Das Modell „Mutter als Beruf“ bleibt eine Herausforderung für Politik und Gesellschaft

Von Christa Meves 

Das hat sich in den jungen Familien unserer Republik wie ein dunkler Schatten festgemacht: Die Vorstellung, dass es geradezu verpflichtend ist, als junge Eltern ihr Baby im  Alter von einem Jahr in die Krippe zu geben; denn erstens bekämen sie dort rechtzeitig die richtige Bildung (um später Abitur machen zu können), zweitens würde man sonst als Außenseiter dastehen, und drittens könnte man dann als Mutter – als wieder Mitverdienende – zurück an den Arbeitsplatz gehen.

Das wäre auch mehr als fair, da sonst der Ehemann allein den Familienkarren zu schieben hätte.

Das zur Verfügung stehende Geld geriete ohnehin immer häufiger an den Rand der roten Zahlen. Es sei deshalb doch begrüßenswert, dass der Staat durch die Früherziehung so aktiv an den Belangen der Familie teilnähme.

Wie gern würde ich dieser Argumentation zustimmen, enthalten solche Begründungen doch eine greifbare Berechtigung. Aber als Fachfrau ist man dennoch genötigt, eine Reihe von nicht durchgedrungenen Informationen nachzuholen:

In meiner praktischen Arbeit ließ sich lange schon erkennen, dass die frühe Trennung der Kinder von ihren Müttern negative Auswirkungen im späteren Schicksal des Menschen hat. Mittlerweile ist diese Erfahrung auch bereits international durch Hirn – und Hormonforschung bestätigt worden (1).

Aber Konzepte, die das berücksichtigen, wurden von unseren Regierungen nicht vorgenommen.

Mit meinem Freundeskreis entwarf ich zwar in den 80er Jahren ein gesünderes  Modell und schickte das mit mehr als tausend Unterschriften der Regierung zu. Aber dieses Programm fand keinerlei Beachtung.

Heute leugnen seriöse Fachleute nicht mehr die unermesslich große Bedeutung der frühen Kindheit für die Persönlichkeitsentwicklung. Heute ist es absolut sicher, dass bis zum Alter von drei Jahren lebensentscheidende Prägungen im kindlichen Gehirn vollzogen werden, die später seelische Stabilität oder bei unangemessener Pflege seelische Schwächen und Krankheiten zur Folge haben (2).

Und hinzugefügt wird nun auch bereits die Erfahrungsbilanz, dass positive Ergebnisse (bis in die schulische Leistungsfähigkeit hinein) davon abhängen, ob entscheidende Zukunftsbedingungen der Spezies Mensch in dieser Zeit erfüllt werden oder nicht. Einer positiven Tendenz in der Familienpolitik sind in Europa allein Ungarn, Polen und Tschechien gefolgt (3). Damit wurde in Polen jetzt sogar ein fulminanter Wahlsieg erreicht.

Worauf kommt es also entscheidend an?

Die kontinuierliche, natürliche Nähe zur Mutter, samt der Möglichkeit einer ebenfalls natürlichen Lebensweise, am besten mit Stillen mindestens im ersten Lebensjahr. Mit Recht werden darauf viele Eltern und Großeltern antworten: „Aber das ist dennoch unrealistisch!“

Das ist es hierzulande auch und wird deswegen nur noch in wenigen Familien, die sich im Clan gegenseitiger opferbereiter Hilfe befleißigen, überhaupt noch durchgeführt. Es ist kaum zu fassen: Bereits 34,3 Prozent aller Kleinkinder unter drei Jahren werden hierzulande in Krippen betreut (4).

In der Regierung scheint man nicht sehen zu wollen, dass sich jetzt bereits eine schwache, kranke Gesellschaft manifestiert, weil die unnatürlichen Gepflogenheiten im Kleinkindalter massenhaft bedenklich negative Folgen haben.

Aber unser Staat scheint das nicht zur Kenntnis zu nehmen und drängt stattdessen die Familien unverdrossen in die Gegenrichtung. Muss das Anlass zur Resignation sein? Keineswegs.

Wir haben in jüngster Zeit hier in Mitteleuropa die bereits erwähnten Testmodelle, die uns mit erstaunlicher Schlagkraft beweisen, dass die Rückkehr zu kraftvoller seelischer Gesundheit mit höchst einfacher staatlicher Hilfe zu bewältigen ist.

So hat z. B. Ungarn seit vielen Jahren in der Familienpolitik die Mütter mit ihren Neugeborenen in deren folgenden Lebensjahren so gefördert, dass sie echte Wahlfreiheit bekommen, über das erste Lebensjahr hinaus bei ihrem Kind bleiben zu können. Mit einem umfänglichen Kredit und mit subventionierten Steuererleichterungen wird die Familie mit Lebenserleichterung und vor allem auch dadurch mit viel mehr gesellschaftlicher Anerkennung bedacht.

