CRISPR/Cas9: EuGH schützt Verbraucher vor Gentechnik – aber auch Embryonen?

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat am Mittwoch entschieden, dass auch neue Verfahren aus der Genom-Intervention wie die Genschere CRISPR/Cas9 unter die EU-Freisetzungsrichtlinie über die absichtliche Freisetzung genetisch veränderter Organismen in die Umwelt fallen.

Bislang waren Methoden, bei denen kein fremdes Erbgut in den Organismus eingebracht wurde, von der europäischen Regelung ausgenommen. Dies galt aber vor allem für Chemikalien oder radioaktives Material, da zur Zeit der Festlegung der Richtlinie noch keine Verfahren wie CRISPR/Cas9 verfügbar waren.

Pressesprecherin Susanne Wenzel (siehe Foto: Mitte) von den Christdemokraten für das Leben (CDL) erklärt dazu:

„Der EuGH hat in sein richtungsweisendes Urteil unter anderem damit begründet, dass die Risiken für Mensch und Umwelt derzeit nicht absehbar seien. Europaweit hatten Umweltorganisationen angemahnt, dass es für die genmanipulierten Pflanzen bislang keine „umfassenden individuellen Risikobewertungen“ gibt und die Folgen dieser Genmanipulation nicht absehbar sind.

Das Urteil wurde allgemein als ein deutliches „Bekenntnis zum Schutz der Umwelt und der menschlichen Gesundheit“ gewürdigt. Aber auch die deutschen Ministerien für Umwelt und Landwirtschaft erklärten in Stellungnahmen zur Gerichtsentscheidung, es dürfe keine „Einführung der Gentechnik durch die Hintertür“ geben und dass „der gesundheitliche Verbraucherschutz immer an erster Stelle“ stehe.

Nun muss auch Obst und Gemüse, das aus den mit CRISPR/Cas9 manipulierten Pflanzen gezogen wurde, im Handel entsprechend gekennzeichnet werden. Nach Experteneinschätzung führt dies in Deutschland zur Unverkäuflichkeit der veränderten Produkte, da die Verbraucher hierzulande genmanipulierte Lebensmittel ablehnen.

Mit CRISPR/Cas9 kann aber nicht nur die DNA bei Pflanzen und Tieren verändert werden, sondern auch das Genom des Menschen. Mittels Genschere erzeugte Manipulationen sind vererbbar auf die nächste und die kommenden Generationen. Auch beim Menschen sind die Risiken und möglichen Schäden noch nicht absehbar, wie erst Studien kürzlich zeigten. Die Heilsversprechen von CRISPR/Cas9 sind schlicht unseriös.

Genmanipulationen am Mais oder bei Lebensmitteln und Tieren empören die Menschen völlig zu Recht und führen zu wütenden Protesten. Bei Manipulationen am menschlichen Genom aber geht es um den Menschen selbst und die nächsten Generationen! Wo bleiben hier Empörung und Protest?

Es hat den Anschein, als stehe der Verbraucherschutz höher als der Schutz des Menschen. Wird es künftig auch eine Kennzeichnungspflicht für Menschen geben, deren DNA manipuliert wurde?

Während in Deutschland derartige Geninterventionen durch § 5 Embryonenschutzgesetz verboten sind, wird weltweit und in Europa vor allem in England durchaus eifrig an Embryonen mit CRISPR/Cas9 geforscht. Pro Versuch werden dabei 20 bis 30 Embryonen „verbraucht“, das heißt getötet.

Aus Sicht der CDL ist es nicht nur wünschenswert, sondern sogar dringend geboten, dass derartige Eingriffe in die menschliche DNA generell untersagt und den Forschern hier klare ethische und rechtliche Grenzen aufgezeigt werden.“

Die CDL im Internet: www.cdl-online.de


Kirchliche Kritik an Klonierung zweier Affen durch chinesische Wissenschaftler

Die nach eigenen Angaben erfolgreiche Klonierung zweier Affen durch chinesische Wissenschaftler der Universität Shanghai ist in Deutschland überwiegend auf Kritik gestoßen. 

Wie die Forscher um Zhen Liu in der Fachzeitschrift „Cell“ schreiben, hätten sie bei ihren Versuchen eine leicht modifizierte Form der Technik verwendet, mit der Forscher um Ian Wilmut 1996 das Klonschaf Dolly erschaffen hatten. Mit dem sog. somatischen Zellkerntransfer haben Forscher seitdem rund 20 Tierarten mehr oder weniger erfolgreich kloniert. Primaten waren allerdings bisher nicht darunter.

