Öko-Religiöses: Was hat uns Deutschen die Amazonassynode zu sagen?

Glosse von Uwe C. Lay

Die Amazonas-Synode hat noch nicht stattgefunden, aber schon jetzt kann ein erstes Resümee aus dem Vorbereitungstext für uns gezogen werden:

Unser Unglück begann mit dem Germanenmisssionar Bonifatius. Völlig unsensibel für unsere naturverbundende Kultur zwang er unseren Vorfahren die christliche Religion auf, statt zu erspüren, daß es gälte, auf die Weisen der dort beheimateten Religion zu hören:

Im Einklang mit der Natur lebend, aus der spirituellen Kraft der Wälder Germaniens, in Respekt vor allem Leben, denn der Germane fühlte sich doch verschwistert mit allem Leben, nicht ihm als Herr gegenüberstehend, sondern eins mit der Natur – so baute er keine künstlichen Straßen oder lebte in Städten, abgesondert von der Natur  – und diesen so Lebenden trat kulturimperialistisch Bischof Bonifatius entgegen, dort nur Unglauben und Heidentum wahrnehmend.

Und seine erste Tat: Er fällte eine Donar-Eiche, den naturverbundenen Germanen ein heiliger Baum, ihm aber nur Rohmaterial zur Weiterverarbeitung.

Und so begann auch bei uns die Unheilsgeschichte der Naturausbeutung, der Zerstörung des Natürlichen. Die spirituellen Kräfte versiegten und auch der Germane wurde zu einem homo faber, der nun die CO2-Klimakatastrophe hervorbringt – und alles begann mit der gefällten Eiche.

Aber das sind eben die Ausgeburten einer Kirche, die Mission betreibt, statt den Dialog mit den Andersgläubigen zu führen, dabei völlig verkennend, daß der göttliche Vater schon längst bei den Germanen beheimatet war, bevor der erste Missionar zu ihnen kam, die so aber auch die Früchte des dort sich schon inkulturiert habenden Gottes mißachteten, diese wunderbare Kraft der germanischen Spiritualität, von denen zuerst die Missionare zu lernen gehabt hätten.

Umkehr tut not. Wenden wir uns also unserer wahren urgermanischen Religion wieder zu, pflanzen Donar-Eichen und werden wieder  zu natürlich Lebenden in unseren germanischen Hainen, in tiefster Solidarität mit allen Indianern der Welt, die wie wir auch aus der Technikzivilisation aussteigen wollen zu einem wahren Naturleben als Fischer und Hirten, ganz ohne (Wasser-)Kraftwerke, ohne elektrischen Strom  – einfach nur natürlich.  

Unser Autor Uwe C. Lay ist Theologe, Publizist und Konvertit; vor seinem Übertritt in die katholische Kirche war er als evangelischer Vikar tätig.


Aufschlußreiche Gräber aus spätantiker Merowingerzeit bei Theißen entdeckt

Seit Mitte April 2017 führt das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Sachsen-Anhalt im Zuge des Neubaus der Ortsumfahrung der B91 östlich von Theißen archäologische Ausgrabungen durch.

Auf einer Gesamtfläche von 29.000 m2 werden zwischen den Ortschaften Theißen und Nonnewitz sechs Fundstellen ausgegraben. Das 13-köpfige Ausgrabungsteam konnte bisher knapp 800 Befunde dokumentieren und etwa 10.000 Funde bergen.

Nach der Entdeckung des slawischen und bronzezeitlichen Siedlungs- sowie Bestattungsplatzes weisen die neuesten Untersuchungsergebnisse auf eine vielfältige und kontinuierliche Besiedlungsgeschichte der Region hin.

So wurde nun auf der Fundstelle 4 ein Friedhof aus der Merowingerzeit (6. Jh.) aufgedeckt. Er umfasst etwa 15 Gräber, darunter auch mindestens drei Niederlegungen von Pferden.

BILD: Der »Krieger« mit dem Schwert auf seiner linken und Überresten einer Lanze auf der rechten Seite. (Foto: Klaus Bentele)

Wie zu dieser Zeit üblich, wurden die Verstorbenen in gestreckter Lage, auf dem Rücken und mit dem Kopf nach Westen liegend, bestattet. Fibeln, Anhänger oder Perlen aus Bronze und Glas liefern Informationen zu Tracht und Bräuchen der Zeit. Den Männerbestattungen wurden häufig Waffen beigelegt.

