Biotechnologie contra Gottes Schöpfung

Von Dr. med. Edith Breburda

Die Schöpfer der modernen Biotechnologien sind der Meinung, der Menschheit einen besseren Dienst zu erweisen als Gottvater selber, schreibt der Bioethiker William E. May im Vorwort des Buches „Promises of New Biotechnologies“.

Beim Propheten Jesaja 65,18 heißt es:Dr. Breburda

„Nein, ihr sollt euch ohne Ende freuen und jubeln / über das, was ich erschaffe. Denn ich mache aus Jerusalem Jubel / und aus seinen Einwohnern Freude.“ 

Der Mensch kann gar nichts neu erschaffen, er kann nur die bereits von Gott erschaffene Materie manipulieren.

Technischer Fortschritt erhebt von jeher den Anspruch, unser Leben angenehmer zu machen. So formulieren es auch die Wissenschaftler Peter Diamandis und Steven Kotler in einem Interview am 7.1.2013: „Der technische Fortschritt bietet uns die Möglichkeit, den Lebensstandard jedes Menschen auf der Erde deutlich zu verbessern.“

In 100 Jahren soll alles besser und schöner werden, hören wir immer wieder aus dem Mund von Forschern.

Der Grundstein dazu sei zweifelsfrei die moderne Biotechnologie. Es wird behauptet, nur durch sie könne man die gesamte Menschheit ernähren, die Menschen 100 Jahre alt werden lassen und sie von allen Krankheiten und Leiden erlösen. Die biogenetische Forschung bietet enorme Möglichkeiten bezüglich genetischer Manipulation von Pflanzen, Tieren und Menschen.

Trotz allem kann sie uns  –   unverantwortlich und skrupellos eingesetzt  –  auch zerstören, wenn fundamentale ethische Normen mißachtet werden.

Prinz Charles warnt vor genmanipulierten Pflanzen

Der britische Thronfolger Prinz Charles hat im „Daily Telegraph“ vor der durch genmanipulierte Lebensmittel verursachten größten Umweltkatastrophe aller Zeiten gewarnt. Mit dem Anbau genetisch veränderter Pflanzen sei ein gigantisches Experiment mit der Natur und der gesamten Menschheit gestartet worden, das schon jetzt z.B. in Nordindien und Westaustralien den Wasserhaushalt stark gefährdet.biomedcinprogrammet_65

Die Behörden in Indien hatten z.B. die neuen Biotechnologien ohne Zögern in ihr Land gelassen. Sie bekamen im Gegenzug Devisen. Dadurch erhofften sie sich Hilfe für ihre ökonomische Revolution. Städte wie Mumbai und Delhi boomten. Das Land der Kleinbauern fiel jedoch zurück ins Mittelalter.

In den letzten Jahren wurde die Fläche, auf welcher gentechnisch manipulierte Saaten angebaut wurden, verdoppelt. Viele Farmer meinen, sie haben einen zu hohen Preis gezahlt bei ihrem Versuch, der Armut zu entrinnen.

Indien: Bauern schlittern ins Fiasko

Es wird berichtet, dass sich monatlich tausende Bauern das Leben nehmen wegen der Krise, in der sie stecken.

Einfache Bauern vergiften sich mit den teuren Pflanzenschutzmitteln, die sie eigentlich auf ihre genmanipulierten Pflanzen aufbringen sollten. Viele hatten sich Geld geliehen, um GM-Saatgut zu kaufen.

Baumwollfeld

Baumwollfeld

Man spricht von einem genmanipulierten Genozid. Vielen Bauern wurden hohe Pflanzenerträge vorhergesagt, wenn sie ihre boden- und klimaangepassten Pflanzensorten gegen genmanipuliertes Saatgut eintauschen. Die Versprechungen, das schnelle Geld zu verdienen, wurde vielen Bauern in Indien zum Verhängnis. Als die Ernte zum Misserfolg wurde, hatten sie tiefe Schulden und wussten keinen anderen Ausweg als Selbstmord.

