Hanau: Gedenkgottesdienst mit Würdigung von Pater Lothar Groppe SJ

Die katholische Pfarrgemeinde St. Josef in Hanau hat in einem weiteren Gedenkgottesdienst für den verstorbenen Jesuitenpater Lothar Groppe gebetet und sein Glaubensleben gewürdigt.

Von Hans-Michael Müller und Dr. Tobias Angert, zwei engagierten Katholiken und Freunden des Geistlichen, wurde ein Nachruf angefertigt, der in der Kirche zum Mitnehmen ausliegt.

Er geht vor allem auf die vielfältigen Beziehungen des Paters und seines Vaters  – Generalleutnant Theodor Groppe  –  zu Hanau ein.

General Groppe war ein mutiger Judenretter und Widerständler in der NS-Diktatur; sein Sohn Lothar Groppe (siehe Foto) ein einsatzfreudiger Seelsorger, Vortragsredner, Pädagoge und Autor.

Der Text dieses Nachrufs lautet:

Pater Lothar Groppe, jüngster Sohn des mit seiner Familie von 1936 bis 1954 in Hanau lebenden Widerstandskämpfers Generalleutnant Theodor Groppe, ist am 17. November 2019 in einem Altersheim des Jesuitenordens in Berlin-Kladow gestorben. Er wurde 92 Jahre alt.

Lothar Groppe war der St. Josefskirche sehr verbunden, wohnte er doch mit seinen Eltern viele Jahre in der Engelhardstraße. Gemeinsam mit den bereits verstorbenen Ge-meindemitgliedern Josef (Seppl) Fuchs und Paul Angert ministrierte er in der Kirche St. Josef.

Seine Verbindung zu Hanau und zu Hanauer Familien währte über viele Jahrzehnte. Immer wieder besuchte er „sein Hanau“ und übernahm – nach seiner Pensionierung – bereitwillig Urlaubsvertretungen in Hanau und Bruchköbel.

Von 1963 bis Ende 1971 war Pater Groppe als Dozent an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg tätig. Jahrzehntelang war er der Militärseelsorge in Deutschland und Österreich sehr verbunden.

BILD: Pater Lothar Groppe vor der im Jahre 2011 in Hanau errichteten Theodor-Groppe-Straße (Foto: H.-M. Müller)

Der Leitende Militärdekan Joachim Simon vom Katholischen Militärbischofsamt, der einige Jahre als Kaplan in Hanau wirkte, würdigte bei der Beisetzung in Berlin den engagierten Jesuiten als ein Vorbild für viele Soldaten und Offiziere, der ihnen eine christlich-ethische Orientierung gegeben habe.

Pater Lothar Groppe SJ leitete einige Jahre die Deutsche Sektion von Radio Vatikan in Rom.

Am 7.9.2018 konnte er seine 70jährige Zugehörigkeit zum Orden der Jesuiten und sein 60jähriges Priesterjubiläum feiern.

Groppes Vater, von den Nazis „Schwarzer General“, in dem damals „braunen“ Hanau gar „katholischer Hund“ genannt, ging in der NS-Zeit mit seiner Generalsuniform in die Kirche St. Josef. Das war ein starkes und mutiges Zeichen und sorgte dafür, dass er deswegen mehrfach angezeigt und von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) verhört wurde.

Die Gestapo holte auch den jungen Lothar Groppe zu Hause ab und brachte ihn zum Verhör in das „Braune Haus“ an der Nussallee, die Infanteriekaserne am Freiheitsplatz (heute Finanzamt) oder nach Darmstadt. Der Junge sollte nicht nur seinen Vater belasten, sondern hatte in der Schule einmal an eine Tafel geschrieben: „Hitler ist ein Verbrecher!“

BILD: General Groppe neben Stauffenberg auf dem Titelblatt der Berliner Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT

Als Junge musste Lothar Groppe auch miterleben, wie die Nazis seinen Vater am Freiheitsplatz in Generalsuniform Schützengräben ausheben ließen, um ihn zu demütigen. Später wurde Vater Groppe zeitweise als Luftschutzwart bei der Firma Heraeus eingesetzt.

