Südkorea: Bischofskonferenz kritisiert Urteil des Verfassungsgerichts zur Abtreibung

Die Bischöfe von Südkorea äußern „tiefes Bedauern“ über die Entscheidung des Verfassungsgerichts, das das bisher geltende Abtreibungsverbot aus dem Jahr 1953 für rechtswidrig erklärt.

In einem historischen Urteil, das am 11. April erlassen wurde, entschied das Gericht, dass das Abtreibungsverbot verfassungswidrig sei. Nach dem bisherigen Gesetz können Frauen nach einer vorgeburtlichen Kindstötung mit einer Geldstrafe belegt werden. Ausnahmen gibt es bei Vergewaltigung und Inzest oder bei Gesundheitsrisiken.

Der Gerichtshof hat festgestellt, dass das Gesetz bis Ende 2020 neu formuliert werden soll.

„Das Urteil des Verfassungsgerichts widerspricht den grundlegenden Recht auf Leben eines Geschöpfs, das sich nicht selbst verteidigen kann“, heißt es in einer vom Vorsitzenden der Koreanischen Bischofskonferenz, Bischof Igino Kim Hee-jung unterzeichneten Erklärung.

„Damit wird die Verantwortung für eine ungewollte Schwangerschaft allein auf Frauen übertragen, wodurch Männer zu Unrecht dieser Verantwortung enthoben werden“, wird in der Protestnote weiter angemerkt. 

Die Bischöfe weisen darauf hin, dass „die katholische Kirche in Korea Frauen und Männern in Not  weiterhin Unterstützung und Beistand bieten wird, damit sie zum Leben ‚Ja‘ sagen können“.

Darüber hinaus heißt es: „Die Türen der Kirche bleiben den Frauen offen, die an seelischen, geistigen und körperlichen Wunden leiden und aufgrund von Abtreibung Versöhnung und Heilung benötigen“.

Die Oberhirten erinnern daran, dass „der Schutz des Lebens ab dem Zeitpunkt der Empfängnis in der Verantwortung aller Mitglieder unserer Gesellschaft liegt“.

In der Hauptstadt Seoul demonstrierten nach dem Urteil des Verfassungsgerichts sowohl Befürworter als auch Gegner der Freigabe von Abtreibungen

Quelle: Fidesdienst


Westafrikanischer Gerichtshof klagt die muslimische Regierung in Nigeria an

Massenmord an Christen forderte hunderte Todesopfer

Der Gerichtshof der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (ECOWAS) hat schwere Vorwürfe gegen die nigerianische Regierung erhoben. Beobachter bezeichneten ein aktuelles Urteil des Gerichts als „bahnbrechend“ und nannten es einen symbolischen Sieg bei der Aufklärung der Gewalt gegen Christen in Zentralnigeria. 

Darin geben die Richter der nigerianischen Regierung eine Teilschuld an den wiederholten Gewaltexzessen und fordern eine offizielle Untersuchung der Geschehnisse vom Februar 2016 in der Region Agatu im Bundesstaat Benue (Open Doors berichtete).

Am 21. Februar 2016 hatten überwiegend muslimische Fulani-Hirten begonnen, mehrheitlich christliche Dörfer im Bundesstaat Benue (Nordnigeria) anzugreifen. Die Angriffe gipfelten nach Verlauf einer Woche in einem Massaker im Dorf Agatu. Über die Zahl der Todesopfer herrscht bis heute Unklarheit, weil das Gebiet nach dem Vorfall tagelang für Medien und Hilfsorganisationen verschlossen blieb.  Zuverlässige Quellen schätzten die Zahl der Toten auf bis zu 500.

In den Wochen nach den Angriffen entdeckten Christen eigenen Angaben zufolge mehrere Massengräber mit den sterblichen Überresten ihrer Angehörigen.

Die Vertreterin des Hochkommissars der Vereinten Nationen für Flüchtlinge in Nigeria und der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (ECOWAS), Angele Dikongue Atangana, kommentierte bei ihrem Besuch in dem Gebiet, dass die Anschläge in Agatu das Gebiet völlig zerstört hätten:

„In meinen 20 Jahren humanitärer Arbeit habe ich noch nie ein solches Ausmaß an Zerstörung gesehen“, sagte sie. Mindestens 20.000 Menschen wurden durch die Gewalt vertrieben.

Auf dem aktuellen Weltverfolgungsindex von Open Doors steht Nigeria auf Platz 12 unter den Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden.


Zur pädosexuellen Causa des Islam-Gründers

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (ECHR) hat die Geldstrafe für eine Österreicherin bestätigt, die dem Islam-Gründer Mohammed pädosexuelle Neigungen vorgehalten hatte. Die Wienerin hatte im Herbst 2009 bei zwei Seminaren zum Thema „Grundlagen des Islam“ über die Ehe Mohammeds mit der kindlichen Aisha referiert.

Dabei führte die Rednerin aus, Mohammed „hatte nun mal gerne mit Kindern ein bißchen was“ und stellte daraufhin die rhetorische Frage: „Ein 56jähriger und eine Sechsjährige – wie nennen wir das, wenn es nicht Pädophilie ist?“ Zwei Jahre später verurteilte sie das Landgericht Wien wegen „Herabwürdigung religiöser Lehren“ zu einer Geldbuße von 480 Euro. Ebenfalls 2011 bestätigte das Oberlandesgericht Wien das Urteil.

