Unverschämt statt verschämt katholisch

Rezension von Thomas May

Buch-Daten: Küble, Felizitas (Hg.): Der Löwe von Fulda. Ökumenische Würdigung eines guten Hirten, Komm-Mit-Verlag, 2. Aufl., Münster 2016, 207 S., 14,80 Euro, ISBN 978-3-921090-98-5

Der anno 2000 verstorbene Erzbischof von Fulda, DDr. Johannes Dyba, dessen Todestag sich am 23. Juli zum 20. Mal jährte, wurde schon zu Lebzeiten als „Löwe von Fulda“ verehrt. Die Bezeichnung ist angelehnt an den ihm wesensverwandten „Löwen von Münster“, den seligen Bekennerbischof Clemens August Graf von Galen, der den nationalistischen Machthabern furchtlos die Stirn bot.

Wie ein Leuchtturm ragt der Fuldaer Oberhirte aus dem Gros der kirchlichen Würdenträger in Deutschland seit der Nachkonzilszeit empor. Unbeeindruckt von Widerständen, Einschüchterung und Schmähungen verkündete er freimütig den authentischen Glauben seiner Kirche. Sein geistliches Erbe ist kaum vermindert aktuell.

Gedenkband und Hommage

Der von Felizitas Küble im KOMM-MIT-Verlag in 2. Auflage 2016

herausgegebene Sammelband vereint die Beiträge von 33 Autor(inn)en, die dem Leben und Wirken des „guten Hirten“ äußerlich und/oder innerlich verbunden sind und ihn in ökumenischer Weite würdigen. Bereits im Untertitel des Buches wird auf die seelsorgliche Kernkompetenz des volksnahen Dyba aufmerksam gemacht, der nicht nur bei den Gläubigen seiner Diözese (1983–2000), sondern auch bei den Soldaten im Amt des Militärbischofs (1990–2000) gut ankam.

Bunte Mischung von Autor(inn)en

Zu den Autor(inn)en zählen unter anderem Verwandte des Erzbischofs, seine Schwester, die Apothekerin Barbara Dyba-Roth, und sein (ihm wie aus dem Gesicht geschnittener) Neffe Msgr. Cornelius Roth; sein Nachfolger als Bischof Heinz Josef Algermissen, seine Amtskollegen Ludwig Schick (Bamberg) und Andreas Laun (Salzburg); die Publizisten Konrad Badenheuer, Mathias von Gersdorff, Martin Lohmann, Stefan Meetschen; Wissenschaftler wie die Soziologin Gabriele Kuby, der Sozialethiker Wolfgang Ockenfels und der Sozialwissenschaftler Manfred Spieker; die Gründungsmitglieder Hubert Gindert, Reinhard Dörner, Michael Schneider-Flagmeyer des „Forums Deutscher Katholiken“, das Johannes Dyba seinen entscheidenden Anstoß verdankt; Pfarrer und Patres; aber auch Konvertiten und „einfache“ Gläubige.

Von der evangelischen „Dyba-Fraktion“ bezeugen Missionswissenschaftler Peter Beyerhaus, Pastor Joachim Cochlovius, Pfarrer Werner Neuer sowie Kirchenrat Rolf Sauerzapf dankbare Anerken­nung für dessen kraftvolle überkonfessionelle Wahrnehmung des christlichen Wächteramts.

Rechts­anwalt Leo Lennartz skizziert den beruflichen Werdegang Johannes Dybas ab seiner Studentenzeit und gibt Seiteneinblicke, ergänzt um Erlebnisse des Ehrendomherrn Edmund Dillinger aus seinem 30-jährigen Fundus – und Erfahrungen des Sekretärs Dagobert Vonderau aus nächster Nähe.

Nicht ohne Selbstironie schildert die Psychotherapeutin Christa Meves (siehe Foto) ihre „eindrucksvolle“ Begegnung, als die aufgeregte Festrednerin stolperte und dem „verehrten Freund“ blutend zu Füßen fiel.

Eintreten für den Schutz der Ungeborenen

Für die meisten ist der Name des Erzbischofs untrennbar mit seinem kompromisslosen, beharrlichen Einsatz für den Schutz des ungeborenen Lebens verbunden. Unvergessen das Zeichen, das er an Weihnachten des Jahres 1988 setzte, als er am 28. Dezember, dem Tag der Unschuldigen Kinder von Bethlehem, in allen Kirchen seiner Diözese die Glocken läuten ließ.

Zutiefst davon überzeugt, dass die katholische Kirche sich nicht in ein Prozedere verstricken lassen darf, in dem mit der Ausstellung des „Beratungsscheins“ eine „Lizenz zum Töten“ erteilt wird, stieg er am 29. September 1993 als einziger deutscher Diözesanbischof aus der Einbindung in das staatliche Abtreibungssystem („Schwangerenkonfliktberatung“) aus und baute ein eigenständiges Beratungs- und Hilfsnetz auf.

Sein Alleingang wurde von Rom 1999 vollauf bestätigt: Auf Geheiß Papst Johannes Pauls II. und des Glaubenspräfekten Kardinal Ratzinger sahen sich die widerstrebenden Amtskollegen samt ihrem Vorsitzenden Bischof Karl Lehmann genötigt, Johannes Dybas Schritt zu folgen; ab 1. Januar 2001 wurden (außer in Limburg) keine „Beratungsscheine“ mehr ausgestellt.

Schwerpunkte der Verkündigung

Weitere Themenschwerpunkte des streitbaren Erzbischofs waren unter anderem – folgerichtig – seine Zurückweisung des assistierten Suizids, sein Eintreten für die Stärkung und Förderung der christlichen Ehe und Familie (programmatisch angelegt im „familiären“ Wahlspruch „Filii dei sumus“), die Verteidigung des Pflichtzölibats, die Ablehnung praktizierter Homosexualität und des Lebenspartnerschaftsgesetzes (in Kraft getreten 2001) – und dies im Einklang mit der Lehre der Kirche.

