Teuflischer Kreislauf und (un)geistlicher Missbrauch durch „Heilung und Befreiung“

Von Felizitas Küble

Es ist schon einige Zeit her, als ich mit einer jungen Frau, die durch Exerzitien im charismatischen „Haus Raphael“ in Hessen (Bad Soden-S.) psychisch und gesundheitlich erheblich geschädigt wurde, ein längeres Gespräch führte.

Die gläubige Katholikin war wegen dieser schlechten Erfahrungen mit einem Fuß aus der charismatischen Szene ausgestiegen – und mit dem anderen Fuß stand sie beharrlich weiter mittendrin. Man könnte auch sagen: sie hinkte auf beiden Beinen.

Obwohl sie nach dem sog. „Ruhen im Geist“ (Rückwärtskippen in Trance), das in schwarmgeistigen Kreisen weit verbreitet ist, seelisch schwer zu leiden hatte und sich gar dämonisch attackiert fühlte, wandte sie sich zwar gegen diesen „Hammersegen“ (wie ich ihn nenne), verteidigte aber ansonsten nach wie vor die charismatischen Seminare, weil dort ja „nicht alles schlecht“ sei.

Nun ist wohl klar, daß es auf dem weiten Erdenrund selten etwas gibt, das 100% negativ wäre – meist handelt es sich um eine Mischung aus gut und schlecht. Allerdings kommt es darauf an, so erklärte ich der Geschädigten, wie die Wurzel beschaffen ist.

Sie erzählte mir dazu ihre Geschichte:

Ihre Mutter besuchte das charismatische Evangelisationszentrum Maihingen im Schwarzwald, das seit Jahrzehnten in den entsprechenden Kreisen sehr bekannt ist. Von dort wurde sie und auch die Tochter – meine Gesprächspartnerin also – weitergeschickt nach Bad Soden-Salmünster zu den dortigen „Heilungs“-Seminaren in Haus Raphael (das freilich kirchlich nicht anerkannt ist).

Soweit – so ungut, denn was dort geschah, kann aus meiner Sicht nur als geistlicher Missbrauch bezeichnet werden.

Nun argumentierte die Betroffene folgendermaßen:

Es sei zwar schlimm, daß in Maihingen auch viele Leute „umkippen“, aber gut sei es doch, daß indische Heiler die „Belasteten“ durch einen Exorzismus wieder befreien.

Ich widersprach: Das sei ein teuflischer Kreislauf, sie habe es doch selbst erlebt: Mit dem vermeintlichen „Ruhen im Geist“, das dort als Glaubenserlebnis gepriesen wird, hätte sie äußerst bedrückende Erfahrungen gemacht, die sie dann mit einem pseudo-exorzistischen „Befreiungsgebet“ wieder loswerden wolle.

Also werde doch unter einem Dach ein buchstäblicher „Teufelskreis“ praktiziert und die Ratsuchenden in eine Achterbahn der Gefühle geworfen: Erst sollen sie in Zimmer 1 gleichsam auf der Wolke schweben (im „Geiste“ ruhen), hinterher – wenn ihnen „das“ nicht bekommt – sollen sie in Zimmer 2 von „Dämonen“ exorziert werden.

Damit werde zuerst ein Problem geschaffen, um es dann vermeintlich zu „lösen“, in Wirklichkeit werden Gläubige gleich mehrfach in irrgeistiger Weise verwirrt und auf spirituelle Abwege gebracht, die mit einer bodenständigen und besonnenen Frömmigkeit nichts mehr zu tun haben.

Hier sei die Wurzel schon hochproblematisch, somit das Weitere auch entsprechend abzulehnen.

Die junge Frau brachte den Einwand: Es kann keineswegs die ganze Wurzel schlecht sein: „Der Teufel würde doch nicht wünschen, daß Dämonen ausgetrieben werden, der ist doch nicht saublöd!“

Ich entgegnete: „Der Kellergeist ist nicht nur keineswegs saublöd, er ist sogar sauschlau!“

Sie: „Das sage ich doch!“

Ich: „Aber durch solche Schein-Erfolge wie eine vermeintliche Dämonenaustreibung verführt er die Gläubigen noch tiefer hinein in diesen Teufelskreis einer angeblichen „Heilung“ durch den Hammersegen – und wenn das nicht klappt, sondern zur Belastung wird, dann schreitet man zur exorzistischen „Befreiung“ – was das Problem aber nicht löst, sondern verschärft.“

Sie meinte, ich könne solche schlechten Erfahrungen, wie sie diese selber erlebt habe, nicht verallgemeinern.

Ich erklärte, das wolle ich auch gar nicht: „Auch ein charismatisches Huhn findet mal ein Korn“ – aber es komme auf den Ansatz, auf die Grundlage an – und die sei grundsätzlich problematisch, selbst wenn es vereinzelt zu Erfahrungen käme, die von den Betreffenden als positiv empfunden werden.

Immerhin könne Gott auch auf krummen Zeilen gerade schreiben, was aber nichts an der Krummheit der Zeilen ändere, sondern auf Gottes Barmherzigkeit und Langmut zurückzuführen sei.