Der „Schwarze General“ hat sich mehrfach sehr mutig nationalsozialistischen Befehlen widersetzt. Als Generalleutnant und Divisionskommandeur am Westwall verhinderte er durch seinen Schießbefehl gegen Judenverfolger eine von der NSDAP betriebene „spontane Volkskundgebung gegen die Juden“. Das ist eines der wenigen bekannten Beispiele dafür, dass hochrangige deutsche Soldaten mit Waffengewalt Juden vor Pogromen geschützt haben.

Generalleutnant Groppe wagte es auch, Himmlers Befehl, deutsche Frauen auch außerhalb der Ehe zu schwängern, um den zu erwartenden Blutzoll im Krieg abzumildern, scharf zu kritisieren. Das war einmalig!

Daraufhin wurde er umgehend unehrenhaft aus dem Heer entfernt und auf Befehl Himmlers 1944 mit dem Ziel der Liquidierung zunächst ins Gestapo-Gefängnis in Darmstadt, von dort Anfang 1945 in die Festungshaftanstalt nach Küstrin gebracht, wo er mit Zustimmung Hitlers umgebracht werden sollte.

BILD: Letztes Buch von P. Lothar Groppe über die Wiener Hilfsstelle für Judenchristen

Nur knapp entging Theodor Groppe Dank mutiger Hilfe von Nazigegnern der Hinrichtung und kam 1945 – von französischen und amerikanischen Militärs hoch geachtet – zurück in das zerbombte Hanau. 1954 zog es ihn dann in seine Geburtsstadt Trier, wo er sich intensiv der deutsch-französischen Aussöhnung widmete.

Seinem Sohn Lothar hat Vater Groppe mit auf den Weg gegeben: „Niemals aufgeben, sich nicht mit dem billigen Gerede: „Es hat ja doch keinen Zweck“ aus Auftrag und Verantwortung stehlen, sondern alles in der eigenen Kraft Stehende tun und fest auf Gott vertrauen!“

Das hat Pater Lothar Groppe immer befolgt und sich auch dann zu Wort gemeldet, wenn es galt, sich mutig, unbequem und deutlich bewusst gegen den Zeitgeist zu artikulieren. Folgerichtig verstand er sich sehr gut mit Erzbischof Johannes Dyba, über den er in dem Erinnerungsband „Der Löwe von Fulda“ entsprechend berichtete.

Groppes Vater wurde im Hanauer Lamboygebiet auf einstimmigen Beschluss der Hanauer Stadtverordnetenversammlung mit einer nach ihm benannten Straße geehrt (siehe 2. Foto).

Pater Lothar Groppe war ein weit über die Grenzen Deutschlands hinaus anerkannter Redner, Lehrer, Zeitzeuge und Autor. Er ist der deutsche Jesuit, der die meisten Veröffentlichungen zu religiösen, geschichtlichen und politischen Themen geschrieben hat.

Sein jüngstes Werk ist das 2016 erschienene Buch: „Kirchlicher Einsatz für verfolgte Juden im Dritten Reich – Die Erzbischöfliche Hilfsstelle für nichtarische Katholiken in Wien“.

Die Katholische Kirche in Hanau und in Deutschland verliert mit Lothar Groppe einen unerschrocken mutigen Bekenner und Verteidiger des Glaubens.

Er möge in Frieden ruhen!

HIER ergänzend unser eigener Nachruf auf Pater Groppe: https://charismatismus.wordpress.com/2019/11/17/wir-trauern-um-pater-lothar-groppe-sj/


Wir trauern um Pater Lothar Groppe SJ

Von Felizitas Küble

Der katholische Priester und Jesuitenpater Lothar Groppe ist am heutigen Sonntagmorgen mit 92 Jahren von Gott in die Ewigkeit heimgerufen worden.

Der Geistliche (siehe Foto) starb am 17. November  –  dem Volkstrauertag  –  nach längerer Krankheit im Peter-Faber-Haus, der Seniorenresidenz des Jesuitenordens in Berlin-Kladow.