Bei seinem oft einsamen Einsatz für unverkürzten Glauben und unverfälschte Moral erntete er nicht nur Unverständnis, Widerspruch und Spott aus den eigenen Reihen, von Kollegen, Staatstheologen und Räten, sondern musste auch mit Kritik, Empörung und Anfeindung aus Kreisen der Politik, vonseiten der Medien, besonders des „Spiegels“ (den er als „Pressestelle des Teufels“ bezeichnete), und aus Teilen der Bevölkerung zurechtkommen.

Schäumenden Linken und Liberalen galt er als fundamentalistischer Hardliner und zynischer Autokrat, Feministinnen und gesinnungsethischen „Friedensbewegern“ war er ein Hassobjekt. Nach einem Gottesdienst wurde Johannes Dyba am 8. November 1991 auf dem Weg zum Marburger Schloss von Demonstranten der Homosexuellen-Bewegung unter Parolen wie „Schlagt das Schwein tot“ gejagt, getreten und bespuckt.

Unbeirrt stand der Oberhirte wie der sprichwörtliche Fels in der Brandung und wurde nicht müde, seine Herde zu sammeln und vor den Wölfen zu schützen. Seine eindringlichen Predigten fanden beim Kirchenvolk stets Gehör: den Glauben erneuern, ihn freudig leben und furchtlos bekennen, ihn weitergeben an Kinder und Enkel, die christlichen Werte überall in unserer Gesellschaft einbringen – sein Auftrag an uns auch heute.

Karriere und berufliche Stationen

Erzbischof Dybas äußeres Wirken und seine Positionen zu Kirche, Gesellschaft und Politik sind ohne seine weltkirchlichen Erfahrungen nicht zu verstehen.

Als drittes Kind eines prinzipientreuen katholischen Lehrerehepaars 1929 in Berlin geboren, floh der frischgebackene Abiturient 1947 von Eichsfeld (Thüringen) über die sowjetische Zonengrenze nach Fulda. Nach einem Jurastudium in Bamberg und Heidelberg, unterbrochen durch ein Stipendiat in den USA, schloss er von 1953 bis 1957 in Köln ein Theologiestudium an. 1959 wurde er zum Priester geweiht.

Von Kardinal Frings zur Ausbildung für den Dienst in der römischen Kurie freigestellt – die zentrale berufliche Weichenstellung –, absolvierte er die Päpstliche Diplomatenakademie und arbeitete anschließend fünf Jahre im Innendienst und zehn Jahre im Außendienst (1962 – 1977). Seine Tätigkeit führte ihn in mehrere Länder Lateinamerikas und Afrikas.

Nach einem kurzen Intermezzo als Vizesekretär der Päpstlichen Kommission „Justitia et Pax“ in Rom konnte Johannes Dyba als Apostolischer Pronuntius in Liberia und Gambia und Apostolischer Delegat in Guinea und Sierra Leone (bei gleichzeitiger Ernennung zum Titularerzbischof von Neapolis in Proconsulari in Nordafrika) noch weitere Jahre „anhängen“, die seinen weltkirchlichen Horizont erweiterten.

In dieser Zeit lernte er viel Elend, Hunger, Armut und Krankheit, Gewalt und Christenverfolgung kennen, so dass er, nachdem er 1983 Bischof von Fulda geworden war, für die endlosen „Dialoge“, für Gremien- und Sitzungskatholizismus mit überquellenden Papierbergen und fruchtlose Strukturdebatten kein Verständnis aufbringen konnte, vielmehr die deutschen Brüder und Schwestern in „Problemtrance“ (Dyba-Roth) taumeln sah.

Profil und Privates

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass die „Axt Gottes“ (so der „Spiegel“) – eine Anspielung auf den eichenfällenden heiligen Bonifatius – die Geister in der deutschen Kirche (und darüber hinaus) schied und Spreu von Weizen trennte.

Mit dem Bekennermut des einsamen „Rufers in der Wüste“ folgt Johannes Dyba der Spur seines Namenspatrons, von dem er einmal sagte: „Wenn Johannes der Täufer sich verhalten hätte wie die deutschen Bischöfe, wäre er im Bett gestorben.“ Absolute Furchtlosigkeit, Geradlinigkeit, Entschiedenheit bescheinigen ihm seine Mitstreiter. Dabei war der tapfere Mann, der in Afrika überfallen und krankenhausreif geschlagen wurde, von körperlich kleiner Statur.

Doch seine Persönlichkeit weist auch andere Seiten auf. Dank seines fröhlichen Naturells überrascht er sein Gegenüber mit unbändiger Lebensfreude und dem Charme seines jungenhaften Lachens; dynamisch, flott, sehr selbstbewusst, weltläufig tritt er auf. Seine Gesprächspartner schätzen an ihm Herzlichkeit, Humor,

Schlagfertigkeit, rhetorische Gewandtheit bis hin zur überspitzten Formulierung.

Andere Autor(inn)en rühmen den Blick des Sensiblen für das Wesentliche, sein „starkes Freiheitsgefühl“, seine „innere Unabhängigkeit“, die aus einem unerschütterlichen Gottvertrauen erwuchs, seine „selbstverständliche Frömmigkeit ganz ohne Pathos“ (Lohmann); er „leuchtete von innen her“. Erzbischof Dyba verstand es, Unbeugsamkeit im Glauben und Freude am Glauben zu verbinden und zu leben. Er war glaubensfroh.

Sein Bild wird noch facettenreicher, wenn wir in den Bereich des Alltäglichen und Privaten gelangen. Der Erzbischof ist ein leidenschaftlicher Sammler, seien es wertvolle Ansichtskarten oder Speisepilze, zu deren „Jagd“ er sich im Herbst frühmorgens aufmacht und die er taschenweise nach Hause bringt. Das während seines diplomatischen Dienstes gepflegte Billardspiel will er auch im Fuldaer Bischofshaus nicht missen.

