Sexvorwürfe gegen Geistheiler in Brasilien

Der brasilianische „Wunderheiler“ Joao Teixeira de Faria beruft sich auf angeblich „göttliche Energien“, ist aber in Wirklichkeit seit Jahrzehnten auf dem esoterischen und spiritistischen Trip.

Wir haben im CHRISTLICHEN FORUM bereits im Jahre 2011 und 2012 vor ihm gewarnt, wobei er sich in der ihm eigenen Anmaßung „João de Deus“ (Johannes von Gott) nennt: https://charismatismus.wordpress.com/category/visionen-und-charismatik-kritik/joao-de-deus-geistheiler/

Nun steht der selbsternannte Geistheiler demnächst vor Gericht, nachdem er per Haftbefehl gesucht wurde, weil er  – so die Vorwürfe – hunderte Anhängerinnen sexuell mißbraucht habe. Die Belästigungen und Nötigungen sollen sich in seinem „spirituellen Zentrum“ in Abadiânia unweit der Hauptstadt Brasiliens ereignet haben. 

Dabei habe der 76-Jährige seine Übergriffe unter dem Vorwand begründet, eine Weigerung der Frauen störe die „Energieflüsse“, die zu deren „Heilung“ beitragen sollen.

Der Spiritist hatte auch in Europa hunderttausende Fans. Wenn er in Großveranstaltungen auftrat, wobei der Eintritt nicht billig war, kamen bis zu 10.000 Besucher.

 

 


Schweiz: Brasilianischer „Geistheiler“ João de Deus trat in Winterthur auf

„Das Geschäft mit der Angst und der Sehnsucht“

Hunderte von Krebskranken, Gelähmten und Erblindeten aus halb Europa pilgerten vergangene Woche nach Winterthur in die Eulachhallen.

Ca. 10.000 spirituelle Sucher mit Gebresten und chronischen Krankheiten wollten den Star unter den Geistheilern einmal hautnah erleben.

Und alle erwarteten das Heil oder eine Wunderheilung: João de Deus, das berühmteste Volltrance-Medium (Eigenwerbung), trat erstmals in der Schweiz auf und elektrisierte die Esoterikszene.

Der Heiler machte Hoffnung auf Heilung selbst tödlicher Krankheiten. Das Internet ist voll von Lobeshymnen auf den 70-jährigen Brasilianer und seine Heilkräfte. Ihm eilt der Ruf voraus, unzählige Kranke von ihrem Leiden befreit und vor dem Tod gerettet zu haben.

Millionen suchten ihn in den vergangenen 50 Jahren in seinem Zentrum Casa Dom Inacio in Abadiania, Brasilien, auf, ähnlich viele besuchten ihn bei seinen Heilungstourneen rund um die Welt.

João de Deus ist der Kopf eines grossen Unternehmens, das Millionen umsetzt.

Allein in Winterthur dürfte ein Umsatz von 1 bis 2 Millionen Franken erwirtschaftet worden sein. Ein lukratives Geschäft mit der Angst und Sehnsucht von Kranken und spirituellen Suchern.

Die Tourneen des Geistheilers sind durchstrukturierte und minutiös geplante Spektakel. Einlass erhält nur, wer ganz in Weiss erscheint. So fordern es die 36 Wesen der geistigen Welt, auf die sich João de Deus, auf Englisch John of God genannt, beruft. «Weiss als Farbe des Lichts steht für die Reinheit», wird den Besuchern erklärt.

Die Besucher des zwölfstündigen Heilungsmarathons brauchen in erster Linie Geduld, um John of God zu Gesicht zu bekommen. Deshalb werden sie mit musikalischen Darbietungen, Meditationen und Vorträgen durch den Tag begleitet.

Bei der Ankunft müssen sie sich diszipliniert in eine von vier Warteschlangen einreihen: Eine Reihe ist für Erstbesucher, eine weitere für Wiederholer, die Operationslinie ist für Besucher reserviert, die einen „spirituellen Eingriff“ wünschen  – und die Revisionslinie für Leute, die bereits früher einen operativen Eingriff über sich ergehen liessen und nun ihren Zustand überprüfen lassen wollen. Die Besucher verbringen Stunden mit Warten und Meditieren.

Im Schritttempo geht es in den Meditationsraum. Beine und Arme dürfen nicht gekreuzt werden, weil sonst der Energiefluss gestört werde.

Danach werden die spirituellen Sucher in den Raum der Wesenheiten geführt, wo der Moment der Offenbarung naht: Die Heilsuchenden pilgern an João de Deus vorbei und erhalten vom Geistwesen, das aktuell durch John of God spricht, eine Diagnose oder Botschaft.

„Der Moment der eigentlichen Begegnung wird sehr schnell gehen“, werden die Teilnehmer gewarnt. Kein Wunder, schliesslich ist der Andrang riesig.

Quelle und Fortsetzung des Artikels hier: http://newsnetz-blog.ch/hugostamm/blog/2012/07/19/fataler-glaube-an-wunderheiler/