Voller Wortlaut: Das „Responsum“ der Glaubenskongregation zur Segnungsfrage

Responsum ad dubium
der Kongregation für die Glaubenslehre
über die Segnung von Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts
 

Auf das vorgelegte DUBIUM:
Hat die Kirche die Vollmacht, Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts zu segnen?

WIRD GEANTWORTET:
Nein.

Erläuternde Note

In einigen kirchlichen Bereichen verbreiten sich Projekte und Vorschläge von Segnungen für Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts.

Nicht selten sind solche Projekte durch den aufrichtigen Willen motiviert, homosexuelle Personen anzunehmen, sie zu begleiten und ihnen Wege des Glaubenswachstums anzubieten, „damit diejenigen, welche die homosexuelle Tendenz zeigen, die notwendigen Hilfen bekommen können, um den Willen Gottes in ihrem Leben zu begreifen und ganz zu erfüllen“[1].

Auf diesen Wegen können das Hören des Wortes Gottes, das Gebet, die Teilnahme an liturgischen Handlungen der Kirche und praktizierte Nächstenliebe eine wichtige Rolle bei der Förderung von Bemühungen spielen, die eigene Lebensgeschichte zu deuten sowie frei und verantwortungsbewusst die eigene Taufberufung anzunehmen, weil „Gott jeden Menschen liebt. Und Gleiches tut auch die Kirche“[2], indem sie jede ungerechte Diskriminierung ablehnt.

Unter den liturgischen Handlungen der Kirche sind Sakramentalien von besonderer Bedeutung: als „heilige Zeichen, durch die in einer gewissen Nachahmung der Sakramente Wirkungen, besonders geistlicher Art, bezeichnet und kraft der Fürbitte der Kirche erlangt werden. Durch diese Zeichen werden die Menschen bereitet, die eigentliche Wirkung der Sakramente aufzunehmen; zugleich wird durch solche Zeichen das Leben in seinen verschiedenen Gegebenheiten geheiligt“[3].

Der Katechismus der katholischen Kirche erläutert weiter: „Die Sakramentalien verleihen die Gnade des Heiligen Geistes nicht nach Art der Sakramente, sondern bereiten durch das Gebet der Kirche vor, die Gnade zu empfangen und mit ihr mitzuwirken“ (Nr. 1670).

Zur den Sakramentalien gehören Segnungen, mit denen die Kirche „die Menschen aufruft, Gott zu preisen, sie auffordert, seinen Schutz zu erbitten und sie ermahnt, sich seiner Barmherzigkeit mit der Heiligkeit des Lebens würdig zu erweisen“[4].

Darüber hinaus sind „sie in einer gewissen Nachahmung der Sakramente eingesetzt und beziehen sich immer und hauptsächlich auf geistliche Wirkungen, die sie kraft der Fürbitte der Kirche erlangen“[5].

Um der Natur der Sakramentalien zu entsprechen, ist es deshalb erforderlich, dass, wenn über einige menschliche Beziehungen ein Segen herabgerufen wird, abgesehen von der rechten Absicht derjenigen, die daran teilnehmen, die zu segnende Wirklichkeit objektiv und positiv darauf hingeordnet ist, die Gnade zu empfangen und auszudrücken, und zwar im Dienst der Pläne Gottes, die in die Schöpfung eingeschrieben und von Christus dem Herrn vollständig offenbart sind.

Mit dem Wesen der von der Kirche erteilten Segnung ist daher nur vereinbar, was an sich darauf hingeordnet ist, diesen Plänen zu dienen. Aus diesem Grund ist es nicht erlaubt, Beziehungen oder selbst stabilen Partnerschaften einen Segen zu erteilen, die eine sexuelle Praxis außerhalb der Ehe (das heißt außerhalb einer unauflöslichen Verbindung eines Mannes und einer Frau, die an sich für die Lebensweitergabe offen ist) einschließen, wie dies bei Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts der Fall ist.[6] 

Das Vorhandensein positiver Elemente – die in sich betrachtet dennoch zu schätzen und hervorzuheben sind – in solchen Beziehungen ist trotzdem nicht in der Lage, diesezu rechtfertigen und sie daher rechtmäßig zum Gegenstand einer kirchlichen Segnung zu machen, weil diese Elemente im Dienst einer Verbindung stehen, die nicht auf den Plan des Schöpfers hingeordnet ist.

