Kontroverse um Islam-Äußerungen des jüdischen Historikers Michael Wolffsohn

In einem Interview mit dem „Mitteldeutschen Rundfunk“ (MDR) sagte der deutsch-jüdische Historiker und Bestseller-Autor Prof. Dr. Michael Wolffsohn (siehe Foto), die meisten Angriffe gegen Juden in Deutschland wie auch in anderen Ländern würden von Muslimen ausgeübt.

Selbstverständlich gelte aber, dass nicht alle Muslime Mörder seien.

Dies wurde von dem linken Journalisten und Verleger Jakob Augstein offenbar „mistverstanden“, der Wolffsohn scharf attackierte: „Jeder Muslim ein ›potentieller Mörder von Juden‹ ??? Dieser Mann ist wirklich ein schlimmer Rechts-Hetzer.“

Dazu erklärte der Geschichtsprofessor im Gespräch mit der „Jüdischen Allgemeinen Zeitung“, die Meinungsfreiheit sei gottlob grundgesetzlich geschützt, nicht aber Lügen. Er habe ausdrücklich hervorgehoben, dass eben nicht alle Muslime potentielle Judenmörder seien. Augstein unterschlage das entscheidende Wort „nicht“.

Inzwischen hatte auch die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli (SPD) per Twitter geschrieben, Wolffsohn verbreite Hass gegen Flüchtlinge und Muslime: „Die große Gefahr für ihn sind Muslime. Very sad.“  –  Wolffsohn kritisierte, „dass eine Staatssekretärin, ohne nachzuhören, die Augstein-Lüge weiter verbreitet und mich diffamiert“. 

Quelle für die Zitate: https://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/32902


Prof. Michael Wolffsohn kritisiert einseitige Resolution des Historikertags

Der Historikertag in Münster hat kürzlich – wen wunderts? – eine Erklärung ganz im Sinne der „Political correctness“ verabschiedet, denn es wird dabei nur gegen „rechts“ (gemeint ist die AfD) und gegen den Sprachgebrauch in diesem Spektrum „argumentiert“, nicht jedoch gegen die Polemik von links, obwohl sich bereits im Vorfeld ein jüngerer Geschichtsforscher vergeblich dafür ausgesprochen hatte, solche Einseitigkeit zu vermeiden und nach beiden Seiten kritisch auszuteilen.

Wie die Tageszeitung DIE WELT weiter berichtet, hat sich der Münchner Historiker Dr. Michael Wolffsohn (siehe Foto) kritisch zu dieser Resolution geäußert. Der in Israel geborene Schriftsteller und Professor, der sich als „deutsch-jüdischer Patriot“ versteht, brachte den Einwand, der Historikerverband habe kein „allgemeinpolitisches Mandat“. Mit anderen Worten: Der Schuster soll bei seinen Leisten bleiben, die Historiker bei ihrer Vergangenheits(er)forschung.  

Zudem beanstandete Wolffsohn, der Historikertag habe sich„unter dem Vorwand der AfD-Kritik in die Parteipolitik eingemischt“. 

Sodann könne sich der Verband nicht anmaßen, gleichsam „die Verkörperung der Volontée Générale“ zu sein, denn es gebe es keinen allgemeinpolitischen Willen des Volkes, auf den sich die Geschichtswissenschaftler berufen könnten.