Als wahres Füllhorn erweist sich der Bischofsgarten mit Gemüse aus biologischem Anbau und Früchten der Pfirsichbäume, die der stolze Hausherr seinen Gästen anbietet. An den Mauern lässt der einem Glas guten Rotweins nicht abgeneigte Kenner sogar Rebstöcke pflanzen, aus denen ein paar Flaschen mit dem Namen „Michaelsberger Bischofsmütze“ gewonnen werden.

Kerngedanken und „Sager“

Was das Buch vor allem auszeichnet, sind Zitate aus Predigten, Vorträgen und Interviews, mit denen der redegewaltige Oberhirte, der C. S. Lewis seinen „Leib- und Magenautor“ nennt, nicht zu knapp zu Wort kommt. Sie unterstreichen sein Verständnis von Glaube, Kirche und Hirtenamt. Ein paar von ihnen seien hier wiedergegeben:

„Ich werde in mehr oder weniger kurzer Zeit vor Gott in der Ewigkeit stehen. Da werde ich doch jetzt keine Zeit mehr dazu verschwenden, faulen Kompromissen nachzujagen oder um Mehrheiten, in welchen Gremien auch immer, besorgt zu sein. Die Stunde ist da, um Gottes Botschaft – und dazu gehören auch seine Gebote – in Klarheit und Wahrheit zu verkünden“ (26)

„Ich scheue nicht davor zurück, harte Wahrheiten klar zu sagen; aber es sind ja Wahrheiten, die den Menschen in die Freude und in die Liebe und in die Erlösung führen sollen. Nur die falschen Propheten haben dem Volk immer nach dem Mund geredet, die echten sind stets auf Widerspruch gestoßen“ (107)

„Wahrer Friede ist die Frucht der Bekehrung zu Gott. Erst die Umkehr, dann der Friede“ (48)

„Richte den Blick auf die Ewigkeit und lebe danach“ (59)

„Der Glaube verlangt vom Menschen die Entscheidung für Gott und für ein Leben mit Gott. Das ist absolut nicht nach dem Geschmack der modernen Welt“ (46)

„Ohne Glaube können wir keine Werte haben und ohne Werte keine wirklich funktionierende Moral“ (53)

„Es kommt auf den Glauben an! Die Werte existieren nicht irgendwie für sich, und die gibt es nicht auf der grünen Wiese, sondern der Glaube bestimmt, welche Werte wir haben. Wenn wir jetzt eine Wertekrise haben, dann deshalb, weil viele Jahre lang die Weitergabe des Glaubens gestört war – in den Familien, in den Schulen, ja sogar bis hin in die theologischen Fakultäten, und natürlich von den Medien gar nicht zu sprechen“ (91)

„Die Kirche hat eine riesige Botschaft: Das Heil, das endlose Glück des Menschen. Deswegen sollte sie nicht dastehen, als würde sie alte Semmeln verkaufen. Sie muss mit mehr Selbstbewusstsein auftreten, sie sollte unverschämt katholisch sein“ (57)

„Wir haben heute in der Kirche viele Pastoralexperten – aber wenige Heilige; viele Medienexperten – aber kaum noch Propheten; viele Theologen – aber wenig Priester; viel Engagement und finanzielle Opfer – aber wenig Gehorsam; viel Kritik – aber wenig Begeisterung; einen riesigen kirchlichen Apparat – aber schrumpfendes kirchliches Leben“ (70)

„Was unsere Kirche heute braucht, sind nicht so sehr Pharisäer, die sie dauernd auf die Probe stellen, nicht so sehr Schriftgelehrte, die sie dauernd kritisieren, nicht so sehr Tempelbeamte, die selbst das Allerheiligste nicht betreten und auch die anderen noch davon abhalten – nein, was diese Kirche braucht, sind vielmehr Jünger, die dem Herrn folgen mit der ganzen Hingabe ihrer selbst, Jünger, die einander lieben und in dieser Liebe Kirche bauen und Kirche bilden in unserer Zeit“ (60)

„Ein Volksbegehren ist politisch, kommt von der Basis her. Volk GOTTes werden wir aber dadurch, dass wir auf GOTT hören und GOTT folgen – und nicht dadurch, dass wir GOTT wählen. CHRISTUS sagt: ‚Nicht ihr habt Mich erwählt, sondern Ich habe euch erwählt.‘ ER hat die grundlegenden Strukturen der Kirche festgelegt, die wir in apostolischer Tradition bewahren“ (87)

„Ich glaube, dass Gott, wenn er denn Priesterinnen in seiner Kirche gewünscht hätte, das bereits dem Petrus klargemacht hätte. Genauso schnell und direkt, wie er den überraschten Petrus durch Vision und den Hauptmann Kornelius wissen ließ, dass der Zugang zur Kirche nicht den Juden vorbehalten sei, sondern auch den Heiden offenstehe [Apg 10], hätte der Heilige Geist dem Petrus auch klarmachen können, dass der Zugang zum Priestertum nicht auf Männer beschränkt sei, sondern auch den Frauen offenstehe. Wie wir wissen, ist aber eine solche Intervention nie erfolgt, weshalb wir an der von Christus grundgelegten Tradition festhalten“ (105)

„Die Märtyrer der Kirche haben dieses Schicksal nicht erlitten, weil sie auf sanfte Weise Mehrheitsmeinungen verkündet haben, sondern weil die Leute so wütend über die christliche Herausforderung waren, dass sie ihnen – wie dem heiligen Bonifatius – dem Schädel eingeschlagen haben“ (107)

„Ich fordere nicht die Abschaffung der Kirchensteuer. Aber ohne sie überlebt die Kirche auch. Wir hatten jahrzehntelang zu viel Geld und zu wenig Mut“ (47)

„Wenn die Kirchen nicht die sittlichen Grundlagen unserer Gesellschaft garantieren, dann geht diese Gesellschaft buchstäblich zum Teufel“ (106)

„Wenn man am Rande des Abgrunds steht, ist ein Schritt zurück ein Fortschritt“ (43)

Erzbischof Dybas „Sager“ polarisieren auch 20 Jahre nach seinem Tod – den einen Zeugnis seines untrüglichen Wahrheitsblicks und unumstößlicher Glaubensgewissheit, anderen Beweis seiner  starrköpfigen Ewiggestrigkeit, für Verfechter des „Synodalen Wegs“ und ihre Agenda Kampfansage und schallende Ohrfeige zugleich. Der Wunsch wächst nicht von ungefähr, dass aus der Mitte der Vollversammlung ein „neuer Dyba“ aufsteht und wie ein reinigendes Gewitter über ihr niedergeht.

