Wie Jesuitenpater Ludger Born und Sr. Verena Buben bedrohte Juden retteten

Buch zum kirchlichen Einsatz für verfolgte Judenchristentitel

Dieses kürzlich im Gerhard-Hess-Verlag erschienene Buch informiert über die „Erzbischöfliche Hilfsstelle für nichtarische Katholiken“ in Wien, also über die Rettung von Judenchristen während der NS-Diktatur. Der Titel lautet: „Kirchlicher Einsatz für verfolgte Juden im Dritten Reich“
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Der publizistisch bekannten Jesuitenpater Lothar Groppe SJ hat diese Dokumentation seines Ordensbruders P. Ludger Born SJ bearbeitet und ergänzt. Die ursprünglichen Verlagsrechte gehören der Katholischen Akademie in Wien.
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Kardinal Innitzer hat die Diensträume dieser Hilfsstelle in seinem Erzbischöflichen Palais eingerichtet, um sie  – und die von ihr betreuten Juden und Judenchristen –  dadurch bestmöglich vor Nazi-Angriffen zu schützen.
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Der Leiter dieser Einrichtung war P. Ludger Born, der am 1.12.1940 mit seiner Tätigkeit begann; ihm zur Seite stand ab 1942 die Ordensfrau Sr. Verena Buben von der Wiener „Caritas Socialis“. Beide Katholiken befanden sich unter ständiger Lebensgefahr. Schwester Verena wurde in Yad Vashem von der israelischen Regierung als „Gerechte unter den Völkern“ gewürdigt.
Pater Ludger Born hatte sich bereits in seiner Zeit als Superior in Hamburg für Juden eingesetzt und Hilfsaktionen durchgeführt. 1939 mußte er die Stadt verlassen, weil die Gestapo hinter ihm her war. Der Geistliche erhielt zu seinem 60. Ordensjubiläum ein Dankesschreiben des Nazi-Jägers Simon Wiesenthal: „Ich weiß es zu schätzen, was Sie in einer Zeit ohne Gnade für meine Glaubensbrüder getan haben.“ –  An das Wirken des Jesuiten erinnerte z.B. die Sonder-Ausstellung der Geschichtswerkstätten Hamburg vom 16.4. bis 30.6.2011 in der Gedenkstätte im ehem. KZ Neuengamme.
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Als sich der Holocaust aufgrund der ideologisch begründeten Rassengesetze der Nazi-Diktatur ausweitete, schuf Kardinal Innitzer die Erzbischöfliche Hilfsstelle für Katholiken jüdischer Herkunft  –  gewissermaßen ein Pendant zur IKG (Israelitischen Kultusgemeinde), der die Rechtsvertretung und Fürsorge für die Glaubensjuden (mosaische Juden) oblag. foto-born-u-verena

So lebten bis 31.12.1941 allein in Wien 7.917 getaufte Juden, die nicht jüdischen Glaubens waren; davon bekannten sich 3.836 Personen als römisch-katholisch. Vor allem für sie wurde diese Erzbischöfliche Dienststelle errichtet.

BILD: Rechts Pater Ludger Born, links Schwester Verena Buben im Dienstzimmer der Erzbischöflichen Hilfsstelle

Die Aufgabenfelder waren umfassend: Beratung in Rechtsfragen, Fürsorge und materielle Hilfe, ergänzende Betreuung für Kinder und Jugendliche, Aufbau eines eigenen Schulwesens („nichtarische“ Kinder durften damals keine öffentlichen Schulen besuchen), Kinderhorte.

Hier wurden die Kinder auch auf die hl. Kommunion und Fir­mung vorbereitet. Zudem wurden Nähstuben eingerichtet und eine wirksame Fürsorge für Kranke und Gebrechliche aufgebaut.

In der „Erzbischöflichen Hilfsstelle“ waren 23 Mitarbeiter/innen tätig, von denen neun in ein Vernichtungslager deportiert wurden, nur eine von ihnen überlebte.

Diese Leistungen der Erzbischöflichen Zentralstelle sind ein bedeutender Aufweis (neben unzähligen anderen Hilfsaktionen), dass die Anschuldigungen Hochhuths in seinem Pamphlet „Der Stellvertreter“ ge­schichtlich nicht zutreffen. Dass sich die damalige Herausgeberin der Wochenzeitung „Die Zeit“, Marion Gräfin Dönhoff, in ihrem Artikel „Eine deutsche Geschichtsstunde“ vom 2.2.1971 Hochhuths Behauptungen anschloss, schadete der Reputation ihrer Zeitung.

