Wir trauern um Gertrud Dörner (†)

Von Felizitas Küble

Seit weit über 20 Jahren sind wir freundschaftlich mit ihr verbunden: Gertrud Dörner aus Stadtlohn (NRW) ist am 13. Januar 2020 im Alter von 77 Jahren an Herzversagen verstorben.

Die katholische Familienmutter (siehe Foto) ist  –  getröstet und gestärkt mit den hl. Sakramenten  – von GOTT in die Ewigkeit heimgerufen worden. 

Wir trauern mit ihrem Mann, den Kindern und Enkelkindern um diese glaubensstarke Katholikin, die kein Blatt vor den Mund genommen hat, dabei aber inhaltlich fundiert und stets argumentativ zu schreiben und zu reden wußte.

Oft bin ich mit Gertrud und ihrem Ehemann Reinhard gemeinsam zu Tagungen und Sitzungen gefahren, nicht zuletzt zum Kongreß „Freude am Glauben“ in Fulda oder Aschaffenburg.

Noch vor wenigen Wochen traf ich Gertrud wohlgelaunt bei einer Zusammenkunft glaubenstreuer katholischer Gruppen in Münster.  Humor- und schwungvoll war sie von ihrem Naturell her sowieso. Umso mehr überraschte und erschütterte mich ihr plötzlicher Herztod.

Die Pädagogin setzte sich seit Jahrzehnten mit einem Eifer ohnegleichen, aber auch intellektuell und theologisch kenntnisreich, für die Glaubens- und Sittenlehre der katholischen Kirche ein. Sie veröffentlichte in zahlreichen Publikationen, brachte aber auch selber eine Zeitschrift im Rahmen der von ihr gegründeten „Marianischen Liga“ heraus.PICT0294

Gemeinsam mit ihrem Mann nahm sie fast jedes Jahr am Kreuze-Gebetszug für das Leben in Münster teil, der stets Mitte März stattfindet und seit langem regelmäßig von linksradikalen Chaoten gestört wird, weshalb die Lebensrechtler ihre Prozession nur mit Hilfe starker Polizei-Begleitung durchführen können. (Das FOTO zeigt in der Mitte Reinhard Dörner mit einem weißen Holzkreuz.)

Die ehem. Studienrätin verstand ihren Ruhestand nicht als Ruhekissen, sondern nutzte die Chance, sich besonders intensiv für die Belange des Glaubens einzusetzen. Dabei gehörte sie zu den kenntnisreichsten Kritikern des immer mehr absackenden Religionsunterrichts an den Schulen und verfaßte gehaltvolle Studien und Broschüren hierüber, rezensierte Religionsbücher und zeigte Wege aus der Krise auf.

Gemeinsam mit ihrem Ehemann veranstaltete sie dutzende Vorträge und Tagungen im Rahmen des „Kardinal-von-Galen-Kreises“. Besonders beliebt ist seit jeher die mehrtägige „Osterakademie“ im traditionsreichen und altbewährten Marienwallfahrtsort Kevealer am Niederrhein.

Gertrud pflegte eine glaubensfrohe und bodenständige Marienverehrung, gehörte aber nicht zu jenen Katholiken, die allen möglichen (und unmöglichen) „Sehern“ und „Erscheinungen“ hinterherlaufen. Die Gründerin der Frauenbewegung „Marianische Liga“ war geistig zu besonnen und wachsam, um sich in schwärmerische oder gar abergläubische Gefilde zu begeben. Auch der Charismatik stand die nüchtern denkende Katholikin daher kritisch gegenüber.

Zugleich grenzte sie sich deutlich vom Feminismus und progressiven Gruppen wie „Maria 2.0“ ab und verteidigte ihre katholischen Standpunkte auch bei „Streitthemen“ wie Zölibat, Frauenpriestertum, Abtreibung usw.

Gertrud Dörner wird am kommenden Montag, dem 20. Januar 2020, um 13.30 Uhr auf dem kath. Friedhof in Emsdetten (Nordwalder-Str.) beigesetzt, anschließend ist das Requiem (Totenmesse) in der Kirche St. Pankratius (nicht weit vom Friedhof entfernt).

Emsdetten ist ein westfälischen Städtchen, das zwischen Münster und Rheine liegt. Mehrere Freunde des KOMM-MIT-Verlags und des CHRISTOFERUSWERKs – das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt – werden dieser tapferen und einsatzfrohen Frau gerne die letzte Ehre erweisen. Bei aller Trauer und Wehmut freue ich mich, ihrem freundlichen und ebenfalls sehr glaubensengagierten Ehemann Reinhard wieder zu begegnen.

HIER einige frühere Artikel von und über Gertrud Dörner im CHRISTLICHEN FORUM: https://charismatismus.wordpress.com/?s=gertrud+d%C3%B6rner


Glaubenstreue Bischöfe sollen Farbe bekennen

Mathias von Gersdorff

Kaum ein Tag vergeht, ohne dass ein deutscher Bischof über die Medien einen Angriff auf den Glauben und das Lehramt loslässt.

Am 12. Februar war der Magdeburger Bischof Gerhard Feige an Reihe. Er hält die Frage einer Priesterweihe von Frauen weiter für offen: „Dies rigoros abzulehnen und lediglich mit der Tradition zu argumentieren, überzeugt nicht mehr.“

Bischof Feige hat eine genaue Vorstellung, wie die Priester*innen sein sollen: „Weniger archaisch-bürgerlich als dynamisch-alternativ“.

Das ist die vorläufig jüngste Stellungnahme dieser Art in einer langen Reihe.

In den letzten Tagen haben sich zudem deutsche Bischöfe gegen das Priesterzölibat ausgesprochen (Peter Kohlgraf, Mainz), für die Segnung von Homo-Paaren (Franz-Josef Bode, Osnabrück) und für eine Neubewertung der Homosexualität (Franz-Josef Overbeck, Essen).

Kardinal Marx will gleich die ganze Sexualmoral umkrempeln.

Die normalen Gläubigen, also jene, die das Lehramt ernst nehmen und ihr Leben danach ausrichten, gewinnen den Eindruck, dass in Deutschland bald kein katholischer Stein mehr auf den anderen bleiben wird.

Der treu gebliebene Katholik befürchtet, dass es angesichts eines weitgehenden Glaubensabfalls eines großen Teils des deutschen Klerus kein Zurück mehr gibt. Die Gefahr, dass sich die katholische Kirche Deutschlands von der Weltkirche abspaltet und quasi eine völlig neue Religion erfindet, wird als real empfunden.

In dieser Situation sollten jene deutschen Bischöfe, die sich an das kirchliche Lehramt halten, in der Öffentlichkeit Farbe bekennen; sie müssen den Gläubigen Orientierung geben und sie im Glauben unterstützen.

Bekennermut ist gefragt, denn einfach stumm zu bleiben, kann in die endgültige Katastrophe der Spaltung und der Apostasie führen.

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ und veröffentlicht zeitkritische Beiträge u.a. hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.com/