Unterschriften für die Seligsprechung

Die singuläre Gestalt des heroischen Fuldaer Oberhirten – sein vorbildliches Eintreten für den authentischen katholischen Glauben und wahrhaftige Moral, seine große Liebe zur Kirche, seine sittliche Integrität – ließ schon bald nach dem Tod den Ruf nach seiner Seligsprechung laut werden.

Pfarrer Franz Weidemann, der mit einer Dissertation über Leben und pastorales Wirken Johannes Dybas promoviert wurde und im vorliegenden Band dessen missionarische und prophetische Rolle thematisiert, hat in dem unlängst erschienenen Büchlein „Erzbischof Johannes Dybas geistige Silhouette“ (Kisslegg 2020) anhand der göttlichen Tugenden und Kardinaltugenden im Leben und Wirken des „Kandidaten“ sowie seiner Heiligkeit im (Berufs-)Alltag aufzuweisen versucht, dass er wichtige Kriterien erfüllt, um zur Ehre der Altäre erhoben zu werden. Zweifellos wäre der ausgewiesene Dyba-Kenner in einem kanonischen Verfahren als Postulator prädestiniert.

Inzwischen haben sich Prominente, Wissenschaftler, Würdenträger und namhafte Persönlichkeiten aus Kirche, Politik und Gesellschaft für die Seligsprechung des „Löwen von Fulda“ ausgesprochen. Auch „normale“ Weltchristen können das Begehren mit ihrer Unterschrift unterstützen und sich in die Liste eintragen.

Dies ist online mittels Herunterladen eines entsprechenden Formulars möglich (http://forum-deutscher-katholiken.de/aufruf/); das von der Herausgeberin des Buches geleitete „Christoferuswerk e. V.“ bietet ein Sammelblatt (http://www.medrum.de/files/Unterschriftenblatt%20Dyba.pdf) zum Ausdruck an.

Äußere Gestaltung des Buches

Der Sammelband, in dem die Autor(inn)en von ganz unterschiedlichen Ausgangspunkten her einzelne Mosaiksteine herbeitragen, sodass sie sich in der Summe zu einem leuchtenden Porträt des Erzbischofs fügen, überzeugt nicht zuletzt durch seine äußere Gestaltung.

Über 20 Aufnahmen zeigen ihn in verschiedenen Lebensphasen und -situationen, zum Teil mit Personen aus dem familiären oder kirchlichen Umfeld. In jedem der Beiträge, die jeweils zwischen 2 und 15 und insgesamt 207 Seiten umfassen, wird zu Beginn der Verfasser mittels Foto und eines umrahmten Service-Kastens, der Infos zu seiner Person, Beruf bzw. Tätigkeitsbereichen enthält, vorgestellt.

Aussagekräftige Zwischenüberschriften auf fast jeder Seite lockern den Lauftext auf und garantieren anstrengungsfreien Lesefluss. Alle Artikel sind in einer leicht verständlichen Sprache geschrieben. Erwähnenswert ist noch die ansprechende Aufmachung des Hardcovers mit hochwertigem Papier zu einem günstigen Preis (14,80 €).

Rundum ein schmuckes Buch.

Unser Autor Thomas May ist Lehrer i. R. – Er unterrichtete die Fächer Deutsch und Katholische Religionslehre. Der in Sendenhorst (Münsterland) lebende Autor ist ein Neffe des bekannten Prälaten und Kirchenrechtlers Prof. Dr. Georg May (Mainz).

Dieses Dyba-Buch „Der Löwe von Fulda“ wird von uns frei Haus (= portofrei) geliefert: Bestellung per Tel. 0251-616768 oder Mail: felizitas.kueble@web.de


Fulda: Gedenkmesse für Erzbischof Johannes Dyba, der vor 20 Jahren plötzlich verstarb

Am kommenden Donnerstag, dem 23. Juli, findet im Hohen Dom zu Fulda das Jahresgedächtnis für Erzbischof Dr. Johannes Dyba (siehe Foto) statt, der im Heiligen Jahr 2000 völlig unerwartet verstorben ist.

Der Fuldaer Bischof Dr. Michael Gerber wird um 9 Uhr ein Pontifikalamt feiern.

Alle Gläubigen sind zu dieser Gedenkmesse am 20. Todestag des Erzbischofs herzlich eingeladen, wie die Pressetelle des Bistums Fulda mitteilt.

Kürzlich ist im Fe-Verlag ein neues Buch über Erzbischof Dyba erschienen, das unser Autor, der aus Schlesien stammende Pfarrer und Ehrendomherr Dr. Franz Weidemann verfaßte.

Das informative Taschenbuch trägt den Titel Erzbischof Johannes Dybas geistige Silhouette und kostet nur 4,95 Euro.

Näheres dazu hier: https://www.fe-medien.de/epages/fe-medien.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/fe-medien/Products/50064

Diese informative Publikation, die zum 20. Todestag des glaubensstarken Fuldaer Bischofs erschien, ist eine passende Ergänzung zu unserem eigenen Gedenkbuch über Dyba unter dem Titel „Der Löwe von Fulda“, in dem 33 Autoren (darunter drei Bischöfe) diesen mutigen Oberhirten würdigen. Dieser eindrucksvolle Sammelband kostet 14,80 Euro.

Beide Bücher können bei uns oder im Fe-Verlag bestellt werden.

 


Schweiz: Glaubensstarker Bischofsvikar Christoph Casetti aus Chur verstorben

Sein Leben für das Leben!

Der glaubens- und kirchentreue Geistliche Christoph Casetti (siehe Foto) starb am Sonntag, den 9. Februar 2020, in der schweizerischen Bischofsstadt Chur.  