Bei dem somatischen Zellkerntransfer wird zunächst der Zellkern einer Körperzelle eines Lebewesens isoliert. Anschließend wird der Zellkern, der die gesamte genetische Information des Spenders enthält, in eine entkernte Eizelle derselben Spezies transferiert und mit dieser fusioniert. Danach wird die Eizelle, die nun das genetische Programm des Spender des Zellkerns enthält, einem Leibmuttertier eingesetzt.

Wie die Forscher in ihrer Publikation schreiben, hätten sie bei ihren Versuchen insgesamt 301 Klonembryos erzeugt. 260 von ihnen seien anschließend auf 63 Leihmutteraffen transferiert worden. Dabei sei es zu 28 Schwangerschaften und vier Geburten gekommen. Zwei der vier Affen seien jedoch kurz nach der Geburt gestorben. Ein auf der Website der Fachzeitschrift veröffentlichtes Video zeigt angeblich die beiden Überlebenden beim Spielen.

Im Interview mit dem Deutschlandfunk nannte der Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Peter Dabrock, die Meldung von der erfolgreichen Klonierung zweier Affen „symbolisch bedeutsam“. Erstmals sei ein Primat geklont worden, mit dem Menschen mehr verbinde als mit allen anderen Tieren.

Der evangelische Theologe und Bioethiker verwies darauf, dass sich China im Bereich der Lebenswissenschaften mit „dramatischer Schnelligkeit“ fortentwickle. Dabei gelt es, nicht nur dieses Experiment anzuschauen, sondern auch, was die Chinesen auf dem Gebiet des Genome Editings machten. Auf dem chinesischen Wissenschaftsmarkt wüchsen diese Dinge zusammen. Es sei wichtig, dies im Blick zu behalten.

Der Sprecher der Dt. Bischofskonferenz, Matthias Kopp, erklärte gegenüber dpa: „In human-bioethischer Sicht besteht der Verdacht, dass dieser Forschungserfolg letztlich auf die Entwicklung einer Technologie zur Klonierung von menschlichen Embryonen ausgerichtet ist“. Weil eine solche Technologie dem „Schutz menschlicher Würde zuwiderläuft“, werde sie von den Bischöfen strikt abgelehnt.

Quelle: ALfA-Newsletter


Keine „schöne neue Welt“: Weitere fatale Genmanipulationen an Embryonen

Von Mechthild Löhr

Erschafft sich der Mensch sich in Zukunft selbst oder sind die neuen Crispr-Cas9-Genmanipulationen ein technischer Fortschritt, der sich gegen die Menschenwürde richtet?

Die jüngsten Forschungsergebnisse aus den USA bedeuten einen gefährlichen Auftakt für unbegrenzte Manipulationen am menschlichen Genom.

Dort hat jetzt ein Forscher  –  Shoukhrat Mitalipov von Oregon Health & Science University in Portland  –  beschrieben, wie sie menschliche Embryonen im Einzellstadium gezielt genetisch manipuliert und anschließend weitere Tage im Labor lebensfähig erhalten haben, um sie anschließend zu vernichten.

Erstmals wurde mit der neuen Methode „Genschere“ Crispr-Cas9 „erfolgreich“ das menschliche, „defekte“ Erbgut von den Forschern „korrigiert“.

So beschreibt stolz der Bericht diese technisch höchst vielversprechenden, angeblich einfach zu kopierende Methode. Damit könnte tatsächlich schneller als gedacht eine alte Vision näher rücken, die viele Wissenschaftler und auch gefährliche politische Ideologen seit langem erträumt haben: Den einzelnen Menschen schon bei der Zeugung mit bestimmten genetischen Merkmalen auszustatten oder diese  –  wie hier im Falle eines Gens, einer bestimmten Herzmuskel-Erberkrankung, die keinesfalls tödlich wäre  –  ganz zu vermeiden.

Die Embryonen wurden, soweit bekannt, keiner Frau eingesetzt, aber dennoch sind hier schützenswerte Menschen entstanden. Damit wurden Menschen, die allein zu Forschungszwecken künstlich erzeugt worden sind, das Ergebnis dieser Forschung. Dies ist ein weiterer bedrückender Schritt auf dem Weg zu zukünftigen Designerbabys, die den Vorstellungen ihrer Eltern entsprechend regelrecht genetisch „gestaltet“ und konzipiert werden könnten.

