Präses Schneiders Hang zur Selbstdarstellung: „Wer ständig „Augenhöhe“ fordert, sollte das Augenmaß nicht verlieren!“

Pressemitteilung des ZpV (Zusammenschluß papsttreuer Vereinigungen):

EKD-Präses Schneider hat in einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ vom 15.2.2013 Kritik am Präfekten der Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard L. Müller und an Papst Benedikt XVI. geübt.

Dazu bedient er sich gängiger Schlagworte: „’Pogrom‘ geht gar nicht“ zur Feststellung Müllers, daß es eine Pogromstimmung gegen Katholiken in westlichen Ländern gebe. Und weil schon kritisiert werden muss, meint er Kardinal Meisner gleich mit schelten zu müssen, der das Wort von der „Katholikenphobie“ verwendet hat.

Foto: Radio Vatikan

 

Mit seinen Äußerungen über Papst Benedikt überschreitet er aber die Grenzen des Anstandes. Man erinnert sich: Ein Papst, der mit dem EKD-Präses den Bruderkuss in Erfurt austauscht, erhält den Dolchstoß: Es gehe darum, „auf Augenhöhe miteinander umzugehen“.

Hier einige Gedanken zur „Augenhöhe“:

Die protestantischen Denominationen mögen zur Kenntnis nehmen, dass die Gründer abgefallene katholische Priester waren, auch Luther. Seine Lehren beruhen auf falschen Voraussetzungen, denn das Sola-Scriptura-Prinzip ist nicht haltbar, weil die Hl. Schrift selbst schon ein Ergebnis der von Luther abgelehnten „Tradition“ ist. Dies wird von protestantischen Professoren heute bereits weitgehend anerkannt.

Die Glaubens-, Moral- und Sakramentenlehre Luthers stellt nur noch einen Rest der katholischen Lehre dar, weil die Ablehnung von Glaubensartikeln nach dem Synodalprinzip eben nicht der Hl. Schrift entspricht und die willkürliche Annahme oder Ablehnung von göttlichen Geboten ebenfalls nicht mit dem Willen Christi konform geht (Mt 5,19).

Die Sakramente verdanken ihren Ursprung schließlich der Tradition der Kirche aus der Zeit der Apostel. Wenn Luther (und seine Mitreformatoren) also aus sieben Sakramenten zwei machen, dann ist das keine Entscheidung der Kirche, sondern ein Willkürakt in häretischer Absicht.

Präses Schneider fordert, „auf Augenhöhe miteinander umzugehen“. Damit verlangt er zunächst offensichtlich eine Rücknahme oder Korrektur des Papstes hinsichtlich „seiner“ „Erklärung Dominus Jesus“, die die Kongregation für die Glaubenslehre vom 6. August 2000 unter deren damaligem Präfekten Kardinal Ratzinger veröffentlicht hat.

Schneider verlangt also, dass die katholische Kirche alle Fehlentwicklungen im Protestantismus anerkennt, als sei das Wort Gottes in die Verfügungsgewalt menschlicher Institutionen gegeben. Am Ende sollte auch ein Präses Schneider, falls er die Geschichte der Kirche gründlich genug zur Kenntnis nimmt, einräumen, dass sich mit der Trennung Luthers vom „depositum fidei“, vom überlieferten Glaubensgut weitere zahllose Abspaltungen ergeben haben, die sich ihrerseits wieder von diesem „Ursprung“ entfernt haben. Das war schon vor Luther mit anderen Häretikern und Schismatikern nicht anders.

Wer ständig „Augenhöhe“ fordert, sollte dabei nicht selbst das „Augenmaß“ verlieren.

Bonn, 18. Februar 2013

Reinhard Dörner, Vorsitzender des ZpV

ZPV eV., Estermannstr. 71, D-53117 Bonn
Fax 02563 905269
http://www.papsttreue-vereinigungen.de
Mail: zpv@papsttreue-vereinigungen.de


ISRAEL: Führender jüdischer Gelehrter nimmt Glaubenspräfekt Müller vor „böswilligen“ Auslegungen in Schutz

David Rosen übt scharfe Kritik an der deutschen Bundesjustizministerin

Im Zusammenhang mit Erzbischof Müllers Kritik an einer anwachsenden „Pogromstimmung“ gegen Kirche und die katholische Geistlichkeit kam es vielfach in deutschen  Mainstream-Medien und innerkirchlichen Kreisen zu schweren verbalen Angriffen gegen den Chef der römischen Glaubenskongregation, Gerhard Ludwig Müller.

Einige Politiker griffen sogar zur Holocaust-Keule gegen den unbeugsamen Vatikanvertreter, weil dieser in einem WELT-Interview erklärt hatte:

„Auch im Fernsehen werden Attacken gegen die katholische Kirche geritten, deren Rüstzeug zurückgeht auf den Kampf der totalitären Ideologien gegen das Christentum. Hier wächst eine künstlich erzeugte Wut, die gelegentlich schon heute an eine Pogromstimmung erinnert.“images

Nun wird der Kurien-Erzbischof von einem führenden jüdischen Oberrabbiner   –   David Rosen aus Jerusalem (siehe Foto)  –  energisch verteidigt, wie Paul Badde in der Online-Ausgabe der Tageszeitung „Die Welt“ heute berichtet.

Der internationale Direktor des amerikanisch-jüdischen Komitees für interreligiöse Angelegenheiten nimmt Müller gegen den Vorwurf von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) in Schutz, die dem Glaubenspräfekten und vormaligen Bischof von Regensburg einen Holocaust-Vergleich unterstellt hatte.

„Kein Vergleich mit den Grausamkeiten der Schoah ist je angemessen“, sagte Rosen gegenüber der Zeitung „Die Welt“:

„Ebenso klar ist für jeden vernünftigen Menschen, der die Worte Erzbischof Müllers nachliest, aber auch, dass ein solcher Vergleich keineswegs in dessen Absicht war. Dies dem Interview zu entnehmen, kann nur das Ergebnis einer böswilligen Absicht sein.“

Der dreifache Familienvater David Rosen war einst Oberrabbiner von Irland und ist ehem. Vorsitzender des IJCIC (Internationales Jüdisches Komitees für Interreligiöse Konsultationen). Der Gelehrte aus Jerusalem ist zudem einer der Gründer des Interreligiösen Koordinierungsrats in Israel, der 70 Organisationen umfaßt. Auf der Nahost-Sondersynode des Vatikans war Rosen als Redner eingeladen und wurde vom Papst persönlich begrüßt.

Bereits seit Jahren würdigt der Rabbiner die judenfreundlichen Worte und Gesten von Papst Benedikt XVI.: So habe der Pontifex als erster Papst Vertreter des Judentums nicht nur zur Trauerfeier für seinen Amtsvorgänger eingeladen, sondern auch zu seiner eigenen Amtseinführung.

Er habe sich zudem als Kurien-Kardinal und Glaubenspräfekt maßgeblich für die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen dem Hl. Stuhl und dem Staat Israel eingesetzt  –  und später als Papst mehrfach jüdische Delegationen zu Gesprächen im Vatikan empfangen. Auch der Besuch Benedikts in Israel im Mai 2009 wird von Rabbi Rosen als höchst bedeutsam und von nachhaltiger Wirkung eingeschätzt.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Foto: Webseite „terrasanta.net“


Die Ernennung des Dogmatikers Voderholzer ist eine „Richtungsentscheidung“ des Papstes: „Es geht um Grundfragen des Glaubens“

Die ungewöhnlich schnelle Neubesetzung des Regensburger Bischofsstuhls wird in dem bayerischen Bistum in ersten Reaktionen begrüßt, wie die Mittelbayerische Zeitung berichtet.

