Menschenrechtler appellieren an den Bundespräsidenten vor seinem China-Besuch

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat Bundespräsident Joachim Gauck gebeten, sich bei seiner China-Reise für mehr Glaubensfreiheit sowie für verfolgte Minderheiten und Menschenrechtler einzusetzen. Der deutsche Staatsoberhaupt wird am 19. März zu einem fünftägigen Besuch in dem kommunistischen Großreich erwartet. HMK-Foto

„Wenn 2000 Kirchen entweiht und ihrer Kreuze beraubt werden, dann steht es schlecht um die Glaubensfreiheit für Christen in der Volksrepublik. Auch die Religionsfreiheit muslimischer Uiguren und tibetischer Buddhisten wird massiv verletzt“, heißt es in dem Schreiben der GfbV an den Bundespräsidenten.

Die Menschenrechtsorganisation appellierte an Gauck, sich bei seinen Gesprächen mit der chinesischen Regierung auch für ein Ende der Einschüchterung und Verfolgung von Rechtsanwälten und Menschenrechtsverteidigern einzusetzen. 

Vollständiger Text hier: https://www.gfbv.de/de/news/glaubensfreiheit-in-china-staerken-7946/

Foto: HMK

 


GfbV klagt die indonesische Regierung an: Menschenrechtsverletzungen in Papua

Stellungnahme der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV):

Filep Karma weiß, wovon er redet: „Ich wurde geschlagen, getreten und über den Boden geschleift. Aber die mentale Folter, der wir hier ausgesetzt sind, ist viel schlimmer.“  – Seit nunmehr über 10 Jahren sitzt der politische Aktivist in einer Gefängniszelle nahe der Stadt Jayapura. DSC00254

Die „Siegreiche Stadt“ ist die Hauptsstadt von Papua, einer der zwei indonesischen Provinzen auf dem westlichen Teil Neuguineas. Mindestens 56 Inhaftierte sind bekannt, die aufgrund politischer Willkür wegen harmloser Aktionen wie dem Hissen einer Flagge oder friedlichen Demonstrationen lange Haftstrafen verbüßen.

Doch eigentlich sollte es die politischen Gefangenen nicht mehr geben. Vor 20 Wochen trat der neue Präsident von Indonesien, Joko „Jokowi“ Widodo, sein Amt an. Er hatte im Wahlkampf versprochen, Menschenrechte zu achten und den Konflikt in West-Papua lösen zu wollen.

Seine Worte lösten Hoffnung in den Menschen aus, er wurde als Obama von Indonesien gefeiert. Doch was für Obama Guantanamo ist für Jokowi Widodo West-Papua. Vergessen scheinen die Versprechen.

Erinnern wir Jokowi Widodo gemeinsam an seine Wahlversprechen! Alle politischen Gefangenen in Papua müssen freigelassen werden! Unterschreiben Sie hier unseren Appell!

Seit der offiziellen und höchst umstrittenen Übernahme von der ehemaligen Kolonialmacht Niederlande im Jahr 1969 gehört der Westteil Neuguineas zum indonesischen Inselreich.

„Ein ignorierter Genozid“

Obwohl ethnisch und geographisch zu Melanesien gehörend, beutete die indonesische Regierung systematisch den unvorstellbaren Ressourcenreichtum und die indigenen Volksgruppen aus.

Während der Konflikt in Timor-Leste Ende der 1990er auch in Westeuropa traurige Berühmtheit erlangte, geschieht der Papua-Konflikt weitestgehend im Schatten der medialen Aufmerksamkeit.

Experten rechnen damit, dass die indonesische Regierung zwischen 500.000 und eine Million Papua getötet hat und sprechen von einem ignorierten Genozid.

Quelle: http://www.gfbv.de/newsletter.php?id=126&stayInsideTree=1

Foto: Evita Gründler

 


Buddhistische Regierung in Burma diskriminiert muslimische Rohingya

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat Burmas Regierung vorgeworfen, in der Stadt Sittwe (Bundesstaat Arakan/Rakhine) ein Ghetto für 4300 Angehörige der muslimischen Rohingya-Minderheit eingerichtet zu haben.

„Mit großer Sorge verfolgen wir, dass in den vergangenen vier Tagen Polizisten und Soldaten das Stadtviertel Aungmingla mit Bambus- und Betelstöcken abgeriegelt haben“, sagte der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius Ende Januar in Göttingen.

Forderung an Friedensnobelpreisträgerin Suu Kye

Die dort seit Jahrzehnten lebenden Muslime dürfen das von Sicherheitskräften bewachte Viertel nicht verlassen. „Die menschenverachtende Behandlung der Rohingya ist ein eklatanter Bruch internationaler Menschenrechtskonventionen“, kritisierte Delius und forderte von der Regierung Burmas und von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi ein klares Bekenntnis zur Unteilbarkeit der Menschenrechte sowie eine sofortige Auflösung des Ghettos.

