Kardinal Müller reagiert auf die Aussage des Papstes, er sei „wie ein Kind“

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Gestern äußerte sich Papst Franziskus auf seinem Flug nach Afrika über seine Einschätzung von Kurienkardinal Gerhard Müller, früherer Präfekt der Glaubenskongregation.
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Damit reagierte der Pontifex auf eine Frage des „Bild“-Reporters Andreas Englisch, der die kritischen Einwände ansprach, die Müller bisweilen zur Amtsführung des Papstes vorbringt. Franziskus bescheinigte seinem Ex-Glaubenshüter, „gut“ zu sein, aber er sei „wie ein Kind“.
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Heute antwortete Kardinal Müller auf eine entsprechende Anfrage von „Kath.net“ hierzu folgendermaßen:
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„Mit Jesus könnte man seinen Stellvertreter fragen: Was nennst du mich gut? ‚Niemand ist gut außer der eine Gott‘ (Lk 18,19) –  und sich mit dem Schriftwort trösten: ‚Wir heißen Kinder Gottes und wir sind es.‘ (1 Joh 3, 1).
Die Gotteskindschaft in Christus ist die höchste Würde, zu der uns der Sohn Gottes erhoben hat (Röm 8, 17).
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Auch ich halte den Papst für einen guten Menschen und mag ihn herzlich besonders für alles, was er für die Armen und Verletzten tut. Ob viele oder wenige in seiner Umgebung ‚Kinder‘ sind im Sinne Jesu (Lk 18, 15-17), weiß Gott allein.“

 


Paukenschlag: Papst entläßt Kardinal Müller

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrer Online-Ausgabe am gestrigen 30. Juni unter Berufung auf KNA kurz vor Mitternacht meldet, hat Papst Franziskus den Präfekten der Glaubenskongregation entlassen bzw. eine Verlängerung der Amtszeit von Kurienkardinal Gerhard Müller abgelehnt.

Entsprechende Gerüchte kursierten bereits am vergangenen Nachmittag in diversen katholischen Blogs und Webseiten.

Die FAZ schreibt einleitend: „Franziskus hat sich überraschend von einem seiner ranghöchsten Mitarbeiter getrennt. Ein Grund dafür sollen Meinungsverschiedenheiten gewesen sein.“

Der 69-jährige Glaubenspräfekt, der seit Amt im Vatikan fünf Jahre lang verwaltet hat, war zuvor Oberhirte von Regensburg. Sein Nachfolger in diesem bayerischen Bistum ist der  – ebenfalls theologisch konservative  – Bischof Dr. Rudolf Voderholzer.

Papst Benedikt XVI., der selber jahrzehntelang einflußreicher Präfekt der Glaubenskongregation war, hatte Bischof Müller im Jahre 2012 nach Rom geholt. Nach zwei Jahren wurde Präfekt Müller von Papst Franziskus zum Kardinal erhoben.

In den letzten zwei Jahren verstärkten sich die inhaltlichen Differenzen zwischen dem Pontifex und dem Kurienkardinal vor allem anläßlich der beiden Bischofssynoden in Rom zum Thema „wiederverheiratete Geschiedene“. Dort hatte Kardinal Müller gemeinsam mit anderen Würdenträgern die traditionelle Ehe-Lehre der katholischen Kirche verteidigt.

Mitte Mai dieses Jahres wurden auf Betreiben von Papst Franziskus drei Mitarbeiter der Glaubenskongregation ohne Begründung entlassen, was von Kardinal Müller in einem TV-Interview kritisch erwähnt worden ist.

Der Bayerische Rundfunk schreibt aktuell über den nunmehr gefeuerten Würdenträger:

„Der streitbare Kirchenmann gehört zu den meistgelesenen Theologen unserer Zeit. Seine Katholische Dogmatik gilt als Pflichtlektüre für angehende Pfarrer.“

Foto: Bistum Regensburg

 


Kardinal Müller warnt vor Papalismus

„Man darf nicht alles auf den Papst konzentrieren“

Der Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, Kardinal Gerhard Müller, hat die Gläubigen daran erinnert, dass der Papst kein Messias ist, sondern der Statthalter und Diener Christi. Der deutsche Kurienkardinal warnte davor, in einen gewissen Papalismus zu verfallen.  