Der Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken, Albert Schmid, spreche von einer „guten Wahl“ Roms mit engen Kontakten zum Vatikan.  borMedia0637701

Die Ernennung von Prof. Dr. Rudolf Voderholzer (siehe Foto) setze aber auch ein Signal in Richtung Bischofskonferenz.

Schmid spricht von einer Richtungsentscheidung: „Es geht um die Grundfragen des Glaubens, die der Papst bei seinem Deutschlandbesuch thematisiert hat. Es geht nicht primär um Strukturen und institutionelle Fragen.

Er fügte hinzu: „Es ist die schnellste, an die ich mich erinnern kann.“

Spekulationen, wonach umstrittene Äußerungen von Diözesan-Administrator Wilhelm Gegenfurtner diese Angelegenheit beschleunigt haben, widersprach Schmid ausdrücklich nicht: „Ja, das habe ich mir auch gedacht. Irritationen aus jüngerer Zeit haben wohl die Entscheidung beschleunigt“, sagte er laut Mittelbayerischer Zeitung, ohne Gegenfurtners Namen zu nennen.

Diözesan-Administrator Dr. Gegenfurtner hatte vor zwei Wochen im Regensburger PresseClub öffentliche Sticheleien gegen Glaubenspräfekt Müller sowie Seitenhiebe gegen den Vatikan losgelassen  – und sich überdies auch theologisch weitgehend im Sinne des Modernismus geäußert.

Darüber hatte unser CHRISTLICHES FORUM bereits ausführlich berichtet:

https://charismatismus.wordpress.com/2012/11/25/der-regensburger-diozesan-administrator-stichelt-gegen-den-glaubensprafekten-muller/

Biographische Infos zum neuen Bischof siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/2012/12/05/professor-rudolf-voderholzer-wird-neuer-bischof-von-regensburg/

Foto: Bischöfliches Ordinariat Regensburg


Der Regensburger Diözesan-Administrator stichelt gegen Glaubenspräfekt Müller

Dr. Gegenfurtners Aussagen beim Presseclub ließen „aufhorchen“

Am Donnerstag, den 22. November, tagte der Regensburger Presseclub mit Dompropst Dr. Wilhelm Gegenfurtner, der vom Domkapitel am 3. Juli 2012 zum Diözesan-Administrator gewählt wurde, also zum obersten Verwalter des Bistums, der in diesem Amt tätig ist, bis der Papst einen neuen Oberhirten von Regensburg ernennt.  0007

Dabei soll der Diözesan-Administrator  –  vereinfacht gesagt  –  nicht „gestalten“, sondern „verwalten“, also keine wesentlichen Änderungen vornehmen.

Die Wahl eines Bistumsverwalters wurde erforderlich, nachdem der Regensburger Bischof Dr. Gerhard L.  Müller von Papst Benedikt zum Präfekten der römischen Glaubenskongregation ernannt worden war.

Die Entscheidung des Domkapitels für Dr. Gegenfurtner erstaunte manche vor allem deshalb, weil er als eher liberaler Kirchenmann und insoweit als Gegner von Bischof Müller (siehe Foto)  gilt  –  und daher als Generalvikar vor einigen Jahren abtrat.   

Foto: Bischöfl. Presseamt Regensburg

Offenbar nutzt der 66-Jährige die jetzige Übergangszeit bzw. „bischofsfreie“ Phase, um ein paar Sticheleien in Richtung Erzbischof  Müller vom Stapel zu lassen.

Natürlich kann der Dompropst mit derlei Seitenhieben bei vielen Medienvertretern recht gut landen, weshalb seine Journalistenrunde vom vorigen Donnerstag in Presse, Funk und Fernsehen erwartungsgemäß positiv kommentiert wurde.

Mehrfach wurde Dr. Gegenfurtner hierbei auch als „Reserve-Bischof“ oder „Übergangsbischof“ bezeichnet.

Der Regensburger Presseclub selber titelte auf seiner Homepage wörtlich:

„Mehr als ein „Übergangsbischof“: Diözesanadministrator Dr. Wilhelm Gegenfurtner“

(Link: http://www.presseclub-regensburg.de/?page_id=12)

Natürlich ist der Domprobst kein Bischof (geschweige gar „mehr“ als ein Übergangsbischof)  – er wurde nie zum Bischof geweiht, sondern er leitet als Diözesan-Administrator für eine begrenzte Zeit die Bistumsverwaltung.

Ähnlich ungenau wie der Presseclub titelte auch die Mittelbayerische Zeitung: „Klare Worte vom Übergangsbischof“

(Siehe hier: http://www.mittelbayerische.de/index.cfm?pid=10008&pk=853054)

Sodann heißt es dort einleitend und andeutend:

„Im Trachtenjanker und ganz entspannt sitzt Dr. Wilhelm Gegenfurtner, der derzeitige Reservebischof von Regensburg, im Presseclub.  Nach dem Wechsel von Gerhard Ludwig Müller nach Rom ist Gegenfurtner vom Domkapitel zum Diözesanadministrator gewählt worden.

Man kann einen Zwischenraum gestalten und ein paar Akzente setzen, sagt Gegenfurtner über diese Aufgabe und lächelt vieldeutig. So wie noch oft an diesem Abend.“

„Nicht die Menschen müssen sich auf ihre Kirche einlassen…“

Außerdem berichtet die Zeitung über weitere Äußerungen des Bistumsverwalters:

„Nicht die Menschen müssen sich auf ihre Kirche einlassen, die Kirche muss sich auf die Menschen einlassen, so versteht Gegenfurtner den Glauben in der heutigen Zeit.“

Sollen sich die Menschen etwa nicht an Christus und seiner Kirche orientieren? Soll sich stattdessen die Kirche der Welt anpassen? 

Heißt es nicht ganz anders bei Paulus in Röm 12,2: „Paßt euch nicht dieser Welt an, sondern erneuert Eure Gesinnung und Euer Leben!“

Die Mittelbayerische Zeitung(-online) schreibt sodann:

„Der 66-jährige Geistliche liefert dafür im Laufe des Abends eine Reihe von Denkanstößen, die man in Teilen der Kirche als provokant betrachten dürfte. Frauen in Führungsfunktionen? Das ist ein Gebot der Stunde.“

Das Regensburger Wochenblatt berichtete ebenfalls von dieser Runde im „Presseclub“  (siehe hier: http://www.wochenblatt.de/nachrichten/regensburg/regionales/Der-Reserve-Bischof-bei-dem-der-Heilige-Geist-irrte;art1172,148159).

Das Blatt schreibt einleitend über Dr. Gegenfurtners Positionen:

„Offene Worte ließen aufhorchen“

„Heute spricht er das aus, was viele Menschen in Regensburg, ja in ganz Deutschland denken. Offene Worte, wie man sie im deutschen Klerus und in der Kirche insgesamt vermisst, ließen im Regensburger Presseclub aufhorchen.“

Auf die Journalistenfrage nach dem kirchlichen Arbeitsrecht bzw. einer Entlassung von geschieden-Wiederverheiraten erklärt der Diözesanadministator, daß er eine solche Maßnahme keineswegs mittrage.