Dr. Casetti, der 1974 zum Priester geweiht wurde, war seit 1982 für das Bistum Chur tätig, zuletzt als Bischofsvikar für die Glaubensverkündigung, als Mitglied im Bischofsrat sowie als Domprobst des Domkapitels.

Casetti war außerdem 22 Jahre lang Sprecher des Bischofs bis Ende 2010. 

Der ebenfalls glaubensstarke Bischof Wolfgang Haas berief Casetti 1990 zum Generalvikar für den Kanton Zürich bis 1993. Seitdem war er auch als kirchlicher Richter des Bistums Chur tätig.

Dr. Casetti engagierte sich besonders in der Ehe- und Familienseelsorge. Dabei vertrat er in aller Treue und Klarheit die katholische Lehre, auch in seinem Einsatz für das Lebensrecht der ungeborenen Kinder.

2018 erschien zu seinem 75. Geburtstag eine Festschrift mit dem Titel „Ein Leben für das Leben“. Trotz vieler Verwaltungsarbeiten sei Casetti „immer Seelsorger mit echt priesterlichem Herzen geblieben“, schrieb der damalige Oberhirte von Chur, Vitus Huonder, in seinem Vorwort.

Auch Bischof Huonder wagte es tapfer, dem Zeitgeist zu widerstehen, was ihm vielfache Anfeindungen  einbrachte.

Domvikar Casetti gehörte zu den ersten höheren Geistlichen, die sich bereits im Jahre 2011 für eine Seligsprechung von Erzbischof Johannes Dyba („Der Löwe von Fulda“) aussprachen: https://www.aktion-kig.eu/2011/03/unterstutzung-fur-eine-seligsprechung/

Zusätzliche INFOs:

Bericht über einen Vortrag Casettis: https://www.bistum-regensburg.de/news/der-mensch-ist-das-ebenbild-gottes-weiss-er-es-noch-bischofsvikar-msgr-christoph-casetti-sprach-im-st-wolfgangsaal-in-regensburg-4563/

Weitere biographische Details: https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2020-02/schweiz-chur-bischofsvikar-casetti-gestorben-vaduz-bistum-glaube.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE

Casetti-Foto: Bistum Regensburg


Wir nahmen Abschied von Pater Lothar Groppe

Von Felizitas Küble

Am Donnerstag (28. November) fand in Berlin-Reinickendorf auf dem Domfriedhof St. Hedwig die Beisetzung des Jesuitenpaters Lothar Groppe statt, mit dem unser Christoferuswerk seit Jahrzehnten freundschaftlich verbunden gewesen ist.

Um 11 Uhr begann das Requiem (Totenmesse, Seelenamt) in der Friedhofskapelle, an dem ich gemeinsam mit einem ehrenamtlichen Helfer teilnahm.

Der Ordensbruder bzw. Zelebrant nannte einige besondere Stationen im Leben des mit 92 Jahren verstorbenen Priesters; er erwähnte auch, daß der Vater des Geistlichen  – Generalleutnant Theodor Groppe – ein großer Judenretter und Widerstandskämpfer während der NS-Diktatur war. 

Zudem informierte er uns darüber, daß der leibliche Bruder von Pater Groppe am selben Tag – und zwar nur zwei Stunden später  – verstorben ist. Er hieß Herbert Groppe und war sogar zwei Jahre älter (also 94 J.).

Danach sprach ein weiterer Jesuitenpater die Fürbitten und Totengebete beim aufgebahrten Sarg an den Stufen des Altares (siehe 1. Foto).

Daneben befand sich ein halbes Dutzend Rosen- und Blumengestecke, u. a. von der katholischen Jugendgemeinschaft „Halbkreis“ und von Groppes evangelischem Freund Dr. Bernd F. Pelz.

Auch wir verabschiedeten uns mit einer Blumenschale von unserem Weggefährten und Kameraden. Auf der Schleife heißt es: „Im Gebet und Gedenken verbunden: Christoferuswerk.“  – Das zweite Foto zeigt unser Gesteck neben dem Grab von Pater Groppe.

Bei der Beerdigung hielt Militärdekan Joachim Simon eine eindrucksvolle Ansprache über den verstorbenen Geistlichen, den er gut kannte und sehr wertschätzte. Der Monsignore erwähnte in seinem Nachruf, wie sich P. Groppe auch in der Bundeswehr entschieden für unseren demokratischen Rechtsstaat einsetzte und jeden Extremismus  – ob von rechts oder links – ablehnte. 

Die Jesuiten luden alle Trauergäste zum Mittagessen in ihr Peter-Faber-Haus nach Berlin-Kladow ein.

Das dritte Foto zeigt einen Teil dieser Seniorenresidenz, die in ruhiger Lage in einem parkähnlichen Gelände liegt. Hier hat Pater Groppe seine letzten Lebensjahre bis zu seinem Tod am vor-vorigen Sonntag (17.11.) verbracht.

Näheres zu seinem Leben und Wirken lesen Sie in unserem Nachruf: https://charismatismus.wordpress.com/2019/11/17/wir-trauern-um-pater-lothar-groppe-sj/

Das vierte Foto habe ich vor der Kapelle im Peter-Faber-Haus aufgenommen. Dort war ein kleiner Gedenk-Tisch mit einem Bild von P. Groppe aufgestellt.

Das letzte Foto zeigt die Innenseite der Eingangstür zum Zimmer des Geistlichen.

Pater Groppe hatte dort unser Plakat für Erzbischof Johannes Dyba aufgehängt – direkt daneben an seiner Flurtür sehen wir als weiteres Plakat – ebenfalls von uns herausgebracht – ein großes Poster über den seligen Kardinal von Galen.

