Kindeswohl zwischen Gender und Pommes

Von Dr. Axel Bernd Kunze

Kinder seien als selbständige Subjekte und Träger eigener Rechte anzuerkennen. Kinder hätten ein Recht auf wirksame Beteiligung. Kinder sollten die Möglichkeit haben, politisch etwas zu verändern. Bestehende Asymmetrien zwischen Kindern und Erwachsenen müssten abgebaut werden.

So tönt es im Kinderrechtsdiskurs – etwa bei der Sozialethikerin Anna Maria Riedl, deren Dissertation zum Kindeswohlbegriff sich auf Judith Butler stützt.

Riedl lässt keinen Zweifel daran, dass aus einem erweiterten Beteiligungsbegriff auch erweiterte Rechtsansprüche der Kinder gegenüber Staat und Gesellschaft abzuleiten seien. Über den Einfluss der Erzieher und Eltern müsse machtkritisch reflektiert werden.

Solche Überlegungen finden keineswegs allein im akademischen Elfenbeinturm statt. Nur ein Beispiel: Die politischen Pläne der grünen Bundestagsfraktion für ein neues Gesetz zur sexuellen Selbstbestimmung sehen vor, dass Heranwachsende bereits mit dem vierzehnten Lebensjahr ihr Geschlecht wechseln und hormonelle oder operative Maßnahmen einleiten könnten, auch ohne medizinische Indikation und auch ohne Zustimmung der Eltern.

Was in der sexuellen Selbstbestimmung recht ist, muss aber noch keineswegs beim täglichen Mittagessen billig sein. Schauen wir uns noch ein zweites Beispiel an: Kinder seien keineswegs autonom, der Staat trage daher eine besondere Verantwortung für das Wohl der Kinder, erklärte jüngst die Vorsitzende des Nationalen Ethikrates, Alena Buyx, in einem Interview mit dem Fachblog Ernährungsmedizin.

Der Staat müsse sich mehr um die Verpflegung in Schulen und Kindertageseinrichtungen kümmern: „Es ist eben nicht nur Privatsache, was ich esse, denn die Ernährung hat auch viele Effekte nach außen hin: Krankheitskosten, soziale Kosten, ökologische Kosten und so weiter“, belehrt uns die Medizinethikerin.

Zwischen „Selbstbestimmung“ und Paternalismus

Pubertätsblocker ja, Pommes nein. Auf der einen Seite werden Schutzaltersgrenzen abgebaut, auf der anderen Seite wird der Staat zu Eingriffen in das private Ernährungsverhalten ermächtigt. Und alles im Namen von Kindeswohl, Kinderrechten und daraus abgeleiteten Beteiligungsansprüchen.

Ethische Hochglanzbegriffe scheinen beliebig verwendbar: Mal legitimieren sie eine weitreichende Entscheidungsfreiheit, ohne dass Schutzbedürfnisse überhaupt noch Erwähnung finden. Dann wiederum legitimieren sie weitreichende Eingriffe des Staates in alltägliche Entscheidungen – nach dem Motto: Auch das Private ist politisch.

Frühe Maßnahmen einer Geschlechtsangleichung können einen sozialen Druck aufbauen, der die Lösung pubertärer Identitätskonflikte erschwert.

Mit jugendlichem Protest- oder Nachahmungsverhalten wird nicht mehr gerechnet. Heranwachsenden mit noch nicht abgeschlossener Persönlichkeitsentwicklung schon eine voll ausgebildete Entscheidungsfreiheit zu unterstellen, wie es in der Debatte um sexuelle Selbstbestimmungsrechte geschieht, könnte sich als Erwachsenenprojektion herausstellen.

Die Diskussion um erweiterte transsexuelle Kinderrechte zeigt, wie die Vulnerabilität Heranwachsender, auf welche gerade die Kinderrechte reagieren wollen, mit kinderrechtlichen Argumenten übergangen wird.

Doch offenbar lauern die Gefahren eher am Mittagstisch. Und hier soll ein libertärer Paternalismus, wie es in der ethischen Fachsprache heißt, kein Problem sein. Schließlich geht es nicht um staatliche Ernährungseingriffe, wie die Presse böswillig titelte, sondern um „die sinnvolle Gestaltung der Entscheidungsarchitekturen“, wie Alena Buyx es ausdrückt.