Hierzu zitiert ihn das „Wochenblatt“ wie folgt:

„Ich habe als Studentenpfarrer vielfach erlebt, wie schwer es ist, eine Beziehung zu führen. Die Menschen versuchen es, scheitern manchmal – das kann man ihnen nicht vorwerfen“, sagt Gegenfurtner. Das Maß an Zustimmung im Saal ist groß.“

Den Beifall kann man sich leicht vorstellen. Offenbar unterscheidet der Bistumsverwalter jedoch nicht klar zwischen den (nur) Geschiedenen auf der einen und den geschieden-Wiederverheirateten auf der anderen Seite.

Das „Scheitern“ der Ehe bei Geschiedenen führt durchaus nicht zur Entlassung durch das kirchliche Arbeitsrecht, sondern vielmehr erst die Wiederverheiratung, weil dadurch das unauflösliche Eheband mißachtet wird, was biblisch eindeutig belegt ist.

Überdies ist die Ehe in der katholischen Kirche ein Sakrament und damit besonders geheiligt  – sie gehört sowohl zur Schöpfungsordnung Gottes wie auch zur Erlösungsordnung des HERRN, zumal die Ehe ein wirkmächtiges Sinnbild für die Liebe und Treue Christi zu seiner Kirche ist.

„Offene Spitze gegen Gerhard Ludwig Müller“

Zudem gab Dr. Gegenfurtner eim Presseclub zu verstehen, warum er unter Erzbischof Müller nicht Generalvikar blieb:

„Erstmals sagte er in der Öffentlichkeit, was der Grund für sein Ausscheiden aus diesem Amt war: „Eine Reform kann ich nur machen, wenn ich mit den Betroffenen in einen Dialog trete“, eröffnete Gegenfurtner eine offene Spitze gegen Gerhard Ludwig Müller, heute Präfekt der mächtigen Glaubenskongregation. Gegenfurtner spielte damit auf die Abschaffung des Diözesanrates an; Gerhard Ludwig hatte das Gremium per Dekret aufgelöst und durch zwei andere Gremien ersetzen lassen.“

Der Dompropst erwähnte anscheinend nicht, daß das damalige Vorgehen Bischof Müllers in Form und Inhalt kirchenrechtlich korrekt war, was damals vom Vatikan ausdrücklich bestätigt wurde.

Die Zeitung schreibt weiter: „Nicht diese Reform an sich hält Gegenfurtner für falsch, sondern das „Wie“:  „Er hat es angeordnet, das war das Schwierige.““

Wirklich? Was hätte Bischof Müller wohl sonst tun sollen?  – Wird nicht auch im Staat vieles „angeordnet“? Werden Steuerzahler etwa gefragt, wie hoch  –  oder besser gesagt: niedrig  –  sie sich ihre Abgabenlast wünschen?

Hätte der Diözesanrat vielleicht vorher gefragt werden sollen, ob er gleichsam seiner eigenen Selbstauflösung zustimmen möchte?

Immerhin bescheinigt Dr. Gegegenfurtner dem früheren Regensburger Oberhirten Gerhard L. Müller ein „heilsames Wirken“   – so etwa bei den „kirchlichen Schulen“, den bekannten Domspatzen usw…

Frauenweihe?  – „Theologische Debatte erst am Anfang“

Zum Thema „Priesterinnen“ positionierte sich der Diözesan-Administrator ebenfalls in einer Weise, die vielen Zeitgenossen angenehm in den Ohren klingt:

„Nicht direkt zur Ordination von Frauen wollte sich der Dompropst äußern, wohl aber dazu, was er von Frauen in kirchlichen Diensten hält: „Als Superior der Mallersdorfer Schwestern habe ich gelernt, wie viele Begabungen die Kirche nicht nützt!“  – Frauen als Priester, sagte Gegenfurtner, sei ein ganz anderes Thema. „Hier steht die theologische Debatte erst am Anfang.“

In Wirklichkeit ist die „theologische Debatte“ hierüber nicht etwa „erst am Anfang“, sondern seit 2000 Jahren zu Ende  –  und zwar mit Recht, denn aus der Heiligen Schrift und der apostolischen Überlieferung (Urkirche) läßt sich ein Ja zur Frauenweihe nicht begründen.

Die Bibel kennt keine Priesterinnen  –  bzw. nur in Form der Abgrenzung, nämlich gegenüber den heidnischen Priesterinnen des Altertums:

Im Alten Bund  – bei den Israeliten, dem Volke Gottes   – gab es zwar Prophetinnen (z.B. Hannah, Miriam) und Heldinnen bzw. Retterinnen (Esther, Judith), zudem ranghohe Richterinnen bzw. Volksführerinnen wie Deborah, aber keine einzige Priesterin. Daran hat sich im Neuen Bund nichts geändert – und das ist auch gut so.

Dr. Gegenfurtner äußerte sich beim Presseclub auch darüber, wie er sich den neuen Oberhirten von Regensburg vorstellt:

„Der Dompropst, der zusammen mit neun Mitbrüdern aus dem Domkapitel eine Liste mit Vorschlägen an die Bischofskongregation schickte, hat aber klare Vorstellungen von einem Kandidaten: „Ich hoffe, dass der Papst einen Bischof ernennt, der offen mit Menschen umgehen kann, der lange pastorale Erfahrungen hat und der die Zeichen der Zeit erkennt, um die Menschen zu erreichen“, beschrieb Gegenfurtner sein Bild von einem Bischof.“

Zudem berichtet die Zeitung:

„Moderator Gerhard Schiechel hatte sich ein nettes Spiel einfallen lassen. Gegenfurtner sollte auf einer Skala von 1 bis 10 bewerten, welche Eigenschaften ihm wenig wichtig (1) oder sehr wichtig seien (10 Punkte)

Rückgrat vor Rom? „Zehn!“  –   Sinn für Karriere? „Eins!“   –  Kontinuität im Wirken von Gerhard Ludwig Müller? Gegenfurtner schmunzelt: „Diese Frage überspringen wir!“

Also die höchste Punktezahl für „Rückgrat“ vor Papst und Vatikan.

Um gegenüber Rom „Rückgrat“ zu zeigen, braucht es freilich heutzutage kein wirkliches Rückgrat. Vielmehr darf man sich des Beifalls der veröffentlichten Meinung sicher sein  –  wie sich bei diesem Presseclub-Termin sichtlich bewahrheitete.

Ist Papst Benedikt ein „Rückschritt“?  

Auf die Journalistenfrage, ob der gegenwärtige Papst ein „Rückschritt“ sei, heißt es im Wochenblatt:

„Gegenfurtner überlegt lange. „Ich habe es schon mit Befremden zur Kenntnis genommen, dass Benedikt den Stab Pauls VI. abgelegt hat. Der sollte ja dafür stehen, dass der Papst den Armen nahe steht.“   –  Paul VI. hatte das Vatikanum weiter geführt und gleichzeitig die Tiara, die dreifache Papstkrone, abgelegt. „Da wird mancher Thron wieder hervorgeholt, der längst vergessen war“, sagt Gegenfurtner, sichtlich bedrückt. „Aber andererseits ist dieser Papst ein klarer Deuter des Konzils. Ich weiß es nicht. Ich kann das geschichtlich nicht einordnen.“

Wie immer der Dompropst das Pontifikat von Papst Benedikt „geschichtlich einordnet“ oder auch nicht  –  der Papst wird es möglicherweise auch „einordnen“, was der Bistumsverwalter der Journalistenrunde hier inhaltlich präsentiert hat  –  und möglicherweise noch in diesem Jahr einen neuen Oberhirten für die bayerische Diözese einsetzen.