Exzessive Bewässerung und Düngung haben Millionen Hektar Agrarland unbrauchbar gemacht. Der Wasserbedarf in China, Indien, Zentral- und Südostasien steigt dramatisch. Im Nahen Osten wird der Wasserbedarf aus fossilen Grundwasserspeichern gedeckt. Das Wasser ist mit natürlicher Radioaktivität belastet und könnte schon bald zur Neige gehen.

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass weltweit mehr als 200 Millionen Menschen, vor allem in Ländern Afrikas und Asiens, durch Schadstoffe in der Umwelt gefährdet sind. Ein Fünftel aller Todesfälle in Drittländern werden durch Umweltgifte verursacht. Auf Java gefährden Schwermetalle und Pestizide bis zu fünf Millionen Menschen.

Der französische Forscher Séralini kam 2014 in einer Studie zu dem Ergebnis, dass Pestizide viel giftiger seien, als von den Herstellern deklariert wird. Man vermutet, dass vermehrter Kontakt zu Pestiziden, dem Farmer ausgesetzt sind, zu einer geringeren Spermienzahl und Unfruchtbarkeit führen. 

Der Genmais und seine fatalen Folgen

Trotzdem argumentieren die großen Agrarkonzerne der USA, dass die wachsende Bevölkerung ohne Gentechnik nicht ernährt werden kann. Bei Gentechniksaatgut, das Pestizide einsparen sollte, bleibt jedoch wegen inzwischen aufgetretener Resistenzen der Einsatz von Pestiziden und Herbiziden weiterhin hoch.

Als Dünger für den Genmais werden Unmengen an Stickstoff und Phosphat gebraucht. Leguminosen, die den Stickstoff der Luft nutzen können, werden nicht mehr als Zwischenfrüchte angepflanzt. Der Boden kann die unverbrauchten Nitrate jedoch nicht binden. Sie wandern ins Grundwasser.

Durch Bodenerosion landen die von Bodenteilchen gebundenen Phosphate im Mississippi und fließen in den Golf von Mexiko. Dort wird das Algenwachstum gefördert. Abgestorbene Algen reichern sich an und verbrauchen Sauerstoff zu ihrem Abbau durch Bakterien.

Entwicklung von umweltgefährlichen „Todeszonen“

Infolge einer geringen Sauerstoffsättigung entsteht eine sogenannte „dead zone“ (Todeszone). Wir verzeichnen steigende Temperaturen der Ozeane; niedrige Sauerstoffgehalte, Umweltverschmutzung z.B. durch Plastikmaterial, Versauerung der Meere durch CO2. Die im Wasser zunehmende Kohlensäure macht es Algen, Muscheln und Krustentieren schwerer, ihre Kalkskelette aufzubauen.

Auch in den Großen US-Süßwasser-Seen haben sich Todeszonen entwickelt. Wie im Golf von Mexico sterben auch dort die Fische. Nicht einmal die kleinsten Wasserinsekten haben genug Sauerstoff. 40 Prozent des wichtigsten Süsswasser-Reservoirs der USA sind betroffen.

Eine kritische Untersuchung der Grünen im EU-Parlament kam zu dem Ergebnis, dass die Gentechnik der Landwirtschaft keine ökonomischen Vorteile bringt. Die Ernteerträge der in den USA praktizierten Gentechnik-Anbaumethoden sind nicht höher als in der normalen Landwirtschaft, wie sie in West-Europa angewandt wird.

Wie sehen die Errungenschaften der genetischen Manipulationen in der Tierzucht aus?

Viel Tierquälerei ist mit dieser ineffizienten Technik verbunden. Allein für das erste Klonschaf Dolly wurden unzählige Eizellen verbraucht und Leihmuttertiere gequält.