Na bitte, das hört sich doch schon ganz anders an. Der fürsorgliche Staat weiß am Ende besser, was der Einzelne tun oder lassen sollte. Man muss die Freiheitseingriffe nur richtig verkaufen: „Entscheidend ist die Ernährungskommunikation, mit der man die Umgestaltung der Entscheidungsarchitektur begleitet.“

Ethische Antworten werden beliebig

Bei permanenter Machtkritik kann schon einmal der Überblick verloren gehen. Offenbar sind eher Eltern, die ihrer Erziehungsverantwortung nachkommen, ein problematischer Machtfaktor als ein Staat, der ja nur unser Bestes will.

Eine Ethik, die alles allein aus machtkritischer Perspektive betrachtet, verliert das Gespür dafür, was Macht von Autorität unterscheidet. Eine Ethik aber, die nicht mehr zu unterscheiden vermag, verliert am Ende selbst an Autorität. Ihre Antworten werden offenbar beliebig. Mal so, mal so – je nach Zeitgeist und eigenem Gusto. Das eine Mal eben für unhinterfragbaere Selbstidentifikation und Entscheidungfreiheit. Das andere Mal für staatliche Bemutterung und Regulierung.

Quelle und Fortsetzung des Beitrags von Dr. Kunze hier: https://bildung-und-ethik.com/2021/10/05/schlaglicht-pubertatsblocker-ja-pommes-nein/


Aktuelle Buch-Empfehlung: Der Verrat am C

Buch-Daten: Der Verrat am C. Eugen Abler. 320 Seiten. ISBN 978-3-87336-723-4. DIN A 5 Klappenbroschur. Preis: 18,90 Euro – Gerhard-Hess-Verlag

Bundesweit bekannt geworden ist der oberschwäbische Autor durch seine unbeugsamen Bekenntnisse als Lebensrechtler in vielen kritischen Redebeiträgen auf den CDU-Bundesparteitagen. (Wir haben hier im CF darüber berichtet.)

Aus Sicht von Eugen Abler hat die langjährige Bundesvorsitzende Merkel die CDU im Kielwasser des Zeitgeistes nach links geführt und damit das „C“ zum Erlöschen gebracht.

Als Beispiele nennt der Verfasser die Umsetzung der Genderideologie, das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare, die Ehe für Alle, die Abtreibungsthematik, die Frühsexualisierung der Kinder und die Einführung eines „dritten Geschlechts“.

Dieser Verrat am „C“ wiegt schwer. Im August 2020 ist der Autor nach 43 Jahren aus der CDU ausgetreten, um beim Blick in den Spiegel kein schlechtes Gewissen zu bekommen.

Eugen Abler, Jahrgang 1952, aufgewachsen und lebend in Bodnegg, Landkreis Ravensburg, Diplom-Kaufmann, im 47. Jahr Gemeinderat in Bodnegg, 15 Jahre Mitglied in der CDU-Fraktion des Kreistages, weitere ehrenamtliche Funktionen in Kirche und Gesellschaft. Umfassendes Engagement in der CDU als langjähriger Vorsitzender des Gemeindeverbandes Bodnegg, als stellv. Kreisvorsitzender, Mitglied im Bezirksvorstand, Delegierter auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene.

Das Buch kann hier bestellt werden: http://www.gerhard-hess-verlag.de/


Sprache begründet Kultur: Offener Brief an den Theaterintendanten Dieter Hallervorden

Lucia Tentrop, Wundtstraße 40-44 in 14057 Berlin

An den Intendanten
des Schlosspark-Theaters in Berlin                                                                              

Sehr geehrter Herr Hallervorden,

großartig! Sie tun genau das, was seit eh und je Aufgabe eines Theater-Leiters ist: Sie schützen unsere Kultur,  hier unser Kulturgut Sprache, vor dem destruktiven Zugriff einer zu allen Zeiten trägen bzw. geistlosen Masse, die den Menschen nicht zum Guten erhebt, sondern herunterzieht, assimiliert und verschlingt.

Die hochentwickelte Sprache unserer Kulturvölker ist neben der christlichen Religion, in der das WORT seinen höchsten Sinn erreicht, eine Grundlage unserer europäischen Geisteswelt.

Sprache dient der gemüthaften, sozialen und sachlichen Verbindung eines Volkes oder einer Gruppe untereinander, aber auch dem Einzelnen zum Begreifen, Verstehen und Ausdrücken seiner inneren Welt.