Bei der Vorstellung der italienischen Ausgabe seines Buches „Die Botschaft der Hoffnung“ erklärte der Glaubenspräfekt, es sei interessant, dass einige erbitterte Gegner von Johannes Paul II. und Benedikt XVI., die zu anderen Zeiten das Fundament der Theologie untergruben, sich nun zu einer Form des Papismus bekennen, „der mir ein bisschen Angst macht.“ 

Kardinal Müller warnte: „Wir kehren zu den Diskussionen des Ersten Vatikanischen Konzils zurück, mit der Idee, dass fast alle Worte des Papstes unfehlbar seien.“

Der kirchliche Würdenträger erklärte weiter, die Medien würden den Papst als Persönlichkeit würdigen, aber Papst Franziskus erinnere selber stets an die Pflicht, sich im Glauben zu stärken  – darauf komme es an.

„In den ersten Tagen seines Pontifikats sagte Papst Franziskus, als sie ihm auf dem Petersplatz applaudierten: Applaudiert Jesus, nicht mir.  –  Das ist die Perspektive des Papsttums“, erläuterte Kardinal Müller und fügte hinzu:

„Man darf nicht alles auf den Papst konzentrieren, denn der Bischof und der Pfarrer sind die Hirten der Herde. Man darf nicht in einen gewissen Papismus verfallen. Die wahren Freunde des Papstes sind nicht jene, die ihm schmeicheln, sondern jene, die mit ihm und den Bischöfen zusammenarbeiten, um den Glauben zu aufrechtzuerhalten.“

Quelle für die Zitate: http://de.catholicnewsagency.com/story/der-papst-ist-nicht-der-messias-sondern-der-stellvertreter-christi-kardinal-muller-1969

Foto: Bistum Regensburg

 


Kardinal Müller: Die Zukunft der Kirche hängt nicht von Fatima oder Lourdes ab

Nach Ansicht von Kurienkardinal Gerhard Müller übertreiben manche Katholiken die Bedeutung von Privatoffenbarungen, „als ob sie fast ein Dogma seien“.

Gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur ANSA wies der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation darauf hin, daß auch die von der Kirche approbierten (erlaubten, „anerkannten“) Erscheinungen für die Gläubigen nicht verbindlich sind:

„Selbst wenn sich die Kirche für ein solches Phänomen ausgesprochen hat, ist kein Katholik verpflichtet, dorthin zu gehen oder daran zu glauben.“

In puncto Medjugorje erklärte der Kirchenmann und frühere Oberhirte von Regensburg, die Klärung dieser Ereignisse werde weitere Zeit benötigen, doch im Moment gehe es darum, die pastorale Situation zu regeln. Hinsichtlich der dortigen Visionäre sagte der Glaubenspräfekt: 

„Was die Rolle der Seher anbelangt, muß ich als Katholik sagen, daß wir uns auf Jesus Christus konzentrieren sollen.“ 

Er fügte grundsätzlich hinzu: „Es gibt vielleicht einige Privatoffenbarungen, aber sie ersetzen nicht die einzige Offenbarung Gottes durch Jesus Christus.“

Für die Kirche sei Medjugorje nicht von Bedeutung  –  und auch betreff der kirchlich gebilligten Erscheinungsstätten gelte, daß sie religiös hilfreich sein können, aber die „Zukunft der Kirche“ hänge nicht von Fatima oder Lourdes ab.