Zuletzt sind geklonte Jungtiere oft recht schwächlich und sterben kurz nach der Geburt. Und trotzdem übernimmt man reproduktionsmedizinische Techniken aus der Tiermedizin.

Probleme der künstlichen Befruchtung

Die Wissenschaftler stehen schon lange unter dem Druck, gesunde Babys im Labor mit Hilfe der In-Vitro-Befruchtung zu erzeugen, die keine Erbkrankheiten haben. In-Vitro-Fertilisation bewirkt allerdings Leihmütter-Schwangerschaften, tiefgefrorene Embryos, Donorkinder mit unzähligen Halbgeschwistern, Stammzellforschung und Pränatal-Diagnostik (PID).

Künstlich befruchtete Embryos werden vor und nach der Implantation qualitätsgeprüft, um ganz sicher zu sein. Aber was, wenn man dabei feststellt, dass eine genetische Unvereinbarkeit zwischen der Schwangeren und dem Embryo besteht und man damit nicht mehr Mutter, sondern nur Leihmutter ist?

So wie es bei einer vertauschten Implantation am 4. Dezember 2013 in der Fruchtbarkeitsklinik des Sandro-Pertini-Krankenhauses in Rom passierte.

Man will doch bestimmen, wann und wo man schwanger wird. Sonst gäbe es nicht Bewegungen wie die Single Mothers By Choice. Eine Gesellschaft, die 1981 von der Psychotherapeutin Jane Mattes in den USA gegründet wurde, um Frauen zu helfen, auch ohne Mann ein Kind zu bekommen.

Unbeachtet des wachsenden Unmutes der In-Vitro-Kinder, die ein Recht darauf haben, wer ihr Vater ist und unbeachtet der Skandalmeldungen, dass damit ein Mann theoretisch und auch schon praktisch mehrere hundert Nachkommen haben kann.

Vielleicht gibt uns die brandneue Studie Traces of Trauma in Sperm RNA aus Nature Neuroscience vom 13. April 2014 zu denken, die herausfand, dass traumatische Erlebnisse über die microRNAs der Spermien weitervererbt werden können.

Über extreme und stressreiche Erlebnisse, die ein Samenspender hatte, steht nichts in den einschlägigen Spenderkatalogen, die man legal oder auch illegal sichtet, wenn man einen Samenspender für sein Kind sucht  –  und so hat man am Ende eventuell ein Wunschkind mit Verhaltensauffälligkeiten. Es handelt sich hierbei um molekulare Vererbungsprozesse des männlichen Wesens.

Johanita H. Williams beschreibt in ihrem Buch „Psychology of Woman“ die Frauen, die am engsten mit der Schöpfung verbunden sind. Ihr Zyklus steht in einer Beziehung zu den Umlaufstadien des Mondes, schreibt sie.

Biomedizinischer Fortschritt ermöglicht der Frau, ihre sogenannte reproduktive Freiheit auszuleben und so die Sexualität von der Fortpflanzung zu entkoppeln. Sigmund Freud sagte: „Die Abkehr von der reproduktiven Funktion ist das gemeinsame Merkmal aller Perversion“.

Die biomedizinischen „Schöpfer“, die eigentlich nicht viel anderes tun als die Gegebenheiten der Natur in ihrem Interesse zu manipulieren, sind so gesehen das krasse Gegenstück zum göttlichen Schöpfer.

Siehe hierzu die Neuerscheinung von Dr. Edith Breburda: „Globale Chemisierung, vernichten wir uns selbst?“
ISBN-10: 0615926657    –  ISBN-13: 978-0615926650   –  Kindle ebook, ASIN: B00GPW1CR2
Unsere Buchbesprechung hierzu: https://charismatismus.wordpress.com/2014/03/08/unser-buch-tip-globale-chemisierung-von-dr-med-edith-breburda/
 
Ediths Webseite: http://scivias-publisher.blogspot.com/

Ernähren US-amerikanische Farmer die Welt mit genmanipulierten Lebensmitteln?