Diese tapferen Kirchenmänner waren große und prägende Vorbilder für unseren ebenfalls glaubensstarken Pater Lothar Groppe SJ.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


2. Teil: Bilder über Pater Lothar Groppe SJ

Von Felizitas Küble

Bereits am Montag haben wir hier im CF den ersten Teil unserer Fotoserie über das Leben und Wirken des am Volkstrauertag (!) verstorbenen Jesuitenpaters Lothar Groppe veröffentlicht, mit dem wir jahrzehntelang eng verbunden waren: https://charismatismus.wordpress.com/2019/11/18/1-teil-bilder-ueber-pater-lothar-groppe-sj/

Der Geistliche gehörte zu den hervorragenden und zu den  – heutzutage längst nicht mehr selbstverständlich – theologisch konservativen Theologen seines Ordens.

Mein erstes Bild zeigt ihn Anfang August 2009 bei der Festmesse anläßlich seines Goldenen Priesterjubiläums (50 Jahre Weihe) im Kölner Jesuitenheim. Er trug ein feierliches, goldfarbendes Meßgewand entsprechend der Würde dieses Festtages.

Das zweite Bild habe ich aufgenommen, als einige Freunde und Verwandte des Jubilars nach der Festmesse zu Fuß zum Gasthaus gingen.

Vorneweg mit flottem Schritte Pater Groppe in der Mitte.  – Außen rechts sehen wir Odila Carbanje, die Bundesgeschäftsführerin der CDL (Christdemokraten für das Leben).

Sodann habe ich Pater Groppe im Gespräch mit seinem evangelischen Freund Dr. Bernd F. Pelz nach dem Mittagessen fotografiert.

Dr. Pelz ist den Lesern des CHRISTLICHEN FORUM durch viele großartige Fotos bekannt (häufig – wie jetzt – auch das Bild auf der Startseite), die er uns seit vielen Jahren kostenlos zur Verfügung stellt.

Dr. Pelz hat gerne mal das Blatt gewendet und mich mit Pater Groppe fotografiert – wie etwa hier zwei oder drei Jahre später: damals wirkte Pater Groppe noch im hohen Alter als Seelsorger in einem Mutter-Kind-Heim am Timmendorfer Strand.

Dies waren nur einige Streiflichter aus dem Leben dieses glaubensstarken, warmherzigen und geistreichen Jesuiten, dessen tapferes und vielseitiges Wirken wir in unserem Nachruf ausführlicher geschildert haben: https://charismatismus.wordpress.com/2019/11/17/wir-trauern-um-pater-lothar-groppe-sj/

Der 3. Teil dieser FOTO-Serie zu Pater Groppe folgt alsbald.

 

 

 

 

 

 


Wir trauern um Pater Lothar Groppe SJ

Von Felizitas Küble

Der katholische Priester und Jesuitenpater Lothar Groppe ist am heutigen Sonntagmorgen mit 92 Jahren von Gott in die Ewigkeit heimgerufen worden.

Der Geistliche (siehe Foto) starb am 17. November  –  dem Volkstrauertag  –  nach längerer Krankheit im Peter-Faber-Haus, der Seniorenresidenz des Jesuitenordens in Berlin-Kladow.

Dies erfuhr ich durch die freundliche Familienmutter Mechthild Truthmann, die Pater Groppe seit langem gemeinsam mit ihrem Mann Burkhard regelmäßig besuchte.

Wir waren mit diesem glaubensstarken, geistreichen, humorvollen und herzensguten Geistlichen seit ca. 30 Jahren befreundet. Er hat uns gerne in unserer Redaktion in Münster besucht und wir hatten fast immer dieselbe „Wellenlänge“.

Er fühlte sich unserem KOMM-MIT-Jugendverlag und unserem Christoferuswerk sowie dem CHRISTLICHEN FORUM eng verbunden. Nach dem Tod unseres Verlagsgründers Günter Stiff am 10.9.2002 zelebrierte er das Sechswochen-Seelenamt in Münster und hielt eine kraftvolle Predigt.

Am 31. Juli dieses Jahres konnte Pater Groppe sein 60-jähriges Priesterjubiläum feiern – direkt einen Tag davor erlebte er seinen 92. Geburtstag.

Der bekannte Jesuitenpater und Schriftsteller hat noch vor drei Jahren ein fundiertes Sachbuch veröffentlicht, das sich vor allem mit der Rettung von Juden und „nichtarischen Katholiken“ in Wien befaßt.

Der Titel lautet: „Kirchlicher Einsatz für Juden im Dritten Reich“. (Näheres hier: https://charismatismus.wordpress.com/2016/09/28/wie-jesuitenpater-ludger-born-und-sr-verena-buben-bedrohte-juden-retteten/)

Lothar Groppe kam am 30. Juli 1927 im westfälischen Münster als Sohn des späteren Generalleutnants Theodor Groppe zur Welt. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Westfalen, Ostpreußen, Oberschlesien, Pommern, Hessen und Bayern.

Nach Kriegsende studierte er Rechtswissenschaft und trat am 7. September 1948 in die „Gesellschaft Jesu“ ein. Es folgte das Lizenziat der Philosophie, am 31. Juli 1959 empfing er die Priesterweihe.

P. Groppe wirkte jahrzehntelang als Krankenhausseelsorger in Bad Pyrmont und als Schriftsteller, zeitweise auch als Gemeindepfarrer in Österreich, als Dozent und Militärdekan an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg sowie als Leiter der deutschen Sektion von Radio Vatikan.

Von 1973 bis 1987 hielt er Vorlesungen und Seminare für die österreichischen Generalstabs-Lehrgänge.

Der Geistliche ist nicht nur Sohn des Widerstandskämpfers Theodor Groppe, sondern bezog selber schon mit 12 Jahren deutlich Stellung gegen Hitler. Er war daher mehrfach „Gast“ der Gestapo (Geheimen Staatspolizei). Nach dem Krieg wurde er von der Besatzungsmacht als „politischer Verfolgter“ anerkannt.

Sein Vater Theodor Groppe war Generalleutnant und Divisionskommandeur am Westwall. Man nannte ihn wegen seiner grundkatholischen Haltung den „Schwarzen General“. Im 1. Weltkrieg erhielt er zahlreiche Tapferkeitsauszeichnungen, darunter den höchsten Orden Pour le Mérite, der nur 687 mal vergeben wurde. (Im Vergleich dazu wurden im 2. Weltkrieg 6 bis 8 Millionen „Eiserne Kreuze“ verliehen.)