Wenn wir Menschen unsere Erkenntnisse und Gefühle nicht mehr sprachlich gestalten und mitteilen können, werden wir krank. Sprechen und Denken gehören zusammen. Albert Einstein konnte schwierige Probleme nur im Abseits seiner Englisch sprechenden Kollegen in seiner deutschen Muttersprache durchdenken.

Maßgeblich für die Kraft und des Niveaus  unserer deutschen Sprache sind die Werke unserer Religion, Dichtung, Literatur und vor allem des Theaters. Die Franzosen wissen das besser als wir, weil sie sich im Gegensatz zu uns Deutschen das Selbstbewusstsein ihrer Sprache als hohes Gut bewahrt haben. Wir haben nicht so etwas wie die Académie francaise. Jeder macht, was er will.

Aber noch in meiner eigenen Schul-, Gesang- und Theaterausbildung war die Bühnen-Hochsprache offizieller gesellschaftlicher Maßstab im Deutsch- und Sprechunterricht. Wo ist er geblieben?

Entspricht die öffentlich geduldete Zerstörung unseres Kulturguts dem ausgeleierten Freiheits-Begriff einer Demokratie, die nicht mehr die Kraft hat, die Freiheit des Menschen von egozentrischer Willkür zu unterscheiden?        

Während eine frühere deutsche Mentalität der männlichen Ich-Vergöttlichung sich des weiblichen Mediums unserer Geisteswelt, der Muse, bemächtigte und unser melodisches Liedgut und die deutsche Oper politisch vereinnahmte, so vereinnahmt heute eine weiblich betonte deutsche Politik das männliche Prinzip unserer Kultur: unsere gemeinsame Sprache, das Wort, den Logos.

Ist das feministische Klagen über die ewige Benachteiligung der Frau, der es in unserm Land noch nie so gut ging wie heute, nicht die weibliche Strategie einer ehemals maskulinen Hybris?

Natur Mensch Umwelt

Wer sicht nicht unterwirft und mitmacht, macht sich verdächtig, bekommt schlechtere Noten an der Universität, wird am Arbeitsplatz gemobbt oder erhält erst gar keinen usw. Über Strategien der Angst kann man  auch heute wieder Kultur und Gesetz außer Kraft setzen. Schon 2006 kippte eine lautstarke öffentliche Meinung de facto die staatlich garantierte  Freiheit der Wissenschaften zugunsten ihrer eigenen Politik (Vorlesung von Papst Benedikt XVI. in der Regensburger Universität).   

Auf jeden Fall haben Sie, sehr geehrter Herr Hallervorden, einen Orden für den Schutz unserer Sprache als Grundlage des Denkens und unserer Kultur verdient.

Wie viele Theatermacher sonnen sich mit ihren verqueren Inszenierungen und ihrer Lust am Negativ an den Ufern der Gosse und fördern die destruktiven Orgien unserer Medien und Mänaden, die den Geist unserer Kultur zerrei- reißen!

Ihr mutiger Einsatz für unsere Sprache aufgrund eigener Erfahrungen in einer unseligen Zeit verdient allgemeinen Dank. Er sollte zum Denken anregen und und sachlich reflektiert werden.    

Mit aufrichtiger Hochachtung: 
Lucia Tentrop    

Unsere Autorin Lucia Tentrop ist katholische Theologin, Musikerin, Malerin und Pädagogin; hier ihre Homepage: www.lucia-tentrop.de                                 


FREIE WÄHLER: Bleibt Aiwanger standhaft?

Von Felizitas Küble

Seit Wochen steht der unangepaßte Vize-Ministerpräsident von Bayern, Hubert Aiwanger, unter Beschuß sowohl von links wie auch von Markus Söder, mit dem die von Aiwanger geführten FREIEN WÄHLER koalieren und gemeinsam den Freistaat regieren.

Der bodenständige Niederbayer, der zugleich Landes-Wirtschaftsminister und außerdem Bundesvorsitzender seiner Partei ist, wird in manchen Medien gerne als „Bauer“ bezeichnet, was zwar nicht falsch, aber unvollständig ist: Aiwanger ist ein akademisch gebildeter Agrar-Ingenieur.

Der 50-jährige Chef der Freien Wähler (FW) – die übrigens zur Bundestagswahl antreten und in Rheinland-Pfalz bereits im Landtag sitzen – ist unter Druck von Medien und Politik geraten, weil er sich nicht impfen lassen möchte.