Dies erfuhr ich durch die freundliche Familienmutter Mechthild Truthmann, die Pater Groppe seit langem gemeinsam mit ihrem Mann Burkhard regelmäßig besuchte.

Wir waren mit diesem glaubensstarken, geistreichen, humorvollen und herzensguten Geistlichen seit ca. 30 Jahren befreundet. Er hat uns gerne in unserer Redaktion in Münster besucht und wir hatten fast immer dieselbe „Wellenlänge“.

Er fühlte sich unserem KOMM-MIT-Jugendverlag und unserem Christoferuswerk sowie dem CHRISTLICHEN FORUM eng verbunden. Nach dem Tod unseres Verlagsgründers Günter Stiff am 10.9.2002 zelebrierte er das Sechswochen-Seelenamt in Münster und hielt eine kraftvolle Predigt.

Am 31. Juli dieses Jahres konnte Pater Groppe sein 60-jähriges Priesterjubiläum feiern – direkt einen Tag davor erlebte er seinen 92. Geburtstag.

Der bekannte Jesuitenpater und Schriftsteller hat noch vor drei Jahren ein fundiertes Sachbuch veröffentlicht, das sich vor allem mit der Rettung von Juden und „nichtarischen Katholiken“ in Wien befaßt.

Der Titel lautet: „Kirchlicher Einsatz für Juden im Dritten Reich“. (Näheres hier: https://charismatismus.wordpress.com/2016/09/28/wie-jesuitenpater-ludger-born-und-sr-verena-buben-bedrohte-juden-retteten/)

Lothar Groppe kam am 30. Juli 1927 im westfälischen Münster als Sohn des späteren Generalleutnants Theodor Groppe zur Welt. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Westfalen, Ostpreußen, Oberschlesien, Pommern, Hessen und Bayern.

Nach Kriegsende studierte er Rechtswissenschaft und trat am 7. September 1948 in die „Gesellschaft Jesu“ ein. Es folgte das Lizenziat der Philosophie, am 31. Juli 1959 empfing er die Priesterweihe.

P. Groppe wirkte jahrzehntelang als Krankenhausseelsorger in Bad Pyrmont und als Schriftsteller, zeitweise auch als Gemeindepfarrer in Österreich, als Dozent und Militärdekan an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg sowie als Leiter der deutschen Sektion von Radio Vatikan.

Von 1973 bis 1987 hielt er Vorlesungen und Seminare für die österreichischen Generalstabs-Lehrgänge.

Der Geistliche ist nicht nur Sohn des Widerstandskämpfers Theodor Groppe, sondern bezog selber schon mit 12 Jahren deutlich Stellung gegen Hitler. Er war daher mehrfach „Gast“ der Gestapo (Geheimen Staatspolizei). Nach dem Krieg wurde er von der Besatzungsmacht als „politischer Verfolgter“ anerkannt.

Sein Vater Theodor Groppe war Generalleutnant und Divisionskommandeur am Westwall. Man nannte ihn wegen seiner grundkatholischen Haltung den „Schwarzen General“. Im 1. Weltkrieg erhielt er zahlreiche Tapferkeitsauszeichnungen, darunter den höchsten Orden Pour le Mérite, der nur 687 mal vergeben wurde. (Im Vergleich dazu wurden im 2. Weltkrieg 6 bis 8 Millionen „Eiserne Kreuze“ verliehen.)

In der Stadt Hanau, wo Theodor Groppe einige Zeit gewirkt hatte, wurde eine Straße nach ihm benannt (siehe Foto).

Weil der mutige General den NS-Schergen widerstand, insbesondere SS-Reichsführer Himmler widersprach, wurde er 1942 militärisch degradiert, aus der Wehrmacht ausgestoßen und im August 1944 von der Gestapo verhaftet. Durch Flucht aus der Festung Küstrin entging er der geplanten Hinrichtung und konnte die Kriegszeit überleben.