Da die Segnungen für Personen in Beziehung zu den Sakramenten stehen, kann darüber hinaus die Segnung gleichgeschlechtlicher Verbindungen nicht als zulässig angesehen werden, weil sie in gewisser Weise eine Nachahmung oder einen analogen Hinweis auf den Brautsegen darstellen würde,[7] der auf den Mann und die Frau herabgerufen wird, die sich im Sakrament der Ehe vereinigen, da „es keinerlei Fundament dafür [gibt], zwischen den homosexuellen Lebensgemeinschaften und dem Plan Gottes über Ehe und Familie Analogien herzustellen, auch nicht in einem weiteren Sinn“[8].

Die Erklärung der Unzulässigkeit von Segnungen der Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts ist daher weder eine ungerechte Diskriminierung noch enthält sie die Absicht, eine solche zu sein, sondern ruft die Wahrheit des liturgischen Ritus in Erinnerung und das, was dem Wesen der Sakramentalien zutiefst entspricht, so wie die Kirche sie versteht.

Die christliche Gemeinschaft und die geistlichen Hirten sind aufgerufen, Menschen mit homosexuellen Neigungen mit Respekt und Takt aufzunehmen; sie werden im Einklang mit der kirchlichen Lehre die am besten geeigneten Wege zu finden wissen, um ihnen das Evangelium in seiner Fülle zu verkünden. Diese Personen mögen gleichzeitig die aufrichtige Nähe der Kirche anerkennen – die für sie betet, sie begleitet, mit ihnen den Weg des christlichen Glaubens teilt[9]  – und ihre Lehren mit aufrichtiger Bereitwilligkeit annehmen.

Die Antwort auf das vorgelegte Dubium schließt nicht aus, dass Segnungen einzelnen Personen mit homosexueller Neigung gespendet werden,[10] die den Willen bekunden, in Treue zu den geoffenbarten Plänen Gottes zu leben, wie sie in der kirchlichen Lehre vorgelegt werden; sie erklärt jedoch jede Segnungsform für unzulässig, die dazu neigt, ihre Verbindungen anzuerkennen.

In diesem Fall würde die Segnung nämlich die Absicht zum Ausdruck bringen, nicht bestimmte Einzelpersonen dem Schutz und der Hilfe Gottes im oben genannten Sinne anzuvertrauen, sondern einen Entschluss und eine Lebenspraxis zu billigen und zu fördern, die nicht als objektiv auf die geoffenbarten Pläne Gottes hingeordnet anerkannt werden können.[11]

Gleichzeitig erinnert die Kirche daran, dass Gott selbst nicht aufhört, jedes seiner Kinder zu segnen, die in dieser Welt pilgern, denn für ihn „sind wir […] wichtiger als alle Sünden, die wir begehen können“[12].

Aber er segnet nicht die Sünde und er kann sie nicht segnen: Er segnet den sündigen Menschen, damit er erkennt, dass er Teil seines Liebesplans ist, und sich von ihm verändern lässt. Denn er „nimmt uns so, wie wir sind, aber lässt uns nie so, wie wir sind“[13].

Aus diesen Gründen verfügt die Kirche weder über die Vollmacht, Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts im oben gemeinten Sinne zu segnen, noch kann sie über diese Vollmacht verfügen.

Papst Franziskus wurde in der dem unterzeichnenden Sekretär dieser Kongregation gewährten Audienz über das vorliegende Responsum ad dubium samt der Erläuternden Note informiert und hat ihre Veröffentlichung gutgeheißen.