Mitunter dauert die Ernennung eines neuen Bischofs ein Jahr oder gar länger.  In diesem Fall wäre es – wie ich meine  – zu wünschen, daß recht bald ein prinzipienfester  Hirte als Nachfolger von Bischof Müller ernannt wird, damit das Bistum Regensburg glasklar auf der Spur des Glaubens bleibt, statt auf dem Sand des Zeitgeistes auszurutschen.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Fotos: Bischöfliches Presseamt Regensburg


Zahlreiche Feiern in Rom und Regensburg zur Heiligsprechung Anna Schäffers

Die Heiligsprechung der seligen Anna Schäffer findet am kommenden Sonntag in Rom statt. Auch im gesamten Bistum Regensburg wird am Wochenende  –  und darüber hinaus  –  die Heiligsprechung im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen.

Diözesanadministrator Prälat Dr. Wilhelm Gegenfurtner wird sich mit einem eigenen Wort an die Gläubigen des Bistums wenden. Das Wort wird am Ende eines jeden Gottesdienstes am Sonntag, 21. Oktober, verlesen, um die Bedeutsamkeit dieses Ereignisses hervorzuheben.

Der Regensburger Pilgerschal zur Heiligsprechungsfeier

In den Pfarreien werden die Glocken an diesem Sonntag ab 12 Uhr eine Viertelstunde lang läuten. Die Feier der Heiligen Messe im Hohen Dom St. Peter zu Regensburg, die traditionell um 12 Uhr beginnt, wird entsprechend später beginnen.

Bereits am Samstag, 20. Oktober 2012, feiert Subregens Anton Spreitzer in Mindelstetten die Vorabendmesse um 19 Uhr. Im Anschluß daran wird Weihbischof Reinhard Pappenberger den Reliquienschrein vor den Altar der neuen Pfarrkirche übertragen. Eine öffentliche Verehrung ist dabei  nicht vorgesehen.

Am Sonntag, den 21. Oktober 2012, wird die Kirche von Mindelstetten bereits um 7 Uhr geöffnet. Die Heilige Messe wird in Offendorf um 8 Uhr gefeiert. Ab 9.15 Uhr wird der Heiligsprechungsgottesdienst aus Rom bis um 12.25 Uhr auf Leinwand übertragen.

Anschließend besteht die Möglichkeit zur stillen Verehrung der Reliquien bis zum Pontifikalgottesdienst, den Weihbischof Reinhard Pappenberger ab 15 Uhr feiern wird. Nach dem Pontifikalamt werden die Reliquien an das Grab der heiligen Anna Schäffer in die alte Pfarrkirche übertragen.

Am darauffolgenden Sonntag, den 28. Oktober 2012, feiert Weihbischof Pappenberger im Hohen Dom zu Regensburg einen Pontifikalgottesdienst, um für die erfolgte Heiligsprechung zu danken.

An diesem Tag wird das Reliquiar mit Reliquien der heiligen Anna Schäffer um ca. 13.30 Uhr von einer Delegation aus Mindelstetten nach Regensburg gebracht. Im Rahmen des liturgischen Einzugs wird es feierlich in den Dom getragen und dort vor dem Altar auf einer Stele aufgestellt. Nach dem Gottesdienst wird ca. eine Stunde lang Zeit sein, um vor dem Schrein in Besinnung, Gebet und Gesang zu verweilen.

Nach dem Pontifikalamt verbleibt der Reliquienschrein bis Allerheiligen im Dom. In dieser Zeit soll an jedem Tag um 12 Uhr eine Anna-Schäffer-Statio stattfinden.

Ab dem 2. November 2012 können die Pfarreien des Bistums im Pfarrbüro Mindelstetten anzeigen, daß sie den Reliquienschrein zur Verehrung bei sich haben möchten. Diesen Pfarreien wird der Schrein zusammen mit einem Bild von Anna Schäffer, mit Gestaltungshilfen für Gottesdienste, Gruppenstunden und Religionsstunden und einer kurzen Lebensbeschreibung von Anna Schäffer Pfarreien zur Verehrung zur Verfügung gestellt.

Feierlichkeiten in Rom um die Heiligsprechung

Am Samstagabend, den 20. Oktober, organisiert die „Jugend 2000” in der  Kirche Santa Maria dell’Anima an der Piazza Navona in Rom, direkt hinter der Kirche Sant’Agnese, ein „Nightfever“.

Der Gebetsabend zur Vorbereitung am Vorabend der Heiligsprechung von Anna Schäffer findet von 21 bis 23 Uhr statt. In der Kirche gibt es Musik und Zeiten der Stille sowie die Möglichkeit zu Gebet und Beichte.

Auf der Piazza Navona wird auf die dann in wenigen Stunden anstehende Heiligsprechung aufmerksam gemacht. Außerdem wird zum Besuch des geistlich gestalteten Abends in die Kirche Santa Maria dell’Anima eingeladen.

Die Höhepunkte dieser Tage in Rom werden sein:

Das feierliche Pontifikalamt mit Erzbischof Dr. Gerhard L. Müller, dem Präfekten der Glaubenskongregation, am Samstag, 20. Oktober, ab 18 Uhr in der Basilika St. Paul vor den Mauern;

die Heilige Messe mit Papst Benedikt XVI. ab 9.30 Uhr auf dem Petersplatz, in deren Verlauf die Heiligsprechung erfolgt;

sowie schließlich das Pontifikalamt mit Erzbischof Müller als Dankgottesdienst am Kathedra-Altar in St. Peter, am folgenden Montag, den 22. Oktober, ab 10 Uhr.

An den Gottesdiensten werden jeweils rund 2000 Gläubige aus dem Bistum Regensburg teilnehmen.

Quelle (Text/Foto): Bischöfliches Presseamt Regensburg


Regensburg: Das Kirchenvolk verabschiedet Bischof Gerhard L. Müller am 23. September

Meldung der Bischöflichen Pressestelle Regensburg:

Papst Benedikt hat Erzbischof Gerhard Ludwig Müller zum neuen Präfekten der Glaubenskongregation ernannt. Nach fast zehnjähriger Amtszeit verlässt der Regensburger Oberhirte unsere Diözese und wird in Zukunft in Rom wirken.

In Dankbarkeit für sein segensreiches Wirken für die Kirche von Regensburg von 2002 bis 2012 verabschiedet das Bistum seinen bisherigen Bischof. Den Dank gegenüber Gott feiern die Gläubigen in einem festlichen Pontifikalamt um 15 Uhr im Hohen Dom St. Peter zu Regensburg, dem Erzbischof Gerhard Ludwig Müller vorstehen wird.