Der Generalleutnant verhinderte durch seinen Schießbefehl gegen Judenverfolger eine von der NSDAP befohlene „Volkskundgebung gegen die Juden“. Vor allem bei Juden im Saarland war er als „Retter“ bekannt und bewundert.

Sein Sohn Lothar hielt sich auch selber an die geradlinige und unbeugsame Art seines Vaters. Er widerstand dem braunen ebenso wie später dem roten Zeitgeist und orientierte sich an christlichen Prinzipien und der katholischen Glaubenslehre.

Seine Predigten und Vorträge waren gehaltvoll, mitreißend, schwungvoll und manchmal auch etwas humorvoll-scherzhaft.

Der Pater publizierte jahrzehntelang in dutzenden Zeitungen und Zeitschriften von „Theologisches“ über die „Junge Freiheit“ oder die „Preußische Allgemeine Zeitung“ bis zu „Soldat im Volk“ oder Schriften des BdV (Bund der Vertriebenen). Insgesamt hat P. Groppe rund 1800 Artikel veröffentlicht.

Besonders für die Belange der deutschen Heimatvertriebenen setzte sich der Jesuit durch Wort und Tat wirkungsvoll ein.

Seine klare katholische Ausrichtung hinderte ihn keineswegs daran, eine vernünftige Ökumene mit theologisch konservativen Protestanten zu pflegen. So schrieb er z.B. regelmäßig für die Zeitschrift „Erneuerung und Abwehr“ der Evangelischen Notgemeinschaft und hielt Reden vor evangelikalen Initiativen. 

Bis zuletzt stand der Geistliche im freundschaftlichen Kontakt mit evangelischen Christen.

So half ihm z.B. der Unternehmensexperte und Publizist Dr. Bernd F. Pelz (siehe Foto) sachkundig beim Lektorat und der Erstellung des Groppe-Buches über „Kirchlichen Einsatz für Juden im Dritten Reich“. Außerdem unterstütze Dr. Pelz seinen priesterlichen Freund tatkräftig bei mehreren Umzügen.

Pater Groppe SJ gehörte zu dem vom deutschen Juden Gerhard Löwenthal („ZDF-Magazin“) mitgegründeten „Konservativen Büro“ in Bielefeld. 

Ähnlich wie der  –  ebenfalls NS-verfolgte  –  Löwenthal setzte sich Groppe stets für einen gesunden Patriotismus und entschieden für die deutsche Wiedervereinigung ein; zudem würdigte er die Heimatvertriebenen aus den Ostgebieten und erinnerte immer wieder an ihr tragisches Schicksal, was oftmals wütende Schmähkritik von links hervorrief.

Der Geistliche hatte guten Kontakt mit Erzbischof Johannes Dyba, dem am 23. Juli 2000 plötzlich verstorbenen Oberhirten von Fulda.

Im Dyba-Gedenkband „Der Löwe von Fulda“ aus dem KOMM-MIT-Verlag (siehe Foto) ist ein fundierter Beitrag von Pater Groppe enthalten. Darin würdigt er den unerschrockenen Bischof von Fulda sowohl als Bischof wie auch als Mensch und Mitbruder. (Hier die Besprechung der „Tagespost“ über diesen Sammelband: https://charismatismus.wordpress.com/2016/04/01/loewe-von-fulda-wuerdigung-unseres-dyba-gedenkbandes-in-der-tagespost/)

Pater Groppe wirkte von 1982 bis 2007 als Krankenhauspfarrer in Bad Pyrmont. Einige Zeit später war er als Seelsorger an einer Mutter-Kind-Klinik in Timmendorfer Strand tätig.

Seit August 2015 lebte der unbeugsame Geistliche im Seniorenheim des Jesuitenordens in Berlin-Kladow.

Wir bewahren sein geistiges Vermächtnis in unserem Herzen und sind weiter durch Gebet und Gedenken mit ihm verbunden.

