Kath. Kirche segnet sehr wohl Homosexuelle – aber nicht ihre „Partnerschaft“

Von Felizitas Küble

Im Zusammenhang mit der seit Jahren diskutierten Frage, ob es auch in der katholischen Kirche – so wie durchweg in der EKD – Segensfeiern für schwule oder lesbische Partnerschaften geben soll, wird immer wieder folgender Einwand geracht:

Gerade die katholische Kirche sei doch so segensfreudig – es gäbe bald nichts, was sie nicht segnen oder weihen würde: Autos, Meerschweinchen (Tiere allgemein), Kräuter, Häuser usw. Der Papst segne an Ostern „urbi et orbi“ gar ohne Wenn und Aber die Stadt Rom und den ganzen Erdkreis.

Da sei es doch völlig unverständlich, homosexuell empfindende Menschen den Segen Gottes zu verweigern.

Das Argument scheint ins Schwarze zu treffen, doch es läuft völlig ins Leere, denn die Kirche segnet selbstverständlich seit eh und je und auch weiterhin ihre „Schäfchen“ (und übrigens auch Christen anderer Konfessionen) unabhängig von ihrer sexuellen „Orientierung“.

Der einzelne Homosexuelle kann also problemlos gesegnet werden, auch mehrere von ihnen in einer Gruppe – was die Kirche aber nicht tun kann und darf: Einen Segen für eine homosexuelle Partnerschaft spenden (es sei denn, die „Beziehungskiste“ ist rein platonisch, aber dann wären die Beiden lediglich Freunde und eben kein intimes „Paar“).

Die Sexualität gehört laut biblischer und kirchlicher Lehre allein in die EHE von MANN und FRAU. Christus selber erinnerte daran, was bereits das Alte Testament darlegt: „Der Mann wird Vater und Mutter verlassen und seiner FRAU anhangen – und sie werden zwei in einem Fleische sein.“

Nun können vielleicht manche Leute einfacheren Zuschnitts, die ihr schmales theologisches Wissen hauptsächlich aus der Boulevardpresse oder der „Glotze“ beziehen, den Unterschied zwischen Person und Sache nicht ganz begreifen, also zwischen der Segnung einer homosexuellen Person einerseits – und der Nicht-Segnung von Homo-Partnerschaften andererseits.

Immerhin wird diese Trennung von Person und Sache auch anderweitig eingehalten: Die Kirche spendet z. B. Männern oder Frauen (als Einzelpersonen) ihren Segen, selbst wenn sie geschieden-wiederverheiratet sind – aber sie segnet nicht ihre irreguläre neue Verbindung, wenn die erste Ehe gültig war und damit nach wie vor besteht. Ebenso wenig kann die Kirche z.B. eine intime voreheliche Beziehung segnen.

Nun wird man aber von einem hohen Geistlichen, der erstens Theologie studiert und zweitens als Priester an das kirchliche Lehramt gebunden ist, erwarten dürfen, daß er diese beiden verschiedenen Ebenen (Person und Sache) auseinanderhalten kann, ihm also klar ist:

Die Kirche liebt den Sünder, aber nicht die Sünde – ganz nach dem Beispiel ihres göttlichen Meisters, welche sich der Ehebrecherin als barmherzig erwies, aber ihr zugleich auftrug: „Gehe hin und sündige nicht mehr!“ – Nach seiner Rettung der Frau vor einer Steinigung hat er ihr nicht etwa „großzügig“ angeboten, ihre sündhafte Beziehung zu segnen oder auch nur zu tolerieren.

Der Speyerer Generalvikar Andreas Sturm läuft jetzt Sturm gegen die aktuelle Weisung aus dem Vatikan, wonach eine Segnung von homosexuellen Partnerschaften nicht möglich ist, weil die Kirche dazu von Gott keine Vollmacht erhielt, denn ein Segen würde Billigung oder gar Gutheißung bedeuten und auch so verstanden werden.

Die „rechte Hand“ des Bischofs von Speyer erklärte, er werde „auch zukünftig“ Homosexuelle segnen:

„Ich habe Wohnungen, Autos, Fahrstühle, unzählige Rosenkränze usw. gesegnet und soll zwei Menschen nicht segnen können, die sich lieben? Das kann nicht Gottes Wille sein.“

Er kann zwei Menschen sehr wohl segnen, aber als einzelne Gläubige, nicht jedoch ihre Verpartnerung. So einfach ist das!

Und natürlich kennt der Herr Generalvikar diesen Unterschied, also stellt er sich wohl naiv, um seine „reformerischen“ Sonderanliegen leichter rechtfertigen zu können, zumal er sich mit solchen Sprüchen des Beifalls der Medien sicher sein kann allerdings nicht der Zustimmung von „oben“, denn was Gottes Wille ist, stellt nicht er fest, sondern hat uns bereits die Heilige Schrift und vor allem Christus und seine Apostel im Klartext und verbindlich für alle Zeiten mitgeteilt.


Feier in Regensburg: Achter Jahrestag der Bischofsweihe von Dr. Rudolf Voderholzer

Anlässlich des Jahrestags der Bischofsweihe von Dr. Rudolf Voderholzer ist am Sonntagnachmittag im Regensburger Dom eine Pontifikalvesper gefeiert worden. Der Oberhirte wurde vor acht Jahren, am 26. Januar 2013, im Dom geweiht.

Er dankte bei dieser Gelegenheit allen, die ihn bei der Leitung der Diözese unterstützen sowie überhaupt allen, die sich für Verkündigung und Weitergabe des Glaubens einsetzen. Unter Wahrung aller Abstandsregeln war der Dom gut gefüllt mit Besuchern.