Sie erinnerte an das bekannte Bibelwort: „Der Geist weht, wo er will.“

Ich: „Ja, der Geist weht, wo ER will – denn Gottes Geist ist für uns nicht verfügbar, kann nicht eigenmächtig herbeizitiert und von uns vereinnahmt werden, ER ist eine göttliche Person und keine emotionale Energie oder Kraft.“

Zudem erinnere ich sie daran, daß Christus selbst verkündet hat, keineswegs alle Teufelsaustreiber würden sich gleichsam automatisch im Stande seiner Gnade befinden, nur weil sie mit gerade dieser Aufgabe zugange sind.

Bei seiner Warnung geht es wohlgemerkt um christliche Exorzisten, wie sich aus dem Zusammenhang und Wortlaut („…in deinem Namen…!) eindeutig ergibt:

Mt 7,21 ff:

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Nicht jeder, der HERR, HERR zu mir sagt, wird in das Himmelreich gelangen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.
Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: HERR, HERR, sind wir nicht in deinem Namen als Propheten aufgetreten, haben wir nicht in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wunder vollbracht?
Dann werde ich ihnen antworten: Ich habe euch nie gekannt. Hinweg von mir, ihr Übeltäter!

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Schorndorf: Linksradikale attackieren AfD-Stand und verletzen einen AfD-Kandidaten

Nach dem Überfall einer Antifa-Gruppe auf einen AfD-Wahlstand in Baden-Württemberg hat der AfD-Bundestagsabgeordnete Jürgen Braun schwere Vorwürfe in Richtung Politik und Medien erhoben. „Wenn gegen uns Gewaltaten passieren, ist die öffentliche Erregung gleich Null“, kritisierte Braun, der bei dem Angriff in Schorndorf anwesend war, gegenüber der Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT.

Am Samstag hatte er gemeinsam mit dem AfD-Landtagskandidaten Stephan Schwarz und einem 79jährigen Helfer vor einem AfD-Stand in Schorndorf Wahlkampf betrieben. Gegen 9.45 Uhr sei eine Gruppe von 15 bis 20 Personen aus einer Seitengasse auf sie zugestürmt. Die Gruppe konnte „aufgrund der mitgeführten Fahnen und Spruchbänder der Antifa-Szene“ zugeordnet werden, teilte die Polizei später mit.

Stephan Schwarz sei durch die Angreifer zu Boden gerissen und geschlagen worden. „Als der Geschädigte, auf dem Boden liegend, versucht haben soll, mit seinem Smartphone den Notruf zu wählen, soll ihm dieses, durch einen bislang Unbekannten, aus den Händen gerissen und entwendet worden sein“, heißt es seitens der Polizei. Der 36-Jährige mußte mit Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Auch der 79jährige Helfer sei attackiert worden und zu Boden gegangen.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2021/nach-antifa-ueberfall/


Evangelikales Aufklärungsbuch über Machtmenschen und geistlichen Missbrauch

Besprechung von Felizitas Küble

Seit gut zwei Jahren ist in amtlichen katholischen Kreisen das Wort vom „Geistlichen“ oder „Spirituellen“ Missbrauch in aller Munde. Entsprechende Veröffentlichungen der ehem. Ordensfrau Doris Wagner-Reisinger und des Jesuiten Klaus Mertes sorgten dafür.

Dabei entstand vielfach der Eindruck, als hätten diese beiden Autoren aus dem reformkatholischen Spektrum ein besonderes, vorher verborgenes oder totgeschwiegenes Thema ganz neu „entdeckt“ und endlich zur Sprache und in die Öffentlichkeit gebracht.

Das ist insofern richtig, als katholische Kirchenobere das Problem lange kaum zur Kenntnis nahmen, geschweige wirksam dagegen vorgegangen sind.

Allerdings kümmert sich nicht nur unser CHRISTLICHES FORUM inzwischen seit fast 10 Jahren um diese Problematikund dies z.B. mit dutzenden von Sach-Analysen sowie Erlebnisberichten von Betroffenen oftmals aus der charismatischen Szene.

Auch auf dem evangelikalen Buchmarkt gibt es seit Jahrzehnten ein breites Feld der Aufklärung vor seelsorglichem bzw. pastoralem Missbrauch. (Siehe unsere Artikel: https://charismatismus.wordpress.com/2019/02/07/evangelikale-buecher-warnten-schon-vor-lange-vor-dem-geistlichem-missbrauch/ und hier: https://charismatismus.wordpress.com/2019/06/12/warnung-vor-geistlichem-seelsorglichem-missbrauch-durch-scheinheilige/)

Diese theologisch konservativen evangelischen Autoren haben sich dabei häufig vor allem charismatische und neo-pfingstlerische Gruppen vorgeknöpft – und dies deshalb, weil dort die Anfälligkeit für „Machtmenschen“ besonders stark ist, wenngleich nicht hierauf begrenzt. Freilich hat der Protestantismus mit dieser Schwarmgeisterei auch schon viel länger ein Problem – nämlich seit Anfang des 20. Jahunderts, die kath. Kirche erst seit 1968 – von daher auch die schnelleren Abwehr-Reaktionen.