Weltweit läuft  – in vielen Ländern zudem ohne ethische Standards und jede Kontrolle  –  nun der Wettlauf um die schnellsten Wege zur erfolgreichen weiteren Genmanipulationen an menschlichen Embryonen.

Selbst wenn die Hauptargumentation  –  wie auch in diesem Falle  –  immer eine angestrebte Verhinderung oder Beseitigung von bestimmten Erbkrankheiten ist, geht es doch im Kern bei dieser Gentechnik um die Schaffung eines neuen Menschen, um Designerbabys, die ganz bestimmte Merkmale tragen oder nicht haben sollen.

Damit maßen sich Forscher im Labor an, zu entscheiden, welcher Mensch mit welchen genetischen Eigenschaften erwünscht und welcher Embryo es zukünftig nicht ist und wer daher beseitigt oder wer „eingepflanzt“ wird.

Ziel ist ganz offensichtlich eine industriell anmutende, qualitätsgeprüfte, familienunabhängige „Reproduktion des Menschen durch den Menschen“, wie es einmal schon Karl Marx als Vision in seinen „Frühschriften“ ausgedrückt hat, und damit die genetische Optimierung des Menschen.

Damit werden zunehmend weitere gefährliche und unrealistische Erwartungen geweckt, die darauf abzielen, zahlungskräftigen Eltern und Gesellschaften anzubieten, genetisch „geprüfte“ und optimierte, gesunde Kinder im Labor zeugen und später austragen zu lassen.

Zu Recht spricht der Vorsitzende des Nationalen Ethikrates, Peter Dabrock, daher von „unseriösen Heilsversprechungen“.

Immer mehr wird in der aktuellen reproduktionsmedizinischen Forschung bis hin zur Keimbahn-Manipulation deutlich, dass die Unantastbarkeit und die Würde jedes menschlichen Embryos heute radikal zur Disposition gestellt wird  – und der einzelne Embryo nur noch als ein genetisches „Vor-Produkt“ oder „Material“ im Labor angesehen wird, das bestimmte Produkteigenschaften zu erfüllen hat, da er sonst beseitigt wird.
 
Das deutsche Embryonenschutzgesetz schützt bisher wirksam und international beispielhaft die Embryonen in den Laboren vor Genmanipulationen. Auch international flammt erst jetzt, wo das menschliche „Genome Editing“ für etliche Labore in Greifnähe gerückt ist, die dringend notwendige kritische Auseinandersetzung darüber auf, ob es den Wissenschaftlern und der Gesellschaft zukünftig möglich sein darf, Designerkinder zu produzieren, über deren Lebensrecht und Menschenwürde andere nach Belieben entscheiden dürfen.

Ein weiterer, höchst gefährlicher Schritt in Richtung „Schöne neue Welt“ (Aldous Huxley), in der nur noch solche Menschen künstlich gezeugt und auch geboren werden dürfen, die den Ansprüchen und Bedürfnissen der aktuellen Gesellschaft entsprechen.
 
Genmanipulationen am Mais oder bei Lebensmitteln und Tieren empören heute zu Recht viele Menschen und erfahren wütende Proteste. Hier aber geht es um den Menschen selbst und die nächsten Generationen!

Es bleibt sehr zu hoffen, daß die Empörung und Kritik hier aus Sorge um den Menschen selbst noch vehementer wird und den Forschern jetzt auch klare ethische und rechtliche Grenzen aufgezeigt werden können. Sonst wird sich die genetische Selektion der vermeintlich gesündesten, schönsten und klügsten Embryonen international zu einem inhuman wirkenden Forschungswettbewerb entwickeln.

Hierzu empfiehlt sich diese Fachtagung des Bundesverbandes Lebensrecht e.V., die am 15.9.2017  –  am Tag vor dem Marsch für das Leben  – in Berlin stattfindet: http://fachtagung.bv-lebensrecht.de/

Mechthild Löhr ist die Bundesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL): www.cdl-online.de

Siehe ergänzend hierzu der Beitrag unser Autorin Dr. med. Edith Breburda: https://charismatismus.wordpress.com/2017/07/29/genom-editierung-am-menschlichen-embryo-das-tor-fuer-eine-neue-technik-ist-geoeffnet/


Verführbarkeit der Masse damals und heute

Von Christa Meves

Angesichts der Übernahme des Gender-Trends bis hinein in unsere Institutionen wirft sich einmal mehr die Frage auf, wie es überhaupt möglich sein kann, dass hierzulande in kürzester Zeit einer staatlich eingebundenen Gesellschaft ein solcher Verlust des gesunden Menschenverstandes zugunsten einer hirnrissigen Verführung passieren kann.   Meves

Psychologisch ist das allerdings kein unerklärliches Phänomen  –  zumindest seit Gustave Le Bon mit seinem Werk „Die Psychologie der Massen“ im Jahr 1912 Aufklärungsarbeit geleistet hat. Diese hat sich allerdings bereits nach 25 Jahren schon einmal massiv als vergeblich erwiesen, wie es sich bei der Erscheinung des Hitlerwahns zeigte.