Quelle für die Zitate (italienisch): http://www.ansa.it/sito/notizie/topnews/2017/03/03/medjugorje-mueller-troppe-esagerazioni_f2c6e8b5-e3e8-47c0-9e90-42d3a47b93d2.html

Foto: Bistum Regensburg


Kardinal Gerhard Müller über die Beichte

„Vor Gott sind wir alle arm – und reich zugleich!“

Das amtliche Portal der Erzdiözese Wien veröffentlichte am 15. Juli 2015 ein Interview mit Glaubenspräfekt Gerhard Müller (siehe Foto), in dem sich der Kurienkardinal zu grundsätzlichen und aktuellen kirchlichen Themen äußert.

Der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation und frühere Bischof von Regensburg weist darauf hin, daß wir Christen als Sünder und als Begnadete vor dem Höchsten zugleich arm und reich sind: AL-0004

„Vor Gott sind wir alle arm, wenn wir bekennen, nichts aus uns selbst heraus zu vermögen.

Und zugleich sind wir vor Gott alle reich, wenn wir begreifen, dass wir von ihm alles empfangen haben, unser Sein und Leben, die Fähigkeit zu lieben und zu schenken, Verantwortung für andere zu übernehmen – und nicht zuletzt die Hoffnung auf die Vollendung in Gott.“

Durch den Sündenfall unserer Ureltern sei, so Müller, „die Harmonie der Schöpfung schwer gestört“ worden, was sich in der „Zerrissenheit unserer Herzen“ zeige:

„Aber die Erbsünde ist durch die Taufe getilgt, die noch bleibende Neigung zur Sünde kann von uns mit der Hilfe der Gnade überwunden werden.“

„Kraft durch Gottes Wort, Gebet und Sakramente“

Hinsichtlich der Ehe erklärt der Kardinal, der sich bekanntlich sehr engagiert für die überlieferte kirchliche Lehre zu Ehe und Familie einsetzt:
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„Schwierigkeiten im Zusammenleben lösen sich nicht von selbst. Aber aus dem Wort Gottes, aus Gebet und Sakramenten dürfen wir immer neu die Kraft schöpfen, sie zu überwinden. Auf diese Weise wächst in uns die Gabe der Beharrlichkeit, des Durchhaltens in den schweren Stunden und auch des Leidens – miteinander, bisweilen wohl auch aneinander.

Ich denke hier an die tiefe Aussage im feierlichen Trauungssegen: „Wo Mann und Frau in Liebe zueinander stehen und füreinander sorgen, einander ertragen und verzeihen, wird deine (Gottes) Treue zu uns sichtbar.“ 

So kann eine gemeinsame Lebensgeschichte ein Weg des Reifens in der Liebe werden, und wir werden immer mehr dem gekreuzigten und auferstandenen Herrn gleichgestaltet.“

„So leben, wie es dem Heilswillen Gottes entspricht“

Auf die Frage, was es bedeute, daß das Buß-Sakrament faktisch verdunstet und dass gleichzeitig die Kommunion fast selbstverständlich geworden“ sei, erklärt der oberste Glaubenshüter der Kirche, daß wir den Leib des HERRN geistlich fruchtbar nur dann empfangen können, „wenn unser Leben mit diesem Akt nicht im Widerspruch steht.“

Der Kardinal weist sodann darauf hin: „Christus hat den Aposteln und ihren Nachfolgern, den Bischöfen und PrBILD0191iestern, die Vollmacht gegeben, Sünden zu vergeben.“  – Die Beichte schenke neben dem Sündennachlaß zugleich die Kraft des Heiligen Geistes, „um ein Leben zu führen, das immer mehr dem Heilswillen Gottes entspricht.“

Der römische Glaubenspräfekt fügt hinzu:

„Wir können und müssen uns vor Gott nicht selber rechtfertigen, indem wir uns auf die eigenen Verdienste berufen oder unsere Sünden bagatellisieren. Gott ist es, der uns durch die Lebenshingabe seines Sohnes am Kreuz rechtfertigt.