In der Stadt Hanau, wo Theodor Groppe einige Zeit gewirkt hatte, wurde eine Straße nach ihm benannt (siehe Foto).

Weil der mutige General den NS-Schergen widerstand, insbesondere SS-Reichsführer Himmler widersprach, wurde er 1942 militärisch degradiert, aus der Wehrmacht ausgestoßen und im August 1944 von der Gestapo verhaftet. Durch Flucht aus der Festung Küstrin entging er der geplanten Hinrichtung und konnte die Kriegszeit überleben.

Der Generalleutnant verhinderte durch seinen Schießbefehl gegen Judenverfolger eine von der NSDAP befohlene „Volkskundgebung gegen die Juden“. Vor allem bei Juden im Saarland war er als „Retter“ bekannt und bewundert.

Sein Sohn Lothar hielt sich auch selber an die geradlinige und unbeugsame Art seines Vaters. Er widerstand dem braunen ebenso wie später dem roten Zeitgeist und orientierte sich an christlichen Prinzipien und der katholischen Glaubenslehre.

Seine Predigten und Vorträge waren gehaltvoll, mitreißend, schwungvoll und manchmal auch etwas humorvoll-scherzhaft.

Der Pater publizierte jahrzehntelang in dutzenden Zeitungen und Zeitschriften von „Theologisches“ über die „Junge Freiheit“ oder die „Preußische Allgemeine Zeitung“ bis zu „Soldat im Volk“ oder Schriften des BdV (Bund der Vertriebenen). Insgesamt hat P. Groppe rund 1800 Artikel veröffentlicht.

Besonders für die Belange der deutschen Heimatvertriebenen setzte sich der Jesuit durch Wort und Tat wirkungsvoll ein.

Seine klare katholische Ausrichtung hinderte ihn keineswegs daran, eine vernünftige Ökumene mit theologisch konservativen Protestanten zu pflegen. So schrieb er z.B. regelmäßig für die Zeitschrift „Erneuerung und Abwehr“ der Evangelischen Notgemeinschaft und hielt Reden vor evangelikalen Initiativen. 

Bis zuletzt stand der Geistliche im freundschaftlichen Kontakt mit evangelischen Christen.

So half ihm z.B. der Unternehmensexperte und Publizist Dr. Bernd F. Pelz (siehe Foto) sachkundig beim Lektorat und der Erstellung des Groppe-Buches über „Kirchlichen Einsatz für Juden im Dritten Reich“. Außerdem unterstütze Dr. Pelz seinen priesterlichen Freund tatkräftig bei mehreren Umzügen.

Pater Groppe SJ gehörte zu dem vom deutschen Juden Gerhard Löwenthal („ZDF-Magazin“) mitgegründeten „Konservativen Büro“ in Bielefeld. 

Ähnlich wie der  –  ebenfalls NS-verfolgte  –  Löwenthal setzte sich Groppe stets für einen gesunden Patriotismus und entschieden für die deutsche Wiedervereinigung ein; zudem würdigte er die Heimatvertriebenen aus den Ostgebieten und erinnerte immer wieder an ihr tragisches Schicksal, was oftmals wütende Schmähkritik von links hervorrief.

Der Geistliche hatte guten Kontakt mit Erzbischof Johannes Dyba, dem am 23. Juli 2000 plötzlich verstorbenen Oberhirten von Fulda.

Im Dyba-Gedenkband „Der Löwe von Fulda“ aus dem KOMM-MIT-Verlag (siehe Foto) ist ein fundierter Beitrag von Pater Groppe enthalten. Darin würdigt er den unerschrockenen Bischof von Fulda sowohl als Bischof wie auch als Mensch und Mitbruder. (Hier die Besprechung der „Tagespost“ über diesen Sammelband: https://charismatismus.wordpress.com/2016/04/01/loewe-von-fulda-wuerdigung-unseres-dyba-gedenkbandes-in-der-tagespost/)

Pater Groppe wirkte von 1982 bis 2007 als Krankenhauspfarrer in Bad Pyrmont. Einige Zeit später war er als Seelsorger an einer Mutter-Kind-Klinik in Timmendorfer Strand tätig.

Seit August 2015 lebte der unbeugsame Geistliche im Seniorenheim des Jesuitenordens in Berlin-Kladow.

Wir bewahren sein geistiges Vermächtnis in unserem Herzen und sind weiter durch Gebet und Gedenken mit ihm verbunden.

VORTRAG von Pater Groppe über das Priestertum: https://charismatismus.wordpress.com/2017/12/30/ueber-gnade-und-auftrag-wuerde-und-buerde-des-priestertums/


Bischof Morlino von Madison verstorben

Der katholische Bischof von Madison im US-Bundesstaat Wisconsin, Robert Morlino, ist gestern Abend im Alter von 71 Jahren verstorben. Er war ein glaubensstarker Oberhirte und erregte vielfach den Widerspruch zeitgeistgelenkter Medien.  Liturgisch stand er der überlieferten Messe nahe und zelebrierte sie öfter.

Morlino (siehe Foto) erblickte am 31.12. 1946 das Licht der Welt. Vor seiner Ernennung zum Bischof von Madison war der Bioethik-Experte bereits Oberhirte in Helena Montana.

Sein Generalvikar James Bartylla veröffentlichte noch gestern Vormittag einen „dringenden Gebetsaufruf“ an die Priester seines Bistums.

Zunächst habe man Hoffnungen auf eine gesundheitliche Besserung beim Bischof haben dürfen, doch dies habe sich zerschlagen und die Dinge hätten sich „zum Schlimmsten“ gewendet. Die Geistlichen wurden aufgefordert, für eine wunderbare Heilung zu beten und auch dafür, daß „unser geliebter Bischof, wenn die Zeit kommt, die Gnade eines glückseligen Todes erhält“.