Von Dr. med. Edith Breburda

Momentan diskutieren US-Politiker, ob genetisch modifizierte Lebensmittel der Kennzeichnungspflicht unterliegen sollen. Über 70% der Nahrungsmittel in den USA sind  gentechnisch verändert. Nicht jedem Bürger ist das angenehm. 

Dr. Edith Breburda

Dr. Edith Breburda

US-Farmer haben zwar mit den neuen GMO-Saaten höhere Erträge erzielt. Trotzdem mussten sie höhere Düngergaben und Chemikalien einsetzen, um ihre Ziele zu erreichen.

US-Farmer behaupten, sie ernähren mit ihrer Agrarproduktion die ganze Welt: „We’re feeding the world“. Weil es sich hierbei um einen hohen moralischen Anspruch handelt, darf man dafür Umweltschäden in Kauf nehmen, meinen sie.

Gentechnische Veränderung sollten ursprünglich die braungelben Larven des Maiszünslers bekämpfen. In den USA und in Europa richten sie großflächige Schäden an.

Die US-Agrarfirma Monsanto versucht, diesen Schädling mit Hilfe von gentechnisch veränderten Sorten einzudämmen. Studien, die über eine Wirkung auf die Gesundheit von Mensch und Tier aufklären sollen, wurden von der Firma durchgeführt, die Ergebnisse wurden allerdings nicht veröffentlicht.

Selbst Greenpeace kritisiert diese Vorgehensweise und verlangt mehr Tierversuche. 2012 publizierte Professor Gilles-Eric Séralini in einem wissenschaftlichen Journal Rattentumorfotos mit der dazugehörigen Schockstudie: „Genmais verursacht Krebs“ [1].

Die Aussagen seiner Studie wurden aufgrund von angeblich „ungeeigneten Designs, unzureichender Auswertung, lückenhafter Darstellung der Ergebnisse und fehlender aussagekräftiger statistischer Tests“ zurückgewiesen [2].

In den USA sind 90% der Pflanzen genverändert

In Kalifornien ist das Erbgut fast aller Mais-, Soja- und Baumwollpflanzen genetisch verändert. In den Vereinigten Staaten sind 90% der Pflanzen genverändert. Genmais der ersten Generation ist seit 1995 auf dem Markt. Kalif. Framer Market

FOTO: Farmer-Markt in Kalifornien

2013 wurde auf einer Gesamtfläche von 70 Millionen Hektar genmanipuliertes Saatgut ausgebracht [3]. Deutschland hat eine Staatsfläche von 35 Millionen Hektar.

Genmais-Hauptanbaugebiete sind zur Zeit die USA, Argentinien, Kanada, Brasilien, China und Südafrika. Zu den genmanipulierten Pflanzen (Genetically Engineered Crops) gehören insektenresistente Bt-Sorten, herbizidtolerante HT-Sorten und die „Stacked gene varieties“, die sowohl eine Insektenresistenz als auch eine Herbizid-Toleranz aufweisen.

Mittlerweile sind sehr viele Patente auf verschiedene gentechnische Varianten der manipulierten Pflanzen angemeldet worden.

Einsparung von Pflanzenschutzmitteln?

In den USA wird argumentiert, dass die US-Farmer jährlich ca. 30.000 Tonnen Pflanzenschutzmittel beim Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen sparen. Es wird allerdings berichtet, dass inzwischen zunehmende Resistenzen gegen das Bt-Toxin auftreten. Bei vielen Genpflanzen müssen wieder Insektizide eingesetzt werden, weil Schädlinge resistent werden.

Die Vereinigten Staaten haben eine industrielle Landwirtschaft. Gegner der industriellen Landwirtschaft behaupten, dass in den USA Nahrungs- und Futtermittel mit schlechter Qualität produziert werden.