VORTRAG von Pater Groppe über das Priestertum: https://charismatismus.wordpress.com/2017/12/30/ueber-gnade-und-auftrag-wuerde-und-buerde-des-priestertums/


El Salvador: Angebl. Mißbrauchs-Priester erweist sich nach drei Jahren als unschuldig

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Laut einem Bericht der katholischen Nachrichtenseite „Kath.net“ hat sich nach drei Jahren die Unschuld eines Priesters aus El Salvador herausgestellt, nachdem sich ein Zivilgericht mit dem Fall beschäftigte und die Beschuldiger ihre Anklagen selber als unwahr zurückgezogen haben.
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Zuvor war José Antonio Molina vorgeworfen worden, Jugendliche in den neunziger Jahren sexuell belästigt zu haben. Der Erzbischof von El Salvador und der Papst hatten ihn daraufhin amtsenthoben und suspendiert (aller priesterlicher Funktionen enthoben).
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Einer der damaligen Ankläger, Isaí E. Mendoza, hat sich inzwischen öffentlich bei dem Priester entschuldigt. Der Geistliche erklärte gegenüber lokalen Medien, er habe allen verziehen, die ihn einst falsch beschuldigten.
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Solche Fälle unschuldiger Verurteilungen gibt es auch in Deutschland – z.B. im Bistum Eichstätt, als ein Priester gerichtlich rehabilitiert wurde: https://charismatismus.wordpress.com/2014/12/16/pfarrer-falschlich-des-misbrauchs-beschuldigt-er-kehrt-in-seine-pfarrei-zuruck/
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Im Frühjahr dieses Jahres geschah etwas Ähnliches in Frankreich: https://charismatismus.wordpress.com/2019/03/01/frankreich-ehepaar-wg-missbrauchs-verleumdung-eines-kath-priesters-verurteilt/

Pater Lothar Groppe ist seit 60 Jahren Priester

Von Felizitas Küble

Der weithin bekannte Jesuitenpater und Schriftsteller Lothar Groppe erreichte gestern (30. Juli) das gesegnete Alter von 92 Jahren; heute  – am 31. Juli 2019  –  feiert der Geistliche in Berlin sein 60-jähriges Priesterjubiläum.

Der glaubensstarke Gottesmann hat noch vor drei Jahren ein fundiertes Sachbuch veröffentlicht, das sich vor allem mit der Rettung von Juden und „nichtarischen Katholiken“ in Wien befaßt.

Der Titel lautet: „Kirchlicher Einsatz für Juden im Dritten Reich“. (Näheres hier: https://charismatismus.wordpress.com/2016/09/28/wie-jesuitenpater-ludger-born-und-sr-verena-buben-bedrohte-juden-retteten/)

Lothar Groppe kam am 30. Juli 1927 im westfälischen Münster als Sohn des späteren Generalleutnants Theodor Groppe zur Welt. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Westfalen, Ostpreußen, Oberschlesien, Pommern, Hessen und Bayern.

Nach Kriegseinsatz studierte er Rechtswissenschaft und trat am 7. September 1948 in die „Gesellschaft Jesu“ ein. Es folgte das Lizenziat der Philosophie, am 31. Juli 1959 empfing er die Priesterweihe.

P. Groppe wirkte jahrzehntelang als Krankenhausseelsorger in Bad Pyrmont und als Schriftsteller, zeitweise auch als Gemeindepfarrer in Österreich, als Dozent und Militärdekan an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg sowie als Leiter der deutschen Sektion von Radio Vatikan.

BILDER: Titelfotos zweier Bücher von Pater Groppe: „Theodor Groppe – der Schwarze General“ und „Kirchlicher Einsatz für verfolgte Juden im Dritten Reich“

Von 1973 bis 1987 hielt er Vorlesungen und Seminare für die österreichischen Generalstabs-Lehrgänge.

Der Geistliche ist nicht nur Sohn des Widerstandskämpfers Theodor Groppe, sondern hat selber als Schuljunge von 12 Jahren deutlich gegen Hitler Stellung bezogen. Er war mehrfach „Gast“ der Gestapo. Nach dem Krieg wurde er von der Besatzungsmacht als „politischer Verfolgter“ anerkannt.