Im Anschluss daran, gegen 16.30 Uhr, lädt Diözesanadministrator Prälat Dr. Wilhelm Gegenfurtner alle Gläubigen zu einer Begegnung auf dem Domplatz ein, die um 19 Uhr mit einem kurzen Orgelkonzert in der Kathedrale St. Peter ihren Abschluss findet.

Auf dem südlichen Domplatz werden zusätzliche Sitzplätze sowie eine Bild‐ und Tonübertragung für die Mitfeier des Pontifikalamts bereitgestellt.

Während der Begegnung auf dem Domplatz gibt es für alle Gäste kostenlos kalte und warme Getränke. Gegen einen Unkostenbeitrag von 1 Euro werden Bratwurstsemmeln, Brezeln und Gebäckstücke angeboten.

Für die musikalische Unterhaltung sorgt die Jugendblaskapelle St. Konrad.

An zwei Stehpulten können sich die Gläubigen in Gästebücher eintragen und so ihrem bisherigen Oberhirten einen persönlichen Gruß zukommen lassen.

Alle Gläubigen sind zur Mitfeier des Gottesdienstes, der Begegnung auf dem Domplatz und dem Orgelkonzert im Dom recht herzlich eingeladen.

Erzbischof Gerhard Ludwig Müller bittet, auf persönliche Geschenke zu verzichten. Stattdessen freut er sich über eine Spende zugunsten der Caritas‐Schwangerenberatung im Bistum Regensburg. Spendenkonto 760 – BLZ 750 903 00.  – Verwendungszweck: Helfen und Beraten.

Von 15 Uhr bis 19.30 Uhr besteht auf dem Domplatz eine Vollsperrung. Es gibt keine Umleitung zu den umliegenden Straßen. Parkmöglichkeiten findet man in den Parkhäusern „Dachauplatz“ und „Bismarckplatz“ sowie auf dem „Donaumarkt“ und „Am alten Eisstadion“.

Mit bestem Gruß
Jakob Schötz

stellv. Leiter / Pressesprecher
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Bischöfliche Presse- und Medienabteilung
Niedermünstergasse 2 – 93047 Regensburg

Fon: 0941/597-1061         Fax: 0941/597-1063
Email: jschoetz.medien@bistum-regensburg.de


„Wir sind Kirche“ kritisiert Erzbischof Müller und will ein „Neudenken der Gottesfrage“

Die „reform“-katholische, sog. Kirchenvolksbewegung Wir sind Kirche hat sich in einer Pressemitteilung unter dem merkwürdigen Titel „Neudenken der Gottesfrage oder dogmatische Stagnation?“ zu Wort gemeldet.

Zur Ernennung des Regensburger Bischofs zum Chef der Glaubenskongregation schreiben die Reformbewegten, es werde sich „bald zeigen, ob mit Prof. Dr. Gerhard Ludwig Müller die Fenster des Zweiten Vatikanischen Konzils wieder weiter geöffnet werden, um als Kirche in der Welt zu wirken – oder ob nun auch noch die letzten Fensterläden geschlossen werden, um sich von der Welt abzuschotten.“

Einerseits wird Erzbischof Müller in der Stellungnahme bescheinigt: „Seine bisherigen Veröffentlichungen zeigen eine profunde Kenntnis der Dogmatik.“ 

Zugleich wird sein Dogmatik-Standardwerk als „traditionell“ bezeichnet: „Vor allem seine statische und traditionell ausgerichtete „Katholische Dogmatik“ aus dem Jahr 1995 mag für die Personalentscheidung des Papstes ausschlaggebend gewesen sein.“

Vor allem fragt sich die selbsternannte „Wir sind Kirche“-Gruppierung: 

„Ob er das erforderliche geistige und geistliche Format besitzt für ein Neudenken der Gottesfrage, um den großen theologischen Herausforderungen der Gegenwart und des modernen Atheismus kreativ und innovativ zu begegnen.“

Wie stellen sich diese Damen und Herren wohl ein „Neudenken der Gottesfrage“ vor? – Dieser reichlich aus dem Rahmen fallende Wunsch wird mit keiner Silbe erläutert.

Zudem wird kritisiert, daß der neue Präfekt der Glaubenskongregation in puncto Ökumene „für eine Polarisierung und nicht für eine Versöhnung“ eintrete.

Dabei ist er in Wirklichkeit ein Bonhoeffer-Experte und kennt sich gut aus in protestantischer Theologie, was noch lange nicht heißt, daß er sie als katholischer Würdenträger unkritisch absegnet. Ein oberflächlicher Ökumenismus auf dem untersten Nenner, der die bestehenden Unterschiede nicht ernst nimmt, führt zu keiner aufrichtigen Ökumene des Glaubens.

Hinsichtlich reformerischer „Priester-Initiativen“ sei zu „befürchten“, so heißt es in der Pressemeldung, daß Erzbischof Müller diese als „unchristlich“ bekämpfen und unterbinden werde.

Da derartige Gruppierungen nicht nur den Zölibat ablehnen, sondern meist sogar das Frauenpriestertum fordern und die Unauflöslichkeit der Ehe untergraben, bleibt dem Vatikan ohnehin keine andere Wahl, als derartigen Unfug strikt zurückzuweisen.

Sodann wird Erzbischof Müller unterstellt, er habe mit der der „Ausgrenzung von gewählten Laien aus diözesanen Gremien sowie der strengen Disziplinierung kritischer Priester sehr schnell ein Klima der Unterwürfigkeit und Angst in seinem Bistum erzeugt“  –  und im ähnlichen Lamento geht das Klagelied noch weiter.

Die fast schon hysterische Horrorstory, in Regensburg gäbe es ein „Klima der Unterwürfigkeit und Angst“, darf getrost ins Reich der Märchen verwiesen werden.

Der Bischof hat stets den Kontakt zu seinem Kirchenvolk gesucht, das freilich nicht nur aus „Berufs-Laien“, Gremien-Funktionären, Räte-Freaks und Möchtegern-Priestern besteht, sondern auch noch aus bodenständigen und glaubenstreuen Gläubigen, die sich ohne ständige Wichtigtuerei idealistisch in Kirche und Pfarrgemeinde einsetzen.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


Erzbischof Müllers Ansprache über das katholische Priestertum

Am 26. Juni  2012  veröffentlichte das bischöfliche Ordinariat Regensburg bei Youtube ein Video, in dem Bischof Gerhard Ludwig Müller die Bedeutung des katholischen Priestertums erläutert. 

Eine Woche später wurde er vom Papst  zum Erzbischof und Chef der römischen Glaubenskongregation ernannt.

Der Anlaß für diese kurze, aber gehaltvolle Ansprache des Regensburger Oberhirten bestand in der bevorstehenden Priesterweihe im Dom.

Der Erzbischof betont in dieser Glaubensunterweisung, die er frei im Freien hielt, daß das Priestertum mehr als ein Beruf ist, auch mehr als ein kirchlicher Auftrag, daß es vielmehr auf eine Berufung durch Christus selber zurückgeht und vor allem die Sendung umfaßt, die Herde Gottes zu leiten und die Gläubigen zur Heiligkeit zu führen.

Dabei betont Erzbischof Müller, wie wichtig es für die Geistlichen selber, aber auch für die Seelsorge ist, daß sie selber ein geistliches Leben führen, vor allem durch Gebet und den Empfang des Bußsakramentes.