Der pietistische Prediger und in Skandinavien vielgelesene Schriftsteller Edin Lovas aus Norwegen veröffentlichte bereits 1996 – also vor einem Vierteljahrhundert – im pietistischen Brendow-Verlag seine warnende Schrift über „Wölfe in Schafspelzen“.

Dabei ging es ihm nicht etwa um die „böse Welt“, sondern – so der Untertitel – um „Machtmenschen in der Gemeinde“, also innerhalb der Christenheit.

Seine Aufklärungsschrift entstand nach vierzig Jahren Seelsorgsarbeit, wobei er „entsetzt“ darüber sei, „welches Ausmaß von Leiden durch Machtmenschen“ einzelnen Gläubigen, aber auch ganzen Gemeinden und Gemeinschaften zugefügt worden sei, schreibt er im Vorwort und fügt hinzu:

„Ich bin zugleich bestürzt darüber, daß in christlichen Kreisen und selbst unter sachkundigen Fachleuten über diese Dinge nicht offen und ehrlich geredet wird.“

Der Verfasser, der im norwegischen Sandom eine Jesus-Meditations-Bewegung gründete, die den Ignatianischen Exerzitien der katholischen Jesuiten ähnelt, stellt besorgt fest: „Soweit ich Einblick habe, scheinen die Opfer von Machtmenschen selten ernst genommen zu werden.“

Diesen Befund kann ich aus meiner eigenen jahrzehntelangen Erfahrung mit Aussteigern nur bestätigen. Vielfach zeigt sich dies auch hier bei uns in Leserkommentaren von charismatischen Eiferern:

Wenn ein Geschädigter über seine negativen Erfahrungen in schwarmgeistigen Zirkeln berichtet, kommt sofort die Selber-schuld-Keule von dieser Seite: Die Betroffenen seien psychisch angeknackst, wollten sich jetzt nur „rächen“, hätten die „Sünde gegen den Heiligen Geist“ begangen, die Strafe des Himmels folge auf dem Fuße – und dergleichen Unfug mehr. Natürlich werde auch ich ständig mit solchen „Keulen“ konfrontiert so z.B. seit vielen Jahren auf erscheinungsbewegten Seiten von Gloria-TV und früher auch auf „Kathnet“, was mich aber nicht aus dem kritischen Konzept bringt, sondern vielmehr darin bestätigt.

Der deutsche Buch-Herausgeber Andreas Ebert bezeichnet derlei Verirrungen in seinem Vorwort mit Recht als einen „wunden Punkt“, auf den man den Finger legen müsse (S. 11), denn „schlimme Formen des Machtmißbrauchs“ gäbe es eben nicht nur in der Politik, sondern auch in christlichen Kreisen und Gemeinden.

Er erwähnt auf derselben Seite „neopfingstlerische Strömungen“aus den USA sowie die charismatische „Glaubensbewegung“, die sich auch als „Herrlichkeitstheologie“ bezeichnet – gemeint ist das sog. „Wohlstandsevangelium“. Dort werde gelehrt, „daß Kinder Gottes das Anrecht auf irdischen Wohlstand und diesseitiges Wohlergehen“ hätten.

Weiter heißt es, daß auf „diesem Boden“ Gruppen und Gemeinden ohne Kontrolle und Ordnung entstehen: „Sie sammeln sich um starke, angeblich direkt von Gott berufene Führergestalten“.

Und genau dies ist der springende Punkt!

Eine FORTSETZUNG unserer Buchbesprechung folgt demnächst.


Regensburger charismatische CE würdigt Ames

Pfarrvikar Markus Hochheimer ist einer der drei Diözesan-Sprecher der „Charismatischen Erneuerung“ (CE) im bayerischen Bistum Regensburg.

Diese CE ist sozusagen der offiziösere Teil der pentekostalen (pfingstlerischen) Bewegung in der kath. Kirche.

Daneben gibt es eher „wilde“ Triebe und neben den Blüten nicht wenige Sumpfblüten, wobei eine strikte Trennung der beiden „Flügel“ ohnehin nicht möglich ist, denn zwischen der gemäßigt erscheinenden CE-Richtung und den völlig schwärmerischen Gruppen gibt es fließende Übergänge – sowohl personell wie spirituell.

Ein typisches Beispiel hierfür bietet der diesjährige Weihnachtsrundbrief des bereits erwähnten Priesters Hochheimer. Der CE-Sprecher schreibt allerlei Richtiges und Bedenkenswertes zu den Herausforderungen der Corona-Zeit.

Aber er wäre wohl kein Charismatiker, wenn er es dabei belassen hätte. Vielmehr würdigt er mittendrin das ihn „faszinierende“ Zeugnis von Carper Alan Ames, den er als „bekannten katholischer Autor und Sprecher aus Australienvorstellt.