Sein Vater Theodor Groppe war Generalleutnant und Divisionskommandeur am Westwall. Man nannte ihn wegen seiner grundkatholischen Haltung den „Schwarzen General“. Im 1. Weltkrieg erhielt er zahlreiche Tapferkeitsauszeichnungen, darunter den höchsten Orden Pour le Mérite, der nur 687 mal vergeben wurde. (Im Vergleich dazu wurden im 2. Weltkrieg 6 bis 8 Millionen „Eiserne Kreuze“ verliehen.)

In der Stadt Hanau, wo Theodor Groppe einige Zeit gewirkt hatte, wurde eine Straße nach ihm benannt (siehe Foto).

Die Tugend der Tapferkeit liegt anscheinend in der Familie Groppe. Auch der Vater des „Schwarzen Generals“ war Offizier und wurde dann Verleger. Im Kulturkampf druckte er die verbotenen Hirtenbriefe des Bischofs von Trier und wurde wegen „Majestätsbeleidigung“ zu zwei Jahren Gefängnis und hoher Geldstrafe verurteilt. Die Gefängnisstrafe wurde in Festungshaft verwandelt, weil er Offizier war.

Weil Theodor Groppe den NS-Schergen widerstand, insbesondere SS-Reichsführer Himmler widersprach, wurde er 1942 militärisch degradiert, aus der Wehrmacht ausgestoßen und im August 1944 von der Gestapo verhaftet. Durch Flucht aus der Festung Küstrin entging er der geplanten Hinrichtung und konnte die Kriegszeit überleben.

Der mutige General verhinderte durch seinen Schießbefehl gegen Judenverfolger eine von der NSDAP befohlene „Volkskundgebung gegen die Juden“. Vor allem bei Juden im Saarland war er als „Retter“ bekannt und bewundert.

Sein Sohn Lothar hielt sich auch selber an die geradlinige und unbeugsame Art seines Vaters. Er widerstand dem braunen ebenso wie später dem roten Zeitgeist und orientierte sich klar an christlichen Prinzipien und der katholischen Glaubenslehre. Seine Predigten und Vorträge waren gehaltvoll, mitreißend, präzise und bodenständig.

Der schwungvolle Pater publizierte jahrzehntelang in dutzenden Zeitungen und Zeitschriften von „Theologisches“ über die „Junge Freiheit“ oder die „Preußische Allgemeine Zeitung“ bis zu „Soldat im Volk“ oder Schriften des BdV (Bund der Vertriebenen).

Seine klare katholische Ausrichtung hinderte ihn keineswegs daran, eine vernünftige Ökumene mit theologisch konservativen Protestanten zu pflegen. So schrieb er z.B. regelmäßig für die Zeitschrift „Erneuerung und Abwehr“ der Evangelischen Notgemeinschaft und hielt Reden vor evangelikalen Initiativen. 

Bis heute steht der Geistliche im freundschaftlichen Kontakt mit evangelischen Christen. So half ihm z.B. der Unternehmensexperte und Publizist Dr. Bernd F. Pelz (siehe Foto) sachkundig beim Lektorat und der Erstellung des Groppe-Buches über „Kirchlichen Einsatz für Juden im Dritten Reich“. Außerdem unterstütze Dr. Pelz seinen priesterlichen Freund tatkräftig bei mehreren Umzügen.

Pater Groppe SJ gehörte zu dem vom deutschen Juden Gerhard Löwenthal („ZDF-Magazin“) mitgegründeten „Konservativen Büro“ in Bielefeld. 

Ähnlich wie der  –  ebenfalls NS-verfolgte  –  Löwenthal setzte sich Groppe stets für einen gesunden Patriotismus und entschieden für die deutsche Wiedervereinigung ein; zudem würdigte er die Heimatvertriebenen aus den Ostgebieten und erinnerte immer wieder an ihr tragisches Schicksal, was oftmals wütende Schmähkritik von links hervorrief.