Rom, am Sitz der Kongregation für die Glaubenslehre, am 22. Februar 2021, dem Fest der Kathedra Petri.  
Luís F. Kard. Ladaria SJ, Präfekt ✠ G
iacomo Morandi, Titularerzbischof von Cerveteri, Sekretär  

[1] Franziskus, Ap. Schreiben Amoris laetitia, Nr. 250. [2] Bischofssynode, Abschlussdokument der 15. Ordentlichen Generalversammlung, Nr. 150. [3] II. Ökumenisches Vatikanisches Konzil, Konst. Sacrosanctum Concilium, Nr. 60. [4] Rituale Romanum ex Decreto Sacrosancti Oecumenici Concilii Vaticani II instauratum auctoritate Ioannis Pauli PP. II promulgatum, De benedictionibus, Praenotanda Generalia, Nr. 9. [5] Ebd., Nr. 10. [6] Vgl. Katechismus der katholischen Kirche, Nr. 2357. [7] Der Brautsegen verweist nämlich auf den Schöpfungsbericht, in dem Gottes Segen über Mann und Frau im Zusammenhang mit ihrer fruchtbaren Verbindung (vgl. Gen 1,28) und mit der Komplementarität von Mann und Frau steht (vgl. Gen 2,18-24). [8] Franziskus, Ap. Schreiben Amoris laetitia, Nr. 251. [9] Vgl. Kongregation für die Glaubenslehre, Schreiben Homosexualitatis problema über die Seelsorge für homosexuelle Personen, Nr. 15. [10] De benedictionibus enthält nämlich eine ausführliche Liste der Situationen, für die der Segen des Herrn herabgerufen werden kann. [11] Vgl. Kongregation für die Glaubenslehre, Schreiben Homosexualitatis problema über die Seelsorge für homosexuelle Personen, Nr. 7. [12] Franziskus, Generalaudienz am 2. Dezember 2020, Katechese über das Gebet: der Segen. [13] Ebd.

Quelle: http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_20210222_responsum-dubium-unioni_ge.html


Zunehmendes Schisma in der kath. Kirche?

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Der Kirchenhistoriker Kardinal Walter Brandmüller stellt auf „Kath.net“ fest:

“Das Schisma in Deutschland hat schon begonnen… man kann von einem Schisma sprechen, wenn ein Prozess im Gange ist, der zur Loslösung von der hierarchischen Gemeinschaft, vom Papst führt…Man muss aufpassen, dass man nicht zwei Aspekte verwechselt, das Schisma und den Dissens auf der Ebene der Lehre, denn in diesem Fall haben wir mit Häresie zu tun. Im deutschen Fall haben wir diese beiden Aspekte“.

BILD: Unser Autor Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“ und die Monatszeitschrift FELS

Dafür drei Beispiele:

„Frauen sollen predigen dürfen“ lautet eine Artikelüberschrift der Kirchenzeitung für das Bistum Eichstätt, Nr. 15 vom 11. April 2021, S. 10. Im Text heißt es u.a.

Das Bistum Osnabrück will Frauen und nichtgeweihte Männer häufiger in Gottesdiensten predigen lassen. Es bietet deshalb erstmals Predigtwerkstätten an, die allen Interessierten offenstehen… damit sollen sie sich auf die Aktion ‚Wir verkünden das Wort‘ vorbereiten, bei der ehren- und hauptamtlich Engagierte dazu aufgerufen seien, in Gottesdiensten das Wort Gottes auszulegen. Im vergangenen Jahr hatte der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode… Frauen ausdrücklich zur Verkündigung aufgerufen“.

Der etwas schwammige Begriff „Gottesdienste“ sagt nicht aus, ob es sich bei diesem Aufruf auch um Eucharistiefeiern handelt.

Für diesen Fall gilt, was in der „Instruktion zu einigen Fragen über die Mitarbeit der Laien am Dienst der Priester“ vom 15. August 1997 steht, die von sechs Präfekten römischer Kongregationen und zwei Präsidenten päpstlicher Räte unterzeichnet ist. Diese Instruktion wurde von Papst Johannes Paul II. am 13. August 1997 approbiert und zur Veröffentlichung angeordnet. Darin heißt es in Artikel 3 zur Predigt:

„Die Homilie: …Daher muss die Homilie während der Eucharistiefeier dem geistlichen Amtsträger, Priester oder Diakon, vorbehalten sein. Ausgeschlossen sind Laien, auch wenn sie in irgendwelchen Gemeinschaften oder Vereinigungen Aufgaben als ‚Pastoralassistenten‘ oder Katecheten erfüllen. Es geht …um eine demjenigen vorbehaltene Aufgabe, der mit dem Weihesakrament ausgestattet wurde. Deshalb ist nicht einmal der Diözesanbischof bevollmächtigt, von der Norm des Canons zu dispensieren“…

Unter der o.a. Quelle finden wir auch den Artikel „Segnungsverbot: Kritik wird lauter“:

„Nach Absage der Glaubenskongregation an die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare haben die Vorsitzenden der fünf deutschsprachigen katholischen Frauenverbände die Glaubenskongregation der katholischen Kirche in einem offenen Brief dazu aufgerufen, das Verbot aufzuheben…

Prof. Dr. Martin Kirschners, Inhaber des Lehrstuhls für Theologie in Transformationsprozessen der Gegenwart an der katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt stellt fest, die Diskussionen um das Nein zur Segnung homosexueller Paare stehe in Zusammenhang mit der Gesamtsituation der katholischen Kirche. Deshalb sei der „Synodale Weg“ notwendig und unausweichlich. Aus Sicht Kirschners gehe es nun darum, Lebenswirklichkeiten in den Blick zu nehmen‘…

Auch der Bundesverband der Religionslehrerinnen und Religionslehrer in Gymnasien (BKRG) nahm… auf den Brief aus Rom Bezug… Sie könnten nicht hinnehmen, ‚dass eine ausgrenzende und auch theologisch nicht vertretbare Sexualmoral auf dem Rücken unserer Mitmenschen ausgetragen wird und die Glaubwürdigkeit unseres persönlichen Zeugnisses und unseres Glaubens‘ untergrabe“.

Die Lehre der katholischen Kirche zur Homosexualität findet sich im Katechismus der katholischen Kirche (KKK). Daraus seien die Sätze zitiert:

Homosexuellen „ist mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen“ (KKK, 2358).

Aber auch: „Gestützt auf die Heilige Schrift, die sie (Homosexualität) als schlimme Abirrung bezeichnet, hat die kirchliche Überlieferung stets erklärt, dass die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind. Sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz, denn die Weitergabe des Lebens bleibt beim Geschlechtsakt ausgeschlossen… Sie sind in keinem Fall zu billigen“ (KKK 357).

Ein drittes einschlägiges Beispiel zur Bestätigung der Aussagen von Kardinal Brandmüller findet sich unter der o.a. Quelle mit der Überschrift “Zugang zu allen Ämtern – Sr. Philippa: Frauenteilhabe muss sich ändern“.

Die Ordensschwester Philippa Rath aus der Abtei Sankt Hildegard in Rüdesheim-Eibingen fordert: „Frauen müssten Zugang zu allen kirchlichen Ämtern bekommen“. Das verlangt die Benediktinerin im „Interview der Woche“ des Radiosenders „B5 aktuell“.

Wir können annehmen, dass die Benediktinerin Rath das apostolische Schreiben von Papst Johannes Paul II. „Über die nur Männern vorbehaltene Priesterweihe“ vom 22. Mai 1994 mit dem abschließenden Satz kennt:

„Damit also jeder Zweifel bzgl. der bedeutenden Angelegenheit, die die göttliche Verfassung der Kirche selbst betrifft, beseitigt wird, erkläre ich Kraft meines Amtes, die Brüder zu stärken (vgl. Lk 22.32), dass die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und dass sich alle Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben“.

Was ist zu tun?

In einer Zeit der Verwirrung, die sowohl durch Unkenntnis der Lehre der Kirche wie durch fehlende Bereitschaft zur Umkehr gekennzeichnet ist, kommt dem Bekennermut der Gläubigen eine besondere Bedeutung zu.

Die Befreiung, die Kraft und die Freude, die von einem authentischen Glauben ausgehen, bezeugen uns jene, die zur Kirche und zu einem persönlichen Verhältnis zu Gott gefunden haben. Ihr Beispiel haben wir vor Augen.


Kein Homo-Segen: Orthodoxie stimmt zu

Metropolit Hilarion (Alfejew), Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats, hat für die jüngste Erklärung der vatikanischen Glaubenskongregation rund um die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare lobende Worte gefunden.