Digest

Eine kritische Untersuchung der Grünen im EU-Parlament kam zu dem Ergebnis, dass die Gentechnik der Landwirtschaft keine ökonomischen Vorteile bringt. 

Das FOTO zeigt ein Beispiel von industrialisierter Landwirtschaft: Biogas-Anlage, die bei Madison im US-Bundesstaat Wisconsin entsteht; daneben riesige Kuhställe mit zigtausend Kühen.

Die Ernteerträge der in den USA praktizierten Gentechnik-Anbaumethoden sind nicht höher als in der normalen Landwirtschaft, wie sie in West-Europa angewandt wird. Bei Gentechniksaatgut bleibt jedoch weiterhin der Einsatz von Pestiziden und Herbiziden hoch [4].

Der französische Forscher Séralini kam in einer neuen Studie von 2014 zu dem Ergebnis, dass Pestizide viel giftiger seien als von den Herstellern deklariert wird . Trotzdem argumentieren die großen Agrarkonzerne weiterhin, dass die wachsende Bevölkerung ohne Gentechnik nicht ernährt werden kann.

Auf einer Farmer-Tagung im Bundestaat Illinois im September 2013, fragte ein Saatgutunternehmer die Teilnehmer nach ihrem Beitrag zur Welternährung. Die Antworten der Farmer waren, sie würden vor allem möglichst viele Sojabohnen und Mais anbauen.

Charlie Arnot, der Direktor des Zentrums für Lebensmittelsicherheit, erklärte in einem Radiointerview: „US Bauern sind unglaublich stolz darauf, imstande zu sein, die Nahrung für den ganzen Globus zu liefern.“

Genmanipulierte Pflanzen zur Welternährung?

Kip Tom, einer der Großfarmer, der Mais und Soja auf 1000 Acres anbaut, gibt zu bedenken, dass die Bevölkerung wächst, die Farmer jedoch abnehmen. Deswegen sei es Pflicht der noch vorhandenen Farmer, die Welt zu ernähren. So etwas gehe nur mit einer neuen, besseren Technologie, mit GMO-Pflanzen und dem vermehrten Einsatz von Pestiziden.

Den Kritikern der industriellen Landwirtschaft ist das ein Dorn im Auge. Sie glauben, mit solchen Maßnahmen schade man nicht nur der Umwelt, sondern vor allem der menschlichen Gesundheit.

Margaret Mellon, Mitglied des Bundes für besorgte Umwelt-Wissenschaftler, deutet auf den Widerspruch hin, wenn man sagt:

„Wir müssen Pestizide benutzen. Ansonsten sind wir nicht in der Lage, die Welt zu ernähren. Dieses Statement hilft uns Laien nicht weiter, die Bedenken gegen eine industrielle Landwirtschaft auszuräumen. Es vertuscht eher die Tatsache, dass US-Bauern eben nicht das Essen der armen Leute produzieren.

40% der US-Maisernte werden für Bioethanol verwendet. Rund 98% des weltweit angebauten Sojas wird zur Tierfütterung verwendet. Lediglich zwei Prozent werden zu Lebensmitteln. Mehr Feldfrüchte anzubauen löst das Problem erst recht nicht. Vor allem, wenn unser Essen verrottet, bevor wir es auf den Markt bringen.“

Man muss auch bedenken, je mehr Lebensmittel die Bauern produzieren, umso billiger werden sie. Was durchaus gut für die ärmere Bevölkerung ist. Chinesische Schweine kommen damit zum Beispiel in den Genuss von Sojabohnen aus Brasilien und den USA. Nur deshalb können es sich Chinesen leisten, Schweinefleisch zu essen. Was wiederum ihre Ernährung verbessert.