Das Buch kann portofrei zum Preis von 19,80 Euro bei uns bestellt werden: felizitas.kueble@web.de  – oder per Tel. 0251-616768


BUCH-Tip: „An den Grenzen der Naturwissenschaft“ von Adolf Povel

Erweitere Fassung: „Die trinitare Schöpfung

„Es gibt die Evolution, was soll da noch Gott?“  –  Diese und ähnliche Phrasen geistern auch heute noch im Spektrum der Meinungen.

Da ist es wohltuend, dass es unter vielen anderen bedeutenden Naturwissenschaftlern Adolf Povel (siehe Foto) gibt, der in seinem Werk „An den Grenzen der Naturwissenschaft“ mit derart plakativen, unsinnigen Aussagen  gründlich aufräumt.  Bild in Originalgröße anzeigen

Adolf Povel studierte Betriebs- und Volkswirtschaft in Köln und war zuerst als Bankdirektor einer Großbank und dann als Bankier in einer Privatbank tätig. Durch Verkauf der Privatbank konnte er sich seinen geisteswissenschaftlichen Neigungen widmen. Er studierte Naturwissenschaften, Philosophie und Theologie. djI1MDk5

Begünstigt durch seine finanzielle Unabhängigkeit baute er die „Stiftung Forum für Bildung und Politik“ auf. An den von dieser Stiftung initiierten Seminaren nahmen rund  60.000 junge Menschen teil.

Als begleitendes Sprachrohr dieser Stiftung brachte Herr Povel die Zeitschrift „Grundlagen“ heraus. Nach segensreicher 15-jähriger Tätigkeit musste er aus gesundheitlichen Gründen dieses Engagement beenden. – Das vorliegende Buch kann als eine geistige Fortsetzung seines außerordentlichen Wirkens betrachtet werden.

Fünf Kapitel strukturieren diese Arbeit: Das Universum – Der Mikrokosmos – Die Zeit – Das Leben – Die trinitare Struktur der Schöpfung.

P. Donat Kestel schrieb am 15. Juli 1997 eine vorzügliche Einführung zu diesem Werk.

Es überschreitet den Sinn einer Rezension, die Fülle hervorragender Denkansätze und treffender Formulierungen aneinander zu reihen, es sei aber erlaubt, einige Muster der gekonnten Formulierungen verkürzt wiederzugeben: 511E4FRYD0L__SX385_

S.93: Schöpfung und Evolution sind keine Gegensätze, sondern beinhalten eine fortwährende Schöpfung (creatio continua). Was abgelehnt wird, ist der Evolutionismus als Ideologie, die alles Werden dem reinen Zufall und dem „Kampf ums Dasein“ zuschreibt.

S. 138/139: Die Entstehung neuer Arten beruht nicht auf Mutation (zufällige Veränderung eines Gens), sondern auf einer Folge von Additionsreaktionen an der wachsenden DNS-Kette, die zwangsläufig keine Selektion zulässt.

FOTO: Der Titel „Die trinitare Schöpfung“ ist eine erheblich erweiterte Ausgabe des hier rezensierten Buches

Unabhängig von allen weltanschaulichen Vorgaben zeigt der Verfasser, dass ein Evolutionismus, von Darwin eingeleitet und von Epigonen fortgeführt, den drei obersten Denkprinzipien: Kontradiktionsprinzip, Satz vom zureichenden Grunde und Kausalitätsprinzip nicht genügen kann.

Inspiriert von Bernhard Philberths Werk „Der Dreieine“ verdeutlicht Povel,aus seinen naturwissenschaftlichen und philosophischen Erkenntnissen, dass Dreidimensionalität, Komplementarität und Fundamentalität die Dreieinheit des Seins kennzeichnen: „Es liegt nahe, in ihnen die Spuren des unaufklärbaren Geheimnisses des trinitaren Schöpfergottes zu erkennen.“

Sehr hilfreich bei der Lektüre erweist sich das umfangreiche Glossarium der physikalischen, chemischen und biologischen Begriffe.

Das Literaturverzeichnis  –  beginnend mit Atkins, P. W.  (Moleküle Spektrum V.) und endend mit Wust, P. (Ungewissheit und Wagnis) –  umfasst 76 Titel.

Buch-Daten: Adolf Povel. An den Grenzen der Naturwissenschaft. Gerhard-Hess-Verlag. 13,40 Euro. ISBN 3-87336-253-8

HINWEIS: Dieses Buch ist im Verlag vergriffen, kann aber bei uns zum Sonderpreis von 7,90 € statt 13,40 € bestellt werden (wir liefern portofrei): Tel. 0251-616768 oder Mail: felizitas.kueble@web.de

Dieselben Bestelldaten gelten für das erweiterte Povel-Buch DIE TRINITARE SCHÖPFUNG, das 26 Euro kostet (Hardcover statt Paperback-Umschlag) – und das wir ebenfalls portofrei ausliefern.