Man fragt sich, wo Freiheit und Toleranz in diesem Lande bleiben, wenn eine persönliche Entscheidung des katholischen Familienvaters zu derartigen Attacken – nicht zuletzt durch MP Söder – führen kann.

Es bleibt zu hoffen, daß Aiwanger sich nicht mürbe machen läßt und damit auch verdeutlicht, daß wir in einem freiheitlichen Staat leben, in dem jedweder Zwang zur Impfung nicht infrage kommt – das gilt auch für eine direkte oder indirekte Impf-Pflicht.

Allein schon der vielgebrauchte Ausdruck „Impf-Verweigerer“ hat einen negativen Beigeschmack, als würde jemand quasi seine Pflicht und Schuldigkeit „verweigern“.

Söder hat seinen Vize-Ministerpräsidenten erst oberlehrerhaft abqualifiziert und dann sogar unfair in die Nähe der „Querdenker“ gerücktaber auch dadurch ließ sich Aiwanger nicht unterkriegen, was eine robuste Standfestigkeit zeigt.

BILD: Sachlich-kritisches Bestseller-Buch des Biologen Arvay zur Impf-Debatte

Mit Recht wendet er sich gegen eine staatliche Impf-Pflicht und gegen das Impfen von Kindern ab 12 J., was die Stiko (Ständige Impf-Kommission) bislang genauso sieht. Die FREIEN WÄHLER lehnen in ihrem Wahlprogramm-2021 die Einführung einer Impf-Pflicht ausdrücklich ab. Somit bewegt sich Aiwanger bei diesem Thema sehr wohl innerhalb seiner Parteilinie.

Es geht aber nicht allein um diese Thematik. Der FW-Chef positioniert sich deutlicher als die CSU unter Söder gegen die Grünen („eine intolerante Verbotspartei“), eine verfehlte Asylpolitik und den Genderwahn (leider verwendet das FW-Programm selber den Genderstern), er verteidigt deutlich den Mittelstand und fordert Schluß mit unverhältnismäßigen Corona-Lockdowns.

Die Grünen seien – so sein Vorwurf – zu einer radikal-feministischen Partei mit „Mobbing gegen Männer“ geworden: „Bei denen muss man sich schon dafür entschuldigen, ein Mann zu sein.“Auch die Frauenquote lehnt der etwas robust aufretende Familienvater ab und schlägt eine familiengerechte Förderung vor.

Den abwertenden linken Ausdruck „alte weiße Männer“ bezeichnet Aiwanger als „Rassismus in Reinform“. Zugleich finden sich bei den Grünen die meisten Impf-Fanatiker bei 90% Unverständnis für Impf-Unwillige (siehe die kürzliche INSA-Umfrage hierzu).

Der eigenständig denkende FW-Chef beklagt zugleich im Interview mit „The European“: „Traditionelle Werte finden ja in der CDU nicht mehr statt, sondern nur noch grüner Mainstream.“ Zugleich finden sich bei den Grünen die meisten Impf-Fanatiker mit Unverständnis für Impf-Unwillige.

Vermutlich werden viele bayerischen Wähler genau das tun, was der FW-Chef ihnen empfiehlt: Erststimme CSU, Zweitstimme Freie Wähler und dies umso mehr, als sich Söder von Jahr zu Jahr stärker von seinen einstigen konservativen Ansichten – oder trieb er früher eher taktische Sprücheklopferei? – entfernt.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Bistum Trier kritisiert Pfarrer wegen seiner Solidarität mit Ungarns Jugendschutzgesetz

Von Felizitas Küble

Wenn katholische Zeitgeistliche gegen die Anordnung aus dem Vatikan rebellieren und Partnerschaften von gleichgeschlechtlichen Paaren öffentlich segnen, was in den letzten Monaten hierzulande hundertfach vorgekommen ist, dann führt das zu keinerlei Konsequenzen für die – gelinde gesagt – „eigenwilligen“ Priester.

Dasselbe gilt ähnlich für jene Pfarrer, die ihre Kirche mit der Homosexuellen-Fahne „schmücken“, obwohl sie damit einen Teil der Gemeinde – manchmal sogar die schweigende Mehrheit – vor den Kopf stoßen. (Siehe dieses Foto von der Heilig-Geist-Kirche in Münster.)

