sich, wenn ich mich ihm von Zeit zu Zeit zuwende und mein Leben mit ihm teile. Gott ist immer für mich da.


Die AfD-Fraktion kritisiert „politisch korrekte“ Umbenennungen von Straßen, Häusern etc.

Die AfD warnt vor der immer mehr um sich greifenden Praxis, Straßen und Institutionen umzubenennen und alte Begriffe durch neue zu ersetzen, nur weil sie den Vorgaben „politischer Korrektheit“ nicht mehr entsprechen.

Wie es in einer Stellungnahme von Dr. Götz Frömming (AfD), stellv. Mitglied im Kulturausschuss des Deutschen Bundestags, dazu heißt, sei dies Ausdruck „kolonialer Eroberungswut“, die eine „entsetzliche kulturelle Leere“ hinterlassen könne, wenn sie nicht gestoppt werde; er erklärt dazu weiter:

„Heute ist es die ,Mohrenapotheke‘ in Frankfurt, die umbenannt werden soll und Eugen Gomringers Gedicht an der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin, das übermalt werden soll, aber was ist es morgen!?

Die vielen Goethe-Straßen vielleicht, weil es in Goethes ,Jahrmarktsfest zu Plundersweilern‘ antisemitische Passagen gibt? Oder die ,Aristotelesstraße‘ in Berlin, weil es bei Aristoteles heißt, die einen seien dazu bestimmt, zu befehlen und die anderen dazu, zu gehorchen? Wo hört das auf!? Wo führt das hin!? Es gibt wohl nichts und niemanden aus früheren Epochen, dem nicht irgendetwas vorzuwerfen wäre, wenn sich der moralische Blick von heute darauf richtet.“

Die Umbenenner, Übermaler und Begriffe-Tilger würden sich wie Kolonialisten des 19. Jahrhunderts gebärden, so Frömming weiter, also ähnlich wie jene, von denen sie sich heute ebenfalls distanzieren:

„Wie die einen seinerzeit fremde Kulturen zu kolonialisieren und zu zerstören versuchten, um ihnen technischen Fortschritt zu bringen; so versuchen die anderen, heute unsere Geschichte zu kolonialisieren, nur weil sie moralischen Fortschritt demonstrieren wollen.

Es ist dasselbe ‚progressive‘ Denken, was beide vereint: Dort beginnt die Zukunft in der Gegenwart, so dass der Blick nur auf sie gerichtet ist   – und alles, was vorher war, düster ausschaut und entwertet wird. Wir müssen dem endlich Einhalt gebieten, andernfalls zerschlägt dies irgendwann die Fundamente unserer Kultur.“

Quelle: Pressemeldung der AfD / Deren Webseite in Münster: https://afd-muenster.de/


Papst Franziskus über die Bedeutung der Realpräsenz und der hl. Kommunion

Am Ende der Generalaudienz von Mittwoch, dem 17. Mai 2017, richtete Papst Franziskus einen „besonderen“ Gruß an die Jugendlichen, an die Kranken und an die Neuvermählten.

„Heute feiern wir den liturgischen Gedenktag des hl. Paschalis Baylon“ , so erinnerte Franziskus. Der Spanier Pascual Baylón (1540 – 1592) war Laienbruder im Orden der Franziskaner-Observanten (auch Franziskaner-Barfüßer genannt); er war geprägt von großer Verehrung des Altarsakramentes und wurde 1897 von Papst Leo XIII. zum Patron der eucharistischen Vereine und Bruderschaften erhoben.

„Seine Liebe zur Eucharistie zeige euch, lieben jungen Menschen, die Bedeutung des Glaubens an die reale Gegenwart Jesu“, erklärte Franziskus, der sich anschließend an die Kranken und jungvermählte Paaren richtete:

„Das eucharistische Brot stütze euch, liebe Kranke, bei der heiteren Bewältigung der Prüfung. Euch, liebe Neuvermählte, sei es Nahrung im menschlichen und geistlichen Wachstum eurer neuen Familie.“

Quelle: https://de.zenit.org/articles/das-eucharistische-brot-stuetze-euch/

Gemälde: Evita Gründler