Das hat bereits bewirkt, dass in den letzten Jahren die Zahl der Eheschließungen stieg, dass die Zahl der Ehescheidungen und Abtreibungen sich verringerte (3).

Das ist durchaus in einer wunderbaren Weise folgerichtig; denn dadurch kann die Möglichkeit entstehen, dass junge Mädchen vor ihrer Berufswahl ihre mütterliche Begabung, die viele von ihnen besitzen, entdecken und die dann den Beruf der Familienmutter als Möglichkeit ins Auge fassen können. Auch der Ehemann kann aufatmen und braucht dann keine Angst mehr vor untragbarer Überbürdung zu haben.

“Mutter als Beruf“ habe ich aufgrund meines Sanierungsprogramms mit den gleichen Hoffnungen mein bereits erwähntes Modell von 1985 genannt. Das habe ich damals sogar in allen Einzelheiten ausgearbeitet.

Was sollten wir also jetzt – gestärkt von all den Bestätigungen durch die neuen Erfahrungs- und Forschungsergebnisse – tun?

Nun, uns zusammenschließen, Informationen vermitteln über die Grundbedingungen einer erfolgreichen persönlichen Kleinkindpflege, öffentlich trommeln, den Regierenden ständig in den Ohren liegen (5) und jene Partei wählen oder gründen, die in dieser Hinsicht konstruktive Vorschläge enthält.

Denn was nützt allein ein gesünderes Außenklima, wenn es nicht mehr genug junge arbeitsfähige Menschen gibt, die es einatmen? Wir haben seit 40 Jahren bereits einen zukunftsgefährdenden Geburtenschwund. Die Hauptgründe für das viele Krankwerden der Bürger in westlichen Gesellschaften liegt auf dem Tisch. Jetzt lassen sich die Folgen beobachten und erfassen.

Es geht um unser aller Zukunft! Wir müssen zur Kenntnis nehmen: Eine Gesellschaft, die die Mutter abschafft, schafft sich selbst ab!
Ich habe einen Slogan entwickelt:

Neun Monate im Leib,
neun Monate am Leib,
neun Monate an der Hand,
neun Monate in den Fußstapfen,
neun Monate im Blick.

Dann ist das Kind drei Jahre alt und kann bereits mit seinem eigenen Willen bekunden, ob es Freude an Kiga und Kita hat.

Anmerkungen:
(1) Spreng, M.: Frühkindliche Schädigung durch Gender- und Krippenpolitik?, Olten, 2012, Zukunft CH
(2) Strüber, N.: Die erste Bindung, Stuttgart, 5. Aufl., 2018
(3) Stephan Baier: Ungarn will seine christliche Identität verteidigen, DT, 12.10., S. 7
(4)
https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Soziales/Kindertagesbetreuung/_inhalt.html
(5) Liminski, J.: Klima, Kinder und Familie, DT, 17.10.19, S. 26

 


Gerne leben mit Kindern: Warum Mütter die besten Erzieherinnen sind

Von Almut Rosebrock

Freuen wir uns über die Eltern, die ihre Kinder selbst und eigenverantwortlich liebevoll betreuen und erziehen wollen – vor allem in der sensiblen Phase von 0 – 3 Jahren, wo so viel komplexes Wachstum in der Hinregion geschieht.

Das Gehirn wächst von der Geburt bis zum 3. Geburtstag etwa von 30 auf 90 % – es ist die Ausbildung der „Lebens-Software“, die da geschieht!

Diese wird geprägt und mitbestimmt durch all die Eindrücke, die das Kind aufnimmt:

Geborgenheit, Liebe, Fürsorge, Anreize zur Aktivität, eigenes Tun, die Kommunikation mit einem Gegenüber, mit anderen Menschen, Lächeln, Greifen, Sehen, Schmecken … – alles gehört dazu und ist wichtig, hinterlässt Spuren!

Heutzutage wird die „frühkindliche Bildung“ propagiert und so getan, als könnten das nur „professionell gebildete“ Personen richtig ausüben. Das ist nicht wahr!

Über all die Zeiten waren MÜTTER diejenigen Personen, die  –  auch aus dem Instinkt heraus –  das Beste für ihre Kleinkinder waren und bis heute sind.

Allerdings ist das leider überlagert durch die Ideologie der Emanzipation. Eine Frau soll demnach möglichst weitgehend erwerbstätig sein – damit sie „vollwertig“ sei.

Dabei wird die Arbeit, die für „das Eigene“, die Kinder, die Familie, Haus, Garten, die pflegebedürtigen Eltern usw. getan wird, einfach ausgeblendet, aus der Betrachtung weggestrichen!