Nicht einmal der Vorwurf, mit solchen Aktionen ihre Gemeinde zu „spalten“, trifft diese Geistlichen, obwohl dies zutreffend wäre, geschweige wird ihnen Ungehorsam gegenüber dem kirchlichen Lehramt vorgehalten.

Ganz anders läuft es freilich, wenn ein Pfarrer sich „erdreistet“, die katholische Sexualethik zu verteidigen und dabei auch das lehramtlich verkündete Elternrecht auf Erziehung (sog. „Elternrecht“) in Schutz zu nehmen, das übrigens auch in unserem Grundgesetz verankert ist.

„Katholisch.de“, das amtliche Portal der Bischofskonferenz, berichtet am 12. Juli dazu Folgendes:

„Ein Pfarrer aus dem Bistum Trier zeigte mit einem Facebook-Post seine Zustimmung zum ungarischen Gesetz zur Verbreitung von LGBT-Inhalten. Dadurch hat er sich Ärger mit der Bistumsleitung eingehandelt: Solche „undifferenzierten Äußerungen“ spalteten.“

Personalverantwortliche des Ordinariats hätten den Priester, so heißt es weiter, darauf „hingewiesen“, „dass solche plakativen, undifferenzierten und abwertenden Äußerungen spalten und Unfrieden bringen“.

Das Posting des Geistlichen entspreche „in keiner Weise“ der Haltung der Diözese. „Dem Bistum geht es um geschlechtersensibles pastorales Handeln.“

Es geht also um die neue heilige Gender-Kuh, nicht um den Schutz von Ehe und Familie, von Jugend und elterlichem Erziehungsrecht. Darauf darf sich also der Klerus aus der Diözese Trier neuerdings einstellen?!

Nun wird es noch drolliger, wenn davon die Rede ist, das Bistum „respektiere zwar die freie Meinung des Geistlichen“, doch die Kirche ziehe dort – hört! – dort eine „Grenze, wo sich ein Priester entgegen der kirchlichen Lehre“ äußere.

Gehört zur „kirchlichen Lehre“ neuerdings die Unterwürfigkeit unter den neuen Götzen Genderismus?

So direkt wird dies natürlich nicht eingeräumt, vielmehr wird eine Nebelwand errichtet und sich scheinheilig auf das Kirchenrecht berufen, denn das verpflichte, „den Frieden und die Einheit so weit als möglich zu wahren und zu fördern“.

Wie schön – daß das Kirchenrecht aber damit gewiß nicht die „Einheit“ mit einer „geschlechtersensiblen“ Ideologie meint und unter „Frieden“ nicht die Anpassung an den Zeitgeist versteht, unterschlägt die dort zitierte Bistumssprecherin.

Der von seiner Kirchenleitung öffentlich kritisierte Pfarrer hat inzwischen beschwichtigt, er habe keineswegs „eine Gruppe von Menschen beleidigen“ wollen (das hat er ohnehin nicht getan).

Allerdings – der Geistliche blieb in der Sache trotzdem standhaft – finde seiner Ansicht nach eine „Ideologisierung der Diskussion“ statt, die Gefahren für Kinder und Jugendliche mit sich bringe.

„Die Schöpfungsordnung und die Gebote Gottes sind dafür entscheidend, dass wir uns nicht nach Befindlichkeiten richten können, sondern unseren Gott, dem wir verpflichtet sind, ernst nehmen“, erklärte der wackere Gottesmann unverdrossen.

Wir leben also in Zeiten, in denen sich katholische Priester gegenüber ihrem Bischof dafür rechtfertigen müssen, daß sie dem Heiligen Geist mehr gehorchen als dem Zeitgeist und den wahren Gott nicht durch einen Gender-Götzen ersetzen wollen.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Prof. Jörg Meuthen kritisiert Anprangern von Polen und Ungarn durch die EU

Zur heutigen EU-Plenardebatte über Rechtsstaatlichkeit und Grundrechte in Polen und Ungarn erklärt Prof. Dr. Jörg Meuthen (siehe Foto), Leiter der AfD-Delegation im EU-Parlament und Bundessprecher der AfD:

,,Es vergeht kaum eine Plenarwoche, in der die EU die angeblichen Verstöße gegen die Rechtsstaatlichkeit und Grundrechte in Polen und Ungarn nicht anprangert. Das liegt vor allem daran, dass beide Länder konservativ regiert werden, was dem linken EU-Mainstream nicht passt. Wer sonst immer Vielfalt predigt, aber damit nur die eigene Einfalt meint, ist nicht glaubwürdig.