Hier nun diese Ansprache über das katholische Priestertum:


Piusbruderschaft: Chancen für eine Einigung mit Rom sind gesunken

In den letzten Monaten schien eine Verständigung zwischen dem Vatikan und der traditionsorientierten Priesterbruderschaft St. Pius X. immer wahrscheinlicher zu werden, wenngleich es noch wichtige theologische und pius-interne Stolpersteine zu überwinden gab.

Für die katholische Kirche hätte eine Versöhnung mit dieser Bewegung eine Stärkung ihrer konservativen Kräfte bedeutet und zugleich den weltweit ca. 600 Priestern der Piusbruderschaft einen klaren kirchenrechtlichen Status verliehen  – zweifellos beides ein großes PLUS.

Der Papst berief  – sehr günstig für die Piusbruderschaft!  – den traditionsfreundlichen Kurienkardinal De Noia am 26. Juni als Vizepräsidenten der Kommission Ecclesia Dei; dies geschah also bereits vor der Ernennung von Bischof Müller zum Glaubenspräfekten.

Doch die Ampel für eine Einigung mit Rom steht derzeit dennoch eher auf Rot als auf Grün.

Äußerlich betrachtet hängt dies nicht zuletzt mit der Ernennung des Regensburger Oberhirten Gerhard Ludwig Müller zum Präfekten der Glaubenskongregation zusammen.

Zwischen ihm und der Priesterbruderschaft herrscht schon lange „Eiszeit“; deren Priesterseminar Zaitzkofen befindet sich im Bistum Regensburg; die dortigen Priesterweihen wurden von Erzbischof Müller aus kirchenrechtlichen Gründen mehrfach deutlich kritisiert.

Nun hat die Priesterbruderschaft dem neuen Chef der Glaubenskongregation durch eine öffentliche Erklärung ihres Dogmatikers Pater Gaudron gleichsam gezeigt, wo der Hammer hängt, indem ihm mehrere „Irrlehren“  – teils aus seiner früheren Zeit als Theologieprofessor  – vorgeworfen wurden, darunter vor allem die  angebliche Leugnung der immerwährenden Jungfräulicheit Mariens bzw. der Jungfrauengeburt.

Dies trifft aus unserer Sicht allerdings nicht zu, was wir ausführlich begründet haben:  https://charismatismus.wordpress.com/2012/07/07/der-vorwurf-erzbischof-gerhard-l-muller-leugne-die-jungfrauengeburt-trifft-nicht-zu/

Daß eine derartige öffentliche Kampfansage an den vom Papst berufenen vatikanischen „Glaubenswächter“ die laufenden Verhandlungen mit Rom belastet, liegt auf der Hand. Dies umso mehr, als Papst Benedikt der Piusbruderschaft sehr viel weiter entgegenkommen ist als alle vorigen Päpste zusammengenommen. Läßt sie den Pontifex nun gleichsam am ausgestreckten Arm verhungern?

Somit stellt sich die Frage nach der Strategie der Piusbruderschaft:

Wird das Scheitern der Verständigung mit Rom durch die massive Kritik an Erzbischof Müller bewußt angestrebt?

Handelt es sich um eine gezielte „inner-traditionelle“ Taktik, um versöhnungswillige Kräfte in den   e i g e n e n  Reihen an den Rand zu drängen und somit auch deren Stellung in Verhandlungen mit dem Vatikan zu schwächen?

Es steht derzeit nicht gut um eine Einigung zwischen  Rom und der Piusbruderschaft, was gerade aus konservativer Sicht bedauerlich ist. Vielleicht gelingt es dem Papst mit Gottes Hilfe noch, den verfahrenen Karren aus dem Schlamm zu ziehen  – es wäre zu hoffen!

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster


Zeitdokument: Erzbischof Müllers klare Verteidigung von „Dominus Jesus“ gegenüber modernistischen Theologen

Vor 12 Jahren: Kritik von Prof. Dr. Gerhard Ludwig Müller an der Erklärung deutscher Dogmatiker gegen „Dominus Iesus“

Als Joseph Kardinal Ratzinger, der damalige Chef der römischen Glaubenskongregation, vor 12 Jahren die Erklärung „Dominus Iesus“ (zu deutsch: Christus, der HERR) herausbrachte, ging ein Sturm der Empörung durch den linksliberalen Blätterwald, aber auch durch viele theologische Hochschulen, hatte die vatikanische Stellungnahme sich doch klar zum Absolutheitsanspruch Christi, zum Wahrheitsanspruch des Christentums und zur katholischen Kirche als göttlicher Stiftung Christi bekannt.

Gerade  der klar formulierte „Wahrheitsanspruch“ trifft das relativistische Zeitgefühl von heute und einen pseudo-intellektuellen „Skeptizismus“ besonders schmerzlich; insofern war das „Aufheulen der Wölfe“ in Medien und Öffentlichkeit nicht weiter erstaunlich.

Doch auch innerkirchlich war die römische Erklärung „Dominus Iesus“ heiß umstritten. Selbst Kirchenvertreter distanzierten sich davon, darunter kein Geringerer als Kurienkardinal Walter Kasper, einst Theologieprofessor in Tübingen.

Sogar einige deutsche Bischöfe kritisierten öffentlich die Erklärung der Glaubenskongregation, z.B. die Oberhirten von Trier (Hermann J. Spital) und von Erfurt (Joachim Wanke).

Während es also  nicht nur auf weltlicher Ebene, sondern auch in der kirchlichen Debatte drunter und drüber ging, gab es unter den wenigen prominenten Verteidigern einen Theologieprofessor, der sich eindeutig zu „Dominus Iesus“ bekannte und auf die Seite des katholischen Glaubens und des Vatikan stellte:

Prof. Dr. Gerhard Ludwig Müller, seit kurzem Präfekt der Glaubenskongregation. Damals war Müller noch kein Bischof (seine Ernennung erfolgte zwei Jahre später), sondern Dogmatikprofessor in München.

Prof. Müller besaß den für heutige Theologen eher ungewöhnlichen Mut, sich in dieser „heißen Sache“ gegen  die Ansichten zahlreicher „Kollegen“ zu stellen.

Er brachte die Dinge zudem teilsweise recht griffig auf den Punkt, zB. mit den Worten:

„Mit dieser ständigen Bockigkeit und Meckerei gegen Rom werden wir niemanden vom Evangelium überzeugen oder die Abständigen wieder mit der Kirche versöhnen.“

In der „Deutschen Tagespost“ wurde am 5.10.2000 unter dem Titel „Nur griesgrämig die alten Klischeebilder bedient“ eine deutliche Entgegnung Prof. Müllers veröffentlicht;  darin kritisiert er konkret eine gegen Rom gerichtete Erklärung der „Arbeitsgemeinschaft der deutschsprachigen Dogmatiker und Fundamentaltheologen“.

Hier folgt nun der vollständige Wortlaut der damaligen Stellungnahme des Dogmatikprofessors, die gerade in dieser jetzigen Zeit von Interesse ist:

Prof. Dr. Gerhard Ludwig Müller verteidigt „Dominus Iesus“:

„Die Arbeitsgemeinschaft der Dogmatiker und Fundamentaltheologen hat bei ihrer Tagung am 20./21. September 2000 in Freising eine Erklärung zur Erklärung  der Glaubenskongregation abgegeben und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Leider konnten viele namhafte Vertreter nicht an dieser Tagung teilnehmen. Anwesende Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft berichten, dass über „Dominus Iesus“ inhaltlich nicht gesprochen wurde.