Der Rezensent lehrte Philosophie und Religion an staatlichen Gymnasien und ist unserer Redaktion persönlich bekannt.


Ein General im Kampf für das Leben der Juden und die Würde der Frauen

Theodor Groppe: Katholik – Patriot – Widerständler

Buch-Daten:  Theodor Groppe – Der “Schwarze General”. Ein katholischer Soldat im Kampf für Recht und Sitte. Herausgegeben von Thomas Marin 2008, Gerhard-Hess-Verlag, 176 Seiten, 14,80 €  (ISBN 978-3-87336-909-2)

Diese packende und faktenreiche Biographie „Theodor Groppe  –  Der Schwarze General“ von Thomas Marin ist längst überfällig  –  und sie sollte nicht „nur“ in wissenschaftlichen Bibliotheken, Bundeswehr-Hochschulen oder im lebenskundlichen Unterricht Eingang finden, sondern größte Verbreitung im Volk, zumal bei jungen Leuten, deren Geschichtskenntnisse mitunter mangelhaft oder von einseitiger Medienmanipulation geprägt sind.  groppe-buch

Selten nimmt man ein Sachbuch zur Hand, das derart fesselnd geschrieben ist, das den Leser geradezu „mitreißt“ und geistig hineinnimmt in jene fürchterliche Zeit der NS-Diktatur, die Täter und zahlreiche Mitläufer hervorbrachte, aber auch große Helden und stille Helfer.

Zu jenen unerschrockenen Vorbildern, die dem „höheren Befehl“ gehorchten, nämlich den zeitlosen Geboten Gottes und den Idealen der Menschlichkeit, gehört besonders General Theodor Groppe.

Von Nazis als „katholischer Hund“ beschimpft, vom preußisch-protestantischen Offizierskorps zuvor als „Schwarzer General“ bezeichnet, kämpfte er als tapferer Soldat, glühender Patriot und überzeugter Katholik für die Würde der Frauen und das Leben der Juden.

Zeitgeschichte und persönliche Erinnerungen

Das fundierte Buch vereint persönliche Erinnerungen von Generalleutnant Groppe in geschickter Kombination mit zeitgeschichtlichen Dokumenten sowie einer eindrucksvollen Lebensbeschreibung, die Jesuitenpater Lothar Groppe seinem Vater widmet.

Wenngleich der Geistliche dem soldatischen Berufsweg seines Vaters nicht folgte, befindet er sich geistig und charakterlich auf seiner Spur  –  und er blieb auch als Priester dem Militär durchaus verbunden, etwa als Militärpfarrer, Dozent an der Bundeswehr-Hochschule Hamburg und beim Österreichischen Generalstab.

Der Jesuit Lothar Groppe weiß um die Prioritäten zwischen Kirche und Welt, zwischen Himmel und Erde  – und um das Wort Christi: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist – und Gott, was Gottes ist.“   –  Im Sinne dieses biblischen Auftrags gehorchte der tapfere General Theodor Groppe dem zeitlosen Motto „Über dem Befehl steht Gott“ – und dieses Leitwort wählte Lothar Groppe passend als Titel für die Lebensbeschreibung seines Vaters.

Wird heutzutage von „Widerstand“ geredet, fällt sofort der Name „Stauffenberg“   –    dabei wird leicht vergessen, daß er bei weitem nicht der einzige Offizier war, der dem Diktator widerstand. Es waren tausende von ihnen, die Verfolgung oder gar Tod auf sich nahmen, um ihr Gewissen nicht dem verbrecherischen System unterwerfen zu müssen.

Gottlob fielen nicht alle tapferen Angehörigen der Wehrmacht dem Henker oder dem Erschießungskommando zum Opfer. Zu ihnen gehört der „Schwarze General“, der nach dem 20. Juli 1944 zunächst im Gestapo-Gefängnis war und dann im Januar 1945 in die Festungshaftanstalt Küstrin überführt wurde.

Zweimal gaben Kaltenbrunner, Leiter der Gestapo, und SS-Chef Himmler den Befehl zur Ermordung Groppes. Doch der Kommandant der Haftanstalt Küstrin, Major Dr. Leussing, verhinderte dies durch Tapferkeit und kluge Maßnahmen, so daß neben Groppe auch seine Mithäftlinge im April 1945 im Dörfchen Urnau in Baden von französischen Soldaten befreit werden konnten.