Ames gebe – so Hochheimer – „Antworten auf die Zeit der Prüfung“. Er berichtet:

„Ich durfte Alan und seine Dolmetscherin, Frau Beatrix Zureich, im Jahr 2009 in meiner Geburtsstadt Cham/Opf. persönlich kennenlernen, der 1993 eine starke Begegnung mit Gott hatte, und damit ein neues Leben begann. Er reiste mit dem Segen seines Heimatbischofs durch die ganze Welt, um die Menschen durch sein Glaubenszeugnis und seine Gabe der Heilung zu beschenken.“

Kürzlich habe Ames dem erscheinungsbewegten Portal „Kath.net“ ein Interview über „besondere Begegnungen mit Gott“ gegeben: „Während des Interviews tauchte bei ihm plötzlich ein blutrotes Kreuz! auf seiner Handinnenfläche auf.“

Wenn das kein Omen ist freilich ein schwer deutbares?

Der seit Jahrzehnten durch deutsche Lande reisende „Heilungsprediger“ bekam in mehreren Bistümern Auftrittsverbot in kirchlichen Häusern, darunter seit Jahrzehnten in Münster und seit 2013 auch in der Erzdiözese Freiburg (siehe hier letzte Seite: https://www.yumpu.com/de/document/read/25034503/amtsblatt-nr-35-erzbischofliches-ordinariat-freiburg)

Der charismatische Ames ist zwar kein Priester, aber dafür (eigenen Angaben zufolge) ein Seher und Empfänger von göttlichen Einsprachen und Visionen. Wenn der „begnadete“ Redner die Gläubigen einzeln mit Handauflegung segnet, fallen oft mehr als die Hälfte in Trance nach hinten, darunter auch baumstarke Männer.

„Menschen kippen nach Berührung reihenweise um“ – so heißt es bezeichnenderweise auch im Titel eines Zeitungsberichts (siehe hier: https://www.onetz.de/deutschland-und-die-welt-r/kultur-de-welt/josefskirche-weiden-umstrittener-alan-ames-spricht-vor-800-glaeubigen-menschen-kippen-nach-beruehrung-reihenweise-um-d46117.html)

Diese Quasi-Ohnmachtsanfälle werden von charismatischer Seite als „Ruhen im Geist“ bezeichnet; in den USA spricht man von „Slain in the Spirit“ (Erschlagenwerden vom Geist), was diesen befremdlich wirkenden Vorgang treffender darstelltman könnte auch schlicht vom „Hammersegen“ reden.

BILD: Diese Publikation von Ames würdigt das umstrittene „Ruhen im Geist“

Seit zehn Jahren melden sich bei uns immer mehr Katholiken, die sich durch den angeblich geistgewirkten „Hammersegen“ von Ames geschädigt fühlen. Mehrere dieser Ex-Charismatiker sind seelisch und spirituell dauerhaft schwer belastet, teils auch psychosomatisch, seitdem sie von Alan Ames „gesegnet“ wurden und dabei bewußtlos nach hinten kippten.

Eine dieser Betroffenen sagte uns, sie habe sich nach diesem Geschehnis „wie beschwipst“ gefühlt und sei nicht etwa mit „wunderbaren Geistesgaben“ erfüllt worden, sondern immer depressiver und ängstlicher geworden. Sie vermißt eine kirchliche Warnung vor diesem „Segensmann“, denn immerhin fand sein Auftritt in der diözesanen Gebetsstätte in Heroldsbach im Bistum Bamberg statt. Mit Recht fragt sie: „Woher sollte ich wissen, daß dieser Wanderheiler in anderen Bistümern ein Auftrittsverbot bekam?“

Auch der Lippstädter katholische Priester, Journalist und Autor Winfried Pietrek kennt das seelsorgliche Problem des „Hammersegens“ durch Aussteiger-Kontakte. Er schreibt dazu u.a.:
„Viele, die bei den „Segnungen“ von Ames – oder bei der Handauflegung anderer charismatischer Wunderheiler – auf den Rücken gefallen sind, bleiben oft lange körperlich oder seelisch belastet und erleben nach anfänglichen Hochgefühlen später Depressionen oder andere psychische Störungen, so dass sie Hilfe beim Psychiater oder Exorzisten suchen müssen.

Quelle für die CE-Zitate: https://www.erneuerung.de/regensburg/2020/12/22/unser-ce-weihnachtsrundbrief-2020/
Quelle für das am Schluß erwähnte Pietrek-Zitat: https://gloria.tv/post/jXNr9G2BB9Qz4MHUK6jaomhCr

WEITERE ARTIKEL zu Alan Ames hier: https://charismatismus.wordpress.com/category/visionen-und-charismatik-kritik/alan-ames-die-charismatische-bewegung/

Bericht über Ames Auftritt in REGENSBURG im Jahr 2005: https://charismatismus.wordpress.com/2011/06/08/alan-ames-in-regensburg/


61-Jährige fällt auf „Wunderheiler“ herein

Pressemeldung von Polizei und Staatsanwaltschaft Fulda:

Eine 61-jährige Frau aus dem Raum Fulda ließ sich in den vergangenen Wochen zu mehreren Geldübergaben überreden. Die Kriminalpolizei Fulda nahm am Mittwochnachmittag (18.11.) einen tatverdächtigen Mann fest...

Die Frau aus Fulda hatte über mehrere Wochen telefonischen Kontakt zu einer Bande russischsprachiger „Wunderheiler“. Durch eine russische Fernsehsendung, bei der auch deutsche Telefonnummern eingeblendet waren, war sie zuvor auf diese aufmerksam geworden.