Der Vatikan hatte erklärt, dass die katholische Kirche keine Vollmacht besitze, Verbindungen von Menschen gleichen Geschlechts zu segnen. In seiner TV-Sendung „Kirche und Welt“ wies der Metropolit zuletzt darauf hin, dass in diesem Punkt die offizielle Lehre der Römisch-katholischen Kirche und der Orthodoxen Kirche übereinstimmten.

Zwischen gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und der christlichen Ehe bestehe ein Wesensunterschied. Deshalb könne es auch keine kirchliche Trauung oder auch nur einen Segen dafür geben, so der Metropolit. Er sprach im Blick auf gleichgeschlechtliche Paare auch von einer „sündhaften Lebensweise“.

Das schließe zugleich aber nicht die Möglichkeit aus, dass homosexuelle Menschen einzeln einen Segen empfangen, so der Metropolit. In diesem Fall habe ein Priester kein Recht, dieser Bitte nicht zu entsprechen, denn: „Wir segnen dann nicht ihre sündhafte Lebensweise, wir segnen den Menschen.“

Quelle und vollständige Nachricht hier: https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2021-03/segen-homosexuelle-paare-lob-orthodox-moskau.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


Erzbischöfe Woelki und Burger verteidigen die Nicht-Segnung von Homo-Partnerschaften

Kardinal Rainer Maria Woelki hat sich hinter das „Nein“ der vatikanischen Glaubenskongregation zur Segnung homosexueller Paare gestellt, wie die „Tagespost“ berichtet.

Nach der Pressekonferenz am Dienstag erklärte der Kölner Oberhirte, er sehe in dem vom Papst unterzeichneten Responsum eine „Stärkung des katholischen Ehe- und Familienverständnisses“.

Zudem wolle er sich weiter dafür einsetzen, so Woelki, „dass wir Menschen einander – gleich welcher sexuellen Orientierung auch immer – mit Respekt, gegenseitiger Achtung und Wertschätzung begegnen“.

Zudem hat sich auch der Freiburger Erzbischof Stephan Burger hinter die Entscheidung der Glaubenskongregation gestellt, die eine Segnung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften verbietet.


Regensburger Oberhirte begrüßt vatikanisches Segensverbot für homosexelle Partnerschaften

Stellungnahme von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer zum Responsum der Glaubenskongregation vom 15. März 2021:

Ich begrüße das Responsum der Glaubenskongregation und danke für die darin enthaltene Klarstellung. Die Glaubenskongregation hat deutlich gemacht, dass die Kirche nicht die Vollmacht hat, gleichgeschlechtliche Partnerschaften zu segnen.

Papst Franziskus hat die Veröffentlichung des Dokumentes und der begleitenden Erläuterungen gutgeheißen.

Mit dem Papst und den Mitgliedern der Familiensynode von 2015 unterstreiche ich zugleich, „dass jeder Mensch, unabhängig von seiner sexuellen Orientierung, in seiner Würde geachtet und mit Respekt aufgenommen werden soll und sorgsam zu vermeiden ist, ihn ‚in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen‘“ (Amoris laetitia 250).

Mit diesem Responsum bekräftigt die Glaubenskongregation die Lehre des nachsynodalen Schreibens „Amoris laetitia“, worin der Bischof von Rom als universaler Hirte der Kirche ausgeführt hatte:

„Was die Pläne betrifft, die Verbindungen zwischen homosexuellen Personen der Ehe gleichzustellen, gibt es keinerlei Fundament dafür, zwischen den homosexuellen Lebensgemeinschaften und dem Plan Gottes über Ehe und Familie Analogien herzustellen, auch nicht in einem weiteren Sinn“ (AL 251).

Mit der Weisung, Analogien und Ähnlichkeiten mit dem Ehebund auch in einem weiteren Sinne zu vermeiden, ist die Segnung von Verbindungen zwischen homosexuellen Personen ausgeschlossen.