In seiner Predigt erinnerte der Bischof an die 51.000 Menschen, die in Deutschland bisher am Corona-Virus verstorben sind, sowie an die rund 2 Millionen Menschen, die weltweit verstorben sind. An dem Corona-Virus sei etwas „geradezu Teuflisches“, weil es die leibhaftige Gemeinschaft verhindert.

Soziale Distanz sei gerade das Gegenprogramm zur Kirche als Communio, sagte der Bischof: „Die Versammlung gehört dazu.“

Die schwierigste Aufgabe, die Sammlung der Menschen, stünde aber erst noch bevor – wenn das Virus überwunden ist.

Der Regensburger Generalvikar Michael Fuchs beschrieb das Wirken des Bischofs mit den Worten „mutig“ und „ermunternd“.

Ganz im Sinne des „Wir lassen nicht ausfallen, sondern wir lassen uns etwas einfallen“ gingen von dem Bischof unzählige Ideen aus, um die Nähe Christi den Menschen in Worten und Zeichen erfahrbar zu halten.

Quelle (Text/Bilder): Bistum Regensburg


Die Mundkommunion ist in der altrituellen Messe in NRW wieder möglich

Von Felizitas Küble

Der Generalvikar des Bistums Münster, Dr. Klaus Winterkamp, hat gestern in einem Rundschreiben an Priester, pastorale und sonstige kirchl. Mitarbeiter/innen etc. folgendes zum Thema Mundkommunion mitgeteilt:

„In den letzten Wochen haben sich in allen Bistümern NRWs Anfragen gemehrt, ob ggf. die Mundkommunion für jene, die die Eucharistie auf diese Weise empfangen möchten, wieder gestattet werden könne. Die Anfragen sind nicht zuletzt durch eine entsprechende Erlaubnis der Österreichischen Bischofskonferenz und der Praxis in anderen Nachbarstaaten Deutschlands begründet.“

BILD: Der Paulus-Dom von Münster bei Nacht

Auf einer Sitzung Anfang September haben sich die Generalvikare der Diözesen, die sich in Nordrhein-Westfalen befinden, getroffen und dabei laut Dr. Winterkamp diese Regelung beschlossen:

  • 1. Für die Feier der Heiligen Messe im ordentlichen römischen Ritus gilt weiterhin ausschließlich die Spendung der Kommunion in die Hand, die für den ordentlichen römischen Ritus hierzulande die gebräuchliche Form ist. Mundkommunion ist hier nur außerhalb (ggf. im Anschluss) der Messfeier möglich.

Sollte es in den Pfarreien ggf. den Wunsch nach Mundkommunion geben, werden die Verantwortungsträger vor Ort in den Teams und den Gremien dafür eine angemessene Lösung finden.

  • 2. Nur für den außerordentlichen römischen Ritus wird die Mundkommunion innerhalb der Messfeier geduldet. Dafür sind jeweils von den für die Feier des außerordentlichen römischen Ritus Verantwortlichen eigene Hygienekonzepte zu erstellen. Die Pfarrer, in deren Pfarreien Gruppen in diesem Ritus Liturgie feiern, werden darüber eigens informiert.“

Das bedeutet, daß die Mundkommunion in der neuen Meßliturgie („ordentlicher römischer Ritus“) – wie er in fast allen Gemeinden üblich ist – nicht gestattet wird, wohl aber in der alten Messe (außerordentlicher römischer Ritus). Diese Lösung ist für die betreffenden Gläubigen nach fast genau fünf Monaten Wartezeit (seit Ende April 2020) aber auch höchste Zeit geworden.

Die Mundkommunion wird aber in den Gemeinden ohne alten Ritus auch erlaubt – allerdings dort nicht innerhalb der Eucharistiefeier, sondern außerhalb derselben (etwa nach der Messe, bei der Krankenkommunion sowieso).

Auch ich hatte mich im Juni 2020 mit diesem Anliegen an das Erzbistum Köln gewandt, weil damals gerüchteweise zu hören war, Kardinal Woelki habe die Mundkommunion im alten Ritus für sein Bistum erlaubt. Dies wurde mir vom bischöflichen Ordinariat aber nicht bestätigt. Es wurde lediglich darauf hingewiesen, daß dies außerhalb der Messe  – etwa wenn ein Priester kranke Gläubige besucht – gebilligt werde.

Ich erhielt aber keine Antwort mehr, als ich dort nachfragte, warum die Mundkommunion hierzulande in der hl. Messe nicht  geduldet wird, in Österreich ab 20. Juni 2020 aber allgemein wieder erlaubt wurde und in den USA überhaupt nie untersagt wurde (von wenigen Bistums-Ausnahmen abgesehen).

Aus Pfarrgemeinden in Münster und aus Südbayern erfuhr ich mehrfach, daß dort die Priester jene Gläubigen, welche die Mundkommunion empfangen wollen, darum bitten, nach der Meßfeier etwas zu warten oder in die Sakristei zu kommen, damit sie dort zum Tisch des HERRN gehen können. 

Wir haben mehrfach über das Mundkommunion-Thema zu Corona-Zeiten geschrieben und zugleich praktisch-hygienische Anregungen gegeben, z.B. hier: https://charismatismus.wordpress.com/2020/08/20/staebchen-zange-pinzette-zur-spendung-der-hl-kommunion-in-coronazeiten/


Bürgerrechtler Ike aus Nigeria erhält am 3.7. den Stephanuspreis für verfolgte Christen

Der nigerianische Priester und Menschenrechtler Obiora Francis Ike (siehe Foto) erhält am 3. Juli 2020 den diesjährigen Stephanuspreis für verfolgte Christen.