Die Bande wollte ihr Gegenstände mit heilender Wirkung verkaufen und einreden, ihren Kindern würden schlimme Dinge passieren, wenn sie die Anrufer nicht bezahle. Die Geschädigte übergab daher in den vergangenen Tagen eine fünfstellige Summe an einen Geldabholer und überwies eine ähnlich hohe Summe über einen Dienstleister nach Georgien.

Am Mittwoch meldeten sich die Trickbetrüger erneut telefonisch bei der Frau und forderten eine höhere Geldsumme in bar, die sie erneut an einen Geldabholer übergeben sollte. Die Tochter der Geschädigten wurde darauf aufmerksam und erschien mit ihrer Mutter bei der Polizei. Die Kriminalpolizei nahm die entsprechenden Ermittlungen auf. Bei der späteren Geldübergabe gelang es den Beamten, den Geldabholer festzunehmen.

Der 44-jährige Mann ukrainischer Herkunft wurde am Donnerstag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Fulda dem zuständigen Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Fulda vorgeführt. Dieser erließ Untersuchungshaftbefehl wegen Fluchtgefahr. Im Anschluss wurde der Mann in eine hessische Justizverzugsanstalt verbracht.

Im Zusammenhang mit Trickbetrügereien am Telefon rät die Polizei dazu, sich nicht unter Druck setzen zu lassen und sofort aufzulegen, wenn einem etwas merkwürdig erscheint. Überweisen Sie nie Geld an Unbekannte oder übergeben diesen Wertsachen.

Reden Sie mit Familie oder Vertrauten über den Anruf. Wenn sie sich unsicher sind, kontaktieren sie die Polizei über den Notruf 110 und nutzen dazu bitte nie die Rückruffunktion ihres Telefons.

Quelle: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/43558/4771351


Warnung vor geistlichem u. seelsorglichem Missbrauch durch „Scheinheilige“

Von Felizitas Küble

Dieses Taschenbuch „Sie kommen auf leisen Sohlen“ ist bereits 1999 – also vor zwanzig Jahren –  im evangelikalen Brendow-Verlag erschienen. Der Untertitel „Scheinheilige und ihre Opfer“ weist erneut darauf hin, was ich schon mehrfach zum Thema „pastoraler Missbrauch“ erwähnte:

Das evangelikale (theologisch konservative evangelische) Spektrum hat dieses hintergründige Problem bereits vor Jahrzehnten erkannt, während man im katholischen Bereich stark hinterherhinkt und erst seit wenigen Jahren allmählich darüber öffentlich debattiert.

Diese verspätete Wahrnehmung hat sicherlich auch damit zu tun, daß die protestantische Seite durch bestimmte randständige Sondergruppen und vor allem durch die Pfingstbewegung schon viel früher mit geistlichem/seelsorglichem Missbrauch konfrontiert worden ist, denn die pentekostale (pfingstlerische) Strömung begann dort bereits Anfang des 19. Jahrhunderts, in der kath. Kirche hingegen erst 1968 (und war in den ersten 20 Jahren noch relativ schwach – jedenfalls in Deutschland).

Das änderte sich katholischerseits erst durch die „Erscheinungen“ von Medjugorje und die Zunahme sonstiger „Seher“ oder indischer „Heilungsprediger“.

Der Autor Raimo Mäkelä ist evangelischer Theologe und Direkter der Stiftung des Finnischen Bibelinstituts. 

Er hielt Vorträge über „Psychohygiene“ und die Merkmale von Persönlichkeitsstörungen, wobei er die Scheinheiligkeit als Wesenszug ausmachte. Durch die Berichte von Geschädigten wurde ihm klar, wie häufig diese charakterliche Schwierigkeit gerade bei Leitern von Gruppen vorkommt, die sich als besonders fromm präsentieren:

„Meistens erzählen mir die Zuhörer sehr bewegt über ihre schmerzhaften Erfahrungen und wie sie versucht haben, davon loszukommen. Manche Menschen….haben innere Verwundungen davongetragen.“

Genau diese Rückmeldungen erfahre ich ebenfalls seit Jahrzehnten, nachdem sich wegen meiner kritischen Berichterstattung immer mehr Betroffene und Aussteiger aus esoterischen, sektiererischen und charismatischen Kreisen an mich wenden.

Narzissmus und Sucht nach Bewunderung

Beim Thema „Erkennungsmerkmale einer Persönlichkeitsstörung“ weist der Verfasser auf klassische psychologische Kennzeichen hin, vor allem Narzissmus (Selbstverliebtheit, überdurchschnittliche Ichsucht) und Abhängigkeit von der Bewunderung durch andere.

Zwischen Narzissten und Psychopathen (eine weitere Steigerung) gibt es fließende Übergänge, wobei aber beide in ihrer Art selbstbewußt und „nach außen kerngesund“ wirken können, nicht selten auch einen durchaus freundlichen, ja geselligen Eindruck hinterlassen. Solche Leiter versammeln dann gerne einen „Hofstaat“ um sich.

Der Scheinheilige meint, er mache alles richtig – und zwar gerade auf „geistlichem Gebiet“, so der Autor. Er zitiert aus dem alttestamentlichen „Buch der Sprüche“: „Ein prahlerischer Mensch liebt es nicht, daß man ihn rügt“ (Spr 15,12).