Wir gewinnen Anteil an seiner Auferstehung, wenn wir im Bußsakrament mit seiner Gnade einen neuen Anfang machen dürfen. Wir Bischöfe und Priester dürfen nicht aufhören, den Menschen diesen Dienst der Vergebung anzubieten.“

Er betont abschließend, daß gerade die Beichte zur „Frohen Botschaft Christi“ gehöre, „die mir durch den Mund des Priesters zugesagt wird: „Mein Sohn, meine Tochter, deine Sünden sind dir vergeben. Geh hin und sündige nicht mehr –  und folge mir nach!“

Fotos: Bistum Regensburg (1), Evita Gründler (2,3)


Glaubenspräfekt Müller: Barmherzigkeit gibt es nicht ohne die Wahrheit

„Barmherzigkeit kann nicht ohne Wahrheit existieren“, das betonte der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Müller, angesichts des außerordentlichen Heiligen Jahres, das von Papst Franziskus ausgerufen wurde und am 8. Dezember 2015 beginnt. AL-0005

Die Liebe Gottes bleibe stets in engem Zusammenhang mit der Wahrheit, sagte der Kurienkardinal der italienischen Nachrichtenagentur „ansa“.  

Der Glaubenspräfekt sprach auch mit Blick auf die bevorstehende Familiensynode und bemängelte, daß die Eheschließung in der Kirche für viele Menschen nur noch ein „folkloristisches Ritual“ sei und nicht mehr das eigentliche Sakrament im Mittelpunkt stehe.

Die Kirche nehme alle Menschen an, aber nach den Richtlinien Gottes und nicht nach menschlichen Vorstellungen. Außerdem führe der Weg zur Auferstehung über das Kreuz  – es gäbe da keine Schleichwege oder Umwege.

Quelle: Ansa, Radio Vatikan / Foto: Bistum Regensburg


Kirchliche Delegation aus Regensburg besuchte Kardinal Müller in Rom

Der ehem. Bischof von Regensburg und jetzige Präfekt der Glaubenskongregation, Gerhard Kardinal Müller, hat vergangenen Sonntag, den 14. September 2014, offiziell seine römische Titelkirche Sant‘ Agnese in Agone an der Piazza Navona in Besitz genommen. 62f2071c35

Im Rahmen der Feierlichkeiten reiste eine Delegation aus dem Bistum Regensburg nach Rom, um Kardinal Müller den Gedenkband „Mutig den Glauben bezeugen“ zu überreichen, den die Diözese zu Ehren „ihres“ Kardinals herausgegeben hat.

In Vertretung von Bischof Rudolf Voderholzer überreichten Domkapitular Dr. Franz Frühmorgen sowie Domkapitular Anton Wilhelm im Beisein des Finanzdirektors der Diözese, Alois Sattler, sowie des Verlegers Dr. Albrecht Weiland feierlich das erste Exemplar des Buches an Kardinal Müller. 

Neuer Gedenkband MUTIG DEN GLAUBEN BEZEUGEN

Die Publikation „Mutig den Glauben bezeugen“ hält die verschiedenen Eindrücke und Ereignisse seit der Ernennung von Bischof Müller zum Präfekten der Glaubenskongregation fest.

Erzbischof Georg Gänswein erhielt ein druckfrisches Exemplar aus der Hand des Kardinals und versprach, es sogleich an Papst em. Benedikt XVI. weiter zu geben. 

Kardinal Müller zeigte sich sehr erfreut über den Besuch und betonte die enge Verbundenheit, die bis heute in sein ehemaliges Bistum besteht.

Der Gedenkband „Mutig den Glauben bezeugen“ wurde von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer herausgegeben und ist ab sofort im Verlag Schnell und Steiner für 14,95 € erhältlich: http://www.schnell-und-steiner.de/artikel_8342.ahtml?NKLN=28_RSA

Das Buch kann auch bei uns portofrei bestellt werden: Tel. 0251-61676  –  Mail: felizitas.kueble@web.de

Quelle (Text/Foto): Internetpräsenz des Bistums Regensburg