Der Theologe und Sozialethiker fungiert als Direktor der schweizerischen Stiftung Globethics.net mit Sitz in Genf. Von 1998 bis 2009 war er Generalvikar des katholischen Bistums Enugu im Süden Nigerias.

„Professor Ike ist Brückenbauer zwischen Europa und Afrika, Muslimen und Christen sowie zwischen Gegenwart und Zukunft. Wir ehren ihn, weil er trotz der Gefahr für sein Leben unbeirrt und emsig an seinem Einsatz besonders für die junge Bevölkerung seiner Heimat festhält. Wir würdigen seine überzeugenden Bemühungen für mehr Frieden und Zuversicht“, erklärt Stiftungsvorsitzende Michaela Koller (siehe Foto unten).

Obiora Ike hat mehr als 20 regierungsunabhängige Organisationen gegründet. Darunter ist das Katholische Institut für Entwicklung, Gerechtigkeit und Frieden (CIDJAP), das seit 1987 ein Patenschaftsprogramm für Bildung betreibt, welches auch aus Deutschland und Österreich unterstützt wird.

Ike, der fließend Deutsch spricht, studierte in Innsbruck und wurde auch in Österreich 1981 zum Priester geweiht. An der Universität Bonn folgte 1985 seine Promotion mit einer Doktorarbeit über ein Thema der katholischen Soziallehre und dessen Bedeutung für Afrika.

„Bildung gibt einem Kind einen Schlüssel für die Zukunft“, sagt er. Mit seinem Programm tut der 1956 in Nordnigeria geborene Ike genau das, was die islamistische Terrormiliz Boko Haram bekämpft. Deren Name bedeutet übertragen: Keine Ausbildung, keine westlichen Werte, keine Zivilisation. 

Seit vielen Jahren brennen diese Terroristen Schulen, Kirchen und Moscheen nieder. Sie bekämpfen die Muslime, die sich nicht ihrer Weltsicht anschließen und verfolgen die Christen, für die Nordnigeria bald schon zu einem der gefährlichsten Orte auf der Welt geworden ist.

Inzwischen herrscht in ganz Nigeria ein hohes Maß an Unsicherheit. Die Christen werfen ihrer Regierung vor, auf die blutige Herausforderung viel zu dürftig zu reagieren. Für mehr Schutz gingen sie schon demonstrieren, von Europa und Amerika weitgehend unbeachtet.

Im Oktober 2002 entging Obiora Ike selbst nur knapp einem Mordanschlag. Im November 2012 stürmten Terroristen eines Sonntags in den frühen Morgenstunden die katholische Kirche Sankt Leo in Enugu, wo Prälat Obiora Ike wirkte, und zerstörten das Inventar. Daraufhin ermutigte er die Gläubigen, standhaft im Glauben auszuharren und den Angreifern zu vergeben.

Wegen der Corona-Pandemie wird es nicht  –  wie ursprünglich geplant – einen Festakt im Rittersaal des Deutschordenshauses in Frankfurt geben. Eine Feier mit Laudatio des bekannten katholischen Publizisten Martin Lohmann wird voraussichtlich im nächsten Jahr nachgeholt.


„Jüdische Rundschau“ kritisiert Weihbischof Bentz wegen anti-israelischer Aussagen

Wo bleibt sein Problembewußtsein beim Islam?

Der Mainzer Weihbischof Dr. Udo Bentz war gerade im Libanon, um sich über die Lage der Christen zu informieren. Der Geistliche, der zugleich als Generalvikar amtiert, wird auf der Facebook-Seite des Bistums erwähnt.

Dort heißt es zudem: „Der Libanon war traditionell ein Zufluchtsort für Christen aus dem Nahen Osten.“ (Quelle: https://nb-no.facebook.com/pg/bistummainz/posts/)

Was hier allerdins verschwiegen wird: Viele Gläubige  – darunter Katholiken  –  sind einst vor der arabisch-islamischen Unterdrückung in den früher mehrheitlich von Christen bewohnten Libanon geflüchtet.

Durch den von Arafats PLO angefachten Libanon-Krieg in den 7oer Jahren – mit sowjetischen Raketen auf Beirut inklusive! – wurde aus der christlichen Mehrheit eine Minderheit. Doch dieser palästinensische Massenmord mit Vertreibung zehntausender Christen wird heute kaum noch thematisiert.

Da macht es sich doch besser, die Schutzmacht der Christen im Nahen Osten, nämlich den jüdischen Staat, zu attackieren. Das paßt so ganz in die linke, israelfeindliche Medienlandschaft hierzulande.

Durchaus zu Recht äußert sich die „Jüdische Rundschau“ in ihrer aktuellen Februar-Ausgabe kritisch über Äußerungen von Weihbischof Bentz über den Nahostkonflikt und insbesondere gegen Israel.

Zunächst stellt die Monatszeitung fest: „Die Kirchen sind auffällig leise, wenn es um Christenverfolgung in arabischen Ländern geht.“

Das ist leider allzu wahr – und gilt bis hinein in den Vatikan!

Mitte Januar 2020 besuchte Dr. Bentz den Gazastreifen, um sich dann über die Einreisebeschränkungen der Bewohner nach Israel zu beschweren. Offenbar ist es dem Mainzer Generalvikar entgangen, daß der jüdische Staat das Recht und sogar die Pflicht hat, sein Volk vor den ständigen Terrorakten aus dem „Hamas-Land“ zu schützen.