Kehrseite der Billigproduktion

Es gibt auch eine Kehrseite, wie Prof. Christopher Barrett von der Cornell-Universität im Radio erklärte:

Wenn Mais billig ist, kaufen es arme Familien. Andere Lebensmittel, welche mehr Vitamine und Mineralstoffe enthalten, kommen damit jedoch nicht auf ihren Tisch. Man könnte eventuell mit Mais die Welt ernähren. Nur fehlernähren wir sie damit letztendlich.

In Umfragen stehen US-Bürger dem Konzept einer industriellen Agrarkultur eher negativ gegenüber. Quintessenz der Radio-Sendung war: Die Agrikultur-Lobby der USA sollte sich ein anderes Motto aussuchen. Etwas, was mit den amerikanischen Werten übereinstimmt. Dieses würde den Verbraucher weitaus besser überzeugen .

Heute wirken US-Agrarkonzerne in Brasilien und Argentinien. Amerikanische Biotechnologie hat Argentinien zum drittgrößten Welt-Soja-Produzenten gemacht. Um die Anbauflächen für Soja zu vergrößern, müssen Regenwälder abgeholzt werden.

Viel Gen-Soja und -Mais in Brasilien und Argentinien

Man ist der Auffassung, nur mit Hilfe von genetisch manipulierten Pflanzen  eine intensive Landwirtschaft betreiben zu können. 95 Prozent der in Brasilien und Argentinien angebauten Sojabohnen sowie große Mais-, Getreide- und Baumwollanbauflächen sind genetisch manipuliert.

Indianer, die Ureinwohner des Landes, verlieren ihre Reservate. Sie dürfen bestenfalls als Tagelöhner auf den enteigneten Feldern arbeiten. Im Oktober 2013 konnte man in Zeitungen lesen, dass Argentinier erhebliche Gesundheitsprobleme haben wegen des Einsatzes von Agro-Chemikalien.

Die Regierung sieht keinen Zusammenhang. Sie war unter den ersten, welche die US-Agrobusiness-Methode förderte. 1996 begann in Argentinien die Industrialisierung der Landwirtschaft.

Die in St. Louis/USA basierte Agrarfirma Monsanto versprach einen höheren Ernteertrag durch den Anbau von genetisch manipulierten Pflanzen und dem damit verbundenen geringeren Einsatz von Pestiziden und Chemikalien.

Genmais-Resistenz gegen Unkrautspritzmittel

Die Farmer machten sich abhängig von Patenten und Herstellern, die das genveränderte Saatgut monopolartig vermarkten. Alte, regionale Saatgutsorten wurden zunehmend verdrängt. Anstatt mit der Aussaat zu warten, bis die auf die Bodenflächen aufgesprühten Herbizide und Pestizide eindringen, sparte man sich diese herkömmlichen Schritte und säte sofort aus.

Man spritzte erst später den Pflanzenbestand mit dem Herbizid Roundup. Genmais ist gegen dieses spezifische Unkrautspritzmittel resistent.

Die Soja-Anbaufläche hat sich allein in Argentinien mit 47 Millionen Acres verdreifacht. Wie in den USA werden Schweine und Rinder mit Soja gefüttert. Als Unkraut und Insekten resistent wurden, nahmen die Chemikalien um das Neunfache zu. Man schätzt, dass pro Acre 4,3 Pfund Spritzmittel verwendet werden. Das ist mehr als doppelt so viel wie in den USA.

Wachsende Gesundheitsprobleme durch Chemikalien

Tagelöhner, welche die Agrochemikalien vorbereiten, werden über die Giftigkeit der Substanzen nicht aufgeklärt. Sie benutzen keine Masken, Handschuhe oder Spezialkleidung. Die Spritzmittel lassen sich nicht auf die Agrarflächen begrenzen. Der vorgeschriebene Abstand zu Wohnvierteln und Schulen wird meistens nicht eingehalten.

Ärzte registrieren eine Zunahme von Gesundheitsproblemen. Vor allem sind die rund 12 Millionen Einwohner Brasiliens betroffen, welche in den riesigen ländlichen Gebieten wohnen.