Ab S. 46 befaßt sich der Autor mit der Frage, warum es Persönlichkeitsgestörte auch „und besonders“ in christlichen Gemeinden gibt. Er weist darauf hin, daß das fromme Umfeld „eine perfekte Bühne für Selbstinszenierungen“ bietet und dort allzu leicht „geistliche Stars“ aufgebaut werden.

In Gemeinschaften, die nicht nüchtern und bodenständig aufgebaut sind, „bekommt ein persönlichkeitsgestörter Mensch die größtmögliche Autorität. Er kann sogar als Repräsentant Gottes auftreten“.

Dabei sind von diesem Problem weniger die „alten und bewährten geistlichen Bewegungen“ betroffen, sondern vor allem die neueren, jüngeren; dort haben scheinheilige Leiter „bessere Einflußmöglichkeiten“ (S. 49).

Opfer verfallen in verfehlte Selbstanklage

Meine eigene Erfahrung aus Gesprächen mit Betroffenen bestätigt genau das, was der Autor schreibt: „In der Regel sucht derjenige, der unter dem Verhalten des Scheinheiligen zu leiden hat, den Fehler zunächst bei sich selbst“ (S. 50). 

Genau hierin liegt das schlimmste Eigentor begraben, denn die selbsternannten „Propheten“ geben deutlich zu verstehen, daß sie den Heiligen Geist gepachtet haben und jede Kritik an ihnen daher eine schlimme Verfehlung darstellt, ja gar eine „Sünde gegen den Heiligen Geist“, wobei gerne hinzugefügt wird, diese Sünde könne „nicht vergeben werden“ etc.

Besonders verhängnisvoll ist es, wenn selbsternannte „Geisterfüllte“ jenen Anhängern, die allmählich skeptischer werden, vorwerfen, sie seien vom Teufel besessen, zumindest aber „okkult belastet“ und sie daher zum „Befreiungsdienst“ schicken, damit sie von dämonischen „Bindungen“ gelöst werden etc.

Noch gestern sprach ich mit einer Betroffenen, die von einem charismatischen Gebetskreis und vor allem von einer dortigen „Seherin“ als besessen verunglimpft wurde und darunter wochenlang gelitten hat, weil sie diese „Diagnose“ ernst nahm. Angeblich besaß jene Visionärin eine besondere „Herzensschau“ von oben (mit dieser angeblichen „Seelenschau“ wird erfahrungsgemäß besonders viel Unfug getrieben).

Sehr vernünftig ist auch der Rat des Verfassers an die Opfer von „frommen“ Psychopathen:

„Beten Sie nicht für ihn allein und nicht zuviel. Solches Beten bindet sie selber und Ihre Gedanken nur und verursacht bedrückende Gefühle…Bitten Sie Außenstehende, die keine gefühlsmäßige Verbindung zu ihm haben, mit für ihn zu beten.“

Richtig ist auch die Empfehlung, man möge Gott die Vergeltung für das Unrecht überlassen, das man erleiden mußte. Natürlich darf und soll man im Gebet durchaus seine Klagen aussprechen und die Bitterkeit der Seele vor Christus, dem Erlöser, ausbreiten.

Gerade die Betroffenen können aufklären und warnen

Verzicht auf Rache und Vergeltung bedeutet auch keineswegs, passiv im eigenen seelischen Mauseloch zu verbleiben. Ganz im Gegenteil: niemand kann wirkungsvoller informieren und aufklären, vor allem andere Menschen warnen, als gerade die Geschädigten von geistlichem/seelsorglichem Missbrauch.

Allerdings haben sie oft eine starke innere Angst davor, sie glauben teilweise noch an „Flüche“, die ihnen gleichsam hinterhergeworfen werden oder befürchten, in irgendeiner Weise „okkult belastet“ zu sein. 

Mindestens bei der Hälfte der Betroffenen, mit denen ich im Kontakt bin, ist genau dies der Fall.

Der Verfasser warnt daher zu Recht vor einer „christlich verbrämten Nachgiebigkeit“ (S. 62). Er trifft den Nagel auf den Kopf, wenn er schreibt: „In der Verkündigung eines persönlichkeitsgestörten Predigers stecken zwei Extreme: Zum einen eine gewisse Schwärmerei, zum anderen aber auch eine tiefe Gesetzlichkeit.“

Statt dem verschwommenen Ausdruck „Gesetzlichkeit“ sollte allerdings besser von Fanatismus oder einer sektiererischen Grundhaltung gesprochen werden.

Der Autor fügt hinzu: „Der schwärmerische Mensch zieht eine Trennlinie zwischen dem Wort Gottes und dem Geist Gottes.“ – Dies gibt er natürlich nach außen hin meist nicht zu, es könnte ja sonst seine Anhänger verstören: „Über das Wort Gottes setzt er in Wirklichkeit einen unerklärbaren Geist, den er zwar Gott nennt, bei dem es sich aber nur um sein eigenes religiöses Instrument handelt.“

Wenn Schwärmerei und Fanatismus in einer Person zusammenkämen, „entstehen Forderungen, die in Wirklichkeit nichts mehr mit Gottes Wort zu tun haben“.