Als ob es  nichts wäre, Kinder aktiv und verantwortlich ins und durchs Leben zu begleiten
 
Diese Entwicklung wurde zu der Zeit, als Frau von der Leyen, die jetzt designierte zukünftige Kommissionsvorsitzende der EU, Familienministerin war, von 2005 – 2009, massiv in die Wege geleitet – mit der KRIPPENOFFENSIVE und der (im Schulbereich) GANZTAGSOFFENSIVE.

Parallel dazu wurde das Unterhaltsrecht derart geändert, dass Kinder erziehende Mütter immer weniger Wertschätzung und Anerkennung für die daheim geleistete Arbeit bekommen. Ihnen steht sehr bald kein Unterhalt vom Kindesvater mehr zu – sie müssen selbst an den Arbeitsplatz!

In diesen ganzen Entwicklungen wird die „Gleichstellungs-Ideologie“ vorangetrieben. Die persönliche FREIHEIT der Frauen – was sie selbst wollen, fühlen, für wichtig und wertvoll halten – steht dahinter zurück.

„Familienpolitik“ bedeutet heute schwerpunktmäßig, die möglichst weitgehende FREMDBETREUUNG der Kinder zu organisieren – und finanziert zu bekommen (durch den Steuerzahler)! 

Selbstverständlich ist es wichtig, gute außerhäusliche Betreuungsangebote für Kinder der verschiedenen Altersstufen bereitzustellen.

Ich bin jedoch der Ansicht, dass es aktuell – im Eifer des Gefechts – unterlassen wird, differenziert die Interessen der Familien, der Eltern selbst abzufragen – und dann, darauf basierend, möglichst passgenaue und gute Betreuungsangebote zu erstellen.

Heute wie gestern treffe ich auf „nicht stromlinienförmige“ Eltern“, die ihre Kleinstkinder (U3) selbst betreuen und nicht in die Kita oder zur Tagesmutter geben wollen. Und die gerne Halbtagsbetreuung für die ersten Grundschuljahre hätten – die in NRW an einigen Orten angeboten wird, an anderen nicht, es ist den Kommunen überlassen.

Mir ist die persönliche Freiheit der Menschen, ihre Lebensform zu bestimmen, wichtig. Ich habe den Eindruck, dass das aus dem Blick der Volksvertreter geraten ist – und dass Ideologien und der „Druck der Wirtschaft“ das politische Handeln bestimmen.

Es gilt, sich da mit Menschlichkeit, Vernunft und sachlichen Argumenten entgegenzustellen.

Gerade Eltern tragen die große Verantwortung für ihre Kinder – und sollten sich nicht durch verlockende Bildchen und Hochglanzpropaganda „verführen“ lassen, gegen ihren Instinkt und gesunden Menschenverstand zu handeln. Die FOLGEN könnten sonst schwerwiegend sein!

Unsere Autorin Almut Rosebrock lebt als evangelische Familienmutter in Wachtberg, ist Apothekerin (im Familiendienst) und sie gründete das Aktionsbündnis „Gerne leben mit Kindern“


10.000 alkoholgeschädigte Babys jährlich

Jährlich kommen in Deutschland mindestens 10.000 Kinder auf die Welt, die meist ein Leben lang darunter leiden, dass ihre Mütter in der Schwangerschaft Alkohol konsumiert haben. Darauf machen Experten anlässlich des „Tages des alkoholgeschädigten Kindes“ am 9. September aufmerksam.

Die Formen dieser vorgeburtlichen Schädigungen werden unter dem Begriff FASD (Fetale Alkohol Spektrum Störung) zusammengefasst.

Wenn die Schwangere Bier, Wein oder andere alkoholische Getränke zu sich nimmt, hat ihr ungeborenes Kind in kürzester Zeit denselben Blutalkoholspiegel wie die Mutter. Der Embryo braucht wegen seiner noch unreifen Leber aber zehnmal länger als die Mutter, um den Alkohol abzubauen.

Die Folgen: Die Gehirnentwicklung nimmt Schaden. Kinder mit FASD sind geistig beeinträchtigt und verhaltensauffällig.

Nach Angaben der Vorsitzenden des Vereins FASD, Gisela Michalowski, gibt es bei der Zahl alkoholgeschädigter Kinder einen geringen Anstieg: „Viele junge Frauen trinken, bevor sie entdecken, dass sie schwanger sind.“

Quelle und Fortsetzung der IDEA-Meldung hier: http://www.idea.de/menschenrechte/detail/fuer-jede-schwangere-muss-eine-00-promille-grenze-gelten-102329.html

Foto: aus DM-Drogerie-Werbung