Der Erhaltungszustand der Knochen ist schlecht. Dennoch brachten die Untersuchungen auch einige rätselhafte Befunde ans Tageslicht.

Besonders ragt die Bestattung eines »Kriegers« hervor (siehe Foto). Allein seine Größe von fast zwei Metern unterscheidet ihn von den anderen Verstorbenen. In seinem linken Arm hält er ein eisernes Schwert. An seiner rechten Seite befinden sich die Überreste einer Lanze. Seine Kleidung wurde gegürtet und mit einer Fibel geschlossen.

Abergläubisch motivierte Gräber von  „Wiedergängern“?

Eine weitere Bestattung gibt mehr Rätsel auf, als sie Antworten liefert. Der Bestattete liegt auf dem Bauch mit dem Gesicht nach unten. Im Gegensatz zu den restlichen Bestattungen ist dieses Skelett mit dem Kopf nach Osten ausgerichtet. Die Hände sind vor dem Becken positioniert und waren wahrscheinlich gebunden.

Hervorzuheben ist eine knapp 50 cm lange »Stange« aus Eisen auf Rücken und Kopf des Bestatteten. Allerdings berührt sie den Schädel nicht, sondern liegt knapp über ihm. Aufgrund der unüblichen Körperlage handelt es sich nicht um eine reguläre Bestattung, könnte aber eine sog. Wiedergänger-Niederlegung darstellen.

BILD: Vermutlich ein „Wiedergänger“  – mit dem Gesicht nach unten und  mit einer Eisenstange durch die Brust fixiert (Foto: Klaus Bentele)

Derartige Wiedergängervorstellungen, denen zufolge die Rückkehr mancher Verstorbener als den Lebenden übel gesinnte Untote befürchtet wurde, waren im Frühmittelalter vor allem im slawischen Besiedlungsraum verbreitet, sind aber auch dem germanischen Gedankengut nicht fremd.

Die Bauchlage mit dem Gesicht nach unten sollte verhindern, dass der Tote zu einem Wiedergänger wurde, indem die Seele nicht aus dem Grab entweichen konnte beziehungsweise in die falsche Richtung geleitet wurde.

Im Falle der Bestattung von Theißen könnte der eiserne Gegenstand im Bereich des Rückens als eine zusätzliche Vorkehrung gedient haben, um das »Wiederkommen« zu verhindern. Es ist nicht auszuschließen, dass der Verstorbene mit Hilfe des durch die Brust getriebenen Gegenstands in der Erde fixiert wurde, die Eisenstange jedoch später zur Seite fiel.

Quelle für Text und Fotos: http://www.lda-lsa.de/aktuelles/meldung/datum/2017/10/11/merowingerzeitliche_graeber_bei_theissen_entdeckt/

 


Das Johannesfeuer – eine Verchristlichung der altgermanischen Sonnwendfeier

Das Feuer wurde mit der Feier verknüpft

Als die „heidnischen Germanen“  –  unsere Altvorderen vor ca 1500 Jahren  –  christianisiert wurden, hat die katholische Kirche zwar gegen den heidnischen Götter-Unfug und irrigen Aberglauben angepredigt, aber sie hat das eher harmlose Volksbrauchtum der damaligen Deutschen in der Regel nicht einfach weggefegt, sondern behutsam in eine christliche Richtung umgeleitet, die germanische Kultur gleichsam „getauft“, soweit dies ohne Einschränkung des christlichen Glaubens möglich war.

Dieses umsichtige, rücksichtsvolle Vorgehen nennt man „Inkulturation„; dies ist aber nicht zu verwechseln mit einem Synkretismus, der „Religionsvermischung“ bedeutet, also die Inhalte verschiedener Religionen vermengt.

Ein Beispiel für die „Verchristlichung“ germanischen Brauchtums ist das Johannesfeuer, das in manchen Pfarreien heute Abend (am Vorabend des Johannestages) gesegnet wird  –  oder morgen (24.6.), am Hochfest der Geburt des hl. Johannes des Täufers (siehe Kirchenfenster-Bild).