Oft sind diese übertriebenen  – z.B. asketischen oder „missionarischen“ – Anforderungen mit Drohungen verbunden, so daß die Gläubigen eingeschüchtert sind und sich weiter geistlich missbrauchen lassen.

Das Buch eignet sich für Opfer von geistlichem Missbrauch, wenngleich es mit seinen 64 Seiten etwas schmal geraten ist und manche Themen eine ausführlichere Würdigung verdient hätten.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Endstation Mord: Wohin falsche Visionen und ein irrer Teufelswahn führen kann

Von Felizitas Küble

Seit Jahrzehnten erhalte ich Anrufe von Opfern extrem-charismatischer Gruppen, die von selbsternannten „Sehern“ oder sonstwie „Begnadeten“ als besessen erklärt und daher mit exorzistischen Anwendungen behelligt worden sind.

Gottlob hat das fanatische Treiben in keinem Falle zum Tod der Betroffenen geführt, allerdings sind die seelischen und auch psychosomatischen Schäden enorm und halten oft jahrelang an.

In jedem dieser Fälle erweckten jene, die den verhängnisvollen Besessenheits-Stempel verkündet hatten, in ihren Kreisen den Eindruck, als ob sie vom Heiligen Geist die „Gabe der Seelenschau“ erhalten und überdies mit übernatürlichen Offenbarungen gesegnet seien.

Auch Ende des Vorjahres sind mir von einer Betroffenen erschreckende Vorgänge aus diesem schwarmgeistigen Milieu mitgeteilt worden.

So verheerend die psychischen Folgen für die Opfer solchen Treibens auch sind, es gibt noch schlimmere Fälle, die mit Mord und Totschlag enden.

Noch vor zwei Jahren wurden vier Angeklagte in einem Frankfurter Prozeß verurteilt, wobei die Haupt-Täterin sechs Jahre Haft erhielt. Die südkoreanischen Pfingstler hatten einen Exorzismus an einer 41-jährigen Verwandten vorgenommen, der tödlich endete.

Ein weiteres schauriges Beispiel ist eine in den 60er Jahren vieldiskutierte Tragödie in Ringwil (Schweiz). Dort war die 16-jährige Bernadette Hasler am 15. Mai 1966 von einigen Fanatikern zu Tode geprügelt worden. 

Man hielt das Mädchen für besessen und betrachtete die Mißhandlungen als eine Art Exorzismus. Die Sekte trug auch noch den schönen Namen „Internationale Familiengemeinschaft zur Förderung des Friedens“.

Einer der Haupttäter war schon vor dem Totschlag als Sektierer von der katholischen Kirche exkommuniziert worden. Dieser Pater Josef Stocker hat allerdings später vor Gericht seinen Irrweg eingestanden.

Weitaus hartgesottener als er war seine „Seherin“, an derem Tropf er jahrelang hing: Magdalena Maria Kohler aus Singen. – Als Dritte im Bunde agierte eine Ordensfrau namens „Stella“, die ebenfalls himmlische Offenbarungen und Anweisungen für die „Endzeit“ erhielt, wie man in diesem Milieu glaubte.

Das besonders Tragische an dem verbrecherischen Treiben bestand darin, daß das Mädchen Bernadette selber im Wahn der Sekte gefangen war. Mehrere Chancen zur Flucht hat sie nicht genutzt. Diesen Leichtsinn mußte sie mit ihrem Tod bezahlen.

Der irregeleitete Geistliche und die verblendete Frau Kohler erhielten zehn Jahre Haft. Während der Pater „in sich ging“, machte die hartnäckige Kohler unbeirrt weiter, zumal sie von ihren Kreisen weiterhin als „heilige Mutter“ verehrt wurde.

Zu ihrem Fanclub gehörte auch Anna Wertmuthäuser. Die ältere Dame bezahlte ihre Naivität ebenfalls mit dem Tod. Sie starb mit 66 Jahren infolge der als „Teufelsaustreibung“ getarnten Mißhandlungen an inneren Blutungen in der Nacht vom 6. auf den 7. Februar 1988.  

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den kath. KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 

 


Colonia Dignidad: Weitere Aufarbeitung der pädosexuellen Gewaltkolonie nötig

Von Felizitas Küble

Am 7. August 2018 berichtete die Sendung „Fakt“ des MDR über „Neue Ermittlungen im Fall Colonia Dignidad“. Es geht dabei um das tyrannische Regime, das Paul Schäfer aus Deutschland jahrzehnlang in Chile in seiner „Colonia Dignidad“ geführt hat.

Er hatte seine landwirtschaftliche Siedlung – die als „Musterbetrieb“ galt – 1961 gemeinsam mit Hunderten von Anhängern südlich von Santiago de Chile errichtet.

Dabei waren pädosexuelle Verbrechen an Kindern und Jugendlichen bis Ende der 90er Jahre an der Tagesordnung  – die meisten Opfer des freikirchlichen Sektenhäuptlings waren Jungen.