Über den Ehebund zwischen Mann und Frau lehrt das Zweite Vatikanische Konzil in Übereinstimmung mit der Heiligen Schrift und der Tradition der Kirche:

„Durch ihre natürliche Eigenart sind die Institution der Ehe und die eheliche Liebe auf die Zeugung und Erziehung von Nachkommenschaft hingeordnet und finden darin gleichsam ihre Krönung. Darum gewähren sich Mann und Frau, die im Ehebund nicht mehr zwei sind, sondern ein Fleisch (Mt 19,6), in inniger Verbundenheit der Personen und ihres Tuns gegenseitige Hilfe und gegenseitigen Dienst und erfahren und vollziehen dadurch immer mehr und voller das eigentliche Wesen ihrer Einheit“ (Gaudium et spes 48).

Quelle: https://www.bistum-regensburg.de/news/bischof-voderholzer-begruesst-responsum-aus-rom-7955/


Kardinäle aus Afrika und USA verteidigen das Segensverbot für Homo-Partnerschaft

Die Kardinäle Peter Turkson und Sean O’Malley haben das Nein der Glaubenskongregation zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare verteidigt.

O’Malley, der Erzbischof von Boston ist und zum Kardinalsrat des Papstes gehört, erklärte bei einem Webinar der Washingtoner Georgetown-Universität, die Kirche wolle „allen Menschen in ihrer jeweiligen Lebenswirklichkeit nahe sein“. Zugleich habe sie „eine sehr klare Lehre zur Ehe“, die es zu verteidigen gelte.

Ähnlich äußerte sich Kardinal Turkson, der aus Ghana stammt und das Vatikan-Dikasterium für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen leitet: „Kein Papst und kein Seelsorger in der Kirche“ komme, wenn es um den „Weg zum Heil“ gehe, am Zeugnis der Heiligen Schrift vorbei, weil sie das Licht der Offenbarung Gottes enthalte.

Quelle und vollständige Nachricht hier: https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2021-03/vatikan-kardinaele-segen-homosexuell-paar-verbot-professoren-dt.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


Rom: Kein Segen für Homo-Partnerschaften

Die vatikanische Glaubenskongregation hat bekräftigt, dass die Kirche nicht die Vollmacht hat, Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts zu segnen.

Dies geht aus einem Dokument hervor, das die Glaubenskongregation am heutigen Montag veröffentlichte. Unterzeichnet ist das Schreiben von Präfekt Kardinal Ladaria, sowie dem Sekretär, Erzbischof Morandi.

In dem Schreiben heißt es, mit dem Wesen der von der Kirche erteilten Segnung sei nur vereinbar, was darauf hingeordnet ist, „die Gnade zu empfangen und auszudrücken, und zwar im Dienst der Pläne Gottes, die in die Schöpfung eingeschrieben und von Christus vollständig offenbart sind“.

Aus diesem Grund sei es nicht erlaubt, Beziehungen oder stabilen Partnerschaften einen Segen zu erteilen, „die eine sexuelle Praxis außerhalb der Ehe einschließen, wie dies bei Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts der Fall ist“.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/aktuell/eilmeldung-glaubenskongregation-sagt-nein-zu-homo-segnungen;art4874,216673

Ausführliche Infos hier: https://www.kathnews.de/vatican-segnung-homosexueller-paare-nicht-moeglich


WamS: Vatikan steht hinter Kardinal Woelki

Von Felizitas Küble

In einem vierspaltigen Artikel schreibt Rom-Korrespondent Lucas Wiegelmann in der aktuellen Ausgabe der WELT am SONNTAG (WamS) sehr aufschlußreich über die Causa Woelki.

Unter dem Titel „Hirt ohne Herde“ heißt es in dem Bericht vom 7. Februar, durch eine „Nachricht aus Rom“ könne dieser sensationelle Fall eine „Wende“ erleben.

Dazu schreibt der Autor, der zuvor erwähnt, Kardinal Woelki erwecke keineswegs den Eindruck eines Mannes, „der bald zurücktreten will“, Folgendes:

Die Causa Woelki sei im Vatikan geprüft worden, nachdem der Erzbischof von Köln selber den Papst darum ersucht habe, seinen „Fall“ zu untersuchen und klarzustellen, ob er sich in der umstrittenen Mißbrauchsgeschichte um den inzwischen verstorbenen Geistlichen O. damals kirchenrechtlich korrekt verhalten habe oder nicht.