Somit kann diese „Erklärung zur Erklärung“ keineswegs in Anspruch nehmen, von einer qualifizierten Mehrheit der Fachvertreter der systematischen Theologie mitgetragen zu werden.

Sachunkundiges Gerede statt sachlicher Argumentation

Die Freisinger Erklärung beschränkt sich darum wohlweislich auf die Situation, die durch „Dominus Iesus“ entstanden sei. Es handle sich aber auch dabei nicht um die Situation, die für die Theologie des interreligiösen und ökumenischen Gesprächs entstanden ist und die geradezu schreit nach sachlichen Argumentationsgängen.

Es handelt sich lediglich um eine Erklärung zur Situation, die durch das Echo in der oft wenig sachkundigen medienveröffentlichten Meinung hervorgerufen worden ist.

Soll nun aber wirklich das öffentliche Gerede der Sachunkundigen zum Richter  in Glaubensfragen ernannt und das Wort Gottes und das Bekenntnis der Kirche auf den zweiten Rang verwiesen werden?

Nur ganz allgemein bedauert die Freisinger Erklärung der Dogmatiker und Fundamentaltheologen die „Klimaverschlechterung“: Gewachsenes Vertrauen sei zerstört worden, das Dokument der Glaubenskongregation betreibe eine restriktive Auslegung des Konzils und berücksichtige nicht die neueren ökumenischen Dialogergebnisse.

Leider haben die Verfasser der Freisinger Erklärung die literarische Gattung eines lehramtlichen Dokuments übersehen und es offenbar mit einer Zulassungsarbeit verwechselt, die es zu korrigieren und zu benoten gilt.

Wer sich jedoch die Mühe macht, das vatikanische Dokument zu studieren, statt darüber zu lamentieren, und seine Meinung dazu nicht  –  second hand  – aus den Medien bezieht, wird erkennen, dass das Zweite Vatikanische Konzil darin nicht interpretiert, sondern einfach zitiert wird.

Ausgehend vom katholischen Kirchenverständnis, wie es in der Dogmatischen Konstitution „Lumen gentium“ und im Ökumenismusdekret „Unitatis redintegratio“ auf der Basis der apostolischen Lehre von Schrift und Tradition entfaltet wird, ergibt sich keineswegs die Möglichkeit, die aus der Reformation hervorgegangenen Konfessionen und Landeskirchen als Kirchen im katholischen  Sinn des Wortes zu interpretieren.

In den ökumenischen Gesprächen seit dem Konzil wurden in der Tat bemerkenswerte Annäherungen erzielt und ganz grobe Missverständnisse, Voreingenommenheiten und Pauschalabfertigungen der jeweils anderen  Bekenntnisgemeinschaft überwunden.

Umso mehr aber traten die gravierenden, d. h. den Glauben berührenden Unterschiede hervor. Durch ein bagatellisierendes Überspielen der Differenzen  kommt man sich vielleicht emotional näher. Wichtiger aber wäre eine engagierte Rationalität.

Statt sich allgemein im Wehklagen über ökumenisches Klima und Atmosphären zu ergehen, als ob die Theologie von meteorologischen Messungen abhängig wäre, müssten Theologen versuchen, eine sachliche und argumentative Lösung in den so schwierigen Fragen wie der Eucharistie, der apostolischen Sukzession, des  petrinischen Primats und des sakramentalen Verständnisses des Verkündigungs- und Hirtenamtes vorzubereiten.

Sentimentale Betroffenheitserklärungen zeigen nur, wie notwendig es war, den sachlichen Unterschied zwischen  katholischem und evangelischem Kirchenverständnis herauszustellen.

„Dominus Iesus“ hat der Ökumene einen großen Dienst erwiesen und wird sich auf die Dauer positiv und fördernd für den Weg hin zur vollen Gemeinschaft  der Christen in der einen Kirche erweisen.

Evangelische Theologen scheuen sich nicht, die sachliche Differenz zu bezeichnen. Uwe Simon-Netto hat in einem mit „Schluss der Ökumanie“ überschriebenen „Zwischenruf eines orthodoxen Lutheraners“ die Klarstellung von „Dominus Jesus“ ausdrücklich begrüßt und die Forderungen nach einer gemeinsamen Eucharistiefeier aus den Reihen der protestantischen Theologen folgendermaßen zurückgewiesen: „Jetzt soll diese heiligste Handlung zu einem Versöhnungszeremoniell verkitscht werden, ohne das wir uns darüber verständigt hätten, was am Altar überhaupt geschieht“ (Rheinischer Merkur, 22. 9. 2000).

Von katholischer Seite hat man dagegen oft nur ein verlegenes Abwiegeln vernommen.

Es geht um die Verhältnisbestimmung von Kirche als unsichtbarer Gnadengemeinschaft und ihrer sichtbaren Gestalt und Verfassung, die nach katholischer Auffassung nicht Menschenwerk, sondern göttliche Stiftung ist.

Absurd, von einer Beleidigung zu sprechen

Wer auch  nur ein wenig die protestantische Theologie aus deren Bekenntnisschriften  kennt, weiß, dass es danach die eine sichtbare Kirche überhaupt nicht geben kann, sondern nur viele kirchliche Gemeinschaften, unter die auch die katholische Kirche subsumiert wird.

Es ist darum absurd, die bloße Benennung des eigenen Kirchenverständisses der evangelischen  Christenheit als eine Beleidigung der evangelischen Christen aufzufassen und sich gar noch von der Kanzel herab beim evangelischen Nachbarpfarrer dafür zu entschuldigen, wie es hier und da in Deutschland vorgekommen sein soll.

In „Dominus Iesus“ ist übrigens keineswegs den Protestanten das Kirchesein, geschweige denn das Christsein abgesprochen worden. Evangelische  Christen sind aufgrund der Taufe und des Glaubensbekenntnisses zum dreifaltigen Gott und zu Christus als alleinigen Heilsmittler (solus Christus mediator) wirklich unsere Brüder und Schwestern im Christusglauben.

Wenn ihre Landeskirchen dennoch nicht Kirchen im eigentlichen Sinn genannt werden, dann ist damit gesagt, das der Typus ihres Kirchenbegriffes  sich vom Typus des katholischen  und orthodoxen Kirchen unterscheidet. Da die katholische und die orthodoxen Kirchen das gleiche Grundverständnis von Kirche als Sakrament des Heils der Welt in Christus haben und die orthodoxen Kirchen nicht Konfessions- und  Landeskirchen, sondern Ortskirchen sind, kann man dies auch in dem Wort Schwesterkirchen ausdrücken,  wie es sich neuerdings eingebürgert hat.

Rechtfertigende Gnade und rechtfertigender Glaube

Den Protestanten wird das Kirchesein  in dem Sinne, wie sie  es selbst verstehen, durchaus  zugestanden. Denn sie verstehen Kirche als die unsichtbare Gemeinschaft aller Christen im rechtfertigenden Glauben, die je und je sichtbar wird, wo sich die Glaubenden im Hören des Wortes, zum Bekenntnis und zur Gottesverehrung versammeln. Gemeinsam  mit den Evangelischen bekennen Katholiken, dass Gott auch außerhalb  des Christentums seine rechtfertigende Gnade zuteil werden  lassen kann  –  und zwar denen, die Christus ohne eigene  Schuld (noch) nicht kennen (vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Lumen gentium,16).