Die Bewohner von Aungmingla dürfen weder Arbeitsstellen in anderen Bezirken annehmen noch legal Besuch empfangen. Nur gegen Zahlung eines Bestechungsgeldes an die Sicherheitskräfte können sich Besucher Zugang verschaffen.

Zur Versorgung der Eingeschlossenen dürfen den Bezirk nur sechs Personen zweimal in der Woche in Begleitung von Sicherheitskräften verlassen, um Nahrungsmittel in der Stadt oder bei Bauern auf dem Land zu kaufen.

Mitarbeiter der internationalen Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ dürfen das Viertel dreimal in der Woche besuchen. Doch Bewohner des Ghettos klagten gegenüber der GfbV, dies sei nicht ausreichend und sie benötigten dringend Ärzte, die permanent unter ihnen leben.

Die burmesischen Behörden begründen die drastische Abschottung der Minderheiten-Angehörigen mit Sicherheitsbedenken. Nur so sei die Sicherheit der muslimischen Rohingya zu gewährleisten, erklärt das Wachpersonal.

„Doch darum geht es Burmas Behörden nicht. Sonst würden sie sich engagiert für eine Aussöhnung zwischen den verfeindeten Bevölkerungsgruppen der buddhistischen Rakhine und muslimischen Rohingya einsetzen“, kritisierte Delius. „Wir befürchten, dass die Rohingya mit der Einrichtung des Ghettos langfristig dazu gezwungen werden sollen, die Stadt zu verlassen und in Flüchtlingscamps für Muslime außerhalb von Sittwe umzusiedeln. Der Aufbau des Ghettos wäre damit Teil einer gezielten Politik der ethnischen Säuberung des burmesischen Staates.“

Die Regierung Burmas verweigert den 800.000 im Land lebenden Rohingya wichtige Bürgerrechte und beschuldigt sie der illegalen Einwanderung aus dem Nachbarland Bangladesch.

Quelle: https://www.gfbv.de/


Syrien: Warnung vor Waffenexporten an Saudi-Arabien und die Türkei

Pressemitteilung der GfbV:

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) befürchtet, dass deutsche Rüstungsgüter über Saudi-Arabien und die Türkei in die Hände der radikalen Islamisten in Syrien gelangen.

Deshalb appellierte die in Göttingen ansässige internationale Menschenrechtsorganisation dringend an Bundeskanzlerin Angela Merkel, Rüstungsexporte an diese beiden Staaten, die die radikalen Gruppen in der syrischen Opposition unterstützen, nicht zu zulassen.

Bereits jetzt führten islamistische Rebellen aus den Reihen der sog. Freien Syrischen Armee (FSA) und Gruppen, die dem Terrornetzwerk Al Kaida nahestehen, Krieg gegen die nicht-sunnitische und nicht-arabische Bevölkerung Syriens.

„Rebellen“ bedrohen Minderheiten in Syrien

Insbesondere den Minderheiten wie assyro-aramäischen, armenischen und arabischsprachigen Christen, Yeziden und auch muslimischen Kurden droht durch die totalitäre islamistische Ideologie von Jihadisten und Salafisten aus der ganzen Welt große Gefahr.

Wie Kurden aus dem Nordwesten des Landes der GfbV in der Nacht zum Freitag telefonisch berichteten, haben Islamisten im syrisch-türkischen Grenzgebiet Atma die beiden friedlichen kurdischen Dörfer Til Slor und Dschalame mit Granatwerfern angegriffen. In Dschalame wurde ein zehnjähriges Mädchen getötet, mehrere Zivilisten wurden verwundet. Die beiden Dörfer gehören zum Distrikt Afrin 30 Kilometer nordwestlich von Aleppo.

Diese kleine Region hat nach GfbV-Angaben mindesten 300.000 Binnenflüchtlinge aufgenommen – vor allem Kurden, aber auch arabische Sunniten.

Kurdische Politiker vermuten, dass die Islamisten die kurdische Bevölkerung in der Region Afrin an der Oliven-Ernte hindern wollen. Oliven sichern dort das Auskommen der Menschen. Unterstützt von der türkischen Regierung blockieren syrische oppositionelle Gruppen seit Monaten die Zufahrtsstraßen nach Afrin.

Obwohl die Kurden mehrheitlich Muslime sind, sind sie den Islamisten verhasst, weil sie den Kampf für die Errichtung eines islamischen Staates in Syrien nicht unterstützen wollen. Zudem bekämpfen die Islamisten die Entstehung einer Selbstverwaltung in den kurdischen Gebieten Syriens.

Quelle: http://www.gfbv.de/pressemit.php?id=3674