Träger des Tapferkeits-Ordens Pour le Mérite

Generalleutnant Theodor Groppe starb im hohen Alter am 28.4.1973 in Trier. Geboren wurde der tapfere Christ und Patriot am 16. Augusti 1882 als Sohn eines Verlegers in Trier. Genau 1900 trat er in die Armme ein. Als Soldat im 1.Weltkrieg erhielt er neben anderen Auszeichnungen den höchsten Orden Pour le Mérite.

In der Reichswehr wurde er Kommandant von Pillau und rettete Königsberg und Ostpreußen vor der roten Gefahr, zumal er einem französischen Kreuzerkommandanten, der kommunistische Spartakisten importierten wollte, entschlußfreudig das Einlaufen in den Hafen verwehrte. Für diese mannhafte Tat erhielt er Tadel von der linken Presse, aber auch eine klare Anerkennung durch Wehrminister Noske (Sozialdemokrat) im Reichstag, der zugleich den Dank von Reichspräsident Ebert (ebenfalls Sozialdemokrat) aussprach.

Unmittelbar nach der „Machtergreifung“ im Januar 1933 wurde Groppe als Generalmajor entlassen und hatte auch in den Jahren danach einen schweren Stand, weil seine „ganze Weltanschauung“ nicht zum gottlosen braunen System paßte, zumal er grundsätzlich den „Hitler-Gruß“ verweigerte und seine Kinder nicht zu Veranstaltungen der HJ gehen ließ.

Schießbefehl gegen Judenmörder

Am 12.12.1939 befahl der Kreisleiter der NSDAP am Westwall „spontane Volkskundgebungen“ gegen die Juden im Bereich er Division. General Groppe erließ den Befehl, Ausschreitungen gegen Juden notfalls mit Waffengewalt zu verhindern. Tatsächlich wurde keinem Juden ein Haar gekrümmt, was sich unter den verfolgten Juden schnell herumsprach, die Groppe bereits als Helden verehrten. israeltag2

Doch für die NSDAP und Heinrich Himmler war dies ein weiterer Anlaß, Material gegen den „Schwarzen General“ zu sammeln, um ihn endgültig auszuschalten. Dabei kam ihm Groppes mutiger Protest gegen den SS-Fortpflanzungsbefehl gerade gelegen. Himmler hatte am 28.10.1939 den Männern von SS und Polizei befohlen, auch außerhalb der Ehe Kinder zu zeugen, damit sie sich vor ihrem möglichen Tod nocht nützlich erweisen, um im Sinne der „Volksgemeinschaft“ möglichst viel „wertvolles Blut“ zu erhalten.

Himmler wollte General Groppe vor den Volksgerichtshof bringen, da dieser den SS-Befehl als schamlos und entwürdigend für Mädchen und Frauen scharf kritisiert hatte.

Doch es gab in der Wehrmacht nicht wenige führende Männer, die sich dem Druck von Partei und SS durchaus nicht beugten: zu ihnen gehören die Vorgesetzten Groppes, Generaloberst von Witzleben und Ritter von Leeb, die ihn couragiert verteidigten und mit sofortigem Rücktritt drohten, falls man dem General den Prozeß machen sollte.

Leeb schrieb an den Oberbefehlshaber des Heeres: „Ich stelle mich mit meiner ganzen Person vor Generalleutnant Groppe, selbst dann, wenn er sich in berechtigter Empörung über den Befehl des Reichsführers SS bei seiner Ansprache im Wortlaut vergriffen haben sollte.“

So mußte Himmler vorerst zurückstecken, zumal auch der Chef der Heeresjustiz, Generalstabsrichter Dr. Sack, sich unerschrocken für General Groppe eingesetzt hatte. General von Witzleben und Dr. Sack endeten nach dem 20. Juli 1944 selber am Galgen.

Dieses Schicksal blieb Theodor Groppe erspart, sein mutiges Denken, Reden und Handeln sollten für immer unvergeßlich bleiben und jeden zur Tapferkeit auch hier und heute anspornen, wenn es darum geht, dem Zeitgeist die Zähne zu zeigen und die Gebote des Ewigen hochzuhalten, die zugleich die Menschenwürde schützen.

In diesem Sinne ehrte die Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne den vorbildlichen General Groppe 1990 durch die Benennung eines Kompaniegebäudes in Augustdorf. In Hanau beantragte der SPD-Oberbürgermeister, eine Straße nach Theodor Groppe zu benennen, was im Stadtrat einstimmig angenommen wurde.

Felizitas Küble, Vorsitzende des Christoferuswerks des Münster

Dieses Buch aus dem Gerhard-Hess-Verlag kann auch bei uns bezogen werden (portofrei für 14,80 €):  Tel. 0251-616768 / Fax 0251-614020/ Mail: felizitas.kueble@web.de