Sodann kritisiert der Weihbischof die Mauer zum Westjordenland, die Israel zur Sicherheit seiner Bürger errichtet hat: „Ich kenne keine Mauer, die Frieden dauerhaft sichert“, so Dr. Bentz. Er „vergißt“ freilich, daß die Zahl der Selbstmord-Attentate seit Bestehen dieser Mauer deutlich zurückgegangen ist.

Was sollen also diese einseitigen, zum Teil geradezu absurden Anklagen gegen den jüdischen Staat?

Sieht so etwa der „christliche-jüdische Dialog“ aus? Aber die unterwürfige Beflissenheit in Richtung Islam ist für Zeitgeistliche offenbar vorrangiger als eine überfällige Verständigung mit dem Judentum und damit auch mit Israel, der weltweiten Zufluchtsstätte verfolgter Juden.

 


Pakistan: Neues 10-Punkte-Programm für den Schutz religiöser Minderheiten

„Wir sind unserer geliebten Heimat Pakistan treu. Wir sind keine Fremden: Unsere Kirchen, religiösen Institutionen, Krankenhäuser und Bürogebäude tragen die Flagge Pakistans. Wir leben seit Jahrhunderten in diesem Land, lange bevor Pakistan gegründet wurde, und wir dienen mit Ehrlichkeit und Hingabe dem Wohl des Landes“, bekräftigt Saleh Diego, Generalvikar der Erzdiözese Karatschi unter Hinweis auf die wichtigsten Probleme religiöser Minderheiten in Pakistan.

Der damalige christliche Minderheitenminister Shahbaz Bhatti, der am 2. März 2011 ermordet wurde, hatte im Jahr 2010 einen besonderen Tag der Minderheiten eingeführt, der seitdem am 11. August gefeiert wird.

„Das Christentum existiert in dieser Region seit dem ersten Jahrhundert“, erklärt der Generalvikar weiter, „als der heilige Thomas, einer der Apostel Jesu, auf den indischen Subkontinent kam. Wir sind zu 100% Söhne und Töchter dieses Landes. Wir sollten nicht als Bürger zweiter Klasse behandelt werden.“

Die katholische Anwältin Tabbasum Yousaf legt eine gemeinsame Zehn-Punkte-Resolution vor, die von Vertretern verschiedener Glaubensrichtungen (Christen, Hindus, Sikhs und andere) unterzeichnet wurde und an den pakistanischen Ministerpräsidenten und andere Institutionen gerichtet ist.

Unter den im Text geforderten Maßnahmen ist unter anderen die Erhöhung des Mindestalters für die Eheschließung von Mädchen auf 18 Jahre, die Einrichtung eines Bundesministers für religiöse Minderheiten, die Umsetzung der Quote von 5% für Studierende religiöser Minderheiten bei der Vergabe nationaler und internationaler Stipendien, angemessener Schutz der Kultstätten religiöser Minderheiten, Zuschüsse für Sicherheit, Verwaltung und Instandhaltung der Schulen von Minderheiten, geeignete Gesetze, um Diskriminierung auf religiöser Basis mit Bezug auf den Blasphemieparagraphen am Arbeitsplatz, in Schulen und in der Gesellschaft zu vermeiden, Maßnahmen zur Bekämpfung von Entführungen und sexueller Gewalt sowie Zwangskonvertierung von Frauen aus religiösen Minderheiten.


Was wir von der Pfarrei in Forst lernen können

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

In der Pfarrei Forst (Diözese Würzburg) versuchten radikal-feministische Frauen der Initiative „Maria 2.0“ die Vorabendmesse vor „Maria Himmelfahrt“ für ihre Zwecke zu instrumentalisieren und während des Gottesdienstes ihre Botschaft zu verlesen.

„Maria 2.0“ stellt die Gesinnung und Haltung der Gottesmutter auf den Kopf, denn ihr Ziel ist der Zugang von Frauen zu allen Kirchenämtern, konkret zum Frauenpriestertum. Begonnen hat die Initiative vor einigen Monaten mit einem Aufruf zum Boykott der Gottesdienste.

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“

„Maria 2.0“ hatte ihr Vorhaben in Forst gut vorbereitet: 20 Frauen, alle in weißen Kleidern, waren erschienen und rein zufällig war auch eine Mitarbeiterin der Augsburger Allgemeinen Zeitung (AZ) anwesend.

Entsprechend eindeutig fiel der Bericht der AZ aus: „Pfarrer wirft Frauen aus der Kirche – Wutausbruch Der Auftritt von etwa 20 Mitgliedern der Reformbewegung „Maria 2.0“ versetzt einen fränkischen Pfarrer in Rage, dass er den Gottesdienst abbricht“ so der Titel.

Im Text wird der Pfarrer weiter so porträtiert: „Unser Pfarrer kann mit dieser Protestbewegung nicht umgehen“. Der Pfarrer sei „regelrecht ausgeflippt“. Der Bericht verschweigt die Rufe von Meßbesuchern gegen „Maria 2.0“, sie sollen aufhören.

Der Pfarrer fühlte sich von der Kundgebung des Frauenbunds während seines Gottesdienstes völlig überrumpelt: „Es hat niemand vorher mit mir gesprochen.“

Der Nachfolger der Apostel in Würzburg schwieg dazu. Er schickte seinen Generalvikar vor.