Die gegen Polen und Ungarn erhobenen Vorwürfe basieren häufig auf Unwahrheiten oder Verdrehungen. Man nehme etwa die Mär von den LGBT-freien Zonen, die es in Polen angeblich geben soll – es gibt sie nicht: Einige südostpolnische Gebietskörperschaften haben lediglich Resolutionen verabschiedet, in denen sie sich zur ,Kommunalen Charta der Rechte von Familien‘ und gegen die ,Demoralisierung‘ kindlicher Erziehung bekannten. Das Kürzel ,LGBT‘ kommt darin an keiner Stelle vor.

Das Märchen von den LGBT-freien Zonen geht auf Aufkleber zurück, die eine polnische Zeitung hat produzieren lassen. Diese Aufkleber tragen die Aufschrift ,LGBTIQ-ideologiefreie Zone‘ und wurden an einige Ortsschilder geklebt. Nur: Eine ,LGBT-ideologiefreie‘ Zone ist nicht gleich eine ,LGBT-freie‘-Zone, und der Sticker einer nationalkonservativen Zeitung kein offizielles Dokument einer Stadt.

Auf ähnlich valider Faktenlage wird nun das neue ungarische Gesetz diskutiert, das bereits nahezu das gesamte EU-Establishment kritisiert, offenbar ohne es gelesen zu haben: Wenn die Ungarn Einflüsse der LGBT-Ideologie als schädlich erachten und ihre Bürger, Werte und Traditionen vor diesen schützen möchten, dann ist das deren gutes Recht.

Anstatt ständig angebliche Verstöße gegen die Rechtsstaatlichkeit in Polen und Ungarn anzuprangern, wäre das EU-Parlament gut damit beraten, sich mit den Rechtsbrüchen diverser Entscheidungsträger auf europäischer Ebene betreffend des eigenen Vertragswerks zu befassen.‘

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Farbanschlag auf Hamburgs CDU-Zentrale

Mutmaßliche Linksextremisten haben einen Farbanschlag auf die CDU-Zentrale in Hamburg verübt. Unter anderem hinterließen die Täter am Wochenende die Parolen „Checkt eure Privilegien“ und „Ploß, du Sexist“ an den Wänden, berichtet die Hamburger Morgenpost.

Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß kommentierte die Attacke: „Solche Einschüchterungsversuche zeigen das radikale Potential einer ideologischen Minderheit, die mit allen Methoden der Gesellschaft ihre identitätspolitischen Vorstellungen aufzwingen will.“

Ploß hatte in der Vergangenheit gegen die Gender-Sprache Stellung bezogen und sich gegen deren Verwendung in Behörden ausgesprochen.

BILD: Auch unser Redaktionshaus in Münster wurde schon mehrfach von Linksradikalen attackiert, teils mit Farbanschlägen, teils durch Klebebänder mit der Aufschrift: „Sexistische Kackscheiße“ (wie hier)

Die Polizei geht von einem politisch motivierten Anschlag aus. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2021/farbanschlag-hamburger-cdu/


Sachsens SPD irrgeistert im Genderwahn

Der sächsische SPD-Landesverband hat seine Forderung verteidigt, auf öffentlichen Toiletten Mülleimer für Hygiene-Produkte von „menstruierenden Männern“ aufzustellen.

Zuvor hatte der Landesparteitag den entsprechenden Antrag angenommen. Zur Begründung heißt es darin: „Menstruierende Männer und menstruierende nicht-binäre Personen sind auf öffentlichen Männertoiletten bei der Entsorgung von Hygieneprodukten eingeschränkt, da anders als bei Frauentoiletten keine Entsorgungsmöglichkeit für diese innerhalb der Toilettenkabinen vorhanden ist.“

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Florian Post äußerte gegenüber der Bild-Zeitung sein Unverständnis darüber: „Die machen eine Politik für Minderheiten in der Hoffnung, daß die Summe daraus eine Mehrheit ergibt. Das ist das Kernproblem der SPD und speziell der Landesverbände, die nahe an den fünf Prozent sind. Und je näher sie dran sind, desto irrer wird es.“

Auf Twitter fragte er, welche Antragskommission „so einen Schwachsinns-Antrag“ überhaupt zur Beratung zulasse. Er appellierte an den Landesverband, „endlich die wahren Probleme“ anzugehen.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2021/spd-menstruierende-maenner/


Warum uns die Gendersprache unfrei macht

Von Dr. Axel Bernd Kunze

„Geschlechtersensible Sprache“ ist kein Ausdruck von Vielfalt und Respekt. Gendersprache führt zu einem permanenten Bekenntniszwang und macht unfrei.