Am 18. August veröffentlichte der unbeugsame Bischof einen Hirtenbrief an seine Diözesanen, also an die Gläubigen seines Bistums, zur Mißbrauchskrise: https://charismatismus.wordpress.com/2018/08/21/us-amerikanischer-bischof-morlino-warnt-vor-schwul-klerikaler-subkultur-in-der-kirche/

Darin hat er das Problem einer homosexuellen Subkultur unter Klerikern klar beim Namen genannt  – was in Deutschland bislang kein Oberhirte gewagt hat.

Bereits im Vorjahr forderten homosexuelle Organisationen seinen Rücktritt. Unsere deutsch-amerikanische Autorin Dr. Edith Breburda hatte im CHRISTLICHEN FORUM darüber berichtet: https://charismatismus.wordpress.com/2017/10/31/homo-aktivisten-in-den-usa-fordern-den-ruecktritt-von-bischof-morlino/

Beten wir für den Bischof, auf daß der HERR ihn aufnehme in die ewige Seligkeit und ihm seine Mühen und allen Einsatz für das Gottesreich belohne.


Heute feierte Bischof Algermissen ein Jahresgedächtnis für Dyba im Fuldaer Dom

Der letzte Sekretär Dybas ebenfalls plötzlich verstorben

Gemeinsam mit dem Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“ sammelt unser Christoferuswerk (CHR) bislang mehrere tausend Unterschriften für eine Seligsprechung von Erzbischof Johannes Dyba.

Auch in den letzten Tagen haben wir diesen Aufruf beim Kongreß „Freude am Glauben“ in Fulda wieder an unserem CHR-Stand ausgelegt und einige Dyba-Plakate an der Stellwand angebracht.

Auch am offiziellen Empfangs-Tisch des Forum Deutscher Katholiken lag die Unterzeichner-Liste für eine Seligsprechung Dybas aus. 

Der jährliche Glaubenskongreß, der meist in Dybas einstiger Bischofsstadt veranstaltet wird, erinnert gerne an diesen bekenntnisfrohen Oberhirten, der sich nicht scheute, dem Zeitgeist die Zähne zu zeigen, was ihm wütende Attacken von linker Seite einbrachte – einschließlich Bedrohungen und Gewalt auf offener Straße (z.B. in Marburg).

Viele Leute, die sich in unsere Dyba-Liste eintrugen, haben gleich darauf hingewiesen: „Am Montag ist der Todestag von Bischof Dyba, nicht vergessen!“ – Nein, nicht nur wir gedenken am 23. Juli stets dieses großartigen Gottesmannes, auch im Bistum Fulda ist dieser glaubensstarke Oberhirte unvergessen.

Stets wird am 23. Juli im Hohen Dom ein Pontifikalamt für Dr. Dr. Johannes Dyba zelebriert; das Jahresgedächtnis gilt zugleich der  – genau am selben Tag, aber etliche Jahre später – verstorbenen Mutter von Bischof em. Heinz Josef Algermissen, dem Amtsnachfolger Dybas.

Auch diesmal feierte der Bischof diese Gedenkmesse in Konzelebration mit einigen Priestern.

Erzbischof Dyba starb am 23. Juli 2000 ganz plötzlich und unerwartet; es war damals von Herzversagen die Rede. Noch am Abend vor seinem nächtlichen Heimgang in die Ewigkeit hatte er mit seinem Sekretär Ulrich Schäfer Boccia gespielt. Am Nachmittag besuchte er noch eine Hochzeit von Verwandten. Am nächsten Morgen  – einem Sonntag – wurde er von seiner Haushälterin tot aufgefunden – und die glaubenstreue katholische Welt versank in tiefe Trauer, nicht allein in Deutschland, auch weltweit, vor allem im Vatikan, Österreich, Südtirol, der Schweiz etc.

Dieses erschütternde Ereignis geschah vor 18 Jahren.

Am 18. Juli dieses Jahres verstarb – ebenfalls völlig überraschend und zum Entsetzen vieler Gläubiger –  der bereits erwähnte Sekretär von Bischof Dyba, der Priester Ulrich Schäfer, Pfarrer von Somborn. Er war 50 Jahre alt, genau 20 Jahre jünger als Dyba einst an seinem Todestag. Auch dieser in seinen Gemeinden sehr geschätzte Priester der Schönstattbewegung hinterläßt eine große Lücke in seinen Pfarreien.

Pfarrer Schäfer war zu einem Requiem erwartet worden. Da er sich nicht blicken ließ, schauten aufmerksame „Schäflein“ im Pfarrhaus nach – und sahen dort, daß der Geistliche schon tot war. Die Polizei beschlagnahmte den Leichnam. Näheres ist uns bislang nicht bekannt.

Der seeleneifrige Pfarrer Schäfer wird am Donnerstag, dem 26. Juli, in St. Anna (Pfarrkirche Somborn) aufgebahrt und am Freitag, 27. Juli, in Eichenzell beerdigt. Davor wird das Requiem (Seelenamt) um 14 Uhr gefeiert.

 


Köln: Beisetzung von Pfarrer Plenker am Samstag, den 25. Juli 2015

In der Nacht von Samstag auf Sonntag gegen 1 Uhr ist der bei jung und alt beliebte Pastor Plenker aus Köln heimgegangen in die Ewigkeit bzw. friedlich eingeschlafen, nachdem er zuvor die Sterbesakramente erhielt. Wenige Tage zuvor erlitt der glaubensfeste Geistliche einen Schlaganfall. 027_24

Inzwischen steht der Termin fest für die Exequien und die Beisetzung. Die Exequien werden gehalten am:

                                  Samstag, 25. Juli, 9 Uhr, 

in der Kirche „St. Maria in der Kupfergasse“.

Die Beisetzung erfolgt am selben Tag um 11.30 Uhr auf dem Friedhof in Roggendorf-Thenhoven.

Auf Wunsch von Pastor Plenker wird  der Priester Stephan Weiskopf die Beerdigung durchführen. Wer zuvor die Exequien in der Kupfergasse zelebriert, steht noch nicht fest.