Wiegelmann erklärt, diese Prüfung sei „mittlerweile abgeschlossen“ worden und das Ergebnis „bestätigt Woelkis Sicht der Dinge“, wonach er sich keineswegs fehlerhaft verhalten habe, als er jenen schwer dementen Priester, der nicht mehr vernehmungsfähig gewesen sei, nicht nach Rom gemeldet habe.

Dies habe die Bischofskongregation unter dem kanadischen Kurienkardinal Quellet entschieden, die vom Papst den Auftrag einer Klärung der Sachlage erhalten habe. Nach Rücksprache habe die Glaubenskongregation diese Sichtweise bestätigt.

Der Ball sei jetzt wieder bei Papst Franziskus, der sich vermutlich dem positiven Urteil seiner Kurie anschließen werde. Eine amtliche Antwort aus Rom ist freilich noch nicht erfolgt.

Interessanterweise benennt der WamS-Korrespondent auch glasklar die Hintergründe der Kampagne gegen Woelki:

„Die öffentliche Wut trifft einen Mann, der vielen Gläubigen, Journalisten und auch manchem Amtsbruder schon lange ein Dorn im Auge ist wegen seiner konservativen Positionen im Allgemeinen, wegen seiner Bremsversuche im derzeit laufenden Reformprozess „Synodaler Weg“ im Besonderen.“

Damit ist alles gesagt!

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag in Münster und ehrenamtlich das als gemeinnützig anerkannte Christoferuswerk e.V., das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Vatikan/Niederlande: Kirche bekräftigt ihre Ablehnung der Amsterdam-Erscheinungen

Von Felizitas Küble

Im Vatikan ist in den letzten Jahren verstärkt versucht worden, das kirchliche NEIN zu den Privatoffenbarungen der sogenannten „Frau aller Völker“ wieder in Erinnerung zu rufen.

Diese „Amsterdamer Erscheinungen“, die auf eine holländische Seherin namens Ida Peerdemann zurückgehen, wurden allerdings durch den ehem. Bischof Josef M. Punt „anerkannt“, obwohl dieser eigenwillige Oberhirte von Haarlem-Amsterdam sich damit gegen die ablehnenden Stellungnahmen der Glaubenskongregation stellte.

Es ist bekannt, daß die Mutter des Bischofs eine große Anhängerin dieser umstrittenen Erscheinungen war und ihren Sohn der „Frau aller Völker“ geweiht haben soll.

Kardinal Joseph Ratzinger zog als Glaubenspräfekt sozusagen die Notbremse:

Da er den vorpreschenden Bischof Punt offensichtlich nicht amtsentheben wollte, begnügte er sich damit, das Gebet an die „Frau aller Völker“ (FaV) zu korrigieren:

Die Schlußformel von der FaV, „die einst Maria war„, mußte gestrichen werden und durch die Anrufung „die selige Jungfrau Maria“ ersetzt werden.

Zudem hat der Vatikan seine eigene Position in puncto Amsterdam-Phänomene selbst nie geändert, sondern das Vorgehen von Bischof Punt lediglich hingenommen bzw. darauf verzichtet, ihn kirchenrechtlich zu bestrafen.

(Den genauen Ablauf der Geschehnisse um die kirchliche „Aberkennung“ lesen Sie hier: https://charismatismus.wordpress.com/2017/09/02/der-vatikan-und-die-anhaenger-der-frau-aller-voelker-die-einst-maria-war/)

Nun veröffentlichte der neue Bischof Johannes Hendriks am 30. Dezember 2020 eine „Klarstellung bezüglich der Frau aller Völker“, worin er im ausdrücklichen Einvernehmen mit der römischen Glaubenskongegration die eigenmächtige Anerkennung seines Vorgängers gleichsam annulliert (für ungültig erklärt). Schon zuvor hatte es im September 2020 eine kritische Stellungnahme des Apostolischen Nuntius im Libanon zur FaV gegeben.