Wie im Status rauschartiger Verliebtheit beherrschte plötzlich Verführtheit durch einen abstrusen Diktator die Szene und riss das Land in millionenfachen Tod und millionenfache Schuld. Wir könnten dies schaudernd als Historie zur Kenntnis nehmen, aber sind wir damit vor einem „Nie wieder“ bewahrt? Bedrängend taucht es auf, dass böser Geist abermals hierzulande machtvoll zugegriffen hat.

Dabei sind die Mechanismen der Verführung so eindeutig, wie Le Bon sie beschrieb. Heute könnten  –  besser noch als damals  –  die neuen Forschungsergebnisse der Biologie des Menschen mitsamt der neuen Hirn- und Hormonforschung über die Ursachen dieses beachtenswerten Phänomens aufklären; denn mittlerweile lässt sich nachweisen, dass ein erheblicher Teil unseres Menschseins von biologischen Mechanismen dominiert ist  – durchaus ähnlich, wie sie bei in Gruppen lebenden Säugetieren vorherrschen.

Ein Teil von uns besteht aus einer Schafs-Natur, worauf Jesus Christus uns bereits hingewiesen hat. Es ist nämlich ein Masseninstinkt, der uns zum Zusammenhalt mit dem Mainstream drängt. Bei Schafen geschieht das durch Blöken auf dem gleichen Ton. Und das heißt: In jedem von uns gibt es unbewusst ein Bedürfnis, uns dem vorrangig verbreiteten Trend anzugleichen.

Das erzeugt in uns täuschenderweise das Gefühl, dem Richtigen, dem Fortschrittlichen zuzugehören; denn ein solches Verhalten dient blind dem Überlebenswillen unseres Lebenstriebes: Als ein Glied in einer mächtigen Gruppe fühlen wir uns eben beschützt. picture-45

Heute ist mithilfe der neuen Technik sogar globale Verführung zur Vereinheitlichung der Menschen möglich  – wie das einst beim Hitlerwahn der Massen möglich war. Wie damals wird das nur von einigen verantwortungsbewussten Widerständlern erkannt und ohne Aussicht auf Erfolg zu verbreiten gesucht.

Aber insgesamt rollt die Lawine unaufhaltsam dem von Gottes Widersacher gewollten und inszenierten Abgrund zu. Die Mittel dazu werden international von bewusst verführenden oder selbst verführten Medienmachern (in Offb 13 dem Adlatus des Antichristen) in Szene gesetzt.

Blind mitlaufend halten es heute junge Mütter bereits in großer Zahl für scheinbar zwingend notwendig, ihre Babys und Kleinkinder in Krippen abzugeben. Zu ideologischer Blindheit verführt, sind sie und die Ihrigen nicht mehr in der Lage, die Wahrheit der wissenschaftlichen Studien über die dann entstehenden Schäden zur Kenntnis zu nehmen.

Auf dem Boden einer allgemein entfesselten Sexualität hält eine Mehrheit von Bürgern Verhütung und Abtreibung für gesellschaftlich wünschenswert, ohne den bereits erheblichen Geburtenschwund als Bedrohung zu sehen.

Aus der bedrängenden Vielfalt sei zur Verdeutlichung der Verführungsmethode ein Beispiel herausgegriffen, das gerade virulent ist: Leuchtet es nicht jedem Menschen ein, daiStock_000014086034XSmallss es wünschenswert ist, genetisch gesunde Nachkommen zu haben?

Und scheint es sich jetzt nicht doch anzubahnen, dass man durch eine entsprechende Eugenik diesen seligen Zustand mithilfe von direkten Eingriffen ins Genom erwirken könnte – rechtzeitig, bereits beim ungeborenen Kind?

