Libanon: Hisbollah nahm das Volk als Geisel

​Erklärung des Sprechers des israelischen Außenministeriums zum Urteil des Sondertribunals für den Libanon:

„Die Hisbollah hat, im Namen ausländischer Interessen, das libanesische Volk und dessen Zukunft als Geisel genommen. Die Welt muss sich gegen diese Terrororganisation vereinen, um dem Libanon zu helfen, sich von der Bedrohung durch die Hisbollah zu befreien.

Das gestern ergangene Urteil des Sondertribunals für den Libanon, das mit der Untersuchung des Mordes an Premierminister Hariri beauftragt war, stellte sehr klar fest, dass die Terrororganisation Hisbollah und ihre Mitarbeiter sowohl in den Mord, als auch in die Manipulation der anschließenden Untersuchung verwickelt waren.

Die Aufrüstung der Hisbollah, das Präzisionslenkwaffenprojekt und kriegerische Aktionen in der ganzen Region bedrohen den gesamten Nahen Osten.“

Quelle: Außenministerium des Staates Israel

Frankfurt: Pater Tom – ehem. Dschihadisten-Geisel – erhielt den Stephanuspreis

Die Stephanusstiftung für verfolgte Christen hat am Sonntag in Frankfurt ihren diesjährigen Stiftungspreis an Tom Uzhunnalil, einen indischen Pater des Salesianerordens vergeben.

Die Verleihung erfolgte „in Anerkennung seines Mutes, angesichts höchster Gefahr, seinen Glauben, seine Nächstenliebe und seine Hoffnung in die Verwandlung der Herzen bewiesen zu haben“.

Laudator Michael Blume, Religionswissenschaftler und Referatsleiter im Staatsministerium Baden-Württemberg, betonte, der Preisträger habe sich nicht dazu verleiten lassen, die Täter zu hassen, die ihn am 4. März 2016 von dem Gelände eines Altenpflegeheims der Mutter-Teresa-Schwestern in der südjemenistischen Stadt Aden entführten.

Die Dschihadisten ermordeten bei dem Überfall 16 Menschen, darunter auch vier der Schwestern.

18 Monate dauerte die Geiselhaft bei einer radikal-islamischen Gruppe. Im Juli und Dezember 2016 tauchten im Internet Videos mit flehentlichen Appellen des Paters auf, sich für seine Freilassung einzusetzen.

Die Entführer hatten ihn zu den Aufnahmen gezwungen. Sie rechneten vielleicht nicht mit der überwältigenden Resonanz. Weltweit beteten Menschen und setzten sich mit Appellen an verschiedene Regierungen für ihn ein. Schließlich kam er wohl auf Vermittlung des Sultanats Oman am 12. September 2017 frei.

BILD: Michaela Koller überreichte Papst Benedikt während seiner Amtszeit eines ihrer Bücher

Die Stiftungsvorsitzende Michaela Koller betonte: „Ohne seine Besonnenheit hätte er wohl nicht überlebt und zeigen können: Der Einsatz für die Verfolgten lohnt sich.“

Pater Tom Uzhunnalil kündigte in seiner Dankesrede an, den Preis den „Missionarinnen der Nächstenliebe“ von Mutter Teresa widmen zu wollen.


Karfreitags-Liturgie im Regensburger Dom

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer hat heute die Karfreitagsliturgie im Dom St. Peter in Regensburg zelebriert.

Es ist eine nüchterne Liturgie, in der des Todes Christi gedacht wird. Gottes Heilswerk wird auf beinahe beklemmende, aber durchaus nicht hoffnungslose Weise deutlich.

Das aufgestellte Kreuz wird als Zeichen des Heils verehrt. Zuvor tragen Domspatzen die Leidensgeschichte nach dem Evangelisten Johannes vor. Streng ist die Liturgie, insofern keine Orgel ertönt und auch die Glocken verstummt sind – während des Gottesdienstes am Gründonnerstag haben sie zum letzten Mal geläutet.

Passend zur großen Stille am Karfreitag, der auch staatlicherseits ein stiller Feiertag ist, verharren die Glocken ebenfalls regungslos.

Nur menschliche Stimme in Lesung, Gebet, Gesang und Predigt ist im Gottesdienst zu vernehmen. Ganz zu Beginn der Feier verharren Bischof und Diakon ebenerdig ausgestreckt zum Gebet – als Demutsgeste angesichts des Heilsgeschehens, in dem Gott seinen einzigen Sohn dahingegeben hat. .

Der Bischof deutete in seiner Predigt die biblische Lanzenstich-Szene, wonach ein Soldat Jesus am Kreuz mit der Lanze die Seite durchstieß. Es flossen Blut und Wasser hervor. Durch die Sakramente ist Christus für alle Zeiten gegenwärtig. Das Wasser steht für die Taufe, das Blut für die Eucharistie.

Sodann erinnerte der Bischof an Arnaud Beltrame: er wurde umgebracht, die Geisel aber lebt. Beltrame war der heldenhafte Polizist, der sich bei der Geiselnahme vor einer Woche in Südfrankreich dem Attentäter auslieferte und von diesem hingerichtet wurde.

Die Antwort des Menschen auf Gottes Hingabe am Kreuz kann bis zum eigenen Lebensopfer gehen, so der Bischof. Der Polizist hatte unlängst neu zu seinem katholischen Glauben gefunden.

Außerdem sagte der Regensburger Oberhirte, dass es nirgends eine solch hohe Wertschätzung für schwache und behinderte Menschen geben würde wie dort, wo der Geist Christi das Leben prägt.