Er hätte seine Diktatur-Siedlung in Chile gar nicht aufbauen können, wenn er während seiner Tätigkeit als baptistischer Diakon und Jugendpfleger (!) in Deutschland in den 50er Jahren von seinen Arbeitgebern wegen seiner päderastischen Übergriffe angezeigt und dann verurteilt worden wäre – stattdessen wurde er lediglich teils entlassen, teils von einem Posten auf den anderen geschoben.

Erst 1961 kam es zu einem Haftbefehl gegen ihn, worauf er erst nach Luxemburg und dann nach Chile flüchtete. Viele der von ihm mißhandelten Kinder und Jugendlichen wurden sodann in sein Folterlager, das er in Chile errichtete, entführt  – wohl nicht zuletzt deshalb, damit sie deutschen Gerichten nicht mit ihren Aussagen zur Verfügung stehen konnten. 

Das RECHT hilft der JUGEND

Wenngleich Schäfer der schlimmste Täter in der deutsch-chilenischen Kinderschänder-Kolonie war, so doch nicht der einzige. Einige der pädosexuellen Kriminellen sind in Deutschland noch auf freiem Fuß. Inzwischen – so die Sendung „Fakt“ – kommen Ermittlungen gegen mutmaßliche Täter in Bewegung.

Paul Schäfer und einige seiner Komplizen wurden im Jahre 2006 von chilenischen Gerichten wegen sexuellem Mißbrauch, Vergewaltigung und Mißhandlung chilenischer Kinder verurteilt (Schäfer zu 33 Jahren Knast, in welchem er 2010 verstarb).

Schäfers gleichartige Verbrechen gegenüber deutschen Kindern in der Kolonie wurden jedoch nicht verhandelt; dasselbe gilt für seine Komplizen. Deshalb ist eine Aufarbeitung der Schicksale überfällig – sowohl durch die Justiz wie auch durch die Medien..

Allerdings hält sich das öffentliche Interesse an diesem Thema in den letzten Jahren in Grenzen, obwohl das Mißbrauchs-Thema sonst in aller Munde ist.

Bei Fällen von systematischen und „ideologisch“ (z.B. satanisch oder sektenhafter) begründeten Verbrechen an Minderjährigen bzw. Abhängigen spricht man von „ritueller Gewalt“. Dazu gehört zweifellos auch das Sektenlager von Paul Schäfer.

Artikel: Bundeszentrale für politische Bildung: http://www.bpb.de/internationales/amerika/lateinamerika/44693/colonia-dignidad
Anti-Sekten-Infos zu Colonia Dignidad: https://www.infoportal-rg.de/?faelle=colonia-dignidad
Literatur: Rituelle Gewalt – Das (Un)heimliche unter uns. Dialogverlag Münster 2014. Wissenschaftliche Grundlagen und Erfahrungsberichte. 360 Seiten.
Film: Im Namen des Teufels. Rituelle Gewalt in satanistischen Sekten. Aussteiger-Berichte und Interviews mit Experten.

 

 


Soli-Demonstration für die Polizei und alle Geschädigten der Gewaltexzesse in Hamburg

Aktion der LKR am Samstag, den 15. Juli 2017

Die Liberal-Konservativen Reformer (LKR) rufen alle Bürger in Hamburg auf, sich mit den Polizeibeamten solidarisch zu zeigen und an einer friedlichen Demonstration am Samstag, den 15.7.2017, teilzunehmen.

Abmarsch ist am Hauptbahnhof um 11 Uhr über Glockengießerwall in die Mönckebergstrasse, die Abschlusskundgebung findet Ecke Kreuslerstraße an der St.-Petri-Kirche statt.

Bernd Kölmel, Europa-Abgeordneter der LKR und ehemaliger Polizeibeamter, erklärt:

„Angesichts der 476 verletzten Polizeibeamten und der bürgerkriegsähnlichen Ausschreitungen in Hamburg muss Schluss sein mit Wegschauen und Verharmlosen. Die Bürger sollten zeigen, dass sie dies nicht länger hinnehmen werden, aber gleichzeitig auch, dass sie den Polizeibeamten Respekt zollen für ihren tollen Einsatz.“

Peter Drewes, Mitglied im Bundesvorstand der LKR und Organisator der Demonstration, erläutert:

„Diesen Dank haben sich die Polizeibeamten verdient. Wenn ich mir vorstelle, welche ungeheure körperliche und psychische Belastung diese Männer und Frauen aushalten mussten, ist es umso bemerkenswerter, wie professionell die Polizei agiert hat. Und für falsche Weichenstellungen und Einsatzbefehle können die Polizeibeamten auf der Straße nun mal nichts.“

Christian Kott, Bundesvorsitzender der LKR, erklärt:

„Dieser Tag ist auch eine hervorragende Gelegenheit für CDU, SPD und FDP, um zu zeigen, dass sie sich solidarisch zeigen, wenn es um die innere Sicherheit geht. Wir bitten daher gezielt diese Parteien, sich unserem Demonstrationsaufruf anzuschließen und gemeinsam mit uns der Polizei „Danke“ zu sagen. Gleichzeitig wollen wir aber auch allen Bürgern unsere Solidarität zeigen, die von den Ausschreitungen betroffen waren.“