Der Geistliche hatte guten Kontakt mit Erzbischof Johannes Dyba, dem am 23. Juli 2000 plötzlich verstorbenen Oberhirten von Fulda. Im Dyba-Gedenkband „Der Löwe von Fulda“ aus dem KOMM-MIT-Verlag (siehe Foto) ist ein fundierter Beitrag von Pater Groppe enthalten. Darin würdigt er den unerschrockenen Bischof von Fulda sowohl als Bischof wie auch als Mensch und Mitbruder.

Pater Groppe wirkte von 1982 bis 2007 als Krankenhauspfarrer in Bad Pyrmont. Einige Zeit später war er als Seelsorger an einer Mutter-Kind-Klinik in Timmendorfer Strand tätig. Seit August 2015 lebt der unbeugsame Geistliche im Seniorenheim des Jesuitenordens in Berlin-Kladow.

Seine Freunde sowie unser Christoferuswerk und KOMM-MIT-Verlag wünschen ihm ein frohes Priesterjubiläum und Gottes reichen Segen!


Seligsprechungsprozeß für Pfr. Hamel läuft

Wie Erzbischof Lebrun von Rouen bekannt gab, ist die diözesane Phase des Seligsprechungsprozesse von Pfarrer Jacques Hamel abgeschlossen.

Der französische Geistliche wurde am Morgen des 26. Juli 2016 von zwei bewaffneten Kämpfern des IS am Altar in der Kirche Saint Etienne in Rouvray (Normandie) ermordet, während er dort eine heilige Messe zelebrierte.

Papst Franziskus hatte die Erlaubnis erteilt, bereits wenige Monate nach seinem Tod einen Seligsprechungsprozess zu eröffnen.

Pfarrer Jacques war ein Mann des Friedens, aber „er wurde ermordet, als ob er ein Verbrecher wäre“, sagte Papst Franziskus am 14. September 2016. „Er gab sein Leben für uns, er gab sein Leben, weil er Jesus nicht verleugnen wollte.“

Nach einer entsprechenden Bekanntgabe am Karfreitag, den 13. April 2017 wurde die Diözesanphase des Seligsprechungsverfahrens am 20. Mai 2017 offiziell eröffnet und nun am vergangenen 9. März mit der abschließenden Sitzung im Erzbistum Rouen beendet.

Während dieser Phase fanden 66 Anhörungen statt, bei denen die fünf Augenzeugen des Mordes angehört wurden, 51 weitere Zeugen wurden geladen (darunter Familienangehörige von Pfarrer Hamel, Freunde, Gemeindemitglieder, Priester…) und 5 Zeugen von Amts wegen.

Die Hauptfragen betrafen den Mord, die Umstände des zu untersuchenden Martyriums, das Leben von Pfarrer Hamel und wie er die christlichen Tugenden lebte, sowie sein Ruf der Heiligkeit und die Gebetserhörungen, die seiner Fürsprache zugeschrieben werden.

Zwei Theologen untersuchten laut Aussage der Erzdiözese die in den Pfarrbriefen veröffentlichten Schriften von Pfarrer Hamel und die Texte seiner Predigten, insgesamt rund 650. Das vollständige Dossier, das jetzt an die Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsverfahren im Vatikan geschickt wird, umfasst 11.496 Seiten plus einige Anhänge.

Quelle: Fidesdienst


Frankreich: Ehepaar wegen Missbrauchs-Verleumdung eines kath. Priesters verurteilt

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Wie die französische Tageszeitung „La Croix“ meldet, wurde ein älteres Ehepaar von einem Strafgericht in Châlons-en-Champagne am 27. Februar zu drei Monaten Haft verurteilt, weil es einen katholischen Geistlichen verleumdete, wonach er des sexuellen Missbrauchs an vier Jugendlichen schuldig sei.
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Der Priester wirkte zum Zeitpunkt des vermeintlichen Geschehens im Wohltätigkeits-Heim Foyer de Charité von Baye in Marne. Dort lebt das Renter-Ehepaar seit 2013. 
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Der liberale Islamgelehrte Borudscherdi wurde im Iran mehrfach verhaftet und gefoltert

Seyyed Hossein Kazemeyni Borudscherdi (siehe Foto) ist der wahrscheinlich bekannteste hochrangige schiitische Geistliche im Iran, der sich nachdrücklich für eine Trennung von Religion und Staat einsetzt.