Der Bischof schreibt an entscheidender Stelle:

„Die Kongregation für die Glaubenslehre betont die Gültigkeit des negativen Urteils über den übernatürlichen Charakter der angeblichen ‚Erscheinungen und Offenbarungen‘ an Frau Ida Peerdeman, ein Urteil, das der hl. Papst Paul VI. am 5.4.1974 genehmigte…Dieses Urteil beinhaltet, daß alle aufgefordert werden, die Verbreitung der angeblichen Erscheinungen und Botschaften der „Frau aller Völker“ einzustellen.“

Bereits im Vorfeld dieser deutlichen Klarstellung zeigten vatikanische Entscheidungen die Richtung an. Bischof Punt wurde nämlich am 1. Juni 2020 von Papst Franziskus vorzeitig in den Ruhestand versetzt, obwohl er das hierfür übliche Alter von 75 Jahren noch nicht erreicht hatte. Zudem wurde ihm schon zu Amtszeiten der jetzige Diözesan-Bischof Hendricks als Bischof-Koadjutor mit Nachfolgerecht zur Seite gestellt und er bereits damals teilweise „entmachtet“.

Nach der schwachen „Notbremse“ unter Glaubenspräfekt Ratzinger ist damit der Vatikan wieder mit aller Klarheit zu seinem NEIN zurückgekehrt, wobei er freilich seine Ablehnung dieser Erscheinungen formal-amtlich nie zurückgenommen hatte. Allerdings entstand natürlich eine gewisse Verwirrung unter den Gläubigen, nachdem Bischof Punt seine „Anerkennung“ aussprach und damit sowohl seinen bischöflichen Vorgängern wie auch der Glaubenskongregation widersprach.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


Vatikan exkommuniziert T. Vlasic, den ehem. geistlichen Leiter der Medjugorje-Seher

Der bereits im Jahre 2009 mit einem Dekret von Papst Benedikt aus dem Klerikerstand entlassene Priester Tomislav Vlasic ist nun von der Glaubenskongregation exkommuniziert worden, was die stärkste Kirchenstrafe darstellt. Dies wurde dem zuständigen Bischof am 23. Oktober 2020 vom Vatikan mitgeteilt.

Der Franziskaner, der früher die Medjugorje-Seher geistlich betreut hat, lebt schon viele Jahre in der italienischen Diözese Brescia, wo er sich weiterhin priesterlich betätigte, obwohl ihm seit seiner Laiisierung jede seelsorgliche und sakramentale Tätigkeit untersagt war.

Die Kongregation für die Glaubenslehre hatte im Jahre 2008 eine Untersuchung gegen den Medjugorje-Pater eingeleitet wegen der Verbreitung zweifelhafter Lehren, einer Manipulation des Gewissens (von Gläubigen), verdächtiger Mystik, Ungehorsam gegenüber legitimen (kirchlichen) Anordnungen und wegen sexueller Vergehen.

In einer aktuellen Erklärung der Bistumsleitung von Brescia heißt es:

„Leider hat Herr Vlasic im Laufe der Jahre die Verbote, die ihm in der kanonischen Strafvorschrift der Glaubenskongregation vom 10. März 2009 auferlegt wurden, nie eingehalten…Er hat seine apostolischen Aktivitäten mit Einzelpersonen und Gruppen sowohl durch Konferenzen als auch mit computergestützten Mitteln fortgesetzt.

Er hat sich weiterhin als Ordensmann und Priester der katholischen Kirche präsentiert und die Feier ungültiger Sakramente simuliert. Er hat zudem einen ernsthaften Skandal unter den Gläubigen ausgelöst und Handlungen ausgeführt, die die kirchliche Gemeinschaft und den Gehorsam gegenüber der kirchlichen Autorität ernsthaft beeinträchtigen.“

Quelle und vollständige Meldung (englischsprachig) hier: https://aleteia.org/2020/10/23/former-spiritual-director-of-the-6-medjugorje-visionaries-excommunicated/

Weitere Infos zu P. Vlasic hier: https://charismatismus.wordpress.com/2012/01/15/medjugorje-und-der-denkwurdige-werdegang-von-p-tomislav-vlasic/