„Katholisch.de“ schreibt über Medjugorje: gut gemeint ist nicht immer gut gemacht

Von Felizitas Küble

„Katholisch.de“ wirkt als Internetplattform der Deutschen Bischofskonferenz theologisch eher liberal (wie nicht anders zu erwarten ist).

Nun sind die reformkatholischen Kreise gegenüber der anhaltenden Erscheinungswelle nicht gerade anfällig – die Wundersucht ist vor allem eine innere Versuchung für konservative Katholiken.

Jetzt hat das erwähnte Portal einen Artikel über den Dauerbrenner Medjugorje veröffentlicht: https://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/eure-heiligkeit-ist-die-gottesmutter-hier-erschienen-oder-nicht

Schon der erste Titel  – er wird im Artikel noch mehrfach wiederholt  –  ist ein Widerspruch in sich selbst: „Vom Vatikan nicht anerkannter Wallfahrtsort Medjugorje“.

Eine Pilgerstätte, die von der Kirche nicht anerkannt ist, kann  – genau genommen  – nicht als „Wallfahrtsort“ bezeichnet werden, denn dieser Ausdruck setzt eine kirchliche Approbation (Billigung) voraus.
.
BILD: Dieses 570 Seiten starke Sachbuch „Der Medjugorje-Betrug“ kostet bei uns nur 14,80 € statt 19,80 €: felizitas.kueble@web.de
.
Der Autor Alexander Brüggemann erwähnt mit Recht die bisher vom Vatikan geübte Zurückhaltung, teils auch Skepsis (dies gilt besonders für Papst Benedikt und Kardinal Müller).
.
Während die vermeintliche „Madonna“ anfangs keinen Ton von sich gab, hat sie hinterher  – bei über 40.000 (!) Erscheinungen   – umso mehr geredet (genau genommen: viele Worte gedrechselt, aber inhaltlich fast nichts mitgeteilt, außer ständigen Wiederholungen).
.
Etwas drollig wirkt der Schluß des Beitrags: „Womöglich liegt ein Heil in der Einsetzung eines sogenannten Apostolischen Visitators, einer Art päpstlichem Aufseher.“  – Diesen gibt es doch bereits in der Person von Erzbischof Hoser, der zunächst als Sondergesandter des Vatikan wirkte, seit letztem Jahr aber ausdrücklich als Visitator des Papstes.
.
Mit Recht stellt der Verfasser sodann fest, der Papst stecke in einer Zwickmühle: Wie immer er auch entscheidet, fühlt sich eine große Zahl von Katholiken  – nur jeweils die andere Seite  – enttäuscht:
.
„Diese Aporie ruft förmlich nach einer salomonischen Hintertür. Und die bietet die Kommission in ihrem Abschlussbericht auch an. Sie schlägt vor, zwischen zwei Phasen zu unterscheiden: einer ersten, sehr frühen Phase der Erscheinungen….
Alle Übel, die seitdem geschehen sind – Widersprüche, Machtmissbräuche, Beutelschneidereien, Absurditäten und Selbstdarstellungen – könnten in eine „zweite Phase“ verpackt und so vergleichsweise schadlos verworfen werden.“
.
Unter „salomonisch“ versteht man im Rückblick auf den israelitischen König Salomon eine besonders von Weisheit geprägte Entscheidung. Mit der trickreichen Aufteilung in anfangs „echte“ und bald danach „unechte“ Erscheinungen ist aber auch strategisch kein Blumentopf zu gewinnen, von „Weisheit“ ganz zu schweigen, denn diese Tugend besteht nicht darin, jeder Gruppe ein Bonbon hinzuwerfen, auf daß „Ruhe im Karton“ herrsche.
.
Es geht nicht um eine durchsichtige Taktik, sondern um Verantwortung und kirchliche Hirtensorge, damit sich die Gläubigen an den löcherigen Zisternen bedienen, sondern zur Quelle des Glaubens finden, nämlich der Offenbarung Gottes, die uns in der Bibel und der Lehre unserer Kirche bezeugt wird.