Schulkindern wird in Santa Fe schlecht, wenn die Fenster ihrer Klassenräume geöffnet werden. Eine Studie der Nationalen Universität von Rosario, an der 65.000 Einwohner von Santa Fe teilnahmen, berichtet über die Vervierfachung der Krebsneuerkrankungen.

Wir sehen durchaus einen Zusammenhang mit den Agrarchemikalien, erläuterte Dr. Damian Verzenassi. Es werden zwar alle möglichen Toxizitätsstudien durchgeführt, noch nie sind jedoch die Interaktionen aller Agrarchemikalien zusammen untersucht worden. Ärzte fordern eine breitere, längere Studie, die Wissenschaftler unabhängig voneinander durchführen.

Globale Chemisierung: Vernichten wir uns selbst?

Ein Zusammenhang ist offenkundig. Die Regierungen sollten handeln und nicht auf einen absolut sicheren Beweis warten, dass die neu aufgetretenen Krankheiten wirklich zu 100% auf Agrarchemikalien zurückzuführen sind. Dieses fordern besorgte Wissenschaftler, die sich vereint haben, um gegen die Mißstände anzukämpfen [7].

(Aus: „Globale Chemisierung. Vernichten wir uns selbst?“  –  E-Book: ASIN: B00GPW1CR2, Erschienen: November 2013, Paperback: ISBN-13: 978-0615926650, ISBN-10: 0615926657, 252 Seiten, Scivias Verlag, ca. 14,75 EUR, erscheint Februar 2014. Erhältlich bei Amazon oder anderen Retailern).

In einem Bericht der Zeitung Arizona Republic vom 15. Februar 2014 mit dem Titel „Labels for altered Foods?“ heißt es:

„Obwohl die GMOs so gut sind wie die Muttermilch, wollen sie einige Leute trotzdem nicht, weil sie besorgt sind, dass durch ihren Anbau auch nützliche Insekten vernichtet werden.

1997 verlangte die Europäische Union die Kennzeichnung von GMO-Food. Heute ist diese Kennzeichnung wieder verschwunden.

Das liegt jedoch nicht daran, weil Brüssel genetisch manipulierte Nahrungsmittel verboten hat. Die EU ist nicht gegen genetisch manipulierte Lebensmittel. Aber viele Europäer bezeichnen GMO-Lebensmittel als „Teufelszeug“. Und weil Lebensmittelläden keinen Absatz  haben, wurden gentechnisch manipulierte Nahrungsprodukte wieder aus den Regalen genommen.

In Wirklichkeit handelt es sich bei der ganzen Diskussion um Genfood nur um eine riesige Kampagne, die auf purer Desinformation aufbaut“.


[1] Seralini G. E.: Controversial effects on health reported after sub chronic toxicity test: a confidential rat 90 day feeding study. Report on MON 863 GM mais produced by Monsanto Company, June 2005
[2] FAZ.: Rattenfotos gegen Gentechnik. 28.10.2013
[3] Kotte A., Müller H. und Dwehus J.: USA steigert GVO-Anbau erneut. AgrarHeute, Allgemein, 11.07.2013
[4] Liebrich S.: Mehr Gift, weniger Ertrag. Süddeutsche, 23. Januar 2014
[5] Maaß S.: Pestizide angeblich viel giftiger als deklariert. Die Welt, 31. Januar 2014
[6] Charles D.: Americans farmers say they feed the world, but do they? Boston’s NPR news station, 17. September, 2013
[7] Warren M. und Pisarenko N.: Argentines blame health problems on agrochemicals. Wisconsin State Journal, Monday, October 21, 2013
 
FOTOS: Dr. E. Breburda

Werke von Dr. med. vet. Edith Breburda DVM, PhD:

Aktuelles Buch: „Globale Chemisierung“
http://www.amazon.com/dp/B00GPW1CR2

„Promises of New Biotechnologies“
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