Dieser äußerte: “Der priesterliche Dienst ist ein Einheitsdienst an der Gemeinde. In seiner emotionalen Erregung hat der Pfarrer unglücklich überreagiert. In Forst wie in ganz Deutschland ist es im Zusammenhang von „Maria 2.0“ wichtig, dass beide Seiten einander zuhören. Der Gesprächsfaden darf nicht abreißen“.

Das ist eine eindeutig-einseitige Rüge für den Pfarrer, nicht aber für jene, welche die Gemeinden spalten.

Was wir in dieser Situation bräuchten, sind Bischöfe von der Statur, wie sie Paulus im 2. Brief an Timotheus beschreibt. Dort heißt es: “Tritt auf, sei es gelegen oder ungelegen“

Selbstverständlich muss man auch mit Extremen reden, wenn sie noch bereit sind, zuzuhören. Es geht nicht ums Ausgrenzen, sondern ums Abgrenzen. In diesem Fall den Glauben der Kirche von einer Irrlehre. Das hat der Generalvikar nicht getan!

Man könne sich den Frieden durch unangebrachte Zugeständnisse erkaufen, das ist oft genug in der Geschichte widerlegt worden – in kleinen und auch in großen Ereignissen.


Papst kritisiert „synodalen Prozeß“ deutscher Bischöfe: Die Situation ist dramatisch

Gedanken zum Brief des Papstes „An das pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ von Michael Fuchs, Generalvikar des Bistums Regensburg

Papst Franziskus schreibt den Katholiken in Deutschland einen Brief. Er, der soviel Wert auf die eigene Kraft der Ortskirche legt und die Subsidiarität und Synodalität betont, sieht siciMA00584401h als Hirte und Vater gezwungen, das Wort zu ergreifen.

Herausgekommen ist ein mahnendes und gleichzeitig ermutigendes Wort, ein Appell mit großem Ernst.

BILD: Generalvikar Fuchs trifft sich mit Sternsingern 

Hintergrund sind die Entwicklungen in der katholischen Kirche in Deutschland in den letzten Jahren und vor allem Monaten, verschiedene Protestaktionen und -schreiben, die aktuellen Planungen für den sogenannten „Synodalen Weg“ (Brief, Abschnitt 3) und die damit einhergehenden Forderungen und Erwartungen.

Ihre Richtungen und ihre Heftigkeit dürften den Heiligen Vater zu diesem Wort gedrängt haben.

Dabei hat Franziskus keine Details angegriffen oder Einzelheiten bewertet. Die Kirchenkrise in Deutschland geht viel tiefer, daher musste auch der Brief grundsätzlicher ansetzen.

Papst Franziskus knüpft dabei mehrfach an seine Ansprache beim Ad-limina-Besuch der deutschen Bischöfe am 20. November 2015 an (siehe z.B. Eingangsworte) und will im Zusammenhang mit jener Ansprache gelesen und verstanden werden. (vgl. https://w2.vatican.va/content/francesco/de/speeches/2015/november/documents/papa-francesco_20151120_adlimina-rep-fed-germania.html)

Hier wie dort sieht der Papst – nachdem er die großen Errungenschaften in Deutschland gelobt hat – die äußeren Merkmale der jetzigen Krise deutlich:

Weniger Katholiken besuchen die Sonntagsmesse oder gehen zur Beichte. Die Glaubenssubstanz bei vielen ist vertrocknet und die Priester werden weniger. Er verspricht uns seine Nähe und Unterstützung in unseren Bemühungen, diese Krise zu überwinden und neue Wege zu finden, und will uns Mut machen.

Doch dann benennt er einige Tendenzen in der deutschen Suche nach Lösungen, die ihm große Sorge bereiten.

„Zerstückelung“ der Kirche

Da ist zunächst die Sorge, dass sich die Kirche in Deutschland von der Weltkirche loslöst und von der umfassenden („katholischen“) Gemeinschaft des Glaubens trennt – die Sorge um einer „Zerstückelung“ der Kirche.

So fordert Papst Franziskus, „sich gemeinsam auf den Weg zu begeben mit der ganzen Kirche“ (3) und spricht die „communio [Gemeinschaft] unter allen Teilkirchen in der Weltkirche“ an (Anm. 7).

Er weist darauf hin, „gerade in diesen Zeiten starker Fragmentierung und Polarisierung sicherzustellen, dass der Sensus Ecclesiae auch tatsächlich in jeder Entscheidung lebt“ und dass die „Teilkirchen in und aus der Weltkirche leben und erblühen; falls sie von der Weltkirche getrennt wären, würden sie sich schwächen, verderben und sterben. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, die Gemeinschaft mit dem ganzen Leib der Kirche immer lebendig und wirksam zu erhalten“ (9), in dem „Wissen, dass wir wesentlich Teil eines größeren Leibes sind“ (ebd.).

Der Papst warnt weiter – mit Verweis auf ein Buch Papst Benedikts XVI. – vor der „Versuchung der Förderer des Gnostizismus“, die „versucht haben, immer etwas Neues und Anderes zu sagen als das, was das Wort Gottes ihnen geschenkt hat. (…) Gemeint ist damit derjenige, der voraus sein will, der Fortgeschrittene, der vorgibt über das ´kirchliche Wir´ hinauszugehen“ (ebd.). 

Die im Text erwähnte Stelle aus dem Zweiten Johannesbrief (2 Joh 9) ist hier aufschlussreich: „Jeder, der darüber hinausgeht und nicht in der Lehre Christi bleibt, hat Gott nicht.“

Es gebe eine „Versuchung durch den Vater der Lüge (…), der (…) letztendlich den Leib des heiligen und treuen Volkes Gottes zerstückelt“ (10). Dem stellt Papst Franziskus eine ganzheitliche Sicht von Synodalität entgegen und legt diese dar.