Dieses Brauchtum geht ursprünglich auf die altdeutsche „Sonnwendfeier“ aus vorchristlicher Zeit zurück. Diese Sommersonnenwende wurde auch als „Mittsommernacht“ oder „Sonnwendtag“ bezeichnet   – im Volksmund auch als „Spargelsilvester“.

Nun wurde die „Sommersonnenwende“  (die kürzteste Nacht des Jahres und der Beginn des Sommers) mit dem Hochfest von Johannes Baptist ( = der Täufer) kombiniert und mit christlichen Inhalten gefüllt.

Das Johannesfest wurde kirchlich so gelegt, daß es genau 6 Monate vor und 6 Monate nach Weihnachten gefeiert wird – und so stets in der zeitlichen Mitte zweier Weihnachtsfeste steht. Auch so wurde die hohe Bedeutung dieses Heiligen geehrt.

Die astronomische Sommersonnenwende findet in Mitteleuropa meist am 21. Juni statt, doch nach dem Julianischen Kalender war es der 24. Juni, also das Fest der Geburt des hl. Johannes. Nun wurde die altertümliche Tradition des Sonnwend-Feuers mit der kirchlichen Feier verknüpft  – so entstand dann der Brauch des „Johannesfeuers„.

Es gibt auch eine Heilpflanze, das Johanniskraut, dessen Name vom Johanni-Tag  –  dem 24. Juni  –  abstammt, denn um die Sommersonnenwende öffnet das Johanniskraut seine leuchtend gelben Blüten auf Wiesen, an Wegrändern, lichten Gebüschen und sogar auf Schuttplätzen.

Zurück zum Johannesfeuer, dem alt-neuen Brauchtum: Das Feuer ist eine natürliche Lichtquelle neben Sonne, Mond und Sternen – und zudem durchaus ein biblisches Symbol: mit der Hitze des Feuers wurde beispielsweise das Silber von Verunreinigungen befreit; daher gilt „Feuer“ als Bildwort für geistliche Läuterung  (vgl. „Fegfeuer“).

Gott sprach aus dem brennenden Dornbusch mit Moses. Die Israeliten wurden mit einer Feuersäule durch die Wüste geführt.

Johannes der Täufer ist der größte Prophet der Heilsgeschichte und zugleich eine lebendige Brücke vom Alten zum Neuen Bund. Sein Vater war der jüdische Hohenpriester Zacharias. Johannes bewährte sich als Wegbereiter Christi und später als Märtyrer für Gottes Gebote.

Von sich sagte Johannes bescheiden: „Ich bin nur die Stimme eines Rufenden in der Wüste: Ich muß abnehmen, ER aber muß wachsen.“ (Joh 3,30)

Wie geht es nun bei einer Johannesfeuer-Andacht zu?

Die Gläubigen   –  und wohl auch manche Schaulustigen  –  stellen sich um ein Feuer herum, das auf dem Kirchplatz oder weiter außerhalb  –  etwa auf einem Hügel –  entfacht wird. 

Es gibt biblische Lesungen, Ansprachen, Lieder, Fürbitten, wechselndes Beten von Psalmen, Meditationen und dergl.

Am Schluß beginnt der Priester oder Diakon mit der Segnung des Feuers aus dem Benediktionale (dort S. 87), also dem amtlichen kirchlichen Buch für Segens- und Weihe-Handlungen.

Das Gebet daraus lautet:

„Heiliger Gott, in der leuchtenden Feuersäule bist du dem Volk des Alten Bundes auf seinem Weg in die Freiheit voraus gezogen; in Feuerzungen hast du über das Volk des Neuen Bundes den Heiligen Geist gesandt.

Segne + dieses Feuer, das wir am Festtag des heiligen Johannes des Täufers entzündet haben. Entzünde in unseren Herzen das Feuer deiner Liebe, damit wir in einer Welt voll Hass und Zwietracht von dir Zeugnis geben. Dir sei Ehre und Lobpreis in alle Ewigkeit.“

Während dieser Segensworte oder danach besprengt der Geistliche das Feuer mit Weihwasser.

Meist wird zum Abschluß ein feierliches Lied gesungen.