Der Glaube jedoch, der rechtfertigt, ist  –  im Gegensatz zur Meinung des Theologen Peter Hünermann  in seiner gleichzeitig mit der Freisinger Erklärung verbreiteten Stellungnahme  –  unlösbar verknüpft mit dem Hören und Bekennen des Wortes (Röm 1o, 17).  Wer mit dem Herzen glaubt, das „Gott Jesus von den Toten auferweckt hat“ und mit dem Mund bekennt, „Jesus ist der Herr“, wird Gerechtigkeit und Heil erlangen (Röm 10, 9).

Protestantisch gesehen kann es durchaus mehrere, organisatorisch voneinander getrennte kirchliche Gemeinschaften geben. Dass es zur Zeit mindestens dreihundert bis vierhundert „Kirchen“ weltweit gibt, sehen sie nicht als Widerspruch zum Wort Jesu, der zu Petrus sagte: „Du bist der Fels, auf den ich meine Kirche bauen werde“ (Mt 16,  18).

Jesus sprach weder hier noch anderer Stelle  von Konfessionskirchen im Plural. Kirchen im Plural gibt es nur als ortskirchliche Verwirklichung der einen  apostolischen und katholischen Kirche Gottes. Die Communio ecclesiarum bildet sich aus den Ortskirchen und nicht aus Konfessionskirchen.

Nicht Unterwerfung, sondern Gemeinschaft mit dem Papst

Im Übrigen sollte man endlich das alte Schreckgespenst der Rekatholisierung und demütigenden Rückkehr der unbotmäßigen evangelischen Christen  aus dem Repertoire konfessionellen Haders nehmen.

Es geht nach katholischer Sicht darum, das sich aus den  Landes- und Konfessionskirchen, die im 16. Jahrhundert nur als Provisorium entstanden und immer nur als „Notlösung“ bis zur Wiederversöhnung mit dem Papst und den Bischöfen verstanden wurden, wieder echte örtliche Teilkirchen bilden  in voller Gemeinschaft mit den anderen Teilkirchen.

Der Rahmen dafür ist die biblisch begründete Communio–Ekklesiologie. Es geht also nicht um die „Unterwerfung“ unter den Papst, sondern um die volle Gemeinschaft im Glauben, den Sakramenten und der apostolischen Verfassung der Kirche. Dafür unerlässlich ist allerdings die apostolische Legitimation der Bischöfe sowohl in der Übereinstimmung mit der Lehre der Apostel wie auch in der legitimen Weiterführung ihrer Sendung aufgrund der Bischofsweihe, die ihren Ursprung in der apostolischen Zeit der Kirche hat.

Die Freisinger Erklärung lässt durchaus erkennen, dass sich ihre Verfasser der inhaltlichen Dürftigkeit der Aussagen ihres Dokuments bewusst sind. Um diesem Mangel abzuhelfen, haben ihre  Betreiber die Versammlung bewogen, die Stellungnahme eines ihrer Mitglieder, des Dogmatikers Peter Hünermann, zu unterstützen, die dieser  – freilich ohne Autorisierung von den Mitgliedern  –   für die Deutsche Sektion der „Europäischen Gesellschaft für katholische Theologie“ verfasst hat.

Man kann sich eigentlich nur wundern, dass ein so einseitiger, tendenziöser und theologisch so oberflächlich gearbeiteter Text eines einzelnen emeritierten  Ordinarius die Meinung sämtlicher deutschsprachiger Dogmatiker und Fundamentaltheologen wiedergeben soll. Denn ebenso wenig wie „Dominus Iesus“ wurde der Hünermann–Text inhaltlich diskutiert.

Zugunsten von Peter Hünermann kann man nur vermuten, dass er „Dominus Jesus“ nicht kannte und seine Stellungnahme auf das Medienecho hin verfasst hat.

Was er im Einzelnen anmahnt, z. B. die Heilwirksamkeit Gottes auch außerhalb des Christentums und die kirchliche Dimension des evangelischen Christentums, findet sich in „Dominus Iesus“ und schon im Konzil besser ausgedrückt als in seinem Text.

Auch er verkennt vollkommen das literarische Genus von „Dominus Iesus“. Der antirömische Affekt hat hier kräftig auf die Feder gedrückt und leider mit vielen Tintenklecksen den ursprünglichen Sinn von „Dominus Iesus“ unleserlich gemacht.

Es handelt sich doch dabei nicht um eine professoral zu begutachtende Diplomarbeit, sondern um eine lehramtliche Erklärung des Glaubensbekenntnisses.

Hünermann scheint den Unterschied zwischen einer fachtheologischen und einer  lehramtlichen  Interpretation des Glaubensbekenntnisses und der Konzilsaussagen entfallen zu sein. Jedenfalls führt die oberlehrerhafte Zensur lehramtlicher Dokumente gewiss nicht viel weiter.

Meine Erfahrung mit katholischer Kirche bei vielen Auslandsaufenthalten hat mich ein für alle Mal belehrt: „Am deutschen Wesen sind und werden Kirche und Welt nie genesen.“

Lassen wir doch endlich unser deutsches Überlegenheitsgefühl beiseite. Es ist unbegründet und diskreditiert uns Deutschsprachige nur.

Mit dieser ständigen Bockigkeit und Meckerei gegen Rom werden wir niemanden vom Evangelium überzeugen oder die Abständigen  wieder mit der Kirche versöhnen.

Es wird höchste Zeit, dass sich die deutschsprachigen Länder wieder ins Konzert der Weltkirche einfügen.

Die Hoffnung, dass es hierzulande so etwas wie eine „patriotische Kirche“ (nach chinesischem Modell) geben könnte, getrennt und im Gegensatz zum Nachfolger Petri und den mit ihm in der katholischen Kirche verbundenen Bischöfen, ist so stabil wie eine Seifenblase.

Auch die üblichen Unterstellungen gegenüber Kollegen, denen das „sentire cum ecclesia“ nicht ein bloßes Wort ist, führen zu nichts.

Den jungen Kollegen geht die Larmoyanz auf die Nerven

Die deutsche Universitätstheologie sollte bedenken, dass das Konkordat allein keine Bestandsgarantie von Lehrstühlen und Assistentenstellen bietet.  Die Theologie an den Universitäten kann in einer pluralistischen Gesellschaft nur weiterexistieren durch die inhaltliche Bindung an das Bekenntnis der Kirche.

Die Theologie muss immer „on-line“ zum Lehramt bleiben. Nur so hat sie Zugang zum  Internet von Kirche und moderner Gesellschaft.

Insgesamt kann man nur bedauern, dass die Chance zu einer gründlichen inhaltlichen Auseinandersetzung um die drängenden Fragen um die Einzigkeit Christi im interreligiösen Dialog vertan wurde.

Stattdessen wurden nur griesgrämig altachtundsechziger Klischeebilder bedient. Mit dieser Larmoyanz spricht man den meisten jüngeren Kollegen nicht aus dem Herzen. Man geht ihnen nur auf die Nerven.“