Scheint das nicht vernünftig, bevor etwa das Leiden eines jungen Paares einsetzt, nachdem unmittelbar nach der Geburt klar wird, dass das Kind nie ein normales Leben wird führen können, sondern womöglich Träger einer vererbbaren Krankheit ist? Ist es dann nicht bald für unsere wissenschaftlich versierte Bevölkerung mehr als plausibel, wenn man mithilfe der Technik so etwas bereits durch Veränderung des Genoms, durch Ausschaltung des Unerwünschten rechtzeitig einleitet?

Die Bereitschaft, dem mehrheitlich zuzustimmen, ist auf diese Weise jetzt schon in der Vorbereitung, um ein sogenanntes Genome-Editing in der Allgemeinheit durchzusetzen. Erwirkt werden soll so die Zustimmung zur Veränderung eines ungeborenen Kindes, das aber doch wie eine Nuss seinen festgelegten Lebensplan in seinem verschlossenen Gehäuse mit sich führt.

Und dergleichen Beispiele – mit unzulässigen Übergriffen in die von Gott geschaffene Natur und Wesenheit des Menschen – ließen sich nun schrecklicherweise beliebig ergänzen. Und wer erkennt, dass damit der Naturordnung unseres Gottes und damit leichtfertig Seiner Allmacht zu trotzen versucht wird?

Bleibt noch Zeit, sich einem solchen Verhalten, das tierischer als jedes Tier ist (Goethe), zu entwinden? Dem muss schleunigst die individuelle Einsicht vorausgehen, sich in Bußfertigkeit dem Gruppengeist mit der Neigung zum Massenwahn zu entziehen, um – in Besinnung auf die christliche Wahrheit – bei jeder Entscheidung, bei jeder Stellungnahme dem vernichtenden Trend zu widerstehen.

Denn vorrangig sind wir nach Gottes Ebenbild geschaffen. Nur mit diesem Geist können wir Hoffnung auf eine gesunde menschenwürdige Zukunft gewinnen.


Forschung: Verschiedene Abstammungslinien für Europäer und Südasiaten

Prähistorische Genome der weltweit ersten Bauern analysiert  

Eine der ersten steinzeitlichen Kulturen, die Ackerbau betrieben, lebte im Zagros-Gebirge, einer Region im heutigen Iran, die im östlichen Teil des Fruchtbaren Halbmondes liegt. Diese bislang unbekannte Bauernpopulation gehört jedoch nicht zu den Vorfahren der ersten Bauern Europas und ebenso wenig zu den Ahnen moderner Europäer. Allerdings zählen diese Steinzeitmenschen aus dem Zagros-Gebirge zu den Vorfahren der meisten modernen Südasiaten.

Gemälde: Evita GründlerZu diesem Ergebnis kommt ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Palaeogenetikern der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz (JGU) anhand von Genomanalysen. Demnach zeigen sich vor allem Ähnlichkeiten der Zagros-Population mit der heutigen Bevölkerung Pakistans und Afghanistans, ganz besonders aber zu iranischen Zoroastriern.

Sesshaftigkeit, Ackerbau und Viehzucht kamen vor über 10.000 Jahren zum ersten Mal in einer Region zwischen Südostanatolien, Iran, Irak und Syrien auf, einer Region, die als der Fruchtbare Halbmond bezeichnet wird. Der Übergang von einem Lebensstil als Jäger und Sammler zu Sesshaftigkeit und Landwirtschaft wurde als solch radikale Veränderung der menschlichen Lebensform betrachtet, dass der Begriff „neolithische Revolution“ dafür geprägt wurde.

Etwa 2000 Jahre später taucht die neue jungsteinzeitliche Lebensweise in Südosteuropa und kurz darauf auch in Zentraleuropa und im europäischen Mittelmeerraum auf.

Die jetzt in Science veröffentlichten Studienergebnisse, dass die frühen Bauern aus dem Zagros-Gebirge nicht die Vorfahren der ersten europäischen Bauern und auch nicht der heutigen Europäer sind, waren für die Wissenschaftler eine Überraschung.

„Wir waren sehr erstaunt über diesen Befund“, sagt Erstautorin Farnaz Broushaki von der JGU. „Erst vor Kurzem hat unser Team herausgefunden, dass die ersten europäischen Bauern eine nahezu ununterbrochene Ahnenkette bis zu den ersten Siedlern Nordwestanatoliens aufweisen. Jetzt sieht es ganz danach aus, dass diese Kette irgendwo im östlichen Anatolien abgerissen ist.“

Quelle und Fortsetzung dieser Pressemeldung der Universität Mainz hier: http://www.uni-mainz.de/presse/75962.php

Gemälde: Evita Gründler