Offensichtlich ist dem Heiligen Vater nicht verborgen geblieben, dass einige Forderungen der Initiatoren des „Synodalen Prozesses“ (wie der „Synodale Weg“ oft auch genannt wird) über die katholischen Glaubensgrundlagen, wie sie weltweit verbindlich gelten, hinausgehen oder diese nicht genügend berücksichtigen.

Damit würden sie den gemeinsamen Weg und die umfassende Gemeinschaft der Kirche mindestens gefährden. Die Wortwahl des Papstes ist hier ungewöhnlich deutlich.

„Verweltlichte Geisteshaltung“

Ein zweiter Themenkreis in dem päpstlichen Brief betrifft die Versuchung, nur eine „Reform von Strukturen, Organisationen und Verwaltung“ anzustreben, „eine Art neuen Pelagianismus“ (5), vor dem Papst Franziskus schon 2015 die Deutschen Bischöfe beim Ad-limina-Besuch gewarnt hatte. Der Pelagianismus, der von der Kirche im fünften Jahrhundert verworfen wurde, behauptete, es brauche keine Erlösung durch Christus von den Sünden, der Mensch sei aus sich heraus stark und gut.

2015 wies der Papst schon in diesem Zusammenhang auf die Versuchung hin, „unser Vertrauen auf die Verwaltung zu setzen, auf den perfekten Apparat“. Franziskus warnt in seinem Brief vor einer „Verweltlichung und verweltlichter Geisteshaltung“ (5).

„Gott befreie uns von einer weltlichen Kirche unter spirituellen oder pastoralen Drapierungen! Diese erstickende Weltlichkeit erfährt Heilung, wenn man die reine Luft des Heiligen Geistes kostet, der uns davon befreit, um uns selbst zu kreisen, verborgen in einem religiösen Anschein über gottloser Leere.“ (Anm. 13)

Vielmehr brauche es einen „theologalen Blickwinkel“: „Das Evangelium der Gnade (…) sei das Licht und der Führer. (…) Sooft eine kirchliche Gemeinschaft versucht hat, alleine aus ihren Problemen herauszukommen, (…) endete das darin, die Übel, die man überwinden wollte, noch zu vermehren“ (6).

„Ohne ´Treue der Kirche gegenüber ihrer eigenen Berufung´ wird jegliche neue Struktur in kurzer Zeit verderben.“ (ebd.) Daher soll die Kirche nicht einfach auf „äußere Fakten und Notwendigkeiten antworten“, „isoliert vom Geheimnis der Kirche“ (ebd.).

Vieles in Deutschland hat in letzter Zeit beim Papst wohl den Eindruck eines aktivistischen Machens eines politikähnlichen Vereins hinterlassen, einer „frommen Nicht-Regierungs-Organisation“, wie er in anderen Zusammenhängen häufig formulierte. Und einige kirchliche Äußerungen scheinen dieses Machen immer wieder neu zu fordern – ohne Rücksicht auf Voraussetzungen des Glaubens und im Widerspruch zum gläubigen Beschenkt-Werden.

Spannung und Ungleichgewichte statt Anpassung

Papst Franziskus spricht in seinem Brief mehrfach von „Spannung“ und „Anpassung“. Er warnt davor, dass man das kirchliche Leben „der derzeitigen Logik oder jener einer bestimmten Gruppe anpasst“ (5) oder eine „Ordnung findet, die dann die Spannungen beendet, die unserem Mensch-Sein zu eigen sind und die das Evangelium hervorrufen will“ (ebd.).

„Wir dürfen nicht vergessen, dass es Spannungen und Ungleichgewichte gibt, die den Geschmack des Evangeliums haben, die beizubehalten sind, weil sie neues Leben verheißen.“ (ebd.) Die Evangelisierung sei „keine ´Retusche´, die die Kirche an den Zeitgeist anpasst, sie aber ihre Originalität und ihre prophetische Sendung verlieren lässt“ (7). Es gehe darum, „die Zeichen der Zeit zu erkennen, was nicht gleichbedeutend ist mit einem bloßen Anpassen an den Zeitgeist (vgl. Röm 12,2)“ (8).

Vieles, was im Vorfeld des Synodalen Prozesses geäußert wurde, ist geprägt von der Angst, den Anschluss an die plurale Welt nicht zu verlieren, und der Absicht, die Kluft zwischen Kirche und Lebenswirklichkeit zu schließen. Dieser Argumentation entzieht Papst Franziskus deutlich den Boden.

Vorrang der Evangelisierung zurückgewinnen

Stattdessen „ist es (…) notwendig, den Primat der Evangelisierung zurückzugewinnen (…), denn die Kirche, Trägerin der Evangelisierung, beginnt damit, sich selbst zu evangelisieren“ (7).

Es soll „unser Hauptaugenmerk sein (…), unseren Brüdern und Schwestern zu begegnen, besonders jenen, die an den Schwellen unserer Kirchentüren, auf den Straßen, in den Gefängnissen, in den Krankenhäusern, auf den Plätzen und in den Städten zu finden sind. Der Herr drückte sich klar aus: ´Sucht aber zuerst sein Reich und seine Gerechtigkeit´ (Mt 6,33).“ (8).