Ein Antrag auf Wiederaufnahme wurde vom Obersten Gerichtshof Österreichs 2013 abgelehnt, woraufhin die Frau den Menschenrechtsgerichtshof anrief. Dieser kam nun zu dem Ergebnis, daß die Rechte der Österreicherin nicht verletzt wurden. Laut dem Urteil habe Österreich „das Recht der Beschwerdeführerin auf Meinungsäußerungsfreiheit sorgfältig mit dem Recht anderer auf Schutz ihrer religiösen Gefühle abgewogen hatten, wodurch der religiöse Frieden in der österreichischen Gesellschaft bewahrt werden sollte“.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://jungefreiheit.de/politik/ausland/2018/urteil-mohammed-darf-nicht-paedophil-genannt-werden/


Ein führender arabisch-christlicher Richter würdigt den Rechtsstaat in Israel

Das Verhältnis von Staat und Religion in Israel aus der Sicht von Salim Jubran, Richter am Obersten Gerichtshofs Israels.

Im Oktober 2012 hielt Salim Jubran (siehe Foto) im Rahmen der Lausanne Conference of the IAJLJ (International Association of Jewish Lawyers and Jurists) einen Vortrag, der im Frühjahr 2013 im IAJLJ-Magazin veröffentlicht wurde. Nachfolgend die Einführung seiner Rede:   salim-jubran-199x300

Der Staat Israel ist ein einzigartiges Land hinsichtlich der Zusammensetzung seiner Gesellschaft: Juden, Araber, Moslems, Christen, Baha’is.

In Israel leben etwa acht Millionen Menschen, darunter 1,5 Millionen Araber, davon 1,35 Millionen Moslems, 150.000 Christen von insgesamt zehn anerkannten und weiteren kleinen christlichen Gemeinschaften.

Die Institutionen der verschiedenen Religionen genießen volle Autonomie hinsichtlich ihrer inneren Angelegenheiten, volle Kontrolle über ihre Heiligen Stätten bis hin zur vollen Selbstbestimmtheit bezüglich ihrer religiösen Regularien, insbesondere im Hinblick auf Heirat und Scheidung.

Der Staat mischt sich nicht in religiöse innere Angelegenheiten der Gemeinschaften und ihrer Mitglieder ein; dies obliegt bei Bedarf dem Obersten Gerichtshof.

Die friedvolle Koexistenz aller Gemeinden in Israel basiert auf gegenseitigem Respekt. Wir versuchen, eine Atmosphäre zu schaffen, die von Toleranz und Respekt geleitet ist. Zumeist ist es uns gelungen, dieses Ziel zu erreichen, ein Beispiel hierfür ist Haifa, wo ich lebe und wo beispielsweise das internationale Zentrum der Baha’i ansässig ist. Alle Religionen und Gemeinden leben hier zusammen, so werden Weihnachten, Channukka und der Geburtstag des Propheten Mohammed gleichermaßen begangen.

Israel ist als ein jüdischer und demokratischer Staat definiert, wie es in den Grundgesetzen zum Zivil- und Menschenrecht formuIMG_0739liert ist.

Die Unabhängigkeitserklärung von 1948, welche die Basis für die Grundgesetze darstellt, sichert allen Bürgern völlige Gleichberechtigung hinsichtlich ihrer sozialen und politischen Rechte zu, unabhängig von Religion, Ethnie und Geschlecht und sie garantiert die Freiheit der Religion, Meinung, Sprache, Bildung und Kultur.

Alle religiösen Gemeinschaften in Israel genießen Religionsfreiheit oder auch Freiheit von Religion. Alle Gemeinden können ihren Glauben ausüben und ihre Traditionen bewahren, Moslems können Moscheen bauen, Christen Kirchen und Juden Synagogen. Seit vielen Jahren erhalten Pilger die Genehmigung, über Jordanien zu der heiligsten Stätte des Islam, Mekka in Saudi-Arabien, zu reisen.

Bis 1967 war es Christen aus Israel erlaubt, über Jerusalem zu den christlichen Stätten im damaligen jordanischen Gebiet zu pilgern, seit 1967 gibt es selbstverständlich freien Zugang.IMG_0758

Jedes Jahr lädt der Präsident des Staates Israel die Vorsitzenden der verschiedenen Gemeinden zu einem festlichen Empfang in seine Residenz, um Weihnachten und Neujahr zu feiern. Viele Regierungsangehörige besuchen an den verschiedenen Feiertagen die christlichen und muslimischen Gemeinden, um ihre guten Wünsche zu übermitteln.

Ein Komitee, das alle Führer der religiösen Gemeinschaften vereint, wurde eingesetzt, um die Verständigung und Kooperation untereinander in allen gesellschaftlichen Lebensbereichen zu fördern.

Religionsfreiheit ist eines der Zivilgrundrechte in Israel, da es in der Unabhängigkeitserklärung statuiert ist und den Kern des Grundgesetzes ausmacht: die Würde und Freiheit des Menschen.

Der vollständige Vortrag in englischer Sprache

Salim Jubran wurde 1947 in Haifa in eine christlich-arabische Familie geboren. Er erhielt einen Bachelor-Abschluss in Rechtswissenschaften an der Hebräischen Universität. Mit 35 Jahren wurde er in Haifa zum Richter am Amtsgericht ernannt und hatte im weiteren Verlauf seiner Karriere verschiedene Anwalts- und Richterposten inne, bevor er im Mai 2004 erster arabischer Richter am Obersten Gerichtshof wurde.

Quelle: Botschaft des Staates Israel in Berlin: http://www.botschaftisrael.de/2013/08/13/staat-und-religion-in-israel-perspektive-eines-arabisch-christlichen-buergers-israels/