Sie besetzt den öffentlichen und zunehmend auch kirchlichen Raum mit einer radikalkonstruktivistischen Weltanschauung, politisiert und moralisiert den alltäglichen Sprachgebrauch, zerstört Schönheit und Differenzierungs­fähigkeit unserer Sprache.

Und alle großen Verbände im Bistum Hildesheim machen mit. Ob die Mitglieder in den Gemeinden vor Ort wirklich wollen, was die Verbandsspitzen hier propagieren, bleibt fraglich.

Gesellschaftlich hat Gendersprache keine Mehrheit, aus guten Gründen. Mit seiner neuen Handreichung „Geschlechtersensible Sprache“ auf äußerst dürftiger (schöpfungs-)theologischer Grundlage verabschiedet sich das Bistum Hildesheim als Kulturträger.

Gendersprache bleibt künstlich und aufgesetzt, wird administrativ von oben durchgedrückt.

Wann werden Messbuch und Lektionare gegendert? Wann werden Zelebranten und Lektoren sich ständig verhaspeln, weil sie den Genderstern mitlesen müssen? Wann sollen wir die Psalmen gegendert singen, sodass diese wie eine Vorlage aus der kirchlichen Verwaltung klingen?

Denn wenn man die vollmundigen Worte des Generalvikars ernstnehmen wollte, dürfte die Liturgie doch wohl kein Ort der Intoleranz, Unfairness und Diskriminierung bleiben.

Wir danken dem Autor Dr. Kunze für seine freundliche Abdruckserlaubnis. – Der genderkritische Beitrag wurde zuerst auf seinem Blog veröffentlicht: https://bildung-und-ethik.com/2021/06/25/schlaglicht-gendersprache-im-bistum-hildesheim-kirche-verabschiedet-sich-als-kulturtrager/


Tiefpunkt in der EU: Matic-Bericht pro Gender und Abtreibung als „Menschenrecht“

Hedwig von Beverfoerde

Am Donnerstag stimmte das EU-Parlament leider für den Matić-Bericht. Die Mehrheit der EU-Abgeordneten sprach sich damit für Abtreibung als „Menschenrecht“ und für Gender- und LSBT-Indoktrination in Schulen aus.

Diese Entscheidung ist ein weiterer Tiefpunkt in einer langen Reihe entsprechender Abstimmungen im EU-Parlament, das damit jedoch „lediglich den Ideologien folgt, die sich bereits in vielen Staaten durchgesetzt haben“, wie der Bundesverband Lebensrecht erklärt.

378 Abgeordnete stimmten für den Bericht, 255 dagegen und 42 enthielten sich. Wie zu erwarten, stimmten Sozialdemokraten, Grüne und Linke fast geschlossen für den Bericht.

Das hätte allerdings nicht gereicht: Eine Mehrheit erlangte der Bericht nur durch die Stimmen fast aller Liberaler und von 36 Christdemokraten.

JEDOCH: Die Mehrheit der Christdemokraten sowie die Fraktionen „Europäische Konservative und Reformer“ und „Identität und Demokratie“ erteilten dem Bericht eine klare Absage. Und unter den christdemokratischen Abweichlern war kein einziger Abgeordneter aus Deutschland und Österreich. Hieran zeigt sich, dass der breite Bürgerprotest sich gelohnt hat.

Pilar von Oldenburg von SOS Leben (siehe Foto) lobt daher völlig zu Recht „die sichtbar gewordene Mobilisierungskraft des Lebensrechts: Ein großes europäisches Netzwerk von Initiativen zum Schutz des Lebens hat schnell und entschlossen auf diesen Angriff reagiert und Proteste organisiert. Auf der Gegenseite ist nichts Vergleichbares geschehen.“

Dabei ist es wichtig, zu wissen: Der Matić-Bericht selbst schafft kein geltendes Recht in der EU. Er wird vielmehr dazu verwendet, Druck auf die Mitgliedsstaaten auszuüben, damit die Beschlüsse dort dann in Gesetzesform gegossen werden. Das werden wir hier aber mit der neuen Stärke des Familien- und Lebensschutzes hoffentlich zu verhindern wissen.

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