„Die Heiligkeit ´von nebenan´ (…) das ist die Heiligkeit, die die Kirche vor jeder ideologischen, pseudo-wissenschaftlichen und manipulativen Reduktion schützt und immer bewahrt hat.“ (ebd.)

Als Grundhaltung verlangt der Papst dazu die „Haltung der Wachsamkeit und Bekehrung“ (12), eine „Haltung der Entäußerung“ (ebd.), und er verweist auf die „wahren geistlichen Heilmittel (Gebet, Buße und Anbetung)“ (ebd.).

Prägend sollte dabei die Freude sein: „Die Evangelisierung führt uns dazu, die Freude am Evangelium wiederzugewinnen, die Freude, Christen zu sein.“ (7)

Haben wir also in Deutschland den Primat der Evangelisierung und in Verbissenheit und Protesthaltung die Freude am Glauben verloren? Papst Franziskus legt ausführlich dar, was er unter Evangelisierung und Zugehen auf die Armen versteht, und kritisiert jegliche Verkürzung auf Anpassungen, Verwaltungsreformen und Einigelungs-Tendenzen. Er ruft damit auf, größer zu denken, aus dem eigenen Haus herauszugehen und die Frohbotschaft weiterzutragen in Wort und Tat.

Konflikte nicht mit Abstimmungen niederringen

Der Papst nimmt in seinem Brief nicht zu formal-technischen Details des Synodalen Prozesses (Statut, Abstimmungsregeln, usw.) Stellung, aber folgende Worte stimmen nachdenklich:

„Die synodale Sichtweise hebt weder Gegensätze oder Verwirrungen auf, noch werden durch sie Konflikte Beschlüssen eines ´guten Konsenses´, die den Glauben kompromittieren, Ergebnissen von Volkszählungen oder Erhebungen, die sich zu diesem oder jenem Thema ergeben, untergeordnet.“

Es gehe vielmehr um die „Zentralität der Evangelisierung und dem Sensus Ecclesiae als bestimmende Elemente unserer kirchlichen DNA“ (11).

Fünfmal gebraucht übrigens Franziskus im Brief den Begriff des „Sensus Ecclesiae“ („Kirchensinn“), den er umfassend versteht, und vermeidet den Begriff des „Sensus fidelium“ („Gläubigensinn“), der zwar theologisch und kirchlich fundiert ist, aber bisweilen als Gruppensinn oder Mehrheitsmeinung missverstanden wird.

Ein synodales Miteinander und der Sensus Ecclesiae bedeutet für Papst Franziskus offensichtlich mehr, als durch Abstimmungen und Beschlüsse oder durch Umfragen Konflikte gleichsam technisch niederzuringen oder sich auf Scheinkompromisse zu verlassen, „die den Glauben kompromittieren“.

Sind die Inhalte des Briefes überraschend?

Nicht für den, der die Äußerungen des Papstes zu den Themen, die im Synodalen Prozess bearbeitet und beschlossen werden sollen, verfolgt hat. Und nicht für den, der dem Papst zu Grundsatzfragen der Erneuerung und Evangelisierung zuhört.

Über die Weihe von Frauen zum Diakonat hat er mehrfach Zurückhaltung angemahnt, auch nach mehreren Studien: „Ich kann kein sakramentales Dekret machen ohne eine theologische, historische Grundlage“, erwiderte er den Forderern (vgl. Domradio.de, 19.5.2019).

2016 wurde er auf dem Rückflug von Schweden gefragt, ob er sich die Priesterweihe von Frauen vorstellen könnte. Seine Antwort war klar: Er bezog sich auf seinen Vorgänger Johannes Paul II., der mit seinem Nein das letzte Wort gesprochen habe. „Und das bleibt.“

Auf eine Rückfrage der Journalistin hat Papst Franziskus auf die petrinische und marianische Dimension der Kirche verwiesen und diese kurz dargelegt. (http://w2.vatican.va/content/francesco/de/speeches/2016/november/documents/papa-francesco_20161101_svezia-conferenza-stampa.html)

Vielleicht sind manchen noch seine verschiedenen Äußerungen zu den Zulassungsbedingungen für die Priesterweihe im Gedächtnis. So schließt er die Auflösung des allgemeinen Zölibats ausdrücklich aus: 

„Mir kommt der Satz des heiligen Paul VI. in den Sinn: ´Ich gebe lieber mein Leben, als das Zölibatsgesetz zu ändern.´ Das kam mir in den Sinn, und ich möchte es sagen, denn das ist ein mutiger Satz, in einer schwierigeren Zeit als dieser, die Jahre um 1968/70 herum … Ich persönlich meine, dass der Zölibat ein Geschenk für die Kirche ist. Zweitens bin ich nicht damit einverstanden, den optionalen Zölibat zu erlauben, nein. Nur für die entlegensten Orte bliebe manche Möglichkeit…“ (Rückflug von Panama, 27.1.2019). Für das Amazonas-Gebiet wird bekanntlich eine solche Ausnahme diskutiert.

BILD: Priesterweihe durch Bischof Rudolf Voderholzer (Regensburg)

Außerdem hat der Heilige Vater mehrfach homosexuelle Männer in Priesterseminaren problematisiert und eine entsprechende Regelung der zuständigen Kongregation bekräftigt, was in Deutschland zu wochenlangen, heftigen Diskussionen geführt hat.

Das Schreiben „Maschio e femmina li creó“ („Als Mann und Frau schuf er sie“) zur Gender-Problematik, das die Bildungskongregation vor kurzem veröffentlichte, bekam bisher in der deutschen Kirchenöffentlichkeit auch überwiegend Häme und Kritik.