Er kritisiert damit das Fundament der Islamischen Republik Iran: die Herrschaft der Ajatollahs (höhere Geistlichkeit).

Aus diesem Grund verhafteten ihn die iranischen Behörden mehrfach. Durch Misshandlungen und Folter leidet er unter schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen. Ein Sondergericht für die Geistlichkeit verurteilte ihn zum Tod. Nach internationalen Protesten wandelte die iranische Jusitz das Todesurteil in eine elfjährigen Haftstrafe um, die er von 2006 bis 2017 verbüßte.

Seit dem 4. Januar 2017 steht er unter Hausarrest. Seine Freiheit ist jedoch durch eine 24-stündige Überwachung und zahlreiche weitere Einschränkungen sehr stark beeinträchtigt. Konstant erhält er Drohungen wieder verhaftet oder umgebracht zu werden. Zusätzlich verschlechtert sich sein gesundheitlicher Zustand. Dringend notwendige medizinische Versorgung wird von den Behörden unmöglich gemacht.

Zur Person

Seyyed Hossein Kazemeyni Borudscherdi wurde im Jahre 1958 westlich von Teheran geboren und ist ein iranischer liberaler, (ehemalig) hochrangiger schiitischer Geistlicher – er selbst verwendet seinen Titel Ajatollah (“Zeichen Gottes”) nicht mehr und möchte auch nicht mehr so angesprochen werden.

An oberster Stelle unterstützt er die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Neben seinem Einsatz für die Trennung von Religion und Staat engagiert er sich für die Sicherung der Grundfreiheiten, für die Abschaffung der Todesstrafe und jede Form von Folter und erniedrigenden Strafen. Er publizierte mehrere Abhandlungen zum Koran und zur Spiritualität und gewann dadurch eine wachsende Anhängerschaft.

Verhaftung und Prozess

Bereits im Jahre 1995 wurde Borudscherdi das erste Mal verhaftet und gefoltert. Im Jahr 2006 stürmten Sicherheitskräfte sein Haus und folterten ihn erneut bereits während der Vernehmung. Die Anklage umfasste 30 unterschiedliche Punkte, u.a. „Gefährdung der Sicherheit des Landes“, „Unruhestiftung“, sowie „Infragestellung der islamischen Ordnung unter Ajatollah Khamenei“.

Im Jahre 2007 verurteilte ein Sondergericht für Geistliche ihn zum Tod, ohne das Urteil oder eine Begründung zu veröffentlichen. Internationale Aufmerksamkeit und Proteste gegen das Urteil ermöglichten ein Berufungsverfahren.

2009 schrieb er einen Brief an den damaligen UN-Generalsekretär Ban-Ki Moon, in dem er um internationale Beobachter bei einem Referendum über das Rechtssystem im Iran bat. Darauf folgte erneute Folter, Isolationshaft und verweigerte medizinische Versorgung. Insgesamt verbrachte er mehrere Monate in Einzelhaft.

Aktueller Stand

Borudscherdi wird rund um die Uhr beobachtet. Er darf nur für vereinzelt genehmigte Krankenhausbesuche das Haus verlassen. Besuche – auch Arztbesuche – verweigern die Behörden. Sie verbieten ihm, Texte zu veröffentlichen, zu verfassen und mit Medien zu sprechen.

Er leidet unter schweren gesundheitlichen Problemen, unter anderem an Herzproblemen, Nierenerkrankungen, einem Bandscheibenvorfall im Lendenbereich und einer Spinalstenose. Diese bereiten ihm unerträgliche Rücken- und Beinschmerzen und führen zu Taubheit und einem Kribbeln in seinen Händen und Füßen. Nach Angaben seiner Ärzte resultieren ein Großteil der gesundheitlichen Beschwerden aus den Misshandlungen, der verweigerten medizinischen Versorgung und anderen erlittenen Haftumständen.

Quelle und Fortsetzung des Artikels hier: https://www.igfm.de/hossein-borudscherdi/