Was bedeutet dies für den „Synodalen Prozess“?

Sicher kann es nach diesem Brief des Papstes kein „Weiter so“ geben, weder in Inhalt noch in Form. Eigentlich drängt der Brief auf eine komplette Neufassung eines solchen Prozesses, der auf Evangelisierung und geistliche Erneuerung ausgerichtet sein soll und auf „die Menschen am Rande“; einen Prozess, der nicht „macht“ oder „anpasst“, sondern auf Gott setzt, der erneuern und bekehren kann und uns die Freude des Evangeliums schenkt; und einen Prozess, der in allen Belangen mit der Gemeinschaft der katholischen Kirche geht, die Zeit und Raum umfasst.

Beim Ad-limina-Besuch schrieb uns Papst Franziskus ins Stammbuch – und damit könnte man vielleicht seinen Brief zusammenfassen:

„Das Gebot der Stunde ist die pastorale Neuausrichtung, also ´dafür zu sorgen, dass die Strukturen der Kirche alle missionarischer werden, dass die gewöhnliche Seelsorge in all ihren Bereichen expansiver und offener ist, dass sie die in der Seelsorge Tätigen in eine ständige Haltung des ‚Aufbruchs‘ versetzt und so die positive Antwort all derer begünstigt, denen Jesus seine Freundschaft anbietet´ (Evangelii gaudium, 27)“.

Quelle: Bistum Regensburg


Bischof Morlino von Madison verstorben

Der katholische Bischof von Madison im US-Bundesstaat Wisconsin, Robert Morlino, ist gestern Abend im Alter von 71 Jahren verstorben. Er war ein glaubensstarker Oberhirte und erregte vielfach den Widerspruch zeitgeistgelenkter Medien.  Liturgisch stand er der überlieferten Messe nahe und zelebrierte sie öfter.

Morlino (siehe Foto) erblickte am 31.12. 1946 das Licht der Welt. Vor seiner Ernennung zum Bischof von Madison war der Bioethik-Experte bereits Oberhirte in Helena Montana.

Sein Generalvikar James Bartylla veröffentlichte noch gestern Vormittag einen „dringenden Gebetsaufruf“ an die Priester seines Bistums.

Zunächst habe man Hoffnungen auf eine gesundheitliche Besserung beim Bischof haben dürfen, doch dies habe sich zerschlagen und die Dinge hätten sich „zum Schlimmsten“ gewendet. Die Geistlichen wurden aufgefordert, für eine wunderbare Heilung zu beten und auch dafür, daß „unser geliebter Bischof, wenn die Zeit kommt, die Gnade eines glückseligen Todes erhält“.

Am 18. August veröffentlichte der unbeugsame Bischof einen Hirtenbrief an seine Diözesanen, also an die Gläubigen seines Bistums, zur Mißbrauchskrise: https://charismatismus.wordpress.com/2018/08/21/us-amerikanischer-bischof-morlino-warnt-vor-schwul-klerikaler-subkultur-in-der-kirche/

Darin hat er das Problem einer homosexuellen Subkultur unter Klerikern klar beim Namen genannt  – was in Deutschland bislang kein Oberhirte gewagt hat.

Bereits im Vorjahr forderten homosexuelle Organisationen seinen Rücktritt. Unsere deutsch-amerikanische Autorin Dr. Edith Breburda hatte im CHRISTLICHEN FORUM darüber berichtet: https://charismatismus.wordpress.com/2017/10/31/homo-aktivisten-in-den-usa-fordern-den-ruecktritt-von-bischof-morlino/

Beten wir für den Bischof, auf daß der HERR ihn aufnehme in die ewige Seligkeit und ihm seine Mühen und allen Einsatz für das Gottesreich belohne.


Münster: Katholikentags-Beauftragter wird neuer Generalvikar des Bischofs

Wie die Pressestelle des Bistums Münster heute meldet, wird der Priester Dr. Klaus Winterkamp am 1. Oktober neuer Generalvikar des Bistums Münster. Das hat Bischof Dr. Felix Genn jetzt amtlich bekanntgegeben. Der 52-jährige Geistliche war zuletzt Beauftragter des Bistums für den Katholikentag in Münster.

Er tritt die Nachfolge von Dr. Norbert Köster an, der auf eigenen Wunsch künftig wieder stärker in puncto Kirchengeschichte arbeiten möchte.

Der 51-jährige Köster, der sich für die Aufhebung des Pflichtzölibats (pro Weihe von „viri probati“) aussprach und in der Öffentlichkeit ohne Priesterkleidung auftrat, gilt ebenso wie sein Nachfolger als theologisch progressiv.

BILD: Blick auf den Paulus-Dom von Münster

In der Bistums-Meldung heißt es sodann:

„Bischof Genn sprach bei der Bekanntgabe vor Journalisten davon, dass er es sehr bedauere, Norbert Köster als Generalvikar zu verlieren….Generalvikar Köster sei in den letzten Wochen zur Überzeugung gekommen, dass Klaus Winterkamp auch ein sehr guter Generalvikar sein könnte. Hierzu sagte Bischof Genn: „Dass ein Generalvikar, der seine Aufgabe nach Wahrnehmung aller herausragend erfüllt, der ein hohes Ansehen genießt und in einem Bistum zudem durchaus einen großen Einfluss hat, sich so gut mit einem möglichen Nachfolger identifizieren kann, zeigt seine innere Haltung und ist alles andere als selbstverständlich. Das verdient meine Hochachtung und meinen größten Respekt.“